.1 ;. > ' ■ * i 'm Xl -A^^ V/ 2" /^ Ä.. CU,.) Jahresbericht über die LIBRARY Fortschritte auf dem Gesammtgebiete ^^^ "^^^^ ßOTANICAL der GARDEN Agricultur-Cliemie. Begründet von Dr. R. Hoff mann, fortgeführt unter Mitwirkung von Dr. M. Delbrück, Dirigent der Versuchsstation für Spiritusfabrikation in Berlin, Professor Dr. Th. Dietrich, Dirigent der Versuchsstation Marburg, Dr. E. v. Gerichteu, Docent der Universität Erlangen, Dr. E. A. Grate, Dirigent der Versuchsstation in Zürich, Dr. A. Haleiike, Dirigent der Versuchsstation in Speyer, Dr. II. Heinrich, Professor der Universität Rostock, Dr. Chr. Kellerm ann, Lehrer der Kgl. Realschule Wunsiedel, Dr. W. Kirchner, Professor der Universität Halle a./S., A. Klauss, Assistent der Versuchsstation für Zuckerindustric in Wien, Dr. C. Lintner, Professor und Director der Landwirthschaftlichen Centralschule Weihenstephan, Dr. A. Mayer, Professor und Dirigent der Versuchsstation Wageningen (Holland), Dr. L. Mutschier, Chemiker in Darmstadt, Dr. E. Scliulze, Professor der Agriculturchemie am Polytechnikum in Zürich, F. Strohmer, Assistent der Versuchsstation für Zuckerindustrie in Wien, Dr. C. Weig-elt, Dirigent der Versuchsstation Rufach, Dr. AV. Wolf, Oberlehrer der Kgl. Landwirthschafts- schule und Dirigent des Agriculturchemischen Laboratoriums in Döbeln, von Dr. A. Hilger, Professor der Universität Erlangen. yeite Folge. Zweiter Jahrgang. (Der ganzen Reihe Zweiundzwanzigster Jahrgang.) Das Jahr 1879. BERLIN. Vorlag von Julius Springer. 1 8 ö 0. Ist es auch trotz der grössten Bemühungen meinerseits nicht gelungen, den vorhegenden Jahrgang 1879 mit Beginn der 2. Hälfte des laufen- den Jahres vorzulegen, so hoife ich, für die Folge, auf die gütige und zuverlässige Unterstützung der verehrten Herren Mitarbeiter rechnend, ein frühzeitiges Erscheinen des Berichtes sichern zu können. — Für die Folge wird, wie Solches im vorÜegenden Jahrgange schon geschehen ist, das gesammte zu referirende Material in 4 Haupt- abschnitten zusammengestellt werden: I. Pflanzenproduction, n. Agriculturchemische Untersuchungsmethoden, in. Thieri)roduction, IV. Landwirthschaftliche Nebengewerbe. Indem ich den Herren Fachgenossen und Freunden des Unternehmens für die gütige Zusendung wissenschaftlicher Arbeiten, Separatabzüge bestens danke, wiederhole ich die Bitte um fernere Einsendung, besonders auch von solchen Arbeiten, welche in unseren verbreiteten Fachzeitschriften nicht aufgenommen sind. Erlangen, im September 1880. Dr. A. Hilger. Inhaltsverzeicliniss. Boden. Referent: A, Hilger. Seite Aualyscn von Glimmer, von C. Rammeis her g .'J Paiagonitbasalttuffe, von A. Penck r> Gcscbiebelbrmatiou Norddeutschlands, von A. Penck 9 Kupfer in den Gesteinen des Urgebirges, von M. L. Dieulafai t . . . 9 Literatur 11 Gcsteinsanal3'sen, von A. Hilger 11 Verwitterungsvorgänge krystallinischer und Sedimentärgesteine, von A. Hilger 11 Bildung der Ackererde durch Verwitterung, von J. Hazard 14 Stickstoff des Torfes, von Sievers 20 Physikalisch-chemische Bodenanalyse, von Pellegrini, F. Öestini . . 21 Analyse von Weinbergsboden, von A. Hilger 22 Absorptionserscheinungen, von F. Ullik 25 Rolle des Humus bei der Pflanzenernährung, von 0. Pitsch 26 Durchgang des Wassers und der Luft durch die Ackererde, von A.Audoynaud und B. Clauzet 27 Einwirkung von Salzlösungen auf die Absetzungsverhältnisse thoniger Erden, von A. Mayer 27 P'lockung kleiner Theilchen, von E. W. Hilgard 28 Einfluss der Pflanzendecke und Beschattung auf den Kohlensäuregeh alt der Bodenluft, vou E. Wollny . 29 Die Porosität des Bodens, von C. Flügge 29 Einfluss der Behäufelung auf die Temperatur- und Feuchtigkeitsverhält- nisse des Bodens, von E. Wollny .'50 Bestimmung der Wärmecapacität der Bodenarten, von A. Mayer . . . Sl Einfluss der Schneedecke auf die Bodentemperatur, von PI Wollny . . 82 I)urchlässigkeit des Bodens für Wasser, von F. Seelheim 32 Wirkung der Kälte auf die Temperatur des Bodens, vou E. Becquerel und H. Becquerel 84 Bodentemperaturen, von H. Wild 85 Kohlcnsänrcgehalt der Bodonluft, vou G. Wolfi'hügel 88 Die Permeabilität des Bodens für Luft, vou F. Renk 88 Aufnahme von Ammoniakstickstofi" durch den Boden, von A. Orth . • . 39 Die freie Kohlensäure im Hoden, vou J. Moeller 39 Bildung salpetriger Säure im Boden, von A. Grefe 40 Salpeterbildung, von R. W^arington und A. Müller 40 Verdunstungsfahigkeit des Bodens in Bezug auf die capillare Leitung des Wassers, von S. W. Johnson 41 Bonitirungsmethoden, von L. A. Pfannenstiehl 41 Die agronomische Bodcukartirung und Untersuchung, vou M. Fesca . . 43 Literatur 54 ■yr lulialtavcizcicliuiBa. Seite Wasser. Referent: W. Wolf. 1. Untersuchung von Trinkwässer. Chomisclic und niikrosküi)ische Untersuchungen der Trinkwasser der Stadt Döbeln, von W. Wolf 54 2. Mineralwasser, Analyse der 8al/.(iuelle zu Suhl in Thüringen, von E. Ileichardt. . . 58 „" „ „ „ „ ,, „ von Sonnen schein . • 59 „ ,, Eisenquelle zu Kreuznach, von Bauer 59 „ von 3 Minerahiuellen zu Braubach am Rhein, von II. Rössler 59 „ der Dextquelle bei Budapest, von Hauer 59 „ des St. Margarethenbrunncns in St. -Maurice cantou de Vic-le comte (Puy de Dome), von Lefort 59 Analyse der Fcrdinandsbrunnquelle zu Marienbad in Böhmen, von F. W. Gintl 60 Anal3'se der Schmalkaldner Salzquelle, von Köbrich 60 „ des Thermalwassers von Terraiui-Imerese, von E. Paternö und G. Mazzara 60 Analyse der Quelle du Rocher von Saint-Nectaire, Quecksilbergehalt der- selben, von E. Willm 60 Analyse der Mineralquelle zu Rosheim im Elsass, von Fr. B. Power . 60 „ (spectroscopisch) der Pavillouquelle von Contrexeville, von D e b o u t 60 „ der Eisenquellen von Carlstad, von A. Almen 60 „ ,, Karlsbader Thermen, von E. Ludwig und J. Mauthner . 60 „ des Oberbrunnens in Fliusberg am Iserkamm in Schlesien, von Th. Poleck 60 Analyse der Mineralquelle von Tambow in Russland, von E. Johanson 60 3. Analysen, Verhalten und Reinigung anderer Wasser. Principien und Methode der mikroskopischen Untersuchung der Wasser, von L. Hirt 61 Reinigung der Abfallwasser, von E. Reich ar dt 61 Eiufluss des Wassers auf Bleiröhren, von E. Reichardt 61 Ueber das Wasser des Chelifi" in Algerien, von Rolland 62 Ueber den Ijithiongehalt von Gesteinen und Meerwasser, von L. Dieu- lafait und E. Marchand 62 Untersuchungen über den Eisenschwamm und die Thierkohle als Rei- nigungsmittel für Wasser, von G. Bischof 62 Ueber die Schwankungen im Kohlensäuregehalte des Grundwassers, von M. Popper 62 Beschädigungen von Boden und Pflanzen durch industrielle Abflusswasser, von J. König 63 Nachtheilige Wirkung des aus Eller-Brüchen und Torfmooren kommen- den Wassers auf Wiesen, von Klieu 63 Schädlichkeit der Fabrikabflüsse, z. B. Bleichoreiwasser für die Fische, von (j We igelt 64 Ueber Brauwasser, von C. Liutner 64 Literatur 64 Atmosphäre. (Meteorologie.) Referent: Th. Dietrich. Die Veränderlichkeit in der Zusammensetzung der atmosphärischen Luft, von Ph. von Jelly ' . 65 Lokale Schwankungen im Knhlensäuregehalt der atmosphärischen Luft, von P. Ilässelbarth und J. Fittbogen 67 Ueber den Kohlensäurcgehalt der atmosphärischen Luft, von J. Reiset 71 Ueber die Quelle der atmosphärischen Kohlensäure, von St. Meunier . 72 Ursprung des atmosphärischen Ammoniaks aus dem Meerwasser, von M. L. Dieulafait 72 Inhaltsverzeichnias, YJJ Seite Beobachtung meteorischeu Staubes in der Luft, von Tacchini . . . . 72 Ueber die Stärke der Bestrahlung der Erde durch die tJouno in den ver- schiedenen Breiten und Jahreszeiten, von Chr. Wiener 73 Ueber die Intensität des gesammteu Tageslichtes, von Ed. Stelling .^ 76 Einfluss der Jahrestemperatur auf das Reifen der Feldfrüchte, von Herve Mangon 81 Ueber die Schwankungen der atmosphärischen Electricität, von F. Denza 85 Meteorologische Beobachtungen im Luftballon, von L. Tridon . . . . 86 Versuche über die Wasserverdunstung verschiedener Vegetationsdecken, resp. über den Feuchtigkeitsgehalt der über verschiedenen Vegetations- decken stehenden Luft, von A. Vogel 86 Ueber die Wasserverbrauchsmengen unserer Forstbäume mit Beziehung auf die forstlich-meteorologischen Verhältnisse, von Franz von Hoehnel 86 Beziehungen zwischen Regenmenge und Erhebung über die Ebene, von S. A. Hill 90 Regenmessungen in verschiedenen Höhen über dem Erdboden, v. Chrimes 90 Beobachtungen über den Abfluss meteorischen Wassers an den Hoch- stämmen, von Wahrmund Riegler 91 Vergleichende land- und forstwirthschaftliche meteorologische Beobach- tungen, von A. Matthieu 93 Meteorologische Beobachtungen über den Einfluss des Waldes auf das Klima, von L. Fautrat 97 Zur Theorie der Thaubildung, von J. Jamin 99 Neue Theorie der Thaubildung, von Levi Stockbridge 100 Ueber die Temperatur des Hagels, von Boussingault 101 Eis- und Duftanhang an Bäumen, von J. Breitenlohner 101 Trockne Nebel, von E. Frankland 102 Literatur 103 Die Pflanze. Chemische Zusammensetzung der Pflanze. Referent: E. v. Gerichten I. Aualjse von Pflanzen und Pflanzentheilen, Aschenanaljsen. Ueber die Zusammensetzung der Banane und über die Benutzung dieser Frucht, von V. Marcano und A. Müntz 104 Ueber die Banane, von B. Cor en wind er 105 Analyse der Banculuuss, von P. Charles 106 Aconitum heteroi)hyllum Wall, in pharmacognostisch-chemischer Beziehung nebst einigen Bemerkungen über Tubera Aconiti japouici (Tsaou-Woo) von D. v. Wasowicz 106 Eupatorium perfoliatum, von Parsons 107 Die Lackrizenwurzel und das Glycyrrhizin, von Fausto Sestini . . • 107 Prüfung und die Eigenschaften des chinesischen Thees, von J. M. Eder 107 Ueber Kaffee, Thee und Cichorie, von Husson 107 Ueber den Nahrungswerth der essbaren Pilze, von C. N. Pahl . . . • 108 Beiträge zur Chemie der Paeonien, von Dragendorff, L. Stahre, K. Mandolin,Gust. Johannsou 108 Wald- und Gartenhimbeere, von E. Reich ar dt 108 Zusammensetzung des Zuckerrohrs. Zusammensetzung einer Honigsorte aus Aethiopicn, von A. Villiers. . 108 Analysen von Erdbeeren, Preisseibeeren, Zwiebel, von CA. Goessmaun 109 Ueber den Palmwein aus Laghouat, von Bailand . . ._ HO Ueber die Bestimmung des Chlors in verschiedenen Getreidearten etc., von R. Nolte HO Jodbestimmung im Varech, von 0. Schott HO Mangan in Getreideasche, von Bunnington HO Vorkommen von phosphorsaurem Kalk in der lebenden Pflanzenzelle, von F. Nobbe, H. Haenlein, C. Councler HO Analyse der Asche einer W^eizenkleie, von S. F. Peckham 110 ■yTTT ' luhaltävcizoicUniss. Seite ]\IiiicraIb('s(aii(ltlKMlo der hicslingstraubo, von A. Ililgor 110 Ucbcr die \\ iescniillauzcn etc., von L. Moraudiui, L. Manetti und G. ÄIusso 111 Aschciianalyscu, von G. Tlioins. {Leinpflanze und Galeopsis tctiahit.) . 111 Analysen zweier Rübensamenaschen, von leblee 111 Analyse von Tabaksortcn, von L. Ricciardi 112 Uebcr die ISäurereactiou der Blütlien, von A. Vogel 112 Untersuchungen über die Zusammensetzung der Pflanzen, von II. Pellet 113 II. KolilenwasserstolTe (incl. Terpene) und Camplier. Ileptan aus Pinus sabiana, von T. E Torpe 113 Abieten etc., von iS. P. iSadtler 113 Ueber den aus Diamyleu entstehenden Kohlenwasserstoff Cjo Uie, von Tugolessot'f 114 Ueber einige Derivate des linksdrehenden Terpens, von F. Flawitzki. 114 Die Zusammensetzung des Terpinols, von demselben 114 Ueber Hydratation der Terpene, von demselben 114 Ueber die Umwandlungen des linksdrehenden Terpens vermittelst der Hy- dratation und Deshydratation, von demselben 115 Einwirkung von Schwefelsäure auf die Kohlenwasserstoffe CmHig, von H. E. Armstrong und VV. A. Tilden 115 Ueber die Einwirkung von Chlorwasserstoff auf die Terpene, von W. A. Tilden 116 Terpiu und Terpinol, von demselben 116 Ueber Terpene, Campher und verwandte Verbindungen, von H. E. Arm- strong ... 117 Ueber Terebentbendichlorhydrat, von J. deMontgolfier 117 Ueber die Identität der Hydrate des Diisoprens imd Kautschins mit dem Terpin, von G. Bouchardat 118 Einwirkung der Wasserstoffsauren auf das Isopren. Wiedererzeugung des Kautschuks, von demseiben 118 Ueber Einwirkung von Jod auf aromatische Verbindungen mit langen Öeitenketten, von K. Preis und B. Raymann 118 Ueber das Camphcn des Borneols und des Camphers, von J. K ach 1er und F. V. Spitzer 118 Zur Kenntniss der Campherchloride, von F. V. Spitzer 119 Campherabkömnilinge, von H. E. Armstrong und Matthews . . . 119 Ueber die Umwandlung der Camphinsäure in Campher, von J. de Mont- golfier 119 Zur Constitution der Campherverbindungen, von M. Ballo 119 Einwirkung wassercntzichender Mittel auf die Camphersäure und die Amide derselben, von demselben 119 Studium über die Verbindungen aus der Camphergruppe, vonJ. Kachler 120 Leber ein vom Campher dcrivirciidcs Champhen und die Synthese seiner Homologen, von F. V. Spitzer " 121 Ueber die Isomeren des Borneols, J. de Montgolfier 121 III. Phenole, aromatische Alkohole, (Aldehyde, Ketone) u. Siiuren (Gerbstoffe). Ueber das ätherische Oel von Origanum hirtum Link, und das Cretisch- Düstenöl des Handels, von E. Jahns 121 Ueber Derivate des Resorcins und ürcins, von V. Merz und G. Zelt er 122 Synthese des Phloroglucins, von L. Barth und J. Schreder .... 122 Ueber die Oxydation des Resorcins zu Phloroglucin, von denselben . . 122 Studien über Chinasäure, Chinon und damit verwandte Substanzen, von 0. Hesse 122 Ueber den in Agaricus atrotomentosus vorkommenden, chinonartigen Körper, von W. Thörner 123 Benzoesäure in Preisseibeeren, von 0. Low 123 Chinasäure in Wiesenheu, von demselben 123 Derivate der Tropasäure, von A. Laden bürg 123 Ueber die Bestandtheilc des ätlierischen Ücls einiger Ericeen, von H. Köhler 123 Beiträge zur Kenntniss der Polyporsäure, von C. Stahlschmitt ... 123 Inhaltsvorzeichniss. IX Seite lieber eine auffalleude Zersetzung des salzs. Phcuylathylamins, vün M. Tiletti und A. Piccini 1|4 lieber das Rotations vermögen des Styrolens, von Berthelot . • • • 124 lieber das Daphnetin, von C. Stünkel 124 Ueber das Umbelliferon und einige seiner Derivate, vou F. Tiemann und C. L. Reimer 124 Ueber Aldehyde aus Orcin und Abkömmlinge derselben, von F. Tiemanu und E. Ilelkenberg 125 Ueber die Kalischmelze des Rhamnetins, von St. Smorawski . . . - 125 Ueber Derivate der Methylengenols , von M. Wassermann 125 Ueber Digallussäure, von Pasch u. Fr eda 125 Zur Constitution der EUagsäure, von H. Schiff 12» Üerbstofigehalt der Algarobillo, von Godeffroy 126 Untersuchungen über die Quebrachogerbsäure aus Quebracho colorado, von P. N. Arata 12^ Japanische Gallen, von J. Möller ^26 Terminalia catappa L. etc. (Gerbstoffgehalt), von demselben 126 Curtidorrinde, von demselben 126 IV. Kohlenhydrate und mehvwerthige Alkohole. Chemische Untersuchung über die Zusammensetzung des Holzes, von Th. Thomson 127 Ueber die Eildung der Hydrocellulose, von A. Girard 127 Nitro hydrocellulose, von demselben 127 Ueber thierische Cellulose j Ueber Glj^ose >, von A. P. N. Frauchimont 128 Ueber PHanzencellulose j Bemerkungen zur Physiologie der Kohlenhydrate, vou 0. Nasse . • - 128 Ueber die Umwandlung der Stärke in Glykose durch kaltes Wasser, von J. Ribau • 128 Beiträge zur Kenntniss der Stärke und der Umwandlungsprodukte der- selben, von 11. T. Brown und J. Heron 128 Ueber die Umwandlung von Stärke und Glycogen durch Speichel, Diastas, Pankreas und Leberferment, von F. Musculus und v. Mering . . 129 Ueber die Umwandlungsprodukte der Stärke, von 0. Sullivan - • ■ 129 lieber die Einwirkung der Diastase auf Stärkekleister, von A. Herzfeld 130 Ueber die Kohlenhydrate der Topinamburknollen, besonders das Lävulin, von E. Dieck und B. Tollens 130 Ueber ein neues Kohlenhydrat, Sinistrin, von 0. Schmiedeberg . • 130 Ueber die Bildung einer besonderen Amyloidsubstanz bei den Pyrenomy- ceten, von L. Crie 131 Ueber das amyloidartige Aussehen der Cellulose bei den Pilzen, vou J. deSeynes 131 Analysen von Sorghozucker und von Maiszucker, von H. Pellet . . • 131 Ueber einige Eigenschaften der Glycosen, von Eng. Peligot .... 131 Bemerkungen über die Saccharosen, vou Berthelot 131 Partielle Synthese des Milchzuckers und Beitrag zur Synthese des Rohr- zuckers, von E. Demole 131 Palmenzucker von Calcutta, von P. Horsin-Deon 132 Zur Kenntniss einiger Zuckerarten, von M. König und M. Rosenfeld 132 Ueber die Identität des Inosits aus den MusceJn mit den Inositen vege- tabilischen Ursprungs, von Tanret und Villiers 132 Ueber die Verbindungen des Traubenzuckers mit Kupferoxydhydrat, von E. Salkowski 133 Ueber die Deshydratatiou der Kohlenhydrate, von A. Gautier .... 133 Ueber die Aetherschwefelsäuren der mehrsäurigen Alkohole und Kohlen- hydrate nebst einigen Bemerkungen über die Constitution der letzteren, von P. Clässon 133 Einwirkung von Brom auf Rohrzucker, von 0. Griesshammer . . . 134 Ueber die Einwirkung von Phosphorpentachlorid auf Zuckersäure und verwandte Substanzen, von C h. J. Bell 134 Ueber die Einwirkung von Phosphorpentachlorid und Jodwasserstoffsäure auf Zuckersäure, von H. de la Motte 134 ■%r liibaltsvorzoichnisB. Seite l'clicr die Kcactioncii des Maniiits mit Wolframs. Salzen, von Klein . 13-1 Monographie der Zuckcrarteu, von F. 0. v. Lippm an n 134 V. Olycoside. Uebcr die .Synthese des Phenolglycosids und des Orthoformylphenolglycosids oder Ilelicins, von A. Michael 134 Bildung von mehrgliedrigen Glycosiden, von H. Schiff 135 Amvgdalin, von M. Fileti l^^^ l'eher die Zersetzung des Ptlanzenindicans bei Abschluss der Luft, von E. Schunk und II. Römer 1-55 Ueber die Zersetzung von Rubiaiisiuire durch Salzsäure in Gegenwart vou Quecksilber, von denselben 136 lieber den Zucker des Populius, von E. 0. Lippmann . _. . . . . 136 Ueber ein neues Glycosid, von E. Schulze und J. Barbieri .... 136 Ueber das Glycyrrhizin, von J. II ab ermann 136 Ueber das Chamälirin, von V. Greene 137 Ueber das Glycosid des weissen Senfsamens, von H. Will u. A. Laubcn- heimer 137 Ueber die Formel des Quercitrins und des Quercitins, von G. Lieber- mann und S. Hamburger • 138 Ueber Teucrin, vou A. Üglialoro 139 Ueber Kcllin, vou Ibrahim Mustapha 139 Ueber das Scillain, von E. von Jarmersted 139 Ueber Solanin und seine Zersetzungsprodukte, vou A. Hilger . . . . 139 YI. Fettroiho: eiuwertliige Alkohole, (Aldehyde, Ketone) Fettsäuren, Ester, Fette etc. etc. Ueber das Vorkommen von Aethyl- und Methylalkohol, Aethylbutyrat und Paraffinen im Pflanzenreiche und über das Ileraclin, vou 11. Gutzeit 139 Ueber den Japantalg, von A. Meyer 140 Ueber den Japautalg, von E. Buri . 140 Ueber Römisch -Kümmelöl, vou R. Fittig 140 Ueber eine neue in Agaricus integer vorkommende organische Saure, von W. Thörner 140 Ueber das Vorkommen von Tricarballylsäure und Aconitsäure im Rüben- safte, von E. 0. V. Lippmann und Fr. Weyr 141 Ueber die Säure der Drosera intermedia, von Gottlieb Stein . . . 141 VII. Aetherische Oele, Bitterstoffe, Harze etc. etc. Das ätherische Oel der Eucalyptus Arten, vcn Osborne 141 Das ätherische Oel von Origanum hirtum Lirk , von E. Jahns .... 141 Ueber die ozonisirendcn Eigenschaften von ätherischen Oelen etc, vou G. Bellucci 142 Ueber Linaloeholz, von J. Möller 142 Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Harze und der ätherischen Oele, von H. Drag endo r ff 142 Ueber das Verhalten des Ämmoniakgummiharzes bei der Destillation über Zinkstaub , vou G. L. Ciamician 142 Beiträge zur Kenntniss der Abietinsäure, von 0. Emmerliug .... 142 Ueber Cliiclc (Harz), von Prochaska und Ende mann 143 Ueber das Gardenin, von J. Stenhouse und G. E. Groves . . . . 143 Ueber Balsamuni antarthriticum ind., von B. Hirsch 143 Harz und Gummi des Gumniigutt, von DavidCostello 143 Körper aus Lactuca canadensis, von H. Flowers 143 Cargin, von Fr. R. Smith 143 Ueber die Cotorinden und ihre charakteristischen Bestandtheile, von J. Jobst und 0. Hesse 144 Ueber Naringin (Hesperidin de Vrij), von E. Hoffmann 144 Ueber Linionin und Columbin, von E. Patern ö und A. Oglialoro . . 144 Uebcr Pikrotoxid, von denselben 144 Ueber Pikrotoxidhydrat, von A. Oglialoro 14.5 Ueber Podoghyllin, von J. Guareschi 145 Fivonymin, Iridin und Septandrin 145 Inüaltsverzeichuiss. XI Seite Lapachosäure aus Lapaclio, von E. Pater uü 145 lieber das Betulin, von N. Franchimont 145 lieber das Lactucon, von Wigman • • • • _■ 145 Ueber einige Derivate des Santouins, von S. Cannizzaro und Carmelutti 146 VIII. Amine, AmidosäureH, Imide etc. etc. Ueber Amidosauren der Lupinenkeimlinge, von E. Schulze u. J. Barbieri 146 Ueber das Vorkommen von Leuciu und Tyrosin in den Kartoffolknollen, von denselben '. ■ ■ " ^^^ Ueber die Einwirkung von Jodmethyl auf Asparagin , von P. Griess . . 146 Ueber Lecithin in der Hefe, von Hoppe-Seyler 147 Quantitative Bestimmung des Theobromins im Cacao und in der Ghocolade, von G. Wolfram 147 IX. Eiweissstoffe und Fermente. Untersuchungen üoer die Proteinkrystalloide der Pflanzen, von A. F. W. Schimper 147 Ueber die Darstellung krystallisirter Eiweissverbindungen, E. Drechsel 147 Untersuchungen über den Gehalt der grünen Pflanzen an Eiweissstoffen und Amideu und über die Umwandlungen der Salpetersäure und des Ammoniaks in der Pflanze, von 0. Kellner 147 Bildung von Hydrozimmtsäure bei der Paukreasverdauung, von E. und H. Salkowski _ .... 150 Weitere Beiträge zur Kenntniss der Fäulnissproducte des Eiweiss, von E. und H. Salkowski 150 Ueber die aromatischen Producte der Fäulniss aus Eiweiss, von L. Briege r 150 Ueber die Entstehung von Kresolen bei der Fäulniss von Eiweiss, von E. Baumann und L. Brieger 150 Ueber das Nuclein der Hefe, von A. Kos sei 150 Ueber die chemische Zusammensetzung der Peptone, von demselben . . 150 Ueber das Yerdauungsfermeut von Carica papaya, von A. Würtz und E. Bouchet 151 Zur Kenntniss der Diastase, von M. Baswitz 151 X. Alkaloidc. Studien über Verbindungen aus dem animalischen Theer, von H. Weidel 151 Ueber die dritte Pyridiumonocarbonsäure, von Zd. H. Skraup . . . . 151 Ueber Nicotin und Nicotinsäure, von R. Laib 1 in 152 lieber Nitrochinolin, von W. Königs 152 Synthese des Chinolins aus Allylaniliu, von demselben 153 Synthese des Chinolins, von A. Bayer 153 Ueber AldehydcoUidin, von A. Wisch negradsky 153 Ueber die von dem Aldolammoniak derivirenden Basen, von A. Würtz • 154 Einwirkung von Natrium auf Ghiuolin und Lepidin, von Gr. Williams 154 Ueber die Pyridinbasen, von Aug. Richard 154 Oxydation des Ginchoninchinolins mit Kaliumpermanganat, von W. Königs 154 Oxydation von Chinolin mit Kaliumpermanganat, von S. Hoogewerff u.;i W. A. van Dorp 154 Zur Kenntniss des Cinchonidins, von Zd. H. Skraup u. G. Vor t mann 155 Ueber die Zusammensetzung und die Oxydationsproducte des Ginchonius, von Zd. H. Skraup 155 Zur Gonstitution der Chinabasen, von demselben 155 Ueber die Bildung der Cinchomeronsäure aus Chinin und deren Identität mit Pyridindicarbonsäure, von H. Weidel und M. v. Schmidt . . . 155 Ueber die Oxydation von Chinin mit Kaliumpermanganat, von S. Hooge- werff und W. A. van Dorp 156 Eine neue Base aus Chinin, von A. Wischnegradsky u. A. Butlerow 156 Ueber die Citrate des Chinins, von K. F. Mandel in 157 Ueber selensaures und schwefelsaures Chinin, von Th. Hjortdahl . • 157 Notiz über Couchininsulfat, von 0. Hesse 157 Ueber das Cinchonin, von M. Fileti 157 Oxydationsproducte des Ginchonius, von W. Königs 157 Ueber einige Derivate des Cinchonins, von A. Wischnegradsky. . . 157 2^ luUaltsverzeichniss. Seite Oxyiliitioiisproductc der Cliinabascn, von Zd. H. Skraup 158 Tcbor das llomociiiclionidiii, von demselben 158 I5oitrag zur Kcniitniss der Chinarinden, von 0. Hesse 158 Zur Keiintniss des Chinaniins, von A. C. Üudeinans jr 159 Ziisiuiiniensotziing niid optisches Verhalten des Chinaniins, von 0. Hesse 159 Zur Kcnntniss dos rii)eridius und Pyridins, von A. "W. Hofmaun . . • löO rcbertührung von l'iperidin in Pyridin, von \V. Königs IGO Ueber einige Salze von Piperidinbascn, von Th. Hjortdahl 161 Künstliches Atropin, von A. Laden bürg 161 Ueber Tropidin, von demselben , 161 Ueber ein Derivat des Nicotins, von A. Cahours und A. Etard • . . 161 Ueber Nicotin, von G. Audreoni ,_ 161 Untersuchungen über das Strychnin, von H. Gal und A. Etard . . . 162 Ueber Strychnos triplinerva, von Conty und de Lacerda 162 Alkaluide von Veratrum album, von CR. Alüer Wright u. A. P. Luff 162 Alkaloide von Veratrum viride, von denselben 163 Ueber Aconitalkaloide, von denselben 163 Bestandtheile der Knollen von Aconitum heterophyllum Wall., von V. Wasowicz 163 Ueber das Berberin, von H. Weidel 164 Berberinphosphat. Darstellung, von Wrampelmeyer 164 Darstellung von Berberin aus llydrastis Canadcnsis, von Lloyd .... 164 Beiträge zur Kenntniss des Emetins, von v. Podwyssotzky . . . . 164 Bestandtheile der Rinde des Macallo, von J. Donde 165 Alkaloid aus Mio-Mio, von P. Ar ata 165 Ueber Pilocarpin, von Pochl 165 Producte des gefaulten Mais, von Th. Huseraann 165 Ueber die Alkaloide der Granatriude, von Ch. Tauret 165 Ueber das Alkaloid der Granatwurzelriude, von A. Falck 166 Ueberchlorsäure, ein neues Reagens auf Alkaloide, von G. Fraude . . 166 Ueber Aspidospermiu, von demselben 166 Scoparin und iSpartein, von E. Merk 166 Spigelin, Alkaloid aus Spigelia marilandica, von Dudley 166 Alkaloid in Sarracenia purpurea, von Hetet 166 XI. Pflanzeufarbstoffe. Ueber das Chlorophyll, von Hoppe-Seyler 167 lieber das Chlorophyll, von A. (Tautier 167 Ueber das krystallisirte Chlorophyll, von Trecul 168 Bemerkungen zu der Mittheilung des Herrn Trecul, von Chevreul . . 168 Entgegnung, von Trecul 168 Entgegnung an Hrn. Trecul und Chevreul, von A. Gautier K^ Synthese des Isatins, von Claisseu und Shadwell 168 Ueber die Einwirkung von Fünftachchlorphosphor auf Isatin und ver- wandte Substanzen, von A. Baeyer 169 Zur Constitution des Indigo's, von E. Baumann und Ferd. Tieraann 169 Ueber das Verhalten von ludigweiss zu pyroschwefelsaurem Kali, von A. Baeyer 169 Untersuchungen über die Gruppe des Indigoblau's, von demselben . . . 169 Ueber einige Derivate des Indigoblau's, von E. Giraud 170 Ueber den Farbstoff der Palmella cruenta, von T. L. Phipson . . • 170 Ueber das Palmellin und das Characin, von demselben 170 Verhalten des Hämatoxylins bei der trockenen Destillation, von R. Meyer 171 Ueber das Phtalein des Hämatoxylin's, von E. A. Letts 171 Tetronerythrin in Schwammen, von C. Krukenberg 171 Rubidin, von A. und G. de Negri 171 Ueber die californische Orseilleflcchte, von 0. Hesse 171 Ueber die Farbstofic und den Glycosidzucker der Gclbbeeren, von C. Liebermann und 0. Ilörmann 171 Bereitung des Murins und Cotinins 171 P'arbstoff aus Bignonia Chica Bonpl, Symplocos spicata, Cochlospermum tinctorium etc., von J. Möller 171 Uelwr den Farbstoif der Familie der Caryophyllinen, von H. Bisch off • 172 InhaltsverzeichniBS. XIII Seite Yegetatioii. Referent: R. Heinrich. A. Samen, Keimung-, Samenzuclit, Keimprüfungen. Physiologische Untersuchungen über die Quellung der Samen, von W. Detmer 172 Die Translocation stickstofffreier Verbindungen der Keimpflanze, von demselben 172 Physiologische Untersuchungen über den Keimungsprocess (Zweite Ab- handlung), von demselben 172 Dasselbe (Dritte Abhandlung), von demselben 172 Einfluss kalter und warmer Räume auf Gewicht und Maass der Lein- saat, von T h m s 176 Die grössten Samen der Zuckerrübe, von H. de Vries 176 Einfluss der Harzung der Schwarzkiefer auf deren Samen, von Stöger. 176 Auswahl der Zuckerrübe zur Samenzucht, von Dervaux-Ibled . . . 176 Keimung des Rübsamens, von v. d. Putte 176 Keimung geölter Saat, von G. Haberia n dt 177 Schwerkeimende Samen 177 Beziehungen der Farbe des Rothkleesamens zu seinen physiologischen Eigenschaften, von G. Haberlandt 177 Natürliche Farbe der Cultursamen und Gebrauchswerth , von F. Nobbe 178 Widerstandsfähigkeit des Zuckerrübensamens, von H. Briem 170 Keimfähigkeit von Samen nach Einwirkung hoher Kältegrade, von de Candolle nud Pictet 179 Dörren der Samen, von Fr. Wo 11 ny 180 Keim- und Anbauversuche mit Samen von Aufschussrüben, von H. Briem 181 Wirkung von Schwefeliiohlenstofi-Dämpfeu, von E. Prilleux 182 Vergleichende Keim- und Culturversuche, von M. Kienitz 182 Untersuchungen über den Culturwerth der Handelssorten, von Ch. Jenssen 184 Ein neuer Keimapparat, von v. Liebenberg 184 Keimprüfungen, von L. Just, Fr. Nobbe, C. Kraus, C. 0. Harz, A. Sempolowsky und A. Peternianu 18.ö — 189 Literatur: von Eidam, Haberlandt, Nerlinger, Ristow, Der Landwirth, Briem, de Vries, Sestini, Thoms, Lyttkens, Gi- glioni und Jenssen 189 B. Ernährung-. Versuche über N-Ernährung, von E. W^ein 190 Assimilirbarkeit der Phosphorsäure, von L. Grandeau 190 Ernährung der Chlorophyllpflanzen durch organische Stoffe, von M. Schmöges 190 Ernährungsversuche, von J. Hanamann 191 Fütterungsversuche mit Drosera, von Regel 193 Zur Theorie des Pflanzenraumes, von J. Hanamann 193 Literatur: von Emmerling, de Lauessan, Thoms, Franz u. Chatin 194 C. Assimilation, Stoffmetamorpliose, Stoffwanderung-, Waclistlium. Specifische Assimilations-Energie, von C. Weber 195 Sauerstoffabscheidung, von P. Hoppe-Seyler 196 Einfluss der Blattgrösse auf Zuckerbildung, von B. Coren winder und G. Contamine 197 Bildung und Bedeutung des Milchsaftes, von E. Faiver 197 Ort der Eiweissbildung, von Müller-Thurgau 198 Eiweissbildung in der Pflanze, von A. Emmerling 198 Eiweisszersetzung im Pflanzenorganismus, von E. Schulze 199 Stoffwanderung in der Holzpflanze, von Desbarres 201 Bedeutung der Pflanzensäuren, von H. deVries 202 Untersuchungen des Zuckerrohrs, von C. A. Goessmann 202 Trockensubstanzbestimmungeu, von W. Hoffmeister, L. Mutschier, C. Krauch, J. Fittbogen, J. Grönland, P. Hässelbarth, R. Schiller, U. Kreus8ler,A. Prehn, R. Hornberger, E. Wildt etc. 204 •yrfT Inhaltsverzelohniss. Seite Zusammensetzung des Pfeidezahumaises und Inkarnatklee's in vcrschic- clciion Kntwicklungsstadien, von H. Weiske 213 Causalverhilltniss zwischen Wachstluim und Zelltheilung, von .1. Sachs . 214 Literatur: von Stohr, Müller, de Vries, Mayer, Kraus .... 214 D. Eiufluss von Licht, Wärme, ElectricitlU, Sclnvere. Die Lichtwirkung und Chlorophyllfunction, von N. Pringsheim . . . 216 Zur Kenntniss der Formänderung etlolirter Pflanzen, von E. Godlewsky 218 Einfluss der Beleuchtung auf das Eindringen der Keimwurzel in den Boden. von C. Richter 219 Einfluss des Lichtes auf die Entwicklung einjähriger Buchenpflanzen, von J. Breitenlohner 220 Wärmcentwicklung in der Blüthe, von J. Poisson 221 Das electrische Leitungsvermogen lebender Pflanzen, von A. Kunkel • 221 Einfluss der atmosphärischen Electricität, von Gh. Naudin 221 Einfluss der Medien auf die Entwicklung der Pflanzen, von E. Mer . . 222 Literatur: von Nördlinger, Bonuier und Flahaut, Sachs und Hoff manu 223 E. Wjisseraufnalime, Wasseibe« eguug-, Traiisspiration, Duichlüftung:. Wasseraufnahme, von W. Detmer 223 Wasseraufnahme durch die Blattfläche, von E. Mer 223 W^asseraufnahme durch die Blattfläche, von J. Böhm 224 Geschwindigkeit der Saftströmung, von Arloing 224 Porosität des Holzes, von J. Sachs 224 Luft- und Saftbewegung, von F. v. Höhne 1 . • 226 Ausgleich des Gasdruckes in den Geweben, von J. Wiesner . . . . 229 Function der vegetabilischen Gefässe, von J. Böhm 230 Verdunstung, von Th. H artig 231 Beziehung der Nährstoffe zur Transspiration der Pflanzen, von A. Bur- gerstein 233 Einwirkung der Temperatur, Feuchtigkeit und des Sonnenlichtes auf die Transspiration der Pflanzen, von 0. Comes 235 Wasserbedürfniss der Waldbäume, von 0. Höhne 1 • . . . . ■ . . 236 Literatur: von J. Reinke und G. Kraus 239 F. Atlimung'. Gasaustausch beim Athmen der Pflanzen, von H. Moissau 239 Literatur: von Schützenberg er, Mac Chi ati,Macchiati, Wortmann 240 G. Bau der Pflanze. Experimentelle Untersuchungen über die Entwicklung der Wurzelhaare, von E. Mer 240 Räumliche Verhältnisse der Intercellularräume zu den Gefässen, von v. Höhnel 241 Jahresringe, von Guinier 241 Literatur: von E. Tangel, J. Klinge und Hesselbarth 241 IL Befruchtung, ungeschlechtliche Vermehrung-, Geschlechtsbilduug monöcischer Pflanzen, von Hoffmann 241 Das Pfropfen der Pflanzen, von W. Neubert 242 Literatur: von Elfing, Edgeworth, Müller, Kerner, Müller, Duchartre und Henniger 242 Pflanzeiikranklieiteii. Referent: Ch. Kellermann. Krankheiten diu'ch thierische Parasiten. I. Reblaus. Lebensgeschichte. Geflügelte Rebläuse und Wintereier unter der Erdoberääche, v. Boitcau und Balbiani 243 Inhaltsverzeichnlss. XV Seite Ursachen des Wiederauftretens der Reblaus, von Marion, Valery- Mayet, Faucon, Foex und de Lafitte 243 — 244 Zuckergehalt der erkrankten Reben, von Gayon und Millardct . 244 — 245 Geographische Verbreitung. Deutschland, Italien, Ungarn, Panama, von Henrich, Targioni Tozzetti, Cserhati, Collot 245 Bekämpfung der Reblaus. Massnahmen der Regierungen in Deutschland , Oesterreich , Frankreich, Italien und Portugal 245—246 Asiatische Reben, von A. Lavalle 246 Amerikanische Reben und verschiedene Methoden, dieselben zu pfropfen, von Hamböck, Boisselot, Dushesne, Millafrdet und iiabo . 246 Schwefelkohlenstoff, von Eoiteau, Pellicot, Rohart, Kirschbaum, Mabegue 246—247 Sulfocarbonate, von Truohot und iMoui liefert 247 Asphaltöl, von Berton 247 Kupfervitriol, von Babo 247 Literatur 248u.249 II. die übrigen Schmarotzerthiere. Nema toden. Rübenmüdigkeit durch Heterodera Schachtii, von Miircker, Liebscher. Briem 249 Rubiaceenkraukheit, von M. Cornu 249—250 Insekten. a. Rhynchoten. Ritsemia pupifera, von Lichtenstein 250 Rebschildlaus u. Blutlaus, von Nessle r. Buhl, Göthe, v. Hanstein, Dahlen 251 b. Hymenopteren Ameisen an Bäumen, von Thäter 251 c. Dipteren. Zwiebelfliege. — Land wir thschaftliche Presse 251 d. Lepidopteren. Kohlweissling, von Louis B 251 Dasychira pudibuuda, von Volmars und Thum 251 Coccus Aesculi, Centralbl. für das gesammte Forstwesen 251 Tortrix pilleriana, von Chyser 251 Tortrix ambiguella, von Moritz 252 Sauerwurm. — Der Weinbau 252 e. Coleopteren. Anisoplia segetum. — Fühlings landw. Ztg 252 Clytus speciosus. — Centralbl. für d. ges. Forstwesen 252 Colorado-käfer, von Havenstein 252 — 253 Elaterenlarven, von Beling 253 Hylesinus piniperda und minor, von Binzer und Eichhoff 253 Hylobius abietis, von Zimmer 253 Maikäfer. — Norddeutscher Landwirth 253 Engerlinge, von Hellwig 253 Magdalinus duplicatus und M. phlegmaticus, von Czech 253 Strophosomus Coryli, von Brachmann 254 Anhang. Getreidefeinde, von Bidard 254 vyj Inhaltsverzeichniss. Seite Insekten an Weinstöcken, von Blanken hörn 254 Brumataleim, von Hess, Nessle r, Brandes 254—255 Sprengwagen, von Henze 255 Säugethiere. Mittel gegen Rindcubeschädigung 255 Mäuse, von Gart he 255 Pliaiierograme Parasiten. Mistel, von A. Chatin 256 Kleesoide, von Nobbe, Werner u. Gieseler, Wüst, Pereis, Arp. Hcusch, Ritter v. Liebenberg 256—257 Krjptog-ame Parasiten. Peronosporeen. Phytophtora Fagi, von H artig 257 Peronospora viticola, von F. v. Thümen, Planchon, Pirotha . • . 258 Kartoffolkrankheit, von Lött 258 Siphoneen. Phyllosiphon Arisari, von Kühn 258 Uredineen. Aecidium abietinnm, von de Bary 258 — 260 Aecidiuni pini, von Ludwig 261 U sti lagin een. Brandfornien an Giünmais, von Kühn 261 Ustilago Urbani, Urocystis primulicola, Scijinzia cypcricola, von Magnus und Schröter 261 Urocystis cepulae, von M. Cornu 262 Ascomyceten, Traubenkrankheit, von Nessler, Mach, Dolenc, Babo, Baudri- mont 262—263 Nectria Cucurbitula, von H artig 263 Hysterium pinastri, von Schwapp ach 263 Weisse Heidelbeeren, von Schröter 264 ßasidiomyceten. Agaricus melleus, von Baudisch, Millardet, Planchon . . . 264 — 265 Anhang. Wurzelanschwellungen an Leguminosen, von Kny und Frank . . 265 — 266 Sphaceloma ampelinum, von Kohler, Göthe, Portes 266 Pappelkrankheit, von Riniker 266 Fusarium Betae, von Thümen 266 Literatur 266—268 Krankheiten aus verschiedenen Ursaclien. Knöllchen an Wruken, von Caspary und Woronin 268 Saure Gase, von J. Schröder • 268—271 Knollenmaser der Kernobstbäume, von Sorauer 271 WurzeUäule der Kiefer, von Gieseler 271 Wurzelschimmel der Reben, von Schnetzler 271 Kleemüdigkeit, von Emmerling und Wagner 271 Eichanhang, von Jamin, Ncy 272 Erfrieren der Tragreben, von Babo 272 Weinstockkrankheit. — Fühling's landw. Ztg 272 Unkräutervertilgung, von v. Reden, v. Franz bürg 272 Literatur 273 Inhaltsverzeichniss. XVII Der Dünger. Referent: E. A. Grete. I. Düngererzeugung und Düngeranalysen. Seite Curagaophosphat, vou L. Meyu 273 Schalen von Seethieren, von F. IT. Stör er 274 Scheideschlamm, von E. v. Wolff 274 Verschiedene Düngstofie, von J. Moser 275 Fledermausguano, [Fischguano, Hühnermist, v. A. Völcker, P.Wagner, A. Peter mann 275 Poudrettcanalyseu, Fäcaldungpulver, Conservirnng und Poudrettirung von Fclcalstoifen, von E. Wein 277 Düngerfälschung, von A. Bobierre 278 Phosphorit, von A. Petermann, F. Vorster 279 Anreicherung von Kalkphosphateu, von L. L'hote 279 Literatur 278—279 II. Düngerwirkung. Gliilisalpeterwirkung, von Drechsler 279 Kali zu Zuckerrüben, von J. Moser 280 Düngungsversuche m. Zuckerrüben in Nordamerika, v. C. A. Gössmann 281 Entstehung salpetersaurer Salze in Zuckerrüben, von A. Pag neu 1 . . 284 Versuche mit Zuckerrohr in Lousiana, von C. A. Gössmann .... 284 Düngung von Kartoffel und Rüben, von Bülow 286 Düngung von Gerste mit Chilisalpcter, von Rochmann 286 Gerstendüngung, von P. Wagner, W. Rohn 287 Ununterbrochener Anbau von Weizen und Gerste, von A. Völcker . . 288 Düngung vou Hafer, von Chr. Jensen, E. Heiden, Brauning . . . 289 Düngungsversuche mit Superphosphat und Ghilisalpeter, v. Schwerin- Putzar 290 Kartoffeldüngung, von E. Märcker 290 Lupinenkörner als Dünger, von E. Selmi, C. Costa-Reghini, F. v. Oppenau 291 Düngung der Ackerbohne, von L. Ridolfi 292 Düngung von Kartoffel, Hafer, Lein, Kohlrüben, Weizen, Klee, von M. Leclerc, M. Moreau 292 Wirkung des Düngers auf d. Zusammensetzung des Mostes, von E. Ro- tondi, A. Galimberti 29G Literatur 297 Düngung von Kohl und Obstbäumen, von Lauche 297 Zurückgegangene Phosphorsäure, von E. Wein 297 Wasserlösliche und zurückgegangene Phosphorsäure 299 Düngerbedürfniss des Ackerbodens, von Dael v. Köth 299 Gefällter phosphorsaurer Kalk, von A. Peter mann, 0. Piets ch . . 301 Zurückgegangene Phosphorsäure, wasserlösliche, deren Wcrth etc., vou A. Petermann, H. Albrecht, IL Vollbrecht, Dünkelberg, A. Mayer 301—303 III. Allgemeines. Zurückgehen der Superphosphate, von H. Joulie 303 Düugerwesen auf der Pariser Ausstellung, von R. Braun gart . . - . 303 Weinbergdüngung, von P. Wagner 303 Kalidünger, von demselben 304 Peruguano roh oder aufgeschlossen, von demselben 304 Wirthschaft ohne Stalldünger, von Stecher . 304 Einfluss des Obenaufiiegenlassens und Liegenlasseus des Stalldüngers auf die Fruchtbarkeit des Bodens, von E. Wollny 305 Cultur- und Vegetationsversuche mit Zuckerrüben, von F. Strohmer . 305 Ichaboe-Guano, von B. C Nieder Stadt 306 V yiTT Inhaltsverzeichniss. Seite Untersuchung der Kuochenmehle, von K rock er . 306 Basaltwackc als Dünger, von F. UUik 306 Düngerwirkung auf die Verbrennbarkeit des Tabakes, von Goetano Cantoni 307 A'^erbrcnnlicLkeit und Chlorgehalt des Tabakes, von A. Mayer . . . 307 Literatur 308 Agrikulturclieiuisclie Uiitersuclmugsmetliodeii. Referent: E. Schulze. Zur Bestimmung der löslichen Phosphorsäure, von IL Wattenberg . . 311 Zur IJcstimmung der löslichen Phosphorsäure, von E. Wein . . . . 312 Zur Bestimmung der Phosphorsäure mittelst Molybdänsäure, von R. W. Atkinson 312 Beiträge zur Werthbestimmung der Superphosphate, von H. Albert und L. Siegfried 312 lieber d. Bestimmung d. Phosphorsäure im Fischguano, v. B. E. Dietzel 1 und M. G. Kressner 313 Ueber die Bestimmung der Salpetersäure, von E. Pfeiffer 313 Entdeckung und Bestimmung der salpetrigen Säure, von A. R. Leeds . 313 Bestimmung der Nitrate in sehr verdünnten Lösungen, von demselben . 314 Allgomeinc Methode zur Analyse des Pflanzengewebes. von E. Fremy . 314 Trockensubstanz - Bestimmung unter Anwendung von Alkohol, von F. Tschaplowitz 314 Zur Fettbestimmung durch Aether, von M. Sie wert 314 Neuer Fettbestimmungsapparat. von F. Tschaplowitz 314 Neue Methode der Zuckertitriruug, von F. W. Pavy 314 Bestimmung von Holzfaser, von C. Krauch 315 Apparat zum Austrockuen im Vacuum, von C. Scheibler 315 Ueber die Will-Varrentrapp'sche Methode der Stickstoffbestimmung, von Prehn und Hornberger 315 Zur Frage der Stickstoff bestimmung bei Albuminaten, v. U. Kreusler . 315 Zur Bestimmung der Eiweisskörper in vegetabilischen Futtermitteln, von B. Dehmel 316 Zur Bestimmung des Amid-Stickstoffes, von A. Emmerling .... 316 Zur Ammoniak-Bestimmung in Pflanzen, von demselben 316 Beiträge ziu- Bestimmung der Amidokörper, von E. Kern 317 Ueber die Bestimmung der nichteiweissartigen StickstoffVerbindungen in den Pflanzen, von Kellner 319 Ueber die Bestimmung des Eiweisses und der Peptone in Verdauungs- fliissigkeiten, von A. Schmidt- Mühlheim 320 Ueber Stickstoffljestimmung im Harn, von W. Schröder 321 Thierproductioii. Referent : L. M u t s c h 1 e r. Analysen von Futter- und Nahrungsmitteln. I. Analysen von Futtermitteln 325—354 I. Heu und Stroh 325 Analysen v. Wiesenheu, von H. Weiske, G. Kennepohl, B. Schulze, U. Kreusler, G. Havenstein, 1'. Hornberger, A. Prehn, E. v. Wolff, W. Funke, 0. Kellner, L. Morandi, L. Mauetti, G. Musso. J. W. Kirchner, C. Kreuzhage, M. Schrodt, St. V. Dangel 325 Analysen verschiedener Grasarten und Unkräuter, von F. H. Stör er, P. Collier, C. A. Gössmaun, W. lloffmcis ter. G. Thoms und A. Bügner 326 Inhaltsverzeichniss. XIX Seite Analysen von Timotheeheu, von W. 0. Atwater und G. Warnecke . 328 Analysen von Kleeheu, von \V. 0. Atwater, G. Warnecke, A. Pas- qualini 328 Analysen v. Incarnatklee, v. L. Mutschier, H Weiske, B. Dehmel, St. V. Dangel 328 Analyse von Seradellaheii, von L. Mutschier 330 Analysen von Lupiuenheu, von C. Brimmer 330 Analysen von Sojabohnenheu und Stroh, von H. Weiske, B. Dehmel, B. Schulz 330 Analysen von Hungarianhay, von W. 0. Atwater, G. Warnecke, Dr. Aslob, S. W. Johnson 330 Analysen von Sumpfwiesenheu , von S. W. Johnson, F. H. Storer, P. Collier 331 Analysen v. Haferstroh, v. W. 0. Atwater, G. Warnecke, C. Kreuz- hage, J. W. Kirchner 331 Analyse von Reisstroh, von W. 0. Atwater 331 Analysen von Buchweizenstroh, von F. li. Storer 331 Analyse von Roggenstroh, von W. 0. Atwater 331 Analysen von Weizenstroll, von E. v- Wolt'f, W. Funke, C. Kreuz- hage, 0. Kellner 332 Analyse von Erbsenstroh, von C. Kreuzhage •. . . . 332 2. Grünfutter 332 Analysen v. Rübenblättern, v. W. Gerlandt. J. Robert, P. Witteis- höfer 332 Analysen v. Pferdezahnmais, von J. Moser, H. Weiske. B. Dehmel, St. V. Dangel 332 Analysen von Cinquantinomais, von J. Moser 333 Analysen verschiedener Maissorten, von J. Moser, S. W. Johnson, W. 0. Atwater, P. Collier 334 Analysen von Futtergetreide, von W. 0. Atwater und G. Warn ecke 33.^) Analysen von Moorhirse und Sorghum saccharatum, von J. Moser . . 335 Analyse von Besenstrauch, von P. Wit telshöfer 33.5 Analysen von weissem Senf, von J. Fittbogen 336 3. Körner und Früchte. Analysen v. Amerikanischem Mais, v. W. 0. Atwater, G. Warnecke, S. P. Sharpless, S. W. Johnson, H. Jenkings, L. Grandeau . 336 Analysen von Süd -Connecticut- Mais, von S. W. Johnson. L. Wells, H. W. Armsby ' 336 Analysen von Türkischem, Ungar., Französ. Mais, von L. Grandeau . 337 Analysen von Weizen, von W. 0. Atwater, G. Warnecke, R. C. Kedizic, S. W. Johnson, E. II. Jenkings, E. Wollny .... 337 Analysen von Hafer, von W. 0. Atwater, G. Warnecke, E. v. Wolff, C. Kreuzhage, 0. Kellner, S. "\V. Johnson, E. H. Jenkings, E. Wollny 338 Analysen von Gerste, von H. L. Wells, E. Wollny 338 Analysen von Roggen, von H. P. Armsby 338 Analysen von Erbsen, von S. W. Johnson 339 Analj-sen von Bohnen, von E. v. Wolff, 0. Kellner, H. Weiske, B. Dehmel, R. Schulz 339 Analyse vom Zuckerschotenbaum, von J. Moser . . 339 Analyse der Banculnuss, von P. Carless 339 Analysen von Lallemantia iberica, von E. ^\Mldt 339 Analysen von Sorghum vulgare, von F. H. Storer, D. S. Lewis . . 339 Analysen von Plantago lanceolata, von Iloldefleiss 340 Analysen von Johannisbrot, von H. Weiske, G. Kennepohl . . . . 340 Analysen von Dattel-, Pfirsich-, Pflaumen-Kernen, von F. H. Storer . 340 Analyse von Wachholderbeeren, von P. Antisech 340 Analyse der Seifenbeere, von demselben 340 Analyse von Juncus bulbosus, von F. H. Storer 340 Analysen von Besenkorn, von W. 0. Atwater, F. H. Storer. . . . 3d0 YY Inhaltsverzeicliiiiss. Seite Analysen von Kürbis, von E. Wein, F. H. Stör er, D. S. Lewis . . 340 Analysen von Melonen, von. F. H. Storcr 341 4. Wurzelgewächse. Analysen v. Kartoffeln, von E. v. Wolff, C. Kreuzhage, O.Kellner, S. W. Johnson 342 Analysen verschiedener Rüben, von E. v. Wolff, C. Kreuzhage, ö. W. Kirclmcr, P. Bohrend, A. Morgen 342 5. Gewerbliche Abfälle. Analysen von Weizenkleie, von W. 0. Atwater, F. H. Storer, S.W. Johnson, J. W. Kirchner 343 Analysen von Middlings, von W. 0. Atwater, G. Warnecke, F. H. Storcr 343 Analysen von Roggenkleie, von W. 0. Atwater, S. W. Johnson . . 343 Analysen von Iloming chops, von S. W. Johnson und E. H. Jenkings 343 Analysen von Bohneuschrot, von H.Weiske 343 Analysen von Erbsenschrot, von H. Weiske, E. v. Wolff, C. Kreuz- hage und M. Schrodt 344 Analysen von Leinsamenmehl, von W. ü. Atwater u. S. W. Johnson 344 Analysen von Baumwollsamenmehl , Palmnussmehl, Kokosnussmchl , von W. 0. Atwater, A. Meyer und C. Kreuzhage 344 Analysen von Leinkuchen, von H.Weiske, C. Kreuzhage, G.Thomas und A. Bügner 344 Analysen von Baumwollsamenkuchen, von C. Kreuzhage, Birner, Miircker und Petersen 344 Analysen von Rapskuchen, von C. Kreuzhage und J. W. Kirchner . 345 Analysen von Erdnusskuchen , von A. Meyer, J. W. Kirchner und P. Petersen 34h Analysen von Sesamkuchen, Palmkernkuchen, Sonnenblumenkuchen, von A. Mayer 34.5 Analysen von Fenchelsamenkuchen, Tabaksamenkuchen, Weinhefekuchen, von L. Grandeau 345 Analysen amerikanischer Futterkuchen, von Dr. Anderson 346 Analyse eines verfälschten Rapskuchens, von R. Heinrich 346 Analysen russischer Kraftfuttermittel, von G. Thoms, A. Bügner und P. V. Berg 347 Analysen von aiisgebrautem Hopfen, von PL Weiske, Kleemann, M. Marcker und E. Wein 347 Analyse von Malzkeimen, von S. W. Johnson 347 Analysen von BrauereiabfiUlen, von W. 0. Atwater, S. W. Johnson, A. Markl und A. Hilger .347 Analysen von Starkeabfallen, von W. 0. Atwater und Dr. Anderson 348 Analyse von Reisschalen, von J. König 348 Analysen der Hülsen des Zuckerschoteubaumes, von J. Moser . . . . .348 Analyse von Sojabohnenschaleu, von H. Weiske 348 Analyse von Gacaoschalen, von C. Po r tele 348 Analysen verschiedener Futtcrniischungcn, von E. Wildt, Dr. Heinrich, E. Meissl und S. W. Johnson 348 Analyse des patentirten Eierfutters für Hühner, von S. W. Johnson . 349 Analysen von Milch und abgeschäumtem Molken, von L. Manetti und G. Musso 349 Analysen von Pleischmehl, von C. Kreuzhage .349 Verschiedene Futterstoffe, bei welchen auf die einzelnen Stickstoff he- standtheile Rücksicht genommen ist 349 Analysen von Heu und Klee, von A. J. Coe, T. S. Gold, S. A. Smith 349 Analysen von Timotheegras, Agrostis, Poa, Sumpfheu, Hirseheu, von A. J. Coö, S. W. Sandborn, S. A. Smith, P. S. Gold u. L. S. Wells 3.50 Analysen von Luzerne, Rothklee, Esparsette, Futterroggen, Ital. Raygras, Avena elatior, Taraxacum officinale, Dactylis glommerata, Wiesenheu, Kartoffelknollen, von 0. Kellner 351 Vcrthcilung des Stickstoffs in den Kartoffeln, von A. Morgen und P]. Schulze •. 3.53 Inhaltsverzeichnlss. XXI Seite Analysen vou Kartoffelsclilempe, von P. BehreuJ und A. Morgen . . o5i} Analysen vou Futterrüben, vou P. B ehrend und A. Morgen .... 354 Analysen von Malzkeimen, von 0. Kellner 354 Analysen von Gerstenkörnern, vou M. Marc k er 354 II. Analysen von Nahrungsmitteln 355 — 359 Analysen von Ziegenmilch, von Siedamgrotzky und Hofmeister. . 355 Analysen von Tartarischer Stutenmilch, vou J. Moser und M. Schrodt 355 Analyse von weissem Käse (Quark), von M. Kubuer 355 Analysen von Amerikanischem Käse, von E. B. Bragg 355 Analysen von Butter, von M. Schrodt und Ph. du Roi 356 Analysen von condensirter Milch, von J. Moser und F. Soxhlet . . . 356 Analysen von amerikanischem consei'virtem Fleisch, vou A. Mayer . . 356 Analysen von Cacaobohnen, von Heisch 356 Analyse der Banane, vou B. Corenwinder 357 Analyse der Frucht des Paradiesfeigenbaumes, von Marcano und A. Müntz 357 Analyse von Aepfeln, von W. 0. At water und F. H. Storer . . • • 357 Analysen vou Himbeeren, vou Seyfert 357 Analyse von Palmwein, von ßalland 357 Analyse des Dennerlein'schen Suppeupulvers, von P. Wittelshöfer . - 357 Analysen von Kindcrmehlen, von N. Gerber und P. Radenhauseu • 358 Analysen von Kleberbrot, von K. Birnbaum 358 Analyse von Pleischsaft, vou J. Märten son 358 Die menschlichen Nahrungs- und Genussmitte], von J. König . . . • 359 Ziiliereituiig' iind ConserTiriuig des Futters 359—361 Ueber die Veränderung, welche die stickstoffhaltigen Verbindungen der süssen Maische durch die Gährung erfahren, von P. Behrend und A. Morgen 359 Conservirungsversnche mit Mais, von J. Moser 360 Welches ist das beste Verfahren bei der Heubereitung, von Fr. Moehrlin 361 Ueber die Bestimmung der Prote'instofFe in den Futtermitteln, von F. Sestiui 361 Zur Bestimmung der Eiweisskörper in den vegetabilischen Futtermitteln, von B. Dehmel 361 Uiitersucliung-en über einzelne Organe und Theile des thierisclien Orgra- uismus und deren BestandtheUe 361 — 380 I. Knochen. Die Gewichtsverhältnisse der Scelettknochen einer Ziege, vou de Luca 361 Die Einwirkung andauernder Milchsäureverabi'eichuug auf die Knochen der Pflanzenfresser, vou Siedamgrotzky und Hofmeister .... 362 Vorkommen von Cor in den Knochen, von A. Cossa 366 Analyse eines fossilen Rothhirschgeweihes, von R. Hornberger . . . 366 Ergebnisse der Untersuchungen der Schalen von Krabben und Krebsen, Austern, Muscheln und anderen Seethieren, vou F. H. Storer und J. A. Hendshaw 367 II. Blut. Sauerstoft'gehalt des arteriellen Blutes, von E. Herter 367 Ueber die Bestimmung des Hämoglobin- und Sauerstoffgehaltes im Blute auf optischem Wege, von G. Ilüfner 367 Ueber den Zustand, in welchem sich die Kohlensäure in dem Blut und in den Geweben befindet, von P. Bert 367 Absorption der Kohlensäure im Blut, von J. Setscheu ow 368 Kohlenoxydeinathmung, vou M. Grehant 368 Vertheilung der Phosphate im Blut, von L. Jelly 368 Ueber den Salzgehalt des Hundeblutes, von Siedamgrotzky und Hofmeister 368 Harnstoftgehalt des Blutes, vou E. Drechsel und J. Haycraft . . . 369 Hämocyanin und physiologische Untersuchungen von Octopus vulg., von L. Fredericq 369 Ueber den Zuckergehalt des Blutes, vou A. M. Bleile 369 vviT luhaltavorzoicUuiss. boile Ueltcr Ziickcrbostiimnuiiif im liliU, vöii P. Cazeneuve, Gl. Lernard, D'Arsoval und P. Piccai'd 369 Zur Tintersucliuii^i' des IJlutcs, von G. Vulpius 3(J9 DarstoUung der llamiiikrystallc, vuu F. Selmi BG9 Ucbcr di(! Ursache der Gcldroilcnbildung im Blute des Mcuscheu und der Tiii(!n', von J. Dogiel 370 Ueber den IJUitdruck im Aortensystem, von C. Mordhorst 370 Vergleichende Messungen der Gerinnungszeit des Wirbelthierblutcs, von K. 8chönleiu , 370 III. Sonstige Organe und Theile des thierischen Organismus. Eiweiss. Beitrage zur Kenntniss der Eiwcisskürper, von VV. Knop 370 Ueber die aromatische Gruppe im Eiweissmolecül, von 0. Nasse . . . 371 Spaltungsproducto von Eiweisskörpeni, von J oh. Hör b accwsky . . . 372 Ueber die Darstellung crystallisirterEiweissverbindungcn, von E.Drechsel 372 Ueber die Stärke- und Eiweisskörner des Eies, von Dastre . . . . • . 372 Ueber die chemische Structur des Collagens, von Fr. Hofmeister . . 372 Ueber Fibrinogen, von 0. Hammarsten 372 Ueber Cerebrin, von E. G. Geoghegan 372 Ueber Protagon, von A. Gamgee und E. Blankenhorn 373 Untersuchungen über die verschiedeneu Arten der Verbindung der Phos- phoi'säure in der Nervensubstanz, von L. Jolly 373 Ueber einige Derivate des Gehirncholesterins, von P. Latschin off und W. E. Walitzky 373 Beitrag zur Chemie der Muskeln, von B. Demant 373 Kohlensäuregehalt der Muskeln, von R. Stintzing 373 Zur Kenntniss der Gase der Organe, von E. Pflüge r 374 Ein Beitrag zur Kenntniss der Brechungsverhältnisse der Thiergewebe, von G. Valentin 374 Die Lichtempfindlichkeit der peripheren Netzhauttheile im Verhältniss zu deren Raum und Farbensinn, von G. Schadow 374 Ueber IndoxylscJiwefelsäure, das Indican des Harns, von E. Baumann und L. Brieger 374 Ueber die Verbreitung und Entstehung von Hypoxanthin und Milchsäure im thierischen Organismus, von G. Salomon 375 Alkoholgehalt der Gewebe, von J. Bechamp 37.5 Wassergehalt und Wachsthum der Haare, von J. Moleschott . . . . 375 Einwirkung von Barythydrat auf Wolle, von P. Schützenb erger . . 375 Ueber die Dicke der Epidermis an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers und Beziehung zwischen der Dicke und electrocutanen Sensi- bilität von V. Drosdoff 376 Oberfiächeumessungen des menschlichen Körpers, von K. Meeh . . . . 376 Kupfer und Zink im Organismus, von G. Fleury 376 Anhäufung des Arsens im Gehirn, in der Leber, von 0. Caillol de Poncy, (Jh. Livon und E. Ludwig 376 Anthropocholsäure, von H. Bayer 376 Gallenbestandtheile, von G. Hüfner 376 Cholecamphersäure, von Ph. Latschinoff 377 Oxydation der Cholsäure, von H. Tapp ein er 377 Analyse eines Harnsteins, von .J. F. Winchester 377 Analysen von Concretioneu, von G. Thomas und P. v. Berg . . . . 377 Quantitative Bestimmung des i'^isens in organischen Stoffen, wie Harn, Fleisch, Koth etc., von E. W. Hamburg 378 Genauer quantitativer Nachweis des Ghlors in thierischen Flüssigkeiten, ohne Verbrennung, von J. Latschen berger und 0. Schumann. . 378 Ueber die Zusammensetzung einer pechschweissigcn Schafwolle und des daraus gewonneneu Wollfettes, von E. Schulze und J. Barbieri . 378 Untersuchungen über Excrete und Secrete 380—387 I. Harn und Excremente. Reaction des Harns, von Th. Georges 380 Cholesterin im Harn, von A. Pohl 380 Ueber Urobilin, von L. Disquö 380 InLaltsverzeicüuiss, XXXII Seito Eeilucirende Substanz im Pflauzeiiircsserharii, von B. Dolimel . . . . oöl Farbe des Carbolharns, von E Eaumann und C. Preusse . . . . 381 Zucker in uormalem Harn, von Abel es, Külz und J. Seegeu . . . 381 Aethykliacetsäure im Harn, von A. Hilger 381 Bestimmung des Indicans im Harn, von W. Weber 382 Ueber das Vorl Beitrag zu der Lehre von der Oxydation im Organismus, von A. Takäcs 406 Ueber Wärme und Oxydation der lebendigen Materie, von E. Pflüger. 406 Zur Lehre von der "Wärmeregulation, von A. Frank el 406 Ueber die synthetischen Processe im Thierkörper, von E. Baumann . 406 Studien über die Veränderungen, welche verschiedene Eiweissstoffe im Thierkörper bei der Injectiou in die Gefässe erleiden, von J. Bechamp und J. Baltus 409 Veihalteu des Acetophenons im Thierkörper, von M. Nencki .... 409 Ueber das Verhalten der Trisulfocarbonate, der Xanthogensäure und des Schwefelkohlenstoffs im Thierkörper, von S, Lewin 409 Ueber die Stoffwechselproducte nach Gampherfütterung, von 0. S chm it de- berg und H. Meyer 409 Ueber das Verhalten der Phenylessigsäure und Phenylpropionsäure im Organismus, von E. und H. Salkowsky 409 Verhalten des Asparagins und der Bernsteinsäure im Organismus, von deLongo 410 Ueber das Verhalten der Salzsäure und der fixen Alkalien im Körper des Menschen, von Ad. Adamkiewicz 410 Ueber Schwefelsäureausscheidung nach Phenolfütterung, von D. de Jonge 410 Umwandlung der Salicylsäure durch den thierischen Organismus, von Byasson 410 Difl'undirbai-keit der Salicylsäure im Organismus, von Gh. Li von und J. Bernard 411 Ueber die Umwandlung der Stärke im thierischen Organismus, von E. II. Bimmermann 411 Ueber den Einfluss des Glycerins auf den Eiweissumsatz, von L. Lewin 411 Ueber den Einfluss des Glycerins auf die Zersetzung des Eiweisses im Thierkörper, von N. Tschirwinsky 411 Ueber die Abstammung des Glykogens, von G. May dl 413 Zersetzung des Glycerins im Muskel, von B. Demant 414 Ueber die Umwandlung von Glykogen durch Speichel und Pankreasferment, von J. Seegen 414 Verhalten des Salmiaks im Organismus des Menschen, von A. Adam- kiewicz 41.5 Ueber die Fettbilduug im Thierkörper, von E. v. Wo! ff 415 Ueber die Fettbildung, von J. B. Lawes und J. H. Gilbert . • • • 416 Nährwerth der Fettsäuren, von J. Muuk 317 Inhaltsverzeichniss, XXV Seite Ueber die Quelle der Ilippursäure im Haru der Ptiauzeufrcsser, vou 0. Loew 418 Umwandlung der Chinasäure in Ilippursäure, vou E. Stadelmauu . . 418 Umwandlung der Benzoesäure in Hippursäure, von W. v. Schröder. _ . 418 Ort der Hippursäurebildung, von W. Salomon, Jaarsveed, Stockwis, H. Weiske .418 Versuche über die Ausscheidung vou gasförmigem Stickstoff aus den im Körper umgesetzten Eiweissstofi'en, von J. Seegeu und J. Nowack. 418 Beitrag zur Kenntniss der Harustoffmengen, welche im Kindesalter unter normalen Verhältnissen, und bei verschiedener Diät ausgeschieden werden, von A. Schabanowa _• • 421 Einfluss der verschiedenen Spectralfarben auf die Entwicklung der Thiere, von E. Young 422 Zur Spectroskopie am lebenden Menschen, von W. Fi lehne 422 Physiolog-isch-anatomisclie Untersuchuug-en 422 — 425 Ueber ein bemerkenswerthes Zuchtergebuiss der Fettsteissrasse, von J. Kühn 422 Die Rinderrassen Frankreichs, von M. Wilkens 423 Das Hühnerei während der Bebrütung, von R. Pott . . . . ■ ■ • • 423 Die Entstehung des Blutes und der ersten Gefässe im Hühnerei, von J. Disse 424 Wirkung wiederholter Abkühlung auf das Hühnerei während der Bebrü- tung, von Dareste _ 424 Beiträge zur Physiologie des Geschmackssinnes, von M. v. Vintschgau 425 Mehrstündiges Fortschlagen des Herzens in der Asphyxie und nach dem Tode, von E. Hoffmann 425 Schlachtgewicht vou Geflügel, von Römer 425 Eruäliruug-, Fütterung- und Pflege der landwiilhscliaftliclieu Niitzthiere 425—457 GesichtspuDcte zum kritischen Studium der neueren Arbeiten auf dem Gebiete der Ernährung, von N. Zuntz, E. Salkowsky, H Weiske, E. V. Wolff 425 Directe Methode zur Bestimmung des Heizwerthes verschiedener Nahrungs- mittel, von Wanklyn und Cooper 426 Eine calorimetrische Methode, von Fr. Stohmann 426 Ueber die Wolff'schen Mittelzahlen und über Werthberechuung der Futter- mittel, von H. V. Haake-Eggersen _ 426 Berechnung des Geldwerthes von Futtermittel, vou J. König • • • • 426 Ueber die Bestimmung der Eiweissstoffe und der nicht eiweissartigeu Stickstoffverbindungen in den Futtermitteln, von E. Schulze, 0. Kellner 426 Ueber die Bedeutung des Asparagins für die thierische Ernährung, von H. Weiske, M. Schrodt und St. v. Dangel 427 Werth des Tyrosins als Nährstoff, von L.Herr mann und Th. Escher 428 Ueber den Nahrwerth des Leims, von H. P. Oerum 429 Ueber den Einfluss des Futters auf die Güte des Schweinefleisches . _• 429 Versuche über den Einfluss der Verfütterung von Erdnusskuchen auf die Milchproduction, vou J. W. Kirchner und Ph. du Roi ■ _- . ■ • 430 Verfüttern von Baumwollsamenkucheu an Milchkühe, von J. Ritter . • 431 Ist starkes Füttern der Milchkühe lohnend V von H. Bay . • . • • • 431 Versuche über die Ernährung der Kühe mit eingesäuerten Futtermitteln, von H. Cottu 4{}2 Fütterungsversuch mit Fleischmehl bei Milchkühen, von Fehl an . . • 432 Fütterung mit Eicheln an Kühen, von L. Rost 432 Fütterung von Fleischmehl an Schweinen, von Troitzsch 432 Haltung und Zucht des englischen Edelschweines 432 Ernährung von Kühen, deren Milch für Kinder bestimmt ist, von Graf zur Lippe • • • 432 Die Ernährung landwirthschaftlicher Nutzthiere, von E. v. Wolff. . • 432 Neuer Pferdekraftmesser, von E. Boch 442 Fleischmehl. Futter für Pferde, von Voigts-Rhetz und Dünkelberg 442 Fleischmehlfütterung an Wiederkäuern, von Eber wein und C. W ei gelt 442 vvYj Xuhalt8verzoicliui88. Seite Ausmit/uiigsvorsiiclic von Stroli und Schalen der Sojabulmc, von 11. Weiskc, B. Dohniol uud li. Schulze 443 Versuche über A'ordaulichkeit und Nilhreffeet, dos Joliannisbrotes, von 11. Weiske, M. Sclirodt, M. C. de Lccuw 444 Vorsuclic über den JS'iUirwcrlli des ausj,a;brauten Hopfens, von IL Welske, G. Kennepohl. li. Scliuize, O. Kellner 448 Teber die Fütterung der Kraitluttermittel beim Rindvieh, von 11. Eckert Jßl Lu]iinenlutterunn; und ihre schädlichen Folgen 451 Krunkheitserschcinungeu nach Fütterung mit Starkcmehllabrikationsab- fullen. von Kohlof 452 Schädlichkeit der Kürbiskerne beim Verlutterii au Hühner, vou llille . 452 Mastfutter für Hühner, von C. lleisenbichl er 452 Die Kälberaulzucht, von K. Ableituer 452 Korpergewichtszunahme des Jungviehes 452 lieber die Nahrungsaufnalimc des Kindes an der Mutterbrust uud das Wachsthum im ersten Lebensjahre, von H. llaehner und C. Denecke 452 Leber den EiM'eissbedarf eines mittleren Arbeiters, von IL C. liowie . 453 ücber die Ausnützung einiger Nahrungsmittel im Darmkanal des Men- schen, von M. V. Rubner 453 Ueber den Nährwerth des Fluid-Meat, von M. Rubner 453 Ueber die Verminderung des Fleisches beim Einpökeln, von E. Voit . 456 Ueber den Nährwerth beim Kochen des Fleisches, vou A. Vogel . . . 457 Seiden- und Bienenzucht 457—459 Ueber ein neues Seidenspiunendes Insekt, von F. v. Oppeuau . . . . 457 Aufbewahrung von Seidenraupeneiern, vou G. Luviui 458 Ueber die physiologische Wirkung, welche niedrige Temperaturen auf die Eier des Seidenspinners ausüben, von E. Duclaux 458 Ueber die Befruchtung der Bieneneier, von J. Terez, A. Sansou und M. Girard 459 Laiulwirtliscliaftliclie IVebeiigewerbe. L Milch, Butter, Käse. Referent: W. Kirchner. Milchsecretiou uud Fettgehalt der Milch einer grösseren Kuhheerde, von W. Fleischmann und P. Vieth 463 AVcrth des Probemelkens, von W^. Fl ei seh mann 465 Zwei- oder dreimaliges Melken, vou Lami 466 Melkröhrchen, von v. K lenze 466 Milcherträge verschiedener Ragen 466 Laktoskop von Vogel und Donne, von Voorhoeve und A. Mayer . . 468 Feser's Laktoskop, von Ph. du Roi 468 Fettbestimmung mittelst Marchand's Laktobutyrometer, vou B. Tollens und Freiherr Grote 469 Analysen von Marktmilch, von R. Frühling, R. Schulz, L. Janke E. Königs 470 Milchprüfung, von M. Schrodt 470 RaJimvolumeu und Butterausbeute, von Labesius und P. Vieth . . . 471 Controle des Rahmes 471 Stallprobe bei der Milclicontrole, von Ph. du Roi uud W. Kirchner . 471 Gyi)s als Prüfungsmittel für Milch, vou B. Ohm 472 Vorschriften bei der Milchcontrole, vou Hagedorn 472 Bestimmung der Trockensubstanz nach dem specif. Gewichte, von P. Bohrend und A. Morgen 472 Bestimmung der Trockensubstanz und des specif. Gewichtes zur iudirecten Fettbestimmung von F. Glausniger und A. Mayer 473 Lange Milch, von li. Bay 475 Träge Milch, von N. Fjord 475 Einriuss geneigter Wände auf den Aufrahmungsprozess vou A. Prandtl 475 Inhaltsverzeichnias. XXVU tioito Strömuugen in der Milch, elurcli Erwärmuug oder Abkiililuug hervorge- rufen, von A. Prandtl 476 Eiufluss der voriäiifigen Abkühhing der Milch auf die Rahmausbeute . . 478 Aufrahmung unter Zusatz von Natron, von F. Clausnizer 479 Aufrahmung beim Uebergange von Stallfütteruug zu Weidegaug, von M. Schrodt und Ph. du Roi 480 Entrahmung durch Centrifugalkraft, von J. A. Tschavoll und \V. Eugling 480 Nielsen's Separator 481 de Laval's Sepai"ator, von Wüst und Engström 482 Schröder's Centrifuge 482 Ausbeute beim Milch- und Rahmbuttern von M. Schrodt und Ph. du Roi 484 Zusammensetzung italienischer Butter, von A. Menozzi 485 Mittel gegen ungleichfarbige Butter, von H. Cordes 486 Beschaffenheit der aus Centrifugenrahm gewonnenen Butter, von J. W. Seibel, Bruchhausen, Block, Wendeler, Engström .... 486 Conservirung der Butter, von L. Aubry 486 Untersuchungen über Kilsung der Kuhmilch, von V. Storch .... 487 Analysen dänischen Exportkases, von V. Storch 487 Fettverlust bei der Fabrikation des Parmesankäses, von A. Galimberti 487 Zusammensetzung der abgeschäumten Molken, von L. Manetti und G. Musso 488 Reifung des Cantalkäses, von E. Duclaux und W. Fleischmann . . 489 Verschiedenartigkeit der Käsefabrikation, von L. B. Arnold . . . . 492 Condensirte Milch und Kiudermehl, von N. Gerber 492 Analyse condensirter Milch, von E. Wein 492 Milchverwerthung 493 Butterknetbrett, von R. Amsinck 493 Milchkühler, von A. Rö ssler 493 Pflanzen, welche von Einfluss auf die Milch sind 493 Butterprüfung, von Köttsturfer, E. Reichert, E. Meissl, F. Jean, B. E. Dietzell und M. G. Kressner, E. Mylius 494 Specif. Gewicht der Fette, von E. Königs 498 Kuustbutter, von H. Hege und J. Notenboom 498 Literatur 498 II. Stärke, Dextrin, Traubenzucker. Referent: F. Stroh m er. Jodstärkereaktion, von E. Heintz 499 Eigenschaften der Stärke, von Musculus und Gruber 499 Umwandlung der Stärke, von H. Brown und J. Ilerou 499 Inulin, von Lescour und Mo r eil 499 KartoÖelconservirung , von Heinaue r 500 Stärkepräparate 500 Heidingsfeld's Stärkeglanz 500 Vergiftung durch Stärke 500 Fruchtwasser und Pulpe, von Wittelshöfer 500 Abwasserverwerthung, von W. Kette 500 Gepresste Stärke und Üextrinpräparate, von L. Vi dal 500 Dextrosebestimmung, von Allihn 500 Traubenzuckerbestimmung, von F. W. Pavy 500 Traubenzucker und Stärcke, durch organische Säuren erzeugt, von E. Delarne 501 Stärkezuckeranalysen, von Stecner 501 Verwendung von Traubenzucker, von R. Böttger 501 Gerstenextractzucker aus Gerste und Gramineen, von G. Kühnemann 502 Getreideconservirung, von Labois 502 Mehlexplosionen, Mehlprüfung, von L. W. Peck und Cailletel, A. Müntz, J. Petri, E. Hoffmann, Welborn_ • ■ -. 502 Vertheilung der Stickstoffverbindungen im Getreidemehl und Kleie, von G. W. Wigner 503 ]J^^yjTJ luhaltsTorzoichniss. Seite llcisnic'lil, vun K. Petersen • 50;J Nahrungsmittel und lieisiiiehl, vou A. Schlieper r)04 Hefenniehl, von ]\1. Weitz 504 Uacki)ulver, von R. Peter und II. Mott .506 Klcbcrl)rot, vun K. Birnbaum r)0() l'leischteichwaaren, von J. N essler 507 Literatur . . 507 III. Rohrzucker. Referent: A. Klauss. I)reliungsverniögen, Polarisation, von F. Seyffart, Sickcl u. Sclieibler 507 Polarisationsapparat, von Schmidt und Hansch 508 Rechtsdrehonder Körper im Rübensaft, vou C. Sehe ib 1er 508 Krystallisation des Zuckers, von J. Flaurens 509 Rübenfarbstofi', von A. v. W achtel 509 Arabinsäure iu der Rübe, von C.Scheiblcr 509 PJinwirkuug von Chlor auf Caramel, von A. v. Wachtel 510 Wirkung von Aetzkalk auf reine Zuckerlösungen und Rübensäfte, von F. Desor 510 Vergleichende Uebersicht von verschiedenen Zuckerbestimmungsmethoden, von A. Pagnoul 510 Verfahren zur Auslaugung von Zucker und Apparat zur Auslaugung vou Stoffen überhaujit, vou C. Scheibler, A. Rauchfuss, A. Nord, R. Frühling, Sickel, G. Burckhardt, E. Sostmann .... 511 Saftquotient der Rübe, von Fr. Sachs und Scheibler 512 Schnelle Ermittlung des Zuckergehaltes iu rohen und raftinirten Zuckern, von P. Casa major 513 Volumetr. Bestimmung des Zuckers durch eine ammoniakal. Zuckerlösuug, welche eine Reduction ohne Niederschlag bewirkt, vou F. W. Pawy, Hehiier,Bernard 513 Rübengallerte, von v. Tieghem 514 Bestimmung von Nichtzuckerbestand theilen in Rübeusäften etc., vou Lau gier 514 Abscheidung von Zuckerkalk aus alkoholischen Zucker und Melasse- lösungen, von J. Seyffart und A. v. Wachtel 514 Einfluss des Gypscs, von A. v. Wachtel 51ü Optisch inactiver Invertzucker, von P. Horsin-Deon 516 Inversion, von Duriu, E. Meisel, Gi rard, Laborde, Morin, Gayon, Gunning 516 Einfluss der Glycose auf den krystallisirbaren Zucker, von J. de Grobert 517 Weinsäure zum Invertiren, von H. Pellet und J. Legrand .... 517 Ermittelung des reudement, von A. Gawalowsky 517 Scheiderückstände, von A, Gawalowsky 517 Tricarballylsäure, von F. Weyr 517 Alkalität der Säfte, von II. Pellet und G. LeDocte 517 Bestimmung des spec Gew. der Melassen, von A. v. Wachtel • . . 518 Bestimmung der organ. Säuren, von Bittmann 518 Flüchtige Säuren der Melasse, von A. v. Wachtel 518 Alkalität der Melasse, von A. v. Wachtel 518 Melasseverhältniss, von Stamm er und Wichelhaus 518 Wirkungen der Knochenkohle, von Emile Barbe t 519 Knochenkohle, von H. Pellet 519 Werthbestimmung, wasserhaltende Kraft, Absorption des Zuckers, von R. Dux. R, Stutzer, J. M. Merrick 519 Verfahren zur Zuckergewinnung 520 Diffusion, von R. Bergreeu und T. Raffy 520 Neue Filtrationsmethode des Rübensaftes, von G. F. Meyer .... 520 Mittelsafttiltration, C. Bö gel und Flourcns 520 Zinknitrat zum Entfärben und Klären des Saftes, von S. W. De Castro 521 Reinigung von Zuckerfüllmassen und Rohzucker, von C. Bögel . . . 521 Osmose, von Dubruufaut 522 Inhaltsverzeichniss. XXIX Seite Bildung von Caramel bei der Elution, von A. v. Wachtel 522 Manoui-y's Verfahren, von A. v. Wachtel 522 Elutions verfahren , von A. Drevermann, II. Bodenbender, W. Weinland 522 Weinrich's Elutionsverfahren, von 0. Kohl rausch, F. Miiuch, W. Klinghammer, Sickel, Suchomel, 0. v. Lippmann . . 523 — 533 Jünemaiin's Verfahren 533 Verfahren von Zeniseck und C. Schmidt 533 Melasseufrage, von F. Strohmer 533 Desinfection der Abwässer, von A. Müller 533 Zucker aus Dattelpalmen 534 Neue Maschinen und Verbesserungen von Maschinen der Zuckerindustrie 534 Literatur 536 IV. Gährungserscheinungen. Referent : Ad. M a y e r. A. Aechte Gälinmgrsersclieiuungeii. Salpetcrbildung im Boden, von Schi ö sing und Müntz 537 Milchsäuregährung, von Ch. Riebet 537 Bacteriengährungen, von Alb. Fitz 537 Theorie der Gährung, von C. v. Nägeli 539 Essigmutter, von 0. Loen ... 543 Structur der J3acterienstäbchen , von F. J. Dupont 543 Organ, ehem. Bestandtheile der Bierhefe, von A. Kossei 543 Cellulosegährung, von P. van Tieghem 544 Stoffwechsel der liefe in der Kartoffclmaische, von P. Bohrend und A. Morgen 545 Einfluss des Luftzutrittes auf die Gährung, von Hansen 54G JSIothwendigkeit des Sauerstoffes für die Bacterienvermehrung, von M. Ncucki und J. W. Gunniug 547 Einfluss des Sauerstoffes auf die alkoholische Gährung', von Bechamp . 548 Stammt der Sauerstoff der Hefe aus dem Zucker? von Berthelot . . 54(J Trecul, Anäroibe und äroibe Organismen, von Berthelot 540 Hefe enthält kein abscheidbares Gährungsferment, von Cochin . . . 549 Zusammensetzung der Hefe unter verschiedenen äusseren Zuständen, von Schützenberg er und A. Destrem 549 Athmuug der Hefe, Einwirkung von Blausäure auf dieselbe, von A. Mayer 551 Fäulnissprodukte von antiseptischen Eigenschaften, von E. Salkowsky 551 Inficirte Kleiderstoffe, von Wernich 551 Veränderungen des riechenden Käses, von Duclaux 5.52 Ein])uss der Borsäure auf die Essiggährung, von A. Herzen . . . . .552 Synthese durch Gährungen, von A. Fitz 553 Lebensbedingungen von Micrococcus prodigiorns, von A. Wernich . . 5.53 Gehalt der Luft an Bacterien, von Miflet 553 Electralyse bacterienhaltiger Flüssigkeiten, F. Cohn, Benno Mendel- sohn,J. Schiel 554 Gährung von Oxalsäure und Weinsäure in künstlichem Boden, von M. Schmöger 554 Lebensbedingungen von Bacillus Amylobacter, von van Tieghem . . 554 Freie Fettsäuren. Die Ursache der Schwergährigkeit von Rübenmelassen, von A. T. Neale 555 Fäuhiissproduktc von Tyrosin, von Th. Weyl 556 Bacterienanalysen, von M. Nencki und F. Schaffer 557 Literatur 558 B, Fermentwirkuug-eii. Bedingungen der diastatischen Wirkung, von Kjieldahl 558 Diastatische Fermente im Pflanzenreiche, von J. Baranetzky . . . 560 Papa'in, von A. Wurtz und E. Bouchet 563 Unterschiede zwischen Ptyalin und Diastaso, von Th. Defresne . . . 564 -y-yy Inhaltsverzelchniss. Seite V. Conservirung. Desinfection. Referent: A. Ilalenke. Conservirung von Nahrungsmitteln, von Gr. Lechartier, E. van der Velde, Guerette 563 Conscrvcsalz (Borocat), von H. Jan nasch 563 Anwendung der Salicylsäure , von Petera . ._ ■ . . 564 Fleischconscrvirung, Farbe des gesalzenen Fleisches, von K. Knott, A. A. liibby, Eckart, A. liugentobler, E. Voit, A. Ilartdegen, J. Kessler 565 Suppenconserveu, von P. Wittelshöfer 56.'') J]ierconservirung, von R. Gerstl, Plissart, G. F. Beisenbich 1er . 566 Conservirung von Getreide, Mehl, Kartoäeln, Labois, Facaillon, A. Schlieper 566 Conservirung von Milch, von W. Nägeli, F. J. Voigt, G. W. Weger HöT Conservirung von Butter, von Manetti 567 Conservirung von Bier, von Marki und Blas 567 Fasteurisiren von Bier, von Griesmayer 568 Conservirung von Hefe, von 0. Brefeld und F. Seichen krön . . . 568 Conservirung von Hopfen, von H. Droop 568 Conservirung von Wein, von F. Kunz, C. Portele, E. Rotondi, M. Schlesinger, Schläder 569 Conservirung von Seideuraupeneiern, von G. Luvini 569 Conservirung von Meeresthieren, von duPlessis 569 Conservirung von Leichen, von J. Wickers heimer 5()9 Organische Körper, von Ch. Neuss und C. Tellier 570 Alumiuiumborat, von Poussier 570 Conservirung von Holz, Th. A. Dowling, J. Hartmann, Robertson Gardner, K. Fleischer 570 Conservirung von Rebpfahlen, von H. Gotha 570 Conservirung von Leder, von L. Thieme 571 Conservirung von Säcken, von P. Friese und C. Kessler 571 Conservirung von Eisen, von G. Bower, A. Spencer und J. Trämann 571 Literatur . 571 Antiseptische Wirkungen verschiedener anorganischer und organischer Säuren, von Nadina Sieber 572 Antiseptische Eigenschaften der Pyrogallussäure , von V. Bovet, H. Kolbe und E. v. Meyer 572 Terpentinöl und Wasser als Desinfectionsmittel, von A. Pohl, A. Meltzer und F. Rennard 573 Desinfection von Kleidungsstücken und Papiergeld . 574 Desinfectionskraft der Hitze und schwefligen Säure, von A. Weinrich und B. Vine Tuson 574 Flüssige schweflige Säure zu Desinfectionszwecken, von F. Hof mann . 575 Antiseptisches Mittel, von W. Jeyes 575 Desinfectionsmittel verschiedener Art, von Th. Taylor, A. Tedesco, J. J. Holtz, H. Längsten und Jones 575 Reinigung des Wassers, von Lewiu 576 Reinigung des Flusswassers, von Jean de Mollins uno E. Reichardt 576 Kloakenwasserreinigung, von G. W. Wigner, H. Baggeley, R. Punc- to n und G. Aising • 577 Desinfection von Abfallstofl'en, Aborten, von A. v. Podewils, A. Scher- doing und E. J. Corbet 577 Salicylsäure bei Milzbrand, von Feser und Zeilinger 578 Gährung und Fäulniss bei Zutritt oder Abfluss von Sauerstoff, von M. Nencki 578 Verhalten des galvanischen Stromes bei Gährung und Fäulniss, von J. Stiel 579 Zerstörung von organischen Keimen im Wasser, von Ch. Chamterland 579 Literatur 579 VI. Spiritusfabrication. Referent: M. Delbrück. Rohsfoflc. Rade, Hirse etc., von Baswitz, Ulbricht, J. Schwarz, II. Bricm 579 Inhaltsverzeichniss. XXXT Seite Rohstoff. Stärkegehalt der Kartoffel, von Bohrend, Milrcker,' Morgen, Del- brück, Coz und Schrote 580 Roggen, von Müntz und Delbrück 582 Dämpfen und Maischen. Verzuckerung, von Brown, Heron, Kieldahl, Herzfeld u. Baswitz 588 Dämpfen von Kartoffeln, von Schuster und Gelbke 584 Dämpfen von Roggen und Mais 585 Maischen, von Pacceck, Böhm, Avenarius, Vilrani, Schuster, Delbrück, Schneider u Co. und Delbrück 585 Maischapparate 586 Malzzerkleinerung 587 Kühler 587 G ä h r u n g. Kunsthefe, von Bartbel, Hartkopf, H. Toppenthal und Delbrück 587 Gährungsführuug, von M. Delbrück 588 llefenbiklung mit Gährwirkung, von Delbrück, M. Stumpf, R. Hin- zplraann und A. Schrobe , . . . . 589 Rcinzüchtung der Hefe 592 Dickmaischung, von Märcker 593 Schaumgährung, von Delbrück 593 Scliwergäbrigkeit der Melasse, von Märcker und Neale 595 P r e s s h e f e n f a b r i c a t i n. Schilling, Delbrück, Sennecke, Phrit und Marquardt .... 597 Destillation. F. Pampe, Sennecke. M. Delbrück, Lindenmayer, Uges, Ber- tier und Filsinger 598 Nebenproducte. Piorre u. Pucliot, Schneller, Stenberg, Märcker 599 Analyse. Hülfsapparate. Literatur 600 VII. Bier. Referent: C. Lintner. Brauwasser, von F. Ullik. M. Breyccha und M. Chodounski . . . 600 Hopfen, von G. Lintner und Kellner 601 Wassergehalt der Gerste in den einzelnen Stadien der Malzbereitung, von W. Schnitze 601 Darrmalz auf mechanischer Darre bereitet, von C. Michel und Ph. A n d r e a e 602 Mälzungsverluste, von W. Schnitze 608 Acidität der Gerste und des Malzes, von Belohoubeck 603 Neue Formulirung des Maischprocesses, von V. Griessmayer . . . . 603 Eintluss des Kochens der Maischen, von demselben 605 Abhängigkeit der Extrakt- und Maltose-Ausbeute beim Maischen, von W. Schnitze ^ 605 Dextrinbestimmung im Biere, Würzen etc., von J. Steiner 610 Stärkezuckei-, von demselben 610 Erzeugung kolilcnsäurereicher Biere, von W. Schnitze u. Th. Langer 610 Verluste durch die Gährung, von F. Chodounsky 611 Pasteurisiren des Bieres, von J. Lipps 611 Englische Saccharometrie, von J. Steiner 612 Analyse englischer Biere, von J. Steiner, R. Lawrence und C. W. Reilly 613 Bieraualysen, von Janko, W. Hadelich, Skalweit, C. Weigelt, und Halenke 614 Alkohoibestimmung im Biere, von P. Waage und G. Holzner . . . 616 Viscosität des Bieres, von A. Belvoloubek und Aubry 616 Nachweis von Salicylsäure im Bier, von M. Blas 616 Bierconservator, von Leyser _ . . _. . . 616 Apparate neuer Cojistruction u. verbesserte Apparate in der Bierfabrication 616 Literatur 618 VVVTT Inhaltsvorzoichnisa. Seite vm. Wein. Referent: C. Weigelt. I. Die Rel)e und ihre Bestnudtlieile. Bedeutung des Lichtes beim Reifen, von A. Levi 619 Reifestudien bei Trauben, von E. Mach und C. Po r tele 620 Reif'estadien bei Trauben, von E. Rotondi und A. Galimberti . . . 63() Zeitpunkt der Reife, von E. Polacci 630 Lagerreife des Kernobstes, von E, Tschaplowitz 632 Traubcnanaiysen, von E. Mach und C. Portale 633 Moste von Melada, von R. Antuno vee 63r) Weinstein- und WeiusiUircgehalt des Mostes, von E. Mach u. C. Portele 637 Aschenanalysen, von A. Chalimberti und D. F. Ravizza 637 Saft der Rebe, von A. Ghizzoni 63!) Mostconservirung, von M. iSchlesinger 640 n. Der Wein. a. Seine Bestandtheile und deren Bestimmung. Frankenweine, von E. List und Hampel 641 Vorarlbergisclie Weine, von W. Eugliug 641 Tyroler Dessertweine, von E. Mach 644 Tockayer, von Moser 644 Italienische Weine, von Briosi, Del Torre, Vaccarone, Bombo- lesti luid G. Dal Sie 644 Moste und Weine Pisa's, von A. Funaro und N. Pellcgrine 647 Weine Siciliens, von G. Brisoi 647 Cibcben, von B. Haas 647 Palmenwein, von Bailand 647 Weinsäuregehalt von Most und Wein, von E. Mach und C. Portele . 619 Weinsteingehalt von Most und Wein, von G. Portele 651 Schwcfelsauregehalt, von G. Lunge 654 Extractbestimmung, von J. Nessler, L. Weigert und E. List . . . 655 Alkohol- und Extractbestimmung, von E. List, S. -Griessmayer, G. llolzner, G. Dohra und E. Mylius 655—658 Liquometer, von E. Mach 658 Säurebestimmung, Aepfelsäure, Weinsäure, von Fresenius-Barfoed, E. Mach, G. Portele und Bertheilot 658 Weinsteinbestimmung, von E. Mach und C. Portele 659 Bestimmung von Essigsäure, Phosphorsäure, Traubenzucker, Weinsäure, Salicylsäure, von L. Weigert, E. Mylius, W.Müller, J. Nessler, A. Clauss, Yoon, C. Portele, L. Aubry, Schulz und Blas . . 662 Erkennung gezuckerter Südweine, von B. Haas 662 Weinfarbenmesser, von E. Robinet 663 Nachweis fremder Weinfarbstoife, von A. Gawalowsky 663 Fuchsinnachweis, von Brunuer 66.3 Schädlichkeit der Anilinfarben, von JoussetdeBelesme 664 Stärkezuckeranalysen, von ,1. Steiner 664 Salubrina oenosote, von Schädler 665 b. Weinkrankheiten. Umschlagen des Weines, von J. Macagno 665 Böckser, von Hos er 665 Braunwerden 665 Schwefligsaurer Kalk, von E. Rotondi 666 Salicylsäurewirkung, von demselben 666 c. Kellerbehandlung. Moste und Weine unter dem Einflüsse verschiedenen Pressdruckes, von C. Weigelt und 0. Saare 667 Wirlumgsweise des Kaolins, von W. H. Jevous 672 Einfluss der Entsäuerungsmittel, von E. Mach und C. v. Babo . . . 672 Wirkung des Gypsens, von E. Pollacci 674 Invertzucker zur Weinverbesserung 675 Griechischer Sekt 675 Zersetzbarkeit verschiedener Glassorten, von IL Mocagno 675 Literatur G76 I. Pflanzenproduction. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Keferenten : A. Hilger. W. Wolf. Th. Dietrich. E. v. Gerichten. R. Heinrich. Ch. Kellermann. E. A. Grete. Jahresbericht. 1879. NEV/ YO. BOTANICAL GARDEN Boden. Referent: A. Hilger. Gesteinsanalysen, Mineralanalysen, geologische Arbeiten, für die Boden- kunde von Werth, Verwitterungsvorgänge. Ueber die chemiscbe Zusammensetzung der Glimmer. C. Gümmer. Rammeisberg. 1) Rammeisberg versucht den Beweis zu führen, dass für die Gruppix'ung der Glimmer bis jetzt nur eine chemische Nomenclatur be- nutzt werden kann, da das Acquiv.-Verhältniss der R und des Si sich zwischen Bi- und Singulosilicaten bewegt, die Verhältnisse der R unter sich aber höchst mannigfach sind. Neue chemische Analysen von 16 Glimmern, welche der Verfasser anfertigte und auch hier mittheilte, veranlassen den- selben, mit Berücksichtigung des schon vorhandenen Materials, folgende Gruppirung der Glimmer aufzustellen: I. Alkalig-linimer. A. Natronglimmer. Singulosilicate. RTIi Sia Os = I ^t ^Q-^ A \ AI2 S13 Ol 2 ^ und Na,Ka:H =- 1:3. CO CT) B. Kaliglimmer, [3 Lepidolithe, Damourit. ^^ 1. Abtheilung: Singulosilicate. jj R4 Si O4 j Z) Al2Si3 0i2 1 Ka , Na : H = 1:2 oder 1 : 3. Glimmer von Leichterberg, Gleudalough, Dreifelsengebirge. Kleine Mengen von Fe und Mg. 3. Abtheilung: a. Verbindungen von 1 Mol. Bisilicat mit 3 Mol. Singulosilicat. Glimmer von Zillerthal, Aschaffenburg, Soboth, Ytterby, Broddbo, South Royalston. 1) Zeitschr. d. deutsch, geolog. Ges. XXXI. S. 676. 1879. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 5 KaSiOa 5 R Si3 Oi, h3 5 IUSi04 RSiOi i 5 RaSisOia 2. H:K — 1 b. Verbindungen von je 1 Mol. beider Silicate. Kaligliramer des säch- sischen Gneisses. 7 Ra Si O3 I [ 2 R 6 R R Si O3 ( ""^ i 2 R2 Si O4 RSisOg J \ ß R2Si3 7 R4Si04 k Ol 2 H:Ka 3:1. C. Lithionglimmer. Lepidolithe mit viel Fl, frei von H. Verbindungen von 1 Mol. Singulosilicat und 3 Mol. Bisilicat. II. Magnesiag-limmer. Weisse, hellgefärbtc Glimmer mit ca. 44 <'/o Säure, 30 % Magnesia, Spuren von Fe. Dieselben sind Verbindungen von 1 Mol. Bisilicat mit 3 Mol. Singulo- silicat, mit einer Formel: R2 Si O3 5 RSiOs R Sis O9 + 3 R4 Si O4 5 R2 Si O4 R2 Si3 Ol 2 H : K = 1:3 oder 1 : 4. III. Eisen-Mag-nesiaglimmer. Dunkle, oft schwarze Glimmer mit abnehmendem Magnesia- und zu- nehmendem Eisengehalt. Sämmtliche sind Singulo Silicate mit dem Verhältnisse: R : R : R. b. R4 Si O4 4 R2 Si O4 R2 Sis Ol 2 R4 Si O4 3 R2Si04 R2 Sis Ol i c. R4 Si O4 2 R2Si04 R2 Sis Ol 2 Es gehören hierher die Glimmer von Monroni (Tyrol), Arendal, Vesuv, Sibirien, Baikalsee, Mora- mtza, (ßanatj, Greenwood fornace (New-York). Glimmer von Miask (Ilmen- gebirge), Sterzing, Persberg u. Filipstad in Schweden, Grön- land, Servance (Vogesen), Brevig (Norwegen). Die Glimmer vom Renchthal, Hitterö, Freiburg, Licrwiese (Eifel) , Portiand , Radauthal (Harz). Boden. R4 Si Od 3 iiaSiOd 2 R2Si3 0i2 Hierher gehört ein Glimmer von Brevig, auch der Eiseugliniraer von Wiborg nach Struve. 8 R Si [ ^^^ Eisenglimmer von St. Denis, ) Glimmer von Tonalit, Aberdeen, 3 RgSiOe \ Ballyelin, Brevig, mit 42/370 4 R2Si3 0i2 l Titansäure (Scheerer). IV. Lithiou-Eiseuglimmer. Hierher gehört der Glimmer von Zinnwald, eine Verbindung von 2 Mol. Bisilicat und 1 Mol. Singulosilicat. V. Barytglimmer. Eisen- und magnesiaarme Glimmer von Stcrzing mit 6 % Baryt, ein Gemenge von Singulosilicaten. 2 RdSiOd j R2 Si O4 ] 2 R2Si03 0i2 l A. Penck^) erörtert zunächst in historischer Weise das Mineralogische Paiagonit- über Palagonit, erwähnt der Theorie von Bunsen und v. Waltershausen über dessen Bildung und bespricht nun in eingehendster Weise den Palagonit Islands, Siciliens, die palagonitführenden Gesteine des westlichen Mittel- deutschlands, die Tuffe von Cassel, Wilhelmshohe, Taubenkaute, Herzberg, Dörnberg, Aspenkippel, Aimbach etc., die Trachyttufte des Siebengebirges, die Palagonittuffe der Eifel, Bröckel- und Steiutuff von Rom, den Palagonit- tuff von Hohenöwen im Hegau, die Basalttuffe Schwabens, den Phonolittuff von Hohentwiel im Hegau, die Palagonittuffe vom Gleichenberge in Steier- mark, die Basalttuffe Böhmens, der Auvergne, von Montechio Maggiore in Vicenza, die Peperine des Albaner Gebirges,' Böhmens, den Trass des Brohl- thales, des Rieses, die Basalttuffe von Palma, Fernando Po, der Galapagos, Java's und Nordaraerika's. In dem Schlussabschuitte dieser werthvollen Be- trachtungen kommt der Verf. zum Resultate, dass das Mineral „Palagonit" nicht existirt und daher auch die Bezeichnungen Palagouittuff und -Fels in der Petrographie fallen müssen. Alle sog. Palagonittuffe sind poröse, lapillartige, basaltische Auswürflinge gemein mit vorzugsweise glasiger Aus- bildung. Diese Eigenthünilichkeit theilen aber die Palagonittuffe mit den Basalttuften, ausgenommen diejenigen der rauhen Alp, so dass die Ansicht ausgesprochen wird, am einfachsten Lapilli- und Bombentuffe zu untez'- scheiden. Schliesslich glauben wir die weiteren Schlussfolgerungen, welche auch für die Bodenkunde wichtig sind, mit des Verfassers eigenen Worten wiedergeben zu sollen. ,,Was die Basalttuffe anlangt, so lehren vorstehende Untersuchungen ganz allgemein, dass sie aus losen, vulkanischen Auswürflingen zusammen- gesetzt werden, welche in ihrer Erscheinungsweise sich den früher kennen gelernten Auswürflingen heutiger Vulkane vollkommen anschliessen-, es konnte kein Vorkommniss namhaft gemacht werden, das aus Trümmern von festen, ») Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch. XXXI. 504. 1879. a Boiion, Wasser, Atmosphäre, Tflanze, Dünger. basaltischen Gesteinen, z. B. von Strömen oder Kuppen, aufgebaut würde, ein Vorkommuiss also, das als ein ausserordentlich feinkörniges Conglomerat zu betrachten ist. Compacte Auswürflinge fanden sich nur in den Tuffen der Rauhen Alp, eine viel grössere Verbreitung zeigen die porösen, lapillartigen. Dieselben werden durch eine vorwiegende, glasige Grundmasse ausge- zeichnet, in welcher mehr oder weniger zahlreiche Krystallausscheidungen schwimmen, die ihrerseits der Regel nach in kleinen, sehr einfach gebauten Individuen ausgebildet sind und nur seltener porphyrisch auftreten. Es er- scheinen daher in petrographischer Beziehung die lapillartigen Auswürflinge gleichsam als eine Zwischenstufe zwischen der rein glasigen und der im allgemeinen krystallinen Ausbildung der basaltischen Mischung, ein Umstand, der völlig im Einklänge mit ihrer Entstehungsweise als Zerstäubungsproducte der noch flüssigen, im Krater befindlichen Lava steht. Es ist demnach zu erwarten, dass sie nicht allein Zeugniss von den in der letzteren vorgehen- den Krystallbildungen geben, worüber bereits berichtet ward, sondern dass sie auch Licht über die früher so lebhaft erörterte Frage über die Reihen- folge der Krystallausscheidungen verbreiten werden. In der That ergiebt sich,, dass in den Lapilli der untersuchten Tuffe sehr häufig nicht alle die Mineralien vorhanden sind, welche als charak- teristisch für den Basalt gelten müssen; denn während sich dieser in seiner normalen Ausbildung zusammensetzt aus einem Feldspathe, nämlich aus Plogioklas J r^y^:^ bezw. Nephelin oder Leucit ] nignetit, werden von diesen Gemengtheilen in den Lapilli häufig der eine oder andere, öfter auch mehrere vermisst, und es muss als auffällig bezeichnet werden, dass sich darin keine bestimmte Ordnung bemerken lässt, ein Umstand, welcher möglicherweise durch Schwankungen in der chemischen Zusammen- setzung, durch das Vorwiegen oder Zurücktreten dieser oder jener Base, verursacht wird. Hoffentlich gelingt es auf dem Wege der von Fouque und Levy so erfolgreich begonnenen experimentellen Gesteinsbildung auch diese, hier nur flüchtig augeregte Frage einer erfolgreichen Lösung eutgegenzuführen. So zeigt sich in einer grösseren Anzahl von Auswürflingen, besonders in denen, welche die Palagonittuffe Islands aufbauen, ferner auch in denen des Tuffes vom Montecchio Maggiore bei Vicenza, dass Plagioklas und Olivin als einzige Krystallausscheidungen nachweisbar sind. In einer Reihe anderer Vorkommnisse dagegen, namentlich in denen des Habichtswaldes, der Auvergne, des lockeren Gesteins von Palma, fehlt der feldspathige Gemengtheil und Augit, Olivin und Magnetit finden sich als einzige Ausscheidungen, von denen der letztere nicht constant vorhanden ist. In einem Falle endlich, nämlich in dem zuerst beschriebenen Tuffe von Palma findet sich bloss Olivin und Magnetit in der glasigen Gruiidmasse der Lapilli eingebettet. Diese letztere scheint also geradezu das eine oder andere der für den normalen Basalt charakteristischen Mineralien zu vertreten, und es liegt demnach auf der Hand, dass das Fehlen eines oder des anderen derselben in einem sehr glasreiclien Gesteine durchaus noch nicht die Abtrennung desselben vom Basalttypus begründen kann. Zur Charakteristik irgend eines Boden. 7 glasreichen Gesteins gehört eben ausser der Aufzählung seiner mineralogi- schen Gemengtheile noch seine chemische Zusammensetzung. Beide Mo- mente vereint ermöglichen überhaupt erst eine befriedigende Systematik der Felsarten. Die oben erwähnten feldspathfreien Lapilli können mit vollem Rechte als Limburgit bezeichnet werden. Nun aber ist nicht nur ersichtlich, dass dieselben, wie im Habichtswalde und in der Auvergne, in inniger geographi- scher Beziehung zu echten Basalten stehen, sondern man findet sogar in ein und demselben Tuffe Lapilli beisammen, welche theils zum Limburgit, theils zum Basalt zu rechnen sind. So kommen in den Tuffen von Röhrl- kogl bei Gleichenberg feldspathführende und feldspathfreie Lapilli, und im Tuffe von der Rüller Mühle bei Esslingen solche mit oder ohne Nephelin zusammen vor. Alle diese Momente deuten auf eine enge Verknüpfung zwischen Basalt und Limburgit, und ich möchte den letzteren geradezu als einen unfertigen, in der Entwickelung stehen gebliebenen Basalt bezeichnen, welcher ein Zwischenglied zwischen diesem und dessen rein glasiger Ausbil- dung darstellt und demnach als Magmabasalt neben ihm als eine etwa glasige Form anzuführen ist, in welcher sowohl echte, als auch die Nephelin- basalte, wie das Vorkommniss der Rüller Mühle bei Esslingen zeigt, auf- treten können, eine Form, in welcher die Unterschiede zwischen Basalten, Tephriten, Leucit- und Nephelingest einen verschwinden, und durch welche auch ebenso wie durch die chemische Zusammensetzung auf eine innige Ver- knüpfung der letztgenannten Felsarten hingewiesen wird, die durch eine auf rein mineralogische Kennzeichen gegründete Systematik nicht zerrissen werden darf. In den Tuffen erscheinen die oben geschilderten Lapilli mehr oder minder zersetzt und besonders gestattet ihre glasige Grundmasse die ver- schiedensten Umwandlungsstadien zu verfolgen. Li einer Reihe von Fällen erscheint diese zwar getrübt, verhält sich jedoch indifferent unter gekreuzten Nicols (der zuerst beschriebene Tuff von Palma, Mückenhübl bei Salesl), häufiger jedoch ist sie dann schwach anisotrop (Tuffe von Island), zuweilen ist sie in eine lebhafte polarisirende , mikrokrystallin erscheinende Substanz verwandelt (z. Th. in den Tuffen von Salesl und Pockau in Böhmen); end- lich aber lässt sie und zwar ziemlich häufig eine Differenzirung in zwei ver- schiedene Substanzen erkennen, nämlich in einen farblosen, theils isotropen, theils anisotropen Grund, welcher entweder durch einen schwarzen Staub oder durch rothe Flöckchen getrübt ist oder auch Sternchen und Bälle eines grünen Minerales beherbergt. Der erste Fall wurde sehr häufig beobachtet-, das ausgezeichnetste Beispiel dieser Art gewähren die Lapilli in einem Tuffe von der Spitz- kuppel bei Cassel. Bereits im Handstücke fallen dieselben durch ihre schwarze, kohlige Färbung auf, unter dem Mikroskope sind sie von schwarzen Partikelchen gänzlich durchdrängt, welche auf einem lichtgelblichen Grunde zu Bändern und Striemen angeordnet erscheinen. In seinem Aussehn gleicht dieser schwarze Staub dem Magnetitstaube mancher klastischer Gesteine, und es ist nicht unmöglich, dass er auch jenem Minerale angehört. Ueber den anderen Fall, dass auf einem farblosen Grunde rothe Flöckchen und Schüppchen erscheinen, wodurch eine intensiv rothe Färbung des Gesteins hervorgebracht wird, wie z. B. bei den sogen. Peperinen Böhmens und dem rothen Tuff von Palma, habe ich bereits ausführlicher berichtet und ausge- sprochen, dass die erwähnten Flöckchen von Eisenglanz oder einem ver- wandten Minerale gebildet würden. Q Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, Höchst bemcrkenswerth ist endlich der zuletzt angeführte Fall, beson- ders deshalb, weil hier der farblose Grund gewöhnlich die Zeolithen eigeu- thümliche Polarisation aufweist und wohl auch aus einem solchen Minerale besteht. Es zerlegt sich also hier ein Basaltglas in einen Zeolith und ein faseriges gi'ünes Mineral, welches vermuthlich als dem Delessit ähnliches zu erachten ist. Es ündet dieser Vorgang ein vollkommenes Analogen in der Zerfällung eines Basaltglases auf trockenem Wege, wodurch es in ein Gemenge von Feldspath, Augit, Olivin und Magnetit umgewandelt wird, während es auf nassem Wege sicli zerlegt in Zeolith, den man ja gewissermassen als ein Feldspathhydrat auffassen kann, und in ein grünes, faseriges Mineral, das als wasserhaltiges Magnesia- Eisen -Thonerdesilicat, wie es z. B. die Grünerde, der Rirwanit und Delessit sind, die Bestandtheile des Augites, Olivines und Magnetites erhalten würde. Wie erwähnt, ist jedoch eine be- stimmte Deutung dieses Minerales sehr schwierig. Ganz die nämlichen Mineralien^ der Zeolith und das grüne, finden sich auch in dem Bindemittel der Basalttuffe. In den bei weiten meisten Fällen treten sie hier nur gleichsam als Lückenbüsser zwischen dicht aufeinander gehäuften Auswürflingen auf, und zwar in der Regel derartig, dass das grüne Mineral sich als ältestes erweist, ein Verhältniss, das sich fast in allen aus- gefüllten Mandeln der Melaphyre und Basalte wahrnehmen lässt. Wo end- lich Kalkspath im Bindemittel vorkommt, ist derselbe jüngste Bildung, so z. B. in den Tuffen von Gleichenberg in Steiermark, dem vom Saljadalr in Island u. s. w. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, dass dies lückenbüssende Cäment ein Zersetzungsproduct des Vulkanischen Materials in den Tuffen ist, und zwar dankt es dem basaltischen Glase seinen Ursprung; dieses ist allein angegriffen; wie gezeigt, zerlegt es sich in gewissen Fällen in die Mineralien des Bindemittels, während die in vorkommenden Krystallaus- scheidungen im Allgemeinen ihre ursprüngliche Frische bewahren. Endlich aber weist der Umstand, dass die sogenannten Palagonittuffe Islands die Zusammensetzung eines Hydrates der normalpycoxenen Mischung, also eines Basaltes, haben, darauf hin, dass hier keine wesentliche Zufuhr von Material stattgefunden haben kann. Es scheint überhaupt das Gesteinsglas in den Mandelsteinen der Melaphyre und Basalte die Hauptquelle für die in den Mandeln gebildeten Mineralien, vornehmlich für die Zeolithe, zu sein, was auch Lemberg ausspricht. Anders freilich dürfte es sich mit jenen Tuffen verhalten, in welchen das vulkanische Material gleichsam im Bindemittel schwimmt, wie solches in den Tuffen der Umgegend von Clermont beobachtet wurde. Hier kann, wie an der betreffenden Stelle bereits erwähnt, nur daran gedacht werden, dass die Auswürflinge und die als Bindemittel fungirende Substanz gleich- zeitig zur Ablagerung kamen, ein Fall, der Beispielsweise da eintreten wird, wo das vulkanische Material mit einem Breie fremder Substanzen zu einer Art Schlammlava verkittet wird, oder da, wo es in eine vor sich gehende Sedimentbildung geräth, wie eine Asche, die, vom Winde weit verweht, in das Meer fällt, oder endlich da, wo der bereits abgelagerte Vulkanschutt der erodirenden Thätigkeit des Wassers zum Opfer fällt und durch dieses, mit fremdem Materiale vermischt, an anderer Stelle abgesetzt wird. Boden. n Dieser letztere und wohl bei weitem häufigste Fall wird sich freilich meist darin äussern, dass in dem so entstandenen Tutfe Trümmer fester Gesteine sich einstellen und er scheint insbesondere für jene Tuffschichte zu gelten, welche allmählich in Sandstein übergehen, wie diejenigen der Gegend von Geichenberg in Steiermark, wie die „Brecciolen" der vicentiner Berge. In der That offenbarten die von dort herrührenden Gesteine eine reichliche Beimengung von Trümmern nicht vulkanischer Gesteine. Aber auch selbst solche von vulkanischen Gesteinen, wie jene Basalt- fragmente, welche häufig in den untersuchten Tuffe nachgewiesen wurden, können möglicherweise auf ähnliche Umlagerungen deuten. Natürlich ist immer erst nachzuweisen, ob die betreffenden Fragmente nicht pseudovul- kanische Auswürflinge sind, ein Nachweis, der häufig nur äusserst schwierig zu führen sein dürfte. Die Geschiebeformation Norddeutschlands. A. Penck. foTmation^ In dieser für die Bodenkunde höchst beachtenswerthen Arbeit von grosser Ausdehnung werden die Verhältnisse der Geschiebeformation Nord- deutschlauds in eingehendster Weise besprochen und am Schlüsse eine Ueber- sicht über die Gliederung der Geschiebeformatiou in tabellarischer Form ge- geben. Eine gedrängte Inhaltsangabe mit Betonung einiger besonders be- deutungsvoller Untersuchuugsresultate darf hier eine Stelle finden. Abschnitt I enthält vorwiegend eine Charakteristik des Geschiebelehmes nebst seinen Einschlüssen und Lagerungsverhältnissen. „Der Geschiebelehm Deutschlands wird aus Gesteinsmatcrial zusammengesetzt, welches mehr oder minder weit südwärts, hie und da mit einer Abweichung nach Osten oder Westen trausportirt Avorden ist. Seine Hauptmasse ist jedoch im Allge- meinen nicht zu weit verschleppt und entstammt dem Untergrunde. Da dieser auf grosse Strecken aus losen Gebilden der Tertiärformation, z. Th. auch aus älteren Dilluvialschichten bestellt, so kann es nicht Wunder nehmen, dass der Geschiebelehm im Allgemeinen eine ziemlich gleich bleibende Be- schaffenheit hat, und sich vorzugsweise aus sandigem und thonigem Materiale aufbaut während die Geschiebe gewöhnlich 5, höchstens 10 % seiner Masse ausmachen. Immer ist er ein ursiniinglich fossilfreies, ungeschichtetes, fest gepacktes, geschiebeführendes, sandig-thouiges Gestein." — In den Abschnitten II — X werden die Geschiebeformationen Skandina- viens, der Mark Brandenburg, der Provinz Preussen, Holsteins, Dänemark's und Schönens, Sachsens besprochen und charakterisirt. Auch wird die physikalische und geologische Unmöglichkeit der Drifttheorie festgestellt und die Gletschertheorie besprochen. Der Abschnitt behandelt eingehend noch- mals die Geschiebeformation Norddeutschlands, deren Gliederung in nach- stehender Uebersicht gegeben ist. (Siehe die Tabelle auf Seite 10.) M. L. Dieulafaifi) hat in den Gesteinen des Urgebirges 88 Por- ^d"Ä-° phyren, 64 Graniten, 65 Gneissen, 28 Glimmerschiefern und 70 Talk- steinen d^es schiefern aus Corsica, Frankreich, Schweden, Grönland, Schweiz die Gegen- wart von Kupfer nachgewiesen; ebenso bespricht derselbe die Verbreitung desselben Metalles in den Mineralwässern des Urgebirges, dem Meerwasser, auch die Entstehung der Kupfermiueralien. — Nachstehende Arbeiten über Gesteinsuntersuchungeu , sowie Analysen ') Anuales de chim. et. physique. 18. M9. 10 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflauze, Dünger. 2 <^ r> a o CD C^ ' Ol w £m •-! CO 'S?? 2. "■ p'S" 'S ^ a> o o-g »3 ' rt> ' .Q o' O P 13 fO, Unteres Diluvium ^> S-' t* a o <» ; B ll £.0 Cß w tr'o B-C 1 i-i S' il- o- ^ p- ^ K r ä IM B e,te; B ::^ IT) '^ g ffi » JB sä B H P o P- pi o UJ P ' ffi ^.^ CD I^ "TsS-B B 2 S S B d O B p- ^S> B g ^ 3." i'B » to m I H"i-„ CO Unteres Diluvium /^^ Oberes Diluvium y\ p- g - p|-B • Pi CD p* B-C Bq .l.<1 ^ h3 Mittleres Diluvium A o 3 B t:-w ^&CD »'S o e-g 5,B g-g CD P '^d p- (D SS. OB ct-on; ,t= P agg. SB P-B p g ^ ^ er" S'- B C S- 2 a ^ 1= ^ £ B P P-o ^ Q Ol gi. 7q a a a a ' B o- p'p'S-S P CD £. B tr ü CD P^ t fcd Q B Q p* CD ^_ CD B Boden. jj von Mineralien, über geologische Fragen, für die Bodenkunde beachtens- wertb, haben zur Orientirung liier noch Erwähnung zu finden: Die Serpentinmasse bei Reichenstein und die darin vor- kommenden Mineralien. R. Hase. Berl. Berichte. 1879. S. 1895. Inauguraldissertation. Breslau. Die Zechsteinformation am Ostrande des rheinisch- west- phälischen Schiefergebirges. E. Holzapfel. Marburg, 1879. Inau- guraldissertation. Ueber die geologische Bedeutung der Ueberschwemmungen. Rectoratsrede von Dr. A. Streng. 1879. Gesteinsaualysen. A. Hilger. Jahrb. f. Mineralogie. 1879. 127. Analysen von Porphyr bei Weilburg, Diorit von Diez aus dem Rup- bachthale, Diallag u. Broncit, Piuitoid vom Fichtelgebirge, Gleichinger Fels. Die geognostischen Verhältnisse des Büdinger Waldes. I. Th. Bericht XVII der Oberhess. Ges. f. Natur- u. Heilkunde. H. Bücking. Der obere Jura der Umgegend von Hannover. C. Struckmann. Das Oligocän des Leipziger Kreises. H. Credner. Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch. XXX. 4. 615. Gletschertheorie oder Drifttheorie. R. Behrendt. Ztschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch. 31. 1878. Ueber die glacialen Bildungen der nordeuropäischen Ebene. A. Heiland. XXXI. 1879. S. 63. Ueber mechanische Gesteinsumwandlungen bei Hainichen in Sachsen. Rothpletz. Zeitschr. d. deutsch, geolog. Ges. XXXI. 355. Beitrag zur Kenntniss der fränkischen Liasg esteine. E. v. Raumer. Landwirthsch. Versuchsstationen. XXXIII. 10 S. 1879. Einige Kalksteine und Dolomite der Zechsteinforraation. H. Loretz. Zeitschr. d. deutsch, geolog. Ges. XXXI. 756. 1879. Ein Beitrag zur Kenntniss norwegischer Gabbro. 0. Lang. Zeitschr. d. deutsch, geolog. Ges. XXXI. 484. 1879. Analysen eruptiver Gesteine der Umgebung von Rom. Gazzett. chimic. Speciale. 1879. A. Hilger 1) theilte Resultate einer 3jährigen Versuchsreihe mit, bei .,7^'' o J j o ^ witterungs- weicher mit Bezugnahme auf Verwitterungsversuche von Th. Dietrich Vorgänge folgende Fragenstellung festgestellt war: u^'^sftümen- 1) In welcher Weise findet der mechanische Zerfall statt von Gesteins- *'*'^^^**^'''^* stücken möglichst gleicher Grösse und verschiedener chemischer Zu- sammensetzung, welche aus Material hergestellt sind, das noch nie direct mit der Luft in Berührung war, und zwar bei gleichen meteo- rologischen Verhältnissen? 2) In welcher Weise verläuft der chemische Zerfall derselben Gesteine, welche Aenderungen erleidet die chemische Zusammensetzung im Laufe des Verwitteruugsprocesses? 3) Welche Wirkungen veranlassen die meteorologischen Niederschläge, Regen, Schnee etc. hinsichtlich ihrer lösenden Wirkungen auf das Gestein? Die Gesteine zu diesen Versuchen waren: 1) Landwirthsch. Jahrbücher. VIII. 1879. 1. 10 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 1) Stubcnsaiidsteiii der Umgebung von Erlangen, in Stücken von 10 — 20 mm Durchmesser angewandt. 2) Pcrsonatussandstein aus dem fränkischen Jura am Iletzlas in Stücken von derselben Grösse. 3) Jurakalk vom Hetzlas, in Stücken von 4^/^ — 6^2 mm. 4) Glimmerschiefer von Munzig bei Meissen in Stücken von 4^2 — 6V2 mm. Sämmtliche Gesteine, mit der grössten Sorgfalt in der erwähnten Korn- grösse hergestellt, wurden unter denselben meteorologischen Bedingungen in Zinkkästen von bestimmter Form und Grösse (18,432 ccm Inhalt und 1000 qcm Oberfläche) 3 Jahre hindurch vom 1. Juni 1875 bis 1. Juni 1878 aufgestellt, und zwar in der Weise, dass die atmosphärischen Niederschläge, welche auf die Oberfläche fielen, aufgesammelt werden konnten, um den Ge- balt an gelösten Bestandtheilen im Regenwasser festzustellen, auch den Fein- sand aufzusammeln. Gleichzeitig war ein leerer Zinkkasten von derselben Grösse aufgestellt, um das Regenwasser auf seinen Gehalt an festen Bestandtheilen prüfen zu können. Alljährlich wurde der mechanische Zerfall durch genaues Absieben der Gesteinsmassen mittelst der Knop'schen Bodensiebe festgestellt. Grob- sand bezeichnet die Rückstände der Siebe 2 und 3, Feinsand diejenigen der Siebe 4 und 5. Die Gesteine wurden vor Beginn der Versuche einer genauen quanti- tativen Analj^se unterworfen: Die Bestaudtheile des durch die Gesteine ge- drungenen Regenwassers wurden alljährlich festgestellt, sowie auch chemische Untersuchungen der Verwitterungsproducte vorgenommen. Die meteorologischen Bestimmungen werden während der ganzen Ver- suchsweise fortgesetzt. — Die Resultate des mechanischen Zerfalles inner- halb 3er Jahre liegen vor, ebenso sind die chemischen Analysen der Ge- steine raitgetheilt. I. Weisser Stubensandstein. lu Salzsäure Unlöslicher löslicher Theil Theil Kieselsäure . . . . 1,20 «/o 91,86 «/o Eisenoxyd .... 0,12 „ — Thonerde .... 0,28 „ 3,62 „ Kalk 0,28 „ 0,33 „ Kali 0,21 „ 1,06 „ Natron 0,10 „ 0,31 „ Schwefelsäure . . . 0,48 „ — Phosphorsäure . . 0,18 „ — Wasser 0,50 „ — 3,35 0/0 97,18 0/0 Wasseraufsaugendc Kraft: 100 Theile Gesteinsmassc vom Korne des Siebrückstandes No. 3 der Knop'schen Bodensieber saugen 22,9 Wasser auf. Wasserdurchlassende Kraft: 100 Th. lassen 75,1 Wasser dui'ch. Die Erwärmungsfähigkeit der Gesteinsmasse verhielt sich im Juni 1875 folgendern) assen: 1) Am 13. Juni bei 30 f* C. Lufttemperatur in der Sonne wurde die Ge- steinsmasse bis auf 1 Zoll Tiefe auf 43,25 *^ C. erwärmt. 2) Am 29. bei 27« C. Lufttemperatur auf 37 » C. Boden. 13 3) Am 3. Juli bei 34,5 <» C. Lufttemperatur auf 42 o C. Das Gewicht von 18,432 ccm Gesteinsmasse von 10 — 20 mm Korn- grösse betrug 19 kgr 843 grm, welche Masse nach 3 Jahren unter den er- wähnten Bedingungen einen Zerfall zeigte in Grobsand 18,3*^/0, Fein- sand 53,8 7o, ursprüngliches Korn 34,2 7o. IL Kieselsäure . Eisenoxyd . Thonerde . Kalk . . . Kali . . . Natron . . Schwefelsäure Phosphorsäure Wasser . . Persouatussandstein. In HCl löslich 1,12 "/o 1,86 „ 0,72 „ 0,28 „ 0,12 „ 0,16 „ 0,54 „ 0,45 „ 1,12 „ Unlösl. Theil 91,03 O/o 0,32 „ 0,28 „ 1,49 „ 0,41 „ 6,27 o/o 94,53 % Wasseraufsaugende und durchlassende Kraft: 100 Th. saugen 34.7 Wasser auf und lassen 80,72 Wasser hindurch. Erwärmuugsfähigkeit der Gesteinsstücke: bei Lufttemperatur 30« C. aiif 46,75« C. Das Gesammtgewicht der Gesteinsmasse betrug 20 kgr 501 grm. Nach 3 Jahren zerfiel der Persouatussandstein in 22,6 «/o Grobsand, 1,27 Feinsand und 24,4 Feinerde, während 46,4 «/o ursprüngliches Korn zurückblieben. Der Zerfall des Personatussandsteines in Feinerde ist demnach bedeu- tend rascher als der des Stubensandsteines und zwar um eine Differenz von 21.8 o/o. III. Weisser Jurakalk. Kieselsäure Kohlensaurer Kalk Kohlens. Magnesia Kalk Eisenoxyd . . . Thonerde . . . Kali Natron .... Phosphorsäure Schwefelsäure . . In HCl löslich 0,04 o/o 90,63 „ 2,95 „ 0,52 „ 0,13 „ 0,05 „ 0,09 „ 0,18 „ 0,40 „ 0,94 „ Unlösl. Theil 2,47 o/o Spur 0,13 „ 0,20 „ 0,21 „ 0,38 „ Wasser 1,08 97,09 o/o 3.39 «/« Wasseraufsaugende Kraft und wasserhaltende Kraft: 100 Th. saugen 20,2 Wasser auf und halten 88,24 Wasser zurück. Erwärmungsfähigkeit: bei Lufttemperatur von 30« C. auf 47,5« C. Gesammtgewicht der Gesteinsmasse in Stücken von 41/2 — 6 1/2 mm. Durchmesser betrug 24 kgr und 590 grm. Der mechanische Zerfall des Jurakalkes ist sehr langsam; nach 3 jähr. Verwitterung war der Zerfall in 3,3 "/o Grobsand, 0,16 «/o Feinsand und 24 Boden, Wassor, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 0,23 % Feinerde zu beobachten, wähi'end 96,6 % ursprüngliches Korn zurückblieben. IV. Glimmerschiefer. In HCl löslich Unlösliches Kieselsäure . . . 1,80 % 64,41 o/o Eisenoxydul . . . 5,34 „ — Thonerde .... 3,39 „ 15,21 „ Kalk 0,26 „ 0,18 „ Magnesia .... 1,24 „ — Kali 1,41 „ 2,39 „ Natron 0,60 „ 1,56 „ Schwefelsäure . . . 0,71 „ — Wasser 2,04 „ — Phosphorsäure . . 0,01 „ — 16,80 o/o 83,75 o/o Wasseraufsaugende und wasserhaltende Kraft: 100 Theile saugen 24,4 Theile Wasser auf und lassen 73,8 Wasser hindurch. Erwärmungsfähigkeit: bei Lufttemperatur von 30 o C. auf 47,5" C. Das Gesammtgewicht der Gesteinsstücke von 4V2 — 6V2 nim Durch- messer betrug 23 kgr und 947 grm. Nach Sjähriger Verwitterung waren entstanden 39,6 0/0 Grobsand, 7,27 0/0 Feinsand, 1,1 o/y Feinerde, während 51,5 0/0 ursprüngliches Korn vorhanden waren. Ueber die Kesultate der chemischen Analyse der Verwitterungsproducte, sowie über die meteorologischen Beobachtungen wird später referirt werden. Bildung der J. Hazard^) studirtc die Veränderungen der Gemengtheile eines Ge- (Wh^v^i Steines während der Verwitterung zur Bildung der Ackererde, ferner die Witterung. Absorption verschiedener Verwitterungsstufen ein und desselben Gesteines, endlich die Frage, warum die Mineralien und die aus ihnen entstandenen Producte, in festem Zustande mit der Lösung eines Salzes in Berührung gebracht, in verschiedenem Grade die Eigenschaft besitzen, einen Theil der Base oder Säure zu absorpiren. Die Materialien bei den Versuchen waren : 1) Silurische Grauwacke vom Hutberge bei Kamenz und zwar das frische Gestein, der Grus dieses Gesteines, ein Untergrundboden, circa 0,8 m tief, unter einem Fichtengehölze, ein Boden unmittelbar unter der Moosdecke, welche sich 0,05 — 0,10 m tief in den Felsen eingewurzelt hat, endlich ein landwirthschaftl. benutzter Ackerboden. 2) Lausitzer Granit, vom Abgott Flins, frisches Gestein, umgewan- delt, 4 Gruse und der daraus gebildete Boden. 3) Phyllit von Plauen, frisches Gestein, der Grus, der Untergrund, der Boden eines Obstgartens, daraus gebildet. Die ausserordentlich umfassende Arbeit enthält zunächst Petrographisches, dann die chemischen Methoden der Untersuchung nebst dem Analysenresul- tate, woran sich Betrachtungen theoretischer Art über den Verwitterungs- vorgang knüpfen; es folgen weitere Untersuchungsresultate über die Ab- sorption, der aufgeschlossenen Silicatbasen, sowie des Kohlenstoif- und Wasserstofifgehaltes. — Bei dem grossen Umfange der beachtenswerthen Arbeit glauben wir zunächst die Schlussfolgerungen in gedrängter Kürze im *) Laadwirthsch. Vcrsuclisstat. 1871). 24. 225— 2.'>1. Boden. 15 Wesentlichen mittheilen zu sollen, denen sich noch werthvoUe Analysen und Untersuchungsresultate anreihen sollen. Die Schlussfolgerungen haben bereits im „Agriculturchemischen Central- blatt" 1880 S. 14 eine sehr entsprechende Reproduction gefunden, welche hier folgen soll: I. Zuerst ersieht man aus der Vergleichung der Analysen des an- stehenden, unverwitterten Gesteins und des daraus entstehenden Bodens, dass im Einklänge mit allen bisher gemachten Erfahrungen die Einwirkung des Sauerstoffes und der in Wasser gelösten Kohlensäure im Wesentlichen das bedingten, was wir Verwitterung nennen. Das Eisenoxydul und Mangan- oxydul geht über in Oxyd (beim Eisen die Röthelbildung). Die Kohlensäure hat an Monoxyd, Kali, Natron, Kalk, Talkerde mit geringen, nicht in Betracht kommenden Mengen Eisenoxydul und Mangan- oxydul ausgezogen, während die Kieselsäure stark im Rest zugenommen hat. IL Die Sesquioxyde des Bodens zeigen eine merkwürdige Abnahme im Vergleich mit den Gehalten des Gesteins an Eisenoxyd und Thonerde. Soll man annehmen, dass dieselben ebenso wie die Monoxyde von kohlensaurem Wasser aufgelöst und fortgeführt worden sind? Das erscheint von vornherein unwahrscheinlich. Oder liegt der Grund dieser Depression der Sesquioxyde des Bodens in einer relativen Vermehrung der Kieselsäure, welche sich aller- dings schon bis zu einem gewissen Grade in den analysirten Daten ausspricht? Auf Grund entsprechender Berechnungen für die beiden hier ausge- sprochenen Vermuthungen fand sich eine grössere Uebereinstimmung zwischen dem gefundenen und berechneten Resultat unter Annahme des letzteren und glaubt sich deshalb Verf. für diese letztere Lösung der Frage entscheiden zu müssen. Zur Erklärung dieses Vorganges spricht Verf. folgende Vermuthung aus : „Es kann die ganze Veränderung des Quarzgehaltes in der Erde einfacher- weise durch den Auswaschungsprocess erfolgt sein, indem der Regen die zersetzten Sesquioxydsilicate und Monoxydsilicate aus den oberen Erd- schichten ausgewaschen hat, worauf der hier übrig gelassene Quarzsand auf den unteren Erdschichten liegen blieb und später durch den Schlag nieder- fallender Regentropfen, und vollständiger durch die Bearbeitung des Feldes mit Ackerwerkzeugen, mit diesen unteren Schichten vermischt wurde. Wenn man sich veranschaulicht, wie aus jeder Rille einer Ackererde bei starkem Regen trübes Wasser abfliesst und an den Rändern stärkerer Wasserfäden, der Bäche und Flüsse, der Quarzsand liegen bleibt, so er- scheint diese Erklärung so wahrscheinlich zutreffend, dass sie wohl als die zulässigste hier anerkannt werden muss. Wäre sie aber richtig, so führte die Analyse des Phillites zu einer tieferen Einsicht in die Veränderungen, welche die Ackererden mit der Zeit alle, ohne Ausnahme, ausser den durch fortschreitende Verwitterung be- dingten, noch durch die mechanische Arbeit des niederfallenden Regens erleiden. Die Vergleichung der Abnahme der Absorption der Grauwackenacker- erde mit der der Grauwackengruse führt, wie sogleich gezeigt werden soll, gleichfalls zu Anerkennung des Satzes, dass der Regen allein eine relative allmälige Zunahme des Quarzes in der Oberfläche der Ackerfelder veranlasst. Wenn dem allgemein so ist, so kommen wir zu der Anschauung, dass alle fünf Gruppen der Ackererden Glühverlust, Chloride, Sulfate, Carbonate, Quarz -[- Silicate in einem fort Veränderungen solcher Natur erleiden, dass ya Boden, Wasser, Atmosphilre, Pflan20, Dünger. der Rest in unabsehbaren Zeiten als ein Quarzsandboden sich herausstellen raüsste." in. Alle drei Erden, die aus Grauwacke, Granit und Phillit entstanden, sind fruchtbare Erden. Es bestätigen dieselben also den Satz, dass zur Herstellung eines guten Ackerbodens, insofern derselbe blos als Wobnplatz und Vorrathsmagazin für die Wurzel der Pflanzen angesehen wird, das ein- zige Glied: Quarz -[- Silicate nothwendig ist, die übrigen drei Glieder aber: Chloride, Sulfate und Carbonate fehlen können, so lauge man die zweite Frage nach der Gegenwart der erforderlichen Pflauzennahrungsmittel un- berücksichtigt lässt. IV. Die Absorption steigt in dem Grade der Verwitterung. Beim frischen Granit ist sie = 0, beim Phyllit = 2, bei der Grauwacke = 8. Die Grauwacke zeigt eine Abweichung, die sich aus dem Verwitterungs- grade allein nicht ei'klären lässt. Die Grauwackenackererde war aber aus geneigter Lage, die Erde unter der Moosdecke an einem Abhänge von Felsen aufgenommen. Die Abweichung rührt höchst wahrscheinlich davon her, dass der feinste Staub hier rascher als die gröberen Theile vom Wasser fortgeführt wurde. Auch Hessen die beiden letzten Stufen schon dem blosen Auge und beim Reiben erkennen, dass ihr Quarzgehalt grösser ist, als der der anderen Stufen. Der Untergrund ist auch auffallend specifisch schwerer. Die schnellere Entfernung des feinsten Staubcs aus Ackerböden, welche in geneigter Lage sich befinden, dürfte eine sehr allgemeine Erscheinung sein und hat man in Zukunft darauf bei einer Bonitirung der Ackererden wohl ein grösseres Gewicht zu legen, als es bis jetzt geschehen ist. V. Die Absorption steigt im Allgemeinen mit der Zunahme der aus- geschlossenen Silicatbasen, aber wie früher schon bei anderen Erden fest- gestellt, nicht cousequent bezüglich einzelner aufeinander folgender Glieder. Beim Phyllit- und bei dem Grauwackenboden entsprechen unzweideutig die höchsten Absorptionen den grössten Quantitäten an aufgeschlossenen Silicat- basen, und umgekehrt die niedrigsten Absorptionen den kleinsten Mengen der letzteren. VI. Die Störungen des Gesetzes, dass die Absorptionen zunehmen mit der Vermehrung der Quantitäten der aufgeschlossenen Silicatbasen, haben, wenn nicht ganz, so doch zum grösseren Theil in der specitischen Löslich- keit des Gesteins ihren Grund. Der Granit giebt über diesen Punkt einiges Licht. Die specifische Löslichkeit ist die Löslichkeit des Urgesteins in Salz- säure von 5 7o Gehalt an Säure. Nun löst solche verdünnte Säure schon vom unverwitterten gepulverten Granit 11,32 zu einer Zeit, wo das Mineral noch so zu sagen gleich ist, und wo das Pulver davon noch gar keine Absorption besitzt. Nach und nach gehen die glasigen Sesquioxydsilicate in Thone über, welche absorbiren, während die Monoxyde zum Theil ausgewaschen, und so- mit auch in den Verwitterungsproducten die aufgeschlossenen Silicatbasen verringert werden. Während derselben Zeit geht aber die Umbildung der wasserhaltigen Thone im Gestein weiter und damit nimmt die Intensität der Absorption in einem fort zu und so kommt es, dass schliesslich der Granit in den letzten Verwitterungsproducten bei nur 9,6 ^/o aufgeschlossenen Silicat- basen 41 Absorption hat, während er anfangs bei 11,22 und 14,00 ^jo auf- geschlossenen SiUcatbasen die Absorptionen = und = 8 bis 13 hat. Boden. r y Die No. 2 mit 12,64 aufgeschlossenen Silicatbasen und der Al)sorption = 30 und No. 5, feinster Grus mit 12,10, also fast der gleichen Menge aufgeschlossener Silicatbasen und der Absorption = 40 deuten deutlich ge- nug an, dass auf die Natur des in demselben enthaltenen Thons noch et- was ankommt; je nachdem die erzeugten Thone eine grössere oder geringere Energie haben zu absorbiren, werden die einen die Absorption mehr als die anderen modificiren. Dass die Thone aber bezüglich der Energie der Absorption, welche nicht allein von der chemischen Mischung der Thone, sondern auch von ihrer Structur, namentlich von dem Grade ihrer Porosität und Auflockerung abhängt, sehr verschieden sind, ersieht man aus 'allen bisher veröifentlichten Absorptionsbestimmungen. Die Wassergehalte und der ganze Glühverlust steigen mit dem Ver- witterungsgrade im Allgemeinen ebenso wie die Absorption. Zur besseren Orientirung bezüglich der Schlussfolgerungen lassen wir die Analysenresultate folgen: Frisches Gestein, I. Grauwacke. Grauwackenboden. Mittel von 2 Analysen Berechnet V/asser Bygrosc. Wasser gebunden Kohlenstoff Kieselsäure Thonerde Eiseooxyd Hanganoxyd Kalk . Magnesia Kali . Natron . 0,13) 1,30^ 1,72 0,29) 73,95 73,95 14,30 18,24 6,27 100,18 Wasser Hygrosc. Wasser gebunden Burnus . . Glühverlusi Kieselsäure . Thonerde I Eisenoxyd / Manganoxyd Kalk . . Magnesia . Kali . . Natron . ^'^^l 5 24 1,23/ ^''^^ 4,03 1 2,42 99,58 Gesammt-Glühverlust . ab Wasser im Gestein 7,66 1.43 6,23 99,62 ab Glühverlust 6,23 93,39 Wasser . Kieselsäure Thonerde \ Eisenoxyd / Manganoxyd Kalk . Magnesia . Kali . . Natron . 1,53 77,42 77,42 15,391 } 15,51 0,12/ 1,23| 0,80 1,77 1,68 5,40 99,94 Gestein Boden Kiesel- säure 11,79 14,13 Sesqui- oxyd : 2,92 : 2,84 Mon- oxyd : 1 : 1 Jahresbericht. 1879. 18 Boden, Waaaer, Atmosphäre, Pflanze, Bilnger. n. Granit. Frisches Gestein. Granitboden. Mittel von 2 Analysen Berechnet Wasser Hygrosc. Wasser gebunden Phosphorsäare Kieselsäure . Thonerde Eisenoxyd Manganoxyd Kalk . . Magnesia Kali . . Natron . 2,27 2,27 0,45 63,39 63,39 18,25] 5,94 m,33 0,14J 4,27| 1:3810,78 3,25j Wasser Hygrosc. . Wasser gebunden . Cellulose haltiger Humus . il} 9'49 Gesammt-Clühverlust . als Wasser im Gestein 14,36 2,27 9,74= 4,87 lilühverlust 0,77 100,77 Kieselsäure . Thonerde I Eisenoxyd / Manganoxyd Magnesia Kalk . . Kali . . Natron . . 14,36 64,06 64,06 1G,74 16,74 ? 1,54) 1^23} 5,48 1,19) 12,09 100,00 ab 12,09 87.91 Gestein Boden 100,64 Kiesel- Sesqui- säure oxyd 5,783 : 2,207 11,696 : 2,056 Wasser .... 2,58 Kieselsäure . . . 72,87 Thonerde 1 Eisenoxyd / 19,04 Manganoxyd . . . V Magnesia .... 1,75) 1,731 Kalk Kali 1,40' 1,35 Natron .... 100,72 6,23 Mon- oxyd ; 1 : 1 Frisches Gestein. III. Phyllit. Phyllitboden. Mittel von 2 Analysen Berechnet Wasser Hygrosc. Wasser gebunden Phosphorsäure . Quarz . . . Gebund. Kieselsäure Thonerde . . Eisenoxyd . . Kalk Kali Natron 0,28 33;54}58,96 23,64) 7,40^31,22 0,18) 0,90 Wasser Hygrosc, Wasser gebunden . 1,65 Sl ^'88 Cellulose haltiger | s Humus . . -i 6,00:^3,00 I =2 0,33 Glühverlust Ouarz . . . . Gebund. Kieselsäure Thonerde l Eisenoxyd j Manganoxyd Kalk . . . Kali . Natron . 10,88 i9,i4r ' 25.05) ^25,18 5,02 99,57 Gesammt-Glühverlust . 10,88 ab Wasser im Gestein 3,25 7^63 99,63 7,63 92,00 Wasser . Kieselsäure Thonerde 1 Eisenoxyd / Manganoxyd Kalk . . Magnesia . Kali . . Natron . 3,53 63,58 63,58 27,23) 0,14) 1,41) 1,40 ) 1,83 ( 0,82) 27,23 5,46 99,94 Kiesel- Sesqui- Mon- saure oxyd oxyd Gestein 8,545 : 4,533 : 1 Boden 11,644 : 5,018 : 1 Boden. 19 IV. Granit. No. Absorp- tion « a CO 53 < Ol 0) o t» t-, VI r3 fc> Kohlen- stoff Humus o 1 Frisches Gestein . . . 1 Noch anst. aber umgew. 11,32 2,27 2,77 SiiiStückeu 14,00 0,68 2,06 2,74 2 13 gep. 30iiiStiifken 12,64 0,88 2,48 3,36 3 30 gep, Kohlenstoff 29 in Stückt!« 9,65 1,62 2,33 0,86 5,67 4 29 gep. 1,72 Kohlenstoff 36 in Stücken 11,35 1,73 2,48 1,15 6,51 5 37 gep. 2,30 Kohlenstoff Feinster Grus . . . 40 natörlicli 40 gep. 12,10 1,87 2,48 2,70 5,40 9,75 6 Kohlenstoff Boden 41 iiatürlicli 41 gep. 9,60 2,49 2,13 4,87 9,74 14,36 Phyllit. Frisches Gestein . . 1 Grus 2 Untergrund . . . 3 Boden Frisches Gestein . . 1 Grus 2 Untergrund . . . 3 Unter der Moosdecke 4 Ackerboden . . . 2 9 25 36 8,87 0,30 2,95 12,40 0,80 4,44 14,36 1,22 3,67 13,38 1,65 3,23 Kohlenstoff 0,73 1,46 Kohlenstoff 3,00 6,00 Grauwacke. 40 47 28 24 6,62 0,13 1,30 12,29 1,23 3,55 19,11 2,18 3,94 6,80 2,42 2,03 8,73 2,40 1,23 C. 0,79 1,72 C. 0,25 5,03 C. 0,58 1,16 7,28 C. 4,77 9,55 14,00 C. 2,42 4,03 2* 7,66 3,25 5,24 6,35 10,88 OQ Boden, Waasor, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Stickstoff V. Sievers ^) bespricht die Frage der Entstehung des Stickstoffes im des Torfes, Torfe und gelangt auf Grund seiner analytischen Resultate und anderer Untersuchungen zum Resultate, dass der Stickstoff des Torfes dem Stickstoff der Vegetabilien entstammt. — Von Versuchen sind zunächst erwähnenswerth die Stickstoff- und Asche- bestimmungen des Holzes einer auf Meeresboden gewachsenen Fichte in allen Zuständen der Fäulniss mit nachstehendem Resultate: Gehalt an Stickstoff Asche Frisches Holz 0,21 «/o 1,10 > Rothfaules Holz 0,24-0,37 »/o 1,30- 1,82 o/o Weissfaules Holz 0,25—0,59 „ 1,18—1,66 „ Schwamm auf dem Holz wachsend . 0,74 — 1,4 „ 1,03 — 3,60 „ Wir haben es hier unbedingt mit einer beginnenden Torfbildung zu thun. Weitere Analysenresultate von lebenden Sphagnumarten und Sphag- numtorf sprechen für die oben erwähnte Theorie ebenfalls: Stickstoff Asche Lebende Sphagnumarten . . 1,12% 3,41 ^'/o Braune Schichten darunter . 0,99 „ 2 — 3,39 „ Sphagnum-Torf 3,52 „ 9,32 „ Der Aschen- und Stickstoffgehalt verändert sich demnach sehr wenig, so lange Ueberschuss von Feuchtigkeit die Zersetzung organischer Stoffe ver- hindert. Sobald die Torfbildung beginnt, tritt relative Anreicherung an Stickstoff und Aschenbestandtheilen ein, weil die stickstofffreien Substanzen zuerst vermehren. lieber die Torfbildung äussert sich der Verfasser folgen dermassen: „Die Torfbildung kann in zweierlei Weise ihren Anfang nehmen. Einmal kann sich der Moosmorast auf einem seichten Wasserspiegel bilden, ein anderes Mal kann ein trockner Boden durch Wasserzufuhr in einen Morast verwandelt werden. Im ersten Falle gewähren die Torfschichten folgendes Bild. Es wird eine kalkreiche Sandschicht der Grund des frühern Gewässers den Unter- grund bilden. Hierauf folgt eine dunkle, vielleicht aus Tj^pha, Butomus, Menyanthes etc. gebildete Schicht. Diese wird bedeckt von halb zersetzten hellbraunen Sphagume, so hoch als der Morast ist, bis zu der noch weiter wachsenden, meist aus Sphagnum bestehenden Vegetation, welche bald mit Eriophorum, bald mit Ericineen vermischt ist. Im zweiten Falle verliert das versumpfende Terrain allmälig die Kräuter und Gramineen, an deren Stelle Cyperaceen auftreten, die älteren Bäume stürzen bald zusammen, die jüngeren wachsen noch fort, aber verkrüppeln, mit unerbittlicher Gewalt beginnt das Sphagnum Alles in sich zu begraben und streitet schliesslich nur noch mit Phragmites um die Herrschaft. In auf diese Weise entstandenem Torfe finden sich die Baumreste oft wohl erhalten, während das Sphagnum sine mehr dunkel- braune Farbe zeigt, also mehr zersetzt wurde. Wo aber schon eine Sphag- num-Vegetation das Material zur Torfbildung lieferte, da ist die Zersetzung wieder eine sehr geringe gewesen. Man grabe auf einem Moraste noch so tief, man wird bis auf eine schwache, dunklere, dicht über dem Untergrunde liegende, oder bis auf eine mit viel alten Stämmen durchsetzte, etwas stärker gefärbte Schicht, immer blos halb zersetztes, im trockenen Zustande hell- 1) Landwirthschaftl. Versuchsstation. 84. 983. Boden. Ol braunes Moos antreffen. Findet sich jedoch eine schwarze Schicht einge- sprengt, so kann man mit Sicherheit annehmen, dass durch Wassermangel der atmosphärischen Luft eine Zeit lang Zutritt gestattet war. Die halb zersetzten Pflanzenreste unterliegen dann einer beschleunigten Oxydation, der Boden wird unter Bildung von Humusstoffen und Kohlenstoffanreicherung schliesslich schwarz, und die Stickstoffverbindungen, sei es, dass sie noch als Eiweissstoffe existirten, sei es, dass sie bereits in die ersten Phasen der Zersetzung übergegangen waren, consolidiren sich zu widerstandsfähigen Körpern. Es fragt sich nur, ob nicht ein grosser Theil der Eiweissstoffe bereits vollständig zersetzt war, bevor dieselben unter das schützende Wasser gelangten. Verschiedene Umstände wirken dem entgegen. Das Sphagnum und die übrigen niedrigen Pflanzen werden natürlich einen höchst geringen Stickstoff- verlust aufzuweisen haben, da sich die absterbenden Theile immer unter Wasser befinden, aber auch Laub und Nadelholz werden vor bedeutender Zersetzung geschützt." Das Gesammtresultat der Untersuchungen des Verfassers liegt in fol- genden Sätzen: Die Eiweissstoffe bringen eine für den hohen Stickstoffgehalt des Torfes ausreichende Stickstoffraenge in den Boden. Es liegt somit kein zwin- gender Grund vor zu einer irgendwie wesentlichen absoluten Stickstoffan- reichcrung. Die Pilze wirken conservirend auf die absolute Menge der Stickstoff- verbindungen. Beim Faulen des Holzes findet eine relative Stickstoffanreicherung statt. Die stickstoffhaltigen Verbindungen im Torfe sind in Kalilauge löslich. Bodenanalysen. Bodenphysik. N. Pellegrini^) machte vergleichende Studien auf dem Gebiete der ^\P^^^' mechanischen Bodeuanalyse, indem die Methoden von Noebel und Schlösing chemische einersseits im Vergleiche geprüft wurden, ferner eine mikroskopische Unter- anaiys'e. suchung der Thonmassen, nach Noebel erhalten, eingeleitet wurde und andererseits die Methoden von Masure und Schlösing, endlich auch die Methoden von Masure, Noebel, Knop und Schlösing vergleichsweise geprüft wurden. Als Kesultat ergab sich, dass der Thongehalt nach Noebel's Methode stets 2 — 2^2 mal grösser ist, als der nach Schlösiug's Methode erhaltene, ferner nach Noebel die Thonbestandtheile von den saudigen nicht vollständig getrennt werden können, desshalb auch nicht 5 getrennte Gruppen durch die Arbeit festgestellt werden können, der Noebel'sche Apparat ver- möge seiner Construction unmöglich zuverlässige Resultate geben kann. Die Resultate der mechanischen Bodenanalyse mit ein und derselben Bodenart gehen ausserordentlich auseinander, was nachfolgendes Resultat bestätigt: Thonbestimmung Sand Methode der circ. Waschung . . 58,230 26,978 „ nach Masure .... 71,899 13,358 „ Noebel .... 87,315 1,571 „ „ Knop 64,432 21,208 „ „ Schlösing . . . 37,670 26,795 Die Methode von Schlösing hält Verfasser für die beste. ^) Staz. agrar. sperimental. ital. 1879. 22 Boden, Wasser, Atmosphäre, PHauze, IJUuger. F. Sestiui') thcilt cbcnt'alls auf Grund eiugehender Versuche im Betreff der Methode Schlösing's für die chemisch-physikalische Bodeuanalyse mit, dass 1) dieselbe genau den Thongehalt in den Culturböden anzeigt; 2) bei der Ausführung die Flüssigkeit anstatt 24 Stunden, nur 1 2 Stunden stehen bleiben darf-, 3) dass die Waschungen von 6 auf 12 gebracht werden mussten, und die Operation der Reibung mittelst Pinsel benutzt werden könne, um Thon- bestandtheile von den Sandbestandtheilen zu trennen; 4) der Thon und Sand, abgeschieden durch die Arbeit, niemals gleiche Zusammensetzung haben, wesshalb die Bezeichnung thon- und sand- artige Bestandtheile besser erscheint. Die Schlösing'sche Methode wurde auf die pliocänen Thone (Mattajone), die Biancane der toscanischen Landwirthe angewandt und hier constatirt, dass die thonigen Bestandtheile in geringerer Menge vorhanden sind, als die sandigen, der bisherigen Annahme entgegen. Mattajone di Orciano (Pisa). No. 1. 2. 3. Hygroskop. Wasser 100 « C 8,85 4 3,87 Thonartige Bestandtheile 26,06 27,09 32,57 Sandige „ 33,40 36,5 38,0 Erdige Carbonate, in Säuren lösl. Bestandth. 36,69 32,41 24,96 w'einbtr^'gs" ^- Hllger^) thcilt nach einer kurzen Schilderung der geologischen bellen. Verhältnisse der Weinbergslagen der Maiugegend eine Anzahl Bodeuanalysen mit, hervorragend Weiubergslagen entnommen. Bei der Analyse wurde auf Feststellung sämmtlicher in Salzsäure und darin unlöslicher Bestandtheile Rücksicht genommen. Die folgenden Tabellen geben die Uebersicht über die Bodenarten von: 1) Stein bei Würzburg, hervorgegangen aus den Gesteinen der ge- sammten Muschelkalkformation, des Wellenkalkes, der Anhydritgruppe und des Muschelkalkes; 2) Pfülben bei Randersacker j 3)Spielberg „ „ | oberer Muschelkalk; 4) Teufelskeller „ „ ) 5) Schweinfurt; a\j^-„i. /o t 1 u \ f Wellenkalk 6) Leisten (Schlossberg) . , ^ ^ °^ I vorwiegend; 7) Rödelsee, aus Keupermergel, Sandsteinen der Keuper und Letten- kohlenbildung gebildet; 8) Callmuth bei Homburg a./M., aus Roth und Wellcnkalk (Wcllen- dolomit) gebildet; 9) Hörstein, Verwitterungsproduct von Hornblendeschiefer und Gneiss, besonders Kaliglimmer (Damourit); 10) Liebfrauenmilch bei Worms (Septarienthon); 11) Hoch heim, Verwitterungsproducte der tertiären Cyrenenmergel. ^) Staz. agrar. sperimeut. ital. 1879. 2) Laudwirtlisch. Versuchsstatiouen. XXIIl. 445. 1879. Boden. 23 1—1 C iH 1-H CD CTi CD ■<* UO o o CD CD tH 1— ( ' i*_ TjH CD^ 00^ 00 05 iH CD (^ T— 1 CO CO ■. 1-1 ■ Cß^ co^ "^^ co^ CO^ CD^ o^ CD^ o o 00 o. CO O apaania^ c-" CO i-T co" -*" o" o" o" co" o" o apaauta^ CD OS t^ tH 05 '^ CO CO O CO CO Tj< 1—1 o iH iH „q^nraiiBo" QO CQ lO iH T— 1 O ■>!l^ Tt< CO o c^ CO CD _ ■^ 1— ( CD^ CD^ o "* 1— ( CO tH o 00^ lO o apjontaj (JQ" crf lO" lH T— 1 o" o" o" o" o" oT OS o" o" CO 1> t>- 05 -* CO CD •r*< CO o 1— 1 o CD „aasppgy;" '^ lO CO r^ o CD "* O o o CD "* CQ co^ co^ CD 00^ -* CO 00 CO CO l-( ■* CO ^ 1 ^•^ apaanp^ (S CD iO~ 1—1 t^." ■>cr< o" o" o" o" o" o o 1— 1 O 1 CO Oi CT5 CO TH ~o~ CD -* 1—1 iH CO t^ „najsiaq" Tf* J> CO »o CD iH CO iH 05 CQ 1—1 ■* CO tJ* os_ 1> o 00^ CO o 00 CO o o lO co^ CD CO tH O apjaniaj c.^ '^ 1> Oi^ q. os^ ■^ o ■^ o o lO TH O CO co ■* CQ ■* CO 00 ■^ iH o 1-H 1—1 o CO tH ■^ tH^ CD q. CD^ 1—1 co^ CO o c CO ->*^ o o -si9i"ax" «r c CD CD y-i "rj< CO 1-1 tH ■^ ■* 00 CO CO TH ' -^^ rt* CO^ CD CQ CTS 00 CO o o CO o lo o 8pj8UJ9^ co~ CO in iO ■<#" cd" CO CO" o" o o" o" o" oo" OS o" o" CO CQ CO »o 1> CD CO 1—1 o CO CQ CO •«;*< iH „uaqinjj" Oi 00 CQ o tH O t^ tH o lO tH CO iH CC» CO -* CO^ co^ CD CO -* CO o o CQ t>.^ CO O 9pj9UI9j; rf co" tJh" i>" CO CO o" o" o" o" o" os" OS o" o" CO CO ■^ ■^H O ^ CO CD CO CD Tt< »c tH CO ,,ni9?S" O CO CD lO CO CO O Co ■>*, Ci CD^ TjH o^ CD iH CO o CO t>.^ ■^ o 9pa9ni9j^ wT lO !>•" ■^^ CO co" o" o" o" o" o" oo" OS o" o" 1 'co -i a (B (D Oi • c3 bß PI o 2 2 an Kies säure gebund ■4.J o f-l S-i 3 :cS -■■ CO > 1 CO 'S CO a o isenoxyd oxyd) i o o CO i=l O "ö 1 e« :c3 CO 4) o 3 o CO o Kalk Magnesia 3 M H H M w W ;zi OD ü Oh 24 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. T) O CO '^ w P^ w W H s er ö; « p ts o o 1" er o CO o' i^ b; d; o 3 CD CO ►L CO ■-j O »" p 1— • o X ^ 2- CO ta C Ol CD 1 1 CD CD 3 CD >Ti CD g • « , P • 2 OQ o P C5 • • « " a m g. P* CO 63 63 O O p o o 63' )f>> P t-1 ^63 03 OO O "oo o ■*>. o "#^ ~CD "os "t-1 Stein ts 63 h-i 63 ^ o 00 OO Ol 63 tf^ 65 »f^ OS 00 1— l K-l »f^ o OS Ol 63 W 63 J3 "to ~63 "o o "k-1 "oo "co "63 "oo "o "cd Spielberg 63 CO »f^ tf^ o 63 CO rf». CD l-l 00 h-i l-k 63 o *^ OS »f^ <^ VJ CO OS o o o o o p J^ J£) p 1—1 t-1 o 00 o o "o OS "h^ "os "oi "o "cd Teufelskeller rf^ 1— ' h-1 o >fi- CO 00 63 1—1 OS >f^ c;i tf^ OS 00 h-l o 1—1 00 OS tn rf^ 63 o O o o p p i^ CD 63 t^3 jS3 1d o o V "63 "t-l "(£> "o "hf>- "o "os Schweinfurt 00 CD l-l OS h-i 63 OS h-i O' »-1 00 )f^ OS 63 63 Ol tf»- OO 63 t-i Üt rfi- oo h-i OS O o o P O 4^ -~I J^ i^ OO ~oo Ol o o "h-i "*>. "o "oo "os 1—1 "tf^ Leisten ^ 1—1 63 CO OS OS h-l OS t-i OS crs O 63 l-i h-i <» ^ o 1—1 c Üt ►-1 6» J> "bs Höchheim Cl 63 OS OS »^^ OS *>• h-l tf^ o t-1 Ol h-i h-l )— 1- OO (—1 t-l Ol 00 h-l 63 63 OO P p o JS3 Js3 p Ol o t)^ Ol "«5 lo "h-1 o )— ' "05 CD 00 CO "oo "63 Hörsteiu OO OS O o C o OS CD 4^ ^ tf=^ OO hf^ 63 63 63 H-l 63 H-i 63 OS t-1 CO — H p CD er w CD CD *-^ CO P 3 pL. 1— 1 Boden. Og F. Ullik 1) theilt Erfahrungen auf dem Gebiete der Bodenabsorption mit. 1) Verhalten einer wässrigen Kali - Ammoniaksuiierphos- phatlösung gegen Ackerde. Das Kali-Amraonsuperphosphat hatte folgende Zusammensetzung: Kali = 4,69 > Natron = 13,72 „ Kalk = 6,54 „ Magnesia =: 3,26 „ Phosphorsäure = 5,60 „ Chlor = 15,72 „ Lösungen dieses Phosphates (10 grm auf 1 Liter) wurden im Verhält- niss 1:2, Ackererde zur Lösung 48 Stunden lang stehen gelassen. Die Untersuchung der Lösung nach der Absorption ergab, dass Chlor und Schwefelsäure unverändert geblieben sind, Kalk ausgeschieden, die übrigen Substanzen absorbirt wurden. 2) Verhalten reiner Phosphorsäurelösung gegen Ackererde, im Vergleich mit der Superphosphatlösung. Hier stellte sich das interessante Resultat heraus, dass aus der Superphosphatlösung mehr Phosphorsäure (die doppelte Menge) absorbirt wird, als aus der reinen Phosphorsäurelösung. 3) Wie beeinflussen die übrigen Bestandtheile des Super- phosphates die Kaliabsorption? Es wurde mit Lösungen von schwefelsaurem Kali gearbeitet, denen einzeln Zusätze von Kochsalz, schwefelsaurem Kalk, schwefelsaurem Ammon und saurem Calciumphosphat gemacht wurden. Diese einzelnen Lösungen enthielten alle dieselben Mengen von Kali, wie im Superphosphat , ausser- dem die entsprechenden Natrium-, Calcium- und Phosphorsäuremengen. Die folgende Tabelle giebt klar die erhaltenen Thatsachen. In 100 CCm. Kali in der ursprünglichen Lösung Kali nach der Absorption Absorbirt Absorbirt. Kali in "/o der ursprünglichen Menge Verminderung 'der Kali- absorption .... I. Lösung von schwefeis. Kali 0,0469 0,0131 0,0338 72 II. Lösung I + Chlor- natrium 0,0469 0,01 93 0,0276 59 72—59 = 13 III. Lösung II + Gyps 0,0469 0,0163 0,0306 65 72—65 = 7 IV. Lösung III Ammon 0,0469 0,0173 0,0296 63 72—63 = 9 V. Lösung IV + saures Calcium- phosphat 0,0469 0,0143 0,0321 68,4 72—68,4 = 3,6 Diese Resultate zeigen unbedingt eine strenge Gesetzmässigkeit und werfen ein Licht auf den chemischen Charakter der dabei stattfindenden Vorgänge, besonders weisen dieselben auf jene Processe hin, die man als chemische Massenwirkung bezeichnet, bei der die Wirkung von Chlornatrium bedeutend hervortritt. Ab- Borptions- erschei- uuDgen. *) Landwirthsch. Versuchsstat. XXIII. 345. 26 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 4) Wie verhalten sich Lösungen von Supcriihosphat, die mit Ackererde in Berührung waren, bei Zusatz neuer Mengen von Erde? Die Kesultate der Versuche zeigen, dass die Abnahme des Kali's lang- sam fortschreitet. Die Phosphorsäure ist nach der 3. Absorption fast ver- schwunden; Magnesia wird zuerst absorbirt, dann findet Umkehrung statt. — Verf. macht hierbei auf die Phosphorsäureabsorption aufmerksam und meint, dass die Phosphorsäureabsorption erst das Resultat eines secundären Processes ist und zuerst immer CaH4(P04)2 und dann die Absorption in bekannter Weise vor sich geht. 5) Wie verhält sich ein Boden, der schon aus einer Lösung absorbirt hat, wenn derselbe mit neuer Lösung behandelt wird, je nachdem die Lösung durch denselben langsam durchsickert oder mit der ganzen Menge Boden gleichzeitig geschüttelt wird? Die Versuche zeigen, dass die erneute Absorption bedeutend grösser ist, wenn man die Lösung durchsickern lässt; ferner stellt auch Verf. fest, dass man das Absorptionsvermögen eines Bodens für eine bestimmte Sub- stanz zu sättigen im Stande ist. — Aus den kritischen Betrachtungen über die bisher angenommeneu Punkte der Absorption sei noch hervorgehoben, dass Verf., und mit Recht, sich gegen den Satz wendet, dass aus einer ver- dünnteren Lösung absolut weniger, relativ mehr absorbirt wird, als aus einer concentrirteren. Nur sicher steht fest der Satz: Bei ein und demselben Boden ist die Absorptionsgrösse eine Function der Variablen: Bodenmenge, Quantität der Lösung und Menge des darin gelösten Stoffes. Die Unhaltbarkeit des Satzes: „Die Absorption ist eine Eigenschaft, die nur der Feinerde zukommt," wird durch Versuche an compacten Basalt- wackestücken, festem, bläulich-weissem Mergel, Plänermergel und silurischem Schiefer bewiesen. Die chemische Natur der Absorptionsvorgänge wird als zweifellos hingestellt und in dieser Richtung spätere, eingehende Mittheilung in Aussicht gestellt. — Die Silicate wünscht Verf. für agriculturelle Zwecke eingetheilt in: 1) Silicate, durch starke, concentrirte Säuren gar nicht oder nur theil- weise zersetzbar, 3) Silicate, durch concentrirte Säuren vollständig zersetzbar und 3) Solche Silicate, die schon durch schwache Säuren in grosse Ver- dünnung zersetzt werden. 6) Werden die durch Absorption gebildeten Phosphate im Boden nicht allmälig schwerer löslich in verdünnten Säuren? Die Versuche, mit Calciumchloridlösung und Natriumphosphatlösung her- gestellt, zeigen, dass das Calciumphosphat allmälig krystalliuisch und schwerer löslich in verdünnten Säuren wird, jedoch unter Umständen seine leichte Löslichkeit behält, ohne krystallinisch zu werden. Versuche endlich mit Eisenphosphat hergestellt, beweisen Aehnliches, zeigen auch, nachdem auch noch mit Erdezusatz gearbeitet wurde, dass die absorbirte Phosphorsäure im Boden schwerer löslich wird. Hwraus, 0. Pitsch^) giebt einen Auszug der Arbeiten und Ansichten von L. selb, beider Grandeau über die Rolle, welche der Humus bei der Ernährung der Pflanze ^uähr^'un "' spielt. Wir theilen hier nur die Grandeau'sche Ansicht mit, dass der Humus 1) Jahrb. f. Landwirthsch. 1879. (377. Boden. 27 die Vermittlerin des Uebergangcs der PÜanzennahrungsmittel aus dem Boden in die Pflanze ist. A. Audoynaud und B. Chauzet^) haben sich in dem Versuchsgarten Durchgang J ^ o des Wassers von Montpellier damit beschäftigt, die Veränderungen des Wassers und der und der Luft durch die Ackererde. Luft beim Durchgange durch Ackererde kennen zu lernen, um zunächst aus '^"'^'^^ ''"* diesen Beobachtungen Fragen in Betreff der Cultur des Weinstockes be- antworten zu können. Hinsichtlich der Anstellung der Versuche, sowie der gewonnenen Resultate auf das Original verweisend, geben die Verf. nach- stehende Schlussfolgerungen: 1) Das Verhältniss der Regenmengen, welche eine Ackererde durch- dringen, schwankt in gewissen Grenzen für eine und dieselbe Erde, der Aufschichtung folgend, für verschiedene Erden, der Zusammensetzung ent- sprechend. Dieses Verhältniss ist 25 ^/o im Mittel für die benutzten Vege- tationsfelder. 2) Dieses Wasser führt Pflanzennährstoffe weg, welche, wenn der Ab- fluss leicht geschehen kann, mit der Zeit eine Erschöpfung des Bodens ver- anlassen müssen. 3) Die in die Ackererde eingeschlossene Luft ist viel reicher an Stick- stoff, als die atmosphärische Luft und die Abnahme des Sauerstoffes kann durch andere Ursachen, nicht allein durch unterirdische Oxydationen, ver- anlasst sein. A. Mayer 2) spricht von dem Verhalten von Thon in Salzwasser und Kinwhkuug theilt, auf Versuche gegründet, zunächst die Resultate mit: lösungeuauf Aus reinem Wasser setzen sich die Erdtheilchen nach dem getzut|i's- Gesetze der Aufschlämmung ab. Bei Kochsalz enthaltendem vcriiäituisse Wasser werden diese Verhältnisse insofern geändert, dass die Erde°n. obere Grenzlinie anfangs verschwommen, sich nachher aber scharf bildet. Ueber der oberen Grenzlinie bleibt dabei eine verhältnissmässig sehr klare Flüssigkeit zurück. Die Klarheit wächst mit der Menge des verwendeten Kochsalzes. Bezüglich des Verhaltens anderer Salzlösungen stellen sich die That- sachen fest, dass sich Salzlösungen hinsichtlich des Absatzes von Thon- schlamm aus ihnen in 2 Categorien theilen lassen: 1) Solche, welche sich wie reines Wasser verhalten, 2) Solche, welche sich dem Kochsalz anreihen. Zur ersten Categorie gehören Ammoniak und Phosphate, zur zweiten die salzsauren und salpetersauren Salze ohne Rücksicht auf saure oder alkalische Reaction. Bei allen Salzen wurde ferner durch Ver- mehrung des Alkali's eine Umkehrung der Erscheinung beobachtet. Eine weitere Versuchsreihe des Verf. bezog sich auf die Durchlässigkeit der Thonniederschläge, mit Rücksicht auf die Erklärung der Bodenveränderungen in Folge von Salzwasserüberströmungen. Die Versuche zeigten, dass Wasser und 1 % Kochsalzlösungen, sowie alle Salzlösungen, welche sich hinsichtlich der Aufschlämmung analog verhalten, sich gleich verhalten, d. h. die Durch- lässigkeit im Vergleiche mit Wasser nicht viel beeinflussen. Beim Ersetzen der Kochsalzlösung durch Wasser zeigt sich unmittel- bar nach dem Verdrängen der noch von der Erde eingenommenen Koch- salzlösung eine sehr bedeutende Abnahme der Durchlässigkeit. ') Annales agronomiques. 1879. 393. ^) Forschungen auf dem Gebiete der AgriculturpLysik. IL 251. Og Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Eine weitere Frage, durch Versuche erläutert, bezog sich auf das Dichterwerdeii von Thoncu unter dem Einfluss mechanischer Erschütterung. Aus diesen Versuchen, die mit javanischer Erde angestellt wurden, geht her- vor, dass: 1) Thonige Niederschläge die ersten Tage nach ihrer Entstehung sich noch etwas verdichten, 2) mechanische Erschütterung einen sehr deutlichen Einfluss auf das Dichterwerden thoniger Niederschläge hat, 3) dieser Einfluss bei Abscheiden aus reinem Wasser viel wirksamer als innerhalb harter Wasser oder Salzlösungen ist, vermuthlich weil im ersteren Falle die Theilchen beweglich sind, 4) das Volum der Niederschläge in erstercm Falle gleich auch von vorn- herein darum viel kleiner ist, als beim Absetzen aus Salzwasser. Auf die Beschleunigung der Durchlässigkeit haben verschiedene Salze keinen Einfluss, es mögen die Salze der 1. oder 2. Categorie angehören. Wird die Durchlässigkeit durch Auswaschen der Salze ver- ändert? Versuche mit Kalihydrat, Kalkwasser, phosphorsaurem Natron zeigen, dass die Durchlässigkeit ebenfalls keine wesentliche Veränderung erleidet, nicht plötzlich abnimmt. Das Verhalten des Kalkwassers überhaupt bezüg- lich der Durchlässigkeit des Thones lässt sich so feststellen, dass es fast ganz wie reines Wasser wirkt, nur im Anfange die Durchlässigkeit etwas begünstigt, d. h. günstig für sich allein angewandt, ungünstig als Auswasch- mittel des Kochsalzes. Verf. fasst seine Versuchsresultate in den für die praktischen Fragen wichtigen Satz zusammen: „Salzlösungen, welche in thonigem Wasser keinerlei chemische Ver- änderungen erleiden, geben zu capillaren Bewegungserscheinuugeu zwischen den Thontheilchen Veranlassung, deren Resultat bei dem Wiederausspülen des Salzes ein Zusammenschlämmen des Thones ist, während absorptions- fähige Salzlösungen sich entweder von vornherein verhalten wie reines Wasser, d. h. zu keiner besonderen Capillaranziehung der Thontheilchen unter sich Veranlassung bieten, oder sich beim Wiederausspülen wie Wasser verhalten, indem dabei das gleichsam krystallinische Gefüge des Thones zu einem bleibenden wird." Schliesslich wendet sich der Verf. zu den praktischen Folgerungen und coustatirt zunächst die bekannte schädliche Wirkung der Seewasserüber- fluthungen der thonigen Polterländereien in directer Schädigung des Pflanzen- wachsthums durch den Salzgehalt der Krume, sowie in dem nachträglichen Dichtschlämmen des Bodens, oft erst im zweiten Jahre nach der Ueber- schwemmung. Als Mittel, diese Schädigungen zu beseitigen, sind zu erwähnen das Ausfrier enlassen, Pflanzenwuchs. Fiockuug E. W. Hilgard^) behandelt in einer interessanten Arbeit die Frage TheUchYu. der Flockung kleiner Theilchen und bespricht eingehend die physikalischen und technischen Beziehungen dieser Erscheinung. Auf Grund seiner eigenen Ver- suche aus früherer Zeit, sowie der Erfahrungen J. W. Johnson's, Klenze's, Haberlandt's u. A. stellt Verf. hinsichtlich der Flockung suspendirter Theile folgende allgemeine Gesetze auf, welche für die mechanisch -physikalische Bodenanalyse und viele andere Erscheinungen sehr beachtenswerth sind. ^) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. II. 441. Boden. 29 1) Die Neigung zur Flockung verhält sich annähernd umgekehrt wie die Grösse, oder der hydraulische Werth der Theilchen. 2) Die Intensität der Bewegung, welche nothwendig ist, um die Cohäreuz der Flocken zu überwinden, folgt ungefähr dem gleichen Gesetze. Je grösser die Einzelnkörner, desto leichter zerfallen die Aggregate. 3) Die Neigung zur Flockung vermindert sich rasch mit zunehmender Temperatur. Im Wasser, nahe dem Siedepunkte, ist dieselbe sehr schwach. 4) Die Gegenwart von Alkohol, Aether, kaustischen oder kohlensauren Alkalien wirkt der Flockung entschieden entgegen, während im Gegentheile Säuren und Neutralsalze dieselbe zu begünstigen scheinen. 5) Sedimentpulver desselben hydraulischen Werthes, aber von spec. Gew., zeigen vergleichsweise, dass höhere Dichtigkeit der Flockung entgegenwirkt. E. Wollny 1) hat auf dem Gebiete, das er, E. Ebermayer, J. M ö 1 1 e r ^i?/"** "^^"^ u. A. früher bearbeitet haben, wiederholt Versuchsreihen unternommen mit decke u. der möglichster Berücksichtigung der Nebenumstände, deren Resultate hier ^ "auf *den"^ niedergelegt sind. ^*'^^®?",^ ° Säuregehalt Die Veisuche wurden mit der Ackererde des Müuchener Versuchsfeldes der Boden- angestellt, welche, innig gemengt, in 3 Zinkblechcylinder von 0,5 m Höhe ^" '" und 0,1 Qm Grundfläche gleichmässig gefüllt wurde. Jedes Gefäss enthielt 1,20 Ctr. Erde. An der Basis der Cylinder befanden sich enge Glasröhren, welche 0,25 m tief in die Erde eindrangen, ausserdem horizontale weitere Röhren, um überflüssiges Wasser abzulassen. Die Oberfläche eines Kastens war mit Rasen bedeckt, des 2. mit Häcksel (1,5 cm dick), des 3. brach. Die Bestimmungen der Kohlensäure geschahen im Wesentlichen nach der V. Pettenkofer'schen Methode. I. Versuchsreihe: Einfluss der Pflanzendecke und Beschattung auf den Kohlensäuregehalt der Bodenluft in 0,25 m Tiefe während der wärme- ren Jahreszeit, vom 18. Mai — 26. October 1878. Bestimmungen der Kohlensäure fanden alle 8 Tage statt. Resultat: Der Grasboden enthielt stets durchschnittlich 4,4 mal weniger Kohlensäure als der brachliegende, ebenso 3,4 mal we- niger als der mit Stroh bedeckte Boden. II. Versuchsreihe: Dieselben Verhältnisse, wie bei I. in kälterer Jahreszeit, nur im November und März, April einige Male vorgenommen. Das Resnltat, das keinenfalls hier massgebend sein kann, ist: Der Boden, mit Rasen bedeckt, enthält mehr Kohlensäure als der brachliegende. In einer 3. Versuchsreihe constatirte Verf., dass der Boden unter einer Decke lebender Pflanzen um so ärmer an Kohlensäure ist, je dichter die Pflanzen stehen. — Auf die Bedeutung dieser Versuchsresultate für die Be- urtheilung der Einwirkung der Brache auf die Fruchtbarkeit des Bodens wird mit Recht hingewiesen. Spätere Mittheiluugen über diese Fragen sind zu erwarten. C. Flügge^) kritisirt in einer grösseren Arbeit die bisher angewandten ^/t^jt^^es Methoden zur Bestimmung der Poi'osität des Bodens und empfiehlt eine neue Bodens. Methode, bei welcher als Grundlage für die Beurtheilung der Porosität der Bodenarten das Gesammtvoluraen der Poren in erster Linie genannt wird. — Es kann unmöglich hier der Platz sein, diese neue Methode ein- gehender zu besprechen, da es wohl zweifelhaft erscheint, ob die Grundlagen *) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. III. 1. *) Beiträge zur Hygicine. Leipzig, 1879. QQ Boden, Wasaor, AtraoBpliäro, Pflanze, Dünger. derselben überhaupt ihre Bercelitigung haben und verweisen wir auf das immerhin beachtenswerthe Original. Eintiusa der E. Wollnj^) Stellte ausgedehnte Versuche an, um die Behäufelungs- fuf'dr/Tera? ciltur wisseuschaftlich zu begründen, namentlich den Einfluss derselben auf ^f'^^^iV"" ^^^ physikal. Beschaffenheit des Bodens festzustellen. Nach 2 Richtungen koitsvor"- bewegen sich die Versuchsreihen: ^Aekc'rcrde.' l) Einfluss der Behäufelung auf die Bodentemperatur. Bei diesen Versuchen wurden besonders die Temperaturen der Be- häufelungs-Dämme mit den Temperaturen der Ebene verglichen. Als Boden- arten wurden hier benützt: 1) Ein Lehm von Berg am Laim. 2) Ilumusarmer Kalksandboden aus der Isar mit 84,6 % kohlensaurem Kalke. B) Eine Sandsorte der Nürnberger Gegend. 4) Ein Torf aus Schleisheim. 5) Humoser Kalksandboden des Versuchsfeldes. Von diesen Bodenarten wurden in zweckmässiger Weise Dämme von 50 cm Breite und 80 cm Höhe angelegt, bei möglichst einheitlicher Ex- position. Diese Dämme befanden sich in getrennten Parcellen, vom Unter- grund zweckmässig getrennt, im Versuchsfelde der Münchener Techn. Hoch- schule. Die Temperaturen wurden nur während der Vegetationszeit bis auf 0,1 m und 0,2 m Tiefe mit genauen in 7io Grade getheilte Thermometer gemessen. Eine Versuchsreihe 1878/79 bezweckte, die Temperatur der Dämme und des ebenen Ackerlandes zu verschiedenen Tageszeiten während der wärmeren Jahreszeit festzustellen. Die Dämme waren in verschiedenen Richtungen angelegt, tlieils von NO. nach SW., theils von N. nach S.; die Temperaturen wurden Tags und Nachts alle 2 Stunden gemessen. Hinsicht- lich der mitgetheilten Resultate, die von sämmtlichen Beobachtungen mit- getheilt werden, auf das Original verweisend^! ilässt sich zunächst aus den er- haltenen Beobachtungszahlen feststellen, dass während des Tages bei warmer Witterung und Insolation der Boden in den Behäufelungshorsten erheblich wär- mer. Nachts kälter ist, als im ebenen Lande, was die Erklärung darüber giebt, dass am Morgen der Boden in den Dämmen meist kälter, Abends aber wärmer ist als in der Ebene und dass die Temperaturschwankungen in den Dämmen bedeutend grösser sind als bei ebener Beschaffenheit des Bodens. Durch Feststellung der Mitteltemperaturen von Tag und Nacht (von Morgens 6 bis Abends 6 und Abends 8 Uhr bis am Morgen 6), welche Verfasser mit- theilt, wird der Einfluss der Behäufelung auf die Temperatur klarer. Die höhere Tagestemperatur der Dämme gegenüber der Ebene kommt nun klar zu Tage. In der Nachtzeit ist es, Torf ausgenommen, umgekehrt. Eine zweite Versuchsreihe behandelt die Temperatur der Dämme und der Ebene während der Vegetationszeit. Die Beobachtungen wurden in 10 cm Tiefe 7 Uhr, 12 Uhr und 5V2 Abends vorgenommen-, eine zweite Tabelle giebt die Resultate von Beobachtungen in 10 und 20 cm Tiefe um 7 Uhr früh und 5 Uhr Abends, welchen auch Temperaturbeobachtungen in freier Luft 1 m über der Oberfläche beigegeben sind : Die Dämme hatten die Richtungen von N. nach S. und dieselben Dimensionen wie früher. Die Ötägigen und monatlichen Mittel der Beobachtungen sind mitgetheilt; auch 1) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. III. 117. Boden. gj ist auf einer Tafel eine graphische Darstellung der 5tägigen Mitteltempera- turen gegeben. Es zeigt sich, dass im Durchschnitt die Dämme eine höhere Temperatur haben als das ebene Land während der Vegetationszeit. Ausserdem ist die Thatsache wichtig, dass die Dämme nur bei warmer Witterung eine höhere, bei kalter dagegen eine niedrigere Temperatur haben als das ebene Land. Eine dritte Versuchsreihe, welche die Temperatur der Dämme bei verschiedener Lage gegen die Himmelsrichtung feststellt, zeigt, dass der Boden der in der Richtung von 0. nach W. gelegenen Dämme am Tage wärmer, in der Nacht kälter ist und grössere Temperaturschwankungen als der derjenigen Dämme zeigt, welche von N. nach S. liegen. Die Lage der Dämme wäre daher hinsichtlich der Bodenerwärmung am besten von 0. nach W. Die Endergebnisse theilt Verfasser in nachstehenden Sätzen mit : 1) Während der wärmeren Jahreszeit und bei warmer Witterung ist der Boden in den Dämmen durchschnittlich wärmer als bei ebenem Lande. 2) Im Frühjahre und Herbst und so oft plötzliche und starke Temperatur- erniedrigungen im Sommer eintreten, ist die Erde in den Dämmen durchschnittlich kälter als in der Ebene. 3) Während der Vegetationszeit und bei warmer Witterung ist der Boden in den Behäufelungshorsten am Tage beträchtlich wärmer, Nachts meistens kälter, als im ebenen Lande. 4) Zur Zeit des täglichen Maximums der Bodenteraperatur ist der Unter- schied ad 1 am grössten, hingegen tritt zur Zeit des täglichen Minimums ein umgekehrtes Verhältniss ein. 5) Die Temperaturschwankungen sind in den Dämmen erheblich grösser als in dem ebenen Boden. 6) Die von 0. nach W. verlaufenden Dämme besitzen eine höhere Tages- und eine niedrigere Nachttemperatur, sowie grössere Temperaturextreme als die in der Richtung von N. nach S. gelegenen. Der Einfluss der Behäufeluug auf die Bodenfeuchtigkeit wurde ebenfalls durch Versuche festgestellt und bewiesen, dass die Acker- erde in den Dämmen einen bedeutend geringeren Wassergehalt besitzt, als in der Ebene. Diese grössere Austrocknung der Dämme macht sich besonders geltend bei Bodenarten von geringer Wärmecapacität und schneller capillarer Leitung des Wassers. Die Verwerthung dieser Resultate für die Praxis, die klar vor Augen liegen, hat Verfasser an anderem Orte ^) behandelt. A. Mayer 2) hat mit Bezugnahme auf seine frühere Arbeit 3), speciell ^^^^^^^^JJ^"? die Bestimmuugsmethode der Wärmecapacität, eine beachtenswerthe Aenderung capacuat d. des Verfahrens, auf Versuche gegründet, mitgetheilt, welche alle Fehlerquellen möglichst beseitigt. Es folgen die eigenen Worte des Verfassers: „Es werden zwei Versuche ausgeführt, einer mit halb gefülltem, der andere mit ganz gefülltem Gefässe und die absolute Wassercapacität aus der Differenz ermittelt, und zwar, wenn wir die eben mitgetheilten Versuche zu Grunde legen, auf folgende Weise: Die Wassercapacität auf's Gewicht bei vollem Gefässe war 26,3 % , bei halb gefülltem Gefässe 30,3 %. Die erstere Zahl setzt sich zusammen aus ») Allgemeine Hopfenzeitung. 1879. 21. 22. ^) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. lU. 150. 8) Landw. Jahrb. 1874. 755. QO Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. der letzereu, die für die untere Hälfte des Gefässes gilt und einem unbe- kannten X, das eben die gesuchte Wassercapacität ist. Also 26,3 ^%+ ^ X = 52,6 — 30,3 = 22,3 % Hieraus ist dann leicht die Capacität aufs Volum zu berechnen. Hierbei war angenommen, dass in dem einen Fall das Gefäss bis zur Hälfte angefüllt war, was indessen nicht genau zutrifft. Es waren 412,8 grm. Erde anwesend, während bei voller Füllung 702,3 grm. Ei'de anwesend waren. Jene 412,8 grm. Erde hatten 125 grm. Wasser festgehalten, die übrigen 289,5 gnn. Erde demnach 59,9 grm. Wasser oder 20,7 "/o- 20,7 o/o aufs Gewicht oder 29 Vol. % ist also die absolute Wasser- capacität des Sandbodens. Man sieht, das ist ganz etwas anderes als 42 % Vol., wie sich aus dem Versuch mit halber Füllung ergeben haben würde, oder einer noch höheren Zahl, wie sie die Wahl einer noch kürzeren Erd- säule ergeben haben würde, und so erklären sich erst die Unterschiede zwischen dem Verhalten von Haidesand und bestem Lehmboden gegenüber dem Wasser, während dieselben auf die bisher übliche Weise beinahe ganz übersehen worden wären, ^sclmee^^'^ E. Wollny^), der in seinem Werke 2), sowie anderen Mittheilungen 3) decke auf dcu Einfluss der Schneedecke auf die Bodentemperatur schon erläuterte, be- tompo"ratur. spricht dioso Frage mit Berücksichtigung der Bedeutung für die Praxis nochmals eingehender. Aus dieser Arbeit sollen hier Erwähnung finden nachstehende Sätze, den Versuchsresultaten entsprechend: 1) Bei Frostwetter ist der mit Schnee bedeckte Boden wärmer als der nackte. 2) Bei plötzlichem Steigen der Lufttemperatur über " erwärmt sich der von Schnee befreite Boden schneller als der mit Schnee bedeckte. 3) In letzterem sind die Temperaturschwankungen bedeutend geringer als im nackten. Schon unter einer massigen Schneedecke verhält sich die Bodentemperatur ausserordentlich gleichmässig und sinkt selten so tief, dass ein nachtheiliger Einfluss auf etwa angebaute Culturpflanzen ein- treten könne. 4) Die Schneedecke wirkt daher nach zwei Richtungen schützend auf die Vegetation, einmal, indem sie die Kälte vom Boden abhält, und dann, indem sie grelle Temperaturschwankungen theils während des Bedeckt- seins, theils während des Aufthauens abschwächt. Durch- F. Seelheim*) stellte Versuche mit Hauptbestandtheilen des Bodens des Bodens ^on Holland, „Sand, Kalk und Thon" an, um die Gesetzmässigkeit der für Wasser. Dnrchgängigkeit des Wassers festzustellen. Der Sand war mit concentr. Salzsäure, mit kohlensaurem Natron, saurem Kaliumsulfat und Kalilauge gereinigt; der Thon wurde durch die Reinigung auf die Formel Ala O3, 2 Si O2 --|- 2» 3 H2 gebracht, als Kalk gereinigte Kreide gewählt. ^) Zeitschr. des Landw. Vereins f. Bayern. 1879. 93. ^) Einfluss der Pflanzendecke etc. auf die physik. Eigensch. u. die Fruchtbark, d. Bodens; siehe auch Jahresber. für 1877. 54. ^) Ueber die Temperatur des Bodens im dichten und lockeren Zustande. „Jahresber. 1878." *) Archives n^erlandaisea des sciences exactes et naturelles. XIV. 393. Boden. QQ Die Versuche wurden mit einem Druckapparate gemacht, bei welchem der Druck des Wassers (filtrirtes Regeuwasser) gemessen werden konnte. Die Materialien kamen in eine U förmige Röhre, so dass die nur über dem Materiale befindliche Wassersäule zur Geltung kam; das Wegwaschen der Materialien war durch ein feines Sieb gehindert. Das Wasser, welches die Materialien durchdrungen hatte, gelangte zunächst in eine trichterförmige Erweiterung, wo die Temperatur bestimmt wurde, und hierauf in ein Mess- gefäss. Zunächst wurde festgestellt, dass die Menge des durchfliessenden Wassers bei gleichen Bedingungen stets dieselbe sei. Die Versuche mit Sand ergaben nun zunächst: 1) Die Wassermenge, welche durch die nnt Sand gefüllte U röhre in gleichen Zeiten und bei gleichen Temperaturen hindurchgeht, ist proportional dem Drucke, den das Wasser ausübt. 2) Bei gleichem Drucke und gleicher Temperatur verhält sich die Menge des ausgeflossenen Wassers genau umgekehrt wie die Länge dieser Säule, oder die Dicke der durclitlossenen Sandschicht. Der Querschnitt der Sandsäule bestimmt auch die Wassermengen und zwar stehen diese Grössen in directem Verhältnisse. Die Mengen des durchgeflossenen Wassers sind proportional dem Quadrate der Durchmesser der Sand- säule. 3) Die Wirkung der Temperatur innerhalb 9 — 19,5" C. äussert sich da- hin, dass eine mit der Temperatur wachsende Menge Wassers gefunden wurde. 4) Die Abhängigkeit der Durchgängigkeit des Wassers von der Dicke der Sandkörner oder von der Grösse der dazwischen liegenden Räume (eine schwierige Aufgabe, die mit 4 Sandkörnersorten von verschiedener Grösse, mit Hülfe des Mikroskopes bestimmt, versucht wurde) ergab, dass die Wassermengen proportional sind der | Wurzeln der Gewichte der Körner, d. h. den Quadraten der Radien der Körner. Ferner ist nur die Dicke der Schicht seichten Sandes massgebend für die Menge des austretenden Wassers. Bei Mischungen von verschiedenen Körnergrössen war die Menge des hindurchtretenden Wassers annähernd gleich dem Mittel der Mengen, wenn die kleineren Körner sich nicht neben die grösseren lagern konnten-, war letzteres nicht der Fall, so war deutlich der Einfluss der feinsten Korngrösse zu bemerken. — Die Versuche mit Thon und Kalk ergaben im Wesentlichen die- selben Resultate. Beachtenswerth bleibt aber das Resultat der Versuche mit Thon, um den Einfluss des mit dem Thon verbundenen Wassers kennen zu lernen. Die Versuche ergaben, dass die Durchlässigkeit ab- nimmt mit der Menge des im Thongemische enthaltenen Wassers, wenn die Mengen des Thones gleich sind und es stellte sich hierbei Proportionalität der Wassermenge heraus zur 4. Potenz der Radien der zwischen den Thonpartikelchen vorhandenen Capillarräume, die aus dem Wasservolumen im Querschnitte sich ergeben. — Die Reibungsgrösse, deren Constante, wurde unter gleichen Bedingungen für die sämmtlichen Materialien bestimmt. Hier zeigte sich Folgendes: 1) Die Kreide lässt zweimal soviel Wasser hiudurchtreten als der Thon. 2) Der Sand lässt unter denselben Bedingungen 3070 mal mehr Wasser durch. Jahresbericht. 1879. 3 3^ Boden, Wassor, AtmoBpliärn, Pflanze, Dünger. 3) Mischungen von 3 Thon und 1 Wasser lassen bei einem Drucke von 1,5 m. Wasser während 24 Stunden Nichts hindurch. Die Schhissbetrachtungen des Verfassers, wegen deren wir für die Ein- zelnheiten auf das Original verweisen müssen, bieten sehr Beachtenswerthes. Einige Aussprüche sollen wörtlich folgen, nach der Wiedergabe, die der „Naturforscher 1880. 140" giebt: „Die Gesetze der Durchgängigkeit des Sandes, des Thones und des Kalkes können in gewöhnlichen Ausdrücken wie folgt bezeichnet werden: Unter sonst gleichen Bedingungen ist die Durchlässigkeit für jede dieser Substanzen proportinal I. der Summe der transversalen Querschnitte der Zwischenräume, durch die das Wasser dringen kann-, IL dem transversalen Querschnitt dieser Poren oder capillaren Zwischenräume, einzeln genommen. Diese Definition schliesst in sich die Existenz einer besonderen Constante für jede Materie. Der Umstand, dass die Durchgängigkeit proportional ist dem horizontalen Querschnitt der Poren, isolirt genommen, erklärt sich durch die Wirkung der Schwere in Verbindung mit der Cohäsion. Die hier enthaltenen Resultate kommen auch für die Praxis in Er- wägung und für diese hat die Hauptbedeutung die folgende Regel: Wenn man die Wassermenge kennen will, welche ein Terrain unter gegebenen Umständen durchtreten lässt, hat man nur die dichteste Schicht zu berück- sichtigen, das heisst die, welche die feinsten Poren enthält; welches auch immer die Lage dieser Schicht in dem betreffenden Böden sei, die Durch- gängigkeit regelt sich stets nach dieser allein, und die anderen Schichten können als nicht vorhanden betrachtet werden. Man braucht nur sorgfältig die Dicke und die Zusammensetzung dieser Schicht zu bestimmen, dann die Durchgäugigkeit mittels dieser Angabe zu berechnen, entsprechend den vor- stehend entwickelten Regeln Die Zusammensetzung der Alluvial-Ablagerungen , die man in der Natur trifft, sind unendlich mannigfach, während die hier mitgetheilten Unter- suchungen sich nur auf drei constituircnde Bestandtheile , Sand, Thon und Kalk, beziehen. Diese sind aber im niederländischen Boden die Hauptbe- standtheile. Die anderen bilden nur zufällige Beimengungen, für welche man keine allgemeinen Regeln aufstellen kann; selten finden sie sich in hin- reichend grosser Menge im Boden , um einen vorherrschenden Einfluss zu haben-, sie haben im Ganzen nur eine sehr secundäre Bedeutung. G. Ammon^) bringt eine Entgegnung der Kritik von Fesca über die Untersuchungen über das Coudensationsvermögen der Bodenconstituenten für Gase. — wirkungder E. Bocqucrel uud H. BecquereP) haben in der Zeit vom 2fi. Nov. dfe Tem- bis Mitte dcs Decembers in Paris (einer Zeit mit aussergewöhnlich niederer ''BodTng.^* Temperatur) Temperaturbeobachtungen in einer Höhe von 10,7 m. und 20 m. über dem Boden, ebenso in Tiefen von 0,05, 0,10, 0,20, 0,30 und 0,60 m. mittelst electrischer Thermometer gemacht, um den Einfluss der Kälte anf die Bodentemperatur kennen zu lernen. — Die wichtigsten Resul- tate lassen sich folgendermasscn wiedergeben: Unter dem mit Rasen be- deckten Boden sank die Temperatur vor und nach dem Schneefalle niemals unter 0" C., unter dem kahlen Boden war in einer Tiefe von 5 cm. schon am 27. November die Temperatur unter O*', kam am 29. Nov. auf 2,65 o. ^) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. III. 155. 2) Comptes. rend. 89. 1101. Boden. OK stieg nach dem leichten Schneefall auf O*'; dann trat wieder ein Minimum von — SjH'^G. ein, das nach dem staiken Schneefall Schwankungen zwischen 0,8 — 1,4^ zeigte, obgleich die Lufttemperatur —11 bis — 20*'C. zeigte. Der Frost hat einen Tag gebraucht, um bei 5 cm. Tiefe in den Boden zu dringen, 2 Tage bis zu in cm. Tiefe, 7 Tage bis zu 25 cm., 15 Tage bis 30 cm. — H. Wild hat in einer Monographie Beobachtungsresultate der Boden- Bodentem- temperaturen seit einer Reihe von Jahren mitgetheilt, welche in Petersburg ^ ^ und Nukuss zur Ausführung kamen. Die Hauptresultate folgen in der Fassung des „Naturforscher 1879. S. 117" wörtlich: 1) Der Temperaturzustand der äusseren Oberfläche der Erde, wie er durch die tägliche und jährliche Periode der Sonnenstrahlung, die Aus- strahlung gegen den WeKraum, sowie durch die wechselnden Winde und Hj'drometeoro bedingt wird, lässt sich stets durch die bekannte BesseTsche Intcrpolationsformel darstellen, wenn nur eine genügende Zahl von Gliedern derselben dazu benutzt wird. In dieser Formel repräsentirt das erste periodische Glied mit seinen zwei Constanten — Amplitude und Phase der Bewegung — die Hauptperiode: Jahr oder Tag (je nachdem die Formel die eine oder andere Periode darzustellen hat), die folgenden Glieder aber stellen Perioden von ^J2, Vs, V^ etc. der Dauer der Hauptperiode dar und modi- ficiren je nach dem Betrag ihrer Constanten mehr oder minder die einfache Form der Hauptperiode des ersten Gliedes (Sinuso'ide;. 2) Wenn nun die periodischen Variationen des Temperaturzustandes der Obcrfiächc in den Boden eindringen und sich darin nach der Tiefe hin fortpflanzen, so erfolgt nach der Theorie der Wärmebewegung in der Erde von Poisson zunächst beim Uebergang in den Boden eine Verminderung der Amplitude und Veränderung der Phase der Bewegung aller periodischen Glieder der Bessel 'sehen Formel, welche beide von Glied zu Glied der Reihe zunehmen. Die absolute Grösse dieser Aenderungen hängt von dem äussern und Innern Leitungsvermögen und der Wärmecapacität des Erd- bodens ab. Bei der Foi'tpflanzung sodann der Temperaturvariationen in die Tiefe des Bodens werden die Amplituden und Bewegungsphasen der peri- odischen Glieder der Bessel'schen Reihe in gleicher Weise noch weiter und für die höhern Glieder der Reihe ebenfalls relativ stärker verändert. Die Schwächungen der Amplituden stehen hierbei in logarithmischem Ver- hältniss zur Tiefe, die Veränderungen der Phase in einfachem Verhältniss dazu und die absoluten Grössen beider Aenderungen hängen hier nur vom Innern Wärmeleitungsvermögen der Erde ujid von ihrer Wärmecapacität ab. Der Effect ist also der, dass durch den Uebergang in den Boden und die Fortpflanzung in demselben nicht bloss die Grösse resp. Amplitude der Ge- sammt- Variation der Temperatur, sondern auch die Form derselben durch vorzugsweise Schwächung der höhern Glied*er der Bessel'schen Reihe eine immer einfachere wird, ja zuletzt, wenn die letztern ganz klein geworden sind, die einfache Gestalt einer Siuusoide annehmen wird, wo das Maximum und Minimum um 12 Stunden beim Tag, um 182''/8 Tage beim Jahr aus- einanderliegen. Schon die voi'stehenden Folgerungen der Theorie involviren Voraussetzungen, welche wenigstens in den obern Schichten des Bodens jedenfalls nicht erfüllt sind. Sie bei'ücksichtigt nicht die Veränderung von I^ieitungsvermögon und Wärmecapacität der Erde mit ihrer Temperatur und ihrem Fcnchtigkcitszustand, sie trägt dem Einfluss der Niederschläge und der Schneebedeckung, der Wärmemittheilung durch Luftströmungen in den Poren des Bodens etc. keine Rechnung. Da diese Einflüsse eine besonders oc Boflnn , Wassor , Atmosphäro, Pflanze, Dünger. grosse Rolle in den obersten r»odenschichten spielen, so ist von vorne herein zu erwarten, dass die Abweichung von den Resultaten der Theorie sich bei der täglichen Periode mehr als bei der jährlichen und bei dieser letztern mehr in den höhern als in den tiefern Schichten zeigen werde. Ebenso ist zu vermuthen, dass längere Beobachtungsreihen in ihren Mittelwerthen eher mit den Ergebnissen der Theorie stimmen werden, da nicht periodische Störungen wie die durch Niederschläge, Winde und dergl. dann zurücktreten. 3) Die Erfahrung bestätigt innerhalb der zuletzt angedeuteten Be- schränkungen vollkommen die angegebenen Consequenzen der Theorie. Im Mittel von vielen Jahren (13 — 18 Jahre in Edinburg) entspricht der jähr- liche Gang der Temperatur in grösserer Tiefe sehr genau der Theorie-, die beobachtete tägliche Periode der Temperatur (in Nukuss) lässt dagegen nur eine rone Annäherung an die theoretischen Verhältnisse erkennen. Auch beim jährlichen Gang der Bodentemperatur weist die Erfahrung in den Schichten nahe der Oberfläche auf beträchtliche Abweichungen von der Theorie hin. 4) Demgemäss gestatten die Darstellungen der jährlichen Temperatur- Periode des Bodens nach der B es sei 'sehen Formel, bei Benutzung der Be- obachtungs-Dateu grösserer Tiefen, wozu vollkommen Monatsmittel genügen, eine befriedigende Herleitung der einen Wärme -Constanten des Bodens: K (d. i. Wärmeleitungsfähigkeit dividirt durch Wärmecapacität). Dieselbe beträgt bezogen auf Zeitminuten und Centimeter für Sandstein: 1,39, für Trapp: 0,47 und für nicht cohärenteu Boden (Dammerde, Sand, Thon, Kies) im Durchschnitt: 0,50 (bei einer mittleren Temperatur von 11 o und mittlerem Feuchtigkeitszustand, als Exti^erae sind 0,26 und 0,98 beobachtet). Die tiefern Schichten ergeben überall — mit Ausnahme von Trevandrum — einen grösseren Werth von K als die höhern, was einer durch Druck be- wirkten grösseren Dichtigkeit der erstem beizumessen wäre, wenn nicht anderweitige Abweichungen von der Theorie vorliegen. — Zwischen den aus der täglichen und jährlichen Pei'iode abgeleiteten Werthen von K für Nukuss zeigt sich innerhalb der Sicherheitsgrenze des erstem eine die Theorie be- stätigende Uebereiustimmuug. 5) Die zweite Wärmeconstante des Bodens: ä, d. i. sein äusseres Leitungsvermögen kann zur Zeit nicht genügend bestimmt werden, da gleich- zeitige Beobachtungen über die äussere Temperatur der Erdoberfläche fehlen. Auf die Bestimmung auch dieser Grösse ist daher in Zukunft besonders zu achten. 6) Die zur Verknüpfung der beobachteten Amplituden A;. der Tem- peraturperioden in verschiedenen Tiefen p des Bodens gebräuchliche Formel: log /\p =^ A — B . jj repräsentirt, insofern sie auf die Gesammtamplituden angewendet wird, theoretisch nur eine erste Annäherung, die um so grösser wird, je tiefere Schichten des Bodens wir betrachten, oder je mehr mit anderen Worten die Bessel'sche Formel sich nur auf das erste periodische Glied der Reihe beschränken lässt. In der That zeigen sich im Verhalten der beobachteten Extremdifferenzen des jährlichen Gangs der Temperatur in den obersten Schichten des Bodens sowie des täglichen Gangs bedeutende Abweichungen von der obigen Formel, während sie sich im Allgemeinen schon von 1 Meter an abwärts den Beobachtungen befriedigend anschliesst. 7) Der hier zum ersten Mal bestimmte tägliche Gang der Temperatur im Boden ist im Allgemeinen bis zu 0,3 Meter Tiefe noch so beträchtlich, dass eine Vernachlässigung desselben überhaupt oder der an gewissen Boden. 37 Stundencombinationen anzubringeudeu Correctionen beträchtliche Fehler in den aus vereinzelten Beobachtungen herzuleitenden Mittclwerthen der Tem- peratur der obern Bodenschichten bedingen kann. Es wäre daher wünschens- wcrth, wenn zu dem Ende der tägliche Gang der Bodeutemperatur analog wie der der Luft an mehreren Orten bestimmt würde. 8) Die Monats- und Jahresmittel der Temperatur zeigen wie in der Luft, so auch im Boden eine gewisse Veränderlichkeit von Jahr zu Jahr, die aber nach der Tiefe hin an Grösse abnimmt und zwar bei den Monats- mitteln beträchtlich rascher als bei den Jahresmitteln. 9) Wie die jährlichen Variationen der Temperatur tiefer in den Boden eindringen als die täglichen und absolut grössere Vei'schiebungen — Ver- zögerungen des Eintritts der Maxima und Minima — erfahren als die letzteren, so verhält es sich mit den Säcular- Variationen (von noch grösserer Periode) gegenüber den jährlichen. So repräsentirt also die momentane Temperatur-Vertheilung im Boden nach der Tiefe hin gewissermassen eine Chronik der Temperaturen an der Oberfläche für die vergangene Zeit. 10) Die Erdschicht, innerhalb welcher von der Oberfläche aus noch eine tägliche Veränderung der Temperatur (von mindestens 0,01 o) bemerk- bar ist, besitzt im Maximum eine Dicke von ungefähr Im. — Die jähr- liche Temperatur- Variation aber wird kaum über 33 m hinaus bemerkbar sein und selbst unter den Tropen bei der geringsten beobachteten Jahres- araplilude (entgegen der Behauptung von Boussingault) sich immer noch bis zu 6 m Tiefe fühlbar machen. — Wie weit Secularvariationen der Oberflächentemperatur in die Tiefe dringen, hängt von der Dauer ihrer Periode ab. Theoretich würde z. B. eine solche von 9 Jahren und gleicher Amplitude wie die Jahresperiode sich im Maximum bis (3 X 33) nahezu 100 m bemerkbar machen. [Vgl. die Untersuchung des Herrn William Thomson Ntf. XI, 223]. 11) Die Jahresmittel der Temperatur des Bodens nehmen fast ohne Ausnahme von der Oberfläche bis zu ungefähr 1 m Tiefe um durchschnitt- lich 0,5** zu und von da an erfolgt an den meisten Orten bis zu 7,3 m Tiefe noch eine weitere Zunahme von ungefähr 0,5**, welche dem allgemein bekannten Anwachsen der Temperatur nach dem Erdinnern hin entspricht. Nur au 3 Orten niedriger Breiten und ausserdem nocli in Greenwich zeigt sich in ungefähr 1 m Tiefe ein Maximum der Temperatur, von welchem aus nach unten hin wieder eine schwache Abnahme derselben, 0,5*^ durch- schnittlich, wenigstens bis zu der Grenze unserer Beobachtungsschicht (7,3 m) eintritt. Weitere Beobachtungen werden lehren, inwiefern mein Versuch einer Erklärung dieser Thatsache richtig sei oder nicht. [Herr Wild glaubt nämlich, dass diese Abnahme der Temperatur dem Umstände zuzuschreiben sei, dass zwischen den stärker erwärmten Bodenschichten um den Aequator und den kälteren gegen die Pole hin auch im Innern der Erde ein Wärme- austausch durch mehr seitliche horizontale Strömungen stattfinden muss, also dadurch dort eine gewisse Abnahme der Temperatur nach innen zu, wenigstens bis zu einer gewissen Tiefe, und in der kalten Zone wie in dem nördlichen Theil der gemässigten dagegen eine gesteigerte Zunahme der Temperatur von der Oberfläche aus stattfinden müsse]. — Ohne nähere Definition ist die mittlere Bodeutemperatur eines Ortes eine durchschnittlich um 0,8 '^ unbestimmte Grösse. 12) Die Jahresmittel der Temperatur der Luft sind durchschnittlich um 1*^ geringer als die des Bodens darunter in 1 m Tiefe, indessen ist Qg Boden, Wassor , Atmospliiire , l'flauzu , Dünger. diese Grösse keineswegs eiue constaiite, vielmehr mit einer mittleren Un- sicherheit von ^ 1*^ behaftet. Es kann also durchaus nicht die mittlere Bodentemperatur, wie vielfach versucht worden ist, mit der Lufttemperatur identiticirt resp. als Ersatz für die Bestimmung der letzteren benutzt werden". 8:unol;.th:at ^- Wolffhügcli) thcUt die Beobachtungszahleu über die Grundluft- cier Hoden- untersuchungcu (Kohlensäuregehalt) des hygieinischeu Institutes in München vom Jahre 1873 — 1876 mit und stellt die Fortsetzung dieser Beobachtungen in Aussicht, die begreiflicherweise nach einer Reihe von Jahren erst discu- tirbar sind. .abriiläwies ^- ^,611^^) thoilt cinc Reihe von Versuchen mit, welche die Grösse Bodens für dcs Lufwcchsels im Boden unter verschiedenen Umständen, soweit derselbe von Druckdifferenzen abhängig ist, behandelt. Das Material bildete der Geröllboden Münchens, der mit Knop'schen Sieben in 6 Sorten Korugrösse getheilt wurde. Bezüglich der Ausführung der Versuche, der Methode etc. auf das Original verweisend, werden die Hauptresultate der Versuchsreihen mitgetheilt. I. Versuchsreihe: Permeabilität des Bodens bei verschiedenem Drucke. Resultat: Wenn Luft unter Druck durch poröses Material strömt, so sind die Luftvolumina der Grösse der Druckschwaukungen proportional, so lange als die Geschwindigkeiten nicht mehr als 0,062 m pro Sekunde be- tragen. Wird diese Grenze überschritten, so nehmen die Luftvolumina in einem geringeren Verhältnisse zu, als der Druck, welcher letztere um so kleiner wii-d, je mehr die Geschwindigkeit der Luft zunimmt. IL Versuchsreihe: Permeabilität des Bodens bei verschiedener Höhe der Schichte. Resultate: Wenn Luft unter gleichem Drucke durch verschieden hohe Schichten des gleichen Materiales sich bewegt, so ist die ausströmende Menge derselben umgekehrt proportional der Höhe der Schichten, so lange es sich um Geschwindigkeiten von 0,062 m. pro Secunde und darunter handelt. Bei grösseren Geschwindigkeiten nehmen die geförderten Luftmengen in geringerem Verhältnisse ab, als die Dicke der Schichte wächst. HL Permeabilität bei verschiedener Weite der Poren und bei gleichem Gesammtvolumen. Resultat: Die Weite der Poren ist vom wesentlichsten Einflüsse auf die Grösse der Permeabilität des Bodens und zwar so, dass beim Vergleiche zweier Bodenarten von verschiedener Korngrösse durch gleiche Volumina mit gleichem Querschnitte, unter gleichem Drucke und bei ganz gleichem Porenvoluracn, Luftmengen hindurchtreten, welche um das 20,000 fache ver- schieden sind. IV. Permeabilität bei gleicher Weite, aber verschiedenem Gesammtvo- lumen der Poren. Resultat: Die Permeabilität des Bodens verhält sich dem Querschnitte proportional. V. Einttuss der Lockerung auf die Permeabilität. Resultat: Die Permeabilität wird durch die Auflockerung beträchtlich vergrössert und in um so höherem Grade, je feinkörniger der Boden ist. VI. Permeabilität des nassen Bodens. 1) Zeitschrilt f. Biologie. 1879. 98. 2) Ibid. 1879. 1. Boden, gg Resultat: Die Permeabilität wird um so mehr herabgesetzt, je mehr Wasser in demselben enthalten ist und unter verschiedenen wird dieselbe bei denen am meisten verändert, welche die grössten Wassermengen zu fassen vermögen. VII. Permeabilität im gefrornen Boden. Resultat: Im gefrorneu Boden wird die Permeabilität zurückgesetzt, nicht nur in Folge der Ausdehnung des Wassers beim Gefrieren, sondern auch dadurch, dass das Wasser im gefrornen Zustande in den Poren nicht mehr beweglich ist. A. Orth^) macht Mittheilungen über die Freiheit der Reaction der Aufnahme 1 • 1111 '^'"'^ Am- Aufnahme von Ammoniakstickstoff, um die dann vorgeheeden Aenderungen mouiak- in der Zusammensetzung zu constatiren, besonders aucli um für viele mit dulch^d'e^L einem Boden vorgenommener Meliorationsarbeiten einen Massstab abzugeben. Bodeu. Verfasser empfiehlt die Knop'sche Methode. Durch Mittheilung von Versuchsresultaten, mit schlesischem Dilluvial- sand neben nicht gekittetem Sande, sowie von Lehmmergel, neben Flugsaud der Berliner Umgebung und lehmigen Sand angestellt wird der obige Aus- spruch zu beweisen versucht. J. Mo eil er 2) der sich vielfach mit den Quellen der Kohlensäure und ^.^^^^^'^1^^^^, der Vertheilung derselben in der Bodenluft beschäftigte und auch wiederholt im Bodou. eingehende Versuchsreihen auf diesem Gebiete durchführte, hat über den Stand dieser Frage in den unten erwähnten Arbeiten berichtet. Darf auch wohl hinsichtlich dieser P'rage behauptet werden, dass nach den vorliegenden Erfahrungen bestimmte theorethische Deductionen von allgemeiner Gültig- keit nicht aufgestellt werden können, so müssen doch die vorliegenden Ver- suche unsere Aufmerksamkeit beanspruchen und einen kurzen Auszug hier verlangen. „Die Luft in rein mineralischem Boden ist nicht viel ärmer als die athmosphärische. Die organischen Beimengungen des Bodens sind eine stete Quelle der Kohlensäure, welche keine bedeutende Schwankung bei der Bildung erfährt, wenn die äusseren Bedingungen gleich sind". Die athmosphärische Luft wird beim Duschgange durch Bodenarten mehr oder weniger alterirt. Humose Bodenarten nehmen Kohlensäure auf Quarz besitzt diese Fähigkeit nicht. Eine Hauptquelle für die Kohlensäure der Bodeuluft bleibt die Vermehrung von Ptlanzentheilcn. Die reichge- düngtesten Bodenarten, reich an organ. Substanz, sistiren sofort die Kohlen- säurebildung, sobald die Luft resp. der Sauerstoff abgeschnitten wird. — Die Durchlässigkeit der Bodenschichten alterirt in hohem Grade den Kohlensäuregehalt der Bodenluft. Humificirende Böden sind oft ärmer an Kohlensäure als kohlenstoft'arme Bodenarten. Der Thon erschwert in hohem Grade den Austritt der Kohlensäure, hindert aber nicht das Eindringen von Luft resp. Kohlensäure. Der Einfluss des Wassers auf den Kohleusäuregehalt des Bodens ge- staltet sich folgendermassen : 1) Im absolut trockenen Boden ist die Luft nicht reicher an Kohlensäure als in der Athmosphäre. ») Correspondenzblatt d. Naturforschervers, zu Baden. 1879. durchl. Ver- suchstatiou. VI. 276. 2) Mittheilungen des forstl. Versuchsweseus in Oesterreich. I. 1378, For- schungen auf dem Gebiete der Agrriculturphysik. II. 1879. Art TJoden, Wasser, Atmosrhäre , Pflanze, Dünger. 2) Schon (lurcli die Insolation kann dem Boden so viel Wasser entzogen werden, dass die Entwicklung der Kohlcnsäui'C in ihm gehemmt wird. 3) Andererseits genügt ein sehr geringer Wassergehalt des Bodens, hei dem dieser noch nicht feucht genannt Avird, um in ihm dieselbe Kohlen- säuremengc zu lu'oduciren, als wenn er mit Wasser gesättigt wäre. 4) Wird ein vorher lufttrockner Boden reichlich gewässert, so stellt sich eine vorübergehende, aber raiiide Steigerung im Kohlensäuregehalt der Bodenluft ein. — Die atmosphärischen Niederschläge führen die Kohlensäure in tiefere Bodenschichten-, der Transport in centrifugaler Richtung erfolgt mit dem aufsteigenden Wasserstrome, der die abdunstende Erdoberfläche unterhält. Die Temperatur hat verhältnissmässig wenig Einfluss auf die Bewegung der Kohlensäure im Boden. — Weitere Versuche mit Brachboden und bebautem Boden (Wiesenboden) zeigen den grossen Unterschied, dahin gehend, dass der Brachboden ärmer ist und zwar bedeutend ärmer. Kalkboden ist am reichsten an Kohlensäure in 1 m. Tiefe, dann folgt Thonboden, Wiesengrund und Sandboden sind verhältnissmässig arm an diesem Gase. Der feine Donausand enthält an sich nicht viel Kohlensäure, ist aber im Gehalt grossen Schwankungen unterworfen. Beobachtungen mit Wiesen-, Kalk-, Thon- und Sandboden in 2 m. Tiefe zeigen, dass die Bodenluft unter der Kalkschicht ärmer an Kohlensäure ist im Kalke selbst. Unterhalb der Thonschichte ist der Kohlensäuregehalt geringer, als im Thone selbst; im Sande sind die bedeutendsten Schwankungen im Kohlen- säuregehalt beobachtet. Salpetrige Hiusichtlich der salpetrigen Säurebildung im Boden bemerkt A. Grete^), 1"m"Boden^' dass die Ansicht, durch Luft und Wasser bei Gegenwart von Manganoxyd- hydrat und kohlensaurer Magnesia könne sich salpetrige Säure bilden, falsch sei. (siehe Jahresbericht. 1878. S. 39.) saipctcrbii- R. Warington-) macht Mittheilung, mit Bezng auf die Arbeiten von Binfen" Schlösing Und Müntz (siehe Jahresbericht 1878) über die Salpeterbildung durch Ferment, auf Grund eigener Versuche in Rothamstead und bestätigt, dass fäulnisshemmende Mittel, welche auf organisirte Fermente vernichtend wirken (Chloi'oform, Schwefelkohlenstoff, Carbolsäure) auch vernichtend auf die Salpetcrbildung wirken, ferner, dass der 2. Satz von Schlösing und Müntz in nachstehender Form bestätigt wurde: Humusreicher Boden enthält offenbar das Ferment, welches nothwendig ist, um Salpetcrbildung hervorzurufen und durch Einbringung einer kleinen Menge solchen Bodens in eine Lösung von Ammoniak, welche phosphor- saures Salz und Kali enthält, wurde das Ammoniak in Salpetersäure umge- wandelt. Ferner wird noch eine weitere Thatsache mitgetheilt, nämlich, dass das Licht der Wirkung des salpeterbildenden Organismus hinderlich ist, dass hingegen Dunkelheit der Salpeterbildung günstig ist. Weitere Re- sultate durch Versuche sind in Aussicht gestellt. A. Müller^) sieht sich veranlasst, in Form der Mittheilungeu Waring- ton's, auch der früheren von Schlösing u, Müntz über die Salpeterbildung, auf seine Arbeit über die Reinigung und Entwässerung Berlin's hinzuweisen, so- 1) Berichte der dcutsch-chcm. Ges. 1879. B74. 2) Landw. Versuchsstation. XXIV. 161. 3) ibid. XXIV. 4.5;-). Boden. ^1 wie auf seine Versuche im Winter 1869/70, welche die Salpeterbilduug durch Fernieute vermuthen lassen. S. W. Johnson 1) hat im Anschluss an seine früheren Arbeiten (siehe verdunstg. Jahresbericht 1878.) Versuche augestellt, welche den Zweck hatten, den Bezug'^au" Eiufiuss verschiedener Höhe und Feinheit des Bodens auf dessen Capillarität Leitung \Tes festzustellen, um die Verdunstungsfähigkeit des Bodens kennen zu lernen. Wassers. Verfasser meint, dass man ein Bild von der Capillarität des Bodens erhält, wenn man die Mege des verdunsteten Wassers bestimmt. Es wurde mit thonigem Lehm von Klümpchen 3er Grössen gearbeitet und zwar i/ie — ^/le Zoll, Vso — Vi 6 Zoll und Staub V00 Grösse, ausserdem mit Smirgel verschiedener Korngrösse, 5 Grössen 0,175, 0,140, 0,190, 0,055 und 0,030 Zoll annähernd. Bezüglich des Apparates der Methode auf das Original verweisend waren nach 2 verschiedenen Richtungen Versuche angestellt worden: A) Ueber den Einfluss der Höhe der Bodensäule auf die Verdunstung. B) Ueber den Einfluss der Feinheit des Materials auf die Verdunstung. Folgende Schlussfolgerungen leitet der Verfasser aus den Resultaten ab: 1) Die Leichtigkeit, mit welcher ein Boden Wasser aufwärts leitet, um einen Verlust durch Verdunstung von der Oberfläche her zu ersetzen, ist um so grösser, je grösser die Textur des Bodens ist, vorausgesetzt, dass die Höhe der Erdsäule derart ist, dass die Zwischenräume bis zum Gipfel sich selbst mit Wasser füllen können oder mit anderen Worten, sie ist nicht grösser als die Capillarhöhe des Bodens. 2) Wenn es unter mehreren Erdsäulen von verschiedenen Feinheitsgraden solche giebt, in denen die Zwischenräume bis zum Gipfel voll von Wasser sind und andere, in denen sie es nicht sind, so wird eine mitt- lere Feinheit die grösste Uebertragungskraft aufweisen. 3) Wenn die Zwischenräume bis zum Gipfel voll von Wasser sind, und die Verdunstung geringer ist, als die mögliche Ergänzung, so wird die grösste Verdunstung bei dem feinsten Boden stattfinden. 4) Die obigen Schlüsse beziehen sich vorwiegend auf einen aus undurch- dringlichen Materialen bestehenden Boden. In einem porösen Boden findet wahrscheinlich das Aufsteigen des Wassers besonders in den feinen Poren der Bestandtheile selber statt und wird bis zu diesem Um- fange durch feine Zertheilung erleichtert, welche mehr Berührungspunkte unter den Bestandtheilen ergiebt. 5) Die Experimente beweisen, wie wichtig es ist, in solchen Untersuchun- gen, wie den vorliegenden, eine Verdunstung sicher zu stellen, welche der Menge des Wassers, das durch den Boden emporsteigen kann, gleichkommt, wenn einige Schlüsse bezüglich der Capillarkraft des Letzteren gezogen werden sollen. Bonitirung. Agronomische Bodenkartirung. S. A. Pfannen stiel 2) hat ein kritisches Referat der Bonitirungsme- Boniti- thodcn des Akerlandes geliefert. Wir geben hier eine kurze Uebersicht des thodfn^des Inhaltes: Ackerlan- des. 1) Anmial Report of the Coiiiiecfiact agricnltural Experiment Station for 1878. S'A. '■ä) Jahrbuch f. Landwirtlisch. 1871). 712. 43 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflauze, Dünger. o B td OJ ^ W = >^ w OT "-=1 5 ;2 05 s^ oi ^ rt) 2 > c td td er Q OQ CD OQ tf; li. 2. tri TJ 5. £L O CO 5 CO P » ^ o t— ^^ ^ H s aq H »" — CD er c« o' p r/j 1 05 O: er es 1 CD CO C5 3 p P P 2 3 P w :^ oq n o ►^ (X> »■ er •73 CO P" CD 2 CO p ^ er e4- r-f* o P >-i P O er CT* p (g er (-5 . cn 1-+. p: er Ö^ &. oq* CD tsr i-S 2. W s H O ^ g »-i i-s -. =- O B B td B Z B CD 2" CD c 3 g CO CD o B 5" h H er c- p" p p- p '^ CD Q Si o Cfq P HS o O W CD B CO ^) CD ) > » er p Boden. ao I. Geschichte der Bouitirungsaiethocleii des Ackeilaudes. II. Kritik der Bonitiruugsiuethodeu. III. Schluss. Uebersicht der Bonitirungssysteme des Ackerlandes. (Siehe die Tabelle auf S. 42.) M. Fesca^) bespricht die agronomische Bodenuutersuchuug und Kar- ^i? ^g''^""- tirung in eingehendster Weise an der Hand experimenteller Untersuchungen deuJutei-" und einer kartographischen Aufnahme des Gutes Crimderode am Südharze. lou'tiruug.' Die umfangreiche Arbeit, welche kaum ein eingehendes Referat für den Jahresbericht gestattet, möge aber in ihren Hauptmomenten, neuen Gesichts- punkten der Frage, experimentellen Untersuchungen und sonstigen Origina- litäten vertreten sein. Einleitung: Boden ist gewesenes festes Gestein (Verwitterungsboden), welches sich auf der Wanderung befindet, wiederum festes Gestein zu werden. (Schwemm- boden). In agronomischer Beziehung ist der Boden aufzufassen als 1) Standort der Pflanze. 2) Reservoir der Pflanzennährstoffe einerseits und Laboratorium zur Um- wandlung der gebotenen und vorhandenen Pflanzennährstoffe in eine assimilirbare Form. 3) Directe Nährstoffquelle. Der Bodenwerth in Bezug auf seine Constitu- tion lässt sich feststellen durch Untersuchung seines Verhaltens gegen Wasser, gegen Nährstoft'lösungen (Absorption), gegen Wärme und der aus diesen Eigenschaften resultirenden Bodenthätigkeit. Eigenschaften des Culturbodens. In diesem Abschnitte wird nachzuweisen versucht die Abhängigkeit der Bodeneigenschaften von einzelnen Coustituenten und werden besprochen, ohne gerade Neues zu bieten 1) Das Verhalten des Bodens gegen Wasser. 2) Das Verhalten des Bodens gegen Nährstofflösungen. 3) Verhalten des Bodens gegen Wärme. 4) Die Bodenthätigkeit. Die Bodenuntersuchung. I. Die Abscheidung der Bodenconstituenten. Bodenconstituenten nennt Verfasser Stoffgruppen, welche nach Massgabe unserer augenblicklichen Kenntnisse die für den Culturwerth eines Bodens in Frage kommenden Eigenschaften besitzen. Diese Coustituenten sind: 1) Der Thon. 2) Sand verschiedener Korngrösse. 3) Eisenoxyd. 4) Die zeolithähnlicheu Mineralien. 5) Kohlensaurer Kalk. 6) Humus. 7) Wasser. a) Mechanische Analyse. Nach kuzer Kritik der einzelnen Schlämmmethoden wird der Schöne'sche Spülapparat mit der Verbesserung von Orth (Einhaltung eines 2. Trichters zwischen den Schöne'schen Trichter und dem Wasserreservoir) als derjenige ^) Supplement des Jouru. f. Laudwirthsch. 27. 1879. AA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. bi'zcichiiot, der am besten die Hodencoiistituciiteu liefert. Verfasser adoptirt, die ürth'scheu Stromgescliwiudigkciteii, per Secuude 0,2 mm = Thoii nebst Mineralstaub bis zu 0,01 mm Koru. 2,0 mm = Mineralstaub v. 0,05—0,01 Korn. 7,0 mm = feiner Sand von 0,1 — 0,05 Koru. Das Verfahren der Rolibodeuuutcrsucliuug war folgendes: Lufttrockener Rohboden wurde durch ein Rundlochsieb von 4 mm Maschen weite geschlagen, der abgesiebte „Feinbodeu" kam direct in den Schone'schen Apparat mit der Vorbereitung, dass 50 grm. 1 1/2 — 2 Stunden gekocht wurden, hierauf das Absetzen eine Stunde lang stattfand und die überstehende Flüssigkeit in den grossen Trichter, der Rest in den kleinen gespült wurde. Der Siebrückstand wurde mittelst weiterer Siebe in Pro- dukte von über 10 mm, 10 — 8 mm, 8 — 6 mm und 6 — 4 mm Durchmesser zerlegt. Um die Frage zu entscheiden, welche Constituenten setzen die ein- zelnen Schlämmprodukte zusammen und in welchem Verhältnisse finden sie sich in den Letztgenannten, wurden die Schlämmprodukte cei 115*^ getrok- net, mit Salzsäure behandelt, der hier erhaltene Rückstand mit Schwefels- säure behandelt. Hier ausserdem wurde auch eine Schmelzung des ur- sprünglichen Schlämmproductes mit Soda vorgenommen und hierin Gesammt- menge der Kieselsäure, Thonerde, Eisenoxydes, Kalkes, Magnesia bestimmt. In der salzsauren und schwefelsaureii liösung Avurden säraratliche Bestand- theile bestimmt, auf die in HCl unlösliche Kieselsäure (mit Soda extrahirt) Rücksicht genommen und ausserdem die Mengen von Phosphorsäure, Kohlen- säure und Schwefelsäure bestimmt. Die Alkalien wurden als Chlorkalien zusammen bestimmt. — Es wurden in eben geschilderter Weise untersucht : Tertiärthon bei Nordhausen, Thon des unteren Buntsandsteines Crimderode, Kalkhaltiger Löss bei Crimderode, Kalkarmer Löss (Lösslehm), und zwar Schlämmproben dieser Materialien von 0,01 mm Korngrösse, so- wie 0,05 — 0,01 mm Korngrösse. Hinsichtlich der Analysenresultate auf das Original verweisend sind die Schlussfolgerungen (wenn auch noch hie und da auf nicht gerade solider Grundlage stehend) in folgenden Sätzen wiederzugeben: Aus den Analysen geht auf das deutlichste hervor, dass sowohl der Thon und das Eisenoxyd als aucli die leicht löslichen Silicate wesentlich mit den feinsten Theilen abgeschieden werden, wenn freilich auch der Staub nicht ganz frei von diesen Bestandthcilen ist. — Die leicht löslichen Silicate, welche auf das Absorptionsvermögen des Bodens vorwiegend von Einfluss sind, werden ihrer Hauptmenge nach mit dem durch den Schone'schen Schläramapparat bei 0,2 mm Geschwindigkeit gewonnenen Schlämmproducte abgeschieden. Noch erinnert Verfasser bei Besprechung der Resultate der Analyse an schon länger dem chemischen Geologen bekannte Gesichtspunkte, nämlich : Ziehen wir vom Gesamnitgehalte der Kieselsäure die in den Tabellen als lösliche bezeichnete ab, so erhalten wir annälirend den Quarzgehalt-, in gleicher Weise gestattet die quantitative Bestimmung der verschiedenen Formen von löslicher Kiesel- säure einen Schluss auf den Gehalt sowohl an freien Thon- als wie an zeolitbartigen Verbindungen. Das Gesammtresumc der raitgetheilten Resultate hinsichtlich der Bedeutung der nach Schöne abgeschiedenen hydraulischen Boden. ^g Wertlie als Bodenconstituenteii geht dahin, dass in den feineren Produkten nicht Bodeuconstituenten, sondern Gruppen von Constituenten enthalten sind und zwar Thon, Eisenoxj^d, zeolithartige Mineralien, fein zertheilte kohlen- saure alkalische Erden. Mit dem höheren Gehalt an den feinsten Theilen steigt das Absorptionsvermögen, zugleich auch die ündurchlässigkeit. An solchen Theilen reiche Böden werden in entsprechenden Lagen die fruchtbarsten, in ungünstiger Lage jedoch der physikali- schen Beschaffenheit wegen kaum bauwürdig sein. Die Wirkung des Staubes auf den Culturwerth des Bodens ist hauptsächlich eine mechanische, durch die Bildung wei- terer, aber immer noch capillarer Hohlräume ist derselbe als ein günstiger Regulator der Luft- und Feuchtigkeitsverhält- nisse im Boden aufzufassen. b. Bestimmung der kohlensauren alkalischen Erden, Humus- bestimmung und Glühverlust. Bei der Bestimmung der Kohlensäure zum Zwecke der Feststellung der kohlensauren alkalischen Erden hält Verfasser die Methode von G. Kühn (Zer- setzen mit flüssiger P2 O5 und Auffangen des Gases im Kaliapparat) für die zweckmässigste, nach der gearbeitet wurde. Das Material wurde in Korn- grösse von 0,5 mm. angewandt. Bei der Humusbestimmung benutzte Verfasser die bekannte Oxydations- probe. Die Betrachtungen über den Werth der Bestimmung des Glühverlustes gerade bei humusreichen Böden sind sehr beachtenswcrth und werden die Aussprüche „der Werth der Glühverlustsbestimmung ist ein rein illusorischer, ohne Elementaranalyse" „Glühverlustbestimmungen sind nur dann am Platze, wenn man Bodenproben vor sich hat, welche neben Humus keine oder nur geringe Mengen wasserhaltiger Silicate enthalten, oder wenn neben wasser- haltigen Silicaten nur wenig oder gar keine organische Substanz vorhanden ist" bei dem erfalirenen Fachraanne nur begrüsst werden können. Die Resultate der in dieser Richtung angestellten Versuche, sowie der mechanischen Analyse bei zahlreichen Bodenarten folgen nachstehend: (Siehe die Tabellen Seite 46 u. 47.) H. Berücksichtigung der Lagerungsverhältnisse. Klassification des Bodens. In diesem Abschnitte wird es versucht eine Klassification des Bodens festzustellen mit der Aeusserung als Grundlage: Ein Klassificationssystem soll die Totalität der Boden vorkommen in bezüglich ihrer Ertragsfälligkeit und zweckmässigsten Cultur möglichst gleich werthige Gruppen sondern, aber nicht einen guten irrationell bewirthschafteten Boden mit einem vollständig hete- rogenen geringeren, der, weil er intelligent bewirthschaftet wird, den gleichen Ertrag giebt, in einen Topf werfen. Verfasser ist der Ansicht, dass in der agronomischen Klassification des Bodens ein System für die specielle Bodenkunde gegeben sein muss, für dessen Entwicklung einzig und allein die Bodeneigenschaften, welche von der allgemeinen Bodenkunde als die für den Kulturwerth 4G üodon , Wasser, Atmnsiili uro , Pflaiizp, Dünfjor. g 2 J^tT^Offi "r ^ c;; EÜ 5-"^ o"^ 3 2 5 o fr o — — ^ <» o C- ' !^ • ■ g^2 S Äo :^ tir — r^ CO ^ r^ "^ :? tr « 2 !^ 2' 3 <'=' P ^ =^ ?» — . Säe -.1 4^ W.p ,CC W — J ^1 O O ►t' ~l kJi. 4- C O IC 05 JTi .^ '.- I,»' r — ^ r-^ —. t^ l<. P fC p "OJ bi ^rJ-iC;: CD C Oi ~l 10 IC '-' ^ wi ci cn ;;< v;^ jj; i: icpjNl p "cc^::^ '-1% oi'cc u< ~. ^ ti 4- ix:. -I C: ^ IC IC H-- o c p r- P tc -^i :j> io o Ol j-,pp'p:^^-*p> tC lufttrocken p p p C^ppi c: b- bi^ 'C cji CD Cß C' IC i Oi ~^ ^"4^ "oj "It^ ~C5 "cd tC O I— ' i4i. »t^ CS O OS -^1 l4^ O CO p pppj-'P "ii. tC IC "^ "05 "tD :ji :;i c *- CO ^1 i4i. |4^ o ^ -1 w "ii.ic"»o^ -'''H-'~rf^'o'':;i cc :;i tc i:: i— ts2 rfi> o c;« c; i-" o 00p pcc *- "to ^ "h-' bi 'tc'-o :7< c; Ci IC cc Oi ■^ U» O Cn OT CJi bei 110» C. ijctrocknct lufttrocken c;< p I ^'5 , bei 110« C ^^ getrocknet o-trH lufttrocken S S! 00 IC 00 cc "cd o: O Oi O03 bei UOOC. getrocknet lufttrocken o I "'^ \ oy 1 I ^; O CS bei 110» C. 2 c-; getrocknet 3 ': lufttrocken g 2! bei 110» C. „ 3 getrocknet p p ^ lufttrocken u' ^ I S| p P3 :^ bei 110»C. 2&i getrocknet 3 W Q k; c J^ S-^ S^ .P J"* W.W P O'-'iCiO'h-'O'iOÜSrf^ B O: 2 r 1 T' 1 1 1 ' 1 1 1 Ol ooi— 'l-'^oüo B ^ J^" P P' 1c> '01 "üi • c «»'-■' ÜV orq t— ' 1— ' ^ 1— ' t;:^ 1— ?o 1 S"' c" Oii-'Oo üt 00000 H A- rsr ffin> JOÜtCTJ O0^fi-tt^O0^3 >?; ft. p ^ ^00 M ocD^^050 r»^ öden sen- l in cm. ?OCD00 rf>- 00rf^*^0 H- .1 ■ . Oi ^ PT M-, >-' ►f^ cc 0000 ►I^OOOO H 1 D w M.— 00 ^1— i^^i— 1— 1 fü ^ p p tt^COÜl ^OOOOMi— ' 0' ^ s 05C-. *>. OiOrf^^OO S = P fD* D ^w ^ j>=^ s- ?0 1*:- t— (-' o|r? CO*-'-' 00 00000 l-J i_. 5! ro s ^rf^O >— ' ?coOi— 'O Has n kl iuke 80 c O^Ci-^l »^ JOü^tf^OO^ fC 00:1*^ CD*>.o:)?Ohf' B ^. CO ■ e V 05 42- i-- CTSiOOtJOOSOOOOO er a:oJ^f^oo^o^p>.^o^o— *-cooo:o^3*«■lX)-5p-'0 K® rf^oa:'*^OC5tocoOü^ c-2 c ftr' iO Ü3 H-' tu O: O500--ai*'eOiX6300*-*^63 OOOC;nCiÜ'^?OüO^JÜ» Fg Cöc. oo^^o^:^a5^p>-^^^o^o^^ S c "^ p N__ i S.S'h ^ 1— Oi !^* ft' j;- f i—ÜTGi tf^ 00000 C) w s-2 - ;i.^ B ^^cDC: l^^|— 'OOO ciO»— M ^oo^aia^co CO 00 05 rl-OJSDMOO « 47 Bestimmungeu des Hygroscopischen Wassers, des Glübverlustes, des Humus und der Kohlensäure in lufttrockenen Böden. Der lufttrockene Boden enthält ^/o. Hygroscop. Wasser . . . Glühverliist excl. Hygroscop. Wasser Kohlenstoff in Form von Hnnius entspricht Humus von r)87o Kohlenstoff Kohlensäure (an alkalische P^rden) gehnndcn . . . entspricht kohlensaurem Kalke entsjiricht Kalk .... w 3,699 11,177 1,968 3,393 7,350 16,706 9,356 S I 6,480 18,141 2,667 4,601 8,700 19,775 11,075 O 03 ja -S V" S =! J gÄ I ^ . o 03 — ; est 4,797 1,621 0,488 0,848 0,975 2,216 1,241 3,134 2,234 6,947 3,851 1,322 0,223 2,298 0,386 1,080 3,4.50 2,454 1,374 7,841 4,481 j 3 ^-3 «.ä ö.ti a 2-^ -S ö Ui g-3 1 §1 f-> d ""' ^ '^ 4,258 3,9.52 3,131 3,9.52 — — 7,057 7,701» und die Kulturmethode wesentlich massgebenden erwiesen sind, als Grundlage dienen können. Für ein System der Klassification würden darnach zu wählen sein : 2 Hauptgruppen: I. Verwitterungsböden, H. Schwemmböden. Die Verwitterungsböden zerfallen in solche a) der Primitivgesteine und b) der deuterogenen Gesteine, welche nach Thaer'schem Vorgange zu fixiren wären nach: 1) Thonboden, 2) Lehmboden, 3) Kalkboden, 4) Sandboden. 5) Schüttboden, 6) Humusboden. Die Schwemmböden theilt Verfasser wieder ab in: I. Thonboden H. Lehmbodenf) HI. Kalkboden ungleichkörnig Kalkböden oder gleichkörnig, oder gemeiner Lehm, I^öss, Mergelböden, kalkreich — mergelig oder kalkfrei, humusreich od. humus- arm, (Hasselboden). zähe oder mager (sandig), kalkhaltig oder mergelig oder kalkfrei, humusarm. IV. Sandbodenf) Kiesböden, grol)er, mittelkörniger oder feiner Sand, nähr- stoffreich oder arm, kalkreich — oder arm, humusreich oder arm. t) Sandiger Lehm oder lehmiger Sand, kalkreich oder mergelig oder kalkfrei (Sandmergel), humusreich oder — arm. V, Schuttboden Geröllböden, lehmige Geröllböden (hercynischer Schotter). Die weitere Abtheilung der Thonboden, Lehmböden etc. ist momentan eine Unmöglichkeit, da noch zu wenig Untersuchungen in dieser Richtung ^Q Uodcii , WasBOr, Atmoapliäro , Pflanze, Dünger. vorlioijon. Die Beleuchtung des auf diesem Gebiete vorliegenden Matcriales in den vom Verfasser getrennt besprochenen Abschnitten gerade in der erwähnten llichtuug ist sehr bcachtenswerth, gestattet aber keine eingehende Wiedergabe des Inhaltes an diesem Orte. Die agronomische Kartirung. I. Allgemeines. II. Geognostische Verhältnisse des Rittergutes Crimderode und die aus denselben resultirende Terrain- und Bodenbe- schaffenheit. An der Bildung des Bodens des Rittergutes Crimderode nehmen Antheil: 1) Die mittlere und obere Zechsteinformation. 2) Die unterere Buutsandsteinformation. 3) Die Tertiärformation (hercynisches Diluvium). 4) Das Altquartär (hercynisches Diluvium). 5) Jungquartär (Alluvium). Der vorliegende Abschnitt nebst den sich noch anreihenden praktischen und Schlussfolgerungen, welche nur eine wörtliche Wiedergabe zulassen, weisen mit der hinzAigehörigen Karte nebst dem reichlich vorliegenden Material von mechanisch-physikalischen und chemischen Analysen der Gesteine und Boden- arten wiederholt auf den hohen Werth einer agronomischen Bodenkartiruug hin, für die Theorie und Praxis, veranlassen aber andererseits den dringen- den Wunsch auszusprechen, dass endlich einmal nach einheitlichem Systeme und Methoden gearbeitet werden möge. — Es folgen noch nachstehend die Resultate der mechanischen Analyse von Bodenarten des Rittergutes Crimderode. (Siehe die Tabellen S. 49—53.) Nachstehende Abhandlungen verdienen noch Erwähnung, wenn es auch nicht im Zwecke des Jahresberichtes liegen kann, eingehende Referate hier- von zu liefern. Der Teichboden von W. Horak. Die Torferde als ein Mittel zur Bo denverbesserung. L. M. Zeithammer. Beide im „Jahrbuch für österreichische Land- wirthe" 1879. 1880. Basalt- oder Pechsteingrund als Material zur Uebertra- gung von Weinbergen an der Haardt. Chr. Kremer. Wiener land- wirthsch. Zeitung. 1879. 406. Ueber die Bedeutung der physikalischen Eigenschaften des Bodens für die Pflanzencultur. E. Wollny. Fühliug's landwirthsch. Zeitung. 1879. 481. Tiefcultur. Nowacki. Ebendas. 4891. Giebt es bodenbestimmende Pflanzen? R. Braungart. Journ. f. Landwirthsch. S. 423 u. 481. Die Behäufelungscultur. E. Wollny. Allgemeine Hopfenzeitung. 1879. 81. 82. Untersuchung über Kleemüdigkeit des Bodens. A. Emmer- ling u. R. Wagner. Landwirthsch. Wochenblatt für Schleswig -Holstein. 1879. 3—17. Boden. 49 o o ci CO eo > OJ J>. CO i-<^ o^ .-1 00 >— 1 Ol T^ 1— 1 1— 1 I— 1 G5 3 B o ^ CO CO CO c '* CO ■ 1— 1 i—J l>^ CD^ O^ CO_ C? l^ ^ ^ 1— ( »^ (^ C^ '-^ T-^ CD CO ,::= m Ci ;3 3 K^ O a 'w u « 1-H CO 1^ CO t- (^ 00 Ci i>- C5^ ■^o^ a CO '*" o" ö~ o" t-TcsT < CO 3 ov a 00 CO « o 111'^ O 05 1—5 _'~ iC 1 1 1 o O Ci 1— ( C5 60 'S a a 2 CO iX> ri^ -^ M 1 CS ^ fl aj '^ t! a S o 00 CO o :0 ■5 '-' ^ w :S 3 'S 070C o? CO lo •-<^ CO^ -* lO CO cT c" cT o~ o" O? O '— I — • cq^ c^-^cD^ irT crTcToo' l-H CO 1—1 CO o c? O? <* CO Ci CO CO lO CO ?>. -* CO C5 CD O O O J> O OJ 00 co" cTcT c? CjI -^ -<* lO O <:>? CO C5 ''^ lO o o" cT i-T cr o »o 05 rH -.* C<2 O? CD 00 O? 00 in o C5 00 02 o" o o" cT cT CD O? -* 05 lO CO »O^ CO CO cTco c^ lo —1 m o <-N o o o I ^ k\ Ulis •-I rH IC^ (>}^ r-<^ O^ -g Jahresbericht. 1879. 60 Botion, WftBsor , Atmoaphllre , Pflanze, Dünger. ö - J=> p p ^T I r I I o I o o i-j I— ' ^o oa hP>- O O. ~o b Op' iO Ol t-i o« Ol I—' O' jo cn i-" -— - Gi 1— ' 03 Ol o o o o o 1— ' tO CO rf^ C75 OJ OO 03 >— CJt iC M 03 >4i- ?0 CD i-- 03 CO O CJ iO *^ f^- ^^ CO ^:j *o CT — CD C5 CO *^ o o o o o tO H^ CO iO ►^ M 03 03 O Ol M OX )— ' es:. —7 H-' OS Ol rfi» 03 rf^ CO CO CO O OT rf>- M iO Ol CD «O *- CD Ol o o o o o "^ • o< iO O Oi *»> rf^ O O 05 CO iO er o iO >):^ 1— ' ' — ' -? -vC O 1—1 o o o o o 00 05 03 Ci CO i!0 1— ' 1— ' O CD iO ►— iO O io ^o io Ol l-<« Cj ;o ** o ;;- H- C5 iO o Ci o o o o o 05 O CO ^7 oo ^^ — 05 Oi tO «J to -— Oi ^D CD rf^ 00 o C3 Oi 00 60 03 (+» Jf^ jr3 p "cD'co'to CO Ol CD C5 W Ol c> c> o b> b> b) CD ^^ o CD >^. to ^ CD W cpcc SS' 5' C: O S 1 1 1 "' s 2- 2 B ^-^.i)- o CD jnpj p p p p Ol H-( "►-■od "h-" "►-• ^ ~Üi 5 05 4^ rf^ >f^ 03 O Q HJ o CD ?i? CO pjp P p p p o 1— 1 C/3 HH CD "h- ~C0 "oo'h-'"^ ^ o S •-< OO p p p p o a Cr3 03 "f-i O O I-' o 5 h— ( O CD Ol iO Ol ^ CD )— ' CD CD O 0:01 1 p 8 — OD bb> ' "- Olli B 00 iO iO f^ ^ t :^ K. CD "os'co p p p j:ji C: CO CO p P: k S '^ CD i c 2 Du D CD i— CD CD •— ^ OS r p ►1^ 1 t>D O iO 1 CO i-« P p p H-» to r^ Ol O CD "os^'iob» •"S ^ CD OS ^ CO 1— ' o B p B CD 1—« 1— ' t^ o o t— <• €1 1 1 1 1 o B o Boden, 51 r IM chel Lös unt- tein O Am Si berge auf B sands 1 1 1 1 JJ =4-1 '. o -G § g ä . . . "^ CO -^ "^ M5 ^ OJ ^-- O Ci ' ' o Disselberg LÖSS auf Buütsand- steiu O Iß 'f l^ •o ^ ^ o o o lO ^ o o o o O Ci Ci a 5 s 1 lO O^ J> ^ CO 1 o^o o --^ CO ^ j w öi o o o O Ci Ci ^ ® b .2 -^ S O? CO o o o 1 O r-l OJ CO S ii iii -^ lo ' ' o^o O C: m -i'^ '^ Ci Wvq ^ ^ « 1— 1 O VO m •".^ ^. 1— H J> O? O? CO lO -^ o 1— 1 O o o o o CO CO C T-l ^ a Ol P Ci '^ »o o? « 00 ci " ü ^ C? 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S O 'h-i "IsS ^ "C" j^ jO o o o p '-' j-' lo w "O "O O ^ ^ C" ^ t-i h^ C V^ tn tO t-k jTsjW lOjDpp O 0_pp ~tS j-hf^Orf^fa5 tfe. 63 H-' h-i jXiH-ijfi.OOOOOi-'O ~^i wi "x) C5 "x» "co ^ "Vj '.o>*^ooa5ioo tfi. h-i !_l h-i J"" J^ >* J"" O5~G5~00 CO rf^ >J^ >fi^ tn OS O OS QO h-t (_l (_i 00 >-* ^ "er« ~?£) "o "^ tO tf^ 05 O rf^ O O OS O 05 ►f^ l-l V-l CO j-k ^lo j» 575 jw w Jf^ Jf^ JO O »^ ~Id ~CO h-i "ü^ "h-i "o ~^J "co cntocsi-'Gooaoioai'y:) OGOCiOtfe-lOCsOOO cn -vj o ■<» "-^ "ü^ "o "Vi ~co 000505 t-k iXiO5t-iO000 05 o 10 O C O *»■ CO O ^(i. h-k l-i i^ J"^ i^ jX) jfe. 10 i-i i-i to o S fe ^ "O "^ "^ "'""^ O^ O "-vi S ^ ?R "^ '^ tO ^J CD CO ^I O00lOtoOff^O5rfi.O05 ^ CT* o ^ oi 00 § B* O: C5 &. CO 1 1 1 "^ B 2 c - 3 4i> 05 CO >-^ S -^B (W p CD C5 CO P P p J>3 g 63 M 'co'o'to'bs hH l-k CO Cn CD O« B OS CO to ► 63 f^ "co V "ü^ lo Ui pr h-i CD 00 05 3 33 B B. CTQ ct> h- ' Üb M 63 h-k 9 jf^P' Jfe- _C0 J-k jUt 1 er- "qo'm- "CO "h-i "00 "00 ^ ^ ^ CD tji. i-i CD cn 3 S CR* ö ^ CO 5- CD j ^ CO CO hf^ CO CO B 1 a5' rt- c ß nicht be- ^ 2^ ? 1 5] stimmt B ? B §. 2 < ci5' CK 3 a Boden. 53 a> bß a ^ ^ o iH O CO CO lO o eä CO O, -<#^ C<», "^^ r-J^C» a 2 r-l crT o" O" Ö~ 05 ^ 1 O CO O tH Oi 5 Q 1 (N O c« ^^"* ^ T-( d~ d^ d~ E3 w ^ 05 TS a "? ^ o -* 1 tH .-1 o o 00^ c<»^ 2 S rH d' O" t-Tqo" 0:1 ö a .ja a t> -^ o o to ^ Ö o t^ -^ ^ -^ 0. 0^ :c3 2 o ö~o"o"o" Kl Ol &. • p-H ^-1 H a TS -C3 a CN O 1^ CO - 1 1 1 1 1 'S .2 N 1 CS o T-l 'X: TS a ö o ^ll .q ^ iH lO O 1— 1 t^ CO o Cß '^ CO CM C-"» rH^ CO iH g ö" o" ö~ d~ t-Tqo 05 CO bß Ö CS a O oo CO -^ a^ C3 'S 1 a a ö ' 1 1 S O CO CO 9 ^ «3 'Ö .9 w 'S fe fe CO (>} CO C<} (~> CO CO 05 OS CO l^ tH CO CO CO ■<* «0 lO 05 (^ 'i* CO rH ö~ 0" CO Ci 1-1 CO lO CO CO CO CO CO CO CO C-1 iH CO CO CO 00 CO CO CO CO CO J> 00 '<* rH CO CO CO i> CO iO CO CO CO -^ CO CO CO CO t^ CO CO 05 t^ -rt< CO CO T-H CO CO CO >o iH CO CO CO t^ t^ CO T-H rH ^""^ ' OOCOO"^COCOOCOCO t^THCOOOi-l'+COCOCO CO^ t>^ 00^ CS^ <-H^ J>_ CO^ CO o^ t^ cT o" o" o^ cq" oT io~ t>r ctT i-T 1— ( iO CO-^'^COOCOOCOCOCO COT-l-^OOt^iOOirHGOCO CO O 1—1 -rt^^ CO CO CO^ av r-l iH O" r-T T-T r-T CO" 06" -^ £^ T-T o" CC' CO GO CO -* CO CO CO CO CO CO lO -^ i^ tH Ol 1-1 iH CO T-t 00 1^ lO CO C r-l OS tH OD CO iH iH O CO c* CO -^ CO CO CO CO CO CO CO CO i-H CO i-H '^ CO Oi CO 00000 ^ CO iH tH !> OOO^co CO OOCD 1— icoc->-^co 00 Octjco CO^ iO_ t>.^ 00^ o^ co^ "^ "^.^ "^ cT cT o" o" T-T o" co~ (d t>^ T-\ TH CO '^ lO^ O CO^ r-J^ O^ O^ O, CO C^ T-Tr-I lO lO a> lO CO T-l ö CO CO T-l T-l KA Bodon, Wasser, Atmoaiiliärc, Tllauzc, Diaigcr. Mascart. Eiiitluss der Elcctricitüt auf die Verdunstung. Coniptes read. 86. 575. Die Hamm' sehe Spreng cultur. Emil Pott. Zeitsclir. des laudw. Vereines für Bayern. 1878. Untersuchungen über den Einfluss des Oberaufbreiteus und Licgenlassens des Stalldüngers auf die Fruchtbarkeit des Stall- düngers. Friedr. Wollny. Zeitsclir. des landwirthsch. Vereines f. Bayern. 1880. 131. Beiträge zur Behandlung durch Seewasser verdorbener Ländereien. Ad. Mayer. Journ. f. Landwirthsch. 1879. 389. Tschcrnozeine (terre noire) de la Russic d'Europe. W. Dokoutchaew. St. Petersburg. 1879. (Das Original dieser Arbeit konnte nicht beschafft werden.) Die Absorptionserscheinungen der Humussubstanzen. A. Vogel. Ber. d. bayr. Acadcmie der Wissenschaft. 1879. Literatur. Geologische Wandkarte von Deutschland. Maassstab 1 : 1,034.500. J. Ilirsch- wald. Leipzig. Abriss d. Geologie v. EIsass-Lothringen. E. W. Ee necke. 1878. Strassburg. Geologische Specialkarte des Königreiches Sachsen. H. Credner. Sectionen ,,Glancliau-Geyer". Geologische Ivaite der Umgebung von Prag. Krejci u. Helmhacker. Allgemeine u. ehem. Geologie. Von J. Roth. 1. Band. BerUn. W.Hertz. Die mechanische Bearbeitung des Bodens, mit Rücksicht auf Erfahrung u. Wissen- schaft. Dr. A. Blomeyer. Berlin. Leipzig. H. Voigt. 1879. Die Moorcultur in ihrer land- u. volkswirthschaftliclien Bedeutung. K. Schnei- der. Bremen. M. Heiusius. 1879. Die Bonität des Ackerbodens. 1878. F. H. Zemlika. 1878. Prag. J. G. Cal vert. Die agronomische Bodenuutersuchung u. Kartirung auf naturwisseuscbl. Grundlage. Dr. Max Fesca. Journ. f. Landwirthsch. 1879. Supplementband. Wasser. Referent: W. Wolf. Untersuchung von Trinkwassern, ciicini-fcho Iii einer wissenschaftlichen Abhandlung i) nahm W. Wolf Gelegenheit, "kVüschr"^^^^ "^^^^ das Wa'sser in gesundheitlicher Beziehung, insbeson- uutorsuch- dere aber über die Resultate seiner im Laufe des Jahres 1879/80 THnk Wasser infolge behördlicher Aufforderung angestellten chemischen "üöban'" ^^^^ mikroskopischen Untersuchungen der Trinkwasser der Stadt Döbeln" ausführlicher zu äussern, während die in der Hauptsache technischen Zwecken dienenden sogen. Nutzwasser zunächst unberücksichtigt gelasssen wurden. Bei Inangriffnahme dieser Arbeit leiteten den Verf. die nachstehend wiedergegebenen Anschauungen : 1; S. XI. Jahresbericht, No. lo4 der Königl. Realschule I. Ordnung u. königl. Laudwirthschal'tsschule Döbeln. Wasser. 55 Sucht man nach den Ursachen, durch AYelchc ein ungünstiger Einfluss des Trinkwassers auf unser körperliches Wohlbefinden bedingt sein kann, so wird man, abgesehen von den häufig schlimmen Folgen zu kalten und zu raschen Trinkens, in erster Linie diejenigen mineralischen und organi- schen Stoffe einer genauen Betrachtung unterziehen müssen, welche entweder schon in der Luft dem Wasserdampfe einverleibt wurden und mit den meteorischen Niederschlägen zur Erde kamen, oder welche vom Wasser während seines Passirens durch verschiedene Bodenschichten aus denselben aufgenommen wurden. Was die Klasse der unorganischen Substanzen betrifft, so ist be- kannt, dass nur einzelne derselben, z. B. schwefelsaures Magnesium, schwe- felsaures Natrium, Chlormagnesium etc., falls sie in einem vorliegenden Wasser in beträchtlicher Menge vorkommen, nach dem Genüsse desselben von nachtheiliger, manchmal aber auch beabsichtigter medicinischer Wirkung sind, während der Hauptschwerpunkt in Bezug auf Krankheit erzeugende Eigenschaften der Wasser unfraglich auf ihren wechselnden Gehalt an ge- lösten organischen Stoffen verschiedener Art gelegt werden muss. Die hierher gehörigen organischen Substanzen zerfallen in zwei wesent- lich von einander verschiedene Gruppen. Während eine derselben die durch Zersetzung pflanzlicher Körpersubstanz gebildeten, absolut unschädlichen „Humussubstanzen" umfasst, darf man gegenüber den Repräsentanten der 2. Gruppe, welche ausnahmslos als „Fäulnissprodukte animalischer Stoffe" anzusprechen sind, um so gerechtfertigtere Bedenken hegen. Be- sitzen doch einige dieser Substanzen die Eigenschaft, entweder direct ver- giftend oder doch insofern mittelbar gesundheitsschädlich zu wirken, als sie die Entstehung und Vermehrung mikroskopisch kleiner Organismen (Algen, Pilze) begünstigen, welchen hinwiederum die Fähigkeit zukommt, nachtheilige Zersetzungsprocesse im menschlichen Körper einzuleiten. Diese zuletzt erwähnten Eigenthümlichkeiten haben ganz besonders im letzten Decennium die Aufmerksamkeit der Chemiker, Physiologen und Aerzte auf sich gezogen, ohne dass man indessen zu wesentlichen Resultaten ge- langt wäre. Thatsache ist es, dass das Auftreten aller solchen Krankheiten, deren Ursachen man noch nicht genau kennt (Cholera, Typhus etc.), von Seite vieler Mediciner dem Genüsse unreinen, mit faulenden animalischen Stoffen geschwängerten Trinkwassers, wie wir es nicht selten infolge schlecht verwahrter, durchlässiger Senkgruben in manchen Brunnen dicht bevölkerter Städte antreffen, zugeschrieben wird. Reines Quellwasser, welches seinen Lauf durch guten, namentlich von menschlichen Excreten freien Boden ge- nommen hat, führt derartige Stoffe nicht. Obgleich ein in allen Fällen absolut schädlicher Eiufluss der in Rede stehenden, chemisch schwer definirbaren Substanzen auf die menschhche Gesundheit selbst durch von Emmerich 1) zum Theil an sich selbst ausge- führte Versuche seither noch nicht experimentell constatirt werden konnte, so sind dennoch alle Wasser, welche grössere Mengen fäulnissfähiger thie- rischer Materien enthalten, als vorläufig stark verdächtig anzusehen. Meiner Ansicht nach müssen die in Aussicht gestellten weiteren Versuche genannten Foi-schers erst entscheiden, ob alle derart verunreinigte Wasser in der That für verschiedene (besonders nicht Eckel empfindende) Experi- 1) Zeitscbr. f. Biologie, Bil. XIV. Heft 4. S. 463 uud flgde. S. a Agricul- turchem. Jahresber. 1878. S. 69. gg Kodon, Wasser, Atmosphäro, rflanzo, Düiigor. nicntatorcn kein putrides Gift enthalten, welches wesentliche Gesund- heitsstürungcn lierbei/ufülircn vermag. Neben lluniussubstauzen und animalischen Zersetzungsprodukten ündeu sich ferner im Trinkwasser lebende, kleinere und kleinste organi- sirte, der niederen Stufe des Thier- oder Pflanzenreiches an- gehörende Körper, von denen irgendwelche gesundheitschädigende Wir- kung nicht bekannt ist und welche vorzugsweise der Gruppe der Schim- melpilze angehören. Das Gleiche gilt von verschieden, grün, braun etc. gefärbten Pilzfäden, Algen, Diatomeenarten u. dergl., welche man öfters in Wasser antrifft oder sich bilden sieht, sowie man das Wasser län- gere Zeit in verschlossenen Gefässen dem Lichte aussetzt. Diese Organismen sind sogar gern gesehen, weil ihr Vorhandensein die Gegenwart einer anderen alsbald zu erwähnenden Gruppe von Pilzen ausschliesst. Die letzte Klasse niederer Pilzorganismen umfasst wiederum verschie- dene Arten; zu ihr zählen die Sprosspilze (verschiedene Hefearten), die Spaltpilze (Fäulnisspilze aller Art, Bacterien, Vibrionen, Mikrococcen etc. benannt) und die sogen. Infectionsstoffe (Contagien und Miasmen). Während viele Sprosspilze selbst in grösseren Mengen dem Menschen unschädlich sind, gestalten sich die Verhältnisse wesentlich anders, wenn sich in einem Wasser Spaltpilze, Contagien oder Miasmen finden sollten, denn man weiss, dass beispielsweise die Spaltpilze im Stande sind, die rapidesten Zersetzungs- und Fäulnissprocesse organischer Körper und sonach auch die Zerstörung des Blutes und anderer wichtiger Bestandtheile des menschlichen und thierischen Körpers herbeizuführen. Von einzelnen Arten dieser Gruppe ist bekannt, dass, sobald sie direct dem Blute durch Injicirung einverleibt werden, bestimmte Krankheiten entstehen und sogar der Tod eintreten kann; glücldicherweise aber kommen dieselben im Trinkwasser nur sehr selten vor. Auch kann der Genuss des solchergestalt inficirten Wassers erst dann ge- fährlich werden, wenn dasselbe im Inneren des Körpers mit verletzten, be- ziehendlich stark entzündeten Schleimhäuten in Berührung tritt; auf die unverletzte äussere Haut gebracht, wirkt dasselbe in keiner Weise nachtheilig. Nach Allem, was im Weiteren an exacten Untersuchungen über die sogen. Infectionsstoffe vorliegt, kann man annehmen, dass sie den Spaltpilzen ähnliche, äusserst kleine, meist Stäbchen- oder kugelförmige Ge- bilde repräseutiren , welche nur in feuchtem Boden entstehen können und welche den Menschen und Thieren in der Mehrzahl der Fälle durch die eingeathmcte Luft im Verein mit den übrigen Bestandtheilen des Staubes im trockenen Zustande zugeführt werden, welche aber bisher selbst an solchen Orten, wo der Typhus, die Cholera etc. regelmässig wiederkehren, noch nicht im Trinkwasser aufgefunden worden sind. In jedem Falle ist ersichtlich, dass bei all' der Unsicherheit, die noch in Wissenschaft und Praxis in Bezug auf die Ursachen mancher Krankheits- erscheinungen besteht, nur ein gewissenhaftes Zusammenarbeiten der Chemiker, Physiologen und Aerzte, ein scharfes Beobachten aller einschlagenden Ver- hältnisse, von aufklärender Wirkung sein kann. Einen nicht geringen Theil werden hierzu die mit Ausdauer fortge- setzten wissenschaftlichen Prüfungen der Wasser liefern können, zu denen auch der Verfasser durch die von ihm ausgeführte chemische und mikro- skopische Untersuchung der Trinkwasser der Stadt Döbeln einen kleinen Beitrag liefern wollte. Fasst man die zur Qualitätsbestimmung eines Trinkwassers wichtigen Wasser. 57 Factoren in's Auge, so ist vor Allem festzuhalten, dass dasselbe frisch, farb- los, klar, geruchlos und ohne auffallenden Geschmack sein soll. Anlangend die Temperatur eines Trinkwassers, so darf dieselbe unter normalen Verhältnissen während der verschiedenen Jahreszeiten nur um wenige Grade (etwa 6 o C.) schwanken. Auffälligere Differenzen würden auf starken Zufluss eines zu Tage liegenden Wassers schliessen lassen. Von in- directem Einfluss auf den Wohlgeschmack eines Trinkwassers vermag die Temperatur desselben insofern zu sein, als sie bekannterweise sehr erheb- lich auf seinen Kohlensäuregehalt influirt. Aehulich verhält es sich rücksichtlich des Wohlgeschmackes eines Was- sers, wenn man die Art und Menge der einzelnen in seinem Verdampfungs- rück Stande enthaltenen Substanzen in Betracht zieht, der bei einem Trink- wasser vorzüglicher Qualität nicht viel über 0,500 grm. pro Liter (wovon im Allgemeinen wiederum nur der 5. Theil auf organische Bestandtheile kommen darf) betragen soll. Indessen ist ein Wasser mit grösserer Rück- standsmenge nicht etwa ohne Weiteres immer zu verwerfen-, im Gegen theil kommt es bei der sanitären Beurtheilung in erster Linie auf die Art und Menge der einzelnen Bestandtheile des Gesamrattrockenrückstandes an. Die Salpetersäure und salpetrige Säure des Wassers finden sich fast stets an Kalk oder Ammoniak, das Chlor an Natrium, Calcium oder Magnesium und die Schwefelsäure an Kalk oder Magnesia gebunden voi", während sich die Kohlensäure theils frei, theils an Kalk etc. ge- bunden im Trinkwasser findet. Von einigen dieser Salze wurde oben schon bemerkt, dass sie gewisse Wirkungen auf den Organismus ausüben können; die übrigen kommen ihrer medicinischen Wirkungsweise nach nur dann in Betracht, wenn sie in relativ gi'osser Quantität genossen werden. In keinem Trinkwasser z. B. kommen derart beträchtliche Mengen von Salpetersäuren oder Ammoniak- Verbindungen vor, dass man als Sachverständiger versucht wäre, dasselbe aus diesem Grunde allein zu verwerfen. Wohl aber ist es für den Chemiker von Wichtigkeit, auf Grund seiner unter Berücksich- tigung der jeweiligen örtlichen Verhältnisse gemachten Erfahrungen zu be- urtheilen, ob verschiedene in dem betreffenden Wasser nachgewiesene und selbstverständlich ihrem Gewichte nach bestimmte Körper, einen av es ent- lichen und bedeutungsvollen Rückschluss auf die locale Bodeu- beschaffenheit zulassen. Gesetzt den Fall, es enthielte ein Trinkwasser neben anderen Salzen nur salpetersaure in grösserer Menge und dabei weder Ammoniak- noch salpetrigsaurc Verbindungen, so würde dieser Sachbefund beweisen, dass in denjenigen Bodenschichten, aus denen oder durch welche das Wasser floss, nur normale, durch Fäulnissvorgänge unbeeinflusste Oxy- dationsprocesse vor sich gehen. Finden sich hingegen Ammoniak- oder salpetrigsaure Verbindungen in einem Wasser vor, so muss hieraus der Schluss gezogen werden, dass der fragliche Boden anormale Oxydations- erscheinungen begünstigt, dass er mit einem Worte faulende animalische Substanzen enthält. Aus diesem Grunde kommt es bei der chemischen Untersuchung darauf an, mit Genauigkeit den Gehalt des Wassers an derartigen Salzen zu be- stimmen, und ausserdem festzuhalten, dass ein wirklich gutes Trinkwasser im Allgemeinen im Liter nicht mehr als 0,005 — 0,015 grm. Salpetersäure enthalten soll. Allerdings ist diese Angabe nur eine relative, denn es kann ein Wasser unter Umständen viel Mal mehr, als die vorstehende Gewichts- nienge an Salpetersäure enthalten, ohne in hygienischer Beziehung verwerflich so Boden, Wassor, Atmosphüro, Pflanze, Dünger. ZU sein. — Ganz Aclnilichcs gilt von dem Gclialtc des Trinkwassers au Chlor. Kill weiteres Urtlieil über die Beschaffenheit der Wasser darf ferner von der inilcroslcopischea Prüfung erwartet werden, wie ja das von Cühn, Harz, v. Naegeli, Kühn, Holdefleiss u. A, melirfach dargethan wurde. Verf. hat deshalb Scäniratliche seinerzeit in Arbeit genommenen Wasser der der Leitungen und öffentlichen Brunnen der Stadt Döbeln auch auf diesem Wege und zwar mittelst einer sehr brauchbaren Methode, durch Färbung der für das Mikroskop verwendeten Wassertropfen mit Methylviolet, untersucht, ohne dass es ihm möglich gewesen wäre, ausser unschädlichen Infusorien und Algen irgend welchen gesundheitsgefährlichen Organismus zu entdecken, wenngleich er andererseits auf Grund der chemischen Unter- suchung manche Wasser, namentlich der Privatbrunnen, als mindestens stark verdächtig bezeichnen musste. Man ersieht aus einer der Abhandlung beigegebeneu Zahlentabelle, auf welche wir hier verweisen, dass es besonders die Wasser der in den Hof- räumen der inneren Stadt, manchmal in unmittelbarer Nähe der Abtritts- gruben gelegenen Privatbrunnen waren, welche nicht selten einen be- trächtlichen Gehalt an fremden Bestandtheilen, vorzugsweise an Salpetersäure und salpetriger Säure erkennen Hessen, während die auf den Strassen be- findlichen öffentlichen Brunnen schon ein wesentlich reineres, die von aussen her kommenden Quell-Leitungen aber ein geradezu ausgezeich- netes Trinkwasser lieferten. Im Durchschnitt von je 10 Unter- suchungen hinterliess beispielsweise 1 Liter Privatbrunnenwasser 0,979 grm. Gesammtrückstaud (iucl. 0,052 grm. Salpetersäure), 1 Liter Wasser von öffentlichen Strassenbruunen 0,531 grm. Gesammt- rückstaud (incl. 0,021 grm. Salpetersäure) und 1 Liter Quellwasser 0,153 grm. Gesammtrückstaud (iucl. 0,008 grm. Salpetersäure). In den untersuchten Quellwassern war nicht in einem einzigen Falle ein Gehalt von salpetriger Säure (Jodzinkstärke-Reaction) nach- weisbar. Hieraus ergicbt sich unzweifelhaft, dass in dem Masse, als wir von den Quellgegenden aus in das Centrum einer Stadt gelangen, als mithin der in Frage kommende Boden dichter von Menschen bewohnt und stärker verunreinigt wird, auch eine erhöhte luficirung desselben mit verwesen- den animalischen Stoffen und somit auch eine entsprechende Ver- schlechterung des Trinkwassers stattfindet. Aus diesem Grunde muss die Verhütung derartiger gesuudheitsgefähr- licher Verunreinigungen des Bodens von sämmtlichen städtischen Verwal- tungen und Sanitätsbehörden mit aller Energie angestrebt werden. Die Untersuchungen der Trinkwasser der Stadt Döbeln mögen daher auch in dieser Richtung anregend wirken. Mineralwasser. Chemische E. Rcichardt') veröffentlicht die Resultate seiner mit der Suhler 8uchun""der SalzqucUc Vorgenommenen Untersuchungen, beschreibt die Methoden zur Be- (^luT^Vi Stimmung von Substanzen, welche in kleinster Menge vorkommen und ver- Suhi i. Th. gleicht a. a. 0. die Temperatur der Quelle mit der Temperatur der andern in Suhl vorhandenen Brunnenwasser. ') Arcb. f. Pharm. 1879. ßd. XIV. S. 2.52. Wasser. 59 Sonnenschein bat diese Salzquelle gleichzeitig mit Reichardt unter- sucht uud indem wir hier die Resultate des Verf. geben, stellen wir zum Vergleich die Resultate Sonuenschein's, sowie die von Bauer früher ge- wonneneu Resultate der Untersuchung der Elisen quelle zu Kreuznach neben einander. Die Mineralquelle zu Suhl, welche sich wie die Kreuznacher Quelle durch einen hohen Gehalt von Chlorcalcium auszeichnet, enthält: Nach Sonnen- Bauer Reichardt schein Krcuzuacher in 1 Liter in 1000 grm. ^Eiiscnquelle in 1000 grm. grm. grm. grm. grm. Chlornatrium . . . , . 4,1613 4,1307 4,5284 9,4950 Chlorkalium .... . 0,5960 0,5916 — 0,1265 Chlorlithium ... . 0,0177 0,0176 0,0001 0,0097 Chlorcalcium . . . . 2,7875 2,7670 2,9740 1,7287 Chlormagncsium . . . 0,1610 0,1598 0,0382 0,0327 Brommagnesium . . , . 0,0059 0,0059 0,0128 — Jodnatrium .... Spur Spur Spur 0,0004 Jodmagnesium .... Spur Spur — — Schwefelsaurer Kalk , 0,3523 0,3497 0,2876 — Kohlensaurer Kalk . . 0,0390 0,0352 0,1858 — Baryt . . 0,0030 0,0021 — 0,0390 „ Strontian . 0,0020 0,0019 — 0,0890 „ Magnesia . — — — 0.1759 „ Eisenoxydul 0,00:)5 0,0030 — 0,0259 Kohleus. Maugauoxydul 0,0008 0,0007 — 0,0012 Borsaure Magnesia . . — — 0,0001 — Phosphors. „ . . . — — 0,0003 — Kieselsäure .... , 0,0125 0,0124 0,0120 0,0408 Thonerde — — — 0,0028 Organische Substanz 0,0500 0,0496 — — Halbgebundene Kohlens. — 0,1930 — ? Freie Kohlensäure . . 24,1 85 CC. 24,00 CC. — ? H. Rössler^) untersuchte 3 Mineralquellen zu Braubach am Rhein Die Mmcrai- fand, dass 2 davon zu den in dieser Gegend häufig vorkommenden «i^rar^^r^ und Natronsäuerlingen und die 3. dieser Quellen, der Diukholdcrbrunnen, zu den Eisensäuerlingen gehört und in seiner chemischen Beschaffenheit Aehnlich- keit mit dem Schwalbacher Stahlbrunnen besitzt. Hauer ^) hat die Dextquelle bei Budapest untersucht und gefunden, dass das Wasser 18,26 grm. Bittersalz und 15,206 grm. schwefelsaures Natron pro Liter enthält. Den St. Margareth.enbrunnen in Saint-Maurice canton de Vic-le comte (Puy de-D6me) hat Lefort^) untersucht und von hauptsächlichen Bestand- theilen 2,2649 grm. Kochsalz, 0,811 gi-m. kohlensaures Natron, 1,3179 gi'ra. kohlensaures Kali etc. pro liiter in dem Wasser gefunden. Das bereits seit dem Jahre 1528 bekannte und seit 1819 gebrauchte Analyse der Dextquelle b. Budapest. St. Marga- re tlienb rau- nen in Bt.- Maurice. 1) Arch. f. Pharm. 1879. Bd. 1.5. S. 68. 2) Repertoire de Pharm. No. 4. S. 155 und Arch. f. Pharm. 1879. KV. S. .539. •'') Repertoire de Pharm. No. 4. Ö. 156 und Archiv f. Pharm. 1879. XV. S. 539. ßfi Boden, Wasser, Atmosiihäro, Pflanze, Dünger. ForaiiianTrr"rcn'.' Innern ciucs Bleirohres gebildet hatte, das seit 1576, also über 300 Jahre, zur Wasserleitung in Audcrnach am Ehein gedient hatte. Der Ueberzug war von gclblich-weisser Farbe und bestand der Hauptsache nach aus Bleioxyd und aus einer Mischung oder Verbindung von Chlorblei mit phosphorsaurem Blei. Nähere Details finden sich an a. 0. ii<.i)cr das Ballaud^) berichtet über die Zusammensetzung des Cheliff - Flusses, ^ruam- fT ^^^' ^^ ^^^' Umgegend von Tiaret entspringt, durch die Sümpfe von Kseria Algerien, nach uordöstlichem Lauf den Atlas durchbrechend, in das mittelländische Meer fliesst. Dieses Wasser bringt grosse Schlammmassen mit sich, w^elche bei einer grossen Ueberschwemmung innerhalb 24 Stunden auf 3 777 894 Tonneu berechnet wurden. Heber die L. Diculafait^) macht auf den häufigen Gehalt des Meerwassers an Gegenwart jjthiou aufmerksam. von Ijituion im Meer- E. Marchaud^) bemerkt, dass er schon 1850 in einem versiegelten Schreiben der Pariser Akademie raitgetheilt habe, dass alle Wasser, welche aus der Kreideformation der unteren Seine entspringen, Lithion enthalten-, dasselbe wurde auch im Meerwasser und zwar in einem Liter 0,00043 grm. nachgewiesen. üb"d°E?sVn- Gustav Bischof^) bringt eine Entgegnung auf eine Abhandlung von ^diTTiüer"' I^- Lcwiu, iu wclchcr letzterer irrige Anschauungen über die Bestandtheile kohle als und die Wirkungsweise des Eisenschwammes als Eeinigungsmaterial für ^ninfriür' Wasser niedergelegt hat. (Vgl. Zeitschr. f. Biologie. B. XIV. H. IV.) Uebe'r'^dic Früher schon sind in der Hoffnung, in der Kohlensäure des Unter- Schwankun- gi-undbodens einen Massstab für die Verunreinigung des Bodens und ein Kohlen- Mittel zur Erkenntniss der zeitlichen und örtlichen Disposition für Cholera ^Säuregehalt ^j^^j Typhus Btc. ZU fiudeu, Uutersuchungeu der Grundluft wiederholt an Wassers, verschiedenen Orten ausgeführt worden. Zuerst von v. Pettenkofer (s. d. Jahresber. 1871, S. 122, 1873, S. 158 und 1876, S. 83), dann von Fleck (Jahresber. 187.S/74, S. 159), von Fodor (Jahresber. 1875/76, S. 32), von Smolenski (Jaliresber. 1877, S. 97) und zuletzt von Wolffhügel (Zeitschr. f. Biologie. B. XV. S. 98 und vorliegend. Jahresber. 1879. S. 38.) M. Pop per 6) hat sich nun veranlasst gesehen, das Verhalten der Kohlensäure in dem Grundwasser der Brunnen von Prag einer eingehenden Untersuchung zu unterwerfen, woraus wir nachsteheiids die Ergebnisse der Arbeit in folgenden Punkten bringen: 1) Der Koblensäuregehalt des Wassers ist in verschiedenen Tiefen ein und desselben tiefen Brunnens verschieden und nimmt von unten nach oben ab; 2) gepumptes Wasser diffcrirt im Kohlensäure-Gehalt von dem geschöpften aus demselben Brunnen, wenn das Schöpfwasser von der Oberfläche ') Arcliiv f. l'harm. 1S79. B. XV. S. 54. -) Compt. reud. 88. p. 408. =*) Compt. rend. 88. p. 05G. u. Annal. d. (^liim. et de Thys. 1879. p. 377. •') Compt. rend. 1879. 88. p. 1084. ^) Zeitschr. f. Biologie. B. XV. S. 497. «) Ebendaselbst. 1879. S. .589. Wasser. 63 von stammt-, dagegen zeigen gepumptes und aus der Tiefe geschöpftes Wasser genügend übereinstimmenden Gelialt an Kohlensäure-, 3) eine Beziehung zwischen der Kolileusäuremenge des Wassers und dem Grundwasserstand ist nicht ersichtlich; dagegen 4) steigt die Kohlensäure des Wassers, wenn das Barometer fällt, und umgekehrt; 5) unter besonderen Umständen (Eindringen von Tagewassern, verun- reinigende Zuflüsse zu den unteren Schichten?) kann das Wasser ein und desselben Brunnens in der Tiefe und an der Oberfläche einen ver- schiedenen Chlorgehalt zeigen-, (i) mit dem Steigen des Grundwassers scheint in den Prager Brunnen auch die Chlormeuge zu steigen-, 7) die Schwankungen in dem Gehalte des Wassers an Chlor und Kohlen- säure zeigen zu wenig Uebereinstimmung, als dass mau die Kohlen- säure (Der Ref.) als Massstab für die Verunreinigung des Wassers ge- brauchen könnte. J. König ^) hat den verderblichen Einfluss, welchen die Abflusswasser Beschüdi der Zinkblende-Gruben, auch wenn die Wasser ganz klar abfliessen, bei der Boden « Berieselung von Wiesen auf die Pflanzen und den Boden ausüben, untersucht. cUi^ch^u- Verfasser hat in der Zufuhr von schwefelsaurem Zink durch das Berie- 'ittstrjeiio . T T-. 1 Abthiss- selungswasser nicht nur einen Zmkgehalt des Bodens constatirt, sondern auch wasser. nachgewiesen, dass die Pflanzen mehr und mehr verkümmerten, und als Ur- sache davon den Zinkgehalt der Pflanzen erkannt. Ebenso nachtheilig für Pflanzen (Wiesen) wie die Zink])lende-Grubenwasser schildert der Verf. die Abflusswasscr aus Färbereien und einer Drahtzieherei, sowie diejenigen aus einer Schwefelkieswäsclierei. Die Wasser aus Färbereien wei'den hauptsäch- lich wegen des hohen Gehaltes an (schwer zersetzbaren? Der Ref.) organi- schen Stoffen für Pflanzen nachtheilig, während die Wasser der Drahtzieherei und der Schwefelkieswäscherei wegen ihres hohen Gehaltes an schwefel- saurem Eisenoxydul als absolut schädlich bezeichnet werden müssen. In Ostpreussen gaben die Beschwerden einer Anzahl von Gutsbesitzern, Z^°^' deren Wiesen durch sogenanntes schwarzes Wassser, aus Ellerbrüchen und Einwirkung Torfmooren stammend, namentlich bei Frühjahrs -Hochwasser üborfluthet BrTchen u. worden, Veranlassung, dass die Wasser genannter Brüche und Moore durch ,'^°'*''°°''"" T ,,.,,„ J kommenden die landwirthschaitl. Versuchsstation Königsberg einer nähern Untersuchung schwarzen unterzogen wurden. Wassers. Klion^) theilt darüber folgendes mit: Die Wasser sind sehr reich an organischen (Humus-)Substaiizen, welche dem Pflauzenwachsthum nach zwei Richtungen hin schädlich sind. 1) Geben diese Humuscxtracte zur Bildung des sehr verrufenen Ort- steins (Sumpf-Morasterz) Anlass, welcher den im Boden wurzelnden Pflanzen den Wachsthumsraum abschneidet und 2) wirken diese Stoffe als Reductionsmittel, wobei Sauerstoff entzogen wird und im Boden die für die Vegetation giftigen Eiseiiox3^dul-Verbin- dungen entstehen. Auf Wiesen äussern sich grössere Zuflüsse solcher Wasser, namentlich bei ungünstigen Bodenbeschaffcnlieiten, (eisenschüssige Böden, Tlionuntergrund) 1) Landw. Ztg. für Westfalen u. Lippe. 1879. No. 5. S. 49; a. Agricultur- chem. Centralbl. 1879. S. 564. ^) Land- u. forstwirthschaftl. Ztg. f. das nordöstl. Deutschland. 1879. S. 17.5. f^A Bodon, Wasser, Atmosphäre, Fflauze, Dünger. besonders nachtlicilig-, es können solche Wasser sogar die Entstehung aus- gedehnter Moore veranlassen. Die Untersuchungen haben demnach ergeben, dass derartige grosse Mengen von organ. Ilumussubstanzen enthaltende Wasser, weder zur Berieselung noch als Stauwasser Verwendung finden dürfen, wenn die Wiesen nicht mit der Zeit in eine unfruchtbare Steppe verwandelt werden sollen, schudiich- ßgj ^QY Naturforscher-Versammlung zu Baden-Baden 1879 berichtet keit der " Fabrikab- vorUlutig iu der Station für landw. Versuchswesen C. Weigclt^) über die besondere Schädlichkeit der Fabrikabtiüsse, insbesondere der Bleichereien für die Fische, rcYcn m'r d?ö wobci der Verf. experimentell nachwies, dass durch freies Chlor, auch wenn Fische, es nur in äusserst geringen Mengen im Wasser enthalten ist, kleine Forellen von 5 bis 20 grm. Körpergewicht nach längerem Verweilen in solch chlor- haltigem Wasser (0,0002 grm. Chlor im Liter) unbedingt getödtet werden. Auch den Einfluss freier Säuren (Schwefelsäure, Salzsäure, Kohlensäure) studirte der Verf. durch experimentelle Untersuchungen auf Forellen; es fand sich vorläufig, dass die Schwefelsäure weitaus schädlicher wirkt, als die Salzsäure; dagegen fast momentan tödtlich wirkt kohlensaures Wasser (Sulz- maler Wasser, ein dem Selterser ähnlicher natürlicher Kohlensäuerling). Neutrale Salze, wie Kochsalz, Chlorcalcium etc. blieben bei Concen- trationen von 3 pro mille ohne jeden schädigenden Einfluss. ^^"wass^r" Lintner^) l)espriclit die Eigenschaften, welche ein für Zwecke der Brauerei taugliches Wasser haben muss und kommt zu dem Schlüsse, dass man dieselben Anforderungen zu stellen habe, wie an ein gutes Trinkwasser. Anhang. Ueber die Darstellung von Ammoniak freiem destillirtem Wasser. (Addiewell Chemical Works. 1879.) Die Bohr 'sehe colorimetrische Methode der chemischen Trinkwasser- Untersuchung. Besprochen vom Medicinal- Assessor Pusch in Dessau. (Arch. f. Pharmacie 1879. XIV. Bd. S. 227.) Untersuchungen des Pegnitzwassers von Nürnberg, von H. Kaemmerer. Veröffentlicht durch den Magistrat der Stadt Nürnberg. Ueber die Veränderungen von Wassertemperaturen von der Quelle, in Leitungen und Reservoiren bei städtischen Wasserversorgungen, v. E. Grahn. (Journ. f. Gasbeleuchtung u. Wasserversorgung 1879. S. 43 u. 755.) Chemische Untersuchungen des filtrirten Oderwassers (Leitungswasser), von Fr. Hulwa. (Ebda. S. 765.) Ueber Brunnen, von G. Oesten. (Ebda. S. 407 u. 452.) Kritische Bemerkungen dazu, von A. Thiem. (Ebda. S. 515.) Entgegnung von Oesten. (Ebda. S. 636.) Ueber die neusten Schicksale des Liernur'schen pneumatischen Systems in Amsterdam, von Alex. Müller. (Ebda. S. 789.) Ueber Wasserfiltrationsmethoden, besonders über Eisen als Material dazu, von E. Grahn. (Ebda. S. 625 ff.) 1) Die landw. Versuchs-Stationen. XXIV. Bd. S. 424. ^) Zeitschr. f. das gesammte Brauwesen. 1879. S. 62. Atmosphäre. gR Das Grundwasser und seine Verwendung zur "Wasserversorgung, von Smreker. (Zeitschr. d. Vereins deutsch. Ingenieure 1879. S. 348.) Znsammensetzung und BescliafFeulieit des Londoner Leitungswassers, von C. Tidy. (Chem. News 1879. Bd. 40. S. 6 u. 31.) Literatur. Liernnr's System der Stadtreinigung mit Bezug auf die Verhältnisse von Braun- schweig. L. Mitgau. Braunscliweig, 187;). Wagncr's Ilofbuchhamllung. Kurze Anleitung zur physikalisch-clicmischeu Trinliwasser- Untersuchung, von A. lliller. Berlin. Druck von Lange. Atmosphäre. Referent: Tli. Dietrich. Die Veränderlichkeit in der Zusammensetzung der atmo- yeränder- sphärischen Luft ist experimentell vonPli. von Jolly neuerdings nach- 5. Decbr. 14. 11 3. Januar 25. 11 9. Februa 16. 71 7. März Gewicht Wind- r».^*..,™ Gewicht Wind- 1009.412 CC. richtung 1 jaiixni v. 1009,112 CC. richtung 1,305537 — 18. März 1,305014 S. 1,305656 — 9. Mai 1,305200 E. 1,304890 — 18. ?i 1,305131 E. 1,305193 — 7. Juni 1,305046 W. 1,305589 — 29. 11 1,305397 W. 1,305525 — 15. Juli 1,305239 NW. 1,305035 sw. 22. 51 1,305594 N. 1,305754 NE. 2. August 1,305296 NE. 1,305281 NW. 29. 55 1,305469 NE. 1,305099 W. 11. Septbr. 1,305075 W. 1,305157 NW. 17 55 1,304931 Föhn Die Differenzen der Gewichte der Luftproben sind nicht unbeträchtlich, sie gehen bis 0,9 rag, sind also nicht auf Unsicherheiten in den Wägungen zurückzuführen, sondern drücken eine Veränderlichkeit in der Zusammen- setzung der Atmosphäre aus. Das grösste Gewicht, entsprechend einem Procent gehalt der Luft an Sauerstoff von 20,965, war bei anhaltendem NE.-Wind, und das kleinste, welches einen Procentgehalt von 20,477 ergab, bei anhaltendem Föhn ge- funden. Da nun nach diesen Wägungen die Schwankungen im Sauerstoff- gehalte der Atmosphäre viel beträchtlicher waren, als dies die eudiome- trischen Messungen ergaben, so war es angezeigt, Controlversuche anzustellen und solche führte Verf. im Jahre 1877 nach der eudiometrischen Methode aus. Die Wägungen des Sauerstoffs und des Stickstoffs wurden zu sorg- fältigen Bestimmungen des specifischen Gewichts dieser Gase verwerthet und das Gewicht derselben, auf o t, Meeresniveau und 45 « Breite bezogen, pro Liter gefunden: Sauerstoff = 1,4289206 grm. Stickstoff = 1,2574614 „ Die nach der eudiometrischen Methode gefundenen Procente Sauerstoff, welche bei Bestimmungen an 21 Tagen in den Monaten Juni und Juli, October und November 1877 angewendet w^urde, sind folgende: Datum Proc. Sauerstoff Barometer Windrichtung 13. Juni 20,53 714,0 w. 18. „ 20,95 717,6 N. 24. „ 20,73 716,8 NE. 27. „ 20,65 718,7 NE. 31. „ 20,69 718,1 NE. 3. Juli 20,66 716,9 E. 17. „ 20,64 713,1 S. 19. „ 20,56 713,9 SW. 27. „ 20,75 719,9 NE. 12. Octbr. 20,78 715,7 E. Atmospha xe. Datum Proc. Sauerstoff Barometer Windrichtung 14. Oct. 21,86 720,9 NW. 15. „ 20,83 719,3 E. 16. „ 20,75 723,3 E. 21. „ 20,84 723,0 E. 23. „ 20,84 710,6 NW. 27. „ 20,01 721,5 N. 31. „ 20,85 714,2 W. 2. Nov. 20,91 724,1 NE. 10. „ 20,56 718,2 SO. 13. „ 20,67 707,0 w. 20. „ 20,65 708,9 NW. 67 „Die Resultate der eudiometrischeu Messungen stimmen mit denen, die auf Grund von Wägungen erhalten wurden, vollständig überein. Nach beiden Messmethoden ergiebt sich, dass der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre nicht ganz unbeträchtlichen Schwankungen unterliegt. Die Luftproben des Jahres 1877 (eudionietrisch best.) zeigen Unterschiede im Sauerstoffgehalte von 21,01 bis herab auf 20,53 > und die im Jahre 1875 bis 1876 (nach der Wägungsmeth.) imtersucbten solche von 20,96 und 20,47 %. Der gros st e Sauerstoffgehalt trat in beiden Jahrgängen unter herrschendem Polarstrome und der kleinste unter herrschendem Aequatorialstrome oder Föhn auf. Begreiflich ist damit nicht gesagt, dass in allen Fällen, in welchen die Windfahne nach N. oder NE. zeigt, nothwendig grösserer und bei S. und SW. kleinerer Sauerstoffgehalt, oder dass gar, wie in den ex- tremsten Fällen, sich Unterschiede von 0,5 % mit jeder Drehung der Wind- fahne geltend maclien. Der Satz der Unveränderlichkeit in der Zusammen- setzung der Atmosphäre ist demnach nicht aufrecht zu erhalten." „Ob von Jahr zu Jahr die Schwankungen stets in gleichen Grenzen erfolgen und ob im Mittel der Sauerstoffgehalt in jedem Jahre der gleiche ist, wird erst durch ausgedehntere Beobachtungen sich feststellen lassen. Zunächst ist es wahrscheinlich, dass ebenso wie die Dauer der Polar- und Aequatorialstrome an gleichem Orte nicht jedes Jahr die gleiche ist, auch kleine Differenzen im mittleren Sauerstoffgchalte sich von Jahr zu Jahr werden geltend machen. Auch wird man aus den mitgetheilteu Beobach- tungen schliessen dürfen, dass trotz der reicheren Vegetationsdecke südlicher Breiten die Oxydationsprocesse (vielleicht in Folge der höheren Temperatur) die Reductionsprocesse überwiegen, während umgekehrt der reichere Ge- halt an Sauerstoff der Polarströme ein Zurücktreten der Oxydationsprocesse gegen die der Keduction für die nördlicheren Gegenden ausdrückt". Locale Schwankungen im Kohlensäuregehalt der atmospha- ScUwan- _ ktiD'^Gii im rischen Luft. Von P. Hässelbarth und J. Fittbogen'). — Im Jahre Kofiicu- 1875/76 dieses Jahresberichts S. 80 berichteten wir bereits über diese in'^J^^f^';.^" Dahme ausgeführten Versuche und beschränken wir uns hier unter Ver- weisung auf jenen Bericht auf die Mittheilung des von den Verfassern ge- gebenen Resume's. „Als Gesammtresultat der Beobachtungen ergiebt sich Folgendes: 1) Das Mittel aus 347 Einzelbestimniungen betrug 3,34 Vol. CO2 in 10000 V. atmosphärischer Luft. Diese Zahl ergiebt eine weitere Bestätigung der zuerst von Franz Schulze beobachteten und später vonW. Henneberg Landwirthsch. Jahrbücher 1879. 669. oQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. constatirtcn Tliatsaclio, dass man auf Grund der älteren Beobachtungon von Th. de Saussurc und iJoussingault den durclischnittlichcn Koldcnsäure- gehalt mit 4 — 4,15 Vol. in 10000 V. zu hoch angenommen hatte. Die in Weeiide ermittelte Durchschnittszahl 3,3 kommt der in Dahme gefundenen sehr nahe. Beide Orte liegen unter gleichen Breitegraden und annähernd in gleicher Entfernung vom Meere. In Rostock wurden im Mittel von mehr als IfiOO Eiuzelbcstimmungen allerdings nur 2,92 Vol. CO2 in 10000 V. atm. Luft erhalten. Diese Differenz scheint aber in der Lage Rostocks ihre Er- klärung zu finden, indem wegen des grösseren Absorptionsvermögens, welches erwiesenermassen Seewasser für CO2 besitzt, bei den von der See herwehenden Winden fast ohne Ausnahme eine Verminderung der atmosphärischen CO2 wahrgenommen wurde. Das in Dahme beobachtete Maximum war 4,17 Vol. CO2 am 20. 3. 75 Dem zunächst 4,14 „ „ „ 8. 9. 74 Das Minimum betrug 2,06 „ „ „ 17. 10. 74 Dem zunächst 2,70 „ „ „ H- 4. 75 in 10000 Vol. Luft von " t. und 760 mm b. 2) (Die Daten der Monatsmittel wurden bereits in diesem Jahresbericht von 1875/76 mitgetheilt.) Die für die Monate December, Januar und Februar gefundenen geringsten Durchschnittszahlen sind vielleicht verursacht durch den verlangsamten Verwesungsprocess in der kältesten Jahreszeit. 3) Die meteorologischen Einflüsse auf den C02-gehalt der Luft zeigen sich in vorübergehenden Schwankungen; ihre Wirkungen sind in der Ab- handlung von Franz Schulze^) ausführlich discutirt worden. Unsere Be- stimmungen bringen im Wesentlichen eine Bestätigung der dort nieder- gelegten Beobachtungen. Wir können uns daher auf die Angabe der die Schulze'sche Ansicht bestätigenden, ergänzenden oder widerlegenden Daten beschränken. Aus der ganzen Versuchsreihe lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Zu- und Abnahme der atmosphärischen Kohlensäure und der Wind- richtung und Windstärke erkennen. Der Einfluss der Windrichtung auf das Resultat der gefundenen Kohlensäuremenge scheint stärker zu sein als irgend ein anderer, und daher wird es kommen, dass sich eine Regclmässigkeit in den Beziehungen des Kohlensäuregehalts der Luft zu Schnee, Regen, Nebel während des ganzen Verlaufs der Bestinnuungen nicht gezeigt hat in den Fällen, wo die atmosphärischen Niederschläge mit einer Aenderung der Wind- richtung verbunden waren. Zuweilen haben sich die entgegengesetzt wir- kenden Einflüsse combinirt und entweder keine Resultate oder einen Aus- schlag nach der Richtung des stärkereu Einflusses ergeben. Als Belege für die aus den Beobachtungen gezogenen Schlüsse in Bezug auf die Einwirkung der einzelnen meteorologischen Einflüsse erscheinen des- halb nur solche Angaben der Tabellen der Berücksichtigung werth, von denen sich annehmen Hess, dass die betreffenden Einflüsse ausschliesslich zur Geltung gelangt waren. Aus den Rostocker Ermittelungen ergiebt sich eine Abnahme der atm. Kohlensäure bei Südwestwind, eine Zunahme bei Nordostwind. Dem entgegen haben die Beobachtungen in Dahme ergeben, dass Windströmung aus westlicher Richtung eine Vermehrung, solche aus anderer Himmelsgegend eine Verminderung bringt. Die zweitgrösste Kohlen- 1) Lamiwirthsch. Vcrsuchs-Stat. 14. 1871. 366. — Dies. Jahresber. 1870 —72. I. 113. Atmosphäre, an säuremciige — 4,14 in 10000 Vol. Luft — trat nacli andauerndem West- wind am 8. September auf. Vom 12. zum 13. zum 14. October bei Uebergang des Windes von W. zu WSW. zu S. betrug der Kohleusäuregehalt 3,80—3,49—3,29 Vol. Vom 5. zum 6. zum 7. März bei Uebergang des Windes von SW. zu S. zu NW. ergaben sich 3,95 — 3,53 — 3,67 Vol. Im Februar folgte auf längere Zeit andauernder nordwestlicher Strömung ein 11 Tage herrschender Ost- wind und brachte consequente Depression. Im Juli fand bei Uebergang von mehrtägigem Nordwind zu Nordwestwind Zunahme der atmosphärischen Kohlensäure statt. Doch ergaben auch einige Bestimmungen Zahlen, die dem Gesagten gerade entgegen laufen, ohne dass die gleichzeitig gesammelten übrigen meteorologischen Notizen hierüber einen genügenden Aufschluss liefern könnten. Eine Verstärkung des Windes hat eine Verminderung des Kohlensäure- gehalts zur Folge, gleichgültig, aus welcher Himmelsrichtung der Wind weht. In der ganzen Versuchsreihe ist an 11 Tagen Wind, an 4 Tagen Sturm verzeichnet. Die Beschleunigung der Luftströmung hatte in 13 Fällen eine deutliche, bis zu ^^ Volumtheil und darüber betragende Abnahme der Kohlensäuremenge herbeigeführt, und die beiden Fälle, in welchen das Gegentheil eintrat, erklären sich hinlänglich aus einer in den Vortagen ge- fallenen Regenhöhe von 3,49 Par. Linien resp. einem Gewitterregen. 4) Nach Gewitterregen trat fast stets eine Steigerung des Kohlensäure- gehalts ein: am 28. April von 3,27 auf 3,85 Vol. 8. Mai 51 3,10 „ 3,65 16. Juni V 3,02 „ 3,64 3. Juli ?i 3,51 „ 3,73 12. August ■!■> 3,38 „ 3,62 Wenn nach anderen Gewitterregentagen diese Steigerung nicht zu be- merken war, so hatte dies seinen Grund in vermehrter Windstärke oder ver- änderter Windrichtung. Den ausführlichen und eingehenden Beobachtungen von Franz Schulze scheint dieser Einfluss des Gewitterregens entgangen zu sein; er ist in der oben genannten Abhandlung unerwähnt geblieben, obgleich er sich aus den Tabellen der Rostocker Beobachtungen fast regel- mässig nachweisen lässt. 5) Regen dagegen übt in den meisten Fällen eine Depression aus. Es ist diese Thatsache schon aus den S au ssure' sehen Bestimmungen ge- folgert und durch die Rostocker Untersuchungen bestätigt worden. Auch die hiesigen Beobachtungen haben gleiche Resultate geliefert, sofern die- selben nicht durch andere Einflüsse modificirt worden sind. Dass der Regen unter Umständen auch eine Steigerung der Kohlen- säuremeuge bewirken kann, wenn er nämlich nach länger anhaltender Trocken- heit durch Befeuchtung der humosen Stoffe in der bis dahin trockenen Erde den Verwesungsprocess wieder fördert, ist im Laufe unserer Untersuchungen nur einmal zu constatiren. Nachdem vom 12. bis 18. Mai bei Trockenheit und vorherrschendem NWwind der Kohlensäuregehalt in 10000 Vol. Luft 3,23 Vol. im Mittel betrug, erhob er sich nach einem am 19. gefallenen Regen auf 3,67 Vol. und sank in den folgenden Tagen wieder. — Dagegen Hess sich im September nach einer zwölftägigen Regenpause unter Wegfall sonst beeinflussender Bedingungen eine Zunahme nicht erkennen. 6. Auch der Thau verursacht eine Verminderung der Kohlensäure in nn Bodcu, Wasacr, Atmosphäro, i'flaji/.c, Uuugcr. der Luft. Naclulcm in den Vürtagen die durchscliuittliclic Volummeiige in lOOüO Vol. Luft sich auf 3,53 stellte, sank sie am 17. October nach starkem Nachtthau auf 2,06 (Minimum) und erhob sich Tags darauf wieder auf 3,11. . 7) Nebel hat an fünf Tagen theils eine geringe Zunahme, theils eine Abnahme bewirkt. 8) Auch der Schnee hat sich immer in gleichwirkender Weise gezeigt \ im Allgemeinen war eine stete, mitunter i)lützliche Vermehrung der Kohlen- säuremenge bemerkbar; so trat z. B. das Maximum in der Beobachtuugs- reihe — 4,17 Vol. — am 20. März nach vorhergegangenem Schneefall ein. 9) Ein Einfiuss von Sonnenlicht und Beschattung während der Dauer des Versuchs auf die Kohlensäuremenge konnte nicht bemerkt werden. Es können sich aber die Beziehungen der Vegetation zur atm. Kohlensäure in einem am Tage verminderten, Nachts vermehrten Gehalte äussern. Franz Schulze hält das Letztere für nicht unwahrscheinlich unter günstigen Local- verhältmssen und meteorologischen Bedingungen, also in Mitten grosser mit Vegetation bedeckter Ebenen und bei ruhiger klarer Luft. Seine hierauf bezüglichen vergleichenden Beobachtungen haben aber kein Resultat erzielt. Aus einer Reihe von Versuchen über den Zusammenhang zwischen Kohlensäurezerlegung und Wasserverdunstung durch die Pflanzen, welche in den Sommern der Jahre 1876 und 77 in Dahme ausgeführt wurden, können hier einige Zahlenangaben der atmosphärischen Kohlensäurebestimraung einen Platz finden. Die Bestimmungen erfolgten im Stationsgarteu auf einem frei stehenden Tisch. Es wurden je c. 34 1 Luft aspirirt, dazu annähernd drei Stunden ge- braucht, so dass 8 Bestimmungen in 24 Stunden gemacht werden konnten. Die folgende Tabelle enthält nur Zahlenreihen von solchen Versuchstagen, an denen ruhige Luft, heiterer Himmel verzeichnet ist. Es fallen also für Aenderung der Kohlensäuremenge alle übrigen beeinflussenden Momente fort. COJnlOOOOV. U. M. U. M. 24.-25. Juli 1876 16.— 17. Aug. 1876 5. - 6. Septbr. 1876 7. — u. M. u. M. atm. Luft 10. 40 Vormittags bis 5 1. 40 Mittags 2,85 2. — Nachm. » 5. — Nachmittags 3,16 5. 15 „ ?5 8. — Abends. 3,15 8. 5 Abends n 10. 55 „ 3,73 11. 1 5 Nachts 5? 2. 10 Nachts 3,93 2. 25 „ ■>■! 5. 40 Morgens 3,09 6. — Morgens 55 9. 30 „ 2,91 9. 45 „ 55 12. — Mittags 2,94 6. 30 „ 55 8. 55 Vormittags 3,09 9. — Vormittags 55 11. 55 3,71 12. 5 Mittags 55 3. — Nachmittags 3,85 3. 1 Nachm. 55 6. 10 Abends 3,80 6. 20 Abends 55 9. 35 „ 3,56 9. 45 „ 55 12. 50 Nachts 3,36 1. — Nachts 55 4. 15 Morgens 3,86 4. 20 Morgens 55 7. 55 3,18 7. » 55 10. — Vormittags 3,54 10. 30 Vormittags 55 1. 5 Mittags 3,74 1. 10 Mittags 55 3. 20 Nachmittags 4,05 Atmosphäre. 71 CO., iu lÖOOOV. U. M. u. M. atm. Luft 6 Scpbtr. 187G 3. 25 Nachm. 11 G. 10 Nachmittags 3,66 6. 25 „ 15 9. 15 Abends 3,74 9. 20 Abends 51 12. 20 Nachts 3,82 12. 30 Nachts 15 3. 35 Morgens 4,15 3. 45 Morgens n 6. 30 55 3,84 Juni 1877 4. ?i 1^ 6. 35 55 4,31 6. 45 „ ■n 10. — Vormittags 3,70 10. 10 Vormittags 11 12. 40 Mittags 3,61 12. 55 Mittags ^■) 3. 35 Nachmittags 3,95 3. 40 Nachm. 15 6. 20 51 3,73 August 1877 5. 10 Morgens 55 8. — Morgens 3,75 8. 15 „ 15 10. 45 Vormittags 3,34 11. — Vormittags 11 1. 45 Mittags 3,15 2. — Nachm. 55 4. 15 Nachmittags 3,40 Aus diesen Bestimmungen ergiebt sich, allerdings mit geringen Schwan- kungen, eine allmäliliche Abnahme des Kohlensäuregehalts vom Aufgang bis zum höchsten Stand der Sonne, eine darauf wieder eintretende Zunahme und ein grösster Gehalt zur Nachtzeit. Namentlich zeigen alle Versuche eine plötzliche Abnahme der atmosphärischen Kohlensäure kurz nach Sonnen- aufgang und eine darauf folgende laugsame Steigerung. Es findet diese Beobachtung vielleicht darin ihre Erklärung, dass, nachdem die Kohlensäure- zerlegung durch die Pflanzen während der Nachtzeit sistirt war, bei dem Wiedereintritt der Insolation die Assimilationsthätigkeit der durch die Nacht- kühle erfrischten Pflanzen in erhöhtem Masse erwacht." Ueber den Kohlensäuregehalt der atmosphärischen Luftco.^-Oehait über vegetationslosem freiem Lande sowohl, als auch über bestandenen Feldern und im Walde führte J. Reiset i) lange Reihen von vergleichenden Be- stimmungen aus. Dieselben wurden unter Anwendung sehr grosser Aspira- toren von fast 600 Liter Inhalt nach der Pettenkofer'schen Methode aus- geführt 2). Die Bestimmungen über nacktem Lande geschahen 8 km. von Dieppe in 96 m. Meereshöhe. Die Luft wurde 4 m. über dem Boden ent- nommen. Im Mittel von 92 Bestimmungen, welche am 9. Sept. 1872 bis 20. Aug. 73, sowohl am Tage als des Nachts, ausgeführt wurden, ergab sich ein Ge- halt von 2,942 Vol. Kohlensäure in 10000 Vol. trockner Luft (bei 0«' u. 760 mm. b.). Die grösste beobachtete Ditferenz zwischen Maximum und Minimum betrug 3 auf 100000 Vol. Im Mittel von 27 in jungem, dick belaubtem Schlagholz ausgeführten Bestimmungen ergab sich ein Gehalt von 2,917 Vol. Kohlensäure auf 10000 Vol. Luft. Zu gleicher Zeit war der Gehalt im Freien 2,902 Vol. Die über einem üppigen in Blüthe stehenden Rothkleefelde Monat Juni entnommene Luft enthielt 2,898 Vol. Kohlensäure-, die Luft über freiem Felde zu gleicher Zeit 2,915 Vol. Luft, 0,3 m. über in voller Vegetation stehender Gerste Monat Juli entnommen, enthielt im Mittel 2,829 Vol. Kohlensäure; die Luft über freiem Felde zu gleicher Zeit 2,933 Vol. 1) Compt. rend. 88. 1879. 1007. '^) Die Details der Versuche beabsichtigt Verf. in den Aim. d. Chimie e. d. rhys. zu veröffentlichen. 72 Bodon, Wasser, Atmosphäre, rflaiizc, Düugor. Bei Anwcseiilicit einer Ilerdo von 300 Stck. weidender Schafe in der Nähe des Apparats an einem schönen windstillen Tage erliob sich der Kolilonsäuregelialt beträchtlich und zwar zu 3,178 Vol. Das Mittel des Kohlensäuregchalts, welches Verf. aus seinen Beobach- tungen während der Jahre 1873, 1875 und 1879 für die Luft zu Paris, ruc de Vigny, in der Nähe des Parks Monceau ableitete, betrug 3,027 Vol. für 10000 Vol. Verf. zieht den allgemeinen Schluss: Die freie atmosphärische Luft enthält im Mittel 2,942 Vol. Kohlen- säure auf 10000 Volumina. Selbst unter den verschiedensten Bedingungen betrugen die äussersten Schwankungen nicht mehr als 3 auf 100000. (iueiied. at- Die Quellc der atmosphärischen Kohlensäure befindet sich Kohlen-" "^^'^ st an. Meunier im Innern des Erdkörpers. i) Es sprechen hierfür säure, zunächst die thatsächlich beobachteten Kohlensäure-Exhalationen an den thätigen und ausgestorbenen Vulkanen wie an anderen Stellen, welche eine Communication des Erdinnern mit ihrer Oberfläche ermöglichen. Verf. stützt sich ferner auf den Nachweis von Cloez, dass bei Einwirkung von Wasser auf gekohltes Eisen bei hoher Temperatur Kohlenwasserstoffe entstehen. Dafür nun, dass Eisen in Verbindung mit Kohle einen wesentlichen Bestand- theil des Erdinnern ausmache, sprechen n. d. Verf. nicht blos Wahrschein- lichkeitsgründe, die aus dem hohen specifischen Gewichte des Erdkörpers als Ganzen im Vergleich mit dem geringeren specifischen Gewichte der obersten Kruste sich ergeben, sondern auch die Beobachtungen über das Vorkommen von gediegenem Eisen an einzelnen Fundstellen, besonders über das Eisen von Orifak in Grönland, haben viele Geologen dahin geführt, dieses als aus dem Erdinnern stammend anzuerkennen. Nach Vorstellung des Verf. gelangt zu diesen unter dem Granit liegenden geschmolzenen Eisenmasseu Wasser, welches wie bei den Versuchen Cloez's Kohlenwasserstoffe bildet, die bei ihrem Aufsteigen verbrennen und der Atmosphäre Kohlensäure be- ständig zuführen. Es kann dieses Phänomen, in bestimmten Epochen der Erdgeschichte in sehr verschiedener Intensität aufgetreten sein. Ursprung d. M. L. Diculafait^) verweist in einer Abhandlung über den Am- Ammoniaics moniakgclialt der gegenwärtigen wie der früheren Meeresbildungen auf ''■jVci^,^^''" die Thatsache, dass aus dem Meereswasser Ammoniak in die At- mosphäre entweicht. Erwieseuermassen enthält das Meerwasser nachweisbare Mengen Am- moniak (Mittclmeer 0,22 mgr. pr. Liter nach D. u. Canal la Manche 0,2 mgr. nach Boussingault). Wenn das Meerwasser concentrirter wird, nimmt der Ammoniakgehalt zu, jedoch nicht im Verhältuiss zu der ver- dunstenden Wassermenge. Die Ursache hiei'von ist, dass ein Theil des Ammoniaks unaufhörlich in die Atmosphäre übergeht. Wir verweisen hier auf einen Artikel Schlösiugs in dem Jahresber. 1875/76 S. 89, der denselben Ursprung des atmosphärischen Ammoniaks nachweist. Bieteori- Eisenhaltigen Staub, welcher mit dem Siroco an verschiedene ^"^ 'Punkte Italiens gelangte, beobachtete Tacchini.^) — Der Siroco er- ') Der Naturforsch. 1879. 430. Das. n. Annales agrouomiques. V. 204. 2) Ceutralbl. f. Agrikulturchemie. 1879. 481. 3) Compt. reiid. 88. 1879. 818. Sonne. Atmosphäre. yQ schien am 24. Febr. 1879 in Italien mit grosser Heftigkeit (40 km.), das Thermometer zeigte 23,6**. Der Himmel zeigte kurz vor Sonnenuntergang eine oraugerothe Färbung, das sichere Zeichen der Gegenwart in der Luft schwebenden und vom Winde transportirten Staubes. In der That beol)ach- teten am folgenden Tage Verf. in Palermo, Ciofalo zu Termini und Ricco zu Neapel im Regen atmosphärischen Staub. Derselbe enthielt schwarze magnetische Kügelchen, welche sich als meteorisches Eisen erwiesen. Die Durchmesser der Kügelchen fand man bei Messungen unter dem Mikroskop zwischen 0,004 und 0,028 mm. in dem in Palermo „ 0,007 „ 0,020 „ „ „ „ Neapel und 0,011 „ 0,041 „ „ „ „ Termini gefallenen Staub, Dimensionen, die mit denen von Meunier und Tissandicr an Eisenkörnchen des Meteorstaubes in geologischen Ablagerungen beobach- teten übereinstimmen. Ueber die Stärke der Bestrahlung der Erde durch die Sonne ^''^'''^'j^|,'|j"^ in den verschiedenen Breiten und Jahreszeiten. Von Chr. durch die Wiener.i) — Die meteorologischen Erscheinungen auf der Erde, insbe- sondere der Temperaturverhältnisse auf derselben, hängen in erster Linie von der Stärke der Bestrahlung jedes Punktes der Erdoberfläche durch die Sonne ab und diese von dem Einfallwinkel der Strahlen und von der Dauer der täglichen Wirkung, wenn man von einem etwaigen Wechsel in dem Ausstrahlungsvermögen der Sonne absieht. In zweiter Linie üben die wech- selnde Schwächung der Strahlen durch die Atmosphäre, die Oberflächen- beschaffenheit der Erde, also der Wechsel von Land und Wasser mit ihren verschiedeneu Absorptions- und Reflectionsvermögen gegen die Sonnenstrahlen, das Binden der Wärme durch Wasserverdunstung oder Eisschmelzung und ihr Freiwerden durch die umgekehrten Vorgänge, die wechselnde Steigung und Höhe des Bodens u. s. w. einen wesentlichen Einfluss. Die Einwirkung aller dieser zweiten Umstände auf die Erwärmung lässt sich zum Theil aus Unkenntniss der Grundthatsachen nicht sicher ermitteln; sicher aber lässt sich die Stärke der Sonnenbestrahlung durch die ersten Umstände bestimmen, und zwar vermittelst Lösung einer rein mathematischen Aufgabe. Verf. hat sich dieser Aufgabe unterzogen und deren Lösung in einer ausgedehnten Arbeit veröffentlicht. Wir entnehmen derselben die allge- meineren Ergebnisse. Die Berechnung der Menge von Sonnenstrahlen, welche in einem Zeit- Element gegen ein Element der E]xloberfläche gestrahlt werden, führt zu Gleichungen, aus welchen sich folgende Resultate ableiten: (Die Zahlenwerthe der Bestrahlung bezeichnen das Verhältniss der wirklich von einem Flächenelement empfangenen Strahlen (w) zu der Be- strahlungsstärke (W), welche innerhalb eines Tages bei senkrechter Be- strahlung für den mittleren Abstand der Sonne von der Erde dieses Flächen- element empfangen würde.) 1. ,,Innerhalb der Zone, in welcher die Sonne nicht untergeht, erhält innerhalb eines Tages der Pol die stärkste Sonnenbestrahlung. So ist diese am Tage der Sonnenwende des nördlichen Sommers (21. Juni) am Nord- pol = 0,385, während sie am Polarkreise (Breite ß =^ ^ 66 (^ SS') nur 0,353 beträgt. ^) Zeitschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologie. 1879. 113. (Der Naturforscher. 1879. 321.) VA Boden, Wasser, Atmospliüro , Pflanze, Dünger. 2. Innerhalb der Zone mit Tag und Nacht innerhalb 24 Stunden, also zwischen den Parallelkreisen mit gerade noch 24 Stunden Tag und denen mit 24 Stunden Nacht, findet ein Minimum der Bestrahlung in der Nähe des erstcren Parallelkreises und ein Maxiraum zwischen demselben und dem ' Aequator statt. So liegt für den 2 1 . Juni (Declination der Sonne [(?] = -|- 23« 27' 28") das Minimum bei ß-=-\- 61« 52' 16", und es beträgt dann hier die verhältnissmässige Stärke der Bestrahlung w:W= 0,35015, während das Maximum bei ß = -\-- 43o 33' 34" liegt, wofür w : W = 0,35525 wird. 3. Die stärkste Bestrahlung die überhaupt ein Punkt der Erde an einem Tage empfängt, ist die der Pole an den Tagen der Sonnenwende, und zwar ist sie für den Südpol am 21. December = 0,412 und für den Nordpol am 21. Juni == 0,385. Die anderen Maxima an denselben Tagen sind nur 0,380 und 0,355 für (5 = ~ und -(- 43» 33' 34". 4. Dieses Uebergewicht des Poles dauert etwa durch 28 Tage vor und nach der Sonnenwende, so dass der Nordpol in den 56 Tagen vom 25. Mai bis zum 19. Juli und der Südpol vom 25. November bis zum 17. Januar eine stärkere tägliche Bestrahlung erhält als irgend ein anderer Punkt der Erde. Zu den anderen Zeiten liegt der Punkt der stärksten Bestrahlung in der Nähe des Aequators, indem er an den vier angegebenen Tagen vom Pol auf die Breiten von ungefähr + 36'^ überspringt, sich dann dem Aequator nähert, wo er zu den Zeiten der Tag- und Nachtgleichen anlangt; für ihn ist dann die Bestrahlungsstärke am 20. März = 0,320 und am 23. Sep- tember = 0,317. 5. Die Curven der Bestrahlungsstärke in einem Tage zu den verschie- denen Zeiten des Jahres für jede Breite innerhalb der gemässigten Zonen haben das Ansehen von Sinuslinien, deren Maxima und Minima nahezu an den Tagen der Sonnenwende liegen. In Breiten zwischen und etwa 45*^ ändert sich die Bestrahlungsstärke in der Nähe des längsten Tages lang- samer als in der Nähe des kürzesten-, in Breiten zwischen etwa 45" und 66"^ 37' findet das Umgekehrte statt. Für die Breiten innerhalb der kalten Zonen verschwindet die Curve für die Zeit der dauernden Nacht. 6. Die Tagesbestrahlung auf dem Aequator besitzt eine doppelte Periode, indem 2 Maxima mit 0,32 zu der Zeit der Tag- und Nachtgleichen und zwei Minima mit 0,28 und 0,30 zu der Zeit der Sonnenwenden stattfinden. Aehnliches gilt für die benachbarten Parallelkreise bis zur Breite von etwa + 12", für welche die Bestrahlungsstärke während ihres ganzen Sommer- halbjahres fast unverändert bleibt." Die Stärke der Bestrahlung im ganzen Jahre und innerhalb verschiedener Abschnitte desselben ist nach verschiedenen Methoden berechnet worden, und die in den Tabellen und Curven niedergelegten Ergebnisse lehren Folgendes: „1. Die Bestrahlungsstärke eines Punktes der Erdoberfläche in seinem astronomischen Frühlingsvierteljahre (20. März bis 21. Juni) ist genau gleich derjenigen in seinem astronomischen Sommervierteljahre (21. Juni bis 23. September); und ebenso sind die Bestrahlungsstärken in den beiden kalten astronomischen Vierteljahren (des Herbstes und des Winters) einander gleich. Dasselbe gilt von dem meteorologischen Frühlings- und Herbst- vicrteljahr [die meteorologischen Jahreszeiten rechnet Verf. für den Norden: Frühling vom 4. Februar bis 5. Mai, Sonnenlänge von 315" bis 45"; Sommer bis 7. August, Sonnenlänge 135"; Herbst bis 7. November, Son- Atmosphäre. yg nenlänge 225"^; Winter bis 4. Februar, Sonnenlänge 315"] oder allgemein: Es sind die Bestrahlungsstärken eines Punktes der Erdoberfläche in zwei weniger als ein Jahr betragenden Zeiträumen einander gleich, wenn zu der Anfangszeit eines jeden und zu der Eudzeit des andern die Sonnenlängeu von derjenigen bei einer Sonnenwende um gleichviel, aber im entgegen- gesetzten Sinne abweichen. Die in dem einen Zeiträume eintretenden Sounen- längen liegen dann mit denen des anderen Zeitraumes symmetrisch in Be- zug auf eine Sonnenwende .... 2. Die Bestrahlungsstärke eines Punktes von nördlicher und eines solchen von gleicher südlicher Breite in den Zeiträumen entsprechender Jahreszeiten sind einander gleich •, so für den nördlichen und südlichen Punkt in je zweien für sie gleich benannten astronomischen oder meteorologischen Vierteljahren, Halbjahi'en oder in den ganzen Jahren. Vergleicht man z. B. das Sommerhalbjahr des nördlichen Punktes mit dem des südlichen, so ist das erstere vom 20. März bis 23. September 186,4, das letztere vom 23. September bis zum 20. März des folgenden Jahres 178,8 Tage lang, also das erstere 7,6 Tage länger ; dagegen ist die Sonne im ersteren weiter von der Erde entfernt. Beide Ungleichheiten von entgegengesetzter Ein- wirkung auf die Bestrahlungsstärke gleichen sich vollkommen aus, so dass die Stärken einander gleich sind. Allgemein kann man sagen: Die Be- strahlungsstärke eines Punktes von nördlicher und eines solchen von gleicher südliclier Breite sind in zwei weniger als ein Jahr betragenden Zeiträumen einander gleich, wenn die Sonnenlängen zu Anfang beider Zeiten, sowie die zu Ende derselben um 180o verschieden sind . . . 3. Die verhältnissmässige Bestrahlungsstärke im ganzen Jahre besitzt ihr Maximum von 0,305 auf dem Aequator und ihr Minimum von 0,127 in den Polen; zwischen beiden läuft die Stärkecurve ähnlich wie eine Sinuslinie. 4. Die verhältnissmässige Bestrahlungsstärke im Sommerhalbjahre einer Erdhälfte z. B. der nördlichen (20. März bis 23. September, zusammen- fallend mit dem Winterhalbjahre der andern, der südlichen), hat ihr Maximum von 0,166 in der Breite von etwa -|" 24", fällt bis zum benachbarten Nordpol auf 0,127, bis zum Aequator auf 0,153 und von da bis zum Süd- pol auf Null. 5. Die verhältnissmässige Bestrahlungsstärke im meteorologischen Früh- lingsvierteljahr (4. Februar bis zum 5. Mai) und im meteorologischen Herbst- vierteljahr (7. August bis 7. November) erreicht ihr Maximum mit 0,078 auf dem Aequator und ihre Minima mit 0,019 in den Polen; die Curve verläuft ähnlich wie eine Sinuslinie. 6. Die verhältnissmässige Bestrahlungsstärke in einem meteorologischen Sommervierteljahr, z. B. dem nördlichen (vom 5. Mai bis 7. August), besitzt ihr absolutes Maximum mit 0,090 in dem Nordpol, fällt von da und wird zu einem Minimum mit 0,084 in einer Breite von etwa 65", streigt dann wieder, wird ein Maximum mit 0,089 bei etwa 35", fällt dann, wird auf dem Aequator 0,074 und verschwindet in einer südlichen Breite von 73" 39', an welchem Parallelkreise zu Anfang und zu Ende dieses Vierteljahres das Flächenelement gerade noch von den Sonnenstrahlen berührt wird. Das be- merkenswerthe Ergebniss ist also, dass während des meteorologischen Som- mers die Sonnenbestrahlung des Poles stärker ist als diejenige irgend eines anderen Punktes der Erde. Wir sahen früher, dass in den 94 Tagen dieser Zeit für den Pol auch die Stärke der täglichen Bestrahlung an 56 Tagen grösser ist, als an irgend einem anderen Punkte der Erde." 76 Boden, Wasser, Atmospliärc , Pflanze, Dünger. lutünBitiit lU'K 'l'agcs- lluhtuü. Ucl)ci- die Intensität des gesammtcn Tageslichtes stellte Ed. Stelling photochemischc Beobachtungen an^). — Dieselben wurden unter einigen Abänderungen nach dem Verfahren und mit dem Apparat von Koscoc^) vom 1. Novemb. 1874 bis zum 31. Juli 1875 in zusammen- hängender, ununterbrochener Reihe zu St. Petersburg ausgeführt. Bezüglich der Details der Methode und der Ausführung verweisen wir auf die Üriginalmittheilung und beschränken uns hier auf die Wiedergabe der Resultate und des Resume's des VerPs. Die Resultate der vom Verf. um 1'' p. m. angestellten Beobachtungen sind folgende: I. Intensität des gesammten Tageslichtes bei vollkommen klarem und wolkenlosem Himmel. Intensität. 0,041 0,038 0,027 0,038 0,035 0,060 0,082 0,098 0,113 0,106 0,137 0,160 0,201 0,264 0,268 0,282 0,309 0,359 Die Zahlen zeigen auffallender Weise ein deutlich ausgesprochenes Maximum der Intensität bereits in den ersten Tagen des Juni, also zu einer Zeit, wo die Sonnenhöhe noch nicht ihr Maximum erreicht hat. Dieses eigenthümliche, verfrühte Eintreten des Maximums deutet augenscheinlich auf eine grössere Durchsichtigkeit der Luft für die chemischen Lichtstrahlen in der Zeit vor der Sommersonnenwende als zur Zeit des Solstitiums hin. II. Intensität des gesammten Tageslichtes bei hellem Sonnenschein und theilweise bewölktem Himmel. Datum 1874. Novemb. 3 » 18 Decemb. 31 1875. Januar 24 i? 26 1? 31 Februar 13 » 26 März 5 « 6 « 12 « 16 April 4 Mai 2 n 5 n 12 11 15 19 Datum. Intensität. Mai 30 0,369 Juni 1 0,446 „ 2 0,389 „ 5 0,417 „ 7 0,411 „ 16 0,350 „ 21 0,352 „ 29 0,329 Juli 1 0,285 „ 16 0,306 „ 17 0,298 „ 19 0,278 „ 20 0,267 „ 21 0,266 „ 25 0,286 „ 26 0,270 „ 29 0,257 Datum. Beobachtete Normale Intensität. Differenz. Bewöl- kung ä). Wolkeu' form. Januar 13 0,034 0,032 — 0,002 4 n 27 0,032 0,042 -f- 0,010 40 Eebruar 15 0,088 80,75 — 0,003 60 ^) Forschungen auf dem Gebiete d. Agrikulturpliysik. II. 3. 305. 1879. (Naturforsch. 1879. D.) Das. n. d, Kepertor. f. Meteorol. 1878. VI. 6. ■') Poggend. Annal. 134. 353. (löüo). ') Der den Zahlen beigesetzte Exponent " b edeutet, dass die Wolken besonder dünn waren. Atmosphäre, 77 T^ , Beoliachtetc Nornialn ^'^t""^- Intensität. Diiforeuz. Bewcil- kung. Wolken- form. Februar 17 0,083 0,088 -f 0,005 70 n 22 0,096 0,095 — 0,001 80 11 28 0,136 0,103 — 0,033 10 März 3 0,119 0,107 — 0,012 6 51 8 0,130 0.120 — 0,010 30 11 9 0,125 0,124 — 0,001 3« 11 15 0,143 0,149 + 0,006 30 11 18 0,167 0,157 - 0,010 4 cu 11 19 0,189 0,160 — 0,029 2 cu April 3 0,217 0,197 — 0,020 5 cu 11 9 0,198 0,211 - - 0,013 2 51 23 0,233 0,243 - - 0,010 40 cu,ccu 11 24 0,243 0,245 - - 0,002 3 cu 11 26 0,245 0.250 - - 0,005 3 cu 11 28 0,254 0,253 — 0,001 4 cu Mai 1 0,251 0,260 -- 0,009 2 cu 11 3 0,257 0,263 -- 0,006 4 ccu 11 6 0,296 0,268 - 0,028 4 ccu 11 7 0,289 0,272 — 0,017 40 11 8 0,340 0,276 — 0,064 20 11 21 0,333 0,350 -|- 0,017 6 cu,c 11 22 0,427 0,355 — 0,072 3 cu 11 23 0,365 0,362 — 0,003 4 cu 11 24 0,346 0,368 -- 0,022 2 cu 11 26 0,372 0,380 -- 0,008 3 cu 11 29 0,379 0,395 -- 0,016 4 cu 11 31 0,400 0,407 -- 0,007 40 cu Juni 4 0,380 0,423 -0.048 4 cu 11 14 0,296 0,380 -0,084 2 cu 11 20 0,368 0,345 — 0,023 3 cu Juli 2 0,242 0,302 - 0,060 4 c 11 3 0,298 0,300 -- 0,002 2 cu 11 6 0,243 0,295 0,052 10 ccu 11 11 0,307 0,290 — 0,017 4 cu 11 18 0,274 0,283 - - 0,009 4 cu 11 27 0,262 0,267 - - 0.005 2 cu 9,457 9,502 - - 0,045 Mittel: 0,242 0,244 - - 0,001. Die Differenzen zwischen der beobachteten und normalen Intensität ergeben hiernach keine deutlich ausgesprochene Ein^Yirkung auf die Intensi- tät. Dieselbe wiid bei gleicher Wolkenmenge bald über ihren normalen Werth erhoben, bald sinkt sie unter denselben herab. Im Mittel heben sich die positiven und negativen Abweichungen fast vollkommen auf, so dass die Wolken im Allgemeinen als mit dem unbewölkten Himmel gleich- wirkende Reflectoreu des Sonnenlichtes betrachtet werden müssen. 78 Boden, Waaser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 111. Intensität des gesammten Tageslichtes an Tagen wülktcm Himmel die Sonne hinter Wolken , wo bei theilweise bc- verborgen war. y, , Beobachtete Normale n.-ff^,.« r ^^''^^""^- Intensität. Diftercnz. Bewölkung. Wolken- forni. Januar 28 0,032 0,045 J - 0,013 29 "/o 9" Februar 14 0,064 0,080 - 0,020 24 „ 50 März 7 0,100 0,116 - 0,016 14 „ 80 71 13 0,124 0,142 H - 0,018 13 „ 40 April 7 0,154 0,207 - 0,053 26 „ 6 cu 11 17 0,162 0,229 - 0,067 29 „ 5 cu Mai 14 0,155 0,297 -^ - 0,142 48 „ 7 cu,n n 16 0,170 0,315 - 0,145 46 „ 7 cu,n n 25 0,203 0,375 - 0,172 46 „ 7 cu Juni 11 0,218 0,400 - 0,182 45 „ 6 cu Juli 4 0,171 0,298 - 0,127 43 „ 8 cu n 8 0,160 0,293 - 0,133 45 „ 8« « 13 0,181 0,287 - 0,106 37 „ 8 cu 11 23 0,165 0,277 - 0,112 40 ., 3 cu Mittel: 0,147 0,240 - 0,093 39 >. Hiernach sinkt die Intensität um ein Bedeutendes, sobald die Sonne hinter den Wolken verborgen ist. Da nun in den Beobachtungen nach Tabelle II die Wolken an sich die Helligkeit des Tageslichtes niclit zu bceinHussen scheinen, so wäre demnach die gesammte Verminderung der Intensität des Tageslichtes dem Verschwinden der Sonne zuzuschreiben und die Differenzen zwischen der normalen und beobachteten Intensität könnten als Intensitäten des gesammten Sonnenlichtes aufgefasst werden. Unter dieser Annahme weisen die den Differenzen beigesetzten Procentzahlen darauf hin, dass die Intensität der directen Sonnenstrahlen mit steigender Höhe der Sonne in rascherem Masse wächst als die Intensität des gesammten Tageslichtes und mithin also bedeutend rascher, als die Intensität des diffusen Himmelslicbtes 1). Ein noch weiter gehendes Herabsinken der Intensität des gesammten Tageslichtes findet statt, wo nicht nur die Sonne hinter Wolken verborgen ist, sondern auch das ganze Himmelsgewölbe mit einer eintönigen, grauen Wolkendecke überzogen scheint. Dies geht deutlich aus folgender Tabelle hervor: IV. Intensität des gesammten Tageslichtes bei vollkommen bedecktem, eintönig grauem Himmel. Datum. Januar P^ebruar Beobachtete lutensitiU Normale Differenz. 1 0,020 0,027 — 0,007 4 0,020 0,029 - - 0,009 10 0,023 0,032 -- 0,009 11 0,017 0,032 -- 0,015 7 0,026 0,070 -- 0,044 9 0,032 0,075 ^- 0,043 *) Vergl. H. E. Roscoe und T. E. Thorpe. Ueber die Beziehung zwischen der Sonnenhöhe imd der chemischen Intensität des Gesamratlichtes bei unbewölktem Himme]. Poggendorffs Annalen. Ergänzungsband V. 1871. S. 188. Atmosphäre. 79 Datiin . Beobachtete Normale n.-ff^v^.^ Intensität. Differenz. Februar 20 0,063 0,092 - 0,029 51 24 0,077 0,097 - 0,020 März 2 0,098 0,105 - 0,007 5i 11 0,079 0,132 - 0,053 51 20 0,118 0,162 - 0,044 55 23 0,104 0,170 - 0,066 55 29 0,074 0,185 - 0,111 April 12 0,106 0,217 - 0,111 55 21 0,106 0,238 - 0,132 55 30 0,115 0,257 - 0,142 Mai 13 0,100 0,294 - 0,194 55 20 0,168 0,345 - 6,177 Juni 3 0,218 0,420 - 0,202 55 10 0,063 0,405 - 0,342 Juli 15 0,110 0,286 - 0,176 55 28 0,170 0,265 - 0,095 Mittel : 0,087 0,179 - 0,092. Das Mittel aus den Differenzen ergiebt, dass diese Art der Bewölkung die cbeiniscbe Intensität um mebr als die Hälfte ibres normalen Wertbcs herabdrückt; in einigen Fällen sinkt die Intensität au solchen Tagen noch weiter unter die Normale, und an einem Tage, wo der Himmel ein beson- ders trübes Ansehen zeigte, am 10. Juni, beträgt die beobachtete Intensität weniger als Vc der normalen Grösse. Es kommen andererseits jedoch auch Tage vor, wo die Intensität, trotz des einförmig grauen Himmels kaum um 30 % vermindert wird und in einem Falle, am 2. März, liegt die Grösse, um welche die Intensität unter den normalen Werth gesunken ist, durchaus innerhalb der Grenze der Beobachtungsfehler. Das .Minimum der Intensität aber tritt ein, wenn sich zum bleigrauen Himmel Nebel oder Niederschläge gesellen, wie dies aus Tabelle V erhellt. V. Minima der Intensität in den einzelnen Monaten. Datum. Beobachtete Normale Intensität. Bewöl kung *] 1874. November 28 0,003 0,035 10^ 55 December 3 0,007 0,033 102 1875. Januar 5 0,011 0,029 102 55 Februar 2 0,018 0,060 102 55 März 28 0,056 0,182 10 55 April 13 0,065 0,220 10 55 Mai 28 0,044 0,390 10 55 Juni 15 0,042 0,375 102 55 Juli 30 0,049 0,260 102 Maximum der Intensität in den einzelnen Monaten. 1874. November 2 0,072 0,040 4 55 December 15 0,034 0,030 10» ^) Der den Zahlen beigesetzte Exponent ^ bedeutet, dass die Wolken besonders dicht waren. OA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pilanze, Dünger. Datum. Beobachtete Normale Hcwöl Intensität. kung. 1875. Januar 31 0,000 0,060 1» Februar 28 0,136 0,102 1» März 19 0,189 0,160 2 April 28 0,254 0,253 4 Mai 22 0,427 0,355 3 Juui 1 0,446 0,412 „ Juli 24 0,315 0,275 6 Hiernach stieg die beobachtete Intensität von ihrem Miniraum am 28. Nov. bis zum Maximum am I. Juni um mehr als das Hundertfache; diese ungeheure Variation in der Intensität ist ein Resultat der combinirten Wirkung der Sonnenhöhe und der Bewölkung. Unter dem Einfluss der steigenden Zeuithdistanz allein wächst nach den vorliegenden Beobachtungen die normale Intensität von 0,027 bis 0,425, also blos um das Sechzehnfache. Aus der Zusammenstellung ergiebt sich, dass nur in 2 Monaten das Maximum der Intensität an solchen Tagen eintrat, wo Sonne und Himmels- gewölbe vollkommen frei und klar waren, während in den übrigen Monaten die Intensität meistens unter der Wirkung einzelner Wolken am Himmel ihren Maximalwerth erreichte. Am auffallendsten ist der Umstand, dass am 15. Deceraber das Maxi- mum eintrat, wo der ganze Himmel mit einem leichten Wolkenschleier be- deckt war. Bei geringer Höhe der Sonne in der dunkleren Jahreszeit kommen indessen noch einige solche Fälle vor, wo ein dünner Wolken- schleier die Intensität des Tageslichtes über den normalen Wertli steigert, so z. B. Datum. ^""^"""''^futensität "''""'''' Bewölkung. November 12 0,050 0,038 10" Januar 15 ' 0,038 0,033 10" März 17 0,168 0,155 10" Bei dem Resume der erhalteneu Resultate gelangt Verf. zu dem Schluss, „dass bei einer Beurtheilung der Helligkeit eines gegebenen Orts nach den Bewölkungsverhältnissen die mittlere Grösse der Bewölkung kaum einen ausreichenden Maassstab abgeben kann, sondern dass es noth wendig ist, mannichfache andere Umstände zu berück- sichtigen". „Die mittlere Grösse der Bewölkung allein kann nur insofern ein Kriterium liefern, als mit wachsendem Bewölkungsgrade auch die Wahr- scheinlichkeit für die Bedeckung der Sonne durch Wolken wächst, und da- mit die Wahrscheinlichkeit einer beträchtlichen Erniedrigung der Helligkeit unter den normalen Werth. Man hat jedoch hierbei durchaus die Höhe der Sonne zu berücksichtigen, welche diese am betreffenden Ort in den ver- schiedenen Jahreszeiten erreicht, da bei einer Sonnenhöhe bis er. 10" die direkten Sonnenstrahlen einen kaum merkbaren Einfluss auf die Gesammt- hclligkeit ausüben, und die Wirkung des diffusen Tageslichtes fast aus- schliesslich zur Geltung kommt: bei einer geringen Sonnenhöhe kann die mittlere Bewölkungszahl daher für die Beurthei- lung der Intensität des Tageslichtes keinen brauchbaren Maassstab liefern. Bei abnehmender Zenithdistanz der Sonne wächst Atmosphäre. gj die Wirkung der direkten Sonnenstralilen, um bei einer Höhe von circa 50" über dem Horizont die Wirkung des diffusen Lichtes zu erreichen und bei weiterem Steigen der Sonne sich über dieselbe zu erlieben: in diesen Fällen steigt und fällt die Wahrscheinlichkeit einer Herab- minderung der Intensität des Tageslichtes unter den normalen Werth mit der Wahrscheinlichkeit für die Bedeckung der Sonne durch Wolken, also auch mit der mittleren Bewölkungszahl. „Einen besseren Maassstab als die mittlere Bewölkung liefert jedoch für die Beurtheilung der Helligkeitsverhältnisse die Anzahl der trüben Tage, an welchen im Verlauf des Jahres der Himmel eine eintönig blaugraue Färbung zeigt und die Gesamrat-Intensität um 50% unter ihren normalen Werth sinkt. Wird die Wirkung dieses grauen Himmels noch durch Nebel oder Niederschläge unterstützt, dann erreicht die Intensität ihr Minimum und beträgt nur noch etwa 7io der normalen Grösse. Bei der Beurtheilung der Hellig- keitsverhältnisse spielt daher die Anzahl der Tage mit Nebel und Niederschlägen eine höchst wichtige Rolle. Sicheren Auf- scljiuss über die mittleren Helligkeitsverhältnisse eines Ortes vermögen nur dirccte Messungen zu geben. Die Bestimmung der chemischen Intensität ist für jeden einzelnen Tag als eine wichtige Ergänzung der Bewölkungsbe- obachtungen zu betrachten, da die gemessenen Intensitäten Witterungszu- stände, die bisher nur zu beschreiben waren, durch quantitative Angaben prägnant characterisiren. Wenn man erwägt, einen wie grossen Einfiuss die Intensität des Lichtes auf das Wachsthum und Gedeihen der Pflanzen und der Thierwelt ausübt, ein Einfiuss, der sich auch in hohem Grade auf das Wohl und Wehe der Menschen erstreckt, so kann man nur lebhaft wünschen, dass die photo- chemischen Messungen eine grössere Verbreitung finden möchten. Ueber die klimatischen Verhältnisse der Jahre 1869 — 1879 Einfiuss der in der Normandie und ihren Einfiuss auf das Reifen der Feldfrüchte bat p'^g'*j.^'®f ®™^f Herve Mangon ^) Beobachtungen angestellt. — Die meteorologischen ^as Keifen Beobachtungen wurden zu Saiute-Marie-du-Mont (Manche), einige Kilometer fruchte, vom Meere und 31,67 m über dem Meercsuiveau angestellt. Die schlechte Witterung, welche 1879 in dortiger Gegend herrschte, gab dem Verf. Anlass, die klimatischen Verhältnisse dieses Jahres mit denen der vorhergehenden Jahre zu vergleichen. Dieser Vergleich erstreckte sich auf die Monatsmittel der Temperatur, der Regenmenge und der Regentage. Wir übergehen diese Daten und beschränken uns darauf, die Dar- stellung des Einfiusses der Temperatur auf das Reifen der Feldfrüchte wieder- zugeben. Man berechnet in der Regel die Wärmesumme, welche zur Reife der im Herbst ausgesäten Pflanzen nothwendig ist, indem man die Zahl der Tage, welche vom 1. März bis zur Reife verfliessen, mit dem Tagesmittel dieser Periode multiplicirt. Verf. hält diese Rechnung für dortige Gegend für ungeeignet, weil man dort einen ausserordentlich milden Winter hat. Statt dessen rechnete er vom Tage der Aussaat an und schied nur die- jenigen Tage aus, an welchen die Temperatur Mittags unter -|- 6 <* blieb. Die Angaben über Zeit der Aussaat und Ernte wurden von hervorragenden Ijandwirthen der dortigen Gegend gemacht. ») Compt. rend. 89. 1879. 766. Jahresbericht. 1879. 82 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. na M H-^ h-i tJ X CO GC OD g (XOOGOOOODQOGOOO HH ^1 ^J ^? ^J M ^1 ^1 ^J ^l M ^{ 05 «H X CO 00 00 ^JOiOirf^tOI-iOCO P r^ 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 er 1 1 1 1 1 1 1 1 1 <-t -. . ÖS ^ i CD r' o C50D^^^ November üx ' ^ 00 63 CO ' CO CO h-l h-i 63 1-1 t-i Ü» ff^ cn >;^ (—1 H-i|-'COOiCOC5050 ° December O ^? C5 ^ ' 05 h-iJs0h-i.63COOi^W 1— l 1—1 63 63 1-^ t-i 1—1 JsD » C^ C5 05 O OD Oil-i Februar h-i CO |-i|-itfi.COI-irf^«Ol-i — l-k f-i >-i)— 1|— 1|— ih-i6363h-i tJ^ 1 M 1 o 05010163-^6300 == März rf^ tf^ COl-iVJÜiÜi^fi'COOi tO 1 1 1 1 to (;n3 63636363630563 o MM Ci C00i-^j0i0005005 ° April ^ ':aosos MM Ci O63l-il-irf2^ff^05V{ « Mai B Ol to COO10005C0Ü163C0 CO rfi^ 1 1 1 1 tf^ t^hf».fpi.|^hP».hP>.rfS>.l^ ft^ MM CS COCOOiÜiOiÜiHi^ = Juni s s O t-^ COOi-^IO'l-'OOOW fj^ Ol OiOiOi*>-OiOiOiOi Ci MM Oi Oi>-i0500rfi'Üi005 =■ Juli oa 05 63>|i.^tf^63~^tf^rf^ B cn 1—1 h-i H-i 05 63 )— ^ MM 05 63030i050i05 August ^^ 4^ Hih-iOCOl-'WOS-^ tu 1 H-^ *>■ H* 1 1 ÜX tfi^ Ol 1 M M M M =■ September l-i M 1— i 1— ' 1— t ►f^ W^-Jrf^OOOJCOOJCO V d Aussaat • OO h-^ OD lO 0^056300OHi0iO bis zur Ernte Oy ^ tO 1-^ lO ^l^ OiCOG0005rfi.OOO to lO O CO tfi.Hi>.COlOrf^COOiW 0~-II-i(-i050t-'Oi <= Im Ganzen CT> " Ü' Ol iC CO l^3 O OD CO CO CO ^1 C5 1 1 O er 3 Atmosphäre. 83 Der untere Theil der Tabelle enthält die Angaben über 4 Culturen des Jahres 1879. Die eine derselben ist wegen der sehr späten Aussaat be- merkenswerth. Das Korn ist zur Reife gelangt bei nur 2203 ** Wärmesumme. Die schlechte Witterung hat das Gedeihen der Saaten mehr als einmal verzögert, die niedrige Temperatur und die aussergcwöhnlichen Regen haben die Vegetation verlangsamt, endlich ergab der Monat Juli nur 463 '^ statt 536 '^ Wärmesumme. Alles das hat die Reife um 22 — 23 Tage verzögert. Körner gab es reichlich genug, schwer und von sehr guter Qualität, aber das Stroh ist kurz geblieben. Beobachtungen bei Hafer. Jahr Zeit der a o s O C 1-5 U eS 3 < '3 '3 "3 3 bc < Ö ID Aussaat Ernte 1^ 1870 22./3. 6./8. — 10 263 378 473 564 109 1797 1871 22./2. 8./8. — — 45 203 306 362 410 504 140 1970 1873 26./3. 6./8. — — — 58 239 348 451 542 103 1741 1874 2./2. 2./8. — — 37 187 318 339 456 552 36 1925 1875 21./3. 4./8. — — — 51 235 413 455 484 62 1700 Mittel 7./3. 5./8. — — — 16 102 272 368 449 529 90 1826 1878/79 8./11.75 20./8.79 106 68 26 111 144 207 295 446 463 331 2197 Streng vergleichbar ist die letzte Reife mit dem Mittel der 5 fi-üheren Jahrgänge nicht, da letztere sich auf Sommer-, erstere auf Winterhafer be- zieht. Dennoch ist der Einfluss des schlechten Jahres auf die Reife des Hafers erkennbar, denn diese fiel trotz der viel früheren Aussaat um 15 Tage später, und die Wärmesumme betrug 2197*' gegen 1826*' in den Vorjahren. Beobachtungen bei Gerste, Bohnen und Buchweizen. Gerste. Tag der e8 a S tu < 'S a s ►^ 3 3 <1 ■4-3 CO a O a Aussaat Ernte 1871 28. April 28. Aug. _ 22 362 410 504 494 _ 1792 1872 20. „ 10. „ — 110 345 458 557 166 1636 1873 29. „ 23. ,; — 21 348 451 542 377 1739 1876 6. „ 11. „ — 234 318 457 567 193 1769 1877 15. März 16. „ 90 253 325 495 514 265 1942 1878 15. April 20. „ — — 187 409 488 552 345 1981 Mittel 13. April 18. Aug. 15 138 351 460 539 307 1810 1879 9. „ 7. Sept. — — 148 295 446 463 512 108 1972 6* 84 Boden, Wasser, AtmoaphUro, Pflanze, Dünger. Bohnen. Jahr 1 Tag der u es g 0) N "es a )-3 3 So 3 53 E 0) OD a Aussaat Ernte u 1870 17. März 20. Aug. 24 263 278 473 564 346 2058 1871 28. Febr. 28. ?5 10 203 306 362 410 504 494 — 2289 1872 11. März 16. 51 — 139 268 345 458 557 264 — 2031 1873 20. Febr. 24. ?i 32 175 239 348 451 542 395 — 2182 1874 8. März 30. ■>•> — 155 318 339 456 552 483 — 2303 1875 26. Febr. 2. Sept. 2 125 235 413 455 484 539 34 2287 1877 26. Febr. 25. Aug. 8 151 253 325 495 514 428 — 2174 1878 3. März 27. V — 146 297 409 488 552 464 — 2356 Mittel 3. März 25. Aug. 6 141 272 365 461 534 427 4 2210 1879 11. März 15. Sept. — 100 207 295 446 463 512 221 2244 Buchweizen. 1871 1870-1878 1879 16. Juni 10. „ 16. Sept. 10. „ 20. „ _ 275 504 540 266 — — — — 329 521 520 155 — — — 352 463 512 300 1585 1525 1627 Die zur Reife der Gerste nothwendige Wärmesumme erhebt sich im Mittel auf 1810 *^. Im Jahre 1879 verzögerte sich deren Ernte um ca. 20 Tage. Dasselbe war bei den Bohnen der Fall. Für Buchweizen lagen nur zwei bestimmte Beobachtungen, 1871 und 1879 vor, mit welchen die gewöhnlichen Annahmen der Landwirthe für die Jahre 1870 — 1878 in Vergleich gezogen wurden. Nach Letzterer kann man 1525 ^ als Wärmesumme, welche für die Reife des Buchweizens noth- wendig, betrachten. 1871 betrug diese in der That ISSS«, in 1879 1627». Die Verzögerung der Ernte betrug 10 — 12 Tage. Hiernach haben die niedrigen Temperaturen am Ende 1878, der sechs ersten Monate und vornehmlich des Monats Juli 1879 und die ausser- gewölmlich starken Regen im Februar und im Juni die Zeit der Ernte im Nordwest von la Manche verzögert, ungefähr um 22 Tage für den Weizen, um 20 Tage für Gerste und Bohnen und um 10 — 12 Tage für den Buchweizen. Verf. zieht noch folgende Schlüsse aus seinen Zusammenstellungen: 1) In einem milden und beständigen Klima wie das von Nordwesten von la Manche ist es fast immer vortheilhaft, die Ilerbstaussaaten frühzeitig zu machen-, 2) Wenn man regelmässige Beobachtungen über die Wärmesuramen von der Aussaat an und obige Zusammenstellungen berücksichtigt, so wird man mit ziemlicher Genauigkeit 4 — 6 Wochen vorher die Zeit der Ernte voraussagen können. Atmosphäre. oe F. Deiiza^) suchte durcli Rechnung aus den Ergebnissen l^jährigor sciiwan- Beobaclitungcn über die atmosphärische Electricität, wck^he zu ^''un^Eic'c-"^ Moncalieri von 1867 — 1878 mit dem bifilaren Electrometer Palmieri's und tricität. mit dem Bohuenberger'schen Electrometer angestellt wurden, die Gesetze der Schwankungen abzuleiten. Aus der Prüfung dieser Ergebnisse zieht Verf. folgende Schlüsse: I. Regelmässige Schwankungen: a. tägliche. Die atmosphärische Electricität zeigt in ihrem normalen Verlauf zwei Hauptmaxima, welche dem Aufgange und dem Untergange der Sonne nach wenigen Stunden folgen; im Winter folgen sie etwas später als im Sommer. Diese zwei Maxima sind durch ein Minimum geschieden, welches dem Durchgange der Sonne durch den Meridian des Orts folgt. Verf. leitet daraus den Satz ab, dass die Entwicklung der atmosphäri- schen Electricität abhängig ist von der gemeinsamen Thätigkeit des Wasser- dampfes und der Sonuenwärme. b. jährliche. Der mittlere monatliche Werth der electrischen Spannung der Atmosphäre erreicht das Maximum gegen Ende des Winters, im Februar-, sie vermindert sich hierauf nach und nach bis zum Monat September, in welchem sie das Minimum erreicht, um von da ab wieder zuzunehmen, erst langsam, dann schnell. Ein bestimmtes Gesetz der jährlichen Mittel lässt sich aus den Beobach- tungen nicht ableiten; dieselben folgen nicht der Periode der magnetischen Schwankungen und der Sonnenflecken. II. Unregelmässige Schwankungen, a. Gewitter, nahe wie entfernte, haben einen vorherrschenden Einfluss auf die electrische Spannung der Atmosphäre; während ihres Vorüberganges wird dieselbe sehr gross. Vor und nach dem Gewitter zeigt das Electrometer fast immer Null oder sehr kleine Spannungen, und zwar zuweilen während mehrerer Stunden. b. Regen und Schnee vermehren die atmosphärische Electricität, sei es continuirlich, theils in Intervallen. Oft aber findet, wie bei Gewittern, vor oder nach ihrem Auftreten eine starke Veränderung statt. c. Andere Hydrometeore. Dicke Nebel in erster Linie, Reif, Glatteis und in letzter Linie Wolkenbildung wirken, obwohl mit geringerer Intensität als Regen und Schnee, ebenfalls auf eine Steigerung der atmo- sphärischen Electricität hin. d. Bei heiterem Himmel, namentlich wenn gleichzeitig grosse Hitze herrscht, hat man die kleinsten Werthe der Electricität. e. Winde. Südwinde, insbesondere SE, vermehren (in Pieraont) die Luft-Electricität. Dieselbe ist bei N schwächer. (Bei heftigen Luftströ- mungen sind die Angaben des Electrometers unsicher). III. Negative Electricität hat sich während der zwölfjährigen Beobachtungen mit Regen und Schnee wenigstens 50 mal unter 100 gezeigt. Regen und Schnee geben somit beim Niederfallen durcheinander positive oder negative Electricität. Gleich verhalten sich Gewitter und Hagel. Sie geht voraus oder folgt Gewittern, ebenso, wenn auch seltener. Regen und Schnee. Wenn der Himmel wolkig oder heiter ist, ist die Electricität immer positiv. Ist sie dennoch negativ, so ist das von anderen Erscheinungen, Ge- wittern, fernen Regen, oder von Wolkenbildung oder auch von Polarlicht etc. veranlasst. ') Compt. rend. 89. 1879. 153. Qfl Bodcu, Wasser, Atmosphäre, l'llauzo, Düugor. IV. Die Schwankung der Luft-Elcctricität mit der Höhe ergiebt sich aus dem Vergleich der Beobachtungen zu Moncalieri (259 m über dem Meeresniveau) mit denen auf dem kleinen St. Bernhard (2160 m), wonach die electrischc Spannung unter normalen atmosphärischen Verhältnissen mit der Höhe abnimmt. Mctooroiog. L Tridon machte bei einer Luftballonfahrt interessante in gr^'ossor' Beobachtungen ^). — Zwischen 1852 und 1980 m Höhe drang der ^°^®" Ballon durch einen sehr leichten Nebel in einer Luftschicht von mindestens 130 m Dicke, in welcher das Thermometer auf — 2 " sank. In 28 Mi- nuten war der höchste Punkt mit 2700 m erreicht bei einer Temperatur von 0. Beim Sinken kam der Ballon dann in eine Luftschicht von ca. 150 m Dicke in der Höhe von 2424 m, die eine Temperatur von -|- 14^ besass; 154 m tiefer fand man wieder eine Temperatur von — 6 ", aus welcher der Ballon horizontal in 5 Minuten herauskam und die normale Temperatur von -j- 6 '^ wie beim Aufsteigen in 2269 m Höhe antraf. In der Höhe von 1330 m sah man bei einer Temperatur von -|- 7 ^ Eisnadeln herumschweben. Der Ozonometer zeigte in keiner Höhe entschiedene Reaction. wasserver- ^ Vogcl wiederholte, nachdem er das Klinkerfuss'sche Hygrometer verschied, zur Mcssung dcs Wassergehalts der Luft als sehr empfindlich erkannt hatte, ^^lecken."^' ältere Versuche über die Wasserverdunstung verschiedener Vege- tationsdecken, welche eine Bestätigung der früheren Resultate ergeben haben 2). Die Messungen, welche an 5 nicht sehr weit von einander entfernt liegenden Feldern angestellt wurden, haben folgende Werthe von Gramm Wasser, welche in 1 Kubikmeter Luft enthalten waren, ergeben: Haferfeld (cultivirtes Wiesenmoor) 6,26 grm. Wiese (entwässertes „ ) 7,47 „ Brachacker, voriges Jahr Hafer 5,38 „ Torfwiesenmoor mit Typha bewachsen, sumpfig . 7,92 „ Kleefeld 7,21 „ Es werden die früheren Beobachtungen des Verf. in folgenden Punkten bestätigt: Die Wasserverdunstung auf besätem Boden ist viel grösser, als auf unbesätem Boden-, Die Natur der Pflanzenspecies ist auf die Menge des verdampfenden Wassers von wesentlichem Einflüsse, ^tion^de'^r^' lieber die Wasserverbrauchsmengen unserer Forstbäume Waldbäume mit Beziehung auf die forstlich-meteorologischen Verhältnisse-, °°^°" von Franz v. HoehneP). — Verf. hat im Jahre 1878 an der forstlichen Versuchsstation in Mariabrunn eine Reihe von Versuchen über die Trans- pirationsgi'össen der forstlichen Holzgewächse ausgeführt. Zu seinen Ver- suchen benutzte Verf. 5 — 6 jähr, durchschnittl. 70 cm. hohe Bäumchen, die in 16 cm. hohe, gewöhnliche Gartentöpfe versetzt wurden. Dieselben wur- den derartig mit einer Zinkblechumhüllung umgeben, dass ein Wasserverlust 1) Der Naturforsch. 1879. 37. Das. u. C. r. 87. 946. 2) Der Naturforsch. 1879. 88. Das. n. Sitzungsber. d. Münch. Akademie d. Wissensch., Mathem.-Phys. Kl. *) Forschungen a. d. Gebiete der Agriculturphysik. II 4. o98 (1879). (Der Naturforsch. 1877. 423.) (Ausführlich iu Band II. der „Mittheilungeu aus dem forstl. Versuchswesen Oesterreichs.") Atmosphäre. oy dircct aus dem Boden vollständig ausgeschlossen war. Die Umhüllung ge- stattete jedoch eine Luftcirculatiou innerhalb des Bodens, da dieselben nur am oberen Rande des Topfes an diesen dicht anschlössen, und ein perio- disches Begiessen des Bodens. Die Töpfe standen theilweise im Schatten, theilweise in der Sonne, und zwar erstere im Schatten einer Gruppe grosser Rosskastanien unter einem 2 m breiten dachförmigen Vorsprung an der Südseite eines Gartenhauses, \or Regen fast völlig, vor Thaubildung ganz geschützt; directe Besonnung erhielten sie nur in den ersten Morgen- und letzten Abendstunden. Die der Sonne ausgesetzten Pflanzen der zweiten Versuchsreihe standen inmitten junger Ailanthus und anderer Pflanzenschulbäumchen, wo sie Regen, Sonne und Thaubildung völlig ausgesetzt waren. Um sie vor directer Besonnung und zu grosser Erwärmung zu schützen, standen die Zinkgefässe in einer Kiste, welche in die Erde versenkt war. Die Töpfe wurden fast täglich 1 — 2 mal gewogen. Der Versuch dauerte vom 27. Mai bis zum 1. De- cember. Den November hindurch standen die Pflanzen in einem grossen ungeheizten Raum. Von den Resultaten dieser auf 64 Einzelpflanzen ausgedehnten Versuche ist folgendes von allgemeinem Interesse. Die Transpirationszahlen sind auf das Gewicht der Blätter bezogen. Nach Wiesner hat das Licht einen ungemein grossen Einfluss auf die Transpiration. Man sollte deshalb vermuthen, dass im Schatten stehende Pflanzen beträchtlich weniger Wasser verdunsten als gleiche Pflanzen, die in der Sonne stehen. Die Wägungsresultate des Verf zeigen aber das nicht, in einzelnen Fällen transpirirten im Gegentheil die Schattenpflanzen mehr als die Sonnenpflanzen. Im Mittel transpirirten auf 100 grm. Blatttrockeugewicht die im Schatten stehenden Laubhölzer 44472 grm. Nadelhölzer 4778 grm. die in der Sonne ,, „ 49533 „ „ 4990 „ Die Unterschiede sind also unbedeutend. Die Ursachen davon liegen nach dem Verf. darin, dass die Schattenpflanzen vor Regen und Thau ge- schützt waren, und dass die Blätter, die dauernd der Besonnung ausgesetzt sind, sich ganz anders verhalten, als die dauernd im Schatten stehenden. Letztere in die Sonne gebracht, transpiriren ungemein viel mehr, als be- sonnte Sonnenblätter. Die Sonnenblätter sind derber und dicker und wer- den nach der Erfahrung des Verf. mit der Zeit immer weniger transpira- tionsfähig, sie transpiriren daher für dieselbe Gewichtseinheit der Blatt- trockensubstanz relativ weniger, als besonnte Schattenblätter. Vergleicht man die erhaltenen Transpirationszahlen mit den entsprechen- den Regenmengen, so zeigt sich, dass die ersteren in allen Fällen bedeutend geringer sind als die letzteren. Die totale Regenmenge betrug im Jahre 1878 in Mariabrunn 558,6 mm und die in den einzelnen Monaten Juni bis November 104,2, 116,6, 101,8, 47,5, 101,0 und 87,5 mm. Da nun der Topfquerschnitt 283,53 qcra. betrug, so kamen auf jede Versuchspflanze im Juni 2954,38 grm. Regenwasser „ Juli 3305,96 „ „ „ August .... 2886,33 „ „ „ September . . . 1346,77 „ „ „ October .... 2836,65 „ „ „ November . . . 2490,89 „ „ in Summa 15847,98 „ oder rund 16 kgrm. QQ Bodoii, Wassor, AtmosiiliUro, i'llauno, Uüuger. Die stärkste absolute Transijiriition wies die Esche mit 48r»7 gi'in. auf, so class im hüdisten Falle die Trausi)irationsgi'üssc nur den 3. Theil der Kegenmcngc ausmaclite. Aber nicht nur in der Gesammt-Vegetationsperiode, sondern auch in den einzelneu Monaten der stärksten Transpiration zeigte die Esche eine geringere Transpiration als die entsprechenden ßegenmengen betrugen Juni Verbrauch: 1552,5 grra. absolute Regenmenge: 2954 grm. Juli „ : 1040,3 „ „ : 3305 „ August „ : 1857,5 „ „ : 2886,3 „ Also selbst bei der am stärksten transpirirenden Pflanze und in den wärmsten Monaten machte die Regenmenge noch immer das 1 ^a — 3 fache des Wasserverbrauchs aus. Andere Pflanzen zeigten Wasserbedürfnisse, die um das 4 — 15 fache hinter den entsprechenden Regenmengen zurückblieben. Es kann daher nicht daran gezweifelt werden, dass die Regenmenge bei Weitem hinreicht, um die Transpirationsverluste zu decken. Die verschiedenen Baumspecies zeigen (wie das nicht anders zu erwar- ten) sehr verschiedene Verdunstungsgrössen. Selbstverständlich kann das gefundene absolute Wasserbedürfniss durch einen einzigen Versuch nicht festgestellt werden und haben daher die nachfolgenden Zahlen nur einen relativen Werth. Die vergleichbaren Mittelzahlen bilden folgende Reihe: I. Betula alba (Birke) 67987 grm. 11. Tilia grandifolia (Linde) 61519 „ III. Fraxiuus excelsior (Esche) 56689 „ IV. Carpinus Betulus (Weissbuche) .... 56251 „ V. Fagus silvatica (Rothbuche) 47246 „ VI. Acer platanoides (Spitzahorn) .... 46287 „ VII. Acer pseudoplatanus (Bergahorn) . . . 43577 „ VIII. Ulmus campestris (Feldulme) .... 40731 „ IX. Quercus pedunc. u. sessiliflora (Eiche) . 28345 „ X. Quercus Cerris (Zerreiche) 25333 „ XL Acer campestris (Feldahorn) .... 24683 „ XII. Abies excelsa (Fichte) 5847 „ XIII. Pinus silvestris (Weissföhre) .... 5802 „ XIV. Abies pectinata (Tanne) 4402 „ XV. Pinus Laricio (Schwarzföhre) .... 3207 „ Die Conifcren transpiriren hiernach bedeutend weniger als die Laub- hölzer (auf das Blattgewicht bezogen). Aus sämmtlichen Versuchspflanzen ergiebt sich für letztere eine Gesammttranspiration pro 100 grm. Laub- trockengewicht von 48 476 grm. und für die Coniferen von 4814 grm., daher die Laubhölzer im grossen Durchschnitte 10 mal soviel transpirirten als die Nadel- hölzer, Einzelne Laubliölzer mit der Schwarzföhre verglichen, ergiebt sich ein noch bei weitem grösserer Unterschied. Zwischen den einzelnen Laubhölzern herrschen ebenfalls beträchtliche Unterschiede in den Transpirationsgrössen. So bedeutende Unterschiede im Wasserverbrauche wie die gefundenen müssen natürlich auf ganz wesentliche Differenzen schliessen lassen bezüglich des Einflusses des Waldes auf den Boden, das Klima, die Quellenbildung etc. und es kann kaum zweifelhaft sein, dass durch richtige Anwendung der erhaltenen Resultate manche bekannte Erfahrung ihre einfache Erklärung finden wird. Ein Laub- Atinosiiliäre. QQ wald sendet bedeutend mehr Wasserdanipf in die Luft und niuss daher einen entschieden grösseren Einfluss auf die Temperatur und Feuchtigkeits- verhältnisse, Wolkenbildung etc. haben, als ein Nadelholzwald. Von hohem Interesse ist es, die durch die Versuche erhaltenen Transpi- rationszahlen auf einige Fälle im Grossen anzuwenden und daran zu zeigen, in wiefern hierbei Resultate erhalten werden, die noch innerhalb der Gren- zen der Möglichkeit liegen. Verf. entblätterte z. B. im September eine freistehende grosse Birke und bestimmte deren Blattzahl und Blattgewicht. Die erstere betrug 200000 und das letztere 21400 grm. Vom Juni bis November eine Regenmenge von nur 30 cm. angenommen, ergiebt sich bei der Beschirmungsfläche des Baumes von (mehr als) 30 qm., dass demselben in genannter Zeit eine Wasser- menge von 9000 kgrm. zu Gebote stand. Da nun die mittlere Transpira- tiongrösse der „Sonnenbirken" während der ganzen Versuchsperiode 65, .5 kgrm. pro 100 grm. Laubtrockengewicht betrug, und 100 grm. lufttrockne Birken- blätter 197,8 grm. frischer entsprechen, so ergiebt sich für die gedachte Birke (= 21400 grm. frischer Birkenblätter) eine Transpirationsgrösse von 7086 kgrm. Man sieht, dass die Regenmenge pro 9000 kgrm. vollständig hinreicht diesen Wasserbedarf der Birke zu decken. Es fällt zwar allerdings nur ein Theil des Regeuwassers auf den Boden und sickert ein anderer Theil ab und geht für die Vegetation verloren. Ueberdies verbraucht die Rasendecke, die den Baum umgiebt, ebenfalls eine erhebliche Wassermeuge. Dagegen ist nun zu bemerken, dass die angenommene Regenmenge pro 9000 kgrm. eine minimale ist, da nicht nur die Beschirmungsfläche eine grössere ist, als angenommen wurde, sondern auch die thatsächliche Regen- menge. Erwägt man , dass überdies die Wurzeln eine horizontale Verbrei- tung haben, die grösser als die Beschirmungsfläche ist, so stehen im Sommer dem Baume vielleicht 18 000 kgrm. Wasser zu Gebote. Pro Tag berechnet sich die Transpirationsgrösse für die in Rede stehende Birke auf 38,2 kgrm., nachdem die Vegetationsdauer 180 Tage betrug; dieselbe steigt aber in der warmen Zeit vom 1. Juni bis Ende Au- gust auf pro Tag 63,8 kgrm., an einzelnen Tagen mag dieselbe 100 kgrm. und mehr betragen. Von höherem Interesse sind die sich auf die Buchenwaldungen und die Verhältnisse des Wiener-Waldes beziehenden Rechnungsresultate. Verf. be- rechnet, dass je nach verschiedener Annahme ein Hectar 115 jähr. Buchen- wald 3 587 200 bis 5 388 000 kgrm. Wasser in der Vegetationsperiode ver- braucht. Ein 50 — 60 jähr. Buchenwald verdunstet im Vegetationshalbjahrc pro Hectar 2 330 900 kgrm. und ein Stangenbucheugehölz von 30 —40 Jahren in der gleichen Zeit etwa 680 000 kgrm. Da nun die Regenmenge, gering gerechnet, im Vegetationshalbjahre 300 000 kgrm. beträgt, und im Laufe des ganzen Jahres 7 000 000 kgrm., so ergiebt sich eine vorzügliche Uebereinstimmung derselben mit den Trans- pirationsresultaten-, eine Uebereinstimmung, die bezüglich des 115 jähr. Be- standes dadurch noch grösser wird, dass die erreichten Zahlen jedenfalls um 7:5 — Vs grösser sein müssen, als die thatsächlich vorkommenden, weil die Versuchsresultate auf eine Gewichtseinheit bezogen sind, und daher die grössere Blattdicke der baumartig entwickelten Exemplare im Freien eine verminderte Transpirationsgrösse, auf das Gewicht bezogen, im Gefolge hat. Die Durchschnittstranspiration derll5j. Buchen beträgt pro Tag der ganzen Vegetationsperiode 50, für die 50 — 60 j. Buchen 10 und für die Stangen- QQ Kodon, Waasor, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. biiclicii 1 kgrin. Zieht man J(m1()c]i mir die Sommcrtagc in Bctraclit, so werdeu diese Zahlen auf 75, 15 und 1,4 kgrm. erhöht. Aus diesen Zahlen geht hervor, dass ein Heetar 115j. Rothbuchen an einem Sommertag im Durchschnitte etwa 45 000 kgrm., ein 50^60 j. Buchenbestand 20 000 und ein 30 — 40 j. Staugcübucheugehölz nur 5600 kgrm. Wasser an die Luft giebt. Verf. kommt auf seinen Scliluss zurück: „Aus allen diesen Anga- ben und Rcchnungsresultatcn geht wohl zur Genüge hervor, dass in allen Fällen die Transpirationsmengen der Bäume und Wälder durch die Regenmengen hinlänglich gedeckt werden, wie man dies schon a priori aus dem Verhalten der Vegetations- decke in der Natur erschliessen kann", liegen- Beziehungen zwischen Regenmenge und Erhebung über die "seXhe"'^ Ebene. Von S. A. Hill nach Beobachtungen im Nordwest-Himalaya. i) Aus den langen Reihen von Beobachtungen, welche an zahlreichen Stationen des Himalaya's ausgeführt wurden, hat der Verf. das empirische Gesetz abzuleiten gesucht, welches die Abnahme resp. Zunahme des Regen- falles in verticaler Richtung darstellt. Wir beschränken uns auf die Mit- theilung des Hauptergebnisses, welches allgemeineres Interesse hat, und ver- weisen bezüglich der Details auf das Original. Verf. erhielt nachstehende Zahlenwerthe für das Verhältniss der Regenmenge der Gebirgsstatiouen zu denen der Ebene: Zahl der berück- Mittlere Höhe Relative sieht. Stationen iu engl. Fuss Regenmenge Ebene 1,00 2 450 1,34 1 950 2,20 4 1350 2,78 3 3420 4,29 4 4675 2,08 4 5480 1,69 3 6070 2,04 1 10600 0,12 Das Maximum des Regenfalles liegt also in einer Höhe zwischen 3000 und 4000 Fuss über der Ebene (am Fusse des Gebirges), d. 1. zwischen 4000 und 5000 Fuss Meereshöhe. ^) Alle regenreichsten Stationen Indiens liegen ungefähr in der Meereshöhe von 4000 Fuss. Es würde von hohem Interesse sein, zu erfahren, ob etwas wie ein ähnliches Gesetz des Regen- falles beobachtet worden ist in den Alpen oder anderen Gebii-gen Europas. Kegen- Regonme SS ungcu in verschiedener Höhe über dem Erdboden. verscMedo- Von Chrimcs. 3) — Die nachstehenden Zahlen sind Resultate der Be- ner Höhe, obachtungcn von Chrimes zu Boston im Mittel der Jahre 1866 — 73. Höhe des Regen- messers üb. dem Erdboden . . 1 5 10 15 20 25 Fuss Regenmenge . . 24,46" 23,04" 22,18" 21,98" 21,67" 21,43" Procente ... 100 94 91 90 89 88 Differenz ... — 6 3 1 1 1 1) Zeitschr. der österr. Ges. f. Meteorologie. 1879. 161. ■*) Die Stationen der Ebene liegen in 800^1000 Fuss über dem Meere. ^) Zeitschr. der österr. Ges. f. Meteorologie. 1879. 225 (nach einem Artikel iu Symous British Rainfall 1876). Höhe 8" Regenmesser Calne Castleton 1 100 100 5 97 96 10 95 — 20 94 90 Atmospliäre. 91 Die rtcsullatc eiuiger auderoii iiliulichcu Vcrsuclitsreilicu stimnicu mit den eben angeführten im Allgemeinen überein. 5" Regenmesser 3" Regenm. Castleton Eoston Reservoir Haasker 100 100 100 94 94 92 — 91 89 89 89 — Aus diesen Ergebnissen lassen sich folgende Schlüsse ziehen: 1 ) Die Abnahme der gemessenen Regenmenge in den ersten 4 Fuss zwischen 1 und 5 ist nahezu dieselbe wie die in dem Intervall von 15' zwischen 5 und 20'. 2) Die Abnahme ist grösser in frei exponirten, als in geschützten Loca- litäten. Dies zeigt die raschere Abnahme zu Castleton gegenüber Calne und stimmt vollkommen überein mit dem Schluss, dass die Haupt- ursache der Abnahme der gemessenen Regenmenge mit der Zunahme der Höhe des Regenmessers über dem Erdboden der Wind ist. Die Stationen mit stärkerer Luftbewegung werden eine raschere Verringerung der Regenmenge mit der Höhe zeigen, als windstille Orte. 3) Die Abnahme ist um so grösser, je kleiner der Durchmesser des Auf- fanggefässes. Beobachtungen über den Abfluss meteorischen Wassers Begenab- , , T-r 1 IT ITT -I-.. 1 i\ -r> • T fluss aa den entlang den Hochstaramen. Von W. Riegler. i) — Bei den grossen stammen Verschiedenheiten im Bau und in der Stellung des Geästes der Baum- ^- ^'^^"'^• gattungen lässt sich annehmen, dass der Ablauf von Regenwasser an den Baumstämmen verschieden sein wird. Jedoch liegen keine Versuche in dieser Richtung vor. Es lassen sich 2 einander entgegengesetzte Haupttypen von Bäumen unterscheiden: bei dem ersten gehen die Aeste aus dem Stamme schief nach oben ab, convergiren also von oben nach unten gegen den Stamm hin, so dass diesem möglichst grosse Mengen des auf die Zweige und Aeste gefallenen Niederschlagswassers zugeleitet werden ; bei dem zweiten treten die Aeste mit einer Richtung schief nach unten aus dem Stamme aus, divergiren also von oben nach unten, und führen daher das an ihnen herablaufende Wasser nicht zum Stamme, sondern lassen es in kleineren oder grösseren Entfernungen von diesem, und der Hauptmasse nach an der Peripherie der Krone, zum Boden gelangen. Da nun in der Regel das Wurzelsystem ein unterirdisches Abbild der Krone ist, und Bäume vom ersten Typus Pfahlwurzeln, vom zweiten Typus hingegen ein ausgebreitetes Neben- wurzel-System zu haben pflegen, ergiebt sich die vom biologischen Staud- punkt Avichtige Folge, dass die Abtraufe von den Bäumen hauptsächlich dorthin geleitet wird, wo sie vom Wurzelsystem am besten verwerthet werden kann; bei Bäumen mit Pfahlwurzeln fliesst sehr viel Wasser längs dem Stamme und dringt in der nächsten Nähe desselben in den Boden zur Pfahl- wurzel; bei Bäumen mit ausgebreiteten Nebenwurzeln dagegen trauft das Wasser reichlicher von den Astenden zu den Enden der radial auseinander laufenden Wurzeln. Selbstverständlich bietet die Natur auch zahlreiche Mittelformen, Uebergänge und Combinationen dieser zwei Haupttypen. Um sowohl die gesammte auf den Waldboden unter verschiedenen 1) Forsch, a. d. Gebiete d. Agriculturphysik. 1880. III. 101. (Mitth. aus dem forstl. Versuchswes. Oesterreichs. 1879. II. 2. Hft. 234.) 92 Bodeu, Wasser, Atmosphiiro, l'llanzo, Büugor. InTuin.yattiniüicii zum Boden ffelanii;ondc Nicdorschlacjsniciigo, als auch den Wasst'ranthcil zu bestimmen, den bei verschiedeuen IJilumeu der Ablaut' am Stamm liefert, wurden Vorrichtungen zum Messen des Letzteren getroffen und ausserdem Regenmesser unter den Bäumen aufgestellt. Ausserdem wurden 2 Regenmesser vollkommen frei aufgestellt, um die Niederschläge iusgesammt zu messen. Zur Beobachtung dienten eine Rothbuche mit 64,759 m Schirmtiäche der Kronel , .. e ■,. oinn V\ohP ao 9.({ ^ schrag aufwärts " " " [ gerichtete Aeste „ „ „ I stark häng. Aeste eine Eiche ein Ahorn eine Fichte 60,26 91,61 ^y,uu „ „ „ „ j Jeder Versuchsbaum hatte mindestens gegen Westen (Regeuseite) einen oder mehrere andere Bäume in solcher Nähe, wie es in raumigen W^aldungen vorzukommen pflegt; die Kronen reichten allerdings weiter herab, und waren i-eichlicher entwickelt, als es bei Waldbäuinen in allseitig dichtem Schlüsse der Fall wäre. Bei den 3 monatlichen vom 15. April bis zum 15. Juli 1879 durch- geführten Beobachtungen wurden nachstehende Resultate erhalten: .2 'S bC Davon gelangten durch die Krone auf den Boden Am Stamme abgeführt Auf den Boden gelangten in Summa Dem Boden gingen durch Ver- dunstung verloren Es so'angten "lo des auf die Krone gefaüenen Wassers zum Boden Baum- art ine Einrech- ung des am amme abge- senen Wassers it Einreeli- img des am mme abgeflos- nen Wassers Liter Liter Liter Liter /o CO Buche 26081 17068 3343 20411 21,8 65,4 78,2 Eiche . . 24273 17873 1387 19260 20,7 73,6 79,3 Ahorn 36901 26384 2198 28582 22,5 71,3 77,5 Fichte . 12044 4793 165 4958 58,81) 39,8 41,21) Bei den beobachteten 32 Regenfällen kam das Wasser am Stamm zum Abrinnen bei der Eiche nur 16 mal, bei dem Ahorn nur 15 mal, bei der Fichte nur 9 mal. Verf. bezeichnet noch das Resultat der Beobachtung von 4 Einzelregeu: vom 12. Mai, Regen von ungewöhnlicher Dauer und Ausgiebigkeit, die Blatt- knospen der Eiche noch geschlossen; Buche, Tegumente der Knospen eben erst abgeworfen; Ahorn, halbgeöffnete Blätter; „ 14. Juni, massiger Landregen, Bäume beblättert; „ 15. Juli, mehrstündiges, stärkeres Gewitter; „ 9. Juni, wolkenbruchartiger, kurzer Gewitterregen in der Nacht zum 10. Juni. Die Resultate sind aus nachstehender Tabelle ersichtlich: ^) Diese beiden Zahlen zeigen, dass die Bilanz für die Fichte nicht gelten kann; aus dem Grunde, well die an den herabhängenden Aesten zu Boden geführten betrachtlichen Wassermeugen nicht mit in die Rechnung mit einbezogen werden konnten. Atmosphäre. 93 Baum- art Regen auf die Krone Davon gelangten durch die Krone auf den Boden < Auf den Boden gelangten in Summa Dem Boden gingen durch Ver- dunstung verloren Es golansioii "lo dos aiif die Krone gefallenen Wassers zum Boden e« "a ine Einreeh- ung des am am nie abge- senen Wassers it Einrecb- ung des am amme abge- senen Wassers Liter Liter Liter Liter Liter O CO O 10. Buche 5018 3736 1200 4936 82 74,5 98,4 bis Eiche 4670 4116 550 4666 4 88,1 99,9 12. Ahorn 8000 6404 1050 7454 546 90,1 93,2 Mai Fichte 2317 951 80 1031 1286 41,0 44,5 Buche 3406 1839 260 2099 1307 54,0 61,6 14. Eiche 3070 1983 200 2183 987 62,5 68,9 Juni Ahorn 4819 3142 200 3342 1477 65,2 69,4 Fichte 1573 481 16 497 1076 30,6 31,6 Buche 1923 939 260 1199 724 48,8 62'4 15. Eiche 1790 1416 150 1566 224 79,1 87^5 Juli Ahorn 2721 2125 180 2305 416 78,1 84'7 Fichte 888 425 26 454 434 48,2 51'1 Buche 1140 919 50 969 171 80,7 85,0 9. Eiche 1061 910 36 946 115 85,8 89,2 Juni Ahorn 1612 1292 30 1322 290 80,1 82,0 Fichte 526 443 14 457 69 84,1 86,9 Die vorstehenden Ergehnisse, obwohl nur einer kürzeren Beobachtungs- reihe entnommen, beweisen nach dem Verf., dass an den Kronen der Bäume, und namentlich der unbelaubten Bäume, weit weniger Regen hängen bleibt, als man bisher geglaubt hat, und dass die Abfuhr von Wasser längs der Stämme zum Boden zwar nach Baumgattungen sehr variirt, jedenfalls aber so beträchtlich ist, dass sie in Rechnung ge- geben werden muss. Vergleichende land- und forstwirthschaftlich - meteoro- logische Beobachtungen. Von A. Matthieu^). — In der Umgebung von Nancy sind an drei Stationen: Cinq-Franchees, Beile-Fontaine und Amance, während der Jahre 1867 bis 1877 über die wichtigsten meteoro- logischen Erscheinungen innerhalb und ausserhalb des Waldes Beobachtungen angestellt worden. Cinq-Franchees ist mitten in einem waldreichen Plateau von 380 m Höhe gelegen und mit Roth- und Weissbuchen bestanden, welche bei Be- ginn der Versuche ein Alter von 40 Jahren hatten. Die Freilandstation befindet sich auf einer, mehrere Hectaren grossen unbedeckten Fläche. Beile-Fontaine liegt c. 240 m hoch, im Grunde eines kleinen nach SE. und NW. geöffneten Thaies, am Rande der grossen Waldcomplexe von Einfluss des Waldes auf Nieder- schläge etc. ^) Forschung, a. d. Geb. d. Agriculturphysik. III. 1879. 422. Das. u. Meteorologie comparee agricole et forestiere. Paris, 1878. (Naturforsch. 1879. 404.) (\A Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. la Ilaj^c. Die Waldstatiou befindet sich in einem aus Weiss-, Rothbuchen und Eschen gebiklcten, Anfangs der Beobachtungen GO Jahre alten Be- standes ; die Frcilandstation auf unbewakletem Terrain in einer Baumschule. In Amence, 380 m hoch, nahe dem Gipfel eines Hügels, wurden auf freiem Lande nur Regenmessungen angestellt. „Es erscheint berechtigt" — schliesst Verf. aus Beobachtungen über die Niederschlagsmengen — „zu folgern, dass der Einfluss der Wälder darin be- stehe, das Maass der Niederschläge, die auf einen Landstrich fallen, zu steigern, und dass schon aus diesem Grunde die Waldungen der Ver- pflegung der unterirdischen wasserlcitenden Schichten und der davon ab- hängenden Quellen günstig seien." Das vom Laubdach zurückgehaltene Regenwasserquantum. Auf der Station Cinq-Franchees hatte der im Wald aufgestellte Regen- messer eine besondere Construction. Durch die Mitte des Auffan gge fasse s, dessen Oberfläche genau mit der Projection des Wipfels eines Baumes correspo)idirte, ging der Stamm des letzteren hindurch. Durch diese Vor- richtung beabsichtigte mau, die Wirksamkeit der Blätter auf die Zurück- haltung des Regens möglichst vollkommen herzustellen, da bei anderer Auf- stellung des Udometers offene Stellen in dem Baumlaub leicht einen Fehler in der Beobachtung herbeizuführen vermögen. Indem bezüglich der Resultate der Versuche auf das Original verwiesen wird, begnügen wir uns die Schlussfolgerungen und beobachteten That- sachen hier folgen zu lassen: Im Durchschnitt empfing der Waldboden hiernach 91,5 o/o des atmo- sphärischen Wassers, 8,5 "^/o wurden demnach von den Baumkronen zurück- behalten. In der blätterlosen Zeit kam natürlich mehr Regen zu Boden (94,2 o/o) als in der Zeit, wo die Bäume belaubt waren (Mai-Octob. = 89 **/o). Im Durchschnitt gelangten nur 83,6 % der Niederschläge zu Boden, und in der blätterlosen Zeit 86,1 "/o, in der Zeit der Belaubung nur 81,2 %. Trotzdem empfing der Waldboden nicht weniger Regen als der unbe- deckte Boden der Ackerlandregion zu Amance. Gang der Verdunstung. Das Verdunstungsgefäss bestand in einem Zinkbehälter von quadratischer Grundfläche, 1,50 m Seitenlänge und 0,40 m Tiefe. Dasselbe war in den Boden so tief versenkt, dass es nur 0,10 m über denselben hervorragte. Allmonatlich wurde es auf eine Tiefe von 0,30 m mit Wasser gefüllt. Die Veränderungen, welche das Niveau des Wassers durch Verdunstung oder Regenfall erlitt, wurden täglich gemessen; der Regenzufluss durch einen daneben postirten Regenmesser (die Ver- dunstung wie?). Im Mittel der 11 Jahre betrug die Verdunstung in der Station Beile- Fontaine in mm ausserhalb des Waldes 496,6 innerhalb „ „ 159,5 Differenz: 337,1 mm. Wie sich die Verdunstung auf die einzelnen Monate, die des Jahres = 100 gesetzt verthcilte und wie sich die Verdunstung im Walde gegen die ausserhalb des Waldes in jedem Monat verhielt, erhellt aus nach- stehenden Relativzahlen : Tmlliährig. f"'Ä^^ Innerhalb des Ausserhalb Innerhalb des Durchschnitt ^1^« Waldes Waldes jcs Waldes Waldes Januar o',8 1,0 2,11 : 1 Februar 0,7 0,8 2,75 : 1 Atmosphäre. 95 Im 11 jahrig. Durchschnitt März April Mai Juni Juli August Sei)tember October November December Ausserhalb Innerhalb des des Waldes Waldes 1,61 1,96 2,97 4,72 4,75 3,77 3,17 2,41 2,23 1,91 schnitt 3,11 Ausserhalb Innerhalb des des Waldes Waldes 0/ u/ /o /o 5,5 10,5 10.8 77,1 14.9 15,6 17,3 11,4 18,7 12,2 15,7 13,0 8,3 8,2 4,1 5,3 2,3 3,3 0,9 1,5 Durch Vorstehende Zahlen lassen deutlich erkennen, dass die Verdunstung ausserhalb des Waldes mit der Temperatur steigt und fällt, während dieselbe im Walde mit dem Beginne der Belaubung eine Verminderung erfährt, welche während der Belaubung persistirt und durch welche der Einfluss der Lufttemperatur mehr oder weniger verwischt wird. Im Durchschnitt ist die Verdunstung im Freilande bedeutend (hier drei- mal) grösser, als im Walde. Lufttemperatur. Dieselbe wurde innerhalb und ausserhalb des Waldes in einer Höhe von 1,50 m über dem Boden vermittelst Maximura- und Minimumthermometer gemessen, aus deren Angaben das Mittel berechnet wurde. Referent der oben citirten Zeitschrift hat aus den zahlreichen Tabellen des Originals die Monatsraittel und die Temperaturschwankungen berechnet, die wir hier ebenfalls wiedergeben, jedoch nur so weit sie die Monatstemperaturen betreffen. Mittlere Lufttempe- Temperatur- ratur im 9jähr. Schwankung im Durchschnitt. 9jähr. Durchschnitt. Differenz Monat 1869—1877 Ausserhalb Innerhalb Differenz 1«69— 1877 Ausserhalb | Innerhalb bei b. ge- ringer als bei a. ' des Waldes des Waldes a. b. Januar . . 1,08 0,79 —0,29 8,12 6,75 1,37 Februar 2,21 1,99 —0,22 9,10 7,66 1,44 März . 4,29 4,09 —0,20 11,63 10,10 1,53 April . 8,69 8,72 4-0,03 15,40 13,44 1,96 Mai 11,14 10,72 —0,42 15,62 12,29 3,33 Juni 15,20 14,17 —1,03 15,69 11,39 4,30 Juli . 18,24 17,01 -1,13 16,77 11,74 5,03 August 16,55 15,54 —1,01 16,33 11,72 4,61 September 13,49 12,97 — 0,52 15,09 10,99 4,10 October . 8,53 8,25 —0,28 12,02 9,32 2,70 November 4,36 4,15 —0,21 8,30 6,70 1,60 December . 0,05 —0,09 —0,14 7,61 6,33 1,28 J ahi 8,65 8,19 —0,46 — — — nß BodoQ, Wasser, AtmosphUro, Pflauze, Düngor. • Die vorstcliciulcn Zahlen zeigen dcutlicli, 1) dass die Luft im Walde in 1,50 m Höbe durchweg kälter ist, als die über dem freien Felde, 2) dass diese Unterschiede während der Sommermonate am stärksten, im Winter am schwächsten hervortreten, 3) dass die Schwankungen der Temperatur im Walde bedeutend geringer sind als ausserhalb desselben, und 4) dass diese Unterschiede im Sommer beträchtlich grösser sind, als im Winter. Der Wald übt also einen deprimirendcn Einfluss auf die Lufttemperatur und die Temperaturextreme, besonders während der wärmeren Jahreszeit, aus. Die allgemeinen Schlussfolgerungen des Verf. sind folgende: „1) Die Regenmenge ist reichlicher in Waldgegenden, als auf offenem Felde. 2) In den Laubholzwäldern empfängt der Boden 0,9 1 5 des im Zeit- raum eines Jahres gefallenen Regenwassers. Das Laub dach fängt davon nur 0,085 auf. 3) In denselben Wäldern hält das sommerliche Laubdach circa zweimal mehr atmosphärisches Wasser auf, als das winterliche. Also verdoppeln die Blätter die Action der Aeste. 4) Angesichts der Compensation, welche durch den grösseren Reich- thum an Regengüssen und Wasser, die das Laubdach der Bäume auffängt, in baumreichen Gegenden bewirkt wird, erscheint der Waldboden ebenso gut oder besser bewässert, als die nackte Bodenfläche in landwirthschaftlich bebauten Landstrichen. 5) Die Wasserverdunstung ist weitaus stärker in unbedecktem als in bewaldetem Boden. Sie ist doppelt so stark im Winter und beträgt das Fünffache im Sommer. Für die ganze Dauer des Jahres ist sie zum Min- desten dreimal stärker. Der Waldboden, der ebensoviel, ja noch mehr Wasser empfängt, wie der nackte Boden, hält dies deragemäss auch mit einer ungleich grösseren Energie zurück; dies kommt der Vegetation und der Versorgung der Quellen mit Wasser zu gut. 6) Die Temperatur der Luft in einer Höhe von 1,5 m. über der Erd- oberfläche ist bedeutend constanter in den Wäldern, als auf den Feldern; die täglichen Schwankungen sind dort weniger stark und weniger ausgibig; die Maxima, namentlich diejenigen, welche der höchsten Temperatur im Sommer entsprechen, sind daselbst bedeutend niedriger, die Minima geringer. 7) Die nachtheilige Wirkung der Fröste im Frühling und namentlich im Herbste wird sehr oft gemildert oder ganz paralysirt durch das Laub- dach der Bäume, das, die Ausstrahlung in der Richtung gegen die Boden- fläche hemmend, oft das plötzliche Sinken einer benachbarten Temperatur von 0° zu 2*^ bis 8*^ mildert, und zwar in einem Momente, wo oft von einer unscheinbaren Differenz das organische Leben der neu entsprossenen Blätter oder Blumen abhängt. Dem Forstmann wird aus dieser Thatsache die unabsehbare Wichtigkeit des Laubdaches klar, welches er daher, soweit möglich, schont, um den jungen Nachwuchs vor dem tödtlichen Hauche des Frostes zu bewahren. 8) Der Durchschnitt der Minima jeden Monats ist grösser im Walde, als ausserhalb desselben. Demgemäss steht auch der Durchschnitt der Maxima dort tiefer. Atmosphäre. 97 9) Die durchschuittliche Monatstemperatur ist während der ganzen Saison gemässigter im Walde, als auf offenem Felde. Gleichwohl ist die Differenz im Winter sehr schwach, ebenso im Frühling und zur Herbstzeit. Sie ist hier höchstens nach hundertstel oder zehntel Grade bemessbar. Sie steigt dagegen zu 1^ bis 2" im Sommer; hierin liegt die Tendenz einer Ausgleichung der Jahreszeiten ausgesprochen. 10) Consequenz aus Vorbemerktem ist: die durchschnittliche Jahres- temperatur der Luft steht im Walde tiefer, als auf dem Felde. Die Wälder üben auf diesen Durchschnitt einen beständigen, abkühlenden Einfluss aus. Indessen ist die Differenz nicht sehr gross und erreicht durchschnittlich kaum 1/2 *^- 11) Als Compensation dieses unbedeutenden Sinkens hat die thermische Thätigkeit des Waldes die Wirkung, die Maxima und Minima zu mildern, die Tagestemperatur zu regeln, sowie diejenige der Monate in den einzelnen Jahreszeiten, ferner die Elemente der monatlichen und jährlichen Durch- schnittstemperaturen auszugleichen, die grosse Hitze wie die eisige Kälte zu massigen, endlich die waldlichen den constanten Küsteuklimaten zu nähern." Meteorologische Beobachtungen von L. Fautrat.^) — Verfasser hat die Resultate seiner 4jährigen Beobachtungen über den Einfluss des Waldes auf die klimatischen Verhältnisse einer Gegend, die in den Corapt. rend. veröffentlicht waren und deren wir bereits in den Jahrgängen d. B. 1874 — 77^) Erwähnung gethan, in einem Schriftchen 3) zusammengefasst. Einem Referate darüber von E. Wollny entnehmen wir Folgendes.*) 1. Einfluss der Wälder auf die Vertheilung der Nieder- schläge. Für die Niederschläge über dem Walde und ausserhalb desselben wurden folgende Zahlen gefunden: Einfluss des Waldes a. d. Klima. Laubwald (Halatte) Nadelwald (Ermenonville) Niederschlag iü mm. Niederschlag in mm. Jahre ö sr^ ^ N OJ N Jahre Ö s~~ s~- 0^ fl 'ö a ö'S O) q ö a'ö ■■S Ol Differe Gunste Wal Differe Gunste Wal 18741 464,25 429,25 35,00 _g 1875« 644,50 635,75 8,75 1875 i 557,25 515,00 42,25 1876 i 654,00 626,50 27,50 1876^ 607,20 546,00 61,20 1877 i 918,60 892,40 26,20 1877 -s 836,75 769,50 67,25 ') Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. II. 1879. 429. 2) Jahrg. 1873/74. S. 181. Jahrg. 187.5/76. S. 102. Jahrg. 1877. S. 101. 106. 111. Die Details dort ersichtlich. =) Observatious meteorologiques faites de 1874—1878. Paris 1878. Imprimerie natianole. *) Genannter Ref. macht darauf aufmerksam, dass zwischen den früheren Publikationen und den jetzigen Gesammtpublikationen auffallende Differenzen vor- kommen, dass ferner in letzterer überdiess mehrere Rechen- und Druckfehler ent- halten seien, welche so weit das möglich im Referat beseitigt wurden. 5) Seehöhe 122 m. ^) Seehöhe 104 m. Jahresbericht. 1879. 7 98 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. „Die Differenzen, welche vorstehende Zalilen ergeben, sind sehr geriug. Dieselben würden zweifellos grösser gewesen sein, wenn man die Regen- messer weniger hoch über den Kronen augebracht gehabt hätte. Vielleicht hat auch die INähe der grossen Waldcomplcxe einen Einfluss auf die Nieder- schlagsmenge der Freilandstationen ausgeübt. Die Frage, ob die Natur der Bäume auf die Unterschiede in den Regenmengen eingewirkt habe, wird durch die Versuche nicht aufgeklärt, weil die Regenmesser sich in verschiedener Höhe über den Baumkronen befanden (bei dem Laubholz in 7 m, bei dem Nadelholz in 3 m Höhe) und die Stationen in verschiedener Scehöhe und Exposition lagen." 2. Einfluss der Wälder auf den Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Laubwald CO Nadelwald a Feuclitigkeil Feuchtigkeit g- der Luft der Luft 3 QJ Jahre ■73 a rs Ol 3 rt U O .^2" a t/3 -a:^ 9. ^ ■ 1874 (April— Novemb.) 1,11 1875 (Mai— Novemb.) 0,64 1876 (April— Novemb.) 1,49 mm. 4,61 2,74 3,19 mm. 1875 (Juni— Octob.) 2,14 1876 (Juli— Nov.) 1,08 1877 (Mai -Sept.) 1,70 mm. 4,74 2,94 3,76 Mittel im Walde bedeutend 1,64 3,81 geringer als Mittel 1,08 3,51 „Die Vei'dunstung war demnach ausserhalb desselben." 4. Einfluss der Wälder auf die Lufttemperatur. Ueber die hierauf bezüglichen Resultate geben die früheren Mittheilungen Atmosphäre. na bereits genügend übersichtliche Auskunft-, sie bestätigen die in vorstehenden Untersuchungen von Matthieu erhaltenen Resultate. Zur Theorie der Thaubilduug. J. Jamin.i) Die Strahlung ist J'^^"" die einzige Ursache der Abkühlung tür alle irdischen Objecte, welche trocken sind. Bei den feuchten Gegenständen kommt noch ein wichtiges Moment hinzu, die Verdampfung, welche Verf. discutirt, indem er ihr die Theorie des Psychrometers zu Grunde legt, nach der man annimmt, dass eine dünne Luftschicht, welche das angefeuchtete Thermometer umgiebt, zwei Wirkungen erfährt, nämlich 1) dass sie sich mit Feuchtigkeit sättigt; 2) dass sie von t auf t' sich abkühlt, indem sie die Wärme hergiebt, die zur Verdamjjfung des Wassers nothwendig ist. Wendet man diese Theorie auf einen feuchten, in der Luft befindlichen Körper an, so sieht man, dass er eine niedrigere Temperatur haben wird, als die Luft, und zwar ])ropor- tional dem Sättigungsunterschiede, der am grösstcn sein wird, wenn die Luft trocken ist, der abnehmen wird, wenn sie feucht ist, und auf Null sinkt, wenn sie gesättigt ist. Die angefeuchteten Körperoberflächen sind somit zwei sich addirenden Abkühlungsursachen ausgesetzt: der Strahlung wie die trocknen Körper und der Verdampfung nach dem Gesetze des Psychrometers. Es ist zunächst zu beachten, dass diese zweite Abkühlungsursache denselben Mechanismus verfolgt wie die erste-, wieder ist es die Luft, welcher die Wärme entnommen wird. Diese Luft kühlt sich ab, sinkt zu Boden und breitet sich hier aus, wobei sie sich sowohl durch die Abkühlung, wie durch den Dampf, den sie aufnimmt, dem Sättigungspunkte nähert. Der Unter- schied beider Wirkungen ist, dass die erste bei jeder Temperatur bestehen bleibt, während die zweite anfangs beträchtlich ist, dann kleiner wird und aufhört in dem Moment, wo die Sättigung erreicht ist. Sie erzeugt nicht den Thau, sondern sie trägt zu seiner Vorbereitung bei und beschleunigt denselben, da sie die Luft gleichzeitig feuchter und kälter macht. Die Menge der Wärme, welche in dieser Weise der Luft durch die Verdampfung entnommen wird, ist sehr beträchtlich. Die latente Wärme des Wassers, = 600 cal., ist nämlich 2553 mal grösser als die specif. Wärme der Luft, die = 0,237 berechnet ist, woraus folgt, dass 1 g. Wasser beim Verdampfen 2553 g. Luft, oder ein Volumen von 1963 1., das ist fast 2 cbm. um 1 o abkühlt. Um die Intensität der beiden Wirkungen zu vergleichen, kann man in einer klaren Nacht drei Thermometer der Luft exponiren: ein versilbertes mit einem Dach versehenes, ein zweites geschwärzt, aber trocken und frei ausstrahlend; das dritte bedeckt mit schwarzer Gaze, die feucht gehalten wird. Das erste wird die Temperatur der Luft angeben, das zweite wird niedriger sein um t, was die Wirkung der Strahlung allein angeben wird; das letzte wird erniedrigt um t -j- t', unter der doppelten Wirkung der Strahlung und der Verdunstung, und t' wird die Wirkung der Verdampfung allein angeben; man findet nun, dass t' mindestens gleich, zuweilen grösser als t ist Man darf daher die Kälte nicht vernachlässigen, welche durch die Verdampfung auf den angefeuchteten Körpern -entsteht. Diese Diskussion zeigt, wie die feuchten der Luft exponirten Körper in klaren Nächten sich bedeutend schneller abkühlen als die identischen aber trocknen Körper, und dass sie die sie umgebende Luft um so schneller ab- kühlen müssen. Die Pflanzen nun und besonders die krautartigen sind feucht ') Der Naturforsclior. 1H79. 140. Das. n. .Tonni. d. Phys. VIIL No. 8G. 41. ■IAA Poilcn , Waaser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. uud sind der Sitz einer beträclitlicheu Verdunstung. Diese Verdunstung hört in der Nacht niclit auf, obwohl sie schwächer wird uud es müssen daher das Gras einer Wiese wie die Luft, die hier ist, vom Sinken des Tages an durch Verdunstung und Strahlung eine schnelle und beträchtliche Abkühlung erfahren, die schneller uud bedeutender ist, als dieselben Pflanzen in trocknem Zustande erfahren würden. Der Thau tritt daher schneller auf; aber wenn eine Bildung einmal begonnen, dann setzt sie sich nur durch die Wirkung der Strahlung allein fort. Diese SchUisse werden durch zahlreiche Erfahrungen bestätigt. Wenn man z. 13. an einem Herbstabend schnell von einem Hügel in's Thal fährt, empfindet man unten deutlich die Kälte. Die Maifröste sind den Pflanzen bei trockner Luft weniger schädlich als bei feuchter. Die Ablagerung des Thau's ist daher ein wohlthätiger Akt, der die nächtliche Abkühlung mässigt und zuweilen aufhält und die Pflanzen gegen den Morgenfrost schützt. Es ist klar, dass, wenn während der ersten Periode die Verdunstung die Abkühlung beschleunigt hat, die Condensation, welche während der Ab- lagerung des Thau's stattfindet, der Abkühlung ein Hinderniss entgegen- stellt; indem sich das Wasser wieder bildet, ersetzt es die Wärme, welche der Danipf entnommen hatte; jedes Gramm Thau, das sich niederschlägt, erwärmt fast 2 cm. Luft um 1*^. Die Strahlung dauert fort, ohne dass die Temperatur sinkt; sie wird unterhalten durch eine aequivalente Wärme- produktion in Folge Condensation. Und wenn endlich die Strahlung und die Abkühlung zu sehr überhand nehmen, enthält das niedergeschlagene Wasser noch 79 cal. in Reserve bis zu dem Moment, avo es friert, und be- vor die Pflanzen die Temperatur Null überschreiten. Neue Eine neue Theorie der Thaubildung stellte Le vi Stcokbridge ''"''Timu-'^" (Kansas) auf^). — Gewöhnlich glaubt man, dass der Thau die Feuchtigkeit biuiung. (jer Luft ist, welche durch die Berührung mit Körpern von niedrigerer Temperatur condensirt worden, und dass er sich nur bildet, wenn die Aus- strahlung die Temperatur der Erde und anderer Objekte unter die der Luft reducirt hat. Verf. kommt durch Versuche zui" Ansicht, dass der Vorgang gerade der umgekehrte ist, dass also der Thau das Resultat der Conden- sirung des warmen aus der Erde entweichenden Wasserdampfes durch die Luft ist. Zunächst führte Verf. zu dieser Ansicht die Beobachtung, dass im Sommer die mittlere Temperatur der Erde in der Nacht höher ist, als die der Atmosphäre, sie wurde direkt gemessen und die Temperatur des Bodens durchschnittlich des Nachts über 6*^ F. wärmer als die der Atmosphäre ge- funden. Auf allen Arten Grasland und kahlen Bodens, wie im Walde fand Verf. den Boden des Nachts stets wärmer als die umgebende Luft. Zwei Kasten von je 1 Gbf. Inhalt wurden mit Erde gefüllt, der eine mit wasserhaltendem Lehm, der andere mit Torf und zwar in derselben Schichtung wie sie vorher gelagert waren. Diese Kasten wurden in einem Graben auf oft'enem Felde im Niveau des umgebenden Bodens gesetzt uud dem Wetter ausgesetzt. Den . Monat Juni hindurch wurden sie Abends und Morgens gewogen, und sie wogen mit Ausnahme der Regennächte constant • Morgens weniger als Abends; der Verlust betrug 1 — 3 Unzen bei dem Lehm und 1 — 4 Unzen beim Torf. Demnach gab der Boden in der Nacht Wasser *) Der Naturforscher. 1879. 300. Das. n. Journ. of Scieuce. 1879. I. 471. Atmosphäre. 101 ab und CS scheint, dass die Fcuclitiglfcit, welcbe mau au der Oberfläche eines Feldes am Morgen findet, viel eher aus der Tiefe des Bodens, Avie aus der Luft kommt. Aus weiteren den Sommer hindurch fortgesetzten Versuchen findet Verf. für seine Ansicht noch folgende Beweise: Der Dampf des Bodens ist in der Nacht viel wärmer als die Luft und wird von derselben condensirt. Der Dampf vom Boden wird bald diffuudirt und in der ganzen Atmo- sphäre vertheilt, aber am stärksten, wenn die Verdampfung nahe der Erd- oberfläche stattfindet; und unter sonst gleichen Verhältnissen haben die der Erde nächsten Pflanzen den meisten Thau. Thau unter Heuhaufen, Brettern etc. am Boden kann denselben von keiner anderen Quelle erhalten. lieber die Temperatur der Hagelkörner machte Boussin- '^''"'11°'^'^'"'" '■ ° des Hagels. gault wiederholt Beobachtungen, über welche er Folgendes mittheilt ^). Während eines sehr heftigen Gewitters im Jahre 1879 zu Unieux im Departement der Loire, wo in kurzer Zeit ausdauernde Pflanzen zerfetzt und die Bäume eines Parks entblättert wurden, war ein im Garten stehender eiserner Tisch bald mit mehreren Kilogramm Hagelkörnern bedeckt. Noch während des Unwetters zeigten diese Hagelkörner eine Temperatur — 13", während die Temperatur der Luft vor dem Unwetter mittelst desselben Thermometer zu 4~ 26" gefunden worden war. Ferner beobachtete Verf. 1877 im Elsass bei einem sehr reichlichen Hagelfall, wovon der Boden 6 — 8 cm. hoch bedeckt wurde, die Temperatur der Hagelkörner zu — 2 bis — 4 '', während vor dem Hagelfall die Temperatur der Luft im Schatten -\- 27 " betrug. Am 28. Juli 1878 wurde die Temperatur des Hagels von Cailletet zu — 9<^ gemessen. Eis- und Duftanhang an Bäumen. Von J. Breitenlohner^) i^is- uud Die grossartige Glatteisbildung, welche Ende Januar 1879 in Wien in den au Bäumeu. ganzen Wiener Wald auftrat und mehrere Tage andauerte, gab dem Verf. Veranlassung, Untersuchung über den Eisanhang an Bäumen vorzunehmen. Um einige Anhaltspunkte zur Beurtheilung der anhaftenden Eismenge zu gewinnen, wurden in mehreren charakteristischen Lokalitäten solche Zweige ausgOAvählt, welche nach dem Augenschein als typisch für den An- hang an derselben Baumart angesehen werden konnten. Es wurden Zweige und das darauf lagernde Eis gesammelt, erstere gemessen und gewogen, letzteres ebenfalls gewogen. Die folgende Tabelle soll ein beiläufiges Bild der Verhältnisse von Eis und Objekt für die hauptsächlichen Holzarten und der Progression des An- hangs von der Niederung in die Hochlagen, etwa von 200 bis 470 m See- höhe, liefern. (Siehe die Tabelle S. 102.) Sowohl bei den Ijaubbäumeu als bei den Nadelhölzern hing es zunächst von ihrem Stande und dann von ihrem Habitus ab, ob sich mehr oder weniger Eis festsetzte. Bei den Nadelhölzern war die Benadelung von erheblichem Einflüsse auf die Eismenge. 1) Compt. rend. 89. 1879. 202. 2) Forschungen a. d. Gebiete der Agriculturpbysik. II. 1879. 5. Hft. 497. 102 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Objekt ri « ?-i /'■'v.rt»^ Gramme Eisanhang bewicill lu braniiiiüu Auf 1G( 3W.-Th. u « O -i^ fe .s -^ s g s 6D o o 60 durch DiÖerenz 9,4 Pectin 1,4 Stoffe J Rohrzucker 0,6 Mineralsubstanzen .... 2,2 Invertirter Zucker .... 0,4 Wasser 14,9 ^______ 100,0 1) Compt, rend. 88. 1.%. Die Pflanze. 105 Das Mehl conservirt sich sehr gut. In Venezuela wird eine Art Brod davon gemacht. Der Alkohol, der aus den reifen, gegohrenen Früchten des- sillirt wird, hat einen angenehmen bananenartigen Geruch und Geschmack. Analj'se einer Frucht von Musa paradisica, einer Bananenvarietät, aus Ve- nezuela ergab: 100 Th. der Frucht bestanden aus 40 Th. Schale und 60 Th. Fleisch. Die Schale enthielt 14,7"/o Trockensubstanz, darin 1,6 Invertzucker. 100 Theile des Innern der Frucht enthielten: Rohrzucker 8,5 N-haltige Substanz .... 1,6 Invertzucker 6,4 Mineralsubstanz 1,1 Stärke 3,3 Wasser 73,8 Fettsubstanzeu 0,3 org. Säuren, Tannin] Cellulose 0,2 N-freie Extractiv- \ (kircll Ditltrenz 4,2 Pectin 0^6 Stoffe ] 100,0 100 kgrm. Bananen kosten da, wo sie w^achsen, 1 Franc und geben ungefähr 9 1. 96 gräd. Alkohol-, übrigens würde sich dieser Preis grössten- theils auf die Kosten des Einsamraelns reduciren lassen. Ueber die Banane. B. Corenwinder ^). Analyse des essbaren Theiles der geschälten, reifen Banane aus Brasilien: Wasser 72,450 N-halt. Substanzen (0,342N) 2,137 Krystallisirbarer Zucker . 15,900 Pectin 1,520 Inverszucker 5,900 Fettsubtanzen, org. Säuren etc. 0,958 Cellulose 0,380 Miueralsubstanzen .... 1,025 100,000 Die geringen Differenzen zwischen seinen Analysen und denen von Marcano und Müntz (s. oben) erklärt Verf. durch die verschiedene Reife der untersuchten Bananen, verschiedene Herkunft, verschiedene Cultur etc. Verf. hat weiter verschiedene Bananen in verschiedenem Reifezustande auf ihren Zuckergehalt untersucht und giebt darüber folgende Tabelle: i « g .- ,2 rt Zustand der Früchte "Sn-S s "^j Z ^ S ^ .>^|-^ ■^■^■^■"^ I 1. reife Frucht, gesund, Fleisch noch fest 15,90 5,90 21,80 2. „ „ „ „ „ „ 15,72 6,34 22,06 3. „ „ „ „ „ „ 15,10 6,43 21,53 4. „ „ „ „ „ „ 14,28 6,69 20,97 5. reifere Frucht, Fleisch weich . . . 12,25 8,95 21,20 6. überreif. Fleisch weich 10,16 8,92 19,08 7. „ „ „ 9,26 9,75 19,01 8. „ „ faul (blette) ... 4,51 11,70 16,21 9. „ „ „ 3,13 12,90 16,03 10. „ „ „ (blette) . . . 2,84 11,84 14,68 Die Menge des Zuckers überhaupt kann sich in den Bananen bis auf 22,06 *^/o eiheben. Weiter macht Verf. einige Bemerkungen über den wechselnden Gehalt an N-haltiger Substanz in Bananen verschiedener Herkunft. 1) Compt. rend. 88. 293. \QQ Bodon, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Analyse der Banciil-Nuss. P. Cliarlcs i). Der Import dieser Nüsse von den Molukkeu und llcuuion nimmt immer mehr zu. Die Kerne derselben sind wohlschmeckend und enthalten 9,1 Wasser, Gl,5 fettes Oel, 4,075 Rohrzucker, 1,803 stärkeartige Substanz (Inulin) 17,408 Eiweisssub- stauz, 2,736 Cellulose, 1,175 Kali, 1,690 Phosphorsäure, 0,513 Eisen, Kalke etc. Durch kaltes Pressen gewinnt mau 63 — 66 ^jo Oel. Dasselbe ist dünnflüssig, bernsteingelb, schwach riechend und schmeckend, spec. Ge- wicht 0,940 bei 15 o-, die Presskuchen enthalten 6,9 % N. Die Schalen, welche 57 % der Nuss betragen, sind sehr hart, enthalten 1,7 ^lo eines stark riechenden Oeles, 89,63 organische und flüchtige Substanz, 0,09 Phos- phorsäure, 0,08 Kali, 8,50 verschiedener Salze, 1,65 Stickstoff. Aconitum heterophyllum Wall, in pharniacognostisch-che- mischer Beziehung nebst einigen Bemerkungen über Tubera Acouiti japonici (Tsaou-woo). D. v. Wasowicz^). Verf. hat als Be- standtheile der Wurzel von Aconit, heteroph. gefunden: 1) Ein Fett von weicher Consistenz, vermuthlich ein Gemenge von Oel-, Palmitin- und Stearinsäureglyceriden, 2) Aconitsäure, 3) eine der gewöhnlichen Gerbsäure verwandte Säure, 4) Rohrzucker, 5) Pflanzenschleim, 6) Pectinkörper, 7) das schon von Broughton beobachtete Alkaloid, Atesine, und höchst wahr- scheinlich noch ein zweites ebenfalls nicht krystallisirbares Alkaloid, 8) Stärke. Die trockene Wurzel gab 2,331 "/o Asche. Eupatorium perfoliatum enthält einen in Prismen krystallisirenden indifferenten Körper und einen nicht weiter untersuchten Bitterstoff. Die Analyse der Pflanze ergab nach Parsons^): Wasser 9,17 Bitterstoff 18,84 Asche 7,50 Gummi und Farbstoff . . . 7,23 Eiweissstoffe 13,30 Stärkesubstanz 12,47 Harz und Chlorophyll . . 15,15 Cellulose 9,32 Indiff. krystall. Substanz . . 2,87 Humussubstanzen .... Spuren Gerbsäure 5,04 Aetherisches Oel .... Spuren Die Lakritzenwurzel und das Glycyrrhizin. Fauste Sestini ^). A. ist die Zusammensetzung der frischen Wurzel, B. die Asche derselben, C. die Asche des Lakritzensaftes , D. die Rückstände von der Saftbereitung. (Siehe die erste Tabelle auf Seite 107.) Schliesslich spricht Verf. über das Glycyrrhizin, dessen Metallsalze, Be- reitung und Bestimmung. In einer Abhandlung über die „Prüfung und die Eigenschaften des chinesischen Thee's giebt J. M. Eder^) die mittlere procentige Zusammensetzung des Thees, wie folgt: (s. die zweite Tabelle auf S. 107.) ») Chem. Ctrbl. 1879. ö69; aus Jouni. de IMiarm. et de Chim. f4.) 30. 163. 2) Arch. d. rharni. 1-1. 193. •■') American. Jouru. of Pharm. Vol. LI. 4 Ser. Vol. IX. 1879. p. 342. Arch. d. Pharm. 15. 557. *) Landwirthschl. Vers.-Stat. 24. 55—62. ■') Dingl. pol. Jouru. 231. 445. Die Pflanze. 107 A. B. C. D. Wasser . . . 48,7 Kohle .... 0,37 1,52 0,87 Fett, Harze . . 1,650 Kohlensäure . . 22,44 12,30 15,89 Gl3'cyrrhizin . 3,271 Kieselsäure . . 10,02 14,85 47,46 Kohlenhydrate . 29,620 Schwefelsäure 2,86 0,49 0,30 Cellulose . . . 10,150 Phosphorsäure . 0,82 4,64 0,13 Proteinstoffe . . 3,267 Chlor .... 1,32 4,24 Spuren Ammoniak . . 0,022 Kalk «... 22,82 17,82 21,67 Asparagin . . 1,240 Magnesia . , . 8,92 12,45 5,00 Asche ohne CO2 2,080 Eisenoxyd . . Kali .... 8,11 11,33 4,76 20,91 9,12 100,000 0,14 Natron . . . 11,76 6,07 0,11 A. in Wasser Hygroscopisches Wasser . . 10,0 Gerbstoff 10,0 Gallussäure, Oxalsäure u. etwas Quercetin 0,2 Boheasäure 0,1 Thee'in 2,0 Theeöl 0,6 Eiweisskörper (wahrscheinlich Lcgurain) 12,0 Gummiartige Substanzen nebst Dextrin und Zucker . . . 3 — 4 löslich: 40 «/o. darin etwa 1,7 % Asche: K2O 0,938 Na20 0,014 CaO 0,036 MgO 0,051 Fe203 0,024 MnsOi Spur PaOs 0,133 SO3 Spur Si02 0,021 CO2 0,430 Cl Spur B. in Wasser unlöslich : 60 ^o- 1, Eiweisskörper 12,7 2,2 0,2 3,0 1,8 CaO 0,584 MgO 0,592 FeaOs 0,045 MnaOi 0,019 P2O5 1,031 SO3 0,046 Si02 0,680 CO2 0,744 Cl Spur Aetherische f^^lch?^^^^ Extractiv- xtt ^ " ' Stoffe 7,2 0/0 |H;-3^„j^ -^^ ■ Extractivstoffe grösstentheils in Salzsäure löslich .... 16,0 Cellulose 20,1 K2O 0,290 Na20 0,052 Zusammen etwa 4 % Aschenbestandtheile. Verf. schlägt eine Unter- suchungsmethode für Theesorten vor, auf die wir verweisen müssen. Nach seineu Angaben besitzt durchschnittlich schwarzer Thee: Gerbstoff 10 %, Extractivstoffe 38,7 %, Asche 5,6 7o ; gelber u. grüner Thee: Gerb- stoff 12,4 «/o, Extractivstoffe 41,3 >, Asche 5,7 %, davon in Wasser lüsUcher Thei! der Asche: von schwarzem Thee 2,7 0/0, von gelbem und grünem Thee 2,8 ^!o. Ueber Kaffee, Thee und Cichorie. Ermittlung der Zusammen- setzung. Hussoni), 1) Anu. de Chim. et de Pliys (5 S.) T. XVI. p. 419-427. -ino Boden, Wasser, AtmospliUro, Ptlanzo, Dünger. Uobcr den Nahruiigswcrth der cssbarcii Pilze. C. N. Palil. ^) In einer tabellarisclien Ucbersicht werden sämmtliche bis jetzt zu dem- selben Zwecke ausgeführte Analj'sen neben etwa 20 des Verf. selber zu- sannnengestellt. Beiträge zur Chemie der Päonien. Dragendorff, L. Stahre^), K. Mandel in, Grust. Johannson. 1) Ueber die Säuren der Päonia peregrina von D. und St. 2) Quantitative Analyse der Päoniensaraen von St. 3) Ueber die Zusammensetzung von Radix Päoniae peregrinae von M. u. J. In den Samen findet sich ein Alkaloid, Avelches keinerlei Ueber- einstimmung mit den Staphisagria- Und Aconitalkaloideu erkennen lässt, Le- gumin, Arabinsäure, Päoaiaharzsäure und indifferentes Päoniaharz, welches Verff. als Anhydrid der Harzsäure betrachten und denen sie die Zusammen- setzung XC48H7o07-j-2V2H2 resp. XCa 41134 03-1-^20 zuschreiben, ein Gerb- stoff: Paeoniotannin, ein Phlobaphen, Paeoniobraun CiaHioOs, ferner eine amorphe in Weingeist und Aether leicht lösliche und in ihrer Lösung prachtvoll blau fluorcscirende Substanz, die in schwach alkalisch reagirendem Wasser au der Luft sich mit rother Farbe löst und durch Kochen mit sehr verdünnter Salz- säure intensiv grün wird, Paeoniofluoresccin, C12H10 O2 -{- H2O und endlich Paeoniokrystallin C24H34O7, die in halbreifen Samen beim Verdünnen des Zell- saftes mit Wasser sich abscheidet. Schliesslich bespricht Dragendorff die allenfallsigen genetischen Beziehungen der gefundenen Körper. Wald- und Gartenhimbeere. E. Reichardt 3). Frisch untersucht : Wald- Gartenhimbeere Wasser bei 100» entweichend . 81,25 87,95 Trockenrückstand 18,75 12,05 100,00 100,00 Pressrückstand 18,36 9,60 Saft 81,64 90,40 Bestandtheile, in*^/o d. frischen Beeren ausgedr. 100,00 100,00 Kerne 9,90 4,70 Extract 8,25 7,90 Asche 0,56 0,36 Cellulose 4,15 2,26 Im Safte u. Ex- ( In Aether lösliches Fett . . 0,35 0,41 tracte enthalt. | Eiweiss 0,15 0,12 Zucker 2,80 4,45 Säure 1,38 1,46 Gummi etc 2,80 0,45 Zusammensetzung des Zuckerrohrs^). Zusammensetzung einer Honigsorte aus Aethiopien. A. V^il- liers^). Dieser Honig ist in dem Lande unter dem Namen Tazma be- kannt und wird ohne Wachs in Höhlen von einer Art Mosquito's erzeugt. Wasser 25,5 Mannit 3 Gährungsfähige Zuckerarten Dextrin 27,9 (Lävulosc mit Ve Glucose Asche 2,5 ohne Rohrzucker) ... 32 Andere Bestandtheile ü. Verlust 9,1 ^) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1725; Corresp. aus Lund. •') Arch. d. Pharm. 14. 412—428; 5r>l— .V).']. =>) Ibid. 15. 324. *) Ztschr. d. Ver. f. R. z. ind. 1879. p. 824. Diugl. pol. Journ. 234. 252. 5) Ber. d. ehem. Ges. 13. 671. Corresp. aus Paris. Die Pflauae. 109 Analysen von Erdbeeren. C. A. Goessmann.i) Untersucht wurde die unter dem Namen „Wilder" (?) bekannte Sorte. In 100 Th. der Erdbeerenasclie waren enthalten: I. II. Kali 49,24 10,62 Natron 3,23 13,35 Kalk 13,47 36,63 Magnesia 8,12 3,83 Eisenoxyd 1,74 6,91 Phosphorsä»re 18,50 14,48 Kieselsäure f löslich in Natronlauge) 5,66 14,17 Die Aschenanalyse der wilden Erdbeere (Eragraria vesca L.) (0,41"/^ Asche) ergab: Kali 22,06 Natron .... 29,79 Kalk 14,88 Magnesia .... Spuren Eisenoxyd . . . 6,07 Phosphorsäure . . 14,47 Kieselsäure . . . 12,62 Analysen von Preisseibeeren. C. A. Gössmann. 2) Die mittlere Zusammensetzung von Preisseibeeren (Vaccinium macrocarpon, Gray) wurde gegen Eude Oktober 1876 und 1877 ungefähr zwei Wochen nach dem Pflücken bestimmt. Sie enthielten: 1876 1877 Feuchtigkeit (bei 100 — 110<^C.) 89,29 89,89 Trockensubstanz 10,71 10,110 Asche der Trockensubstanz . . — 0,179 Stickstoff in der Trockensubstanz — 0,160 Der Saft der Beeren hatte bei 15»JC. das spec. Gew. 1,025. Er ent- hielt 1876 1,350/0 Zucker, 1877 1,70% dieses Körpers. Die freie Säure im Safte, als Aepfelsäure angenommen, betrug im ersteren Falle 2,25%, im letzteren 2,43%. Wahrscheinlich sind zwei Säuren darin enthalten, Aepfelsäure und Citronensäure. Die trockene Asche enthielt 1877: Kali 47,96 % Natron 6,58 „ Kalk 18,58 „ Magnesia .... 6,78 „ Eisenoxyd .... 0,66 „ Phosphorsäure . . . 14,27 „ Kieselsäure (Sand) . 5,22 „ Analyse von Zwiebeln. Ch. A. Gössmann.^) Wasser (bei 100— HO" C.) 89,20 Organische Substanz . . . 10,80 Stickstoff 0,212 Schwefel 0,048 Asche 0,436 ^) J. of the Americ. Chem. Soc. Vol. I. *) J. of the Americ. Chem. Soc. Vol. I. ") Fresenius Ztschr. f. Ch. 2. H. 1877. Wasser . . . 83,80 Alkohol . . 4,38 Kohlensäure 0,22 Aepfelsäure 0,54 Glycerin . . 1,64 llf) Butlen, "Wasser, Atmosi)liäro , Pflanze, Dünger. Die Ascheiianalyse ergab: Kali 38,51 Natron .... 1,90 Kalk ..... 8,20 Magnesia ... 3,65 Eisenoxyd ... 0,58 Kieselsäure . . . 3,33 Phosphorsäure . . 15,80 Schwefelsäure (nicht bestimmt). lieber den Palmwein von Laghouat. Balland.^) Dieser von den Arabern Lakmi genannte Wein wird aus dem Safte der Palme erhalten und man kann im Laufe eines Monats 7—8 1. täglich einsammeln!. Er wird nicht aufbewahrt, enthält viel Kohlenäure und schäumt stark. Er besteht aus: Maunit 5,60 Zucker ohne Rohrzucker . . 0,20 Gummi 3,30 Mineralbestandth. 0,32 Ueber die Bestimmung des Chlors in verschiedenen Ge- treidearten und Nährpflanzen. R. Nolte. 2) Verf. weist nach, dass beim Einäschern der Pflanze viel HCl verloren geht durch die sauren Phos- phate. Er erhielt beim Einäschern vorher mit C03Na2 versetzter Pflanzen viel mehr Chlor als bei direkt eingeäscherten. Jodbestimmung im Varech. 0. Schott^) fand nach seiner Methode der Jodbestimmung (d. Orig.) im Varech aus Cudillero an der Nordküste Spaniens 0,305 — 0,338 % J-j zwei mit besonderer Sorgfalt hergestellte Varechsorten aus Obinana ergaben 1,701 — l,426*^/o J. Bunnington^) fand in 300 grm. Dark Lancaster Weizen 0,00144 grm. Mangan-, es entsprach 0,027 ^/o der reinen Asche. Der Mangangehalt der Haferasche ist nach J. P. Norton 0,72— 0,92 «/o. Vorkommen von phosphorsaurem Kalk in der lebenden Pflanzenzelle. F. Nobbe. H. Hänlein. C. Councler.^) Verf. fanden in den Parenchymzellen des Mesophylls der Bätter von Soja hispida und Robinia pseudacacia eigenthümliche Gebilde, die sie nach ihrem ehem. und opt. Verhalten für Orthophosphorsäuren Kalk ansehen. Analyse der Asche einer Weizeukleie. S. F. Peckham.*^) Die- selbe war durch Verbrennung der Kleie unter einem Dampfkessel erzeugt; sie war rein weiss und blasig: 1,2887 CIK, 2,5936 K4Si04, 5,8337 K3PO4, 11,7370 NaaPOi, 9,3721 H3PO4, 1,9567 CaS04, 18,2342 Caa (P04)2, 3,8058 Fe2P208, 0,4379 H2O, 3,17 Sand etc. Mineralbestandtheile der Rieslingtraube. A. Hilger.'^) Verf. hat eine grössere Menge Rieslingtrauben aus den ärarialischen Weinbergen bei Würzburg der Lagen „Stein" und „Leisten" auf Mineralbestandtheile und ') Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 2162. 2) Compt. rciid. 8S>. 95.5. ») Ztschr. f. anal. Chem. 1879. p. 443; Dingl. pol. J. 234. 4.5, *) Proceediugs of the americ. chem. society. Vol. II. No. 4. p. 141 ; Arch. d. Pharm. 14. .564. 5) Landw. Vers. Stat. 23. 471. «) Chem. Ctrbl. 1879. 507 aus Chem. News. 39. 244. ') Laiidwirthschaftl. A^ers.-Stat. 23. 451—4.54. Die Pflanze. 111 Trockensubstanz untersucht. Trockensubstanz: Stein lojQS^'/o, Leisten l,85o/o. Mineralbcstandtheile: Stein 1,52%, Leisten 1,14 ^o- In der folgenden Tabelle ist die proc. Zusammensetzung der Asche gegeben: Eiesling Riesling Stein Leisten Kali 3.3,04 34,67 Natron 1,84 1,21 Kalk . . . 8,55 11,00 Magnesia 2,61 1,42 Eisenoxyd 1,04 0,45 Kieselsäure . 1,00 0,45 Kohlensäure 22,51 23,78 Salzsäure 2,29 2,03 Schwefelsäure 4,54 4,19 Phosphorsäure 21,08 19,72 Ueber die Wieseupflanzen des Landgebietes von Lodi. L. Morandini, L. Manetti und G. Musso.^) Verf. geben eine Auf- zählung der Pflanzen, welche das 1. 2. 3. 4. u. 5. Heu geben und stellen die Znsammensetzung der vier ersten Ernten in folg. Tabelle zusammen: Name der Bestandtlieile Maiheu August- heu Drittes Heu Viertes Heu Wasser Proteinstoffe Fett (äther. Extract) . . N freie Extractivstoli'e Holzfaser Reiuasche Kali Natron Kalk Magnesia Eisenoxyd Wasserfreie Schwefelsäure „ Phosphorsäure „ Kieselsäure . Chlornatrium .... 14,521 16,756 2,524 58,905 7,564 2,281 0,136 0,671 0,199 0,102 0,367 0,611 2,904 0,208 1.3,910 15,168 4,420 58,872 7,6,30 14,000 15,680 4,390 58,170 7,760 1,460 0,072 1,900 0,540 0,050 0,462 1,056 2,025 0,240 7,479 7,805 18,711 20,928 4,040 46,331 9,990 2,518 0,259 2,277 0,693 0,062 0,785 2,276 0,923 0,167 9,960 Analysen zweier Rübensamenaschen. Ihlee.^) Um den Unter- schied in der Zusammensetzung der Aschen des Rübensamens der Klein- 1) Landwirthschaftl. Vers.-Stat. äS. 442— 44G. 2) Ztscbr. (\. Vor. f. R. Z. iiul. 187Ö. p. 795. Dingl. pol. Journ. 334. 494. 112 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. wanzlobenor Spielart gogciiiiber der von Vilmorin und Andrieux gezüchteten sogenannten Yihnorinrübe festzustellen, liat Verf. betreffende Originalprobcn untersucht. Danach gaben 100 Th. lufttrockenen Samens von Kleinwanz- lebcu 7,80%, Vilmorin 7,07% Asche folgender Zusammensetzung: Kleinwanzleben Vilmorin Kali 25,73 32,93 Natron 6,75 4,97 Kalk 22,18 13,44 Magnesia 5,72 3,91 Eiseuoxyd an Phosphorsäure gebunden 1,77 3,86 Chlor '. 1,07 4,19 Kohlensäure 15,39 22,54 Kieselsäure und Sand 13,59 5,11 Schwefelsäure 4,46 2,50 Phosphorsäure an Kalk gebunden . . 0,98 3,02 Phosphorsäure an Eisenoxyd gebunden 1,58 3,43 Verlust 0,78 0,10 100,00 100,00 Aschenanalysen. G. Thoms^). 1) Samenkapseln (A) und geröstete Stengel (B) der Leinpflanze. 2) Galeopsis tetrahit (C). A. B. C. Kali . . . Natron . . Kalk . . . Magnesia . . Eisenoxyd Phosphorsäure Schwefelsäure Kieselsäure . Chlor . . . 22,39 19,75 41,26 6,69 0,56 1,75 27,41 31,84 23,43 — 7,59 6,04 2,16 9,74 0,91 25,14 8,85 9,74 8,14 5,44 3,75 5,21 15,87 10,79 2,85 0,34 2,93 Der Aschengehalt der lufttrockenen Stengel (B) betrug 1,83 ^o- L. Ricciardi 2) hat 7 amerikanische und 3 ungarische, auf der Versuchs- station von Caverta bei Neapel angebaute Tabaksorten in derselben Richtung untersucht, wie er das schon früher (d. Jahresber. 1877. p. 123) gethan hat. Der Aschengehalt der bei 100*^ getrockneten Blätter beträgt etwa 24 — 26% und der Gehalt an Nicotin ist ein relativ sehr hoher. Er beträgt im Mittel 4—5% und steigt in 2 Sorten bis auf 6,5%. In diesen Tabaksaschen wurden die Ceritmetalle aufgefunden. Ueber die Säurereaction der Blüthen. A. VogeP). Verf. hat hundert Arten untersucht und gelangt zu folgenden Resultaten: Nicht in allen Fällen treten die sauren Reactionen immer gleich deutlich auf; viel- mehr zeigte sich die Röthung des blauen Lacmuspapieres in sehr wechselnden *) Landwirthsch. Vers.-Stat. 34. 53. ^) Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 683; Corresp. aus Turin (Acad. d'agricoltura di Turiüo. Vol. 22). 3) Sitzber. d. math.-pbys. Kl. d. Acad. zu München. 18Y9. 19. Chem. Ctrbl. 1879. .584. Naturforscher. 12. 239. Die Pflanze. 113 Abstufungen. Am auffallendsten und stärksten erschien die saure Eeaction bei liochrotlien und mennigrotlien Blütlien, nicht minder bei gelben und weissen Blüthen. Die saure Keaction der blauen, theilweise auch der vio- letten, besonders der blauvioletten Blüthen ist bedeutend schwächer als der hochrothen, aber immer noch deutlich. Eine vollkommen neutrale oder sogar schwach alkalische Reaction ist nur an blauen Blüthen beobachtet worden; dagegen aber auch bei drei violetten und rothen Blüthen nämlich bei Campauula repuuculoides (hell- violett), Prismatocarpus Speculum (purpurviolett) und bei den hochrothen Flügeln von Pisum sativum. Untersuchungen über die Zusammensetzung der Pflanzen. H. Pellet.^) Allgemeine Resultate: 1) In den normalen Pflanzen ist der Gehalt an Stickstoff, überhaupt an organischer Substanz keinen grossen Schwankungen unterworfen. 2) Gewisse Pflanzen nehmen nur bestimmte Mineralbestandtheile mit Ausschluss anderer auf. 3) Andere Pflanzen nehmen die meisten Basen auf und gestatten eine Vertretung derselben. Diese findet nach Aequivalenten statt. 4) Mitunter übersteigt der Austausch die normale Grenze; dann erleiden die Ernten Abbruch. 5) In den ganzen Pflanzen herrscht ein gewisses Verhältniss zwischen Ascheu und organischen Bestandtheilen , z, B. zwischen Zucker und Asche in den Rüben, zwischen Stärke und Asche im Getreide. 6) Der Stickstoffgehalt verglichen mit Zucker variirt stärker als die Asche. 7) Ausser den zur Bildung von 100 k. Stärke oder Zucker nöthigen Mineralbestandtheilen werden noch zufällige, von dem Boden der Pflanze etc. abhängige Mengen aufgenommen. 8) Die Phosphorsäure hat eine specielle Aufgabe und kann nicht ersetzt werden. II. Kohlenwasserstoffe (incl. Terpene) und Campher. Heptan aus Pinus sabiana. T. E. Torpe.^) W. Wenzell hat zuerst aus dem Harze dieser in Californien heimischen Fichtenart durch Destillation ein Oel erhalten, das von ihm Abieten, Erasin, Aurantin, Theolin etc. benannt wurde. Es dient in Amerika als Ersatz für Benzin zum Entfetten, Auflösen und dergl. Aus dem allgemeinen Verhalten dieses Produktes kam Verf. auf die Vermuthung, dass es zur Reihe der Paraffine gehöre und er stellte eine genaue Untersuchung desselben an. Es ist hier- durch jene Vermuthung bestätigt worden und der Körper hat sich als Heptan erwiesen. Das reine Oel siedet bei 98,42'^ C. bei 760 mm. Die Analyse ergab genau die Formel C? Hie und auch die Dampfdichte (berechnet für C7H14 = 49,90 gefunden = 50,00) stimmt mit dieser Formel überein. Brechungsindex für D = 1,3879; moleculares Brechungsvermögen 56,4; Drehung in einer Röhre von 200 mm :== -j- 6^9'. Die Zähigkeit und Ober- flächenspannung wurden gleichfalls bestimmt und eine Vergleichung mit dem Heptan aus Petroleum und Azelainsäure (durch Erhitzen mit Baryt) vorge- nommen. Ob das Heptan von Pinus Sabiana mit dem bei etwa derselben Tempe- ratur siedenden aus Petroleum, bituminösem Schiefer u. s. w. erhaltenen identisch ist, ist noch festzustellen. Es erscheint sogar aus verschiedenen Gründen wahrscheinlich, dass diese Kohlenwasserstoffe isomer sind. So fand >) Ann. Chim. Par. (5) XVI. p. 14.5—177. 2) Ann. d. Chem. 198. 364. Chem. N. 39. 182. Journ. ehem. Soc. .35. 290— 309. Chem. Ctrbl. 1879. 402. Eer. d. d. ehem. Ges. 12. 850. Jahresbericht. 1879. 8 I-IA Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Verf. für das spec. Gewicht des Heptaiis aus Petroleum 0,7301, während das Heptan aus Pin. Sab. d. spec. Gew. = 0,70057 hat. Das letztere hat dagegen dasselbe spec. Gew. wie Heptan aus Azelainsäure. Abieten, ein neuer Kohlenwasserstoff, als Type einer neuen Gruppe von Terpenen. S. P. Sadtler. ^) Verf beschreibt ein Terpen (? d. Ref.) aus Pinus ponderosa, das die grösste Aehnlichkeit mit dem Heptan Thorpe's aus P. sabiana (s. oben) besitzt. Ueber den aus Diamylen entstehenden Kohlenwasserstoff Gl Hl 6. Tugolessoff 2) widerlegt die Ansicht Bauer's bezüglich Identi- tät dieser Verbindung mit Terpeu. Nach des Verf. Untersuchung ist der besagte Kohlenwasserstoff weder im Staude in Cymol überzugehen, noch bei der Oxydation Terephtalsäure zu geben. Ueber einige Derivate des linksdrehenden Terpens aus französischem Terpentinöl. Flawitzky, 3) Verf. hat aus käuflichem französischem Terpentinöl ein Terpen von grösserem Drehungsvermögen [a] r, =n= — 43,4 ** als das Terbenten von Riban ([a] d = — 40,3 ") darge- stellt. Wird dieses Terpen oder seine Lösung in Schwefelkohlenstoff, Eis- essig oder wasserfreiem Aether mit Salzsäure gesättigt, so entsteht die feste Verbindung CioHieHCl, während die weingeistige Lösung CioHieSHCl gibt. Zieht man aber in Betracht, dass starke Säuren, wie Salpetersäure und Schwefelsäure in Gegenwart von Alkohol Terpentinhydrat, welches mit Chlorwasserstoff behandelt CioHi6 2HCl gibt, liefern, und dass CioHicHCl unfähig ist, Salzsäure zu addiren, so lässt sich der Schluss ziehen, dass CioHi6 2HCl beim Sättigen der weingeistigen Terpenlösung mit Salzsäure nicht direkt, sondern vermittelst einer stufenweisen Hydratation bei welcher Atomumlagerungen stattfinden, entsteht. Die Zusammensetzung des Terpinols. Flawitzky. ^) Verf. fand, dass das sogenannte Terpinol, welches aus Terpinhydrat durch Wasser- verlust entsteht, ein Gemenge von 3CioHi6 -|- Cio His ist. Dafür spricht die Analyse, welche 84,95 % Kohlenstoff und 11,91% Wasserstoff ergab und die Uebereinstimmung der nach dieser Formel berechneten Dampf- dichte (4,87) mit der gefundenen (4,94). Ueber Hydratation der Terpene. F. Flawitzky. 5) Das links- drehende Terpen aus französischem Terpentinöl bildet Terpinhydrat nicht nur unter dem Einflüsse von SO4H2 und NO3H, sondern auch in Gegenwart von Chlorwasserstoffsäure. Um das Terpinhydrat mit SO4 H2 oder CIH dar- zustellen sind 4 Gewichtstheile Terpen auf je ein Theil 90 % Alkohols und 1 Theil Schwefelsäure vom spec. Gew. 1,64, resp. 1 Theil Salzsäure vom spec. Gew. 1,25 zu nehmen. Das so bereitete Gemisch lässt man 20 Tage lang stehen, versetzt dasselbe alsdann mit 2 Theilen Wasser und giesst es in eine flache Schale aus. Die Wasserfixirung scheint in Gegenwart von Salz- säure schneller vor sich zu gehen als unter dem Einflüsse von Schwefelsäure •, mit HCl scheiden sich schon nach 4 stund. Stehen Krystalle ab, mit SO4 Ha beginnt die Krystallisation erst nach 2—3 Tagen. Da das rechtsdrehende Terpen aus russischem Terpentinöl in Gegenwart von Salpetersäure oder Salzsäure 1) Americ. Jouru. of Pharm. Vol. LI. 4. Ser. Vol. IX. 1879. p. 17G. Arch. d. Pharm. 15. 464. ^) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1486. Corresp. aus St. Petersburg. ■■') ibid. 12. 850. Corresp. aus St. Petersburg. *) ibib. la. 857. ^) ibid. 13. 1022. Die Pflanze. 115 Terpiuhydrat liefert, so ist nach der Ansicht des Autors zu erwarten, dass die Hydratationsbediugungen des rechtsdrehenden Terpens mit denjenigen des linksdrehenden vollkommen identisch sind. Erwärmt man vier Theile des linksdrehenden Terpens mit 1 Theil Alkohol und 1 Theil Schwefelsäure vom spec. Gew. 1,64 auf dem Wasserbad, so wird das Drehungs vermögen cingebüsst und es bildet sich eine bei 175 ^ siedende Verbindung, welche wahrscheinlich umgewandeltes Terpen ist. lieber die Umwandlungen des linksdrehenden Terpens aus dem französischen Terpentinöl vermittelst der Hydratation und Dehydratatiou. F. Flawitzkyi). Durch Behandlung rectificirten linksdrehenden Terpens mit alkoholischer Schwefelsäure wurde ein links- drehendes Terpenhydrat erhalten vom Sdp. 217,7— 220,7 « (Bar. 766,3 mm). Dichte bei 0» = 0,9339, bei 18« = 0,9201; (a) ^ = —56,20. Unlöslich in Wasser, löslich in alkoholischer Schwefelsäure. Daraus wurde mit HCl- Gas das bei 49 *^ schmelzende Dichlorhydrat dargestellt. Keine Spur des festen Monochlorhydrats wurde erhalten. Bei Behandlung des linksdrehenden Terpenhydrats mit Essigsäureanliydrid wurde zunächst ein Gemenge von Terpen mit dem Essigäther C10H17 (OC2H3O) erhalten. Letzterer konnte nicht rein erhalten werden, da er sich rasch zersetzt, aber das Terpen, das Verf. linksdrehendes Isoterpen nennt, wurde genauer untersucht. Sdp. 179,3*^; (a) D= —61,00. Dichte bei 00 = 0,8639; bei 20« = 0,8486. Behand- lung mit HCl-Gas gibt Dichlorhydrat, während gewöhnliches linksdrehendes Terpen Sdp. 155 ^ fast ausschliesslich nur festes Monochlorhydrat liefert. Dieses Isoterpen hat grosse Aehnlichkeit mit dem Terpen aus Elemi, Sdp. 1740 und dem aus Citronenöl. Einwirkung von Schwefelsäure auf die Kohlenwasserstoffe C10H16. H. E. Armstrong und W. A. Tilden^). Die Einwirkung con- centrirter und verdünnter Schwefelsäure bei verschiedenen Temperaturen auf die Terpene des amerikanischen und französischen Terpentinöls wurde unter- sucht. Die sog. Terebene erhält man am besten mit conc. Säure bei 70 — 130°. Das sog. Tereben Sdp. 160 ** ist inactives Camphen. Durch lange fortge- setzte fractionirte Destillation wird ein bei 47 *^ schmelzender krystallisirter Körper erhalten. Das Destillat enthält ferner ein bei 176 ^ siedendes Terpilen. Wird nicht concentrirte, sondern nur verdünnte Schwefelsäure in Anwendung gebracht, so findet sich im Destillate nur Terpilen, kein Tereben. Das Tereben ist aus der Reihe der bekannten Verbindungen zu streichen. Ueber die Einwirkung von Chlorwasserstoff auf Terpene. W. A. Tilden.3) — Verf. hat früher gezeigt, dass sich die Terpene nach ihrem spec. Gewicht, Siedepunkt und Verlialten gegen gewisse Reageutien, besonders Nitrosylchlorid, in drei Classen theilen lassen. Verf. hat nun das Verhalten verschiedener Terpene gegen Chlorwasserstoff geprüft in der Hoff- nung, weitere derartige Classen-Unterschiede auffinden zu können. — Trockene Salzsäure in amerikanisches oder französisches Terpentinöl an und für sich, oder in Benzol oder in Schwefelkohlenstoff gelöst, geleitet, giebt das bekannte Monohydrochlorid Cio H17 Cl (Schp. 125°) neben einem flüssigen Gemenge von Cymol, Mono- und Dihydrochlorid. Wirkt aber HCl auf Terpentin in Alkohol, Aether- oder Essigsäurelösung, so erhält man nur V ßer. d. d. Ges. 13. 1752. 2) Ch. N. 39. 284. 3) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1131. 8* •110 Boden, 'Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. ])ili3'droclilorid. Das Monohydroclilorid kann nicht in Dihydrochlorid durch HCl-Aufnahmc übergeführt werden. Das Dihydrochlorid, Schp. 48^, spaltet sich leicht durch Wärme in 3 HCl und einen optisch inactiven Kohlen- wasserstoff, das Terpinylen CioHic, Sdp. 176. Dieses Dichlorhydrochlorid ist identisch mit dem aus Terpinhydrat und Terpinol mit HCl gewonnenen. Terpen aus Orangenöl Sdp. 176^ liefert in Aether gelöst und mit HCl be- handelt dasselbe Chlorid, wenn auch in geringerer Quantität. Die Identität der Dihydrochloride aus Orangen- und Terpentinöl wurde noch überdies durch Untersuchung ihrer Si)aItüngsproducte mit Wasser bewiesen. Beide gaben ein Gemenge von Terpinylen Cio Hie und Terpinol CioHisO Sdp. 210*^. Folgende Terpene geben auf dieselbe Weise mit HCl behandelt dasselbe Dihydrochlorid resp. denselben inactiven Kohlenwasserstoff: Ursprung des Terpens Drehung Siedepunkt Austraten aus amerikanischem Terpentinöl -]- ISe** Terebenthen aus französischem Terpentinöl — 156'' Terebenthen aus Juniperus communis . . — 156'' Citren aus Citronenöl (bes. in England aus Citronen destillirt) -|- 176" Hesperiden aus Orangenöl -- 176" Bergamen aus Bergamottöl . . . . . -- 176" Carven aus Kümmelöl -- 176" Terpen aus Fichtennadelöl — 174—176" Terpen aus Harzessenz 174 — 176" Nur das aus Atterberg's Silvestren gewonnene Dihydrochlorid Cio His CI2 schmilzt bei 72 — 73" und mit Wasser zersetzt giebt es ein Hydrat, das anscheinend kein gewöhnliches Terpinol ist. Terpin und Terpinol. W. A. Tilden.^) — Die Flüssigkeit, aus der sich die Terpinkrystalle abgesetzt haben (s. d. Jahresber. 1878, p. 157), enthält ein Nitrat und Terpinol oder vielleicht eine Verbindung dieser Beiden, denn nachdem man sie mit Wasser gewaschen und im Dampfstrom destillirt hat, giebt das ölige Destillat mit Reductionsmitteln behandelt Ammoniak und für sich selbst erhitzt entwickelt es salpetrige Säure. Versuche, statt Salpetersäure Schwefel-, Salz- oder Essigsäure anzuwenden, blieben erfolglos. Das Terpentinölhydrat CioHisO Deville's scheint Terpinol zu sein. Aus Citronenöl erhielt Verf. Krystalle von Terpinhydrat, welche in ihrer Form mit denen aus amerikanischem und französischem Terpentinöl überein- stimmten. — Aus der Dampfdichtebestimmung des Terpinols schliesst der Verf. auf die Formel Cio His für dasselbe. Eine alkoholische Lösung dieser Substanz löst aus Natriuraamalgam ein Atom des Alkalimetalles und aus der erhaltenen teigigen Masse kann durch Behandlung mit Wasser das Terpinol zurückgewonnen werden. Durch Essigsäure wurde kein Aether erhalten. Salzsäuregas wird absorbirt von Terpinol; die Lösung wird zuerst dunkelviolett und geht zuletzt in eine farblose Krystallmasse , C10H18CI2, vom Schp. 48" über. Aus dem allgemeinen Verhalten des Körpers schliesst der Verf., dass das Terpinol mehr den Charakter eines Alkohols als den eines Ketons, wie Pinakolin besitzt. Schwefelsäure bewirkt beim Erhitzen mit Terpinol Deshydratatiou mit theilweiser Polymerisation des entstandenen Kohlenwasserstoffes, welcher wahrscheinlich identisch mit Terpilen ist. Wenn ') Cliem. News. 39. IGO. Journ. of ehem. Sog. 35. 286—290. Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 848. Die Pflanze. 117 Übrigens Terpiüol nur ganz allmälig mit dem gleichen Volum Schwefelsäure (mit ihrem halben Volum Wasser vcrdünut) vermischt wird, so wird nur wenig Wärme entwickelt und es erfolgt keine Scheidung der Flüssigkeit. Setzt man aber jetzt drei bis vier Volumen Wasser hinzu, so verwandelt sich die Mischung in wenigen Minuten in eine krystallinische Masse von Terpin, der nur eine geringe Menge flüssigen Kohlenwasserstoffs anhaftet. — Citronen-, Cajeput- und Corianderol enthalten Körper, welche entweder identisch mit Terpinol oder blos physikalische Modificationen desselben sind. Ueber Terpene, Campher und verwandte Verbindungen. H. E. Armstrong. 1) — I. Theil. Ueber die Kohlenwasserstoffe in den Ter- peneu und die Bildung von Cymol aus Terpenen. — Ein Terpen, welches Verf. von H. Müller erhalten hatte, bestand grösstentheils aus Cymol und einem bei 170*^ siedenden Kohlenwasserstoffe CioHau. Aus frischem französischem Terpentin destillirtes Terpentinöl gab bei Behandlung mit verd. SO4 Ha (2 Vol. Säure auf 1 Vol. Wasser) unter Ab- kühlung ca. 5 % einer genau wie Cymol riechenden Flüssigkeit, wurde aber diese mit erwärmter, conc. Säure behandelt, so lösten sich nur 90 % auf. Der Rückstand war derselbe Kohlenwasserstoff, den Verf. aus dem Müller- scheu Producte abgeschieden hatte. Aus russischem Terpentinöl wurden so etwa 8 % Cymol und 2 % des paraffinartigen Kohlenwasserstoffs erhalten; aus einer Anzahl anderer Oele erhielt Verf. aber ungefähr dieselbe Menge der zwei Verbindungen, wie aus dem französischen Terpentinöl. Diese ist aber bei Behandlung des Terpentinöls mit Säure von verschiedener Stärke keine constante. Es ist demnach kaum zu bezweifeln, dass sowohl das Cymol als der paraffinartige Kohlenwasserstoff durch Einwirkung der Säure gebildet wurden, zumal Verf. dasselbe Resultat mit dem Terpin Cio H20 O2 -f- H2 erhielt. Aus 400 grm. dieses Körpers wurden schliesslich 16,5 ccm einer Flüssigkeit von reinem, cymolartigem Gerüche erhalten, von denen 1,5 ccm in conc. SO4 H2 unlöslich waren. — IL Theil. Ueber die Einwirkung von Jod auf Terpene. Beim Destilliren von Terpentinöl mit Vi Jod bis auf ca. 250^ erhielt man neben Cymol nicht die Körper von Rayraann und Preis, sondern ein Gemenge zweier bei 160 — 170'' siedender Hydrüre Cio H20. Der in Schwefelsäure lösliche Antheil enthält keine niederen Homologen des Cymols (es wird kein anderer Kohlenwasserstoff der Benzolreihe, als Cymol, gebildet), sondern besteht aus Campher, Cymol und höheren Homologen. Auch entstehen hierbei geringe Mengen von Methyl- und Aethyljodid. Ueber das Terebenthendichlorhydrat. J. de Montgolfier. 2) — Aus dem Dichlorhydrat des Terpentinöls entsteht durch Natrium ein Gemenge zweier Kohlenwasserstoffe: Cio Hio und CioHao- 2 CioHi6.2HCl-f Na-i = 4 ClNa + Cio Hig + Cio H20. Das Rohproduct wurde zur Polymerisation der Kohlenwasserstoffe Cio Hie (Terpilen hat schon Berthelot constatirt bei dieser Rcactiou) mit gewöhn- licher und mit rauchender Schwefelsäure behandelt, wodurch man zuletzt einen bei 170^ siedenden Körper von der Zusammensetzung des Terpilen- hydrürs erhielt. Es ist eine campherartig riechende Flüssigkeit, spec. Gew. bei O*' = 0,8179, bei 17 = 0,8060, also höher als das des Diamylens, von dem es sich auch durch seinen Widerstand gegen Schwefelsäure unterscheidet. *) Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 1756—1759. Chem. News. 39. 284. ^) Ber. d. d. chem. Ges. 13.. 2155; Corresp. aus Paris. Compt. rend. 89. 102—103. •1 1 Q Bodou, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, lieber die Identität der Hydrate des Diisoprens und Kaut- s Chi US mit dem Tcrpin. G. Bouehardat. ^) — Das Diclilorhydrat des Kautscliius CioHic (Destillationsproduct des Kautschuks) ist identisch mit dem Dichlorhydrat des Terpentinöls. Ein gleiches Dichlorhydrat liefert Diisopren (C5H8)2, erhalten durch Erwärmen des Isoprens C5 Hs). Verf. hat jetzt weiter die Hydrate der drei Kohlenwasserstoffe Kautschin, Terpen und Diisopren dargestellt und sie völlig identisch gefunden. Das Terpinol des Kautschins ist identisch mit dem aus Terpentinöl, mag es aus Kautschin selber oder aus dem Dichlorhydrat desselben dargestellt sein. Ebenso ver- hält CS sich mit dem Hydrate des Diisoprens. Daraus folgt aber nicht die Identität der ursprünglichen Kohlenwasserstoffe-, denn während Kautschin und Diisopren dem Tcrpilen sehr nahe stehen und wahrscheinlich mit dem- selben identisch sind, liefert Terpentinöl mit HCl-Gas ein flüssiges Mono- chlorhydrat, was bei Kautschin und Diisopren nicht der Fall ist, Einwirkung der Wasserstoffsäuren auf das Isopren. Wieder- erzeugung des Kautschuks. G. Bouchardat.^) — Verf. hat das Isopren, C5 Hs, das Product der trocknen Destillation des Kautschuks ver- glichen mit dem Valerylen aus Amylalkohol. Gegenüber den Wasserstoff- säuren verhält sich das Isopren wie das Valerylen, es lixirt, wie dieses, ein oder zwei Moleküle Säure, indem es Verbindungen bildet, die entweder identisch oder isomer, im letzteren Falle aber jedenfalls sehr nahestehend, mit denen aus Valerylen sind. Dabei entsteht als letztes Product der Ein- wirkung von HCl auf Isopren auch ein fester Körper mit allen Eigen- schaften des Kautschuks, welcher demnach als ein Polymeres des Isoprens erscheint. Nur das Isopren erzeugt mit Säuren ein elastisches Polymeres, nicht aber das Valerylen. Ueber Einwirkung von Jod auf aromatische Verbindungen mit langen Seitenketten. K. Preis u. B. Raymann. 3) — Verf. er- hielten bei Einwirkung von Jod auf Terpentinöl bei 230 — 250*^ C, eine Reihe von Kohlenwasserstoffen: Hydrüre von Toluol und Xylo], Metaxylol neben wenig Paraxylol, Pseudocumol und Mesitylen, Cymolhydrür, Poly- terpene etc. Ebenso wie das Terpentinöl wird auch das Cymol in eine Reihe von Kohlenwasserstoffen mit Cs — C12 bei derselben Behandlung mit Jod umgewandelt. Ueber das Camphen des Borneols und des Camphers. J. Kachler u. F. V. Spitzer.*) — Verf. fassen die wichtigen Resultate ihrer Arbeit, wie folgt, zusammen: 1) Die aus Campher und Borneol erhaltenen Campheue sind identisch. 2) Die daraus gewonnenen Verbindungen Cio Hi e • H Cl sind sowohl unter einander als auch mit Borneolchlorid identisch. 3) Durch Anlagerung der Elemente des Wassers zu Camphen entsteht Borneol. 4) Der Campher kann als ein Additionsproduct von Camphen und Sauerstoff auf- gefasst werden. 5) Nach diesem erweist sich das Camphen als ein unge- sättigter Kohlenwasserstoff, der den eigentlichen Kern der Körper aus der Camphergruppe bildet. — Dem entsprechend kann auch das Campher- dichlorid CioHicCla als ein Additionsproduct von Chlor und Camphen be- trachtet werden. Von dieser Ansicht ausgehend haben Verf. Chlor auf ^) Compt. rend. 89. 361—364. Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 2261; Corresp. aus Paris. 2) Compt. rend. 89. 1117. ») Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 219. *) Ann. d. Chem. 300. 340—362.! Die Pflanze. 119 Camphen einwirken lassen untl dabei wirklich einen dem Camphcrchlorid ähnlichen Körper erhalten; jedoch ist die Ausführung dieser lleactiou in- sofern erschwert, als das Chlor leicht substituirend auf den Kern wirkt. Bessere Resultate lieferte der Versuch, in der Verbindung CioHie-HCl Wasserstoff durch Chlor zu ersetzen. Es gelang auf diese Weise, einen mit dem Campherdichlorid vom Schp. 155 — 155,5'^ in Eigenschaften und Zu- sammensetzung ganz nahe übereinstimmenden Körper zu erhalten, mit dessen Reindarstellung Verf. noch beschäftigt sind. Zur Kenntniss der Campherchloride. F. V. Spitzer, i) — Gleiche Aequivalente von Campher und Phosphorpentachlorid gaben nach der Pfaundler 'sehen Methode in Reaction gebracht, wobei auf dem Wasser- bade erwärmt wurde, ein bei 60 — 70*^ schmelzendes Product, ein Gemenge von Dichlorid mit unverändertem Campher. 1 Theil Campher gab mit l^/s Theilen PCI5 kein Monochlorid, sondern ebenfalls Dichlorid CioHieClg. Bei der Reaction von 1 Theil Campher auf 2 Aequ. PCla wurden zwei Dichloride ein bei 87,5 — 90** schmelzendes und ein bei ca. 140*^ schmel- zendes erhalten. Letzteres wurde als einheitliches Product erhalten bei Einwirkung von l^/s Theil PCI5 auf 1 Theil Campher in der Kälte nach 12 — I4tägigem Stehenlassen der Reactionsmasse. Es schmilzt bei 155 bis 155, 5<^ C. Es dreht in Essigätherlösung bei einer Flüssigkeitsscala von 200,7 mm und bei 20 <* C. um 7,4** nach links. Ein scharf characterisirtes Monochlorid aus diesem Dichlorid zu erhalten, ist dem Verf. bis jetzt noch nicht gelungen. Campherabkömmlinge. H. E. Armstrong u. Matthews.^) — Bromcampher liefert beim Erhitzen mit Salpetersäure neben Camphersäure ein Nitroderivat. Dibromcampher giebt mit Salpetersäure keine Campher- säure, sondern wird vollständig zersetzt. Durch alkoholisches Kali wird es zu Monobromcampher reducirt, Chlor giebt mit Campher bei lOO** Mono- und Dichlorcampher. Ersteres verhält sich gegen NO3 H wie der Bromab- kömmling und hält bei Behandlung mit alkoholischem Kali das Chlor zurück und tauscht H gegen OH aus. Mit Brom giebt Chlorcampher prachtvoll krystall. Chlorbromcampher. Chlorjod auf Campher giebt Jodcampher. Ueber die Umwandlung der Camphinsäure in Campher. J. de Montgolfier.3) — Verfasser hat 1878 gezeigt, dass Campher durch Oxydation Camphinsäure, eine einbasische Säure, giebt. Diese giebt nun bei der Destillation mit ameisensaurem Kalk Camphor zurück: (Cio Hi5 O2) 2 Ca 4- (HC 0) 2 Ca = 2 Cio Hiü -f 2 CO3 Ca. Camiihinsäure. Aber das Hauptproduct dieser Reaction ist eine bei 230—2350 siedende Flüssigkeit, in welcher der Campher gelöst bleibt, welche die Zusammen- setzung und das Verhalten eines niederen Homologen des Camphers, des Camphrens zeigt. Letzteres ist isomer, nicht identisch mit Phoron. 1) Ann. d. Chem. 196. 259. 2) Chem. News. 39. 284. 3) Compt. rend. 88. 915. -lOf) Bodou, Wiiäser, Atmosphäre, Pfhmzo , Dünger. Zui' Constitution der Caniphcrverbindungen. M. ßallo.i) CII3 C / \ HC CHa Verf. iliscutirt die V. Meyer'sche Formel für Campber: | | die HO C CH2 \ y c C3H7 er für die allen Tliatsachen am besten entsprecbende bält. Campber wäre dann ein tertiärer Alkobol, Borneol dei* zugebürige secundäre, und Mcntbol der zugebörige primäre. Dieser Auffassung zuwider spräcbe unter anderem die Bildung der Campbersäure, einer Säure mit gleicbem Koblenstoffgebalte wie der Campber selber bei der Oxydation des letztern mit Salpetersäure. Verf. bat aber nun naebgewiesen, dass bei encrgiscber wirkenden Oxydations- mitteln, und zwar Cbromsäure, neben Koblensäure und Essigsäure, keine Campbersäure, sondern Adipinsäure entstebt: CioHioO-]-10 0= 2CO2 + C2H4O2 f-C6Hio04-|-H2 oder: CH3 Adipinsäure H I C = C — CH2 COOK — CH2 — CH2 1 I --flOO= I -|-2C02-f C2H4O2+H2O. C = C — CH2 COOH — CH2 — CH2 I I Adipinsäure OH C3H7 Campber Die Salpetersäure vermag die Oxydation nicbt weiter als bis zur Car- boxylirung der zwei exponirten Koblenstoffatome zu fübren. Kachler (Ann. Cbem. 164, 90) erbielt aus dem Campbren CoHiiO mit Cbromsäure dieselben Producte. Verf. vermutbet im Campbren ein Homologes des Campbers. Einwirkung wassercntziebender Körper auf die Campbor- säure und die Amide derselben. M. Ballo.^*) Durcb Erbitzen eines Ge- menges von Campbersäure und campborsaurcm Ammonium mit Zinkcblorid wurde ein Koblenwasserstoff CsHm, Campbolen, erbalten, CO2, CO und H2O. Die Rcaction verläuft wesentlicb nacb folgender Gleicbung: Cs Hi4 (C00H)2 =3H20 -f- CO -[- CO2 -j- Cg H14. Ein kleiner Theil unter- liegt einem complicirteren Zersetzungsprocesse und liefert einen Koblen- wasserstoff C20H32, Campboterpen. — Einleiten von NH3 in eine Lösung von Campborsäure in absol. Alkobol lieferte das Ammoniumsalz der Cam- IV TT pboraminsäure : C10H14O2 ^z-ixifr • Letzteres liefert beim Destilliren Cam- UiNii4 phorsäureimid. Mit Zinkcblorid erbitzt wurden dieselben Producte Campholen und Campboterpen erbalten, wie oben. Erbitzen des campboraminsauren Ammoniums mit wasserfreier Pbospbor- säure lieferte endlicb das erwartete Nitril: C10H14N2. Leider konnte das- selbe aus Materialmangel nicbt weiter untersucbt werden. 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1597. *) ibid. la. 324. Die Pflanze. J21 < Oxydation des Camplicrclilorids CioHiüCla mit Salpetersäure von ge- wöhnlicher Concentratiou ergab Camphorsaure und einen Körper C2.1H35CIO3. Studien über die Verbindungen aus der Camphergruppe. J. Kachler.^) Ueber den Borneocampher. Einwirkung von Salpetersäure auf Borneol. (Resultat: Campher, identisch mit dem natürlichen). Einwirkung von PCI5 auf Borneol. Ueber das künstliche Borneol (aus Canipher). Künstliches Borneol mit NO3H und mit PCI5. Ueber diese schon anderweitig im Auszuge gegebenen Untersuchungen wurde schon früher kurz berichtet (cf. d. Jahresber. 1878» p. 162). Aus denselben ergibt sich eine weitere Bestätigung der Mont- golfier'scheu Ansicht, dass das natürliche Borneol mit dem künstlichen aus Campher dargestellten Borneol identisch sei, Ueber ein vom Carapher derivirendes Camphen und die S'ynthese seiner Homologen. F. V. Spitzer. 2) (s.d. Jahresber. 1878» p. 161). Ueber die Isomeren des Borneols. J. de Montgolfier 3) hat früher gezeigt, dass der rechtsdrehende Campher durch Wasserstoffaufnahme in zwei Borneole übergeht, von denen das eine rechtsdrehend und beständig, das andere linksdreheud und unbeständig ist , indem es sich wieder in rechtsdreheudes verwandelt. Verf. hat nun versucht, aus liuksdrchendera Campher ein unbeständiges Rechts -Borneol zu erhalten. Verf erhielt von Bcrthelot einige Gramm Krapp-Camphol. Dieses wurde successive in Campher, dann in Camphol und endlich wieder in Campher umgewandelt, welcher sich mit jenem identisch erwies. Folgendes sind die Beobachtungen mit altern zusammengestellt über den Rechtscampher: Krappcamphol (a) d • — 36,15'^ Rechtscampher (a) d . -{- 37 Campher — 42,43« Campher + 43« Camphol daraus ... — 11,31 '^ Camphol daraus . . . -|- 10** Campher regenerirt . . — 41,00 *> Campher regenerirt . . -j- 43<* Ferner constatirte Verf. das Vorkommen von Camphol in den meisten Camphern. Sie entsprechen in ihrem Drehungsvermögen nicht dem Campher, den sie begleiten. IM. Phenole, aromatische Alkohole, Aldehyde und Säuren, (Gerbstoffe). Ueber das ätherische Oel von Origauum hirtum Link und das Cretisch-Dostenöl des Handels. E. Jahns.'^) Das Cretisch- Dostenöl aus Orig. hirt. Link ist röthlichgelb, dünnflüssig und besitzt einen angenehm aromatischen, thymianähnlichen Geruch. Durch fractionirte Destillation wurde daraus ein bei 236 — 237^ (corr.) siedendes Phenol er- halten, das sich mit Carvacrol, CeHsCHs OHC3H7 , identisch erwies (Sulfosäure, bei Oxydation des letzteren mit MnOg -|- SOi H2 wurde Thy- mochinon erhalten, mit PCls behandelt lieferte das Carvacrol Chlorcymol, das bei der Oxydation die Chlortoluylsäure Schp 194 — 195« gab, mit P2S3 lieferte es Cymol etc. etc.). Das untersuchte Oel bestand im wesentlichen aus einem Gemenge von Carvacrol (50—60%) und einem oder mehreren 1) Ann. d. Chem. 197. 86. 2) ibid. 197. 126. 3) Ber. d. d. chem. Ges. 13. 21.55; Corresp. aus Paris. Compt. reud. 89. 102 u. 103; Chem. Ctrbl. 1879. 613. *) Arch. d. Pharm. 15. 1. J22 Bodou , Wasser, Atmosphäre, IMlauzc , Dünger, Tcriioncu und ciifliielt vielleicht eine geringe Menge Cymol. Ausserdem war noch in ganz geringer Menge eine tiüchtige Säure und ein mit Eisencblorid rothviolettc Ileactiou gebendes Phenol darin nachwcisbai'. Carvacrol wurde hier zum ersten Male als IJestandtheil eines ätherischen Oeles nachgewiesen; Verf. vermuthet, dass auch im Oel von Thymus Serpyllum Carvacrol ent- halten ist. lieber einige Derivate des Resorcins und Orcins. V. Merz und G. Zetter. 1) Synthese des Phloroglucins. L. Barth und J. Schröder.^) Dieser im Pflanzenreich so verbreitete Körper wurde nach einer Methode dargestellt, die sowohl den Körper sehr leicht zugänglich macht, als auch über die aromatische Natur desselben, die bisher öfters in Abrede gestellt wurde, keinen Zweifel mehr lässt. Beim Schmelzen von Phenol mit Natron- hydrat entsteht in grosser Menge Phloroglucin, neben Resorcin und Brenz- catechiu und in geringer Menge Dipheuole. Verf. geben für das Gemisch von Brenzcatechin, Resorcin und Phloroglucin 10 — lö^/o an, die ziemlich gleichförmig auf die drei Körper vertheilt erscheinen. Eine zweite noch interessantere Synthese des Phloroglucins fanden die Verff. im Schmelzen der Benzoltrisulfosäure Senhofers mit Natronhydrat. Beim Schmelzen der letzteren Säure mit Kalihydrat wurden nur ein und zwei Sulfosäurereste durch Hydroxyl ersetzt, d. h. nur eine Phenoldisulfosäure und eine Bihydroxyl- bcnzolraonosulfosäure erhalten. Bei Versuchen auch die dritte Sulfosäure- gruppe durch Hydroxyl zu ersetzen, wurde die Substanz stets vollständig verbrannt. Schmilzt man dagegen Benzoltrisulfosäure mit Natrouhydrat, so erhält man 25 — 30*^/o der theoretischen Ausbeute an Phloroglucin. Ueber die Oxydation des Resorcins zu Phloroglucin. L. Barth und J. Schreder.3) Wie Verf. früher aus Phenol durch Schmelzen mit Natronhydrat Phloroglucin erhielten, so erhielten sie dasselbe auch durch Schmelzen von Resorcin mit Natronhydrat. Ferner entsteht dabei ein Tetroxydiphenyl , ein Diresorcin, das in mancher Beziehung Aehnlichkeit zeigt mit dem Sappanin, das Barth aus dem Sappanholzextracte neben Resorcin und Brenzcatechin dargestellt hat. Die Ausbeute des Phloro- glucins aus Resorcin beträgt 60 — 70^0 des angewandten Resorcins. Studien über Chinasäure, Chinon und damit verwandte Sub- stanzen. 0. Hesse.*) Nur das auf Chinasäure Bezügliche dieser Arbeit soll hier berücksichtigt werden. Die Chinasäure krystallisirt wasserfrei. Ein- wirkung von Essigsäureanhydrid liefert ein bei 124" schmelzendes acetylirtes Anhydrid und zwar Tetraacetylchinid : CtHg (C2H30)4 05. Aus der Proto- catechusäure , die durch Einwiikung von Brom auf Chinasäure entsteht, konnte kein Hydrochinon erhalten werden. Uebrigens hat Verf. bei letz- terer Reaction noch eine zweite nicht weiter untersuchte Säure erhalten. Einwirkung von concentrirter Salzsäure auf Chinasäure bei 140 — 150*^ liefert Hydrochinon (keine Protocatechusäure resp. Brenzcatechin) und Paraoxybenzoe- säure: 1) C7H12O6 == C7 He O3 -|- 3 H2O Chinasäure Paraoxybenzoea. 2) 2C7H12O6 = 2C6Hg02 -}- CO2 -}- C -f 6H2O. Beim Schmelzen Chinasäure Hydrochinon 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 2035. 2) ibid. 13. 417. 3) ibid. 13. 505. *) Ann. d. Chem. 300. 232. Die Pflanze. 123 vuu CLiiiasäuic mit Natronliydrat wird ProtocatccliUBiiuie und keine Spur von Oxysalicylsäure oder Hydrocbiuoncarbonsäure gebildet. Ueber den im Agaricus atrotomentosus vorkommenden c hin onart igen Körper. W. Thörner.i) (cf. erste Mittbeil. d. Jabresber. 1878. p. 143.) Verf. bespricht zunächst das Spectrum der rothen alkoholischen Chinonlösung. Die Ammoniakverbindung des Cbinons, erhalten durch Versetzen einer alkoholischen Lösung des Cbinons mit Ammoniak, stellt ein grünes Pulver dar, das in verd. Alkohol und Wasser sich mit violetter Farbe löst. Versetzt man diese Lösung mit Lösungen von Metallsalzen, so entstehen Fällungen von mehr oder weniger schön gefärbten Lacken. Der Bariumlack wurde analysirt und scheint ein Gemenge von neutralen und sauren Salzen zu repräsentiren: CuIlGOiBa und CiiHvOiba. — Oxydation mit verdünnter Salpetersäure lieferte neben geringen Mengen eines gellten Nitrokörpers Pikrinsäure und Oxalsäure. Reduction mit Zink- und Salzsäure lieferte neben einem gclbgrauen krystallinischen Pulver (Hydrochinon?) einen iu weissen Nadeln krystallisirendcn Körper vom Schp. 162—164"^. Verf. vermuthet in dem Cbinon ein Methyldioxynaphtochinon: yCE-6 Ci H3 = O2 \(0H)2 Benzoesäure wurde von Löw^) in den Preisseibeeren nach- gewiesen. Verf. weist darauf hin, dass dieser Körper die Ursache sein könnte, warum die Preisseibeeren so lange der Fäulniss widerstehen. Im Wiesenheu hat 0. Löw^) Chinasäure aufgefunden. Ueber einige Derivate der Tropasäure. A. Ladenburg.*) Fittig fasst die Tropasäure als eine a. Phenyläthylidenmilchsäure: CH3 I OH C<;pQQTT auf. (Ann. Chem. 195. 145). Versuche zur Synthese derselben CeHs aus Acetophenon mit Blausäure gelangen bis jetzt nicht. Beim Erhitzen der Tropasäure auf 160 **, mit rauchender Salzsäure bei 180 " u. s. w. entsteht aus Tropasäure das Tropid, ein zähflüssiger Syrup. Tropasäureäther aus dem Silbersalz ~|- Jodäthyl wurde dargestellt. Behandlung der Tropasäure mit Phosphorpentachlorid und Eingiessen des Reactionsproductes in Wasser lieferte die Chloratropasäure Schp. 85 ^. Zu- sammensetzung C9 H7 CIO2. Ueber die Bestandtheilc der ätherischen Oele einiger Ericeen. H. Köhler.^) Oel von Gaultheria punctata: optisch in- dififerent. Sdp. 223 ** (corrig.) ganz gleich zusammengesetzt wie das Oel aus Gaultheria procumbens, also zu 99 "/o Salicylsäuremethyläther. Oel von Gaultheria leucocarpa: ebenfalls identisch mit dem Wintergrünöl. Beiträge zurKenntniss der Polyporsäure. C. Stahlschmidt. ß) Die Polyporsäure (cf. d. Jabresber. 1877. p. 171) liefert bei Behandlung mit Kalilauge unter Entfärbung zwei Verbindungen, worunter eine neue ^) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1630. 2) Journ. f. pr. Chem. (N. F.) 19. 312. 3) ibid. 19. 309. 4) Ber. d. d. chem. Ges. 13. 947. 5) ibid. 13. 246. 6) Ann. d. Chem. 195. 365. ■j 24 Boden, Wasser, Almosiihäro , Pflanze, Diingor. Siliirc, C11II9O2, die Ilydropolyporscäure. Sclip. 162 — 163«'. Sic ist ein- basisch. Die zweite Verbindung, die aus Polyporsäuie mit Kalilauge erhalten wurde, soll den Schp. 156" und die Formel C10H9O haben (unpaarc Il-atora- zahlV d. Ixef.). Verf. stellte eine Silberverbindung CioHsAgO (V d. 11.) dar. Mit NO3 II liefert Polyporsäure eine Nitropolyporsäure, mit HCl und ClOjK einen bei 109 — 110" schmelzenden Körper C0IIGCI2O, der sich mit erwärmter Kalilauge unter Zimmtöl- und Bittermantelölgeruch zersetzt etc. Einer zweiten Chlorverbindung, bei derselben Keaction erhalten, gibt Verf. die Formel C9 H7 CI2 O2. lieber eine auffallende Zersetzung des salzsauren Phenyl- äthylamins. M. Fileti u. A. Piccini. ^) Erhitzt man das Chlorhydrat des Reductionsproductes vom Amygdalin oder von der Bittermandelül- essenz: C6n5.CH2.CH2.NH2 zum Sieden, so destillirt Styrol, während die Substanz sublimirt und sich an dem Halse des Kolbens ansetzt. Aus der lieissen wässrigen Lösung setzen sich Krystalle des salzsauren Diphenyl- äthylamins ab. Die' Reaction verläuft demnach nach folgender Gleichung: I. 2 Ce H5 CH2 . CH2 . NH2 . HCl = CINH4 + (Ce H5 CH2 . CH2)2 NH . HCl. n. Ce H5 CH2 . CH2 . NH2 . HCl =:: CINH4 + Ce H5 CH = CH2. Ueber das Rotationsvermögen des Styrolens. Berthelot ^) macht darauf aufmerksam, dass er den Namen Styrolen für den Kohlen- wasserstoff Cs Hs vorgeschlagen hat. Dieser besitzt das Drehungsvermögen ebenso wie das isomere Metastyrolen; diese Eigenschaft verschwindet aber bei Regeneration des Styrolens aus dem Metastyrolen durch Erhitzen. Ueber das Daphnetin. Carl Stünkel. '^) Daphnin wurde ge- wonnen aus dem im Handel vorkommenden Extracte der Seidelbastrinde (Extr. Daph. Mez. spir.). Aus diesem Daphnin wurde durch Lösen in Alko- hol, Kochen, Zufügen von Salzsäure, Eindampfen auf dem Wasserbade, Aus- kochen mit Wasser, fraktionirtes Fällen des Daphnetins mit Bleizucker, Zersetzen mit Schwefelwasserstoff, Entfärben mit Thierkohle reines Daphne- tin gewonnen. Es ist löslich iu kochendem Wasser und in heissera ver- dünnten Alkohol, fast unlöslich in Chloroform, Aether, Benzol, Schwefel- kohlenstoff. Durch längeres Digeriren mit HCl bei 100" wird es zersetzt. Es ist löslich in Alkalien, von denen es nach längerem Stehen au der Luft zersetzt wird. Ebenso verhalten sich die Lösungen in Barythydrat, Kalkhydrat und die Bleinicderschläge. Silbernitrat und alkalische Kupferoxydlösung wird reducirt. Neutrale Eisenoxydsalze färben grün. Schp. 253 — 256 ". Formel: C9H6O4. Kalischmelze gab keine Resultate. Essigsäureanhydrid gab Monacetyldaphnetin. Schp. 129 — 130". Einwirkung von Brom lieferte ein Tetrabrommonacetyldaphnetin. Schp. 290^. Zersetzt sich beim Schmelzen. Monobenzoyldaphnetin Schp. 149 — 150". Verf. fasst das Daphnetin als ein Dioxycumarin auf. Es wurden zwar nur Monacetyl-, resp. Benzoylderivate gewonnen, aber Verf. weist darauf hin, dass bei mehratomigen Phenolen die Hydroxylgruppen sich nicht immer gleich leicht durch Acetyl etc. ersetzen lassen. Ueber das Umbelliferon und einige seiner Derivate. Ferd. Tiemann u. C. L. Reimer.'^) Verf. haben die vollständige Identität des Acetylumbelliferons mit dem acetylirten Cumarin, das Tiemann u. Lewy aus 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1308. ^) ibid. la. 840. ") ibid. la. 109. *) ibid. 12. 993. Die Pflanze. 125 ResorcylakleLyd durch Ei'hitzeii mit Essigsäureauhydrid und Natriumacctat erhielten, bewiesen. Dieses Aceturabelliferon hat demnach die Formel: /O 1 CgHs — CH = CH — CO — I und dem Umbelliferon , welches deragemäss \0(C2 Ha 0) als ein vom Resorcin sich ableitendes Oxycumarin zu betrachten ist, kommt /O 1 die Formel: CeHs— CH = CH — CO —I zu. \0H Das Umbelliferon wurde gewonnen durch trockene Destillation eines alkoholischen Extractes von Galbanumharz. Feine weisse Nadeln, die sich in ca. 100 Theilen siedenden Wassers, in kaltem, kaum, in Aether schwer und in Alkohol leicht lösen. Schp. 223 — 224". Die Lösung des Umb. in conc. SO4 H2 zeigt starke blaue Fluorescenz. Durch Erwärmen mit Alkalien, OH in denen sich U. leicht löst, wird es in Urabellsäure: CeHsCH^CH — COOH OH umgewandelt, die zum Umbelliferon in derselben Beziehung steht, wie die Orthocumarsäure zum Cumarin. Durch Natriumaraalgara geht sie in die Hydroumbellsäure über. Acetumbelliferon Schp. 140^, geht mit Alkalien zunächst in Umbelliferon, dann in Umbellsäure über. Beständiger selbst gegen concentrirte Alkalilaugen ist das Methylumbelliferon: 1 CgHsCH = CH — CO — ! aus Umbelliferon, Kalilauge und Jodmethyl und OCH3 Methylalkohol durch Kochen am Rückflusskühler dargestellt. Schp. 114'^. Durch Oxydation der Seitenkette im Umbelliferon oder in Resorcylaliehyd durch Schmelzen mit Kalihydrat wurde eine der Protocatechusäure isomere Dioxybenzoesäure erhalten. Ueber Aldehyde aus Orcin und Abkömmlinge derselben. F. Tiemann u. E. Heikenberg, i) Ueber die Kalischmelze des Rhamnetius. St. Smorawski.^) Als Spaltungsproducte des Rhamnetins beim Schmelzen mit Kali oder Be- handeln mit starkem Ueberschuss von Natriumaraalgam wies Verf. Proto- catechusäure und Phloroglucin nach. Eine der Quercetinsäure von Hlasi- wetz sich ähnlich verhaltende Säure wurde beim Schmelzen mit Kalihydrat jedesmal aufgefunden, aber nur in so geringer Menge, dass sie nicht weiter untersucht werden konnte. Ueber einige Derivate des Methyleugenols. M. Wasser- mann, ^j Verf. hat vergeblich versucht das Methyleugenol in Opiansäure überzuführen. Durch Behandlung des Methyleugenols in ätherischer Lösung mit Brom wurde das bei 77 — 78'' schmelzende Dibromür CiiHi3Br3 02 des Monobrommethyleugenols erhalten. Dieses liefert bei Behandlung mit Zink- feile in alkoholischer Lösung das Monobrommethyleugenol. Sdp. 190**. Dichte = 1,3959. Durch Behandlung des letzteren mit Chlorkohlensäure- äther und Natriumamalgam wurde Quecksilberdimethyleugenol (CnHi3 02)2Hg und Methyleugetinsäure CcH2(OCH3)2C3H5COOH erhalten. Letztere lieferte 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 999. •') ibid. 12. 159.5. 3) ibid. 12. 2081. Conipt. rend. 88. 1206. •jOß Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. bei der Oxydation mit Kaliumpermanganat in allcalisclier Lösung keine Opiansäurc, sondern einen bei 162 — 163 " scbmelzenden Körper von der Formel C12 H12 O5. Zur Constitution der Ellagsäure. H. Schiff. ^) Ueber Digallussäure. H. Schiff hat früher nachgewiesen, dass die natürliche Gerbsäure hauptsächlich aus Digallussäure bestehe und hat letztei-e auch künstlich aus Gallussäure durch Behandlung mit Phosphoroxy- chlorid oder Arsensäure dargestellt. Freda konnte diese Ueberführbarkeit der Gallussäure in Digallussäure mittelst Arsensäure nicht bestätigen. Er erhielt ein stark arsenhaltiges Produkt, welches allerdings wie Tannin mit Chinin- oder Conchiuinsalzen oder Leimlösungeu Fällungen gab, aber nach Entfernung des Arsens diese Eigenschaften nicht mehr zeigte. H. Schifft) weist nun nach, dass das aus der arsenhaltigen Digallussäure (Freda fasst diesen Körper als eine Arsenverbindung auf) gewonnene Chininsalz fast arsenfrei gewonnen werden kann. Pasch. Freda ^) fand jedoch, dass ein so dargestelltes Chininsalz noch 7 — 8^0 Arsen enthalte. Er kommt zu dem Schlüsse, dass der durch Einwirkung von Arsensäure auf Gallussäure ent- stehende Körper, welcher einige der Eigenschaften des natürlichen Tannins besitzt, nichts weiter ist als eine arsensäurehaltige Gallussäureverbindung, aus welcher man durch Entziehung des Arsens wieder die Gallussäure regene- riren kann. Es kann hienach die von Schiff als Digallussäure bezeichnete Substanz nicht erhalten werden. H. Schiff'^) behält sich vor nachzuweisen, in welcher Weise Freda die von ihm erhaltene Digallussäure bei der Reinigung wieder zerlegt hat und welche Verbindung seiner aus Aether krystallisirten Gallussäure beigemengt war. Algarobillo (Algarrobo de Coquimbo), die Frucht von Balsamocarpum brevifolium (Chili) wurde von Godeffroy^) auf ihren Gerbstoffgehalt geprüft. Sie enthält (Samen und Schoten) 59,2 ''/o Gerbstoff, die Schoten allein 68,38^0 Gerbstoff, die Samen sind frei von Gerbstoff. Untersuchungen der Quebrachogerbsäure aus Quebracho Colorado. Pedro N. Arrata.^) Nach Jean'') sind im Quebrachoholze 15,7 ^/o eines von dem der Eichenrinden u. s. w. verschiedenen Gerbstoffs, 3,8**/o einer Gallussäure ähn- lichen Säure und ein gelber Farbstoff enthalten. Der Gerbstoff gibt mit Alkaloiden farblose, mit Leim und Brechweinstein hellfleischfarbene Nieder- schläge, mit Eisenvitriol einen grünlichbraunen, mit Eisenoxydsalzen einen braunen, durch Essigsäure dunkler werdenden Niederschlag. Durch conc. Säuren wird er gefällt, beim Kochen mit verd. Schwefelsäure gibt er keine Gallussäure. "Japanische Gallen (Kifushi). J. Möller.^) Morphologie. Terminali a Catappa L., Terminali a mauritiana L. J. Möller. ^) Mori)hologie. Die ölreichen Samen beider Arten werden auf Ileunion ge- 1) Ber. d. d. ebem. Ges. 12. 1533. ■') ibid. 12. 33. ») ibid. 12. 1576. *) ibid. 12. 1927. "") Ztschr. d. östr. Ap.-Vcr. 18^9. No. 9. Arcb. d. Pharm. 14. 449. ") Annales de la sociedad Cicntitica Argentina. IS"?"?). ') Ding], pol. Journ. 231. 451. «) ibid. 232. 27.5. «) ibid. 232. 276. Die Pflanze. 127 gessen •, ihre Schalen dienen zum Schwarzfärben und die Rinden sind ein vor- treffliches Gerbniaterial. Die erstere enthält 12,27^0 Tannin, während die letztere die bei Rinden unerreichte Höhe von 34,35 % q,uswies. Curtidor-Rinde. J. Möller i) (24 "/o Gerbstoff), ist identisch mit der „Chinarinde von Trujillo" und mit der als Cortex peruviauus und als Huanuco- China und als Beimengung von Carthagena-china hie und da im Handel vor- kommenden Verfälschung. Eine unter dem Namen „Curtidor" in Paris 1878 ausgestellte Rinde war von der ersteren verschiedener Abstammung. Sie enthielt 10,73 % Gerbstoff und war von Weinmannia glabra abgeleitet. Morphologie. IV, Kohlenhydrate und mehrwerthige Alkohole. Chemische Untersuchungen über die Zusammensetzung des Holzes. Tb. Thomsen^) hat gefunden, dass die verschiedenen Holzarten sich auch in chemischer Beziehung wesentlich von einander unterscheiden. Er konnte aus Birkenholz mittelst kalter verdünnter Natronlauge eine sehr grosse (ca. 19 o/o), aus Tannenholz dagegen nur eine Spur einer Substanz ausziehen, die durch Neutralisiren oder durch Weingeist gefällt werden kann. Er betrachtet diese Substanz als Pectinsubstanz und nennt sie Holz- gummi; ihre Zusammensetzung ist CgHioOö. Das Holzgummi ist in kaltem Wasser unlöslich, löst sich in vielem kochenden Wasser (ca. 50 Th.) zu einer beim Erkalten opalisirendcn und sauer reagirenden Lösung, die auf Zusatz von Natronlauge sich klärt. Das Holzgiimmi dreht die Polarisations- ebene stark nach links. Mit Bleiacetat und alkalischer Kupferlösung gibt seine Lösung Niederschläge, Jodtinctur zeigt keine charakteristische Farben- reaction. Es ist derselbe Körper, den Poumarede und Figuier 1847 als eine die Cellulose im Holze begleitende „Pectinsubstanz" beschrieben haben und von welcher später E. Reichardt (1877) angibt, dass sie wohl mit Scheibler's Arabinsäure identisch sei. Aus den Untersuchungen des Verf. scheint indessen hervorzugehen, dass die beiden Stoffe in wesentlichen Punkten von einander abweichen. (Zusammensetzung.) Er hat trotzdem versucht, ob sich das Holzgummi aus Birkenholz nach der von Scheibler für die Darstellung der Arabinsäure aus Rüben angegebenen Methode ge- winnen lässt, aber ein negatives Resultat erhalten. Ueber die Bildung der Hydrocellulose. A. Girard.^) — Diese Verbindung erhielt Verf. früher durch Einwirkung wässriger Säuren auf Cellulose. Sie entsteht aber auch durch Behandlung cellulosehaltiger Stoffe, wie Hanf, Flachs, Jute, Baumwolle, Stroh, Leim, Hollundermark u. s. w. mit gasförmigen Säuren (HCl). Die Körper werden zerreiblich und zeigen alle Eigenschaften der Hydrocellulose. JH, BrH und FIH wirken ähnlich. Aehnlich wirken auch die bei gelindem Erwärmen abgegebenen Dämpfe von NO3H und SO4H2. Nur SO2 und SH2 sind indifferent. Trockene HCl greift trockene Baumwolle nicht an. Der Vorgang erscheint demnach in der That als Hydratation. Ueber die Umwandlung der Hydrocellulose in pulverformige Nitrohydrocellulose. A. Girard. ^) — Ein Gemenge von Cellulose und Hydrocellulose lässt sich ebenso gut nitriren als erstere allein. Das ent- stehende Product hat nahezu die Zusammensetzung der Hexanitrocellulose. *) Dingl. pol. Journ. 332. 373. 2) Journ. f. pr. Cham. (N. F.) 19. 146-1G8. Chem. Centralbl. 1879. 325. 3) Compt. rend. 88. 1322. lier. d. d. chem. Ges. 13. 208.5. *) Compt. reml. 89. 170—173. •jOß Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Am l)csteii l)Cimtzt man zum Nitriren die Hydroccllulosc in ganzen Fasern und pulvert dann erst das Nitroproduct unter Wasser. Ueber Kohlehydrate. A. P. N. Franchimont. i) I. Ueber thierische Cellulose: Die Cellulose aus dem Mantel der Tuuicaten wurde mit conc. Schwefel- säure 24 Stunden sich selber überlassen. Die darauf verdünnte Lösung zeigte sich rechtsdrehend und nach 48 stund. Kochen am Rückflusskühler konnte daraus eine krystallisirte Substanz isolirt werden, die Verf. für völlig identisch hält mit gewöhnlicher Glycose. IL Ueber Glycose: Durch Einwirkung von Essigsäureanhydrid und essigsaurem Natron auf Glycose wurde die Octacetylsaccharose (Diglycose) erhalten. Der Körper wird von Kaliumdichromat in Eisessig fast gar nicht angegriffen, während Glycose unter diesen Umständen sehr leicht oxydirt wird. Verf. schliesst deshalb auf Polymerisation mit Inanspruchnahme der Aldehydgruppe für den neuen Körper. III. Ueber Pflauzencellulose: Fügt man etwas conc. SO4H2 zu einer Lösung von Natriumacetat in Eisessig, in der schwedisches Filtrirpapier sich befindet, so löst sich letzteres unter stürmischer Reaction sofort auf und es konnte ein in feinen, weissen Prismen krystallisirender Körper schliesslich erhalten werden, der bei der Analyse 49,64 C und 5,91 % H und 68,5 > Essigsäure gab. Verf. hält ihn für eine elffach acetylirte Triglycose. Ausserdem erhielt Verf. bei dieser Reaction noch andere nicht weiter untersuchte Körper. Bemerkungen zur Physiologie der Kohlenhydrate. 0. Nasse. 2) — Verf. sucht zu zeigen, dass: 1) die Fermente des Organismus keine Glycose erzeugen, 2) der Zucker, welcher unter Einfluss des Speichels ent- steht, nicht Maltose, sondern noch unbekanntes Kohlenhydrat, Ptyalose, ist, 3) sich zu gleicher Zeit ein reducirendes Achroodextrin bildet, dessen Re- ductiousvermögen aber theilweise beeinfiusst ist durch beigemengte Ptyalose; denn das Reductionsvermögen dieses Dextrins vermindert sich durch suc- cessives Behandeln mit kochendem Alkokol, 4) das Reductionsvermögen der mit Speichel behandelten Stärke nicht über 45 — 47 kommt. Ueber die Umwandlung der Stärke in Glycose durch kaltes Wasser. J. Riban^) bereitet sich nach Mohr's Angaben durch Kochsalz- zusatz eine nicht schimmelnde Stärkelösung (1 Th. Stärke auf 100 Th. Wasser). Nach einjährigem Stehen hat schon die Jodreaction bedeutend ab- genommen und nach 3 — 4 Jahren ist letztere gänzlich verschwunden. In der Flüssigkeit findet sich dann nur noch Zucker (^/lo) und Dextrin (Vio)- Eine solche laugsame Umwandlung finde neben der raschen durch diastatische Fermente ohne Zweifel im Pfianzenorganismus statt. Beiträge zur Kenntniss der Stärke und der Umwandlungen derselben. H. T. Brown und J. Heron.^) — Es wurde gereinigte Kartoffelstärke angewandt und die Umwandlung derselben zu Maltose unter der Einwirkung eines wässrigen Malzauszuges (aus 100 grm. feingemahle- nem, lichtfarbenem Malze -|- 250 grm. Wasser [6 — 12 St. Stehenlassen] 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1938. 2) Pflüger's Archiv. Bd. XIV. 3) Bull, de la soc. chim. de Par. T. XXXI. 10. *) Ann. Chem. 199. IG.»")— 2.53. Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1477, Journ. of the chem. Soc. 35. 596-6.54. Chem. News. 39. 2ö4. Die Pflanze. 129 und darauffolgendes Filtrireu). Verf. erhielten folgende Zwisclieuproducte zwischen Stärke und Maltose (das spec. Drehungsvermögen ist durch [a] y . 3,8»! und die Kupferreductionskraft durch K3,86 dargestellt): Ordnungszahl der Umwandlung [«] r . 3,86 ^ 3586 Entstandenes Dextrin Lösliche Stärke 216,0« — 1. 2. 3. 209,0« 202,2« 195,4« 6,4 12,7 18,9 Erythrodextrin Achroodextrin a ß a 4. 188,7« 25,2 55 ß 5. 6. 182,1« 175,6« 31,3 37,3 55 55 ö 7. 169,0« 43,3 55 s 8. 162,6« 49,3 55 c 9. Maltose 156,3« 150,0« 55,1 61,0 55 55 55 Die Existenz der Körper 2, 3, 4 und 8 halten Verff. für sicher; die von 5 und 6 schliessen sie aus mehreren Andeutungen. Als die wahrschein- lichste Formel der löslichen Stärke nehmen die Verff. lOCiaHaoOio an. Dextrose wird aus Stärke -j- Malzauszug nicht erhalten. Im Uebrigen muss auf das Original verwiesen werden. lieber die Umwandlung von Stärke und Glycogen durch Diastas, Speichel, Pankreas und Leberferment. Musculus und V. Mering. ^) — Bei Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure auf Stärke entsteht, wie bei Einwirkung von Diastas, Maltose. Die krystallisirte Maltose ist in Alkohol schwieriger löslich als Traubenzucker; 100 Theile derselben reduciren ebensoviel Kupferoxyd in alkalischer Lösung wie 66 — 67 Theile Traubenzucker. Ihre Zusammensetzung ist: C12H22O11 -f-H20, ihr spec. Drehungsvermögen = -|~ 149«. Die Maltose wird rein erhalten, wenn man die durch Einwirkung von Diastas auf Stärke gewonnene Lösung zum Syrup verdampft, und mit Alkohol aufnimmt; aus der alkoholischen Lösung wird durch Aether die Maltose gefällt. Ebenso liefert auch Einwirkung von Speichel auf Stärke Maltose (ca. 70 «/oj, geringe Mengen Traubenzucker (ca. 1 «/o) und Achroodextrin, welches alkalische Kupferlösung reducirt; in derselben Weise wirkt auch das pankreatische Ferment auf Stärke. Speichel und Diastas bilden aus Glycogen die gleichen Producte wie aus Stärke. Ueber die Umwandlungsproducte der Stärke. C. O'SuIli- van.2) — Lösliche Stärke: (aj) =:-[-219«5 — 220«; Reductionsvcrmögen K = 3,5 bis 0,78 (Definition des Zeichens K siehe weiter Journ. of ehem. Society. T. IL p. 130. 1876). a. Dextrin: Rothbraune Reaction mit Jodsolution. (aj) = -{- 218«,8 bis 219«,5, K = 0,14 bis 1,80. ß. Dextrine: Reine Jodreaction. Verf. unterscheidet vier /? Dextrine, die er mit ß Dextrin I u. s. w. bezeichnet. Er kommt zu dem Schlüsse, dass alle diese Dextrine das gleiche Rotationsvermögen und das gleiche Reduc- tionsvcrmögen besitzen wie die lösliche Stärke und das a Dextrin. Weiter wird das Achroodextrin y eingehend behandelt. Ueber die Einwirkung der Diastase auf Stärkekleister. A. 1) Ztschr. für physiol. Cham. Bd. 2. p. 403. Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 700. •^) Chem. News. 40. 236-237. Bnll. de la soc. chim. T. XX,XII. Jahresbericht. 1879. 9 1 on Bodon, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Ilerzfeld. ^) — Verf. hat die Natriumverbindung der Maltose dargestellt: Ci2H2iOiiNa. Neben Maltose fand sich in dem in Alkohol löslichen Theil der hydratisirten Stärke noch ein anderer unkrystallisirbarer Körper, der verschieden, besonders in seinen Acetylderivaten , sich zeigte von Erythro- und Achroodextrin, aber identisch ist mit Eondoneau's angezweifeltem y Dextrin. Verf. nennt ihn Maltodextrin. Verf. bestätigt ferner die Angabe von Brücke und O'Sullivan, dass dem Erythro- und Achroodextrin ebenso- wenig, wie dem Rohrzucker ein Reductionsvermögen im eigentlichen Sinne des Wortes zukomme, lieber Acetylirungsversuche bei den Dextrinen wie bei Rohrzucker, Maltose und Dextrose wird Verf. später berichten. Ueber die Kohlenhydrate der Topinamburknolle, besonders das Lävulin. E. Dieck und B. Tollens.^) — Verf. fassen die Resultate ihrer Arbeit in folgenden Sätzen zusammen: 1) In den von den Verff. untersuchten Topinamburknollen war wenig oder gar kein luulin, dagegen waren grössere Mengen Lävulin und eines rechtsdrehenden Zuckers vorhanden. 2) Lävulin besitzt die Zusammen- setzung CeHioOö, welche dem Gummi, der Stärke, dem Dextrin zugeschrieben wird. Es ist optisch inactiv und gleicht im übrigen sehr dem Gummi und Dextrin; es geht mit Hefe in geistige Gährung über. 3) Lävulin gibt beim Kochen mit Schwefelsäure Lävulinsäure. 4) Der aus Lävulin entstehende Zucker reducirt stark Fehling'sche Lösung und besitzt ein spec. Drehungs- vermögen nach links (a) 4d bei 20 "^ C = 52 "^ auf Lävulin und 47 "^ auf Zucker bezogen. 5) Bei der Gährung mit Hefe liefert der Topi- nambursaft reichliche Mengen eines nach einiger Zeit ganz rein schmeckenden Spiritus und sind weitere Versuche im Grossen in dieser Hinsicht sehr zu empfehlen. Vorheriges Er- hitzen mit Schwefelsäure erhöht um etwas den Ertrag. 6) In dem abgegohrenen Safte sind Mannit und Glycerin, einmal auch Bernstein- säure nachgewiesen worden. Ueber ein neues Kohlehydrat. 0. Schmiedeberg. 2) — In der Meerzwiebel (Urginea Scilla Steinh.) findet sich in reichlicher Menge ein dem Achroodextrin äusserlich sehr ähnliches Kohlehydrat, welches indess die Ebene des polarisirten Lichtes stark nacli links dreht und beim Erwärmen mit verdünnten Säuren zum grösstca Theile in Lävulose übergeht. Verf. be- zeichnet diese neue Substanz als Sinistrin. Zur Darstellung des Sinistrins wird gepulverte Meerzwiebel zu einem dünnen Breie angerührt und mit Bleiessig versetzt so lange ein Niederschlag entsteht. Das Filtrat wird entbleit und mit Kalkhydrat im Ueberschuss versetzt, welches das Sinistrin fällt. Der abfiltrirte Sinistrinkalk wird durch Kohlensäure zerlegt; der nach Abfiltriren der vorher erwärmten Flüssigkeit noch in Lösung gebliebene Kalk wird durch vorsichtigen Zusatz von Oxalsäure gefällt; das Filtrat wird mit Thierkohle möglichst entfärbt, bei 40 — 50 ^ massig eingedunstet und zur Ausfällung des Sinistrins mit Alkohol versetzt. Das reine Sinistrin, CgHioOs, ist farblos, amorph und löst sich in Wasser in allen Verhältnissen; es hält Kupferoxyd bei Gegenwart von Alkali in Lösung, ohne es zu ver- ändern; sein spec. Drehangsvermögen {ajr, = — 41,4 ^l Speichel und Diastas sind ohne Wirkung auf das Sinistrin, dagegen wird es beim Erwärmen mit M Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 2120. '^) Ann. d. Ghem. 198. 228—255. '•) Ztschr. t. physiol. Chem. M. 3. 112. Bcr. d. d. cliom. Ges. 13. 704. Die Pflanze. 131 verdünnter Schwefelsäure vollständig in Zucker übergeführt; derselbe ist ein Gemenge von Lävulose und einer oj) tisch inactiven Zuckerart, die beide gleichmässig gährungsfähig sind, und auch Kupferoxyd in alkalischer Lösung in gleichem Masse reduciren. lieber die Bildung einer besonderen Amyloidsubstanz bei einigen Pyrenomyceten. L. CrieJ) — Verf. weist bei Sphaeria Des- mazierei Berk. das Entstehen einer Amyloidsubstanz nach, die im Dunkeln durch chlorophyllfreies Protoplosma gebildet wurde. Die Arbeit ist mehr morphologischer Richtung und der Nachweis der neuen Amylomycin, ge- nannten Substanz ein mikroskopischer und mikrochemischer. Ueber das amyloidartige Aussehen der Cellulose bei den Pilzen. J. de Seynes. 2) Analysen von Sorghozucker und von Maiszucker. H. Pellet. ^) (Proben von der Pariser Weltausstellung 1878.) Sorgho Mais Zucker 93,05 88,42 Glycose 0,41 4,03 Wasser 1,72 1,46 Asche 0,68 1,46 Organ. Stoffe . . . 4,14 3,58 Ueber einige Eigenschaften der Glycosen. Eng. Peligot.^) — Verf. erhielt nach dem Filtriren einer längere Zeit im Kochen gehaltenen Lösung von Glycose und Kalkhydrat, Entfernen des letzteren durch Oxal- säure und Concentriren des Filtrates schöne Krystalle eines neuen Körpers (die Des Cloizeaux gemessen hat C. r. 89. 922). Derselbe hat die Zusam- mensetzung des Rohrzuckers C12H22O11, ohne mit demselben oder überhaupt einer bekannten Zuckerart der Rohrzucker-Gruppe identisch zu sein. Er wird durch Bierhefe nicht in Gähruug gebracht, er schmeckt nicht süss, 100 Th. Wasser lösen ca. 13 Th. bei 15 ^; er ist leicht flüchtig und sehr resistent gegen Oxydationsmittel. Conc. SO4 H2 löst ihn, wie es scheint, ohne ihn weiter zu verändern, Fehling'sche Lösung reducirt erst nach langem Kochen, Bemerkungen über die Saccharosen. Berthelot. ^) — Verf. weist auf grosse Aehnlichkeiten zwischen dem jüngst gefundenen Saccharin Peligot's und der Trehalose hin. Auch die Trehalose ist gegen Schwefelsäure viel resistenter als andere Saccharosen, wie Rohrzucker und Melitose. Während letztere durch Schwefelsäure rasch verändert werden, ist das nicht der Fall bei Trehalose, Melezitose und Milchzucker. Verf. macht schliesslich einige Bemerkungen zur Synthese des Milchzuckers von Demole. Partielle Synthese des Milchzuckers und Beitrag zur Syn- these des Rohrzuckers. E. Demole*^) hat den Octacetyläther der Glycose, den Schütz enberger durch Einwirkung von Essigsäureanhydrid auf Dextroglycose erhielt, verglichen mit dem Octacctjiäther der Saccharose. Schützenberger hielt beide Körper für identisch. Verf. weist nach, dass sie viele Aehnlichkeit besitzen, aber nicht identisch sind. Sie haben gleichen ») Compt. rend. 88. 7.59 u. 985. 2) Ibid. 88. 820 u. 1043 3) Sucrerie beige. 1879. No. 23. Dingl. pol. Journ. 334. 341. *) Compt. rend. 8». 918. 5) Compt. reud. 89. 965. «) Bor. d. d. chom. Ges. 13. 193.f>. Boll. de la soe. rliim. de Par. T. XXXII. 489. 9* ■lOO Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Schmelzpunkt, gleiches spec. Gewicht aber verschiedenes Kotationsvermögen, verschiedene Löslichkeit in Alkohol und verschiedene Verseifungsproducte. Octacetylsaccharose gibt Rohrzucker, mit Alkalien behandelt, Octacetylglycose liefert Diglycosc. Demnach können 2 Mol. Dextroglycose unter Wasserab- spaltung keineswegs den Rohrzucker wieder bilden. — Die Spaltungs- producte von Milchzucker, Galactose und Lactoglycose , erhalten durch Be- handlung des Milchzuckers mit verdünnter Säure, werden getrocknet mit Essigsäureauhydrid behandelt. Das Resultat war ein Octacetyläther und zwar ein Octacetylmilchzucker. Beim Verseifen mit Barythydrat lieferte der Körper Milchzucker. Die Wirkung des Essigsäureanhydrids auf die Glycose erklärt Verf. folgenderraassen : Wenn zwei verschiedene oder ähnliche Mole- küle Glycose sich in Gegenwart eines Eutwässerungsmittels befinden, so ver- wandeln sie sich in ihre Anhydride (Glycosen u. s. w.). Die darauf folgende Einwirkung dieser Glycosenanhydride auf Essigsäureanhydrid würde dann zu einem Aether der Diglycosen führen, ganz auf ähnliche Weise wie Aethylen- oxyd (2 Mol.) Essigsäureanhydrid (1 Mol.) aufnimmt um einen Diglycoläther zu bilden, wie dies Wurtz gezeigt hat. Palmenzucker von Calcutta. P. Horsin D6on.i) — Der in Calcutta aus der Dattelpalme gewonnene Zucker hat folgende Zusammen- setzung: Rohrzucker .... 87,97 Wasser und flüchtige Stoffe 1,88 Reducirender Zucker 1,71 Asche 0,50 Gummi 4,88 Mannit, Fettsubstanz etc. . 3,06 Der Zucker ist gemengt mit 1,70 7o unlöslicher Substanzen, Thon, Sand, organische Reste etc. Der Zucker befindet sich in voller schleimiger Gährung. Dabei werden bekanntlich Mannit und gummiartige Stoffe, die leicht in Glycose überführbar sind, zu gleichen Aequivalenten gebildet. Der Zucker dreht um 93 '^,83 wovon 5,86*^ auf den reducirenden Zucker kommen. Letzterer würde seinem Drehungsvermögen gemäss zusammengesetzt sein ans 1,53 Glycose und 0,18 Lävulose. Das Gummi wurde durch Fällung mit Alkohol dargestellt. Letzteres geht bei der Inversion, wenn man längere Zeit kocht, in Glycose über. Nach fünfmaligem Fällen mit Alkohol waren noch immer 0,523 7o Asche darin. Nach Abzug derselben stellt sich die spec. Drehung auf [oJd = 193,32. Im Rohrzucker findet sich nur wenig Mannit, denn neben der schleimigen Gährung des Zuckers geht eine alkoholische des Mannits vor sich; letzterer findet sich unter den flüchtigen Bestandtheilen des Zuckers. Die mikroskopische Untersuchung lässt zwei Fermente erkennen, eines fadenförmig, das andere kugelig. Aether entzieht dem Rohzucker einen grünlichen Stoff. Zur Kenntniss einiger Zuckerarten. Durch Fällen einer alko- holischen Traubenzuckerlösung mit Natriumalkoholat erhielten früher M. Honig und M. Rosenfeld die Natriumverbindung des Traubenzuckers in weissen voluminösen Massen. In gleicher Weise haben jetzt dieselben Verff. 2) Fruchtzuckernatrium und Milchzuckernatrium dargestellt. Frucht- zuckernatrium: CeHiiNaOe gibt bei lOO** ein Mol. H2O ab. Milchzucker- natriura: bräunliche, amorphe harte Masse, an der Luft rasch zerfliesslich. lieber die Identität des Inosits aus den Muskeln mit den Inositen vegetabilischen Ursprungs. Tanrct und Villiers^) be- *) Journ. des fabr. de sucre. 20. Bull, de la soc. chim. T. XXXII. 125. *) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 46. ") Compt. rend. 86. p. 480. Die Pflanze. 133 weisen diese Identität durch krystallographische Messungen und die Diclite- bestimmuugen. In folgendem sind die Vcrglciclisresultatc dieser Bestimmung gegeben : Winkel Inosit aus Nussbaum- blättern Inosit der Esche Inosit aus grünen Bohnen Inosit aus Muskelfleisch mm mgi p m aip aim 890 135,300 1050 1090,571 1210,341 890,241 1050,2 1090,261 1210,1 890 1350,301 1040,501 1090,100 1210 880,501 1350 1210,201 Dichte 1,524 — 1,535 1,535 lieber die Verbindungen des Traubenzuckers mit Kupfer- oxydhydrat. E. Salkowski. 1) — Mischt man Lösungen von 1 Mol. Traubenzucker mit 5 Mol. Kupfersulfat und 11 Mol. Natriumhydroxyd, so dass die Gesammtmischung nicht unter 0,5 — 1 o/q Zucker enthält und filtrirt vom Niederschlag ab, so ist die Lösung zuckerfrei. Verf. hält gegenüber den Einwendungen von Müller und Hagen (Pflüger's Arch. 17. S. 568) aufrecht, dass der Niederschlag den Zucker in chemischer Bindung enthalte und zeigt, dass dieser Niederschlag in überschüssiger Natronlauge vollkommen löslich ist, während W. Müller und Hagen angeben, dass 1 Mol. Trauben- zucker bei Gegenwart von überschüssigem Alkali höchstens 3,5 Mol. Kupfer- sulfat in Lösung erhalten könne. Ueber die Deshydratation der Kohlenhydrate. A. Gautier^). — Glycose gibt mit Barythydrat auf 240 erhitzt, Essigsäure, Ameisensäure, Oxalsäure, Brenzcatechin und Protocatechusäure in geringer Menge und gleichzeitig eine syrupöse Säure, die nicht nur Milchsäure zu sein scheint. Es entsteht kein Gas und nur wenig Theer. Verf. vergleicht bezüglich der Zersetzungsproducte mit Alkalien die Zuckerarten mit den Catechinen und den Tannineu. Er betrachtet die Catechine als Aldehydphenole, in welchen eine dreiatomige Gruppe wie — CH2 . CO . C. OH =, oder — CH = C(OH) = C (OH) = mit drei von dem Phloroglucin hergeleiteten Gruppen Ce H3 (0H)2 verbunden ist. Gautier zeigt wie man ausgehend von der Formel der Glycose, wie sie Hlasiwetz gegeben hat, durch Wasserentziehung zu der der Catechine gelangen kann und bespricht die Bildung der Tannine und Catechine durch Deshydratation der Kohlenhydrate in den Pflanzen. Ueber die Aetherschwefelsäuren der mehrsäurigen Alkohole und der Kohlehydrate nebst einigen Bemerkungen über die Constitution der letztern. P. Claesson. 3) Bei der Einwirkung von Chlorsulfonsäure auf Aethylenalkohol , Glycerin, Mannit, Erythrit entstehen Aethylendischwefelsäure , Glycerintrischwefelsäure , Erythrittetraschwefelsäure und Mannithexaschwefelsäure. Dulcit liefert Dulcitanpentaschwefelsäure. Bei Einwirkung von Chlorsulfonsäure auf die Kohlehydrate der Glycosegruppe entstehen wahrscheinlich isomere Verbindungen, nämlich Monochloridtetra- 1) Ztschr. f. physich Chem. Bd. 3. S. 79, Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 704. 2) Bull, de la sog. chim. de Par. (N. S.) T. XXXI. 830. 3) J. f. pr. Chem. (N. F.) Bd. »O. p. 1. 1 Q^ Boden, Wasser, Atmosphäro, Pflanze, Düuger. sclivveielsiuu'cn, wenigstens ist diess der Fall bei Dextrose, deren Actlior- scbwcfelsiiurc krystallisirbar ist und folgende Zusammensetzung bat: CH2OSO2OH (CH OS02 0H)3 CHCl CHO Bei Einwirkung von Cblorsulfonsäure auf Robrzucker, Stcärkc und äbn- licbc Koblebydrate w'crden diese erst invcrtirt und dann Aetberscbwcfelsäuren von den dabei gebildeten Glj^cosen erzeugt. Die Aetberscbwefelsäuren der optiscb wirksamen Alkobole und Koblebydrate baben ein bedeutend ver- stärktes Drebungsvermögen nacb recbts. Der Zuwacbs ist derselbe oder nabe derselbe für Dextrose und für Levulose. Fudakowskys Angabe, dass Milcbzucker ein Anbydrid von Traubenzucker und Galactose sei, ist ricbtig. Die aus diesen Untersucbungen sieb ergebende Zusammensetzung für Dext- rose ist die gewöbnlicb angenommene. Dextrin, Stärke und Cellulose geben bei vollständiger Invertiruug nur Dextrose und entsteben dnrch Polymcri- sirung in der Aldebydgruppe und Anbydridbilduug in dem dieser am näch- sten liegenden Atomcomplexe. Einwirkung von Brom auf Robrzucker. 0. Griesshammer i) Gluconsäure erbielt Verf. bei Einwirkung von Brom auf Rohrzucker. Formel : C6H12O7 (bei 100 getrocknet) C6H12O74-2H2O (neben CaCla getrocknet). Ihre Abscheidung aus dem Einwirkungsproduct wurde leicht durch kohlens. Zink bewerkstelligt. Sie bildet einen rotbgelben, rechtsdrebenden, stark sauren Syrup. Salze : Ce lii 1 O7 K -J- 3H2 ; Co Hi 1 NH4 O7 + 6 H2 ; (Cg Hi 1 O7 )2 Ba -f-2Il20 ; (C6Hii07)2Ca-|-2H2 ; (CgHh 07)2Zn-f 5H2 0; (CGHii07)2Pb u. C6HöPb2 07 ; C6Hii07Ag. Nur ^3 des Zuckers wird zu Gluconsäure oxy- dirt, daneben entsteht noch ein dem Fruchtzucker ähnliches Kohlehydrat und ein gummiartiger Körper. Die Säure und ihre Salze sind nicht iden- tisch mit der Gluconsäure, die Hlasiwetz und Habermaun durch Einwirkung von Chlor auf Traubenzucker erhielten. Ueber die Einwirkung von Phosphorpentachlorid auf Zucker- säure und zuckerartige Substanzen. Ch. J. Bell. ^) Ueber die Einwirkung von Phosphorpentachlorid und Jod- wasserstoffsäure auf Zuckersäure. IL de la Motte. ^) Verf. er- bielt wie Ch. J. Bell aus Zuckersäure mit PCI5 Cblormuconsäure und mit JH Adipinsäure. Ueber die Reactionen des Mannits bei Gegenwart von wol- framsaureu Salzen. Klein ^). Monographie der Zuckerarten. F. 0. v. Lippmann. ^) V. Glycoside. Ueber die Synthese des Phenolglycosides und des Ortho- formylphenolglycosides oder Helicins. A. Michael. '') Verf. Hess Acetochlorbydrose (welche Colley 1870 aus Acetylchlorid und Glycose ge- 1) Arch. d. Pharm. (3.) 15. 193—211. '') Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1271. =*) ibid. 13. 1.571. *) Compt. rend. 8J). 484. Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 2267. Corresp. aus Paris. ^) Ztsclir. d. Vor. f. R. z. Ind. 2U. 3.58; 44ü. ^) Compt. reiid. 89. 3.55. 358. Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 2260. Corresp. aus Paris. Die Pflanze. ^35 wann) auf Phenolkalium resp. salicyligsaurcs Kalium einwirken und zwar durcli Zusammenmischen der Lösungen der betreffenden Körper in absolutem Alkohol iu der Kälte. Nach 24 stündigem Stehen hatte sich so z. B. aus Phenol- kalium und Acetochlorhydrose Kaliumchlorid und ein bei 171 — 172" schmelzender Körper gebildet, der durch Kochen mit verd. Salzsäure oder Schwefelsäure in Phenol und Glycose gespalten wurde. Ebenso bei 40 <' mit Emulsiu und durch Kochen mit Kali. Das so gewonnene Orthoformylphenolglycosid ist in allen seineu Reactio- nen identisch mit dem Helicin. — Acetochlorhydrose gibt ferner mit der Natriumverbindung des Saligenins einen Körper, der das Glycosid des Sali- retins zu sein scheint, da er durch Emulsin in Glycose und Saliretin ge- spalten wird. — Analog wirkt Acetochlorhydrose auf Lävulose unter HCl Entwicklung und Essigsäure und Bildung einer krytallinischen Substanz, welche vielleicht Dextrolävulose (Rohrzucker) ist; über Einwirkungsproducte von Acetochlorhydrose mit Acetessigester, Ammoniak etc. soll später be- richtet werden. Bildung mehrgliedriger Glycoside. H. Schiff, i) Verf. be- schreibt einige Derivate des Hell eins, welche als dreigliedrige, in ihrer Constitution dem Phloridzin vergleichbare Glycoside aufgefasst werden kön- nen. So gibt Helicin in warmer, wässriger Lösung mit Amidobeuzoesäure (1.3) eine Verbindung C13 Hie O7 , C7 H7 NO2 , die wohl nur in der Art constituirt sein kann: HOC-(CH . 0H)4-CH.-0-C.H.-CH<^^-^«H^-^^ÖH {m^\>mmm- ölycoserest ßest d. salicyligen Säure Wie das Phloridzin beim Erwärmen mit Säuren in Glycose, eine Oxy- säure und ein Phenol sich zersetzt, so spaltet sich die hier beschriebene Verbindung unter jenen Verhältnissen in Glycose, eine Amidosäure und ein Aldehydphenol. Wir haben hier ein Beispiel von Spaltung in drei Ver- bindungen unter Aufnahme von nur einem Wassermolekül. Analoge Verbindungen des Helicins hat Verf. mit Araidocuminsäure u. Amidosalicylsäure erhalten. — In indirekter Weise können Amidosäuren und zwar auch Amidosäuren der Fettreihen (Glycochol, Leucin etc.) mit Helicin durch schweflige Säure verbunden werden. H. Schiff fasste früher das Amygdalin nicht als Amid sondern als Nitril der Amygdalinsäure auf, nämlich als: C12H14O3IL J^rr pvr Bcl der Spaltung würde es dann zunächst iu Gly- OH cose und Hydrocyanbenzaldehyd : CeHöCH^,^ , das Nitril der Blausäure zerfallen. M. Fileti^) hat versucht durch Wasserstoffaddition die diesen Nitrilen entsprechenden Amine darzustellen. Einwirkung von Zink und Salzsäure auf Amygdalin ergab in allen Fällen das Chlorhydrat : CgHö . CH2 .CH2 .NH2 .HCl. Schp, 217 0. Die freie Base, anfangs ein Oel, das zu einer blättrigen Masse erstarrt, schmilzt bei 101 — 104». Einwirkung von nasc. H auf ein Gemenge von Benzaldehyd und Cyanwasserstoff ergab nur salzsaures Methylamin. Auch gegen Chlor und Schwefelsäure verhalten sich die das Mandelsäurenitril enthaltenden rohen Oele verschieden von dem 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 18. 2032. 2) Ibid. 13. 296. Corresp. aus Turin. Gazz. chim. it. 8. 446—452. 1 ofi Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. bloscil Gemenge von Aldehyd und Blausäure. Im letzteren Falle bildet Chlor nur Chlorammonium und Chlorbenzoylchlorür. Fileti glaubt, dass die verschiedenartigen Resultate, welche bei anscheinend derselben Reaction mit blausäurehaltigem Bittermandelöl von verschiedenen Chemikern erzielt wur- den, in der verschiedenartigen Bcscliafitenheit des Oels und in der mehr oder weniger fortgeschrittenen Spaltung des Nitrils ihre Erklärung finden könnten. lieber die Zersetzung des Pflanzenindicans bei Abschluss der Luft. E. Schunck und H. Römer. ^) Verff. haben die Zersetzung des Indicans durch Salzsäure üjjer Quecksilber im luftleeren Räume vorge- nommen. Es bildete sich ein braungelber Niederschlag, der aber an Chlo- roform kein ludigblau abgab. Wohl aber konnte Glycose nachgewiesen werden. Es liefert demnach das Pflanzenindican durch Salzsäure bei Ab- schluss der Luft zersetzt weder Indigblau noch Indigweiss ebensowenig in einer Wasserstoffatmosphäre. So verhielt sich sowohl das Indican aus In- dicofera tinctoria wie das aus Polygonum tinctorium. Lidigblau bildet sich aber in ansehnlicher Menge, wenn man dem neben Quecksilber befindlichen Gemenge von Indican und Salzsäure Eisenchloi'id zufügt. Ueber die Zersetzung der Rubiansäure durch Salzsäure in Gegenwart von Quecksilber. E. Schunck u. H. Römer. 2) Wird Rubiansäure, das Glycosid des Alizarins, mit Salzsäure neben Quecksilber bei Luftabschluss behandelt, so spielt der Abschluss der Luft keine wesent- liclie Rolle, aber das Quecksilber tritt in die Reaction ein. Verff. erhielten durch Schütteln von Rubiansäure mit starker Salzsäure und Quecksilber in einer Stöpselflasche einen Körper, der keine Spur Alizarin enthielt, der in gelben, glänzenden Schuppen krystallisirt, sich in Alkalien mit gelber Farbe löst, die aber in der Luft rasch in purpurroth übergeht und dann einer alkalischen Purpurini ösung gleicht. Ueber den Zucker des Populins. E. 0. Lippmann. 3) Verf. weist nach, dass die bei der Spaltung des Populins entstehende Zuckerart Glycose ist. (Krystalle CgHisOg+H^O, Schp 86», Anhydrid Schp. 146», Drehungsvermögen, Gährungs versuch, Kupferoxydreduction). Ueber ein neues Glycosid (Bestandtheil von Lupinus lu- tcus). E. Schulze u. J. Barbieri. -i) — (S. d. Jahresber. 1878. p. 165.) Ueber das Glycyrrhizin. J. Habermann. ^) — Das Glycyrrhizin des Handels, Glycyrrhizin ammoniacale, wurde mit Eisessig ausgekocht und heiss filtrirt. Im Filtrat scheidet sich eine Krystallmasse aus, die durch Umkrystallisiren gereinigt wird, zuerst aus Eisessig, dann aus siedendem, hochgradigem Alkohol. Der Körper repräsentirt schwach gelb gefärbte Krystallblättchen, die sich schon bei llö*^ bräunen und erst in hoher Tem- peratur schmelzen. Die Analyse ergab die Formel: C22H33N03. Diese Substanz gibt aber mit Platinchlorid nur Platinsalmiak; die quantitative Bestimmung des letzteren ergab, dass obige Substanz das Ammoniumsalz C44 H62 NO18 (NH4) und zwar das saure Ammoniumsalz einer stickstoft'hal- tigen Säure, der Glycyrrhizinsäure repräsentirt. Diese Säure ist dreibasisch; sie bildet neutrale und saure Salze, von welchen sich das saure Kali- und 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 18. 2311. 2) Ibid. 13. 2312. •'') Ibid. la. 1648. *) Laudwirthschaftl. Vers.-Stat. 34. 1. ^) Ann. d. Chem. 19T. 105—125. Die Pflanze. jgy saure Ammonsalz durch Krystallisationsfähigkeit und intensiv süssen Ge- schmack besonders auszeichnen; es sind wahrscheinlich die Araraonsalze, welche den süssen Geschmack des Süssholzes bedingen. In Chamaelirium luteum hat V. Greene^) ein Glycosid gefunden, das er Chamälirin nennt. Die Wurzel enthält 10 % desselben. Mit conc. SO4 H2 färbt es sich successive orange, carraoisinroth, braun, grün, purpur, schliesslich dunkelgrün. Mit Salzsäure gibt es eine pfirsichblüthrothe Färbung. Mit verd. Salzsäure gekocht spaltet sich das Chamälirin in Glycose und eine weisse harzige Substanz, die Verf. Chamäliretin nennt. lieber das Glycosid des weissen Senfsamens. H. Will u. A. Laubenheime r. 2) — Entöltes Senfmehl (Sinapis alba) wurde mit 3 Th. ca. 85 ^0 tigern Alkohol ausgekocht. Das beim Erkalten aus der Lösung in büschelförmig gruppirten Krystallen sich ausscheidende Sinaibin wurde durch Behandeln mit Schwefelkohlenstoff etc. gereinigt. Ausbeute: ca. 1,5 % des angewandten Senfmehls. Zusammensetzung: C30 H44X2 S2 Oie. Leicht lös- lich in Wasser, fast unlöslich in kaltem absolutem Alkohol, unlöslich in Aether und Schwefelkohlenstoff. Durch Alkalien wird es gelb, durch Sal- petersäure roth gefärbt. Sinaibin reducirt alkalische Kupferlösung (Cu2 gemengt mit Schwefelkupfer). Kochen mit Natronlauge gibt SO4 Na2 und Sulfocyannatrium. In chemischer Beziehung verhält sich das Sinaibin voll- kommen analog dem myronsauren Kalium: Sinaibin setzt sich zusammen aus C7H7O.XCS Siualbinsenföl, (Ci« H24 NO5) HSO4 saurem schwefelsaurem Sinapin und Ce H12 Ou Traubenzucker. Myronsaures Kali gibt mit Silber- nitrat einen Niederschlag C4 H5 NAg2 S2 O4. Bei der Zersetzung der letz- teren in Wasser mit Schwefelwasserstoff entsteht unter gleichzeitiger Ab- scheiduug von Schwefel Allylcyanid: C4 H5 NAg2 S2 O4 -(- H2 S = C3 H5 — CN -1- S + Ag2 S + H2 SO4. Die wässerige Lösung des Sinalbins gibt mit Silbernitrat allmälig einen Niederschlag, ein Gemenge von zwei Verbindungen; er enthält in Form von Silberverbindungen Siualbinsenföl und Sinapin. Die Sulfocyan - Gruppe ist darin nicht fertig gebildet, sondern entsteht erst beim Erwärmen oder unter dem Einflüsse einer starken Base wie Ammoniak. Wird der in Wasser auf- geschlämmte Silberniederschlag mit SH2 behandelt, so entsteht S und Ag2S, während saures schwefelsaures Sinapin und eine Verbindung von der Zu- sammensetzung Cs H7 NO in Lösung gehen. Der Körper Cs H7 NO wird durch Umkrystallisiren aus Benzol gereinigt. Er krystallisirt in monosym- nictrischen (Krystallmessungen von Bodewig) Blättchen oder Tafeln, Schp. 69". Der Körper löst sich leicht in Aether, Alkohol, heissem Wasser und heissem Benzol, ebenso in Alkalien. Beim Kochen mit Alkalien entwickelt sich Am- moniak und es entsteht aus der auf diese Weise erkannten Cyanverbindung eine Säure : C7 H7 — CN + 2 H2 = C7 H7 — CO2 H + ^Ha. Die Säure ist einbasisch, schmilzt bei 144,5'J und steht der von Salkowski dargestellten Paraoxyphenylessigsäure, Schp. 148", nahe. Sie gibt beim Erhitzen mit Aetznatron ein Kresol, das beim Schmelzen mit Kalihydrat Salicylsäure . . , , ^ , ,_ 1 • •■ n TS /CH2COOH liefert, sie ist demnach Ortho oxyphenylessigsaure ^g"4.<^qtt • — ») Americ. Journ. of Pharmacy. Vol L. 4. Ser. Vol. VIII. 1878. p. 280 u 465. Arch. d. Pharm. 14. S'S u. 471. 2) Ann. d. Chem. 199. 150-164. 23g Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Aus wässeriger Sinalbinlösuiig fällt mit Quecksilberclilorid allniälig ein Nieder- schlag aus, der aus dem Doppelsalz des Sinapiiichlorids mit Quecksilber- chlorid: CiG H23 NO5 HCl-j-HgCl2 und einem schwefelsauren Salze besteht, welch' letzteres wie oben mit SH2, neben Schwefelquecksilber und saurem schwefelsaurem Sinapin, auch Schwefel und die oben beschriebene Cyanver- binduug C7H7O.CN, (CeH^^^Qjj^-^^j liefert. Die vom Quecksilbernieder- schlag abfiltrirte Flüssigkeit enthält noch Zucker. In analoger Weise wie das myronsaure Kalium spaltet sich das Sinaibin unter dem Einfluss des Myrosins : C30 H44 N2 S2 O16 = C7 PI7 . NCS + C16 H23 NO5 . H2 SO4 + Co H12 Oe. Siualbin Sinalbinsonföl saiir. Schwefels. Sinapin Zucker. Ueber die Formel des Quercitrins und des Quercetins. C. Li eher mann u. S. Hamburger. ^) — Verf. geben zunächst auf Grund von Analysen sorgfältig gereinigten Materials dem Quercitrin die Formel Cau H38 O20 und dem Quercetin die Formel C24 Hi 6 On. Damit stehen auch die Spaltungsrcsultate in vollem Einklänge. Letztere stimmen sehr gut mit der Gleichung: C3G Hss O20 -j- 3 H2 = 2 Ce H14 Oe ~\- C24 Hie Ou , welche 60,7G % Quercetin und 46,08 % Isodulcit verlangt. - Ferner wird die Behauptung Lowe's, dass das Quercitrin nicht ein Glycosid, sondern ein Hydrat des Quercetins sei, experimentell widerlegt. Hierdurch verlieren auch Lowe's Schlüsse, dass Rutin und Robinin gleichfalls keine Glycoside seien, ihre Bedeutung. Zur weiteren Coutrole der Formeln der Quercitronfarb- stoflfe wurden folgende Derivate derselben dargestellt: Acetylquercetin, C2 4 Hl 4 Oll (C2 H3 0)2, Schp. 196—1980, Bibromquercetin C24 Hi4 Br2 On, Bibromacetylquercetin C20 H12 Br2 (C2 H3 0)2 On , Schp. 218^, Quercetiu- natrium C24 H14 Na2 On; ferner Tetrabromquercitrin C36 H34 Br4 02o- Spal- tung desselben mit verdünnter Schwefelsäure lieferte Isodulcit und Tetra- bromquercetin: Gau H34 Br4 O20 -j- ^ H2 := 2 Ce H14 Oe -|- C24 H12 Br4 On, Tetrabromdiacetylquercetin C24 Hio Br4 (C2 H3 0) 2 On , Schp. 226—228 «, Quercitriukalium C3GH36K2O20. Das Quercitrin enthält demnach dieselbe Zahl (2) saurer Hydroxyhvasserstoffe wie das Quercetin. Dieses erscheint auffallend, da nach der allgemeinen Annahme in den Glycosiden die Zucker- reste mittelst der Hydroxylsauerstoffe ätherartig an die Säurereste ge- bunden sind. Verfasser weisen nun hier wieder, wie schon früher beim Xanthorhamnin, bei dem dasselbe statt hat, darauf hin, dass au der Salz- bildung der Glycoside vielleicht zum Theil die Zuckerhydroxyle betheiligt sind. Metallverbindungen der Zuckerarten sind ja bekannt und gerade der Isodulcit gibt ebenfalls mit Natronhydrat in alkalischer Losung eine Ver- bindung: CeHi2Na2 06. Aus den Formeln der Quercitroufarbstoffe und der Farbstoffe der Gelbbeeren ergeben sich einige Beziehungen: Ehamnetin: C12 Hio O5 resp. C24H18O10 und Quercetin C24Hi6 0n. Der Unterschied in der Löslichkeit des Xanthorhamnins und des Quercitrins (das erstere ist in Wasser zerfiiesslich . das zweite in der Kälte schwer löslich), während doch beide sehr ähnliche Farbstoffe und denselben Zucker enthalten, erklärt sich jetzt daraus, dass auf die gleiche Menge Farbstoff (je 1 Mol. von 24 At. Kohlenstoff' gerechnet) im Xanthorhamnin 4, im Quercitrin nur 2 Isodulcit- moleküle kommen und die grössere Zahl derselben dann dem Glycosid eine grössere Löslichkeit als die kleinere verleihen muss. 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 1178. Die Pflanze, 139 Aus dem alkoholischen Extract von Tcucriuni fructicaiis hat A. Og- lialoroi) erneu bei 80 — 85*^ schmelzenden, fettähnlichen Kohlenwasserstoff und ein krystallisirtes Glycosid, das Teucrin, abgeschieden. Letzteres entspricht der Formel C21H24O11 oder C21 H26 On und' krystallisirt aus Eisessig in bei 228 — 230** schmelzenden Radeln. Beim Kochen mit ver- dünnter Schwefelsäure wird neben Glycose als Spaltungsproduct eine noch nicht genauer untersuchte Säure erhalten. Beim Kochen mit verdünnter Salpetersäure entsteht neben Oxalsäure und Weinsäure eine Säure CsHgOs, welche aus heissem Wasser in bei ISO*^ schmelzenden Prismen krystallisirt. Es wird noch näher untersucht, ob diese Säure vielleicht mit einer der be- kannten Oxytoluylsäuren identisch sei. Aus dem Samen des Ammi Visnaja, eines in Untcrcgypten unter dem Namen Kell bekannten Samens, hat Ibrahim Mustapha^) durch Be- handlung mit frisch gelöschtem Kalk, Extrahiren mit Alkohol, Verdampfen, Extrahiren mit Aether, Abdestilliren des Aethers, Aufnahme mit heissem Wasser, heisses Filtriren, ein krystallisircndes Glycosid erhalten, das er Kellin nennt. Feine, seidenartige Nadeln, bitter, wenig löslich in kaltem Wasser, leicht löslich in heissem Wasser, Alkohol, Aether etc. Es ist ein Brech- und narkotisches Mittel. Ueber das Scillain. E. v. Jarmersted.^) — Die Meerzwiebel (Urgiuea Scilla, Steiuh.) enthält eine nach Art der Digitalis wirkende Ver- bindung, die in Form eines amorphen, weissen Pulvers erhalten wurde. Das Scillain ist ein stickstofffreies Glycosid, das in Wasser sehr wenig, in Al- Icohol leicht löslich ist. Beim Kochen mit verdünnten Säuren wird Zucker abgespalten. 1 — 2 mg Scillain genügen, um Hunde und Katzen zu tödten. Ueber Solauin und seine Zersetzungsproducte. A. Ililger.*) (S. d. Jahresber. 1877, p. 151.) VI. Fettreihe: Einwerthige Alkohole, Aldehyde, Ketone, Fettsäuren, Ester, Fette etc. Ueber das Vorkommen von Aethylalkohol, Aethylbutyrat und Paraffinen im Pflanzenreich und über Ileraclin. H. Gut- zeit s) hat schon früher (cf. d. Jahresber. 1875 u. 1876. p. 140) Acthyl- und Methylalkohol in ziemlich bedeutender Menge in den Destillations- wässern der Früchte von Heracleum gig. hört., Pastinaca sativa L. und Anthriscus Cerefolium Hoffm. aufgefunden und einen Aether des Aethylal- kohols, den Buttersäureäther, in den niedrigst siedenden Theilen des Hera- cleumöls. Verf. sucht nun dem Einwände zu begegnen, dass sich Aethyl- oder Methylalkohol in den untersuchten Früchten erst aus den Aethern durch Einwirkung des Wassers gebildet hätten. Frisch gepflückte Früchte von Heracleum gig. bort, wurden mit alkoholfreiem Aether extrahirt und ^) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 29G. Corresp. aus Turin. Gazz. chim. ital. 8. 44()— 446. 2) Compt. rend. 89. 412. Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 2266. Corresp. aus Paris. ■'') Ber. d. d. ehem. Ges. 13. 2165. i. Exe. aus Arch. f. experirn. Pathol. u. Pharmacol. Bd. 11. S. 22. *) Ann. d. Chem. 195. 317. s) Chem. Centralbl. 18'y9. 727: aus d. Ztschr. f. Naturwiss. Jena. 13. 1. Suppl. H. 1. Sitzungsber. d. Jen. Ges. f. Med. 1879. Nov. Ber. d. d. chem. Ges. 13. 2016. lAQ Bodon, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. wieder gelang es, freien Aetlij'l- nnd Metliylalkoliol nachzuweisen. Ausser- dem wurde in den ätherischen Auszügen Aethylbutyrat aufgefunden und Kohlenwasserstoffe C^lhn, und zwar ein bei 66 — 71" schmelzendes Paraffin und ferner ausser den Octyl- und Hexyläthcrn eine bei 185*^ C. schmelzende Substanz, das Heraclin. Letztere und die Paraffine fanden sich nicht nur in den jungen Früchten von Heracleum gig., sondern auch in denen von Heracleum Sphondylium L. und in Pastinaca sativa L. Das Heraclin hat die Zusammensetzung C32 H22 Oio. Seideglänzende, weisse Nadeln, unlöslich in Wasser, leicht löslich in Chloroform, schwer in Aether, in 60 Theilen siedendem absolutem Alkohol. Ueber den Japan talg. A. Meyer. ^) — Pharmacognostische Mit- theilung. Das sogen. Japanwachs, Japantalg, besteht nicht, wie angegeben wird, wesentlich aus palmitinsaurem Glycerin, sondern ist ein Gemenge ver- schiedener Glycei'ide. Der wesentlichste Bestandtheil des Wachses ist Pal- mitinsäure, ausserdem jedoch enthält es noch eine weit höher als Stearin- säure schmelzende Säure und in kleiner Menge eine ölige Säure, die beide nicht in reinem Zustande dargestellt werden konnten. E. Buri. 2) Untersuchungen über das Kömisch-Kamillenöl. R Fittig.3) — Weitere Ausführung der schon früher anderweitig veröifentlichten Unter- suchungen von H. Kopp (cf. d. Jahresber. 1875 und 1876. p. 143 und 1877. p. 127) und J. Köbig (cf. d. Jahresber. 1877. 128). Weitere Untersuchungen über die Angelicasäure und die Tiglinsäure hat A. Pagen- stecher unter Fittig's Leitung ausgeführt. Die beiden Säuren lassen sich am besten durch ihre Kalksalze von einander trennen; das tiglinsäure Salz ist in kaltem Wasser schwer löslich, das angelicasäure sehr leicht. Auch nach dieser Methode werden ziemlich gleiche Mengen beider Säuren erhalten, ein neuer Beleg zu Gunsten der Ansicht, dass beide Säuren schon im Römisch -Camillenöl enthalten sind. Einwirkung von rauchender Bromwasserstoffsäure auf Tiglinsäure lieferte die Bromhydrotiglinsäure CöHgBrOa Schp. 66 — 66,5**; dieselbe Säure wurde aus Angelicasäure bei derselben Behandlung erhalten. Bromhydrotiglinsäure mit kohlensaurem Natrium behandelt lieferte Pseudobutylen: C4H8 Br — COONa = C4 Hg -f- CO2 -|- NaBr. Bloses Erhitzen mit Wasser lässt aus der Säure wesentlich unter Zurück- bilduug der Tiglinsäure BrH frei werden und die Spaltung in Pseudobutylen erleidet nur ein geringer Theil der Säure. Wasserstoff im Status nasc. gibt mit Bromhydrotiglinsäure Hydrotiglinsäure C5H10O2 Schp. 177 0. Bei — lO« nicht fest. Sie ist wahrscheinlich identisch mit der Aethylmethylessigsäure. — Einwirkung von Brom auf Tiglinsäure und Angelicasäure liefert eine und dieselbe Säure C5H8Br2 02, die Dibromhydrotiglinsäure Schp. 86 — 86'*,5. Bei der Zersetzung durch siedendes Wasser und durch kohlensaures Natrium liefert sie Brombutylcn C^ H7 Br. Einwirkung von nascirendem Wasserstoff auf Dibromhydrotiglinsäure lieferte Tiglinsäure, auch als Dibromhydrotiglin- säure aus Angelicasäure angewandt wurde. — Daran knüpft Fittig Be- trachtungen über die Constitution der Tiglinsäure und der Angelicasäure. Die Constitution der Angelicasäure muss demnach noch als offene Frage an- gesehen werden. ^) Arch. d. Pharm. 15. 97—128. 2) Ibidi 14. 403. •■') Ann. d. Chem. 195. 79-128. Die Pflanze. j^^ lieber eine neue in Agaricus integer voj-kommeude orga- nische Säure. "W. Thörner. i) — Verf. hat aus 100 grm. getrockuetem Ag. integer 190 — 200 grm. Manuit hergestellt. Dieser Schwamm dürfte also ein gutes Material zur Darstellung des Mannits abgeben. — Die vom Mannit abfiltrirten , dunkelbraunen, alkoholischen Lösungen enthielten eine Säure, die in weissen Nadeln, Schp. 69,5 — 70*^ krystallisirt. Ihre Zusammen- setzung ist C15H30O2. Leicht löslich in Aether, Benzol, Toluol, Schwefel- kohlenstoff, Chloroform, heissem Alkohol und Eisessig, schwerer löslich in Ligroin, kaltem Alkohol, unlöslich in Wasser. Die Ba-, Ca-, Mg-, Pb- und Ag-salze, aus der Lösung des Ammonsalzes gefällt, sind weisse, flockige Nieder- schläge. Die vorliegende Säure scheint einbasisch zu sein und den Fett- säuren, wahrscheinlich der Essigsäurereihe anzugehören. — Alkaloidartige Körper konnten bis jetzt in dem Schwämme nicht nachgewiesen werden. Ueber das Vorkommen von Tricarballylsäure und Aconit- säure im Rübensafte. E. 0. v. Lippmann, ^j — In der frischen Rübe konnte niemals Tricarballylsäure nachgewiesen werden. Verf. hat nun als Begleiter des Zuckers im Rübensafte Citronensäure, Aconitsäure und Tri- carballylsäure aufgefunden. Die Gegenwart der Tricarballylsäure (Schp. 165 — 168*^) in den Niederschlägen aus Verdampfapparaten, nicht aber im Rübensafte, bestätigt Friedr. Weyr.^) Ueber die Säure der Drosera intermedia. Gottlieb Stein.*) — Da bezüglich der Natur der Säuren in Drosera intermedia die ver- schiedensten Angaben existiren (Aepfelsäure , Ameisen-, Propion-, Butter-, Citronensäure etc. etc.), hat Verf. kurz vor der Blüthezeit gesammelte Pflanzen von Drosera interm. darauf hin untersucht. Er konnte nur mit aller Sicher- heit Citronensäure nachweisen und vermuthet, dass alle Droseraceen Citronensäure enthalten. VII. Aetherische Oele, Bitterstoffe, Harze etc. Das ätherische Oel der Eucalyptus-Arten. Osborne.^) — Die Blätter der Eucalyptus-Arten, von denen bekanntlich jetzt vielfach Eucalyptus globulus zur Desinficirung von Fieberdistricten cultivirt wird, enthalten ein ätherisches Oel, das ein höheres Lösungsvermögen für Harz besitzt und daher für die Lackfabrikation sehr geeignet ist. Vor dem Terpentinöl hat es den Vorzug, dass es angenehmer riecht. Nach den Unter- suchungen von Bosisto enthält das Laub von E. amygdalina 3,13, E. oleosa 1,250, E. goniscalyx 1,060, E. globulus 0,719, E. obliqua 0,500 «/o ätherisches Oel. Die Asche des Holzes der Eucalyptus-Arten enthalten zwischen 5 — 27 ^o Kali. Im ätherischen Oel von Origauum hirtum hat E. Jahns") wie überhaupt in den verschiedenen unter dem Namen Ol. Orig. cret. bekannten Oelen ausser Terpenen (Schp. 172 — 176**) als Hauptbestaudtheil (50 — 80%) Carvacrol aufgefunden. Neben demselben ist in geringer Menge ein anderes, mit Eisenchlorid violette Farbenreaction gebendes Phenol und 1) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1635. 2) Ibid. 12. 1649. ») Ibid. 12. 1651. Ztschr. d. Ver. f. R.-Z.-Ind. *) Ber. d. d. ehem. Ges. 12. 1(50.3. t*) Ding], pol. Joiirn. 234. 283. Scientif. Americ. Suppl. 18*79. 294i «) Arch. d. Pharm. 15. 1. -14.0 Boden, Wasser, AtmosiihUrc, Pflanze, Düugor. eine flüchtige Säure darin enthalten. Carvacrol wurde eingehend charakterisirt (cf. d. Jahrcsber. 1870. p. 121). G. B e 1 1 u c c i ^) berichtet über die ozonisirenden Eigenschaften von ätherischen Oelen, Kohlenwasserstoffen, von Blumen und anderen wohlriechen- den Pflanzentheilen, von Alkoholen und Aldehyden, von künstlichen Parfum's u. A. Er findet im Allgemeinen intensivere Wirkung im directen Sonnen- lichte und viele Substanzen wirken ozonisireud im Lichte, nicht aber im Dunkeln. Bei einzelnen Oelen wurde beobachtet, dass die durch Insolation eingeleitete Organisation im Dunkeln fortdauere, während ohne Insolation im Dunkeln keine Wirkung wahrnehmbar war (Lavendelül, Bergamottöl, Nelkenöl, Petroleum). Daran knüpft Verf. Betrachtungen über die Ver- wendung und Verbreitung von Riechstofleu in öffentlichen Gärten u. s. w. lieber Linaloe-Holz. J.Möller, ^j — Morphologische Beschreibung. Beitrag zur Entstehungsgeschichte der Harze und zur Chemie der ätherischen Oele. Dragendorff. 3) lieber das Verhalten des Ammoniakgummiharzes bei der Destillation über Zinkstaub. G. B. Ciamician.'^) — 1 kgrm. des gummifreien Harzes gab beim Destilliren mit Zink im Wasserstoff etwa ungefähr 450 ccm. eines braunen aromatisch-ätherisch riechenden Oeles. In der Fraction 180- — 200^ desselben fand sich ein Körper, der den Siede- punkt 190 — 192^ und die Formel C9H12O hat. Derselbe gibt nach dem Behandeln mit alkoholischem Natriumhydroxyd bei 200 — 250 ^ ein Phenol von der Formel Cs Hio 0, beim Schmelzen mit Kalihydrat Salicylsäure, mit HCl oder JII Chlor- resp. Jodmethyl. Der Körper ist demnach der Methyl- äther des Orthoäthylphenols. — Ferner wurde in den Destillationsproducten vom Ammoniakgummiharze mit Zinkstaub nachgewiesen: ein bei 13G — 138^' siedender Kohlenwasserstoff CgHio (Gemenge von Meta- und Paraxylol), ein bei 160^ siedender Kohlenwasserstoff C9H12 (Metaäthyltoluol), dann in der letzten Fraction des ursprünglichen Bohdestillates nach dem Kochen mit metallischem Natrium ein bei 235"^ siedender Körper, der mit Chromsäure- mischung oxydirt, wenig Benzoesäure, Essigsäure und vielleicht auch etwas Propionsäuie gab. Es ist wahrscheinlich ein aromatischer Kohlenwasser- stoff, ein höheres Homologes dos Benzol, vielleicht Heptylbenzol. — Die Beductionsproducte des Ammoniakgumniiharzes sind demnach sehr verschieden von jenen, welche aus den sog. Terpenharzen entstehen. Es ist namentlich von Interesse, dass die höher siedende Partie des Rohdestillates, welche in allen Fällen die Hauptmasse desselben bildet, beim Ammoniakgummiharz aus einem hochmolekularen Kohlenwasserstoffe der Benzolreihe besteht, während die hochsiedenden Fractionen des Zinkstaubdestillates der Abietin- säure und des Elemiharzes Kohlenwasserstoffe der Naphtalinreihe (Naphtalin, Methyl- und Aethylnaphtalin) enthalten. Es erscheint daher als ein charak- teristisches Verhalten dieser Harze, sowie wahrscheinlich aller sog. Terpen- harze überhaupt, dass sie bei der Reduction Kohlenwasserstoffe der Naph- talinreihe liefern. Beiträge zur Kenntniss der Abietinsäure. 0. Emmerling.^') 1) Ber. d. d. ehem. Ges. lä. 1(j99. Corresp. aus Turin (Aniiuario dcll' Universltä di Perugia). -) Ding], pol. Journ. 234. 468. =>) Arch. d. Pharm. 15. 50. *) Bcr. d. d. cbeni. Ges. 15. Iß58. ") Ibid. 12. 1441. Die Pflanze. 143 — Verf. erhielt beim Celiaudelu der A. mit Essigsäureanhydrid ein syrupöses nicht weiter untersuchtes Acetylderivat. Einwirkung von Brom: gebromte Abietinsäure, C.uHeaBi'aOö Schp. 1340. Bei der Destillation der Abietin- säure mit Chlorzink wurden ähnliche Producte gewonnen, wie bei der Destillation des Colophoniuras für sich. Ein braunes Harz von den Eigen- schaften des letzteren lieferte die Einwirkung von Jodwasserstoff auf Abietin- säure. Von schmelzendem Kali wird A. so gut wie nicht angegriffen. Oxy- dation mit Kaliumpermanganat lieferte Kohlensäure, Essigsäure und Ameisen- säure; Oxydation mit Chromsäure gab Essigsäure neben wenig Trimellithsäure. Chicle, ein Harz von einem zu den Sapotaceen (Mexico) gehörigen Baume wurde von Prochaska und Endemaun^) untersucht. Es enthält: Harz 75,0, Oxals. Kalk mit SOiCa und phosphors. Kalk 9,0, Arabin 10,0, Zucker 5,0, in Wasser lösl. Salze von Ca, Mg und K 0,5 "/o. Das Harz lässt sich mit Schwefelkohlenstoff ausziehen. Es ist ein Gemenge verschiede- ner Körper. Mit siedendem Alkohol (72 ^lo) lösen sich zwei 0-haltige Körper CioHieO und C20H23O (? D. Ref.). Der Rückstand besteht aus zwei Kohlenwasserstoffen der allgemeinen Formel C10H16. Gardenin. J. Stenhouse und C. E. Groves. ^) — Das aus Deka- maligummi, einer Ausschwitzung von Gardenia lucida, gewonnene Harz liefert bei Extraction mit Alkohol das in Nadeln krystallisirende Gardenin, dem die Formel C14H12OG zukommt. — Das Dekamaligummi im Dampfstrora destillirt liefert ein bei 158'^ siedendes Terpen CioHiu. — Bei Oxydation mit verd. Salpetersäure in Eisessiglösung entsteht aus dem Gardenin die Gardeniasäure Schp. '223^ (Zersetzung), Formel: CiiHinOc. (Hicbei bildet sich kein Trinitrophenol.) Dargestellt wurde die Acetylverbindung Ci^HsO« (CäHsO)^. Durch wässrige schweflige Säure wird Gardeniasäure in die Hydrosäure C14H14OG übergeführt. Schp. 190*^. Ueber Balsamum antarthriticum Indicum. B. Hirsch. 3) Harz und Gummi des Gummigutt. David Costelo.*) Das Gummigutt besteht aus Harz und Gummi in wechselnden Mengen. Das Harz ist sehr spröde, röthlichbraum, durchscheinend und von saurer Re- action. Es ist Gambogasäure C20H23O4 (? D. Ref.) Gibt mit Basen Salze. Aus dem Milchsaft von Lactuca canadensis erhielt H. Flowers &) bei 79*'C. schmelzende Nadeln von Lactucarin, geschmacklos, löslich in siedendem Alkohol, Petroleuraäther, Aether, Chloroform; ferner wurde auf- gefunden in dem Milchsafte das Lactucin, Lactucasäure und Lactu- 00 pi kr in. Lactucin: unlöslich in Wasser, löslich in Alkohol und Essig- säure, stark bitter, weisse Schuppen etc. Analyse und Rcindarstellung der Körper wird nicht augegeben. In der Rinde von Carya tomentosa, Nuttal, fand Fr. R.Smith '5) einen 1) The Pharm. J. and Transact. III. Sor. No. 469 u. 478. IS'^O. p. 1045 u. 10(37. Arch. d. Pharm. 15. 264. 2) Ann. Chem. 300. p. 311. Cbem. N. .39. 283—284. Chcm. See. .38. 688—696. ») Arch. d. Pharm. 15. 27. *) Americ. J. of Pharm. Vol. LI. 4. Sor. Vol. IX. 1879. p. 174. Arch. d. Pharm. 15. 5.53. ß) Americ. J. of Pharm. Vol. LI. 4. Ser. Vol. IX. 1879. p. 34.3. Arch. d. Pharm. 15. .5.55. «) Arch. d. Pharm. 15. 146. -iAA. Boden, Wasser, Atmosphäre, PHanze, Dünger. queicitriiiähnliclic]! Körper, Caryin, etwas Tannin und Zucker, Harz, Gummi und Stärke scheinen zu fehlen. Die Asclienmenge hetrug 2*yo. Ueber die Cotoriuden und ihre charakteristischen Bestand- t heile. J. Jobst und 0. Hesse.') Ausführliche Zusammenfassung aller Arbeiten der Verf. über diesen Gegenstand, (cf. d. Jahresber. 1877* 166 etc.) Ueber Naringin. (Hesperidin de Vrij.) Das sog. Hesperidin de Vrij, der Bitterstoff aus Citrus decumana ist völlig verschieden von dem Hesperidin Lebreton's aus den Oi'angen. Verf. nennt jenes jetzt auf Vor- schlag Flüekigers Naringin. Es ist nicht identisch mit dem in den Pome- ranzen enthaltenen Bitterstoffe, dem noch nicht isolirten Aurantiin (Brandes). Verf. theilt seine und de Vrij's Beobachtungen über das Verhalten dieses Körpers, sowie dessen Unterschiede von Hesperidin, Limonin und Mur- rayin mit: die empirische Formel desselben ist: C23H26O12 -f- 4 H2O. E. Hoffmann. 2) Nach E. Paternö und Oglialoro^) sind Limonin (aus verschiedenen Citrusarten) und Columbin (aus Menispermum palmatum) trotz ihrer nahe übereinstimmenden Zusammensetzung, doch nicht identisch, wie dies C. Schmidt für wahrscheinlich gehalten. Sie geben Notizen über die Darstellung beider Körper und fanden den Schp. des Limouins zu 275**, denjenigen des Colura- bins zu 182 ö. Limonin löst sich in Kalilauge unverändert, während Columbin beim Kochen mit Kalilauge eine Säure entstehen lässt. Dagegen vereinigt sich Limonin mit Baryt zu einer Verbindung, welche zwar durch Kohlensäure nicht zersetzt wird, aus welcher aber stärkere Säuren unver- ändert