» I - V y. l^^^- ~ H^a ^■^ ^ 1 «^ *v:-^ ■?^^v^-.r-^'=^:«'* THE UNIVERSITY OF ILLINOIS o LIBRARY i 580.5 OS V50 The person charging this material is re- sponsible for its return on or before the Lotest Date stamped below. Theft, mutilation, and underlining of books are reasons for disciplinary action and may result in dismissal from the University. UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY AT URBANA-CHAMPAIGN L161— O-1096 OSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. REDIGIRT UND HERAUSGEGEBEN VON D»* RICHARD R. v. WETTSTEIN PROFESSOR AN DER K. K. UNIVERSITÄT IN WIEN. L. JAHRGANG. MIT 17 TEXTILLUBTKATIONEN (65 EINZELFIGUREN) UND 11 TAFELN. Vs^IEN. VERLAG UND DRUCK VON CARL ÖEROLD'S SOHN. 1900. bU>C> OS V, Co ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHBIFT. Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. L. Jahrgang, N"- 1. Wien, Jänner 1900. [Intersuchungen des Pollens hybrider Pflanzen. Von A. Jenciö (Wien). Durch Bastartirung — das ist durch Kreuzung von Indivi- duen verschiedener Arten — wird im Pflanzenreiche im Allgemeinen eine Herabsetzung der Fertilität erzeugt. Und zwar erfolgt dadurch nicht nur eine Verminderung der Fähigkeit, keimfähigen Samen auszubilden, sondern es wird auch eine Herabsetzung der Befruch- tungsfähigkeit des Pollens herbeigeführt. Diese beiden Thatsachen sind schon seit langer Zeit bekannt.^) Wie weit jedoch Kreuzung eine Verminderung der Fertilität zur Folge hat, war allerdings lange hindurch strittig; die extremsten Anschauungen fanden da- durch Vertreter, dass es Botaniker gab, welche die Bastarte für stets vollständig unfruchtbar erklärten, andererseits aber wieder solche, die die Sterilität der Bastarte leugneten. Wenn ich die Gelegenheit, eine Anzahl hybrider Pflanzen bezüglich der Sterilität ihres Pollens zu untersuchen, nicht vorbei- gehen Hess, so geschah dies aus folgenden Gründen: In neuerer Zeit ist der Fruchtbarkeit, resp. Unfruchtbarkeit der Bastarte eine grössere Bedeutung beigelegt worden durch das Auftreten einiger Theorien, welche die Neubildung von Formen im Pflanzenreiche im Wesentlichen auf Bastartirung, resp. ganz im Allgemeinen auf Kreuzung zurückführen. Ich meine damit in erster Linie die unter dem Namen der „Kerner'schen Vermischungstheorie" bekannte Lehre, welche bezüghch des Pflanzenreiches auf ähnlichen 1) Vergl. insb. W. 0. Focke: Die Pflanzenmischlinge. Ein Beitrag zur Biologie der Gewächse. Berlin, 1881, und die dort erwähnte Literatur; ferner von späteren Arbeiten: Murbeck, Svante: „Neue oder wenig bekannte Hybriden in dem bot. Garten Bergieluud (Hortus Bergianus)". Acta horti Bergiani, Bd. 2, Nr. 5 Stockholm 1894. ^ ' g , , . . Hildebrand Friedr. : „Ueber einige Pflanzenbastartirungen". Jenaische Zeitschr. _ für Naturw. XXIII. 1889. pag. 413—549. Bot. C. B. XL. pag. 46. Ljungströra Ernst: „Eine Primula-Excursion nach Moen" im Bot. Centralblatt XXXV. 1888. pag. 181 — 183. Oesterr. botan. Zeitschrift 1. Heft. 1900. 1 5047CÖ Anschauungen basirt, zu welchen Weissraan auf zoologischem Gebiete schon früher bei Ausarbeitung seiner Amphimixis-Lehre gelangte. ^) Eine Beurtheilung der allgemeinen Richtigkeit, resp. des Grades der Anwendbarkeit dieser Theorien macht Detailunter- suchungeu über den Einfluss der Bastartirung auf die Fertilität, so- wohl des Pollens als auch der Ovula nothwendig. Meine Unter- suchungen sollen einige Beiträge liefern, sie beschränken sich lediglich auf den Pollen. Was die Methode meiner Untersuchungen anbelangt, so habe ich zunächst eine Anzahl lebender, zweifelloser Hybriden des Wiener botanischen Gartens -) bezüglich der Fertilität des Pollens untersucht. Später brachte mich ein am Wiener Schneeberge selbst gesammelter Soldanella-Basiart, den ich durch fünf Tage zwischen Papier aufbewahrt hatte, so dass er äusserlich schon vollkommen trocken erschien, dessen Pollen bei der Untersuchung aber nichts- destoweniger vollkommene Frische, resp. Quellbarkeit zeigte, auf die Idee, auch trockene Bastarte in den Bereich meiner Unter- suchungen zu ziehen. Frischer, eben gereifter Pollen normaler Pflanzen quillt, so- bald man ihn in reines Wasser bringt, stets auf, ja treibt sogar, wie seit lange bekannt ist und speciell Lidforss^) zeigte, Schläuche. Ich habe daher bei meinen Untersuchungen diejenigen Pollen- körner, welche nach längerem Liegen im Wasser als nicht quellungsfähig sicherwiesen, sondern verschrumpft blieben, als steril aufgefasst. Dass ich zu dieser Auffassung berechtigt war, ergab eine Reihe von Versuchen, die ich mit dem Pollen eines Senijjervivum -B2i8iSLVtes {S. montanum L. X Wulfeni Hoppe) anstellte. Ich nahm circa 1 ccm gewöhnliche Pepton-Nährgelatine für Bakterien, verdünnte dieselbe mit dem gleichen Volumen Wasser, theilte sie in drei gleiche Theile, setzte zu dem einen je drei Tropfen einer 1^, zu dem anderen je drei einer 2%, zum dritten je drei einer 3% 1) A. Kern er: „Können aus Bastarten Arten werden". Oesterr. botan. Zeitschrift, XXI. Bd. pag. 34. Wien 1871. A. Kerner: Pflanzenleben. IL Leipzig. 1891. A. Weissmann: Amphimixis. Jena 1891; vergl. auch: 0. Drude: „Ch. Darwin und die gegenwärtige botan. Kenntniss von der Entstehung der Arten". Sitzungsber. und Abhdlg. der naturwiss. Gesell- schaft Isis in Dresden. Jahrg. 1882. pag. l'db — 146. Wettstein, R. v : „Neue Anschauungen über die Entstehung der Arten im Pflanzenreiche". Schriften des Veieines z. Verbreitung naturwiss. Kenntnisse. Bd. XXXVII. Wien 1896/97. pag. 333—355. 2) Einige Cirsien und Orchideenbastarte aus Tirol verdanke ich der Güte des H. Prof. v. Wettstein. 3j Lidforss, Bengt. : „Zur Biologie des Pollens" in Pringsheim's Jahrb. f. wiss. Bot. XXIX. 1896. pag. 1—38. Nach Vollendung dieser meiner Arbeit erschien: Lidforss, Bengt.: „Weitere Beiträge zur Biologie des Pollens". Pringsheim's Jahrb. f. wiss. Bot. Bd. XXXIII. 1899. pag. 232-312. Zuckerlösung zu, vertheilte diese Nährgelatine in flaciien Tropfen auf Objectträger und gab in jeden Tropfen den Pollen einer Anthere, indem ich dafür Sorge trug, dass derselbe möglichst gleichmässig vertheilt war. Diese Objectträger wurden in eine vorher sterilisirte feuchte Kammer gebracht und nach 24 Stunden durchgemustert. Es zeigte sich, dass sämmtliche Pollenkörner, die gequollen erschienen, auch einen Schlauch getrieben hatten, der sich ins- besondere in der mit 1% Zuckerlösung versetzten Nährgelatine durch beträchtlichere Länge auszeichnete, während die verschrumpften ganz unverändert geblieben waren. Indem ich bloss die im Wasser nicht aufquellenden Pollen- körner als steril auffasste, habe ich jedenfalls Zahlen erhalten, die keineswegs zu hoch bemessen sind, da es ausgeschlossen erscheint, dass die geschrumpften, im Wasser nicht aufquellenden Pollenkörner geeignet gewesen wären, Pollenschläuche zu treiben, während es ja möglich wäre, dass auch aufquellenden Körnern diese Fähigkeit abgegangen wäre. Um Durchschnittswerthe bezüglich der Fertilität des Pollens zu bekommen und um die einzelnen Beobachtungen mit einander vergleichen zu können, stellte ich sie in der Weise an, dass ich die fertilen und sterilen Körner eines Gesichtsfeldes bei der Com- bination eines ßeichert'schen Oculars IV und eines Objectivsystemes 3 (Vergrösserung c. 120) zählte und wenigstens acht solcher Zählungen ausführte. So weit es das Material zuliess, nahm ich auch stets Pollen verschiedener Individuen desselben Bastartes, um auf diese Weise auch individuelle Variationen in Rechnung ziehen zu können. Schhesslich sei es mir gestattet, Herrn Professor v. Wett- stein für die Anregung zu dieser Arbeit, sowie auch für seine Unterstützung während derselben, meinen verbindlichsten Dank auszusprechen. Beobaclitiiugeii. A. Lebende Pflanzen. Orchideae, ^) 1. Gymnadenia nigra (L.) Rehb. X G- odoratissima (L.) Rieh. = Gymnadenia Heufleri A. Kerner. ^) Eines der drei untersuchten Exemplare stammte aus dem Sondesthale bei Gschnitz in Tirol, war jedoch im Wiener botani- 1) Es ist nicht unmöglich, dass für Orchideen meine Art und Weise der Untersuchung keine geeignete ist, da es keineswegs ausgeschlossen erscheint, dass die Pollinarien, auch wenn sie nicht keimfähigen Pollen enthalten, den- noch in ihrer Gänze aufquellen. Bei Zusammenstellung der Ergebnisse aus meiner Arbeit habe ich daher die Orchideen nicht berücksichtigt. — Anderseits stünde das Ergebniss der geringen Herabsetzung der Futilität bei Orchideen- Hybriden in Uebereinstimmung mit den Beobachtungen anderer, vgl. z. B. Pocke: Pflanzenmischlinge, S. 477. ^) A. Kerner in Verhandlungen d. zool. bot. Gesellschaft. Bd. XV. S. 225, sub Nigritella. — R. v. Wettstein: Untersuchungen über „Nigritella angustifolia Eich.''. Ber. d. deutsch, botan. Gesellschaft. 7. Bd. pag. 306. 1* sehen Garten zu Blüte gelangt, die beiden übrigen wurden unter den Stammarten von Professor v. Wett stein im August 1. J., am Blaser bei Trins in Tirol, ca. 2000 ra hoch, gesammelt. Die Pollinarien des ersteren sowohl als auch die der beiden letzteren Individuen waren vollkommen normal ausgebildet und ich konnte keinen Unterschied zwischen den Pollinarien der Bastarte und denen der Staramarten nachweisen. 2. Gymnadenia conopea (L.) R. Br. X G. nigra (L.) Rchb. := Gymnadenia suaveolens (Vill.) Wettst. Ich fand bei zwei Exemplaren des Bastartes, die ebenfalls von Professor v. Wettstein am Blaser bei Trins in Tirol ca. 2000 m, zwischen den Stammarten gesammelt wurden, ebenso wie bei den an derselben Stelle gesammelten Stammeltern, wohl ausgebildete, anscheinend ganz normale Pollinarien. Caryophyllaceae. 3. Saponaria caespitosa DO. X 'S', lutea L. := Saponaria Wiemanni Fritsch. ^) Die untersuchte Pflanze war ein Originalexemplar aus dem Wiener botanischen Garten. Ich fand 84-21% sterile Pollenkörner. 4. Sajwnaria caespitosa DG. "X S. ocymoides L. = Saponaria Boissieri, Sünderraann. ^) Originalexemplar des Wiener botanischen Gartens. 80-10% sterile Pollenkörner. 5. Gypsophila petraea (Baumg.) Simk. X G. repens L. = Gypsophila Sündermanni F r i t s c h. ^) Ebenfalls Originalexemplar, zeigte 88*88% sterilen Pollen. Cruciferae, 6. Erysimum Cheiri (L.) Wettst. X E. Pannonicum Or. = Erysimum intermedium Wettst.^) Vegetativ vermehrte Abkömmlinge des Originalexemplares des Wiener botanischen Gartens. Die Untersuchung zweier Individuen ergab 81-84% und 82-42^, mithin im Mittel 82-13% sterilen Pollen. Crassulaceae. 7. Sempervivum montanuni L. X S. aracknoideum L. = Sempervivum harhulatum Schott. Die untersuchte Hybride wurde von G. W. Malj im Ahrn- thal in Tirol zwischen den Stammeltern im Jahre 1894 gesammelt und wurde seither im Prager und Wiener botanischen Garteu cultivirt. Die Pflanze zeigte in ausgeprägtester Weise die morpho- logische Zwischenstellung. 1) K. Fritsch: „Saponaria Wiemanni hybr. nov.". Oesterr. botaii. Zeit- schrift 1897. pag. 2. 2) K. Fritsch: ,,Ueber einige hybride Caryophyllaceen". Oesterr. botan. Zeitschrift 1898. pag. 385. 3) ß. V. Wettstein: „Die Gattungen Erysimum und Cheiranthus". Oesterr. botan. Zeitschrift 1889. pag. 243. Zwei Exemplare hatten 98 • 27 % und 97-67^ sterilen Pollen, mithin im Mittel 97-97%. 8. Sempervivum montanum L. X S. Wulfeni Hoppe :::= Sempervivum Huteri Hausra., gesammelt von Treffer in Luttach (Tirol) unter den Stammarten im Jahre 1896, seither im Wiener botanischen Garten cultivirt. Ich untersuchte zwei Exemplare, das eine zeigte 81*67^, das andere 71 '11% sterilen Pollen, daher ergibt sich als Mittel- Werth 76 '39^. (Fortsetzung folgt.) Ein neues Macerationsmittel für Pflanzengewebe. Von Oswald Richter, stud. pbil. Assistent am pflauzenphysiologischen Institut der k. k. deutschen Universität Prag. Aus dem pflanzenphysiologischen Institute der k. k. deutschen Universität in Prag, Nr. XXVI der zweiten Folge. Die gebräuchlichsten MacerationsmitteP) sind mit Ausnahme der Kalilauge saurer Natur. Mangin^j verwendet NH3, und zwar in schwacher, etwa \Q% Lösuag, nachdem er dünne Schnitte 24 Stunden lang in ein Gemisch von einem Theile Salzsäure und vier bis fünf Theilen Alkohol gegeben hatte. Nach Mangln soll der Säurealkohol aus der ursprünglichen, unlöslichen Pectin- säureverbindung, welche die Mittellamelle zusammensetzen soll, die Pectinsäure freimachen, die sich dann erst in NH3 löst. Aus- drücklich wird dem NH3 die Fähigkeit abgesprochen, direct eine Pectinsäiireverbindung zu lösen, wofür das Eintauchen der Säure- Alkoholpräparate in Kalk- und Barytwasser und hernach beobachtetes Nichtzerfallen der Schnitte als Beweis angeführt wird. Es scheint daher von einigem theoretischen Interesse zu sein, dass NH3 in concentrirter Lösung direct Gewebe in ihre Zellen zerlegen kann. Das NH3 kam in dreifacher Weise zur Verwendung. 1. siedend, 2. etwa bei einer Temperatur von 40°, 3. kalt. Verfahren I. Grobe Schnitte, so wie man sie mit dem Scalpell erhält, wurden in einer Eprouvette in conc. NHg-Lösung unter dem Herde gekocht. 1) Vergl. deren Zusammenstellung in A. Zimmermann's „Die botani- sche Mikrotechnik". Tübingen 1892. S. 6. Solla: „Beiträge zur näheren Kenntniss der chemischen und physikali- schen Beschatfenheit der Intereellularsubstanz". „Oesterr. botan. Zeitschrift" 1879, November. S. 341 und dessen Literaturübersicht. Wiesner: „Einleitung in die technische Mikroskopie". Wien 1867. S. 260, 261. Wiesner: „Anatomie und Physiologie der Pflanzen". Wien 1898. 4. Auflage, S. 11. Strasburger: „Das botanische Practicum". 3. Auflage. Jena 1897. 5. 133, 156, 213, 214, 225. 2) Zimmermann: ,,Die botanische Mikrotechnik". Tübingen 1892. S. 163, § 295. 6 Verfahren II. In Präparatengläser mit gut eingeschliffenem Stöpsel wurden mit dem Sealpell erhaltene, also gewiss ziemlich dicke Stücke behufs Isolirung gegeben, worauf conc. NH3-Lösung zugesetzt wurde. So adjustirt wurden die Gläschen im Luftbad einer Temperatur von circa 40** ausgesetzt. Verfahren III. Auf gleiche Weise beschickte Gläser blieben bei Zimmertemperatur (10 — 16° 0.) stehen. Fast in allen Fällen untersuchte ich die Präparate in Wasser. Ausnahmen werden an der betreffenden Stelle erwähnt werden. Meistens genügte ein Druck mit dem Finger, um die Zellen voll- ständig zu trennen. Bei harten Geweben, wie Holz, Epidermis, Periderm, ergab sich wiederholt die Nothwendigkeit des Zerzupfens mit der Nadel. Unter Anderem untersuchte ich nach Verfahren I: Stückchen aus dem Parenchym der Kartoffel. Nach 1 1 ^) Siedens war die Isolirung der Zellen eine vollständige. Die Membran erschien geschichtet, die Stärkekörner erhalten mit deutlichem Kern und schöner Schichtung. Das Erhaltenbleiben der Stärkekörner erklärt sich daraus, dass die Siede- temperatur der conc. NHs-Lösung bedeutend unter der Verkleisterungstemperatur der Stärke 2) liegt. Ricinus communis L., Same. Nach 5 1 langem Sieden war das Endosperm vollständig isolirt. Weder die Untersuchung im Wasser noch in Oel erscheint vortheilhaft, wegen der sich bildenden Emulsionen. In Glycerin untersucht, erwiesen sich die Zellen als mit ausserordent- lich zarter Membran umgeben. Die Aleuronkörner waren entweder intact oder wie angefressen. (Letztere Eigenschaft glaube ich der Ein- wirkung des Glycerins zuschreiben zu müssen, da nach Minuten langem Liegen der NHg-Präparate in Glycerin alle Aleuronkörner zerstört werden.) Eiweiss- krystall und Globoid waren auch im Momente des Einlegens in Glycerin zu sehen. Cucurbita pepo L. Von jungen Stengeln wurden etwa 2 cm lange Stücke mit siedendem NH3 behandelt. Dabei goss ich nach je 5i etwa neues conc. NH3 zu. Nach 15—201 waren a) Siebröhren, b) Bastparenchym, c) Rindenparenchym isoliert. a) Siebröhren. Die Wände waren collabirt, die Siebplatten zeigten das Sieb ausserordentlich deutlich. Die beiden Plattentheile klafften von einander, da deren Mittellamelle fehlte, s) Knotige Plasmastränge verbanden die Siebplatten unter einander. Die Siebtüpfel waren*) schöa erhalten. &) Bastparenchym. Die Chlorophyllkörner schienen erhalten, Plasma und Kern ebenfalls. Letzterer liess sich mit Böhmer'schen Haematoxylin und mit Essigsäure-Methylgrün färben. Die Membran war collabrirt. c) Beim Rindenparenchym erschien die Membran straff, der Kern deutlich. Das Chlorophyllkorn von Cucurbita bleibt durch das NHg .'^0 schön er- halten, dass man sogar die autochthone Stärke darin noch in Form kleiner Körnchen und Stäbchen wahrnehmen kann. 1) I = Minute. -) Arthur Mayer: „Untersuchungen über die Stärkekörner". Jena 1895. S. 134. 3) Wilhelm: „Beiträge zur Kenntniss des Siebröhrenapparates dicotyler Pflanzen". Leipzig 1880. S. 10. *) Strasburger: „Das botanische Practicum". Jena 1897. 3. Auflage. S. 224. Erst nach weiteren 151 Siedens zeigten sich auch Bast und Holz, die Epidermis aber noch nicht isolirt. Nach Verfahren II: Taxus haccata L. Das Holz war nach vier Tagen soweit isolirt, dass man mit der Nadel leicht die Tracheiden trennen konnte. Der Bast zeigte dagegen in derselben Zeit vollkommene Isolirung. ^} Im Bastparenchym und in den Bastfasern waren die bekannten Memb rankryst alle^) wohlerhalten. Holz von Diospyros Ebenmn Retz. Nach elf Tagen war dieses harte Holz schon durch blosses Aufklopfen der Schnitte auf deu Objectträger isolirbar. Die humusartige Substanz 3) erschien erhalten. Nach Verfahren III: Evonymus sp. Junger Trieb war nach 14 Tagen vollkommen isolirt. Die Blätter bis auf die Epidermis. Die Chlorophyllkörner waren erhalten. Aufgefallen sind mir hier parenchymatische Zellen durch ihren braunen Inhalt. K a r 1 f f e 1 - P e r i d e r m. Nach 23 Tagen konnte ich fast vollkommene Isolirung constatiren. In den Zellen waren schöne Sphaerite einer mir unbekannten Substanz. Um nun nicht weitschweifig zu werden, will ich versuchen, die durchgeführten Experimente und deren Resultate tabellarisch anzuführen : Es zeigte sich: B e i Nach Verfahren I Verfahren II Verfahren III Aloe sp. Begonia sp. Stengel- stücke Cannabis L. Bast Cinchona-R\n&Q Cm wamowMJw- Kinde Cucurbita Pepo L. Siebtheil öS 20 20 20 vollkommene vollkommene vollkommene 60 vollkommene .^ 12 (Periderm j keine) 15 vollkommene 56 keine ') Vergl. dazu Wiesner: „Anatomie und Physiologie der Pflanzen". Wien 1898. 4. Auflage, S. 11. 2) Vergl. Pfitzer: „Ueber die Einlagerung von Kalkoxalkry stallen in die pflanzliche Zellhaut". Flora 1872, S. 97, und dessen Literaturübersicht über den Gegenstand. 3) Vergl. Molisch: „Vergleichende Anatomie des Holzes der Ebenaceen und ihrer Verwandten". Sitzb. d. k. Akad. d. W. LXXX. B. I. Abth. Juli-Hefv Jahrg. 1879. B e i Nach Verfahren I Verfahren II Verfahren III CytisusLahurnum L. (Stengelstücke) a) Epidermis u. Periderm. b) Holz c) Bast d) Grundgew. Diospyros Ebenum Ketz. Holz Elodea caiuidensis Eich. Zweig Evonymus sp. junger Trieb Blätter mit Aus- nahme d. Epidermis Flaschenkork Gaillardia splendens hört. Blüte Nadelholz, Borke Holz Nerium Oleander L, Stengelstücke Opuntia sp. Same Testa FellioniaDaveaiia'n.a, Stengel und Blatt Phaseolus Wurzel- spitzen Cotyledonen PhytelepJias macro- carpa, Ruiz et Pav. Same. — Testa — Endosperm. Prunus doviestica L. Same. Endosperm. Cotyledo Testa Prunus dornest ica L Endocarp. Pyrus Malus L., Schale Bicinus conununis L, Same, Endosperm. Samenschale 30 15 5 30 5 10 30 30 theilweise vollkommene vollkommene keine \ voll- [ kommene theilweise ) voll- 1 1 kommene 15 theilweise voll- kommene theilweise voll- kommene theilweise vollkommene vollkommene voll- kommene theilweise keine (Alkohol- material) keine 15 15 15 15 vollkommene theilweise 22j theilweise 14 14 151 12 219 219 voll- kommene theilweise theilweise vollkommene (Epidermis keine) vollkommene keine 12 I voU- 60 ( kommene theilweise keine theilweise 15 15 13 13: 13 13, 219 vollkommene Nach B e i i Verfahren I Verfahren II Verfahren III ■3 = n Samhucus nigra L. Zweigstücke. Rinden- 1 [ parenchym — — 4 1 voll- ( kommene 13 ) voll- 13 ) kommene Bast — — 4 Holz Periderm. — — 15 15 theilweise fast vollk. jg 1 theilweise Mark — — 15 keine 13 keine Solanum tuberosum 1 Parenchym 1 vollkommene 8Std. Nach Tagen vollkommene 13 vollkommene Periderm. 25 keine 2 91 22 fast „ Strychnos nux vomica i L. Endosperm. 20 n — — 15 keine Testa — — 15 theilweise bD Syringa vulgaris L. einjähr. Trieb Hautgewebe — — 4 * voU- j kommene 12 ) voll- 12 ) kommene 3 Grundgewebe — — 4 Kollenchym Holz ^_ — 15 / voll- i kommene J2 theilweise ._ Bast — 4 — — — Taxus baccata L. © Bast 30 vollkommene 4 n — — Holz 30 theilweise 4 theilweise — — " Thea chinensis L. 1— ( Blatt — — — — 87 vollkommene Tropaeolum majusL. j Blüte 2 vollkommene 4 ( voll- ) kommene 12, Schaft — — 4 12i theilweise Vitis vinifera L. Same. Endosperm. 5 1 voU- ) kommene Testa 5 "~ Zea Mays, Wurzel- spitzen — 4 vollkommene 12 vollkommene 1 Mit dem Rasier- , messer erhaltenen Schnitten von Begonia sp. Blatt- stiel — — — — 15 keine Solanum tuberosum-, Knollen. Parenchym | — — — — 15 vollkommene Periderm. — — < 15 fast „ Strychnos nux vom. Endosperm. — — — — i 15 keine 10 Aus der Tabelle ergibt sich unmittelbar, dass die Isolirung in den meisten Fällen: mit Verfahren I in 1— 30^ mit Verfahren II in 8 Stunden bis 4 Tagen, mit Verfahren III in 2 — 15 Tagen, gelingt. Dazu möchte ich noch folgende Bemerkungen machen: Aus dem ^^oe- Blatte Hessen sich besonders schön die Raphidenzellen isoliren, in der Cinnamonum- Rinde waren die Oelbehälter noch mit ätherischem Oel erfüllt, die Zellen aus der Gaillardia- Blüte enthielten noch die gelben Tröpfchen und Körnchen wie die der frischen Blüte, und die Cuticula des Blumenblattes hob sich als ungemein zartes, mit Verdickungslelsten versehenes Häutchen ab. Bei Fellionia waren die Stärke und die hl orop hy li- körner unversehrt, die Zellen mit den Cystolithen vollkommen isolirt, die Cystolithen aber erhalten oder etwas angegriffen. Bei Prunus domestica findet man in den isolirten Zellen des Endosperras und des Cotyledo, wenn sie nach Verfahren I behan- delt wurden, ölartig aussehende Tropfen, bei II und III sind sie nicht zu sehen. In den Präparaten von Sambucus nigra fallen die mitunter geweihartig verzweigten Bastfasern besonders auf. Die Isolirung des Kartoffelparenchyms nach Verfahren III beginnt schon nach zwei Tagen. Die Aletiron -Körn er des Samens von Vitis vinifera sind nach der Isolirung mit NHj am besten in Wasser, ihr Krystall in Glycerin sichtbar. Im Glycerin erscheinen jene angefressen. Endlich sei noch die Unmenge von Krystallen und Krystall- aggregaten von mir unbekannten Substanzen erwähnt, welche bei den drei NHj-Verfahren herausfallen. Aus dem früher Erwähnten und den oben stehenden Bemer- kungen geht hervor, dass bei den N Hg- Verfahren in den isolirten Zellen erhalten bleiben: 1. Von Hauptbestandtheilen der Zelle: Kern und Plasma in sehr vielen Fällen (vergl. Cucurbita), Membran immer. 2. Von Inhaltskörpern der Zelle: Das Chlorophyllkorn fast immer (vergl. Cucurbita). Stärkekörner immer mit allen Details, was Schichtung, Kern- körperchen etc. anbelangt, und Aleuron, wenigstens bei Vitis und Bicinus, mit Globoid und Eiweisskrystall, bezw. Krystall von oxal- saurem Kalk. Krystalle Oxalsäuren Kalkes (Raphiden bei Aloe. Membran - krystalle bei Taxus baccata, Drusen bei Vitis, Begonia, Opuntia etc.), kohlensaurer Kalk an den Cystolithen von Pellionia, Fett im Ricinus-Samen, Oel in der Rinde von Cinnamonum und Humus- substanz bei Diospyros Ebenus. Daraus ergibt sich der Vortheil der NH3-Methode von selbst. 11 Zusammenfassung, In der vorliegenden kleinen Arbeit wird gezeigt, dass sieh mit heisser, warmer und kalter Ammoniaklösung verschiedene Pflanzengewebe in ihre Zellen isoliren lassen, wobei diese und ihre Inhaltsbestandtheile viel weniger angegriffen werden und eben deshalb viel besser erhalten sind, als dies bei den anderen gebräuch- lichen Isolirungsverfahren der Fall ist. Prag, am 8. November 1899. Ueber eine neue Art der Gattung Fissidens, Von J, Podpeia (Prag). (Mit 1 Tafel.) Sect. Adiantoidci. Kindberg European and N. American Bryineae (Mosses), pag. 167 (1897). Fissidens Velenovskyi Podp. sp. nov. Wächst in lockeren, 4 — 5 cm hohen, dunkelgrünen, unten etwas rothfilzigen Rasen. Stengel niederliegend, einfach, seltener mit 1 — 2 vom Grunde aus sich abzweigenden Aesten, regelmässig dicht beblättert. Blätter vielpaarig, trocken, eingekrümmt, gedrängt, schmal, aus breiterer Basis fast zungen förmig, in der oberen Hälfte fast gleichbreit, allmählich zugespitzt, im oberen Theile bis zu der Spitze tief und ungleich, manchmal doppelt gesägt, rings durch vorspringende Zellen spitz gezähnt, länger als bei Fissidens adiantoides, 3— 4 mm lang, höchstens 1 mm breit. Dorsalflügel bis über die Mitte reichend, unten herablaufend, am Grunde bogenförmig verengt, an allen Rändern durch vor- tretende Zellen gezähnt. Rippe fast auslaufend, sehr robust. Blatt- zellen sehr gedrängt, rundlich, seltener unregelmässig polyed- risch, längs der Rippe fast regelmässig gereiht, chlor ophyl l- reich. unten an der Insertion grösser, mit abgerundeten Ecken, an der Spitze polyedrisch, dickwandig, so gross wie die Rand- zellen ; dieselben in 3 — 4 Reihen, stark verdickt, unregelmäsbig polyedrisch, weit grösser als die übrigen Blattzellen, manchmal verlängert, drei- bis viermal länger als breit, als hchter Saum ringsum verlaufend. Die Randzellen des Dorsalflügels in sechs Reihen ringsum verlaufend, die zwei äussersten kleiner, in der Quere breiter, die übrigen unregelmässig polyedrisch, zwei- mal so lang als breit, überall stark verdickt. Zweihäusig. Blütenknospen zahlreich, fast in der Achsel jedes Blattes; terminale Blüten nicht beobachtet. Hüll- blätter rundUch, mit etwas zurückgebogenem Spitzchen. Seta auf langen, die Blätter fast überragenden Knospen, manch- mal drei bis vier auf einem Ast, niemals terminal, nur 1 cra lang. Die Perichaetialblätter aus breiter, scheidiger Basis schmal ver- längert, scharf zugespitzt, mit ausgebissen-gezähnter Spitze. Kapsel oval cylindrisch, fast horizontal, trocken, untei der Mündung 12 schwach verengt, mit dem Deckel bis 2 mm lang, rothbraun. Deekel, deutlich kürzer als die Urne, aus gewölbter Basis, schief pfriemenförmig; Ring anhängend, ein(zwei)reihig. Peristomzähne roth- braun, vom Grunde (oberhalb des Drittels) in zwei lange, sehr schmale, stark knotige Schenkel getheilt, reich papillös. Die Knoten sehr zahlreich, dicht gereiht, auf beiden Seiten zahn förmig nach unten gerichtet Reife Ende des Winters. Standorte: Wächst auf kalkhaltigen Felsen und wurde von mir bisher an einigen Localitäten Böhmens beobachtet. Nordböhmen. Auf Turonfelsen im Waldthale „Ohoboty" nächst Jungbunzlau. Hier an einer einzigen Stelle auch spärHch fruchtend (1896, Februar). Riesengebirge: Auf feuchten Urkalk- steinfelsen bei Spindelmühle (Vel. ! Herbarium Velenovsky). Mittelböhmen. Prag: Auf Kalkfelsen des St. Prokopithaies, steril. (Vel.! Herbarium Velenovsky.) In feuchten, der Moldau zulaufenden Schluchten nächst Stechovice zweimal gefunden: Zum ersten Male im Februar 1899 auf feuchten, azoischen Schieferfelsen im Thale des Baches Kocaba gegenüber Knin, zum zweitenmale in der sogenannten Eibenschlucht oberhalb des Stechovicer Friedhofes ! Hier mit 9 Blüten. Bei Trnova nördlich von Stechovice steril. (Vel! Herbarium Velenovsky.) Südböhmen: Auf feuchten ürkalksteinfelsen bei Turkovice nächst Böhm.-Krumau, steril (August 1899). Ich erlaube mir diese neue Species nach meinem hochver- ehrten Lehrer Herrn Univ. Professor Dr. J. Velenovsky zu benennen. Eine enge Verwandtschaft, hauptsächhch in der Form der Blattzellen, zeigt Fissidens VelenovsJciji mit Fissidens decipiens De Not. Von demselben ist er, abgesehen davon, dass unsere Pflanze zweimal so gross als genannte Art ist, durch den noch breiteren Blattsaum, die tiefer und doppelt gesägte Blattspitze, die zweimal so langen, aber nicht breiteren, schärfer zugespitzten Blätter unter- schieden. Die Kapsel ist etwas länger als bei der genannten Art, die Peristomzähne sind aber tiefer getheilt als bei F. decipiens. Was die Seta betriift, so entspringt bei F. decipiens nur ein Sporogon aus dem Jahrestriebe, während es bei F. VelenovsJciji deren drei bis vier gibt, die selbstverständlich durch reiche An- lagen von Archegoniengruppen bedingt sind, welchen Umstand ich bei F. decipiens niemals beobachtet habe. Vom F. adiantoides ist er durch die weit längeren, anders gestalteten Blätter unterschieden. F. Velenovsky i hat überall schmälere, oben stark gezähnte Blätter; das Blattgewebe ist durch die zweimal kleineren Zellen vollständig verschieden. Die Seta ist zweimal kleiner, die Kapsel länger mit anders ausgebildeten Peristomzähnen. Eine nähere Verwandtschaft zeigt unsere Pflanze in der Aus- bildung der Peristomzähne zwar mit F. taxifolius, jedoch ist sie vom letzteren in Betrefi" anderer Merkmale vollständig verschieden. 13 Durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Ü. Warnstorf in Neuruppin wurde es mir ermöglicht, F. Velenovskiji mit dem süd- europäischen F. serrulatiis Brid., für welchen ich die genannte neue Art früher bestimmte, zu vergleichen. Im Allgemeinen ist er habituell vom F. Velenovskiji nicht viel verschieden. Nur die dunkelgrüne Farbe deutet auf eine andere Art hin. Was die Merk- male betrifft, ist F. serrulatns von meiner Art auf folgende Weise verschieden: Die Blätter sind zwar fast gleich lang, jedoch beim F. serrulatns unten niemals (wenn auch fast unmerklich) ver- breitert, der Insertion zu meist fast gerade verschmälert, nicht bogen- förmig verengt, wie bei unserer Pflanze. Der Dorsalflügel erreicht bei F. serrulatns niemals die Blattmitte, während er bei der böhmischen Pflanze fast zwei Drittel des Blattes misst. Ein wichtiges Merkmal findet sich im Baue und in der Anordnung des Blattgewebes. Die Zellen bei F. serrulatus sind überall lockerer, meist fünfkantig, daher auch nicht in Reihen längs der Rippe geordnet, weit grösser und lichter (nicht so chlorophyllreichj. Die Randzellen sind zwar bei F. serrulatus durch die Farbe verschieden, jedoch nur unmerkhch grösser als die übrigen Blattzellen. Der Blattrand ist bei der oben erwähnten Art etwas unterbrochen gezähnt, dagegen bei unserer Pflanze ist die Zähnung reichlicher. Die Seta zeichnet Husnot {Muscologia galiica Tab. XVI) etwa so lang wie bei F. adiantoides, unsere Pflanze hat dieselbe weit kürzer. Was die Peristomverhältnisse betrifft, konnte ich dieselben, da ich keine Kapsel von F. serrulatus besitze, nicht vergleichen. In phylogenetischer Hinsicht ist unsere Pflanze dadurch interessant, dass sie uns ein zweites Extrem in der Entwicklung des F. adiantoides darbietet. Der F. decipiens erinnert durch seine Kleinheit mehr an den F. taxifolius, wogegen F. Veleuovshji. welcher in der Grösse selbst seine Stammpflanze übertrifft, durch die besonders häufige Ausbildung der Archegonien und Antteridien- gruppen eine nähere Verwandtschaft zum F. serrulatus andeutet. Tafelerklärung. (Tafel I.) 1. Blattspitze des Fissidens Velenuvskiji Podp. 2. Zwei Peristomzähne derselben Art. 3. Ein Blatt des F. Velenovskf/i Podp. 4. „ „ r, F. serrulatus Bud. 5 „ „ n F. adiantoides L. 6. „ „ „ F. decipiens De Not. 7. Die Blattzelien (aus der Mitte der Blätter) von F. Velenocskyi. 8. „ „ von F. serrulatus. 9. „ „ » F- adiantoides. 10. „ „ „ F. decipiens. Vergr. Fig. 1, 7, 8, 9, 10, Zeiss Ocul. 2, Obj. IV. Fig. 2 Zeiss Ocul. 2, Obj. III. Fig. 3, 4, 5, 6 in i% der natürlichen Grösse. Fig. 1, 2, 7, 8, 9, 10 mittelst der Camera gezeichnet. 14 Beiträge zur Flora von Bulgarien. Von J. K. UrumofF (Pleven, Bulgarien). III. Naskirtnim riviilare Koch. In den Weinbergen um Loveö und Illeveni in Menge. Juli, August. Dentaria quinquefolia MB. In schattigen Gebirgswaldungen des DeUorman bei Kesarevo sehr verbreitet. April blühend. Erysimum exaltatmn Andrz. Auf grasigen und sonnigen Plätzen am Ufer der Jantra bei Trnovo, Dranovo und Samovodeni sehr verbreitet. Mai, Juni. Enclidium syriacum Br. Auf sterilen Plätzen am Tel^ezeni und Yarbovka bei Lovec, Trnovo am Ufer der Jantra, Malkia-Ciflik, Dranovo, Oareva-Livada, Letnica und Gabrovo sehr häufig. April, Mai blühend. Helianthemum oelandicum DO. Im Trojan-Balkan am Dupkata, Kopena und Vezeni. (Vergl. Dr. J. Pancic: Nova Elementa ad Floram Principatus Bulgariae, pag. 17.) Silene Saxifraya L. subsp. halcanica m. Gracilior, humilior, fohis angustioribus,antheris purpureis, Capsula carpophorum aequante (!) calycemaequilongumrumpente, subgloboso, multo rainori. Floret junio, augusto. In fissuris rupium calcareis m. Mara-Gidik m., Jumruk-Öal, im Karlovski-Balkan legi a. 1898. Ist gleichsam eine extreme Form zur Silene fruticulosa Sieb., welche ungefähr zweimal grössere, aus dem Kelche vorragende Kapseln besitzt. Unsere Pflanze nähert sich der Silene petraea W. K., welche aber noch feinere Blätter hat. Silene Cserei Bau mg. Auf trockenen Kalkfelsen am Bazbonar- skata-Stena und Vfirbovka um Lovec sehr verbreitete Pflanze. Juni, Juli blühend. Diese Pflanze sammelte Panßic am Berge Öadär. (Vergl. Dr. J. Pancic: Nova Elementa ad Floram Principatus Bul- gariae, pag. 18.) Silene quadrißda L. Auf feuchten und schattigen Felsspalten an der Kozeta-Stena, Vezeni, Mara-Gidik, Kopena. Jumruk-Öal und Mitirizovo oberhalb Kalofer. Juli, August. Silene Graefferi Ten. An Weideplätzen in der höheren Alpen- region der Kobilin-Dol, Ostrata-Mogila und Dermen-Tasi im Trojan- Balkan sehr verbreitete Pflanze. Juli. August. Dianthus croaticus Borbas. Auf trockenen, grasigen Abhängen des Bero:es Mara-Gidik und Kumlukat bei Karlovo. Juli blühend. Diese Pflanze stimmt ganz mit der croatischen und der hercego- vinischen überein. Dianthus colUnus W. K. Unterhalb des grasigen Gipfels des Zinan-Tepe bei Lovec. Maarite beim Letnica und Krusuna spärlich. Juni. Juli. 15 DiantJius Armeriastrum Wolfn. y) glaherrimus m. Elatus, floribus in apice canlis dense fasciculatis, squamis abruptius rancro- natis et ut calices rubellis omnino glabris, tota planta plene glabra. In graraiuosis ad Travna at Gabrovo legi a. 1899. Floret Junio, Julio. Dianthiis Armeriastrum Wolfn. subsp. trojavensis ürumoff. An grasigen Stellen bei Gabrovo, Novo-Selo und Glozeni sehr ver- breitet. (Vergl. J. K. ürumoff: „Zur Flora von Bulgarien" in Oesterr. bot. Zeitschrift, 1899, Nr. 2.) Acer pseudoplatauus L. var. Fiebert Fax. In subalpinen Wäl- dern des Mara-Gidik und Juraruk-Cal beim Dorfe Novo-Selo. Trifolium supinum Savi. ß) var. irnovense m. Foliolis rhom- beis aeutato-attenuatis minuta aristula terrainatis, appendice stipu- larum longa, calicis laciniis multo longioribus evidenter trinerviis latioribus ereetis. Ab affini T. latino Seb. coroUis minoribus, foHis non liniaribus diserepat. Floret Maio, Junio. In grarainosis ad Der- venta prope Trnovo legi a. 1898. AlcliemiUa alpina L. Auf felsigen Abhängen am Ambarica, Catal-Cucur im Trojan-Balkan häufig. Juli, August. Alchemilla ajiisiaca Wettstein. Auf Felsen am Praskalskata- Reka im Jumruk-Cal häufig. Juli, August. Dnjas octopetala L. Auf trockenen, steinigen, grasigen Plätzen des Kozeta-Stena im Trojan-Balkan eine sehr verbreitete Pflanze. Diese schöne Pflanze trifft man gev^^öhnlich in Nachbarschaft des Gnaphalium Leontopodium Cass. und der Daphne Blagayana Fr. Rubus Bayeri Flocke. In lichten Wäldern des Mara-Gidik, Praskalskata-Reka, Juraruk-Cal und Elensky-Balkan sehr verbreitete Pflanze. Juli blühend. Sedum atratum L. Häufig auf trockenen Kalkfelsen am Am- barica im Trojan-Balkan und Mitirizovo oberhalb Kalofer. JuU. Meum athamanticum Jcq. An Felsen und steinigen Abhängen des Kozeta-Stena im Trojan-Balkan, Mara-Gidik und Jumruk-Cal häufig. Bupleurum longifolium L. In schattigen Wäldern am Ufer der Praskeilskata-Reka oberhalb Novo-Selo sehr selten. Juli. Ghaerophyllum libanoticum Bois. Ky. var. moesiacum m. Elatum, ramosum, perenne, foliis iis Gh. aromatici similibus, sed basi magis ovato-truncatis non acuminatis, subtus molliter mimite et tenuiter hypoleuee puberulis, obtusius crenato-dentatis. caule parte media inferiori adpresse dense puberulo, involueri (!j oligophylli et involucelli phyllis breviter acuminatis glabris vel raargine minute ciliatis, stylis stylopodio multo longioribus. Ch. libanoticum verum differt caule glabro involucelli phyllis glabris, Ch. bysantinum Boiss. in Bulgariae late obvium differt foliolis brevioribus basi cordatis. glabritie. Floret junio. In urabrosis ad Keoskovite prope Sumen legi a 1899. 16 Astrantia major L. var. elatior Friv. An Waldrändern des Mara-Gidik, Praskalskata-Reka, Odzovica, Dal^i-Del im Trojan- Balkan überall häufig. Juli, Galium parisiense L. Bei Karlovo überall auf trockenen und grasigen Plätzen verbreitet. Juli. Galium Schultesii Vest. An Waldrändern des Jumruk-Öal, Mara-Gidik. Trojan- Balkan, Karlovo und Teteven- Balkan. Asperula capitata Kit. In Felsspalten am Kozetastena im Trojan-Balkan, Mara-Gidik und Jumruk-Cal oberhalb Novo-Selo sehr häufig. Juli, August. Carpesiuni cernimm L. In lichteli Waldungen der Svetatagora, Trosanat. Selifor bei Trnovo, Letnica, Tutrakan und Momina-Mogila bei Lovec sehr verbreitet. Juni, Juli. Senecio Fussii Grsb. Auf steinigen Hügeln um Kosev-Kamak am Hain-Buaz spärhch. Mai. Centaiirea Urumoffii Vel. Auf sonnigen und grasigen Hügeln bei Karlovo und Mitirisovo. Juli, August. (Vergl. Prof. Dr. J. Ve- lenovsky: Siebenter Nachtrag zur Flora von Bulgarien, 1899, pag. 5.) üentauria diffusa Lam. var. rohustior m. Omnibus partibus robustior capitulis paulo majoribus, magis elongatis, appendicibus elatioribus longioribus, eiliis latioribus numerosioribus brevioribusque gracilioribus. Floret junio, juüo. In grarainosis ad vias prope Sumen et Sajtandzik legi a 1899. Picris crepoidcs Sauter. ^An sonnigen und grasigen Abhängen des Mara-Gidik und Jumruk-Cal oberhalb Kalofer. Juli. Crepis trojanensis ürumoff'. Auf trockenen Weideplätzen des Kalcov-Kamak auf Mara-Gidik und Jumruk-Cal bei Novo-Selo. (Vergl. J. K. Urumoff: „Nachträge zur Flora von Bulgarien" in Oesterr. botan. Zeitschrift, 1899, Nr. 6.) Crepis nicaeensis Balb. Auf trockenen Weideplätzen um Pre- obrazenskia Monastir bei Trnovo und Gorna-Orahovica sehr ver- breitet. Mai, Juni. Cirsium canum Mch. ß) var. glahrescens m. Omnino notis et habitu C. cano Mch. et C. pannonico Gaud. simile, sed primo vero affine, ab eo autem distinctum est: foliis adultis utrinque glabris (vel subtus ad apicem rarissime pilosulis), margine integris (non lobulatis), tantum spinulosis (ceterum supra basin breviter decurrentem non angustatis), oblongis apice angustatis, capitulis subminoribus, phyllis involucri omnino in apicem longum möllern (non pungentem) patentem sensim attenuatis, summis in apicem longum chartaceum angustlssimum abeuntibus. (Radix fert fibras napulifero-incrassatas.) Junio. In pratis et graminosis prope Letnica et Novo-Selo, legi a. 1899. Cirsium oleraceum Scop. Auf feuchten Grasplätzen und Wiesen des Leva-Reka und Praskaloto bei Novo-Selo, Krajeva-Reka im Trojan-Balkan und Brezovskite-Kolibi im Teteven-Balkan sehr ver- breitet. Juli. 17 Adiillea Vrumoffu Halacsy. Auf trockenen Grasplätzen am Mara-Gidik oberhalb Kalufer uml Sopot sehr häutig. Juh. August. (Vergl. Dr. E. v. Hahicsy in „Oesterr. bot. Zpitsehrift" 1897, Nr" 4.) GiiaphüHiwh Leontopodium Cass. Auf steinigen Grasplätzen der LiUn-Planina in grosser Menge. Juli, August. Taraxacnni pnhustre DO. Am Pusse des Borges Cerveni-Breg bei Gabrovo. V'inca major L. var. pnhescens ra. Gaule, foliis ad margines et nervös patule pilosis, foliis brevius petiolatis, caulibus magis lierbaceis, corollis subminoribus, praesertim tubo breviori. Floret maio, junio. Ad vicum Mikre legi a. 1899. Eiiphrasia Liburnica Wettstein. Häufig auf trockenen Gras- plätzen am Ambariea im Trojan-Balkan und Mitirisovo. Juli. Eiiplirasia Kcrncri Wettstein. Im Trojan-Balkan. Mara-Gidik und Jumruk-Cal kommt diese Ptlanze auf grasigen Plätzen zahl- reich vor. S'iJvin dandestina L. Auf trockenen Weideplätzen überall bei Trnovo, Gorna-Orehovica und Dranovo verbreitet. Juni. Saturcja pilosa Vel. An sonnigen und steinigen Abhängen oberhalb Karlovo, Mitirisovo und Elensky- Balkan sehr verbreitete Pflanze. Juli, August. (Vergl. Prof. Dr. J. Velenovsky: Siebeuter Nachtrag zur „Flora von Bulgarien", 1899, pag. 6.) Saturejd Sl'orpill Vel. An Felsen der Sucurum bei Karlovo und Sopot sehr häufig. Juli, August. Cortusa puhens Schott. Auf feuchten, steinigen und grasigen Abhängen überall im Mara-Gidik und Jumruk-Cal verbreitet. Juli blühend. Daphne Blagayana Fr. Diese schone Pflanze entdeckte ich im Jahre 1895 am Ambariea und Dobrila im Trojan -Balkan, während dieses Jahres traf ich sie am Kozeta-Stena in grosser Menge. April, Mai. Daphne Cneorum L. An den Felsen der Mara-Gidik ober- halb Novo-Selo und Murgas. Juni. Jimipcrus Suhiiia L. Am Fusse des Kalofer- Balkan und Rhodope. faxns haccata L. In den Wäldern des Jumruk-Cal, Mara- Gidik, Cerni-Osam, Krajuva-Reka im Trojan -Balkan selten. Orchis papilioiiacea L. Auf trockenen Grasplätzen und Weiden am Tavorat bei Lovec in grosser Menge. Mai. Orchis macidata L. Auf Waldwiesen bei Novo-Selo. Ostrec, Beli-Osani, Trojan -Balkan sehr verbreitete Pflanze. Mai. Juni. Iris vircscens Red. An grasigen Stellen in den Weinbergen am Kacica, Derventa bei Trnovo sehr verbreitet. April, Mai. Scilla anioena L. An grasigen und schattigen Stellen um Trnovo sehr selten. April blühend. Bhchnum spicant Rth. In den Wäldern der Jumruk-Cal und Mara-Gidik oberhalb Novo-Selo sehr verbreitet. Oesterr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1900. 2 18 Oph ioglosston vnlgatum L. Auf Grasplätzen und Waldwiescn um Belovo sehr verbreitete Pflanze. Lyco2)odium davatum L. Auf feuchten Abhängen und Wald- rändern des Turskia-Rat, Usredaka. Svinovete im Mara-Gidik ober- halb Novo-Selo. Juli, August. Pleven. 12. December 1899. Bedenkliche „Miscellen über die Alpinen-Flora". Unter obigem, zwischen Anführungszeichen gestelltem Titel veröffentlichte ein gewisser Johann Ferchl, Apothekerprovisor in Landshut (nicht zu verwechseln mit einem Joh. Ferchl, k. b. Forst- meister a. D., dem Verfasser der Flora von Reichenhall [1877] und von Berchtesgaden [1879]), im 5. Bericht des Botanischen Vereins in Landshut über die Vereinsjahre 1874/75. ersch. Lands- hut 1876, pag. 33—42, eine Arbeit, welche einer näheren Besichti- gung und Besprechung werth erscheint, um sie als etwaige „Quelle" zu beleuchten! Der Umstand, dass in derselben, ganz wie in dem Aufsatze Kerner 's „Der Einfliiss der Winde auf die Verbreitung der Samen im Hochgebirge" (Zeitschrift des Deutsehen Alpenvereins, Bd. II, 1871, pag, 144 — 172), Ptlanzenverzeichnisse als Beitrag zum Studium der Besiedlung von Gletschermoränen gegeben werden, legte es uns bei Bearbeitung unserer Flora von Tirol und Vorarl- berg nahe, diese beiden Publicationen zu studiren und zu ver- gleichen. Dabei stellte sich nun Folgendes heraus: Herr Ferchl copirt, obwohl er stets angibt, in welchem Jahre und Monate er die betreffende Endmoräne „bestiegen" hatte, Kerner's Listen für drei Punkte: Alpeinergletscher im Stubaierstocke, 2200 m, Schwarzensteingletscher im Zemmgrunde, 2000 m. und Floiten- gletscher im Zillerthalerstocke, 1600 m (Kern er, 1. c. pag. 147). wörtlich, nur mit einigen Modificationen, wie z. B. der interessanten Schreibart „Alpengletscher im Stubaier- oder Stubbacherferner", einer Schwankung in den Höhencoten, ein paar übersehenen Arten und sodann der zweimaligen, durchaus nicht harmlosen Verwandlung von Pogonatum nlpinum in FoJijgonum alpinnm (pag. 37 und 38), also einer für Tirol noch keineswegs sicher gestellten Art. Sodann verzeichnet unser Autor die Pflanzen der „Endmoräne des Radstätter Tauern", gibt für dieselbe an: „Kalk" und — „bestiegen im August 1873 auf der östlichen Seite'-'. Wir wollen mit dem Verfasser nicht rechten über dessen Ansichten aus der Orographie, Geologie und Touristik, aber das müssen wir annageln; die Pflanzenliste von daselbst ist haarscharf jene von Kerner's Madatschgletscher im Ortlerstock, 2200 m! (p. 1. c. pag. 146). Doch nicht genug! Wir finden auch noch eine Liste von „der Endmoräne der blauen Gumpen im Partnachthaie bei Partenkirehen, 2200 m (Schiefer [!!], bestiegen im Jahre 1874 im Juni vom Hinterauthal aus)" — und siehe! die Liste stimmt Wort für Wort mit jener 19 Kerner's vom Hochjochferner im Ötzthalerstocke! (I. c. p. pag. 146). — Nein, nicht ganz wörtlich, denn Arenaria Marschlinsii und Aroniciim glacitile sind ausgeblieben und das {Hieracium) ,,Pilo- sella" bei Kerner wird mit den Arten staticefolium und vulgatum plötzlich zur Gattung erhoben! Eine weitere, jeder Wahrheit Hohn sprechende Bereicherung der Flora des Wettersteingebirges spendet uns endlich Herr Ferchl in einem Verzeichnisse „der Samen auf dem Firn der Zugspitze, gefunden im Jahre 1869 im September auf der Seite nach Lermoos", dem die tiefsinnige Defioition vorausgestellt ist: „Firn ist die Schneeregion oberhalb des Eises". Das Verzeichniss selbst aber erweist sich, drei Auslassungen abgerechnet, als eine getreue Copie des Kernerischen Verzeichnisses (1. c. pag. 152) „aller Samen, welche der Gletscherfirn der [5] obengenannten Berggruppen lieferte"! — Sapienti sat! Dr. V. Dalla Torre und Ludw. Graf v. Sarnthein (Innsbruck), Eemerkung zu der Abhandlung von A. Jencic „Einige Keimversuche mit Samen hochnordischer Pflanzen". Vou Dr. E. Wotoszczak (Lemberg). Auf pag. 347, Jahrg. 1899. dieser Zeitschrift sagt A. Jenciö unter Anderem Folgendes: „Später hat Woloszczak die Ver- muthung ausgesprochen, dass die von Wiesner angegebene Keim- fähigkeitsdauer von 85 Tagen nicht die äusserste Grenze sei, und dass Alpenweidensamen (ich habe das Wort nicht markirt, wie es Jenöiß thut) auch den Winter überdauern könnten, ohne die Keimfähigkeit zu verlieren. Für Salix polaris, bei welcher man eine derartige Anpassung (!) am ehesten vermuthen würde, scheint dies nicht zuzutreffen...", Vor Allem muss ich mich dagegen aus- sprechen, als hätte ich im Botanischen Centralblatt, Jahrg. 1889, Nr. 32. die Ansicht ausgesprochen, dass Alpenweidensamen als solche zum Unterschiede von anderen Weidensamen eine längere Keiraungsfäbigkeitsdauer besässen. Ich sagte dort, dass Salix pen- fandra (deren Samen ich im December 1878 und Anfang 1879 — also noch vor V^iesner's diesbezüglichen Keiraungsversuchen — in Bezug auf die Dauer der Keiraungsfähigkeit prüfte), sich für derartige Versuche besonders darum eigne, weil man im Winter die Feuchtigkeits- und Teraperatursverhältnisse nach Belieben regeln könne, und fügte weiter hinzu, dass Alpenweiden unter der schützenden Schneedecke selbst den Winter überdauern könnten. Ich corabinirte nämlich folgendermassen : Wenn reife Weiden- samen, gleichgiltig von welcher Art (was ich nach meinen vielen Bastartirungsversuchen. auf welche sich Breitenlohner's Artikel in Nr. 26. Jahrg. 1877. des „Oesterr. landwirthschaftl. Wochen- 20 blattes" bezieht, schon im Jahre 1874 sagen konnte), bei ent- sprechender Temperatur höchstens 20 — 22 Stunden nach der Aus- saat keimen, dagegen wegen ihres leichten Vertrocknens nach fünf Tagen ihre Keimfähigkeit verheren, so könnten Samen der Alpenweiden, die im Gebirge mitunter spät blühen und reifen, an manchen Orten im Reifejahre die für das Keimen nöthigo Tempe- ratur nicht mehr finden und deshalb unter der Schneedecke, die weder ein Keimen, noch ein Vertrocknen der Samen zulässt. ihre Keimungsfähigkeit über den Winter behalten. Es konnte mir nach meinen Erfahrungen überhaupt nicht einfallen, au irgend welche Bevorzugung von Alpenweiden zu denken. Entschieden irrthümhch ist Jencic's Folgerung auf Grund seiner und Wiesner's Anbau- versuche mit Salix polaris. Warum ihre Samen in der Adventbay selbst sofort nach dem Reifen nicht keimten, weiss ich nicht — bei meinen Versuchen keimten alle möglichen Weidensamen mitunter schon wenige Stunden nach der Aussaat — ; dass Weiden- samen nach 90 Tagen (wenn sie nicht die ganze Zeit hindurch kalt und feucht gehalten wurden), oder gar nach beiläufig sieben Monaten vertrocknen mussten, daher keinen Gegenbeweis gegen die mir zugeschriebene Behauptung bilden können, ist selbst- verständlich. Literatur-Uebersicht ^). November 1899. Burger st ein A. Leitfaden der Botanik für die oberen Classen der Mittelschulen. 3. Aufl. Wien (A. Holder). 8°. 184 S. 223 Abb. — Mk. 2-40. Burgerstein A. Primula obconica und sinensis als Erreger von Hautkrankheiten. (Wiener illustr. Gartenzeitang. XXIV. Jahrg. 11. Heft. S. 381—385.) 8^ Degen A. v. Az amerikai illatos aranka magyarorszägon (.,Köztelek'' 1899). 8^ 6 p. „Cuscuta suaveolens Ser. in Uagarn". — Heracleum Orsini Guss. in der Herzegowina. (Publieution des bosn.-herzeg. Laudesrauseums. XI. 1899. 2 u. 3.) gr. 8". 3 S. Die Originalabhandlung ist in serbischer Sprache erschienen. Dörfler J. Herbarium normale. Schedae ad ceuturiam XXXIX. p. 297—325. Vindobonae (Verlag von J. Dörfler). 8". Abdruck der Etiketten der 39. Centurie des schönen Exsiccatenwerkes. Ausführlich behandelt, respective neu beschrieben werden: Rosa Fritschii H. Braun, sp. nov. (Niederösterreich, Aspang), Bellis margaritifolia Huter, ^) Die „Literatur-Uebersichf* strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Oesterreich- Ungarn er- scheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direct oder indirect beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung thun- lichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und V^erleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaction. 21 Porta, Eigo, sp. nov. (Sicilia, Messina), Petasites hybridus (L.) G. M. Seh. Carex Crepi'iii (rtmota X vidpina), Festuca Calabrica Huter, Porta, Rigo, var. Huteri Rigo, F. ovina L., var, glmica, subv. caesia, Triticum Held- reichii (Holzm.i ^ Aegilops Turcica Azn. Hackel E. Euunieratio graminum Japoniae. Verzeichniss der Gräser Japans, hauptsächlich auf Grundlage von Sainrnlungen der Herren Faurie und Matsamura (Schluss). (Bull, de l'herb. Boiss. VII. p. 701-726.) 8^ Neu besclirieben werden: Coeladme ja/jonica Hack., Molinia japunica Hacli., Melica Mutsamurae Hack., Poa stenantha Trin. var. japonica Hack., var. fallax Hack., P. 3Iatsa'iurue Hack., P. hakttsaiiensis Hack., P. Fauriei Hack., Festuca subulata (Bong.), var. japo)iica Hack., Asprella japonica Hack., Annidinaria jmrpurascens Hack.. ^1. Matsamurae Hack., A. vaijinata Hack., Phyllustuchys Fauriei Hack., Bamhusa horealis Hack., Arundinaria linearis Hack., Ariindo furmusana Hack., Eragrostis Ma- liiioi Hack., Piamhw^a sfenostarJu/a Hack. Hein rieh er E. Ein Fall beschleunigender Wirkung des Lichtes auf die Saraenkeimung. (Ber. d. deutseh. botan. Ges. XVII. Jahrg. Heft 8. S. 308-311.) 8^ Verf. weist nach, dass die Keimung der Samen von Veronica peregrina durch Licht begünstigt wird, dass aber auch bei Dunkelculturen die Be- schaflFenheit des Substrates Verschiedenheiten der Keimzeit hervorruft. Kneucker A. Bemerkungeu zu den Oarices exsiccatae. VII. Lfg. (Forts.) (Allg. botan. Zeitschr. 1899. Nr. 11. S. 177—179.) 8". Von den 14 in dieser Fortsetzung besprochenen Nummern stammt eine (195) aus Oesterreich- Ungarn, nämlich Carex acroandra Schur., Siebenbürgen, Blasendorf, lg. Barth. Kornhuber A. Der Thebener Kobel. Ein Beitrag zu seiner Natur- geschichte. (Verh. d. Ver. für Natur- und Heilkunde zu Press- burg. N. F. X. Bd.) 8". 41 S. Die gründliche und anregende Arbeit behandelt in erster Linie die geo- logiseh-geognostischen Verhältnisse. Die Flora des Gebietes hat Verf. schon früher (1865) ausführlich behandelt, hier bespricht er blos das Auftreten des Smyrnium perfoliatum, die Culturpflanzen und die seit 1865 erschienene floristische Literatur. Murr J. Beiträge zur Flora von Tirol und Vorarlberg. XI. Nach- trag. (Deutsche botan. Monatsschr. XVII. Jahrg. Nr. 9 u. 10.) 8". 3 S. Als neu werden beschrieben : Selimim carvifulia L., var. aethitsoides, Tommasiiiia rerticillaris Bert., var. laserpitii folia, Laserpitium latifolium L , var. rotundatum, Galiam Parisiense L., var. asterolinoides. Neniec B. Die Mykorhiza einiger Lebermoose. (Ber. d. deutsch, botan. Ges. XVII. Jahrg. Heft 8. S. 311—317.) 8°. 1 Taf. Verf. constatirte Mykorhiza bei zahlreichen einheimischen Jungermanni- aceen; er untersuchte genauer die von (Jalypogeia tricltomaties. Seine Ver- suche machen es wahrscheinlich, dass die Mycelien der Mollisia Junger- viamiiae angehören. N(! stier A. üeber das V^orkommen von Pilzen in Wachholder- beereu. (Ber. d. deutsch, botan. Ges. Bd. XVII. Heft 8. S. 320 bis 325.) 8^ 1 Taf Verf. constatirte das nahezu regelmässige Vorkommen von Pilzhyphen {Aspergillus'^) in dem Fruchtfleisch der reifenden Fruchte von Juniperus communis. Nach von ihm durchgeführten Experimenten erscheint ein Zu- sammenhang zwischen dem Auftreten des Pilzes und der Blaufärbung der Früchte wahrscheinlich. 22 Rathay E. UelDer eine Bacteriose von Dacfylis glonieraia. (Sitzungsber. der k. Akad. d. Wissensch. Wien. Math.-naturw. Cl. Bd. OVIII. Abth. I. S. 597—602.) 8°. Verf. beobachtete bei Wien an D. glomerata eine Erkrankung, hervor- gerufen durch ein Bacterium, das er in Reinculturen erzog und dessen Eigen- thümlichkeiten er hier mittheilt. Rohlena J. Piispevky ku poznani variaci trav eeskych. (Kr. ceske spolecnosti nuuk. 1899. Nr. XXIV.) 8^ Deutsches ßesume auf S. 6-8. Verf. beschreibt Variationen und Bildungs- abweichungen von Ägrostis sj)ica venti (f. glomerata), Calamogrustis epigeios (var. puhescens), Crypsis alopecuroides (var. Celakovskyi), Holcus mollis (var. vwllissimus), Koeleria gracilis (f. aspera), Dactylis glomerata (var. pubiculmis), Festuca viyurus (f. major), Bromus slerilis (f. laiiu- ginosus), JB. inermis (var. pauciflorus), B. inermis (var. divaricatus). Tri- ticum rtpeiis (f. trichorrliachis), Laliiim perejine (var. cristatum), L. multiflorum (var. lo'}igearistntum und var. contr actum). Scherffel A. PJiaeorystis glohosa n. sp. (Bor. d. deutsch, botan. Ges. XVII. Jahrg. Heft 8. S. 317—318.) 8». Beschreibung der neuen, vom Verf. um Helgoland beobachtetete Art. Tschermak E. lieber die Verbreitung des Lithiums im Pflanzen- reiche. (Zeitschr. f. d. landwirthsch. Versuchswesen in Oester- reich. II. Jahrg. Heft 7.) 8". 14 S. Verf. untersuchte eine grosse Zahl von Pflanzenarten auf das Vorkommen von Lithium. Er constatirte insbesonders das Vorkommen desselben in Blättern, Blüten und Früchten, während es in Stengeln relativ selten nach- zuweisen ist. Tscherning. üeber Pinns silvestris L. f. Baenitzii m. von Karlsbad in Böhmen. (Deutsehe botan. Monatsschr. XVII. Jahrg. Nr. 9 u. 10.) 8^ 2 S. Velenovsky J. Siebenter Nachtrag zur Flora von Bulgarien. (Sitzungsber. d. k. böhm. Ges. d. Wissensch. Math.-naturw. Cl. 1899. Nr. XL.) 8°. 8 S. Neu beschrieben werden : CentaureaUrumovn Yel., Satiireja pilosaYel., S. S'korpili Vel, Calamintha thracica Vel. — Aufzählung einer Reihe für das Gebiet neuer Arten und bemerkenswerther neuer Standorte. Vierhapper F. Zweiter Beitrag zur Flora der Gefässpflanzen des Lungau. (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1899.) 28 S. Ein reicher und in Folge der sorgfältigen Bestimmungen werthvoUer Beitrag zur Kenntniss der Flora der Salzburger Alpen. Die Arbeit bringt auch ausführlichere Erörterungen über Phyteuma hemisphaericum und Ph. hetonicifolium. Weleminsky J. üeber Sporenbildung bei Dematium pullulans De By. (Sitizungsber. d. naturw.-raedic. Ver. Lotos. XIX. Bd. Nr. 5. S. 194—199.) 8". Ascherson P. Mittheilungen über eine im Mittelmeergebiete vielfach verwilderte Erigeron - Art. (Verh. d. botan. Ver. der Prov. Brandenburg. XLI. S. XXXIII -XXXVIII.) 8^ A. Matz beobachtete bei Amalfi in Calabrien, in Caserta bei Neapel eine Pflanze, die er nach Terraciano für Vütudiiila triloba hielt. H. Raap hatte dieselbe bei Genua beobachtet. A. Matz fand sie dann wieder bei Lissabon und Coimbra. Verf. hat nun die Pflanze selbst eingehend unter- sucht und ihr Auftreten im Mittelmeergebiete verfolgt. Nach ihm handelt es sich um den centralamerikanischen Kriyeron Karwitislyanus, var. inu- 23 cronatus DC. Ausser den schon erwähnten constatirte er noch folgende europäische Orte, an denen die Pflanze verwildert beobachtet wurde : Mentone (Retzdorff), Bordighera (Haussknecht), Laggo Maggiore (Solms-L au- bach), Oporto (Leresehe und Levier). Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Pflanze im Süden Europas sich weiter verbreiten und vielleicht auch in den mediteranen Theilen Oesterreichs (Südtirol, Istrien) auftreten wird. Carleton M. A. Ceroal Riists of the United States. A physiological investigation. U. S. Departement of Agriculture. Division of vegetable physiology and pathoIogie. Bull. Nr. 16. 8". 74 p. 4 Tab. Darbishire 0. V. üeber die Apothecieuentwicklung der Flechte Fhy.'^cia pidverulenta (Schreb.) Nyl. (Jahrb. f. wissenseh. Bot. XXXIV. Bd. 2. Heft. S. 329-343.) 8°. 1 Taf. Verf. hat bei der genannten Art Trichogyne beobachtet und deutet sie in Uebereinstimmung mit Stahl und Baur als Empfänguissorgan. Die Ab- handlung ist ein neuer Beweis für das ziemlich allgemeine Vorkommen von „Trichogynen" bei Flechten, ohne deren sexuelle Bedeutung jedoch sicher- zustellen. Frech F. Die Steinkohlenformation. Stuttgart (Schweizerbart), gr. 8''. 199 S. 2 Wehkarten, 9 Tafeln, 99 Fig. und 1 Karte in Fol. — Mk. 18. G ärtner- Kalender. Allgemeiner deutscher, für 1900. Heraus- gegeben vom Vorstand des Allgemeinen deutschen Gärtner- vereines. 6. Jahrg. BerHn. (Selbstverlag.) kl. 8**. Der Kalender ist für Berufsgärtner bestimmt und bietet ihnen nicht blos Auskünfte über Standesangelegeuheiten (natürlich in erster Linie für das Deutsche ßtichj, sondern auch sachliche Mittbeilungen, so z. B. Angaben über Dauer der Keimfähigkeit bei Samen u. dgl. G i e s e n h a g e n K. Unsere wichtigsten Culturpflauzen. Sechs Vorträge aus der Pflanzenkunde. „Aus Natur und Geisteswelt". Nr. 10. Leipzig (Teubner). kl. 8°. 114 S. 40 Fig. — Mk. 1. Das allgemein verständlich geschriebene, geschickt abgefasste Büchlein behandelt nur die Getreidepflanzen, bringt aber nicht nur deren Natur- und Oulturgeschichte, sondern leitet von ihrer Betrachtung die Grundlehren der botanischen Organographie und Physiologie ab. Ha liier H. Ueber Bombyeospermum PresI, eine Dicotylengattung von bisher noch zweifelhafter Stellung. (Jahrb. d. Hamburgischen wissensch. Anstalten. XVI. 1898. 3. Beiheft. S. 59-62.) 8°. Auf Grund der Untersuchung des Originalexemplares konnte Verf. die Zugehörigkeit der Gattung zu den Convolvulaceae feststellen. Kohl F. G., Reichenbach L. et H. G. Icones florae germanicae et helveticae. Tom. 23. Dec. 13 — 14. Gera. (Fr. v. Zezschwitz.) 4«. p. 69—83. 20 Taf. — Mk. 8. Bei aller Achtung vor der wissenschaftlichen Bedeutung des jetzigen Herausgebers dieses wichtigen Werkes hat der Referent schon bei Erscheinen der ersten von ihm herausgegebenen Lieferung nachdrücklichst darauf hin- gewiesen, dass die Herausgabe eines solchen Werkes in der Hand eines systematisch gründlich geschulten Botanikers liegen muss, widrigenfalls es seinen Werth einbüsst. Leider haben die seither erschienenen Hefte die Berechtigung dieser Kritik vollauf erwiesen und Band XXIII der Reichen- bach 'sehen Icones steht in Bezug auf seinen wissenschaftlichen Werth tief unter den früheren Bänden. Umsonielir ist es zu begrüssen, wenn der neue Verleger des Werkes bekannt gibt, dass Band XXV {Rosaceae) von Dr, Graebner in Berlin bearbeitet werden wird. 24 Le Joli A. Delix points de iioraenclature. fMem. de la soc. nat. des sc. nat. et math. de Cherbourg. XXXI. p. 187—192.) 8°. Behandelt die Nomenclatur von Jianunculus acer und Soiichiis olera- ceus. — Verf. tritt für 7i'. „acris"^ ein und weist nach, dass der Name S oleraceus nur als Sammelname für S. laeois f asper verwendet wei'den kann. Limpricht K. G. Die Laubmoose. Raben hoist's Kryptogamen- Flora. 2. Aufl. IV. Bd. 3. Abth. 35. Liefere. S. 513-576. 8°. Abb. Die Lieferung behandelt die Gattung Riipuum, ferner Aerodadiam und Scorpidium- Masse G. A Eevision of the genus Tilletia. (Bull, of Miscell. Information. Roval Gard. Kew. 1899. Nr. 153 u. 54.) 8". 19 p. 1 Tab. MurbeckP. Die iiordeuropäischen Formen der Gattung 67(;//a/-m. (Botaii. Notiser för är 1899. Nr. 5. p. 193-218.) 8^ Eine monographische Bearbeitung der nordeuropäischen Arten der Gattung, die aber, gleichwie die analogen Arbeiten des Autors über Ccrasthim, Bumex , Ayrostis, in Folge ihrer Gründlichkeit von allgemeiner Bedeu- tung ist. Obaeh E. Die Guttapercha. Mit einem Vorwort von K. Schu- mann. Dresden (Steinkopff-Springer). 8°. 112 S. 61 Fig. Eine sehr gründliche monographische Bearbeitung der Guttapercha in botanischer, chemischer und technischer Hinsicht. Potonie H. Eine Landschaft der Steinkoiilenzeit. Wandtafel im Formate 17U : 120 cm. — Mk. 20. — Erläuterung zur Wandtafel. Berlin (Bornträger). 8°. 30 Textabb. und 1 Taf. Potonie H. Die morphologische Herkunft des })flanzlichen Bialtes und der Blattarten. (Naiurw. Wochenschr. 1899.) 8^ M S. 12 Abb. Abdruck eines, anlässlich des 150 Geburtstages Goethe's, gehaltenen Vor- trages. Verf. skizzirt zunächst die morphologischen Anschauungen Goethe's betreffend das Blatt und geht dann zu einer allgemeinen genetisch-moi-pho- logischen Bptrachtung dieses Organes über. Er reeapitulirt dabei manches von ihm bueits anderweitig Publicirte. Verf. hat zweifellos Kecht, wenn er den Begriff „Blatt" ph3'logenetisch und nicht physiologisch ableitet, wenn er dessen Abkunft dort sucht, wo es zuerst auftritt, bei den Pteridophyten. Zu weit gi'ht Verf. nach der Ansieht des Ref., wenn er dabei bis auf Fucus zurückgeht. Die Phaeophyten haben mit den Cormophyten genetisch gewiss nichts gemein. Die Verhältnisse bei Fucus Hessen sich höchstens ver- gleichsweise heranziehen, um das Vorherrschen der Dichotomie bei Thallo- pbyten zu illustriren, aber auch das wird besser unterbleiben, um nicht das Missverständnis aufkommen zu lassen, als wenn genetische Beziehungen gemacht wurden, ßeiuke J. lieber Caulerpa. Ein Beitrag zur Biologie der Meeres- Organismen. (Wissensch. Meeresuntersuehungen. Abth. Kiel. Neue Folge. Bd. 5. Heft 1 ) 4«. 96 S. 87 Fig. Die Arbeit verfolgt nicht den Zweck einer systematischen Klarstellung der interessanten Gattung, sondern den einer vergleichend morphologisch- biologischen Darstellung desselben. Abschn. 1 (S. 6 — 45) bringt eine Ueber- sicht der Arten mit zahlreiclien schönen Abbildungen. Abschn. 2 (S. 46— 5G) sucht Vorstellungen über die genetischen Beziehungen der Arten zu einander zu gewinnen. Der Abschnitt ist nicht nur bezüglich dieser Resultate, sondern 25 in Hiublick auf die ganze Frage der Uescendenztheorie leseuswerth. Verf. stellt die Forschung nach den phylogenetischen Beziehungen der Organismen als fine Forderung auf, verhält sich aber sehr skeptisch bezüglich des Werthes der Resultate. Seine Skepsis ist begreiflich in Anbetracht der studirten Gattung, bei der weder geographische noch palaeontologische Hilfs- mittel zur Verfügung stehen, bei der der Einblick in die formbedingenden Faetoren zum grössten Theile fehlt, bei der also nur der morphologische Vergleich als Methode übrig bleibt Abschn. 3 behandelt den morphologischen Bau; Abschn. 4 in sehr beachtenswerther Art die Ursachen der Gestaltung. Im letzteren Abschnitte erörtert der Verf zunächst die Beziehungen der Frage nach den Ursachen der Gestaltung zu seiner Determinantenlehre und deduciit dann aus der Gleichförmigkeit der Lebensbedingungen, unter welchen heute die Caulerpen leben, die Unmöglichkeit der Abhängigkeit der Umprägung der Formen von äusseren Einflüssen. Ohne den Einfluss äusserer Faetoren selbst überschätzen zu wollen, möchte Ref aber doch glauben, dass Verf. jene Gleichförmigkeit überschätzt und etwas zu wenig die zeitliche Ungleichförmigkeit der Faetoren beachtet, die doch jedenfalls bei einem so weit zurückreichenden Typus, als welcher uns Caulerpa er- scheint, stark in Betracht kommt. — Kurze Mittheilungen über Regenerations-, Vererbungs- und Variationserscheinungen, sowie ein Capitel „Rückblicke und Ausblicke" beschliessen das ideenreiche Buch. Schmidt Jobs. Danmarks blaagrenne Alger. (Cjanopliyceae Da- nicae.) I. Hormogonme. Kjubenhavn. 8*^. 138 S. 38 Pi»:. Beginn einer eingehenden Bearbeitung der dänischen Cyanophyceen, die bei dem Mangel analoger Bearbeitungen auch für andere Florengebiete werth- voU sein wird. Diagnosen leider dänisch. Schwarz A. Fr. Pha'nerogaraen- und Gefässkryptoganienflora der Umgegend von Nüruberg-Erlangen. II. 2. Folge. Die Calycifloreu. (Abh. d. Nat. Ges. Nürnberg. XI. Bd.) 81 S. 163—514. Schon bei früherer Gelegenheit wurde darauf hingewiesen, dass hier eine sorgfältige, gründliche Arbeit vorliegt, die systematisch und pflanzengeogra- phisch durchaus verlässliche Angaben bringt. Der vorliegende Bau i bestätigt die Richtigkeit dieses Urtheiles. Smith J. D. Enuineratio plantarum (juatemalensium necnou Sal- vadorensium Hondurensium Nicaraguensium Oostaricerisium. Pars V. Illinois (H. N. Patterson.) 8°. 111 p. Wille N. Om nogle Vandsoppe. (Videnskabs. Skrifter I. Math.- natm-w. Gl. 1899. Nr. 3.) 8". 15 p. 1 Taf. Rliizidium Coiifervae n. sp., Olpidium Dicksonii (Wright), var. Striariae nov. var , Aphatiumyces norvccjicus n. sp. Akademien, Botanische Gesellschafteii, Vereine, Congresse etc. Kaiserliehe Akademie der Wisseuschaften iu Wien. Sitzung der inath. -naturw. Classe vom 19. October 1899. Das c. M. Herr Prof. Dr. R. v. Wettstein übersendet eine Abhandlung betitelt: „D escen de nztheore tische Unter- suchungen. I. Untersuchungen über den Saisondiraor- phismus im Pflanzen reicli e". Unter dem gemeinsamen Titel „Deseendenztheoretise-he Unter- suchungen" gedenkt der Verfasser eine Reihe von die Entstehung neuer Formen im Pflanzenreiche betreff «Mulen Eirr/.elnntersnchunoren 26 zu veröffentlichen. Die vorliegende erste Abhandlung behandelt in eingehender Weise die vom Verfasser vor vier Jahren für das Pflanzenreich nachgewiesene Erscheinung des Saisondimor- phismus. Verfasser konnte zeigen, dass eine, dem sogenannten Saisondimorphismus der Thiere analoge Erscheinung auch im Pflanzenreiche zu beobachten ist, allerdings mit dem Unterschiede, dass es sich bei Fällen der letzteren Art stets um verschiedene, aus gemeinsamem Ursprung in Anpassung an die khmatisch ver- schiedenen Abschnitte der Vegetationszeit entstandene Arten handelt, weshalb der Verfasser zur Bezeichnung dieser Erschei- nung den Begriff des Saisonartdimorphismus aufstellt, im Gegensatze zum Saisongenerationsdimorphismus, dem die Mehrzahl der aus dem Thierreiche bekannt gewordenen Fälle an- gehört. Im Jahre 1895 hat Verfasser das Vorkommen saison- dimorpher Arten bei den Gattungen Gentiann, Euphrasia, Alec- torolophas nachgewiesen ; seither gelang ihm die Auffindung der Erscheinung bei Arten der Gattungen Odontiies, Orthantha, Melam- pyrum, Galium Ononis und Cumpanula. Das umfangreiche, nun- mehr vorliegende Beobachtungsmaterial gestattet eine eingehende Kritik und Erklärung der Erscheinung, welche in der vorliegenden Abhandlung gegeben wird. Darnach stellt sich der Saisondimorphismus im Pflanzen- reiche als ein speciellerFall der Neubildung von Arten dar, bei welchem in An knüpfung an Formveränderungen durch directe Anpassung an standortliche Verhältnisse, sowie durch zufällige Variation es zu einer Fixirung der neuen Formen durch Zuchtwahl kommt. Der directe n Anpassung, res pect ive der individuellen Variation (Heterogene sis) fällt hierbei die Neuschaffung der Formen, der Selectiou die Fixirung und schärfere Aus- prägung derselben durch Ausscheidung des Unzweck- mässigen zu. Als der die Zuchtwahl bewirkende Factor erscheint die seit Jahrhunderten regelmässige Wiederkehr des Wiesen- und Felder- schnittes auf den mitteleuropäischen Wiesen uud Feldern, welche bei den genannten Gattungen die Spaltung der Arten in je zwei zur Folge hatte, von denen die eine vor dem erwähnten Schnitte zur Fruchtreife gelangt, die zweite erst nach diesem zu blühen beginnt. Sitzung der math.-natur w. Classe vom 3. November 1899. Das c. M. Herr Prof. Dr. Hans Moli seh übersendet eine im pflanzenphysiologischen Institute der k. k. deutschen Universität. in Prag von dem Herrn Privatdocenten Dr. A. Nestler ausge- führte Arbeit : „Zur Kenntniss der Wasserausscheidung an den Blättern von Phaseohis multiflorus Willd. uud ßoeli- meria". Die Resultate lassen sich folM'endermassen zusammenfassen: 27 Um die Tropfenbildung an den Blättern von Fh'iseolus niuUi- florus Willd. direet unter dem Mikroskop beobachten zu können, wurde ein sehr einfaches Verfahren angewendet: Man legt in kurzen Zeitintervallen abgeschnittene Fiederblättchen in die bekannten Petrischalen, deren Boden mit einer schwachen Wasserschichte bedeckt ist. Da die Tropfenbildung in diesen kleinen geschlossenen Räumen sehr schön vor sich geht, so kann man mit Leichtigkeit jedes Stadium derselben bei Anwendung einer bestimmten Ver- grösserung (Eeichert'sches Mikroskop, Oc. III. Obj. 4, Abbe) genau beobachten. Durch diese Beobachtung wurde Folgendes festgestellt: 1. Die Tropfen treten nicht durch besonders gestaltete Spaltöffnungen, auch nicht durch die gewöhnlichen Spaltöff- nungen aus. 2. Dieselben liegen nicht vorherrschend in den Nervenwinkeln und auf den Blattfacetten, sondern auf den Kreuzungspunkten der Nerven, seltener auf den Blattfacetten. 3. Gewöhnlich sieht man die Secrettropfen über einem oder mehreren Drüsenhaaren, seltener direet an diesen Trichomen hängen, bisweilen an solchen Stellen der Epidermis, wo weder Drüsen- haare, noch Spaltöffnungen vorkommen. Anstatt des gewöhnlichen Leitungswassers auf dem Boden der Petrischale kann man destillirtes Wasser, eine Kupfervitriollösung (1 — 27o). Tanninlösung oder sehr verdünnte Kalilauge, wahrschein- lich noch andere Flüssigkeiten verwenden : die Tropfenbildung geht stets normal vor sich. Die Secrettropfen bläuen rothes Lackmuspapier stets sehr stark; Nessler's Reagenz hat keinen Erfolg; Phenolphtaleinpapier röthet sich entweder nicht oder erst nach einigen Minuten, seltener sofort. Lässt man Secretwasser auf einem Objectträger eintrocknen, so zeigt sich ein weisser fester Rückstand; bringt man denselben nun wieder in einem feuchten Raum, so nimmt er rasch Wasser auf: es bildet sich von Neuem der Tropfen. Dieser neue Tropten reagirt nun stets sofort stark auf Phenolphtalein. Die mikrochemische Untersuchung des festen Rückstandes eines eingetrockneten Tropfens, ferner der spectroskopische Befund ergab mit Berücksichtigung anderer Reactionen das Resultat, dass derselbe neben einer geringen Menge von kohlensaurem Kalk kohlen- saures Kali enthält, eine Substanz, welche begierig Wasser aus einer feuchten Athmosphäre aufnimmt. Damit ist die Tropfenbildung auf dem Objectträger im feuchten Räume erklärt. Derselbe Vorgang v\ird wahrscheinlich auf den Blättern selbst sich abspielen, während gleichzeitig die Drüsenhaare thätig sind. Da kohlensaures Kali sofort stark auf Phenolphtalein reagirt, bei dem ausgeschiedenen Tropfen diese Reaction sieh aber in der Regel erst dann zeigt, wenn derselbe eingetrocknet und der ge- bildete Rückstand durch Aufnahme von Wasser wieder tiiissig ge- worden ist, so ist anzunehmen, dass doppeltkohlensaures Kali mit 28 dem Secrettropfen ausgeschieden wurde, welches beim EiutrockneD des Tropfens durch rasche Abgabe eines Theiles der Kohlensäure zu einfach-kohlensaurem Kali wird. Bei der Ausscheidung der Blätter der BoeJinieria-Arien. spielen die besonders au den Stellen des Wasseraustrittes vorkommenden Drüsenhaare keine Rolle ; das Wasser tritt hier durch Wasserspalten aus, welche auf einem kleinen, vollständig von Epithemzellen aus- gefüllten Zellhügel liegen. Der Vorgang der Ausscheidung ist hier eine einfache Druckfiltration. Neuer Verein. Beim dritten Moorcurs in Salzburg wurde der Beschluss gefasst, einen deutsch-österreichischen Moor- verein zu gründen. Derselbe beginnt seine Thätigkeit im Jahre 1900 und gibt eine österreichische Moorzeitschrift heraus, die monatlieh erscheint und bezweckt, die Moorinteressenten in die Lage zu versetzen, die bisher ertragslosen Moore in Culturboden umzuwandeln und den Torf einer zweckdienlichen Verwendung zu- zuführen, wie dies durch den reichsdeutschen und den schwedischen Moorverein schon seit längerer Zeit mit Erfolg angestrebt wird. Anmeldungen zum Beitritt und Anfragen sind zu richten an Director Schreiber in Staab bei Pilsen. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Herbarium normale eonditum a. F. Schulz, editum per J. Dörfler. Cent. XXXIX. Die vorliegende neue Centurie ist wieder reich an seltenen und schönen Pflanzen. Erwähnt seien ausser den auf S. — dieser Nummer angeführten Pflanzen: Tilia stihparvifolia Borb. , 'J'. JHerneckensis H. Br., J\ Stohlii H. Br.. T. Haringiana H. Br.. Cytisus Ardtihii Fouru., Astragalus. Murrii Huter, A. suhu- latus Pallas, A. Transsilvunicus Barth. Hedysarum candidum M. a. B., Fifnpinella Biclinelli Briq. von den Original-Standorten. Convolvulus Persicus L. von Constantinopel. Primula rubra eben- dorther etc. Baenitz C. Herbarium Europaeum. XXXHI. Jahrg. 1900. Der neueste Katalog zeichnet sich wieder durch grosse Reich- haltigkeit aus. Er gibt den Inhalt folgender Lieferungen an: A. Herbarium Europaeum. Lief. CX. Nachtrag. Euplirasia (11 Arten). - Lief. CXVL Pfl. aus Mitteleuropa (55 Arten). — ' Lief. CXVIL Pfl. aus Istrien, Italien, Frankreich, Schweden (35 Arten). — Lief, CXVin. Hieracium (10 Arten), Mentha (10 Arten), Snlicc (2" Arten). — Lief. CXIX. Rosa (6 Arten), Rnhus (65 Arten). — Lief. CXX. Pteridophyta, Moose, Characcae (30 Arten). — Lief. OXXI. Pfl. aus Russland und den Balkanläudern. — Lief. CXXII. Pfl. aus Spanien und Südfrankreich. — B. Herbarium Americanum. Plantae chilenses von 0. Buchtien. Lief. XVL Nr. 983— lu72 29 und Ergänzungen der Lief. XV. — C. Pfl. aus Europa, Kleinasien, Persien und Amerika. Zahlreiche Arten, besonders reichhaltig Uierncinm. Mentha, Fotentilld. Rosa, Huhns, Salix, Tilia, Viola etc. — Kataloge versendet Dr. C. Baenitz, Breslau, Marienstrasse 1 f . Arnold P. Lichenes exsiccatae. Mit der vorliegenden Lieferung gedenkt der Herausgeber dieses überaus werthvolle unternehmen vorläufig abzuschliessen. Es ge- hörte viel Selbstverleugnung dazu, in einer Zeit, in welcher das Interesse für Systematik überhaupt und speciell das für die Lichenologie so sehr in den Hintergrund trat, ein derartiges unternehmen durch Jahrzehnte mit grossen Mühen und Kosten fortzuführen. Nähei-stehende kennen den ausserordentlichen Werth der Arnold'schen Exsiccaten, und es ist nur zu helfen, dass die Zeit wieder komme, in der sie den Grund zu weiteren Forschungen abgeben werden. Die vorliegende Lieferung enthält folgende Arten aus Oester- reich-üngarn: Nr. 1729^ Aspicilia sanguinea Kplh. f. suhcandida Arn., Tirol, bei Wolkenstein (lg. Neugsch wenter), Nr. 1794 Lecidea jurana Schaer, f. dispersa Arn., Tirol, bei Wolkenstein (Ig. Neug- sch wenter), Nr. 1793 Lecidea jurana Schaer., Südtirol, Latemar (lg. Arnold), Nr. 1797 Thelidium dominaus Arn., Südtirol, Karer- pass (lg. Arnold und Boll), Nr. 1134/> Pohjhlastia cupalaris (Mass.) Arn., f. nticrucarpa Arn., Thelidium decipieus Hepp., Süd- tirol. Latemar (lg. Arnold), Nr. 359c Lecidea rliaetica Hepp., Tirol, ßodella (lg. Arnold). Nr. 737c Ramalina thrausta Ach., Tirol, V^erwallthal (Ig. Zopf), Nr. 15386 Usnea haihata L., Tirol, bei St. Ulrich (lg. Arnold), Nr. 822 (/ Usnea microcarpa Arn., Südtirol, Rothwand (lg. Arnold), Nr. 1783 Cornicidaria u^i- hausensis Auwd., Südtirol, Latemar (lg. Arnold), Nr. IISI a Rino- dina corticola Arn., Tirol, llnterkofel (Ig. Arnold). Nr. 1787 & Lecidea parasema Ach.. Tirol, Unterkofel (Ig. Arnold), Nr. 17506 Endocarpon miniatum L., f. complicaturn Sw., Südtirol, Latemar (lg. Arnold), Nr. 1798a Leptogium sinuatum Huds., Tirol. Unter- kofel (lg. Arnold), Nr. 1199b Collema tmdtifidum Sco])., Südtirol. Latemar (lg. Arnold). Nr. 1790 Fertusaria ophthalmiza Nyl. Südtirol. Latemar (lg. Arnold), Nr. 1799a Collema multifidmn Scop., Südtirol, Latemar (lg. Arnold). Nr. 118S Lecanora atriseda Fr., Tirol, bei St. Ulrich (lg. Arnold). Personal-Nachrichten. Dem Professor Dr. P. Asch er son (Berlin) wurde der Rothe Adlerorden verliehen. Prof. Dr. Ambronn in Leipzig wurde zum a. o. Professor an der Universität in Jena ernannt. 30 Privatdocent Dr. H. Sole reder (München) wurde zum a. o. Professor ernannt. Prof. Dr. Mez (Breslau) wurde zum a. o. Professor an der Universität Halle a. d. S. ernannt. Gestorben sind: William Paraplin, am 9. August 1899. in Llandderfel im 93. Lebensjahre : Thomas Bruges Flower, am 7. October 1899, in Bath im Alter von 83 Jahren; Alexander Wallace. am 7. October 1899, in Oolchester im Alter von 70 Jahren ; Prof. Dr. P. Knuth, am 30. October 1899, in Kiel im Alter von 45 Jahren ; Der Domprobst in St. Polten in Niederösterreich Karl Er- dinger am 14. December 1899. im Alter von 77 Jahren. Prof. Dr. E. Yatabe während des Badens im See von Ka- makma (Japan), am 8. August 1899. Notiz. Das Herbarium des verstorbenen Botanikers Gh. Leutwein ist zu verkaufen. Dasselbe umfasst in 140 Fascikeln hauptsächlich die vom Genannten in Griechenland, Italien, Frankreich, Süddeutsch- land, Oesterreich-Ungarn gesammelten, ferner im Tausch erworbene Pflanzen. Ein Katalog steht zur Verfügung. Auskünfte ertheilt Ma- dame de Wild (Chateau de Diemerswyl bei Meenchenbuchsee, Ot. Bern) oder Prof. Dr. L. Fischer in Bern (Universität). Inhalt der .länner-Xummer: Jencic A., Untersachnngen des Pollens hybrider Pflanzen. S. 1. — Eicht er 0., Eiu neues Macerationsmittel für Pflanzengewebe. S. 5. — Podpera J., Ueber eine neue Art der Gattung Fissidens. S. 11. — Urumoff J. K., Beiträge zur Flora von Bulgarien. III. S. 14. — Dalla Torre v. und Sarnthein Graf v., Bedenkliche Mis- cellen S. 18. — Woloszczak E., Bemerkung zu der Abhandlung von A. Jencic. 8. 19. — Literatur-Uebersicht. S. 20. — Akademien, Botan. Gesellschaften etc. S. 25. — Botanische Sammlungen, Museen etc. 8. 28. — Personal-Nachrichten. S. 29. — Notiz. S. 30. Eedacteur: Prof. Dr. R. v. Wettstein, Wien, 3/3, Eennweg 14. Verantwortlicher Eedacteur: J. Dörfler, Wien, III., Barichgasse 36. Verlasr von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig I« Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: II und III ä 2 Mark, X— XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI— XLI k 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post eipedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisung direct bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Carl Gerold's Sohn), zu pränuraeriren. Einzelne Nummern, soweit noch vorräthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 31 INSERATE. Die directen P. T, Abonnenten der „Oester- reichischen botanischen Zeitschrift" ersuchen wir höflich um gefällige rechtzeitige Erneuerung des Abonnements pro 1900 per Postanweisung an unsere Adresse. Abonnementpreis jährlich 16 Mark: nur ganzjährige Pränumerationen werden angenommen. Die Administration in Wien I., Barbaragasse 2. Dörflers ^^^=1:: Tausch -Katalog pro 1900 ist bereits erschienen und gegen Zuadressirung von zwei Ansichts-Post- karten erhältlich. Wien, III., Barichgasse 36. Im Selbstverlage des Dr. C Baenitz in Breslau, Marien- strasse 1 F, sind soeben erschienen : Morh riirnnooiim Lief. IIO, (l. Fortsetzung) Euphrasia. nclU. ELUlUpdCUlll. 11 Xr. Mk 1 50. — Lief. 116. Mitteleuropa 55 Nr. Mk. 8. — Lief. 117. Süd- und Nordeuropa. 36 Nr. Uk- 6. — Lief. 118. Hieracium. Mentha Salix. 46 Nr. Mk. 6-50. — Lief. 119. Rosa, Rubus. 73 Nr. Mk. 11. — Lief. 120. Kryptogameu. 31 Nr. Mk. 5. — Lief 121. Russland und Balkanländer. 39 Nr. Mk. 12. — Lief. 122. Spanien, Algier, Kleinasien. 43 Nr. Mk. 10. Herb. Americanum. fot:^!^ if ""''''■ ^^'^-^*-) Herb. Dendrologicum. Lief, i u. 2. 175 Nr 26 Mk Inhaltsverzeichnisse versendet der Selbstverleger Dr. C. Baenitz in Breslau. 32 Wiener Botanische Tauschanstalt. Neue botanische iimsiMii ii ii@ liln! (Europäisches Russland.) Der durch seine prächtigen taurischen Sammhingen wohlbekannte Bota- niker A. Gallier unternimmt abermals eine auf eine ganze Saison berechnete Sammelreise in die Krim. Gallier gedenkt Anfangs April 1. J. die geplante Reise anzutreten und hat als Standquartier die Steppe zwischen Simferopol und Karazu- basar gewählt. Von dort aus sollen Excursionen auf den Tschatyr-Dagh und in dessen Umgebung, nach Baidar bis Laspi und höchstens bis Jalta unternommen werden, desgleichen von Simferopol bis Sewastopol. Ferner soll die Salzgegend bei Feodosia und Kertsch bis zum Asow'schen Meere besucht werden. Die genannten Gegenden sind solche, die Gallier bisher entweder noch gar nicht oder nur ganz tiüchtig und zu einer zu späten Jahreszeit besucht hat. Es ist somit auch diesmal eine an hochinteressanten Arten reiche Aus- beute zu erwarten. Ueberdies will Gallier bestrebt sein, möglichst nur solche Arten aufzunehmen, die in den letzten Sammlungen nicht vertreten waren oder die nur einige wenige Abnehmer erhalten haben. Nachdem ein Theil der Reisekosten durch Subscription aufgebracht werden muss, werden Interessenten, die sich Sammlungen dieser Ausbeute zu einem bedeutend ermässigten Subscriptions-Preise sichern wollen, er- sucht, ihre Wünsche baldigst bekannt zu geben. Nähere Auskünfte ertheilt nur der Gefertigte, w e 1 c h e i- auch diesmal die Gesammt-Ausbeute übernehmen und zur Ver theil ung bringen wird. Nebenbei sei noch bemerkt, dass Gallier bereit ist, auch Wünsche nach Samen, Knollen und Zwiebeln für Culturzwecke zu berück- sichtigen. J. Dörfler, Wien, III. . Barichgasse 36. NB. Dieser Nummer ist Tafel I (Podpera), ferner für die Abnelimer des Jahr- ganges !899 Titel und Inhalt desselben beigegeben. ÖSTERREICHISCHE BÖTMISCHE mmm. Herausgoi^eben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. L. Jahrgang, N"- 2. Wien, Februar 1900. Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag. Nr. XXXVIII.') Untersiichungeii über die Stamiuoclien der Scroi>hulariaceen. (Mit 2 Tafeln ) Von Dr. Johanu Maria Polak. Bei iimfangreiclien Familien der Angiospermen, welclie einen streng einheitlichen Blütenbau besitzen, war man schon längst ge- nöthigt, bei systematischen Untersuchungen minder auffallende, im feineren Baue liegende Merkmale zur Unterscheidung der einzelnen Genera heranzuziehen, wie beispielsweise den anatomischen Bau der Frucht bei den ürabelliferen. die Stellungsverhältnisse der Radi- cula und der Ootylen bei den Cruciferen u. a. m. Bei Familien hingegen, die keine so einheitlich gebauten Blüten besitzen, bieten die Morphologie der Frucht, des Perianths und des Androeceums zumeist hinreichende Anhaltspunkte zur Unterscheidung der Genera, weshalb weniger auffallende Merkmale geriügere Beachtung finden. Solche weniger auffallende Merkmale können aber gerade sehr wichtig sein. Hierher gehören neben anderen rudimentäre Organe, welche im Laufe der phylogenetischen Entwicklung ihre ursprüngliche Function verlieren und rückgebildet werden oder andere Functionen übernehmen und dementsprechend umgebildet werden können. Das schrittweise Verfolgen ihrer Aus- bildung kann sehr werthvolle Aufschlüsse in phylogenetischer Hin- sicht liefern. Es gibt nur wenige Pflanzenfamilien, in denen durch das Vor- kommen rudimentärer Organe so deutliche Beziehungen zum ür- typus. sowie der Gruppen zu einander sich finden lassen, wie bei dem Androeceum der Scrophulariaceen. Dies bestimmte mich nun, über Anregung meines hochverehrten Lehrers, Herrn Prof. Dr. 1) Die vorliegende Abhandlung wurde im Jahre 1898 abgeschlossen, deren Publication verzögerte sich bisher aus äusseren Umständen. Oesterr. botan. Zeitschriff. 2. Heft. 190U. 3 34 Richard Ritter v. Wettstein, dem ich für diese Anregung und seine vielfache Förderung herzlichst dauke, der Untersuchung näher zu treten, ob nicht das Vorkommen und die Entwicklung von Staminodien noch in höherem Masse, als es bis jetzt geschah, sich in der Systematik der Scrophulariaceen, bezw. bei der Umgrenzung von Artengruppen innerhalb derselben Gattung verwenden Hessen. Meine nächste Arbeit hatte den Zweck, für jene Untersuchung das Material vorzubereiten durch Revision möglichst zahlreicher Gattungen der Familie auf das Fehleu, resp. Vorhandensein des fünften median oben gelegenen Staubgefässes. Es sollte damit eine Ueberprüfung der bisher vorliegenden, manchmal doch nuf vor- läufige Untersuchungen dürftigen Materiales beruhenden Angaben angebahnt werden, und insbesondere auch die Entscheidung der Frage, ob nicht in einzelnen Fällen Spuren (z. B. Gefässbündel) dieses Staubblattes aufzufinden sind, in denen es zur Ausbildung eines als Organ erscheinenden Staminodiums nicht mehr kommt. Die Wiedergabe der Resultate dieser Revision ist der Hauptzweck der folgenden Zeilen. Die denselben angefügten Bemerkungen über die Bedeutung der Ergebnisse für die Systematik der Familie sollen nur der Ausdruck einiger sich unwillkürlich auf- drängender Anschauungen sein und keineswegs auf monographischen Arbeiten beruhenden systematischen Gruppirungen irgendwie vor- greifen. Von Arbeiten, welche die Systematik der ganzen Familie der Scrophulariaceen umfassen, und die ich daher fortwährend benützen musste. seien die wichtigsten hier angeführt, da ich mich im Folgenden auf dieselben stütze: Endlicher: Genera plantarum secundum ordines naturales disposita. Vindobouae 1836—1840 (pag. 670—696). Benthamiu DeOandolle: Prodromus X. 1846 (pag. 187 f.). Bentham et Hook er: Genera plantarum, vol. II. pars II. Londonii 1876 (pag. 913—980). Baillon: Histoire des plantes IX. 1887 (pag. 4l3j. V. Wettstein: Scrophulariaceoe in Engler und Prantl: Natürliche Pflanzenfamilien, Leipzig 1891 (Lief 65 — 67)') und Nachträge, S. 293 (1897j. Im Allgemeinen beruhen meine Angaben auf der Unter- suchung von Herbarpflanzen, die ich zum grössten Theile der Sammlung des botanischen Institutes der k. k. deutschen Prager Universität entnahm. Die dort fehlenden Gattungen erhielt ich, so weit es möglich war, zum grossen Theile aus dem botanischen Museum der Wiener Universität durch gütige Zusendung des Herrn ^) Im Eingänge dieser letzterwähnten Bearbeitung, sowie im Nachtrage zu derselben (1897) findet sich die wichtigste sonstige Literatur angegeben. — Ueber die Staminodien der Scrophulariaceen vgl. man überdies E. Heinricher, Neue Beiträge zur Pflanzenteratologie und Blüten morphologie in Gest. bot. Zeitschr. 1894, Ascherson in Verb. d. bot. Ver. d. Prov. Brandenburg XXXI, und die dort citirte Literatur. 35 Dr. K. Rechinger, dem ich an dieser Stelle hierfür wärmstens danke. Schliesslich uutersiiehte ich im Herbarium des k. k Hof- Museums in Wien mit Erlaubniss des Oustosadjuncten Herrn Dr. A. Zahlb ruckner einige dort vertretene seltenere Gattungen.^) Die Blüten wurden aufgekocht und nach entsprechender Oeff- nung der Corolle mit der Präparirlupe oder dem Mikroskop bei schwacher Vergrösserung untersucht. Eine werthvolle Ergänzung fanden diese Untersuchungen dadurch, dass zahlreiche Arten im hiesigen botanischen Garten cultivirt und in lebenden Exemplaren untersucht werden konnten. A. Mittheilimg- der Resultate der die einzelnen Gl^attungen betreffenden Untersuchungen. Im Folgenden gebe ich zunächst eine kurze üebersicht meiner Beobachtungen. In der Reihenfolge der Gattungen folge ich dabei der oben angeführten Arbeit Wettstein's. Die Anführung einer Art besagt, dass ich wo möglich mehrere Exem- plare derselben bezüglich des Androeceu ms untersuchte. Bei gut bekannten und bereits untersuchten Gattungen, wie z. B. Verbascum, Digitalis, Älectorolophts u. a., beschränkte ich mich auf Stichproben. Unter „fünftes Staubgefäss" verstehe ich stets das rückwärtige obere. I. 1. Pseudosolaneae-Verhasceae. 1. Verbascum L. Fünf fertile Staubgefässe. 2. Celsia L. {Jantlie Griseb.) Vier fertile Staubgefässe. C. cordata Pers., C. cretica Lin., C. ncaulis Bory, C. persica 0. A. Mej., C. Arcturus L. Das unpaare fünfte Staubgefäss ist spurlos abortirt. 3. Staurophragma Fisch, et Meyer (f). St. anatoUcum Fisch, et Meyer. Vier gleichlange Staubgefässe, das fünfte Staubgefäss fehlt vollständig. 4. Leucophyllum Humb. et ßonpl. (f). L. minus Gray., L. Texanum Benth. Vier zweimächtige Staubgefässe, das fünfte fehlt vollständig. 5. Ghiesbreghtia A. Gray. Nicht untersucht. II. 2. Fseudosolaneae- Aptosimeae. 6. Anticharis Endl. {Boradanthera Benth.) Zwei fertile Staub- gefässe. A. arabica (Steud. et Höchst.) Endl. Die beiden vorderen Staubgefässe sind fertil, die drei übrigen staminodial. Das unpaare fünfte ist ein ganz kleines, rudimentäres Wärzchen mit noch deut- hehem Gefässbündel. Die beiden benachbarten Staminodien der rückwärtigen Staubgefässe zeigen noch unverkennbare Aehnlichkeit mit den fertilen Staubgefässen. Sie besitzen kurze, dünne und senk- 1) In der nachfolgenden Mittheilung der die einzelnen Gattungen be- treffenden Untersuchungen bezeichnete ich die aus Wien stammenden Pflanzen- species und Gattungen mit einem Kreuze (f). 3* 36 recht in die Blüte hineinragende Filamente, welche verkümmerte theca-artige Bildungen tragen. Kräftige Gefassbütidel ziehen sich bis an das Ende der Filamente hin. (Vgl. Tat. II. Fig. 1.) 7. Aptosimum Burchell (Ohlendorfßa Lehm., Chilostu/ma Höchst.). Vier fertile zweimächtige Staubgefässe. ^4. procumb.ms Burch. Die zwei rückwärtigen Staubgefässe sind bisweilen steril. Das fünfte Staubgefäss ist staminodial. Sein Gefässbündel reicht durch das Filament bis in's keulig angeschwollene Köpfchen. 8. FeUostomnm E. Meyer. Vier zweimächtige Staubgefässe. P. virgatum E. Mey., F. leucorrhisum E. Mey. Das Staminodium^) zeigt ein deutliches und kräftiges Gefässbündel, welches durch das verhältnissmässig lange Filament bis in's keulige Köpfchen reicht. II. 3. Antirrhinoideae-Hemimerideae. 9. Alonsoa Ruiz et Pav. {Schistanthe Kunze). Vier fast gleich lange Staubgefässe. A. incisaefoUa Ruiz et Pav., A. parviflora Steud., A. urücifolia Steud.. A. contiolata R. P. Das fünfte Staubgefäss ist vollständig abortirt. Die beiden Lappen der nach unten gewen- deten Oberlippe sind durch einen bis an die Basis der CoroUe gehenden Einschnitt getrennt. 10. Angelonid Humb. et Bonp. {Fhysidium Schrad., Thijla- cantha Nees et Mart., Schelveria Nees et Mart.) Vier zweimächtige Staubgefässe, kein Staminodiura. A. Gardneri. Hook , A. salicariae- folia H. B. K., A. integerrima Spreng., A. procumhens Nees; das fünfte Staubgefäss ist vollständig abortiit. 11. Diascia Link et Otto. Vier zweimächtige fertile Staub- gefässe. D. alonsoidcs Link besitzt ein kleines Staminodium mit schwach angedeutetem Gefässbündel an der dem oberen Stamen entsprechenden Stelle. JJ. pachyieras E. Mey. besitzt ein kleines Staminodium ohne Gefässbündel. I). Integemma E. Mey., D, tuny- ceras E. Mey., 1). racemulosa Benth. besitzen kein Staminodium., 12. Hemimeris Thunb. Zwei Staubgefässe. H. moidana L., H. sahulosa L. Die restlichen drei Staubgefässe sind spurlos abortirt. IL 4. Antirrhinoideae-Calceolarieae. 13. Trianthtra Wettst. nicht untersucht. (Nach Wettstein drei Staubgefässe, pag. 55.) 14. Calceolaria Linue. Zwei fertile Staubgefässe. C. sallcifolia Ruiz et Pav. Drei Staubgefässe sind vollständig abortirt. Als IJigen- thümlichkeit sei erwähnt, dass die Gefässbündel der Fetalen schon am Grunde reichlich verzweigt sind; diese Verzweigungen bilden in ihren Basaltheilen einen fast ringsum geschlossenen, um einen Verdickungswall verlaufenden Befestigungsring an der Basis der Corolle. (Vgl. Taf. IL Fig. 2.) C. chelidonifoUa H. B. hat keinen Verdickungswall. Die beiden Staubgefässe besitzen Honiggrübchen. 1) Wenn hier und im Folgenden vom Staminodium schlechtweg die Rede ist, so ist damit stets das dem oberen, unpaaren, in der Mediane der Blüte ge- legenen Staubgefässe entsprechende gemeint. 37 Auffallend ist es, dass die Blüten gerade an der Stelle, wo das nnpaare fünfte Staiibgefäss sich finden sollte, sehr leicht zerreissen. Dies ist ein deutlicher Beweis, dass nicht etwa zur mechanischen Festigung der Corolle Gewebetheile des ahortirlen Staubgefässes verwendet wurden. 11. 5. Ant irrhinoi dcae- Antirrh ineae. 15. Colpias E. Mey. ff), (7. mollis E. Mey. Vier zweimächtige Staubgefässp. Das fünfte fehlt zumeist. Nur eine Blüte (von 25 unter- suchten) hatte ein kleines, fadenförmiges Staminodium. 16. Nemcsia Vent, Vier zwei mächtige fertile Staubgeflisse N. chanKiedrifolia Vent.. IV. piihescens Benth., N. floribunda Lehm.. JV. versicolor E. Mey. Das fünfte Staubgefäss ist spurlos abortirt. 17. Diclix Benth. Vier zweimächtige fertile Staubgefässe. D. reptavs Benth. Das fünfte Staubgefäss ist spurlos abortirt, 18. Cymhalaria Baumg. Vier zweimächtige fertile Staub- gefässe. C. Cymhalaria (L.) Wettst. = Linaria 0. L. Das Stami- nodium ist fadenförmig, gegen das Ende zu etwas keulig verdickt, mit deutlichem Gefässbündel. 19. Elatinoides (Chav.) Wettst. Vier zweimächtige fertile Staubgefässe. E. Elathie (L.) Wettst., E. spuria (L.) Wettst. Das Staminodium des fünften Staubgefässes ist fadenförmig und etwas länger als bei der vorigen Gattung; das Gefässbündel ist deutlich durch das am Grunde verdickte Filament zu sehen. 20. Linaria Juss. (Linaria, Sect. Linariastrum Chav.). Vier zweimächtige fertile Staubgefässe. Staminodium stets vorhanden. L. reticidata Desf. (f) hat ein sehr kleines Staminodium. L. tristis Mill. (t) hat ein langgestieltes, senkrecht in die Blüte hineinragendes Staminodium. L. genistifolia Mill. Das Staminodium ist zweilappig. Das Gefässbündel deutlich. (Vgl. Taf. II, Fig. 3.) L. peloponncsiaca Bois et Heldr. Das Staminodium wie bei der vorhergehenden Species, nur etwas mehr zugespitzt. (Vgl. Taf. IL Fig. 4.) L. albifrons Spr,, L. striata Dec, L. Hendersonii (j), besitzen je ein zweilappiges Staminodium mit gestrecktem Filamente und kräftigem Gefässbündel. Jedes Gefässbündel der einzelnen Fetalen hat zwei Abzweigungen, die sich wieder theilen. (Vgl. Taf. II, Fig. 5.) Der Sporn wird allein vom Gefässbündel des fünften, unteren Petalum ernährt L. alpina Mill., L. macroura M. Bieb., L. saphirla Steud. besitzen sehr kleine Staminodien, bei denen man die Zweilappigkeit nicht mehr eonstatiren kann. L. dalmatica Mill., L. vidgaris Mill. besitzen ein schönes, oTOSses, zweilappiges Staminodium, das der ersteren Species besitzt noch ein unten verbreitertes Filament. 21. lUohavca (f) Gray. 31. viseida Gray. Feitil sind die beiden vorderen Staubgefässe, während die beiden rückwärtigen steril bleiben. Ihre Filamente sind viel kürzer, zeigen aber noch rudi- mentäre Thecae. Das unpaare fünfte Staubgefäss ist vollständig staminodial und keulenförmig. Alle drei rudimentären Staubgefässe haben Gefässbündel. (Vgl. Taf. 11, Fig. 6.) 38 22. ÄnUrrhiniim Liun. Vier zweimächtige fertile Staubgefässe. A. mains L. Das Staminodium ist iilein uud in Blüteniiüospen sehr turgeseent. Das Filament ist fast vollständig unterdrückt. Die Form ist verhältnissmässig wenig variirend. Das Connectiv und die Theeae sind noch schwach angedeutet vorhanden. Das Gefässbündel ist sehr sehwach, aber noch deutlich. (Vgl. Taf. II, Fig. 7—13.) Vgl. Fig. 22, pag. 45 L, M der Arbeit von Wettstein. A. Barrdleri Bor. Das Staminodium zeigt seitlich zwei den Antheren entsprechende Lappen. Das Gefässbündel uud ein kurzes Filament siud deutlich zu beobachten. Antirrhinum Lohelii = Asariniwi Lohelii (Mill.) besitzt ein kräftiges, zweilappiges, turgescentes Staminodium. 23. Schweinfurthiü A. Braun (|j. Seh. 2'>ediceUaris (Anders.) A. Br. Vier zweimächtige Staubgefässe, das fünfte ist staminodiaL zweilappig und etwas grösser als das bei Antirrhinum. 24. Chaenorrhinmu (D. 0.) Lge. Vier zweimächtige Staub- gefässe. Ch. minus (L.) Lge. Staminodium klein, knopfförmig. Ch. origanifolium (L.) Lge. Bei vier cultivirten Pflanzenstöcken in allen Blüten das fünfte Staubgefäss vollständig abortirt. Au der Stelle, wo das Staminodium zu suchen ist, reissen die Blüten sehr leicht. Bei vielen Blüten reisst schon die Corolle von selbst während der Anthese. 25. Simhuleta Forsk. (Anarrhinum Desf.) Vier zweimächtige Staubgefässe. S- heUidifoUa (L.) Aschers. Das kleine Staminodium hat ein kleines Köpfchen. Das Gefässbündel ist deutlich. S. orientaUs (Benth.) Wettst. Das Staminodium ist mehr als doppelt so gross wie bei der vorigen Art. Das Gefässbündel ist kräftig. 26. Galvesia (f) Domb. Vier zweimächtige Staubgefässe. G. juncea Gray. (Plant. Oaliforn. Nr. 720 ; legitPal m e r). Das Staminodium ist klein, breit-lappenförmig mit zartem Gefässbündel. 27. MaurancUa Ort. Vier zweimächtige Staubgefässe. M. antirrhiniflora H. B. Ein Staminodium mit entwickeltem Gefäss- bündel vorhanden. Das verkürzte Filament ist am oberen Ende mit Papillen besetzt, wie die Filamente der übrigen Staubgefässe. Die Antherentächer sind hier bereits metamorphosirt, etwas in die Länge gezogen, scheinen hohl zu sein und werden aus sehr zarten, parenchymatischen Zellen zusammengesetzt. Das Connectiv ist eben- falls in die Länge gezogen und gleich den umgewandelten Antheren aus zarten parenchymatischen Zellen aufgebaut. An den Enden der umgewandelten Antheren finden sich Spaltöffnungen in geringer Anzahl. Die Staminodien sind bei dieser Species sehr constant. aber schrumpfen bald nach dem Oeffnen der Corolle. (Taf. II, Fig. 14. 15.) 3J. scandens (Don) Gray. Das Staminodium zeigt vereinzelte Spalt- öffnungen an den rückgebildeten Antheren; im übrigen der fol- genden Gattung sehr ähnlich. (Vgl. Taf III, Fig. 16.) 28. Ehodochiton Zucc. Vier zweimächtige Staubgefässe. Rh. voluhile Zucc. Staminodium mit Gefässbündel vorhanden. Es zeigt noch deuilich Reste der Antheren, welche aber nicht so weit um- gebildet erscheinen wie bei Maurandia. 39 II. 6. Äntirrhino i (leae-Cheloneae. 29. Sijnapsis Griseb. Vier zweimächtige Staiibgefässe. Nicht untersucht. S. ilicifolia Gris. besitzt ein fadenförmiges Staminodiura nach Wettstein, pag. 63. 30. Leucocarpus Don. Vier zweimächtige Staubgefässe. L. per- foliatus (H. B. K.) Benth , L. alatus Don. Das fünfte Staubgefäss ist spurlos abortirt. 31. Bermatocahjx Oerst. Vier zweiraächtige Staubgefässe. Nicht untersucht. D. parviflorus Oerst. besitzt nach Wettstein, pag. 03, kein Staminodiura. 32. Halleria Linn. Vier zweiraächtige Staubgefässe. H. lucida L.. H. ovata Benth., H. ellipticu L. Alle besitzen ein fadenförraiges Staminodiura. 33. Teedia Eudolphi {Brohhausenia Roth.) (f). Vier zwei- mächtige Staubgefässe. Staminodiura fehlt. T. hicida Rudoiphi. 34. Phygelitis E. Mey. Vier zweiraächtige Staubgefässe. V. Wettstein gibt ein kleines Starainodium an (pag. 63). Bei den mir vorliegenden Blüten von Ph. capeusls E. Mey. [von cultivirten wie von Herbarpflanzen von Drege (Cap)] zeigte sich kein Stami- nodiura. wohl aber constant au der dera Starainodium entsprechenden Stelle Gefässbündelreste, die mit den Gefässbündeln der benach- barten Fetalen in den raeisten Fällen verbunden waren. (Taf. III, Fig. 17.) Nach unten zu, gegen den Grund der Blüten, endigten sie stets blind. In raanchen Fällen hatten sie auch nach oben zu keinen Anschluss zu den anderen Gefässbündeln. 36. ßusselia Jacquin {Gomara Ruiz et Pav.). Vier zweiraäch- tige Staubgefässe. 11. iiincea Zucc. Das Staminodiura ist einlappig, an der Spitze etwas in das Innere der Blüte gewölbt, aus paren- chyraatischen Zellen aufgebaut. Ära Grunde sind die Zellen cylin- drisch. gegen die Spitze zu werden sie allmählich polygonal. Das Ge- fässbündel reicht bis zur Insertionsstelle. (Taf. III, Fig. 19 u. 21.) 36. Friylinia PangeUi. Vier zweimächtige Staubgefässe. F. cestroides Colla, F\ undidata (Linn.) Benth. Ein stäbchenförmiges Staminodiura ist stets vorhanden. Bei F. cestroides beobachtete ich Starainodien von der Forra der fertilen Staniina, die aber keinen Pollen besassen. 37. Ixianthes (f) Benth. /. retzioides Benth. (Cap der guten Hoffnung, legit Zenker.) Die beiden vorderen Staubgefässe sind fertil, die beiden rückwärtigen steril rait noch deutlichen Antheren. Das unpaare ist vollständig staminodial, klein und keulenförraig. In allen Blüten sind die Starainodien deutlich sichtbar. (Taf. III, Fig. 22. ^ 38. Anastrahe E. Mey. Vier zweiraächtige Staubgefässe. A. integerrima E. Mey. Das Staminodiura ist klein und keulenförraig. 39. Fowkeria Harv. (j) Vier zweimächtige Staubgefässe. Ü. triphijlla Harv. besitzt ein kleines, lappiges Staminodiura mit Ge- fässbündel. 40. Brookea Benth. Nicht untersucht. 40 41. Wigthia Wallieh. Bloss vier zvveimächtige Staubgefässe. W. gigantea Wall, Stamitiodinm fehlt. 42. CoUinsia Nutt Vier zweimächtige Siaubgefässe. C. hicolor Kenth., C. grandiflora R. Br , C. verna Nutt. Das Staminodiura ist dick keulenförmig und ragt in die Blüte senkrecht hinein. Bei lebenden Pflanzen von C. multicolor Ldl. und C. hicolor Bentli. ist das Staminodium olivengrün. Das Gefässbündel ist in allen Fällen sehr kräftig. (Taf. III. Fig. 18.) 43. Tonella Nutt. (f). Vier zweiraächtige Staubgefässe. T. colllnsioides Nutt. (ü. S. A. Oregon Eocky. lg. Ho well). Das Staminodium ist ein kleines, ungestieltes Läppchen mit kräftigem Gefässbündel. 44. Scrophnlaria Linn. Vier zweimächtige Staubgefässe. Sect. I Vcnilia Don., S. cordatd W. K., S. vernalis L., S. chrysantha Jaub. et Sp , S. orientalis L. Spurloser Abortus des fünften Staubgefüsses. Bei -S. oricntdUs L. fanden sich bisweilen Abzwei- gungen der dem fehlenden fünften Staubgefäss benachbarten Petal- gefässbündel vor, w^elche gegen die Steile, an der das vStaminodium zu suchen wäre, verlaufen und dort unten blind endigen. (Im wei- testen Sinne erinnert dieser Fall an Phygelius. Nr. 34.) S. chry- santha wurde genauer untersucht, da die Frage nahe lag, ob nicht in Anbetracht der kräftigen Ausbildung des Staminodiums bei nahe verwandten Arten wenigstens Spuren desselben, etwa im Gefäss- bündelverlaufe, zu finden wären. Es wurden zu diesem Zwecke Quer- schnitte unterhalb des Gynöceums gelührt, welche zeigten, dass vom fünften Staubgefässe auch nicht Gefässbündelspuren vorhanden sind. Die Gefässbündel der benachbarten Fetalen zeigen oft stärkere Ver- zweigung gegen die Stelle der Blüte, wo das fünfte Staubgefäss zu suchen w^äre. Beim Welken der Oorolle vertrocknet zuerst die Stelle, welcher das fünfte Staubgefäss fehlt. Den Uebergang zu der fol- genden Section bildet S. Kotacliyana Benth.. welche constant das Gefässbündel des fünften Staubgefässes als letztes Rudiment des- selben noch zeigt. (Taf. III. Fig. 36.) Sect. II Scorodonid Don: S. alpesiris Gay., S. arguta Ait., S. auricnlata Brot., ä. amplexicaidis Benth., S. Ehrhartii Stev. , S. aquaticd L. , S. hispüla Desf. , S. lanceolata Pnrsh, S. nodosa L. , S. riigosn Willd., ä samhiicifolia L. . S. scoro- donia L. Alle haben ein breit lappenförmiges Staminodium, das in seiner Verbreiterung oft die Farbe der Corollzipfel annimmt. Das Gefässbündel ist in allen Fällen vorhanden und im oberen breitlappenformigen Theile verzweigt. (Vgl. Wettstein, pag. 45. Fig. 22 N.) Hier liegt zweifellos nicht ein blos reducirtes, sondern ein umgebildetes, anderen Zwecken adaptirtes Staubgefäss vor. lieber die Bedeutung dieses auffallenden ürganes konnte ich in der blüten- biologischen Literatur keine Angaben finden. ') Dass es sich hier ') Vgl. A. Kern er, Pflanzenleben, Ludwig, Lehrbuch der Biologie, E. Loew, Blütenbiologie der Floristik, H. Müller, Befruchtung der Blumen durch Insecten, pag. 282, 1873. 41 um ein „nutzloses", „völlig gleichgiltiges" Organ bandelt, wie H. Müller meint, kann man wohl unmöglich annehmen; es müsste sonst wohl wie bei der ersten Seet. abortirt oder reducirt werden. Scd. III TomiophyUuni Benth. -t-« »-V* »-4-^ •->-• •-!-• »-[--• >-v^ »-}--• fr-J--* »-4^< ^-l'-» •-![•-• »-I--* ^-^^-^ •-4--« »-4^^ •^^■^ Wir kaufen die Jahrgänge 1851, 1854, 1855, 1856, 1857, 1858, 1859, 1863 der ,,Oesterreichischen botanischen Zeitschrift' und erbitten Anträge. _ . ~ 1 i, i-» , Carl Gerolds Sohn Wien, L, Barbaragasse 2. »-1-« •'f~9 »-1^-« »-t-« •-!-• »--l-« »-'t-^ »--1-« •-'t~« »-t-« •-4-* »-t--« •'t-» »-t-« »-t-* »-t-« •-t-« »-1-« •-^'« «--t-« »^-« »^N» •-^« Zwei Herbarien ausgesuchter Pflanzen aus den Vereinigten Staaten von Nord-Ameriica, ins- besondere aus den südlichen und westlichen Staaten, sind zu verl(aufen. 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Huguenin" aufliegendes Exemplar hatte allerdings weniüer Pollen, aber auch dieser war vollständig steril (100^ j. 8. Verbascuni iiigrum L. X ^ • Lychnites L. = V. Schiedea- num Koch. „F. Schultz. Herbarium normale, nov. ser. cent. 1. 107. Terasses pierreuses et incultes de cotes sur le gres vosgien, dans la valee pres Kaiserslautern (Palatinat. Baviere) Dec, et rec. F. Schultz, 25. VH. 1865". Der Pollen war in verhältnismässig grosser Menge vorhanden, erwies sich aber als vollständig steril (lOOVo)- Compositae. 9. Cirsium montanum (W. K.) Spr. X C. spinosissimiim (L.) Scop. = Cirsium Aleutrense Porta ^). „Flora exs. austro-hung.. No. 1777. Tirolia austraUs. Val du Ledro. In pascuis montis Gadria inter parentes; solo calcareo, 2000—2200 m. s. m. leg. Porta". Pollen vollkommen steril (100%). 10. Cirsium acaule (L.) All. X G- oJeraceum (L.) Scop. = Cirsium decoloratum Koch^). ,,F1. exs. austro-hung. No. 1779. Tirolia austro-orientalis — Pustaria — In pratis humidis ad Innichen inter parentes; solo calcareo: 1200 m. s. ra. leg. G oll er". Pollenkörner in sehr geringer Zahl und nicht aufquellend, um mich davon zu überzeugen, dass dieses Nichtaufquellen charak- teristisch für den Bastart ist, untersuchte ich von den Staramarten folgende Pflanzen aus dem Herbarium des Wiener botanischen Museums : 1. Cirsium oleraceum Scop. „Wiener-Neustadt, leg. Garl v. So n klar. VI. 1862." 2. Cirsium acaule All. „Tetschen in Boehmen leg. Malinsky. VIII. 1853"; endHch 3. Cirsium acaule All. „Schneealpe leg. Garl v. Sonklar, VIII. 1860". Bei allen diesen, zum Theile sehr alten Pflanzen konnte ich Pollen, wenn auch in geringer Menge, so doch schön auf- gequollen, also vollständig fertil nachweisen. 1) Porta in Huter: Enumeratio plantarum exsicc. 1886. 2) Koch: Tascheabuch der Deutschen Schweizer Flora, pag. 294 (1844). 85 Ergebnisse. Gewinnung- von Ergebnissen allgemeiner Art lag nicht in dem Plane meiner Untersuchungen ; dazu war schon der umfang des Untersuchungsmateriales zu gering. Dagegen glaube ich für die Beantwortung mehrerer Fragen einiges Materiale beigebracht zu haben, das eine präcisere Verwerthung als analoges, in manchen Abhandlungen niedergelegtes, zulässt. Die Verringerung der sexuellen Leistungsfähigkeit der Pflanzen in Folge von Bastartirung ist eine allgemein bekannte Thatsache. Auch meine Beobachtungen haben durchwegs eine Herab- setzung der Fertilität des Pollens ergeben. Die Fertilität war in den untersuchten Fällen eine erheblich verschiedene, wir finden sowohl Beispiele für absolute Unfrucht- barkeit, als auch solche für sehr geringe Sterilität, und zwischen diesen beiden Extremen alle möglichen üebergänge. Das voll- ständige Fehlen des Pollens konnte ich — ich nehme dabei nur Eücksicht auf die Befunde bei lebenden Pflanzen — nur in zwei Fällen nachweisen: Saxifraya Braunü Wiemann und Cirsium affine Tausch. Wenig Pollen zeigte auch FotentUla spuria Kern., und selbst von diesem waren noch 6S'lö% steril. Andere Hybriden zeigten wieder zahlreiche Pollenkörner, aber sehr viel sterile darunter, wie z. B. die beiden untersuchten Semperviven, Verbascuni rubiginosum W. K. u. a., während wieder die Antheren von Cytisus Adami Poir. sehr pollenreich waren, die Sterilität aber nur 6*96^ erreicht. Auch die Ergebnisse meiner Untersuchungen sprechen dafür, dass die Beschaffenheit des Pollens, deren Oonstatirung keine be- sonderen Schwierigkeiten bereitet, in höherem Masse, als es bisher geschah^), bei der Bestimmung vorkommenden morphologischer Zwischenformen als Bastarte Berücksichtigung finden sollte. Ich habe gezeigt, dass auch an Herbarmateriale, und zwar bei solchem von relativ hohem Alter, sich vielfach die Beschaffenheit des Pollens noch mit Sicherheit erkennen lässt. Andererseits ist es aber selbstverständlich, dass die Pollen- beschaffenheit nicht kritiklos als Oriterium der Bastartnatur an- gesehen werden darf, ist es doch beispielsweise bekannt, dass auch unzweifelhafte Arten nicht hybrider Abstammung zuweilen auffallend wenig fertilen Pollen aufweisen^), dass andererseits Ba- starte mit sehr geringer ßeduetion der Pollenfertilität existiren^). ^) Von Arbeiten, welche bei Aufstellung von Hybriden auf die Beschaffen- heit des Pollens achteten, nenne ich beispielsweise die Arbeiten F o c k e's, ferner Murbeck a. a. 0., Wettstein's Monographie der Gattung Euphrasia (1895). Die Arten der Gattung Gentiana, Gat. Endotricha (1898) u. a. m. 2) Vgl. z. B. Focke: Synopsis Euborum Germaniae, S. 36 (1877). 3) Vgl. Focke: Pflanzenmischlinge, S. 479. Oesterr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1900. 7 86 Es gilt als Regel , dass Bastarte aus näher verwandten Arten durchschnittlieh fruchtbarer sind, als solche aus beträchtlich ver- schiedenen'). Aus der Zusammenstellung, die ich im Folgenden geben v^ill. erfährt dieser Satz eine wesentliche Bestätigung. Tabelle I. Bastarte, deren Stammarten zweifellos nahe verwandt sind: Steril erscheinende Pollenkörner 1. Lamium maculatnni L. >( ^^- cilbum = L. hol- saticum Prahl 16-52% 2. Cytisus Laburnum L. X G. alpinus Mill. = C. Watercri Hort ;•,.•• ^^'^'^^ 3. Geranium phaeum L. X G- Uvidum L'Herit. . 19*55% 4. Saxifraga aizoides L. X 'S', mutata L. = S. Hausmanni A. Kern 22 53% 5. Rhododendron hirsutiim ].. X Rh. ferrugineum L. = Bh. intermedium Tausch 30*00% Tabelle II. Bastarte, deren Stammarten zweifellos miteinander wenig verwandt sind : Steril erscheinende Pollenkörner 1. Primula carniolica Jacq. X P- Auricula L. = F. venusta Host 42*00%' 2. Saxifraga Aizoon Jacq. X S. cuneifoUa L. ^ S. Zimmeteri. A. Kern 70*94% 3. Sempervivum montanum L. X S. Wtdfeni Hoppe = S. Huteri Hausm 76 * 39 % 4. Verbascum phoeniceum L. X V- austriacum Schott. = V. rubiglnosuni W. K 95 44^ 5. Sempervivum montanum L. X 'J^'- arachnoi- deum L. = S. barbuhäum Schott 97*97% 6. Azalea sinensis Lodd. X A. sp. = A. mollis Hort. 98*91 ^ 7. S'ixifraga muscoides Wulf. X S. tenella Wulf = S. Braunii Wieraann: überhaupt kein Pollen! 8. Ctrstum oleraccum (L.) Seop. X 0. hcterophyllum (L.) All. = C. affine Tausch. : überhaupt kein Pollen ! 1) W. 0. Focke a. a. 0., S. 478 ff —- Dies gilt allerdings nur ganz allgemein. Ueber Ausnahmen vgl. Focke a. a. 0., S. 478. — Darwin: Ueber die Eutstthung der Arten. Deutsche Ausg. v. Carus. 8. Aufl. S. 320 ff. 87 Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag. Nr. XXXVm. Untersucliuiigeii über die Staminodien der Scrophulariaceen. (Mit 2 Tafeln.) Von Dr. Johann Maria Polak. (Fortsetzung.!) 45. Scrofella Maxim. Nicht untersucht. Zwei Staubgefässe. 46. Chelone Linn. Vier zweimächtige Staubgefässe. Ch. glahra L. Das Stamioodium ist löffeiförmig, die concave Seite gegen die BiüteDwand gekehrt. Am Grunde ist es etwas verbreitert und behaart. Das Gefässbündel ist kräftig, aber unverzweigt. Aufgebaut ist das Staminodium aus parenchymatisehen Zellen, welche gegen die Spitze zu polyedrisch werden. An der Spitze bemerkt man bei stärkerer Vergrösserung hervorragende Papillen mit gestreiften, verdickten Zeliwänden. \Taf. III, Fig. 23.) 47. Pentastemon Mitchell. (Elmigera Rchb.) Vier zwei- mächtige Staubgefässe. Bei allen Species ist das Staminodium zu einem langen, balkenartigeu Organe umgewandelt, welches bei dem Insectenbesuche eine wichtige Rolle spielt-). Taf III. Fig. 24. P. gracile Nutt. An der Aussenseite ist das Staminodium stark behaart (gebartet) und wenig verbreitert; daher verlaufen die (lefässbündelstränge fast parallel. (Taf. III, Fig. 26.) P. Hartwegii Benth. besitzt ein ungehärtetes Staminodium, das sich an der Spitze stark verbreitert. Das Gefässbündel verzweigt sich im oberen Theile dentritisch. (Taf. III, Fig. 25.) P. harbatum Nutt. (f) Das Staminodium ist kahl, breit keulenförmig und kürzer als die Staubgefösse. P. gentianoides Harw. (|) Das keulenförmige Staminodium ist am Ende aussen schwach gebartet und länger als die Staubgefässe. P. Richardsonü Lindl. Sein Staminodium hielt die Mitte zwischen den eben besprochenen ein. Es ist gegen das Ende zu etwas verbreitert und schwach behaart. Das Gefässbündel ist nur an der Spitze etwas verzweigt. Aeusserlich sehr ähnlich P. glaher Pursh. Vgl. Wettstein, pag. 66, Fig. 29. B. G. 48. Chionophtla Benth. (f) Vier zweimächtige Staubgefässe. phenandra Benth. Vier zweimächtige Staubgefässe. 8. viscosa Benth. Vom fünften Staubgefässe ist als letztes Rudiment blos das Gefässbündel erhalten geblieben, welches unverzweigt ist und bis in's erste Drittel der Blüte reicht. 59. Phyllopodium Benth. Vier zweimächtige Staubgefässe.'P. capitatuni Benth.. P. cuneifoliuni Benth. Das fünfte Staubgefäss ist vollständig abortirt. 60. Polycarena Benth. Vier zweimächtige Staubgefässe. P. capensis L. Das fünfte Staubgefäss ist spurlos abortirt. 61. Zalusianskia Schmidt. (Nyderinia Don.) Vier zwei- mächtige Staubgefässe. Z. maritima (L.) Das fünfte Staubgefäss ist 89 spurlos abortirt. Bisweilen besitzen die beiden höher inserirten Staubgefässe sterile Antheren oder sind staminodial. (Vgl, Wett- stein, pag. 69.) IL 8. Äntirr h i noideae- G ratiolea e. 62. Mimulus Linn. (Eri/tJiranthe Spach.) Vier zweimächtige Staubgefässe. M. andicolus H. B., M. cardhudis L., M. cupreas Hook., M. californicus (f), 1/. mochaies L., 31. Smithii Lindl., 31. ringeus Lin., 31. Intens Liu. Das fünfte Staubgefäss ist spurlos abortirt. Bei 31. californicus besitzt die Corollae an der Aussenseite zwischen den zwei oberen Fetalen eine Verdickungsleiste ohne Gefässbiiiidelrest. Dies hängt aber wohl nur mit der Zygomorphie der Blüte und nicht mit dem etwa metaniorphosirten fünften Staub- gefässe zusammen. (Vgl. Wettstein, pag. 72, Fig. 32c.) 68. 31(1^10^ Lour. Vier zweimächtige Staubgefässe. 31. rugosus Lour. Das fünfte Staubgefässe spurlos abortirt. 64, Dodaiiia Linn. Vier zweimächtige Staubgefässe. D. orien- talis L. Vollstäudiger Abortus des fünften Staubgefässes. 65. 31onttea Gay. {Oxycladns Miers.) (f) Vier zwei- mächtige Staubgefässe. M. chilensis Gay. (lg. Philippi.) An den von Inseetenlarven zerfressenen Blüten der mir zugänglichen Exem- plaren konnte nur festgestellt werden, dass ein kleines Steminodium mit einem Gefässbündel vorhanden ist. '6Q. 31elosperma Benth. (y) Bios vier zweimächtige Staub- gefässe. M. andicola Benth., fünftes Staubgefäss fehlt. 67. Lancea Hook, et Thoms. (f) Vier zweimächtige Staub- gefässe. L. tihetica Hook, et Thoms. (f), fünftes Staubgefäss fehlt, kein Stamiodium vorhanden. 68. Lindenhergla Lehm. (Brachycoris Schrad.) Vier zwei- mächtige Staubgefässe. L. ahyssinica Höchst.. L. sinaica. (Dec.) Das fünfte Staubgefäss ist abortirt. Die beiden oberen Petalgefässbündel sind reich verzweigt. 69. Hydrotriche Zucc. Nicht untersucht. Nach Wettstein. pag. 73, besitzt die einzige Art, H. hottoniaeflora Zucc, zwei Staub- gefässe und zwei kleine Stamiiiodien. 70. Amhulia Lam. (LimnoplrUa ß. Br., Cyhhanthera Hamilt.) Vier zweimächtige Staubgefässe. L. gratioloides (Br.) Baill., L. 2)itnctata Blum.; das fünfte Staubgefäss spurlos abortirt. 71. 31organia R. Br. Nicht untersucht. 72. Stemodia Linn. Vier zweimächtige Staubgefässe. St. tri- foliaJa (Link) ßchb. Das Staminodium ist lappenförmig, mit deut- lichem Gefässbündel; es reicht bis in die Höhe, in welcher sich die übrigen Staubgefässe von der OoroUe abheben. Bei St. lohe- lioides Lehm, ist das Staminodium etwas schmäler und erscheint daher etwas länger. 73. Adenosma E. Br. (Pterostigma Benth.) Vier zweiraächtige Staubgefässe. Nicht untersucht. Nach Wettstein, pag. 74, eines oder beide der vorderen Staubgefässe und zuweilen eines der rück- 90 wältigen rudimentär, üeber das fünfte Staubgefäss findet sich keine Angabe. (Vgl. Wettstein, Fig. 21 f.) 74. Tetraidacium Turcz. (f J Vier zweimächtige Staubgefäss«. T. veronicaefolium Turz. Fünftes Staubgefäss fehlt. 75. Dizigostemon (Benth.) Radlk. (ßeyrichia sect. Dwyyostemon Benth.) Nicht untersucht. 76. AcJietaria Cham, et Schlecht, {ßeyrichia Sect. Ächetarin Benth.) B. ocymoides Ch. Schlecht. Das Staminodiura ist ein ganz kleines Köpfchen, welches im unteren Drittheil der Corolle noch unterhalb der Insertionsstelle der übrigen Staubgefässe sitzt. Das Gefässbündel ist deutlich. 77. Otacanthus Lindl. {Tetraplacus Radlk.) Nicht untersucht. 78. Dopafrium Hamilt. Mir lag kein brauchbares Material vor. Nach Weitste in, pag. 75, sind zwei Staubgefässe und zwei Starainodien vorhanden. 79. Gratiola L. Zwei fertile Staubgefässe. G. ofßcinalis L. Die beiden rückwärtigen Staubgefässe sind fertil. die beiden vorderen sind viel länger, dünner und steril. Das fünfte Staubgefäss ist staminodial. In den meisten Blüten ist es ein ganz kleines und kurzes Stäbchen. (Vgl. Wettstein, Fig. 34, D. pag. 75. Ascher- son a. a. 0., Heinriche r a. a. 0.) — G. ramosa Wal b. (|), (r. pi- losa Michx. (y) Zwei Staminoiden der vorderen Staniina. die noch auf fadenförmigem Filamente ein Köpfchen tragen. Fünftes Staub- gefäss fehlt, (t. virginianah. (^hat zwei Staminodienohne Köpfchen. Fünftes Staubgefäss fehlt. 80. Ildefonsia Gardn. Vier zweimächtige (fj Staubgefässe. J. bibracteata Gardn., das fünfte Staubgefäss ist staminodial, klein, ohne Köpfchen (ähnhch dem von Ohelone). 81. Geochorda Cham, et Schlecht, (f) Vier zweimächtige Staubgefässe. G. cimeata Cham, et Schlecht. Das fünfte Staub- gefäss ist spurlos abortirt. 82. Conobea Aubl. Vier zweimächtige Staubgefässe. C. aqua- tica Aubl. Das Staminodium ist klein, dick, walzenförmig, mit deut- lichem Gefässbündel. 83. Bacopa Aubl. (Herpestis Gärtn.) Vier zweimächtige Staubgefässe. B. stricta Link., B. rotundifolia (Michx.) Wett- stein. Das Staminodium ist ein kleines Läppchen mit deutlichem Gefässbündel. Wettstein gibt pag. 76 an, dass in manchen Fällen ein Wechsel von 4 — 5 Staubgefässen eintritt, uud manchmal das Staminodium vollständig fehlt. (Fortsetzang folgt.) Ein neuer, bisher verkannter Bürger der europäischen Flora. Von J, Bornmüller (Berka a. J.). Ein Besuch der Insel Thasos im Jahre 1891 hatte ausser einigen Novitäten und manchen in pflanzengeographischer Hinsicht bemerkenswerthen neuen Funden auch einige für die Flora Europas neue, d. h. bisher nur vom kleinasiatischeu Boden bekannte Arten zum Ergebniss, über welche bereits berichtet ist ^). So entdeckten wir dort das kürzlich nun auch in Bulgarien aufgefundene^), im west- lichen Anatolien weit verbreitete Delphinium Phrygiuni Boiss., ferner die kleinasiatisch- syrische Vi ein cuspidata Boiss., welch' letztere wir im gleichen Jahre auch an verschiedenen Plätzen des thracischen Festlandes constatiren konnten, uud als dritten Neu- bürger die Lapsana adenopliora Boiss. ^). Nunmehr gesellt sich diesen ein vierter, innerhalb der Grenzen Europas noch nicht nachgewiesener Anatolier zu. und zwar in Gestalt von Sideritis curvidens Stapf, einer bisher nur aus Lycien bekannten, von uns ebenfalls auf Thasos angetroffenen Art. Sideritis curvidens Stapf gehört der Section Hesiodia an und ist mit Rücksicht auf die Kelchgestalt der S. liomana L. und S. purpurea Talb. anzureihen; der Kelch ist also, gegenüber den Arten mit gleichgestalteten Zipfeln (S. montana L., L. remota Urv. u. a.), ausgesprochen zweilippig. Die Oberlippe wird gebildet aus dem oberen, sehr breiten, aufrechten Kelchzahn, die Unterlippe aus den vier unteren, weit schmäleren, vorgestreckten Zähnen. Sideritis purpurea Talb. ist von S. liomana L., abgesehen von den weit grösseren purpurgefärbten Blüten, in der Gestalt des Fruchtkelches dadurch unterschieden, dass die beiden oberen Zähne der Unterlippe etwas schief abwärts geneigt sind und sich so mit den beiden gerade vorgestreckten unteren Zähnen in ihren Spitzen kreuzen. Hinsichtlich der Blütengrösse und -Farbe nähert sich die für Europa neue Art der S. Romana L., hinsichtlich der Kelchgestalt der S. purpurea Talb,, ist aber auch von letztgenannter weit mehr verschieden, als jene beiden unter einander. Bei S. curvidens Stapf laufen die Kelchzähne der Unterlippe allmählich in eine bedeutend verlängerte Spitze aus und diese sind sämmtlich, also auch das untere Paar, in starker Krümmung sichelförmig nach aussen abwärts gebogen. Die bezeichnenden Worte der Originaldia- gnose*) lauten: calycis „dentibus anticis quaternis e basi triangulari spinoso-aristatis incurvo-reflexis, postico maximo late ovato spinuloso-aristato" . 1) Vgl. E. V. Haläcsy: „Florula insulae Thasos", in „Oesterr. botaa. Zeitschr.", Jahrg. 1892, Nr. 12, 1893, Nr. 1. — J. Bornmüller, Nachträge, ebenda, Jahrg. 1894, Nr. 4 u. ff. 2j Velenovsky: Fl. Bulg. suppl, p. 10. 3) Nachdem ich vergangenen Sommer diese Art in Phrygien gesammelt und auch die verwandte L. intermedia M. B. var. ylcmdulosu Freyn in ßi- thynien beobachten konnte, glaube ich nunmehr, entgegen meinen Bemer- kungen in Oe. B. Z. (1. c), den Ansichten des Herrn Hofrathes v. Haläcsy bei- pflichten zu müssen. ■*) Stapf: Beiträge z. Flora v. Lycien, Carien u. Mesopotamien I, p. 28, in Band L der Denkschriften der mathem.-naturw. Classe d. Akad. d. Wissensch., Wien (1885). 92 Da Sideritis liomana L. unter den europäischen Arten der Section Hesiodia die einzige mit weissen Blüten ist, und da S. cur- videns Stapf, ebenfalls weissblütig, in der Tracht kaum von jener zu unterscheiden ist, so ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass trotz der auffallenden Merkmale die Stapf'sche Species nicht zum ersten Mal verkannt wurde und gleich der Pflanze von Thasos ') unter dem falschen Namen >S. liomana in Herbarien gelangt ist. Es dürfte daher kaum befremden, wenn S. eurvldens Stapf bald von anderen Plätzen im Südosten Europas gemeldet werden würde. Einige nicht pubhcirte Standortsangaben orientalischer, der Gruppe Hesiodia angehörender Sideritis- Axi^n mögen hier Platz finden: 1. Sideritis lanata L. Boiss. Fl. Or. IV. p. 705—706. Phrygia: Sultandagh, in saxosis et rupestribus prope Ak- scheher. 1100 m. s. m. (Wilajet Konia). — 18. VI. 1899 legi (exs.: Iter Anatolicum III (1899) No. 5484). Phrygia: Afion-Karahissar (Wilajet Khodavendikiar) in ru- pestribus. 10—1100 m. s. m. — 8. VI. 1899 legi. — (exs.: Iter Anatolicum III, No. 5483.) Galatia: prope Angora. 1892 leg. curavi (exs.: Iter Persico- turcicum 1892—93, No. 3098). Oappadocia: in regione inferiore montis Argaei. alt. IGOO m. s. m. — 16. VI. 1890 legi. — (exs.: Plantae Anatoliae orientaUs 1890, No. 2154.) 2. Sideritis liomana L. — Boiss. Fl. Or. IV. p. 706. — Visiani Fl. Dalm. II. p. 204. Dalmatia: Stagno grande, in rupestribus lapidosis. — 7. VI. 1886 legi. — „Blumenkrone ganz weiss." Dalmatia: Makarskar, in arvis lapidosis ad mare. — 20. VI. 1886 legi. — „Blumenkrone weiss, Oberlippe röthlich." Dalmatia australis: prope Cattaro et Risano. in apricis. — 1. V. 1886 legi. — typisch. Dalmatia australis: Budua, in arenosis maritimis. — 7. VII. 1886 legi. — „Oberlippe rosenroth" ; forma nana congesta. 5. Sideritis purpurea Talb. — Boiss. Fl. Or. IV. p. 706. — Vis. Fl. Dalm. II. p. 204. Dalmatia media: Spalato, in arenosis maritimis versus St. Stefano. — 7. VI. 1886 legi. — „Ober- und Unterlippe purpurroth." Dalmatia australis: in arenosis m.aritimis prope Budua in consortio S, Romanae L. — 5. VII, 1886. 4. Sideritis montana L. — Boiss. Fl. Or. IV. p. 706. a) f typica; Hochblätter auch am Ende der Zweige grün, nicht farbig. Persia australis: prov. Kerman. in regione subalpina montis Kuh Laiesar, 3000 m. s. m. — 11. VII. 1892 legi. — (exs. : Iter Persico-turcicum 1892—93, No. 4271). 1) Iter Turcicum anni 1891 exs. no. 411 sub S. Romana L. 93 ß) Hochblätter gebleicht, gelblich (var. comosa Boiss. 1. c. ; p. p.). Hercegovina: Mostar, in regione inferiore montis Pod-Velez. c. 600 m. s. ra. — 8. VI. 1886 legi. Serbia borealis: Belgrad, in arvis. — 10. VI. 1887 legi; starkbehaarte Form (wie bei S. remota ürv.) und so der var. villosa Freyn') nahestehend; Blütenstand sehr gelockert. Macedonia: in inferiore rnonte Oljmpo. ad Plaka et Litho- chori. — 30. VII. et 17. VIII. 1981 leg. — Sintenis et Bornmüller (exs.: Iter Turcicura 1891, No. 1434 et 1433). y) Hochblätter am Ende der Zweige stark entwickelt, goldgelb (var. comosa Boiss. 1. c, p. p. = var. xanthostegia Post, Flora of Palestina, Syria and Sinai, p. 642 (1896) = var. xanthocomd Aznav. 1897 -). Galatia: prope Angora. — 1892 leg. curavi. — (exs.: Iter Persico-tureieura 1892—93, No. 3100 sub S. remota Urv.^) Quirle weit von einander getrennt stehend; Habitus und Indument von S. remota ürv. Cappadocia borealis: Ak-da2:h. in regione alpina in lapi- dosis jugi Naibandagh, alt. 1900-2000 m. — 1. VIII. 1889 legi. — (exs.: Plantae exsicc. Anatoliae orientalis auni 1889, No. 1434 sub S. remota ürv.) — Forma condensata villosa. Bulgaria orientalis: Varna. in arvis. — VIII. 1886 legi. — Forma aprica densiflora cougesta, in consortio formae typieae non-comosae. Bei einzelnen Individuen sind die Internodien äusserst verkürzt, etwa von der Länge des Kelchtubus. tum Hook., var. auhcor- datuvi Bak., Anthrophyuni JapoHiciun Mak. Matsamura J. and Miyoshi N. Cryptogaraae japouicae iconibus illustratae. Vol. I. Nr. 6. Tokyo (Keigyosha & Co.). 8^ Inhalt: Codium viamillusum Harv., Asterionella (jracillima Heib., Ithj/phallus rugulosus Fisch., Pogonatum ulpinum Brid., Peltidea aph- thosa Ach. Parmentier P. üne nouvelle fougere hybride. Cystoptris Blindi Parm. {Cistopteris fragiUs Bernh. X Äsplenum Trichonuines L.) (Bull, de l'Acad. intern, de geogr. botan. 9. Ann. No. 123. p. 40—42.) 8". 1 Taf. Verfasser begründet die Deutung der gefundenen Pflanze hauptsächlich durch die Untersuchung des anatomischen Baues. Leider macht er keine Mittheilung über die Beschafi'enheit der Sporen. Penzig 0. Ueber javanische Phalloideen. (Annal. d. .Jard. botan. de Buitenzorg. 2. Ser. Vol. I. p. 133—173.) 8°. 10 Taf. 2 Textabb. Verfasser behandelt ausführlich die 16 aas Java bis jetzt bekannten Phalloideen. Neu beschrieben werden: Mutinus Fleischeri Penz., Jansia elegans, gen. et sp. nov. Penz., J. rugosa Penz., Ithyphallus costatus Penz., J. farosus Penz., Colus javanicas Penz. Reinke J. Die Entwicklung der Naturwissenschenschaften. ins- besondere der Biologie im XIX. Jahrhundert. Rede zur Feier des Jahrhundertwechsels. Kiel (ünivers. -Buchhandlung). 8". 21 S. Schaible Fr. Physiologische Experimente über das Wachsthum und die Keimung einiger Pflanzen unter vermindertem Luftdruck. (Beiträge zur wissensch. Botanik. Bd. IV. Abth. 1. S. 94 — 113.) 8". 8 Taf. 3 Textabb. Wichtigste Resultate: Unter vermindertem Luftdruck wird der Process des Wachstbums beschleunigt, derjenige der Keimung verlangsamt. Der ver- minderte Partialdruck des Sauerstoff"es ist wohl Ursache der verminderten Keimung, nicht aber des vermehrten Wachstbums. Die unter dem Reci- pienten vorhandene grössere Luftfeuchtigkeit steigert zwar dieses Wachs- thum ein wenig, jedoch fällt der Hauptantheil dem verminderten Luftdruck als solchem zu. Schinz H. Die Pflanzenwelt Deutseh-Südwest-Afrikas. III. (Mem. de l'herb. Boissier Nr. 1.) 8". p. 103—131. Seh ro et er C. Contribution a l'etude des varietes de Trapa natdii.^ L, (Arch. des sciences physiques et natur. Geneve. 4. Ser. t. VIII. 8°. 12 p. 1 Tab. 104 Solras- Laubach H. und Stein mann G. Das Auftreten und die Flora der rhätisehen Kohlensciiichten von La TVrnera (Chile). (Neues Jahrb. für Mineralogie etc. ßeilageband XIL S. 581 bis 609.) 8». 2 Taf., 1 Textabb. Usteri A. Das Geschlecht der Berberitzen. (Mitth. der deutscheu dendrol. Gesellsch. Nr. 8. 1899.) 8". 17 S. 7 Abb. Verfasser bearbeitet die Gattung monograpbisch und publicirt hiemit vorläufig eine Uebersiciit der Gattungsgruppen und Arten, ferner zwei Specialfälle, welche ergeben, dass Berberis buxifolia pijgmaea bort, nichts Anderes als eine fixirte Jugendform von Berberis buxifolia ist, und dass B. stenophi/lla Mart. keine Hybride, sondern eine selbständige Art ist Van Heurck H. Traite des Diatomees, contenant des notions sur la structure, la vie. la recolte, la culture et la preparation des Diatomees, la description et la figure de tous les genre conniis, de meme que la description et la figure de toutes les especes trouvees dans la mer du Nord et les contrees environtiantes. Anvers. (Buschmann.) gr. 8°. 594 S. Figg. et 35 PI. 75 Fres. Wainio E. A. Lichenes in Oaucaso et in peninsula taurica annis 1884—1885 ab H. Lojka et M. v. Dechy colleeti. (Terraeszet- rajzi füzetek XXII, Partes 3/4. p. 269—343.) 8^ Das im .Jahre 1893 begründete „Bulletin de l'Herbier Boissier" hörte mit Ende December 1899 auf zu erscheinen. Es ist dies ein recht bedauerliches Ereigniss. da die Zeitschrift durch die Mühewaltung ihres Herausgebers E. Autran sich rasch zu einem werthvollen Organe entwickelt hatte. Gewissermassen als Fortsetzung des „Bulletin" sollen fortan „Memoires de l'Herbier Boissier" in zwangslosen Heften erscheinen. Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Congresse etc. Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien. Si tzun g de r niathem. - n at ur w. (Jlasse vom 18. Jänner 1900. Herr Dr. Fridolin Krasser überreichte eine Abhandlung, betitelt: „Die von W. A. Obrutschew in China und Oentral- asien 1893 — 1894 gesammelten fossilen Pflanzen". U e b e r s i e h 1 1 i c h e Darstellung der ü n t e r s u c h u n g s- ergebnisse: Die einzelnen kleinen Loi-alfloren, welche in der angezeigten Arbeit abgehandelt wurden, stellen sich in kurzer üebersicht, wie folgt, dar: Palaeozoicum. I. Gebirge Ting-ing-pa- pan- shan. südlich von Kao-t'ei (Pro- vinz Kansu): Noeggerathia acuminlfissa n. sp. ( (i) vom Typus palmaeformis Goepp. Lordaites j ^^j ^^^ Typus borassifoUus (Sternb ) Ung. 105 Carpolithes (Typus von C. granulatus Grand Eury). Carbon (vielleicht Devon?). - Coli. Obr. Nr. 2042 h. II. Tu-pe am Flusse Tao-ho (Provinz Kansu): Lepidodendron-Knorria vom Typus der Knorria imbricata (Sternb.) Goepp. zu einem Lepidodendron vom Typus des L. hdifolimn Lesqu. oder L. quadraium (Presl) Schimp. irehörig. Carbon. — Coli. Obr. Nr. 1889 6. III. Gebirge Tung-shan, südlich von Urumtsi: Lepidodendron conf. Haid'ingeri Ettiugsh. Cordaites conf. principalh (Germ.) Geinitz. Oberes Carbon. — Coli. Obr. Nr. 2738. Gondwana-System. \y. Schlucht beim Dorfe San-schi-li- pu (Provinz Sehen-si): Untere Glossopteris-Faeies (Perm): Cordaitaceenblätter (? Noeggerathiopsis liislopi [Bunb.] Feistm.) Middle Gondwana (Trias) : Danacopsii^ Hughesii Feistm. Coli. Obr. Nr. 489 c. M e s z i c u ra. V. Kohlengruben beim Dorfe Hsü-kia-hö am Flusse Kialing- kiang (Provinz Sz'-tschvvanj : p, .. ( Equisetaceenreste. \ Fodozamites lanceolatus distans Heer. Coli. Obr. Nr. 1758 c, d. YI. Kohlengruben am Südabbruche des Gebirges Tyrkyp-tag: ( Phoenicopsis media n. sp. I Ginkgo sp. (cf. Hidtoni [Sternb] Heer). „ , I Tridwpytis setarea Heer. Brauner Jura j Czekanoicslia rigida Heer. I ^^ ^_ ^^ \ chinensis Schenk. I Elahdes Heer \ ^^^^^^^ jjeer. Coli. Obr. Nr. 2(194 a, h, c. YIL Kohlengruben Taseh-kessi. südwestlich vom Dorfe San-to- ling, am Rande der Hami- Wüste: Phoenicopsis angustifolia Heer. „ taschkcssiensis n. sp. „ media F. Krasser. Ginkgo Hutiont (Sternb.) Heer. „ Schniidtiana Heer. Brauner Jura. — Coli. Obr. Nr. 2589 a, b, d. Für die Wissenschaft neu sind: Flioenicopsis media^ Fk, laschkessiensis und jSoeggtraihia acuminifissa. Von diesen neuen Arten ist Noeggerathia acaminifissa am interessantesten, weil sie jenem alten Pflanzentypus angehört, der schon in vorcarbonischer Zeit als Archaeoptei is eine hohe Entwicklung der Gefässkrypto- gamen anzeigt. Die Lepidodendron-Knorria von Tu-pe, ferner die beblätterten Lejiiilodendron-Tjweige von Tung-shan und insbeson- dere die Abdrücke aus dem Gondwana-System (? Noeggerathiopsis 106 und die Danaeohsis Hugliesii Feistm.) von San-shi-li-pu, sowie die Ginkgo-Arien aus dem braunen Jura sind Reste, die aus China und Oentralasien bisher nicht bekannt waren. K. k. Zoologiseh-botanisclie Gesellschaft in Wien. V ersaramlun*.!: der botan. Section am 17. November 1899. — Herr Dr. W. Figdor hielt einen Vortrag über „Zell- kerne besonderer Art" (Referat über die gleichbenannte Abhand- lung Molisch's). — Dr. 0. v. K ei ssler demonstrirte von Dr. Penther in Südafrika gesammelte Pflanzen. — Herr M. Rass- raann berichtete über eine von ihm aufgefundene Abnormität von liesedd lutea (Capophor- Bildung) und über neue Standorte nieder- österreichischer Pflanzen. — Prof. Dr. K. Fritsch legte ein Exemplar des seltenen Cirsiimi palustre X splnosissimum (0. spini- folium Beck) vor (Standort: Krimml in Ober-Pinzgau. lg. Fritsch). Versammlung der Section für Kryptogamenkunde. Herr Dr. F. Krasser hielt einen Vortrag: „Ueber die Vegetation des Meeres". — Herr Dr. A. Zahlbr uckner legte neue Lite- ratur vor. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. A. Kneucker, Carices exsiccatae, Lief. VI und VII (Nr. 151—210), Karlsruhe 1899/1900. Preis ä 8 M. Mitte Januar 1. J. wurden zwei neue Lieferungen dieses interessanten Exsiccatenwerkes in bekannter vorzüglicher Ausstattung ausgegeben. Besonders die VII. Lieferung dürfte das Interesse aller Botaniker erwecken, indem dieselbe die Bastarde zwischen Carex foctida Vill., Persoonü 0. F. Lang, grypns Schkr. und lago- pina Whlbg. enthält, welche in dem beigegebenen Schedenheft näher behandelt sind. Es sind dies C. microstyla Gay = foetida X Persoonü, C. Kiikenthalii Dörfler = foetida X Icgopina, C. Laggeri Wimmer = grypos X foetida, C. Zuhnii Kneucker =r C. lagopina X Persoonü nebst ihren Formen. Lief. VI enthält : Carex divisa Huds. (Ital.), stenophylla Whlbg. (Böhmen), s^. var. desertorum Litwinow (Transcaspien), hiorrhynclia C. A. Meyer, vulpina L., remota L. X vidpina L., contigua Hoppe, Pairaei F. Schultz, P. f. elatior, divulsa Good, d. var. Guestpha- lica Boenngh., Leersü F. Schultz, paniculata L. X remota 1... hrisoides L. X remota L., echinata Murr, disticha Huds., repens Bell (Turin), Buxbaumü Whlbg., niontana L. f. i)seudopallesceus, glauca Murr, gl. var. serrulata Biv. (Abbazia), rariflora Sm. (Tromsö), pediformis C. A. Meyer (Lemberg). ornithopoda Wild., digitata L., d. f. major Bornm., humilis Leysser, pendida Huds., acutiformis Ehrh., a. f. gracilior. Lief. VII. Carex scirpoidea Michx. (Norwegen), Curaica Kuuth (Baikalsee), foetida Vill. X Persoonü Lang f. super foetida, f. siiper- Persoonii, echinata var. grypos Schk., foetida X lagopina Whlbg. 107 f. superfoetida, f. superlagopina, gr-ypos X foetida f. siipergrypos, f. intermedia, f. superfoctida, lagopina X Persoonii f. super-Per- soonii, f. intermedia, f. superlagopina. (Diese Bastarde und neuen Formen vom Gotthard, Grimsel, Gr. Bernhard), leporina L. f. capi- tata Sonder, acroandra Schur (Baläzs falva), atrata L., aterrima Hppe., nigra AU., clavaeformis Hppe., liniosa L. ssp. suhalpina Brgg., f. pallesceus Kükenth., frigida All. (alle aus der Schweiz), ferruginea Scop. (Seealpen), /". var. Kemeri Kohts (Innsbruck), f. forma transiens (Arlberg und Eginentha!), re.fracta Schkr. (Trient), tristis M. Bieb (Kronstadt), sempervireus Vill. f. coardata, Huter (Südtirol), capillaris L. (Eginenthal), c. f. minima Beck (Tristen- thal bei Luttach und Binnthal). Beiträge für die beiden Lieferungen wurden eingesandt von Arnold. Barth, fBeckmann, Belli. Dyring. Ferrari, Figert, Gelmi, Kneucker. Kükenthal, Litwinov, Mejerholz, Murr, Noto, Perrino, Petunuikov. Porta, L. Eichter, Römer. Rost, Sansesson, Treffer, Wiesbaur, Zalewski. H. Zahn. Dr. S. Buscalioni, Assistent am botanischen Institute in Rom, ist mit reichen Ergebnissen aus Brasilien zurückgekehrt. Im Auftrage der Regierungen von Park und Amazonas setzt er sich derzeit mit den Regieruugen und wissenschaftlichen Oorporationen Europas in Verbindung zum Zwecke der Gründung eines grossen internationalen botanischen Institutes in Amazonas. Das Herbarium generale von Dr. Boeckeler ist zu verkaufen. Dasselbe umfasst circa 12.000 Arten. Auskunft ertheilt die Redaction der „Botanischen Zeitung. Botanische Forschangs- und Sammelreisen. Noch in diesem Monat gedenke ich eine botanische Reise nach Turan und Nordost-Persien anzutreten. Mein Sammelgebiet soll das turkestanisch-persische Grenzgebirge sein, welches eine hochinteressante Flora verspricht. Seit Szovits und Buhse ist dasselbe nicht mehr betreten worden. Nach meiner Rückkehr, voraussichtlich Ende dieses Jahres, werde ich hier von Kupferberg aus meine Herbarpflanzen, deren Bestimmung Herr Baurath J. Freyn gütigst übernommen hat, ausgeben. Der Preis für die Centurie beträgt M. 40. Bei Voraus- bestellung und bV>% Anzahlung wird der Preis auf M. 32 pro Centurie erniedrigt. Die geehrten Reflectanten ersuche ich, Bestellung und An- zahlung an Herrn Baurath .J. Freyn in Smichow-Prag ergehen zu lassen, der auch zu joder weiteren Auskunft gern bereit ist. Kupferberg in Sirhlesien, Februar 1900. Paul Sintenis. 108 Herr A. Gallier unterninimt heuer eine neuerliche botanische Sainmelreise in die Krim, die er Anfangs April antritt. Die Ver- theiluDg der Ausbeute nimmt Herr J. Dörfler (Wien, HL, Barieh- gasse 36) vor. Subscribenten können sich PHauzen der Ausbeute zu bedeutend ermässigtem Preise sichern. Personal-Nachrichten. Dr. Am brenn in Leipzig wurde zum ausserordentlichen Professor an der Universität Jena ernannt. Dr. Boris Fedtschenko wurde zum Conservator am botani- schen Garten in St. Petersburg ernannt. („Bot. Centralblatt".j Dr. B. S. Robinson wurde zum Professor für systematische Botanik an der Harvard-Universität ernannt. J. B. Oarruthers wurde zum Assistent- Director des botani- schen Gartens in Peradenya ernannt. Priv.-Doc. Dr. Arw. Wieler erhielt den Titel „Professor". Am botanischen Garten und Museum der Universität Wien wurde eine neue Assistentenstelle systemisirt und dieselbe dem Professor am Gymnasium in Krummau, Dr. Aug. Gin zb erger. verheben ; am 15. März d. J. tritt ferner Herr Dr. A. Wagner (Karls- ruhe) als Privat- Assistent in den Verband des genannten Institutes. Am 14. Februar d. J. starb in Wien der Professor an der Hochschule für Bodencultur, HugoZukal, im 55. Lebensjahre. Der Botaniker Carl Poläk in Prag ist am 17. Februar im 53. Lebensjahre gestorben. Mr. Grant Allen ist am 25. October 1899 gestorben. A. Franchet, Attache am Herbarium des Musee d'histoire naturelle in Paris, ist am 20. Februar gestorben. Inhalt der März-Nummer: Provazek S., Synedra hyalina, eine apoclilorotische BaciUarie. S. 69. — Pigdor W., Zur Anatomie des Stammes der Dammarpflanze. 8. H. — Rechinger C, Ueber Laminm Orvaln L. und L. Wettsteini Rech. S. 78. — Jencic A., Uuteisachungen des Pollens hybrider Pflanzen, (richluss.) S. 81. — Polak J. M., Untersuchungen über die Stami- nodien der ^crophnlariaceen. (Forts.) S. .S7. — Bornmüller J., Ein neuer, bisher verkannter Bürger der europäischen Flora. S. yO. — Schol z J. B., Studien über Clieiiopodium opulifolium, ficijoltum und album. (Forts.) S. 93. — Literatur-Uebersicht. S. 99. — Akademien. Botan. Gesellschaften etc. S. 104. — Hotanibche Sammlungen, Museen etc. S. 106. — Personal-Nach- richten. S. 108. Kedacteur: Prof. Dr. li. v. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 14. Verantwortlicher Redacteur: J. Dörfler, Wien, III., Baiichgasse 36. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreicllische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: U und III ä 2 Mark, X-XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI -XLI ä 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post expedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisung directbei der Administration in Wien, I., Barbarag'asse 2 (Firma Carl Gerold's Sohn), zu pränumeriren. Einzelne Nummern, soweit noch vorräthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. OSTERREICHISCHE Umm ZEITSCHRIFT, Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. L. Jahrgang, N"- 4. Wien, April 1900. „Amica Doronicum Jacquin" und ihre nächsten Verwandten. Von Dr. Fritz Vierhapper (Wien). (Mit Tafel VII.) Jacquin hat unter seiner Ariiica Doronicum zweifellos vor allem jene Pflanze verstanden, welche in den neueren niederöster- reichischen Floren werken als Doronicum (resp. Aronicum) Clusii, auf den KaJkalpen vorkommend, angegeben wird. Ein Vergleich der- selben mit dem Doronicum Clusii der Uralpen Tirols und der ganzen Westalpenkette, d. i. der unstreitig echten Amica Clusii Al- lioni. der allein der Name Doronicum (resp. Aronicum) Clusii mit Recht zukommt, überzeugte mich, dass diese beiden Pflanzen nicht identisch sind, und dass das niederösterreichische Doronicum dem Doronicum glaciale (Wulf.) Nym., ohne mit ihm ganz überein- zustimmen, doch näher steht als dem echten Doronicum Clusii (All.) Tausch (p. p.). In den folgenden Zeilen ist meine Ansicht durch Hervor- hebung der morphologischen Differenzen der drei erwähnten Arten begründet, und im Anschlüsse daran die geographische Verbreitung derselben besprochen. Schon Tausch ^) hat Amica Doronicum Jacq. und Verwandte (auch A. scorpioides L.) zu Doronicum gezogen und sie innerhalb dieser Gattung als Sectio Doronicum separirt, später haben aber viele Autoren, wie Reichenbach, Koch, Neilreich, Gremli u. A., die Gruppe nach Necker's^) Vorgang auf Grund des Merkmales, dass bei diesen Arten alle, auch die randständigen Blüten des Köpfchens einen Pappus haben, als Gattung Aronicum von Doro nicum s. s. abgetrennt, dessen Arten an den Randblüten gar keinen, oder doch nur einen rudimentären Pappus haben. ^) In neuerer Zeit 1) Flora, XI. (1828), S. 177 f. f. 2) Elementa botanica, I. (1791), p. 27. 3) Die anderen von Neck er und späteren Autoren zur Untersdieidung- von Aronicum und Doronicum angegebenen Merkmale, wie die Behaarung des Blütenbodens bei ersterem, die Kahlheit desselben bei letzterem, sind nicht durchgreifend. Oesterr. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1900. 9 110 haben jedoch Hoffmann,^) Beck, F ritsch u. s. w. Aronicum wieder mit Doronicum vereinigt. Ich schliesse mich hier dieser Auffassung an, weil ich es für sehr wahrscheinlich halte, dass gewisse Aronicum- Arten mit manchen JJoroni cum- Arten näher verwandt sind als untereinander und mit den übrigen Aronicum- Arten und umgekehrt. Es dürfte z, B. Aronicum Corsicum gewissen Doronicum- Arten näher stehen als etwa der Gruppe des Aronicum Clusii; anderseits ist Dorotiicuni cordatum, wie Simonkai ^) hervorhebt, mehr mit Aronicum Carpaticum verwandt als mit an- deren Doronicum-Arten. Daraus folgt, dass die mit Zuhilfenahme eines einzigen Merkmales erfolgte Abtrennung der Aroninim-Arten von Doronicum als eigene Gattung nicht dem natürlichen Zusammen- hange entspricht, dass man die beiden Gattungen besser zu einer vereinigt, und dass auch innerhalb dieser die Bildung von zwei den genannten Gattungen entsprechenden Sectionen nur den Werth einer Uebersicht hat. Bevor ich mich mit der „Arnica Doronicum Jacq." näher befasse, möchte ich die zunächst verwandten Arten Doronicum Clusii (All.) Tausch (p. p.) und D. glaciale (Wulf) Nym. vergleichend besprechen. D. C/msü wurde von All ioni ^) als Arnica Clusii und D. glaciale von Wulfen*) als Arnica glacialis beschrieben. Die älteren Autoren, namentlich Wulfen, haben diesen Arten weitläufige Beschreibungen beigegeben und diesen kurze Diagnosen] voran- gestellt, in welchen aber, wie auch v. TaveP) hervorhebt, gerade die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der beiden Arten nicht erwähnt waren. Indem nun aber vielfach derartige kurze Diagnosen mit unwesentlichen, nicht constanten Merkmalen in die Werke spä- terer Autoren übergingen, wurden die Differenzen zwischen D. Clusii und glaciale oft nicht genügend beachtet, die beiden Arten wurden miteinander verwechselt oder D. glaciale sogar als Varietät oder Gletscherform des D. Clusii aufgefasst. Erst Koch "^j hat durch Hervorhebung einiger ganz guter Unterschiede D. Clusii und gla- ciale, um mit Tavel zu sprechen, gewissermassen wieder rehabi- litirt. Gremli "') endlich hat, indem er die Art der Trichombekleidung zu vergleichender Betrachtung heranzog, die beiden Arten vollständig geklärt. D. Clusii soll stets ein horizontales Ehizom haben, während das des D. glaciale schief absteigt. Von der Constanz dieses Merk- males konnte ich mich an Herbarmaterial nicht überzeugen. D. Clusii ist meist höheren Wuchses als D. glaciale und hat in der Regel 1) In Engler u. Prantl, Nat. Pflanzenfam. IV. 5 (1894), S. 294. -) Bei Kerner, Schedae ad flor. exs. Aust. Hung. Nr. 1816. 3) Mise. Taur. tom. V p. 70 sec. Flora Pedemontana I. (1785), p. 205, ibi ic. tab. 11, Fig. 1, 2. *; In Jacquin, CoUectanea I. (1786), p. 230. 5) Aronicutn glaciale (Wulf.) Rchb. in Ber. Schweiz, bot. Ges. 1896, Heft 6, Sep. S. 2. 6) Synopsis Flor. Germ. Helv. ed. II. (1843), p. 421 unter Aronicum. ■^j Excursionsflora für die Schweiz, 6. Auflage (1889), S. 241. HI eineo hohlen Stengel im Gegensatz zu D, glaciale, dessen Stengel massiv und nur oben hohl ist. Doch wurde auch D. Clusii mit massivem Stengel aufgefunden. Leider konnte ich auch diese Diffe- renzen ebensowenig wie den Geschmack der ßhizome und die von Hoppe ^) erwähnte Thatsache. dass bei I). Clusii die Zungenblüten zur Nachtzeit zusammenneigen, bei D. glaciale aber ausgebreitet bleiben, einer durchgreifenden vergleichenden Betrachtung unter- ziehen. Die Nervatur der Zungenblüten scheint mir zur Unter- scheidung der beiden Arten nicht geeignet. Die basalen Stengelblätter haben bei D. Clusii eine grössere Fläche als bei D. glaciale und sind bei ersterem dünn, weich und allmäblich in den Blattstiel zusammengezogen, der immer kürzer ist als die Spreite; bei letzterem dagegen setzt sich die häufig dickliche, derbe Spreite meist deutlich von dem oft ebensolangen Stiele ab. Diese Merkmale treffen zwar zumeist, aber durchaus nicht immer zu. D. Clusii kommt manchmal auch mit dicklichen, mehr minder derben, D. glaciale nicht selten, namentlich im westHchen Theile seines Verbreitungsbezirkes, mit dünnUchen, weichen Blättern vor. Die Eandbeschaffenheit der Blätter ist bei beiden Arten Schwankungen unterworfen; es kommen ganz- randige Blätter und solche mit mehr minder tief entfernt-gezähntem bis gebuchtetem Rande vor. Die Spreite ist unterseits meist fast ganz- kahl, oberseits bei D. Clusii häutig mit zottigen Trichomen, u. zw. meist reichlicher versehen als bei B. glaciale, bei dem nebst kürzeren, dickeren Zotten auch meist Drüsenknötchen auftreten. Nur niederwüchsige Formen des D. glaciale haben manchmal eine oberseits dichter zottige Blattspreite. Viel leichter der Beobachtung zugänglich und immer ein sicheres Criterium zur Unterscheidung der beiden Arten ist jedoch die Bekleidung des Blattrandes. Tavel, dessen Beobachtungen ich auch an reichlichem Materiale aus den österreichischen Alpen bestätigt fand, sagt, auch Aronicum Hcorinoides zum Vergleich heranziehend, hierüber Folgendes: „Das Blatt von A. scorpioides besitzt zweierlei Haare, die namentlich am Blattrande deutlich hervortreten, einmal kurze, dicke, mehr- zellige Drüsenhaare und dazwischen viel längere drüsenlose, welche wimperartig vom Blattrand abstehen. Diese Wimperhaare sind durch Quer- und Längswände getheilt, an den Querwänden ein- geschnürt und am Scheitel stumpf; nicht selten treten sie nur vereinzelt auf oder fehlen ganz, ^j Am Blattrand von A. glaciale findet man wieder die kleinen Drüsenhaare und daneben die Wimpern. Letztere sind aber viel steifer und länger als bei A. scor- pioides. Unter dem Mikroskop erweisen sie sich als dünner und spitz zulaufend. Ihre Zellen sind langgestreckt, und an den Quer- wänden fehlen die Einschnürungen. A. Clusii endUch besitzt J) Bei Koch a. a. 0. 2) A. scorpioides (= Doronicum Halleri Tausch) habe ich nicht so durch- greifend untersucht, um entscheiden zu können, ob die von Tavel angegebene Art der Bekleidung des Blattrandes für D. Halleri, auch in den österreichischen Alpen immer constant ist. Der Fall wäre gewiss eine vergleichende Studie werth. 9* 112 gleiche Wimperhaare wie A. g'taciale, aber die Drüsenhaare fehlen. Hingegen ist der Blattrand reichlich versehen mit dünnen, spitzen und langen Haaren, welche dünnwandig sind, aus nur einer Zell- reihe bestehen und keine Einschnürungen zeigen; sie sind eigen- thümlich kraus und umgeben den Hlattrand mit einem lockeren Filz, an welchem das A. Cliisü jederzeit erkannt werden kann." — Damit sind die wesentlichsten Unterschiede des D. glaciale und Clusii genannt: am Blattrande des ersteren kurze mehrzellige Drüsenhaare und viel längere auch in die Quere mehrzellige Zotten, ^) am Blattrande des letzteren krause Filzhaare, die aus wenigen, in einer Eeihe angeordneten Zellen bestehen, und Zotten, die denen des D. glaciale sehr ähnlich sind.^} Die Zotten treten bei beiden Arten manchmal in sehr geringer Anzahl auf, oder fehlen wohl auch ganz. Der Stengel ist bei B. glaciale, namentlich gegen das Köpfchen zu mit langen Zotten, zwischen denen kurze Drüsenhaare in grösserer oder geringerer Zahl auftreten oder auch fehlen, mehr minder dicht besetzt, B. Clusii zeigt ein ähnliches Verhalten, nur sind die Drüsenhaare länger. Letzteres ist oft zottiger als B. gla- ciale, seltener überwiegen die Drüsenhaare über die Zotten, was ich bei B. glaciale niemals sah. Die Trichombekleidung der Flächen der Involucralblätter ist bei beiden Arten wie die des obersten Theiles des Stengels beschaifen, und auch am Rande treten bei B. glaciale wieder lange Zotten und kurze Drüsenhaare ^) in wechselnder Anzahl. *) bei B. Clusii ausser den langen Zotten noch lange Drüsenhaare und nicht selten ausserdem einzelne krause Haare, wie sie dem Rande der Blätter eigen sind, also im Ganzen dreierlei Trichome, ^) auf Sehr selten finden sich auch bei B. glaciale und der folgenden Art am Rande der Involucralblätter einzelne dünne, wenigzellige, gerade Haare. Das Boronicum der niederösterreichischen Alpen, auf das ich jetzt zurückkomme, sei durch eine kurze Diagnose charakterisirt. Ich nenne es Doronicum calcareum m. Syn. Senecio Doronicum Jacquin, Enum. stirp. (1762), p. 155 non L., Arnica Boronicum Jacquin, Flor, austr. I. (1773), p. 57, tab. 92; Aronicum Clusii Neilreich. Flora von Nied.-Oest. (1859), S. 361 ; Boronicum Clusii (a glandulosum und ß villosum), Beck, Flora von Nied.-Oest. (1893), S. 1213; Aronicum Boronicum Haläcsy, Flora von Nied.-Oest. (1896), S. 279. Doronicum semper monocephalum, floribus omnibus papposis. Foliis in basi caulis circa 5 — 25 cm alti lamina ovali vel ovata vel ob- 1) Siehe Fig. 2 a. *) Siehe Fig. 1 a. ^) Nur gegen die Basis und Spitze der Schuppen sind die Drüsenhaare manchmal etwas länger. 4) Siehe Fig. 2 b. 5) Siehe Fig. Ib. 113 ovata, integra vel remote repando-dentata, crassiuscula, subcarnosa, ürraula. in petiolum semper breviorem sensira angustata, superne plus minus dense hispida, subtus fere glabra, in margine setulis obsita, eglandulosa (in planta tj^pica) vel ad apicera pilis glanduli- feris paucis brevibus insertis, (in planta Doronico glaciali simili), foliis caulinis 1 — 4 saepe multo rainoribus vix vel non petiolatis, ceterum aequalibus. Caule ad capitulum et squamis involucri in facie inferiore et in margine pilis glanduliferis longis glandulosis, vel glanduloso-villosis, rarius solum villosis. D. calcareum steht morphologisch dem D. glaciale näher als dem D. Clusii und gewiss auch phylogenetisch, denn es ist mit ihm an den Grenzen ihrer sich ausschliessenden Areale durch nicht hybride Zwischenformen verbunden, während üebergangsformen zu D. Clusii fehlen. Habituell sieht es allerdings in Folge des Besitzes relativ grosser, allmählich in den Blattstiel verschmälerter Spreiten der basalen Stengel- blätter dem D. Clusii mehr ähnlich als dem D. glaciale. Das Rhizom ist nach Neilreich bald wagrecht, bald schief absteigend. Ob der Stengel durchgehend hohl oder massiv ist, konnte ich am Herbarmaterial nicht untersuchen. Die Blätter sind zu allermeist dicklich und derb wie bei 1). glaciale (bei D. Clusii sind sie dünn und weich), auf der Oberseite meist viel stärker zottig als bei diesem. Am Rande der Blätter^) sind bei IJ. calcareum dieselben steiflichen Zotten wie bei D. glaciale, aber meist in viel grösserer Anzahl vorhanden, die kurzen Drüsenhaare aber fehlen dem Blattrande des typischen D. calcareum, wie es am Schneeberg, Oetscher u. s. w. vorkommt, vollständig. Auf der Hochschwabgruppe finden sich neben diesen Formen auch solche, bei denen am Blattrande gegen die Spitze des Blattes zu auch einzelne kurze Drüsenhaare auftreten, Formen, welche wegen der gleich zu besprechenden Art der Be- drüsung des Stengels und Involucrums zwar noch zu I). calcareum gehören, aber doch als Zwischenformen in phylogenetischer Be- ziehung von Interesse zu sein scheinen. Von D. Clusii ist D. calcareum durch das Fehlen der für dieses so typischen krausen Filzhaare jederzeit scharf auseinander zu halten. Der Stengel des D. calcareum ist gegen oben ebenso wie die Fläche und der Band der Involucralschuppen -) mit vielen langen Drüsenhaaren ausgestattet, welche, durch ihre Länge von den Drüsen des D. glaciale auffällig verschieden, mit denen von D. Clusii übereinstimmen. Ausserdem treten aber noch oft zwischen den Drüsenhaaren lange Zotten auf. Je nachdem dieselben ganz oder fast ganz fehlen, oder in geringerer oder grösserer Zahl im Verhältniss zu der der Drüsenhaare auftreten, kann man Stengel und Köpfchenhülle drüsig, drüsig-zottig oder zottig nennen. Drüsige Formen des B. calcareum sind sehr häufig und entsprechen Beck's I). Clusii a glandulosum. Die Involucral- schuppen solcher Typen haben am Bande meist nur lange, viel- 1) Siehe Fig. 3 a. 2) Siehe Fig. .3 b. ia4 zellige DrüseDhaare, was weder bei I). glaciale, noch bei D. Glusii jemals vorkommt. Auch Formen mit zottigem Steugel und Invo- lucralschuppen, Becii's JD. Glusii ß villosum, weisen am Rande der letzteren immer noch relativ viele lange Drüsenhaare auf. Es herrscht im Auftreten dieser zweierlei Trichome innerhalb unserer Art grosse Variabilität und man findet oft unter einer Anzahl von einem bestimmten Standorte stammender Exemplare des D. calca-. reum mehr drüsige als zottige, und ich finde Beck's Behauptung, dass die letzteren viel häufiger seien, nicht bestätigt. Den Namen Arnica Glusii All., oder was, wie ich noch begründen werde, das- selbe ist, Doronium hirsutum Lam. und Arnica Stiriaca Vill., darf man aber weder für die drüsigen noch für die zottigen Formen unseres jO. calcareum gebrauchen, denn beide sind von der echten Arnica (Jlusii All. {= D. Glusii Tausch), die in Niederösterreich gar nicht vorkommt, durch das Fehlen der für diese so charakteristischen krausen Filzhaare immer sehr gut unterschieden. Die Unterscheidungsmerkmale des D. Glusii, glaciale und cal- careum seien noch übersichtlich zusammengestellt: D. Clusii (All.) Tausch D. glaciale (Wulf. Nym. D. calcareum m. Stengel oben zottig oder drüsig-zottig (sel- tener drüsig). Basale Stengelblätter weich, dünnlich; ihre Spreite viel länger als der Stiel; am Rande mit Zotten und krausen Flaum- haaren. Involncralschuppen am Rande mit Zotten, langen Drüsenhaaren und oft auch krausen Flaumhaaren. Stengel oben zottig. Stengel oben drüsig, drüsig- zottig (seltener zottig). Basale Stengelblätter i Basale Stengelblätter derb, dicklich, seltener derb, dicklich, weich, dünnlich ihre Spreite viel länger als der Stiel, ihre Spreite wenig länger als der Stiel od. ebensolang, am Rande mit Zotten u. sehr kurzen Drüsen- haaren. Involucralsclinppen am Rande mit Zotten u. sehr kurzen Drüsen- haaren. am Rande mit Zotten. Involncralschuppen am Rande mit Zotten und langen Drüsen- haaren oder häufig nur mit langen Drüsen- haaren Unsere drei Arten bilden eine durch die papposen Randblüten, den stets einköpfigen Stengel, die ganzrandigen oder nur entfernt gezähnten oder gebuchteten basalen und die meist viel kleineren oberen Stengelblätter habituell und morphologisch gekennzeichnete Gruppe von Arten, welche den natürlichen Verhältnissen entspricht, weil diese drei Typen untereinander näher verwandt sind als eine 115 derselben zu Arten einer anderen Gruppe. Zunächst steht ihnen jedeofalls der Ibrmenreiche und noch keineswegs genügend geklärte Kreis des 1). Hallen Tausch, zu dem auch Elemente mit pappus- losen Randblüten zu ziehen seien dürften, dessen Behandlung aber den Rahmen dieser kleinen Studie bereits überschreitet. (Schlnss folgt.) Einige teratologische Befunde an Lonicera tatarica. Von Dr. Ludwig Linsbauer (Pola) und Dr. Karl Linsbauer (Wien). (Mit Taf. VlII. nnd 3 Textflg.) Folgende Zeilen liefern einen Beilrag zu den teratologischen Fällen, welche bei der Gattung Lonicera beobachtet wurden. Die Art, um welche es sich hier handelt, ist in un-tjerem Garten (Wien, Döbling) in mehreren Exemplaren vertreten, die, soweit eine Be- stimmung nach den Blättern und Früchten möglich war, als Lonicera tatarica anzusprechen sind. Nach der Beschreibung einiger der interessanteren Formen teratologischer Ausbildungsweise an genannten Sträuchern werden die einzelnen Abnormitäten etwas eingehender besprochen werden. Nur das sei schon hier bemeikt, dass die zwei abnormen Indivi- duen durch die Menge ihrer Bildungsabweichungen auffielen. I. Drehrunder Zweig, dessen oberste Internodien kantig bis fast zweischneidig sind. Die Blätter stehen zu vier in einem Wirtei. Die Wirtei alterniren regelmässig miteinander, mit Ausnahme der obersten, wo eine Drehung der Internodien stattfindet. In den Blattachseln stehen je ein oder zwei Beiknospen übereinander; letzteres ist namentlich bei den mittleren Internodien der Fall. Der Zweig schliesst mit einer anscheinend vertrockneten Terminal- und einer einzigen Axillarknospe. lu einem der vier- blättrigen Wirtei fehlt die Axillarknospe an zwei unmittelbar nebeneinander stehenden Blättern, so dass bios in der Achsel des einen Blattes und in der des links davon stehenden je eine Knospe zu sehen ist; dasselbe wiederholt sich zwei Wirtei höher IQ der Weise, dass das unmittelbar über dem erstgenannten befind- liche Blatt und das rechts davon inserirte, mit Axillarknospen versehen sind, während die Knospen in den zwei anderen Blatt- achseln desselben Wirteis fehlen. Die Bogenentfernung der Blattbasen ist überall annähernd gleich. II. Drehrunder Zweig, im unter^-n Theile bereits Periderm- bildung wahrzunehmen. Die unteren Wirtei sind sechsblättrig. Hierauf folgen zwei vier- und ein fünfblättriger Wirtei. Die unteren Wirtei sind deutlich alternirend. Der Stengel beginnt immer mehr zu verbäudern und wird endlich zweischneidig zusammengedrückt unter gleichzeitig erfolgender schwacher Drehung der Internodien, 116 Der Abschluss des Zweiges erfolgt durch zwei Terminal- (?) und eine Axillari^nospe und mit einem siebenblättrigen Wirtel. III. Drehrunder Zweig, ganz unten am Strauche entspringend, abwärts hängend und stark von den darüber befindlichen beschattet. Die oberen Internodien sind nicht mehr drehrund. Alle Wirtel enthalten fünf oder sechs Blätter, nur der letzte ist vierblättrig. Die Blätter der Zweigunterseite sind auffallend kleiner, meist halb so gross als die anderen und gegen das Seitenlicht orientirt, während sich die oberen mehr oder minder gegen das Oberlicht einstellen. Es ist das eine Art der fixen Lichtlage, wie sie auch an dichter belaubten Bäumen oft ausserordentlich schön zu sehen ist. Die Blätter in der Peripherie der Baumkrone weichen in diesen Fällen dem directen Lichte aus und tragen nach Wiesner^) „panphotoraetrischen" Charakter. In einer gewissen Tiefe des Laubdaches nehmen die Blätter aber eine horizontale, gegen das Oberlicht orientirte Lage an, und im Schatten dieser Blätter stehen dann die untersten und innersten Blätter des Baumes mit ihren Spreiten gegen das nunmehr relativ stärkere Seitenlicht gewendet. Höchst scharf ausgeprägt kann man das u. a. an Exem- plaren von Aesculus Hippocastanum und Broussonetia papyrifera sehen. IV. Drehrunder Ast mit mehreren dreizähligen, alternirenden Wirtein, auf welche ein gestauchtes Internodium folgt. Ein Wirtel ist vierblättrig mit zwei nebeneinander stehenden Doppelblättern; sodann kommt ein fünfblättriger Wirtel mit normalen Blättern und ein eben solcher mit einem Doppelblatte. Weiterhin stehen im Wirtel sechs normale Blätter und hierauf im nächsten drei nebeneinander inserirte doppelspreitige Blätter. Der folgende Wirtel ist sieben- blättrig und enthält ein zweispitziges und ein dreizipfeliges Blatt, die aber nicht nebeneinander stehen. Die drei obersten Internodien sind deutlich verbändert. Der Zweig schliesst mit einem zehnblättrigen Wirtel mit vierzipfligem Blatte und einer deutlichen Knospe ab. V. Zweig von elliptischem Querschnitte, von allen untersuchten der interessanteste. Schon die unteren Internodien zeigen auf- fallende Krümmung, die sehr bald in Zwangsdrehung übergeht. Die obersten Internodien sind deutlich fasciirt. Zugleich findet mehrfache Knie- oder Zickzackbildung derselben statt, wobei die Ooncavitäten, d. h. die hohlen Winkel, unter denen sie zusammen- treffen, nach unten geöfi"uet sind. Die einzelnen, unter stumpfem Winkel aneinander stosseuden Internodien sind mehr oder minder bogenförmig gekrümmt und wenden ihre Oonvex selten nach unten. Der unterste Wirtel ist siebenblättrig. Im nächsten sind ebenfalls sieben Blätter zu zählen, welche aber nicht mehr in einem deutlichen Wirtel stehen, sondern in einer wenig geneigten 1) Vgl. Wiesaer, Ueber die Formen der Anpassung des Laubblattes an die Lichtstärke (Biolog. Centr. -Blatt XIX, Nr. 1). 117 Schraubenlinie, die aber keinen ganzen Umgang darstellt •, zwischen dem ersten und letzten Blatte der Schraubenlinie ist eine kleine Lücke auf der einen Breitseite des Internodiums. Der dritte, acht- blättrige Wirtel ist (durch kurze Kniebildung) etwas verdickt. Die vier obersten Blätter sind von den weiter unten stehenden durch eine kleine Lücke abgesondert. Die vier nächsten Knoten besitzen 19 Blätter in sehr steiler Schraubenlinie, die etwa dreiviertel eines vollen Urafanges aus- macht. Auch hier sind sämmtliche Blätter mit ein bis zwei super- ponirten axillären Beiknospen versehen. Ein kleiner Zwischenraum trennt die unteren 15 Blätter von den vier obersten. In dieser Strecke des Zweiges ist die Zwangsdrehung ausserordentlich stark ausgebildet und die Abflachung in Folge Verbänderung am größten. Der fünfte Knoten trägt drei Blätter auf der Stammoberseite des knieförraig gebogenen Zweiges. Das nächste Internodium ist im weiteren Verlaufe um seine Längsachse um 180" tordirt. wie am Zweige verlaufende dunklere Linien deutlich erkennen lassen. Der folgende Nodus hat fünf Blätter, wovon eines doppel- spreitig ist. Nach einem kleinen Zwischenräume kommt wieder ein Blatt, nach einem neuerlichen Interstitiura fünf Blätter; hierauf ein doppelspreitiges mit zwei Axillarknospen. Sodann folgen mehrere Blätter, welche auf der Breitseite des fasciirten Aststückes in einer zur Längsachse desselben fast parallelen Reihe angeordnet erscheinen (d. h. also in einer äusserst steilen Schraubenlinie übereinander inserirt sind). Am nächsten Knie befinden sich drei Blätter unmittelbar nebeneinander, auf der Breitseite kommt ein anderes ganz isolirt heraus. Im weiteren Verlaufe des Astes finden wir folgende Anord- nung: vom Knie auf die Breitseite fünf Blätter, auf der Kante des nächsten Knies ein Blatt, auf der gegenüberliegenden Breitseite fünf dicht aneinander. Endlich kommt ein Büschel von Blättern zur Ausbildung, welche sich gegenseitig sehr häufig vollkommen decken. Diese am meisten beschatteten Blätter werden gelb und vertrocknen. Auch die Zweigspitze scheint durch gelbliche Färbung auf einen krankhaften Zustand hinzuweisen. Die oberen Blätter entbehren meist (sichtbarer) Axillarknospen. Als sehr auffällig ist noch zu bemerken, dass die Blätter dieses und der früher beschriebenen Zweige ausserordentlich leicht, auch schon bei geringer Berührung, abfallen. Es war daher zu vermuthen, dass bei der herbstlichen Entlaubung diese Zweige einen Vorsprung gegenüber den normalen zeigen würden. Thatsächlich standen die abnormen Sträucher schon entlaubt da, während die normalen noch belaubt waren. Es weist das auf Differenzen im Stoffwechsel hin, deren Untersuchung in teratologischen und pathologischen Fällen gewiss von Interesse wäre. 118 Was nun das Auftreten der einzelnen, von uns beschriebenen Abnormitäten betrifft, so ist Folgendes hervorzuheben : Die abnormen Sträuche]- standen unter vollständig gleichen V^erbältnissen unmittel- bar neben den normalen Individuen. Die Thatsache, dass der Boden, auf dem sie wuchsen, fast reiner Lehmboden war, der bei- nahe stets — in Folge mangelhafter Bewässerung — an Wasser- armuth litt, zeigt wohl zur Genüge, dass bei unseren Exemplaren die Ursache der abweichenden Gestaltung nicht in einem Ueber- raassft der Zufuhr an Nährsalzen oder Wasser gesucht werden kann, während in anderen Fällen die Missbildungen bekanntheh häufig auf überkräftiges Wachsthum zurückgeführt werden. Ein Versuch, der aus anderen Gründen eingeleitet wurde, wirft weiteres Licht auf die Entstehungsursache. Der sub V. beschriebene Zweig wurde abgeschnitten und in Wasser gestellt und das Gefäss in eine sehr dunkle Zimmerecke gebracht. Nach einiger Zeit begannen sich Knospen zu entwickeln, nachdem sämmtliche Blätter des Zweiges schon abgefallen waren. Die dünnen Sprosse, die daraus hervorgingen, waren sammt den daran befindlichen Blättchen etiolirt. Beim Herausnehmen des Zweiges aus dem Wasser ergab sich, dass die untere, im Wasser befindliche Stengelpartie bereits angefault und mit einem schleimigen Bakterienbelag überzogen war. Die ausgetriebenen Sprossachsen zeigten schon nach ein paar Interuodien ganz deutliche Verbänderuug und Torsion, obwohl ihre Gesammtlänge erst etwa 5 cm betrug. Die eben geschilderten Er- nährungsverhältnisse des genannten abgeschnittenen Zweigstückes sind nun wohl nicht als glänzende zu bezeichnen; es kann also von einem geförderten Wachsthume, wie es an Wassertrieben zu beobachten ist, an denen bekanntlich vielfach teratologische Er- scheinungen auftreten, hier nicht die Rede sein. Eher könnte man in diesem Falle und bei den im Freien stehenden Stiäuchern von schlechten Ernährungsverhältnissen sprechen, und in diesen viel- leicht den Anstoss zur Auslösung von abnormen Bildungsreizen finden, welche sonst vielleicht latent geblieben wären, aber der Pflanze, resp. dem betreflfenden Individuum doch schon innegewohnt hätten. Es wäre übrigens auch denkbar, dass ein bestimmte Bil- dungsabweichungen aufweisendes Pflanzenindividuum unter allen oder doch unter verschiedenartigen Verhältnissen der Ernährung dieselben Altnormitäten hervorbringen könnte {^o kommen bei der- selben Lunicera- Art nach Klein schwach fasciirte und gedrehte Zweige mit dreizäliligen Wirtein und auch mit ganz regelloser Blattstellung an Wassertrieben vor). Denn die Möglichkeit, dass die in Erscheinung tretenden Abnormitäten direct und aus- schliesslich durch äussere Umstände hervorgebracht werden, muss wohl in Abrede gestellt werden. Unsere abnormen Sträucher stammen aus der Baumschule eines Gärtners, wo sich ebensolche Bildungsabweichungen vorfinden. Nun werden die dort befindlichen Low/cem-Sträucher durch Steck- linge vermehrt und unsere Exemplare stammen auch von solchen 119 her, so dass sie also wohl von diesen schon die Anlage zu den beschriebenen Missbildungen mitgebracht haben, was mit den oben gegebenen Ausführungen übereinstimmt. Es wurde schon früher erwähnt, dass abgeschnittene teratologisehe Zweige sich im Wasser kräftig bewurzelten, eine Beobachtung, welche sowie die gärtnerische Praxis zeigt, dass die Vermehrung solcher Abnormitäten durch Stecklinge wohl möglich ist.^) Von der Fasciation der Zweige selbst ist nicht viel zu sagen. Es ist Regel, dass die untersten Internodien noch nicht oder nur ganz andeutungsweise Verbänderung zeigen. Die einzelnen Internodien stossen bisweilen in einem Winkel aneinander, aui diese Weise eine Kniebildung hervorrufend, wie sie ähnUch Keissler^) für Lonicera caucasica Pall. beschreibt. Jedoch er- folgen bei unseren Sträuchern die Kniebildungen meist in der Art, dass die Oeffnungen der Winkel alle nach unten schauen, Zickzack- bildungen in der Regel also ausgeschlossen sind. Der Fall des Zweiges V, welcher auch sonst sehr interessante Verhältnisse zeigt, ist auch deshalb besonders bemerkenswerth, weil sich hier die einzelnen Internodien nicht alle in einer Ebene befinden, sondern der Zweig sich nach drei aufeinander nahezu senkrechten Richtungen ausbreitet; stellt man den untersten Theil des Zweiges vertical, so tritt an einer bestimmten Stelle ein ziem- lich scharfes Umbiegen des Zweiges in horizontaler Richtung nach rechts ein, um sich nach einer gewissen Strecke ebenfalls unver- mittelt in horizontaler Ebene nach vorne zu wenden. Fasciatiouen an Lonicera-Arten sind übrigens mehrfach beobachtet worden. Beispielshalber sei eine diesbezügliche Beob- achtung Reveil's^) an Lonicera caprifolium erwähnt, ferner die Angaben Klein's.'^j Häutig tritt auch (öfters gleichzeitig) Zwangsdrehung auf: so wird sie speciell für Lonicera tatarka von Klein und de Vries^) angeführt. Die Blattstellung weist nur die Bildung alteruirender, mindestens dreigliedriger Quirle auf, während die gegenständige Anordnung, wie sie sonst Regel bei den Caprifoliaceen ist, nicht zur Ausbildung kommt. Neben sehr häutig auftretenden dreiglied- rigen Wirtein (einer Erscheinung, welche bekanntlich bei vielen Pflanzen mit gegenständiger Blattstellung beobachtet wird und ^) Ueber Vererbung von Fasciationen vgl. man Hus, Heredity of fasciations (Erythea, vol. VII, 1899, Nr. 9). 2) Keissler, Ueber eine Zweigfasciation bei Lonicera caucasica Pall. (Verhandlungen der k. k. zool.-bot. Gesellschaft in Wien, 1899). 3) Reveil, Phenom^ne de l'expansivite dans les axes et dans les feuilles. . . (Bulletin de la Societe Botanique de France, VII, 1860, pag. 584). *) Klein, Untersuchungen über Bildungsabweichungen an Blättern (Pringsheim, Jahrbücher f. wiss. iiot., XXIV, 1892, S. 425). ^) De Vries, Monographie der Zwangsdrehungen (Pringsheim, Jahr- bücher f. wiss. Bot, XXIII, 1S91). 1^ speciell auch für Oaprifoliaceeu mehrfach bekannt ist/) finden sich nicht so selten auch solche mit vier, ja sogar mit noch mehr Blättern, indem einige Male an den beschriebenen Zweigen (übrigens auch auf den übrigen vorkommend) fünf-, sechs-, selbsr sieben- und achtblättrige ^) Wirtel auftraten. Indem solche vielblättrige Quirle, in denen auch ein oder das andere Blatt eine mehr oder minder getheilte Spreite haben kann, an den Zweigenden vorkommen, er- halten diese durch eine derartige „büschelähnUche" Anordnung der Blätter einen eigenthüralich schoptigen Abschluss, der in einem der betrachteten Fälle aus zehn Blättern bestand. Stets sind in solchen Fällen die Dimensionen der gehäuften ^) Blätter kleiner als die der normalen. Bei stellenweiser Fasciirung der Zweige geht die Wirtelstellung bisweilen in eine Spirale über, welche im extremsten Falle zu einer der Zweigachse nahezu parallelen Linie aufgerollt sein kann (vgl. Zweig Y).*) Dabei bemerkt man, dass sich besonders in letzterem Falle in den Achseln von übereinander stehenden Blättern häufig keine (äusserlich erkennbaren) Axillar knospen entwickeln, während sich sonst meist serial angeordnete Beiknospen neben den axillaren ausbilden. Wenn einerseits die vermehrte Blattzahl darauf hinzudeuten scheint, dass die abnormen Individuen wenigstens die Mögüchkeit einer gesteigerten Assimilationsthätigkeit besitzen, so ist anderseits zu beachten, dass bei zu grosser Häufung der Blätterzahl eines Wirteis (bei sieben- und mehrblättrigen) eine theilweise Deckung derselben stattfindet, in manchen Fällen derart, dass ganz genau ein Blatt von einem zweiten, daraufliegenden bedeckt und da- durch directer Beleuchtung völlig entzogen wird; das erstere Blatt erhält fast nur Licht, das bereits eine grüne Blattfiäche passirt und daher seine assimilatorische Kraft zum grossen Theile eingebüsst hat. Thatsächlich vergilben solche Blätter sehr bald und fallen ab. Es darf ferner nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Strom roher Nährsalze, der in die Blätter strömt, sich bei Vermehrung der Blattzahl auch auf eine grössere Menge von Blättern vertheilen muss, wodurch das durch die Blattvermehrung etwa ermöglichte Plus an assimilatorischer Thätigkeit wieder aufgehoben werden dürfte. Bezüghch der Lichtlag e vgl. man das bei Zweig III Gesagte. ^) Nach Penzig (Pflanzenteratologie, II, 1894) werden bei ;fast allen Loiiicera-Arten dreiblättrige Wirtel beobachtet. Speciell für Lonicera tatarica wird es erwähnt von Schlechtendal (Pflanzenabnormitäten in Jahresber. d. Ver. f. Naturkunde zu Zwickau, 1874) und von Klein (1. c). -) Klein (1. c.) fand an Lonicera fragrantissima Carr. im Maximum nur vierblättrige Wirtel. 3) Nach Penzig ist eine ähnliche Erscheinung, nämlich eine abnorme Massenentwicklung von Laubknospen, an Lonicera Xylosteum beobachtet worden (A. Braun). *) Bei Lonicera tatarica kommt bisweilen ganz regellose Blattanordnung vor (Klein 1. c); Supperponirung der Blätter beobachteten Lynch an Loni- cera micropoda, Klein an Lonicera fragrantissima Carr. 121 An den Blättern raehrgliedriger Wirtel tritt bisweilen An- isophyllie auf. Um einen von uns beobachteten, interessanten Fall dieser Art näher erläutern zu können, muss Folgendes voraus- geschickt werden. Ein Zweig (Nr. V) eines abnormen Exeraplares war abgeschnitten und in ein Gefäss mit Wasser gestellt worden, das dann unbeachtet längere Zeit ohne Wassererneuerung in einer dunklen Zimmerecke stehen blieb. Die Blätter fielen sehr bald alle ab. Da begann der ganz entblätterte Zweig zu treiben. Er war während seines Verlaufes zweimal im rechten Winkel abgebogen, an seinem horizontalen Mittelstücke befand sich eine Anzahl von Knospen in einer schiefen Reihe augeordnet. Zwei unmittelbar nebeneinander stehende Knospen (Fig. 1) begannen sich nunmehr zu zwei schwachen, etiolirten verticalen Sprossen zu entwickeln, von denen der eine kreisrunden, der andere in Folge schon hier auftretender Fasciation aber elliptischen Querschnitt besass. Ersterer hatte fünf, letzterer vier Blätter in jedem der zur Zeit der Untersuchung ausgebildeten drei Wirtel. Die Blätter eines jeden Wirteis waren ungleich gross. ^) Wie ein näheres Eingehen auf die Fig. 2) ergibt, ist der Fall nicht so einfach. (Fortsetzung folgt.) Eine neue Sclerotinia-Art. Von J. Rick S. J. (Valkenburg. holl. Limburg.) Sclerotinia Bresadolac Rick nov. spec. Apothecia gregaria, e sclerotio exterius nigro, interius al- bescente, rugoso, ovali, fere sphaerico, diametro 2 mm provenientia; primitus calyciformia, demum disciformia, margine tenero, hyalino- fusca vel pallida, stipite tenuissimo, filiformi, 1 — 5 cm longo, villoso, versus discum fere lanugmoso; 1 — 5 mm lata, ceracea, mollia. Asci cylindrati 70 — 80 (u- longi, 6—7 ft lati, 8 sporis. poro rotun- dato, jodo coerulescente. Sporae ovales, uno apiee paulo latiores, hyalinae, 6—8 ^ longae, 3 — 4 fi latae. Paraphyses hyalinae, fili- formes, versus finem — 3 fi latae. Habitat in putridis gemmis quercus, transformatis infectione Dryoteratis terminalis. In horto collegii maximi Ignatiani. Valkenburg. Ich widme diesen Fund meinem verehrten Freund und Lehrer Hochw. Herrn Bresadola, dem die Art auch zur Beurtheilung vorgelegen hat. Im Frühling 1899 fand ich die Fruchtkörper zunächst am Boden auf den kleinen schwarzen Sclerotien. Bei weiterer Nachforschung stellten sich als Substrat heraus jene Gallen, welche als Verbildung der Knospen unserer Stieleiche erscheinen, wenn Dryoteras terminalis die Eier hineingelegt hat. Doch traf ich diese Sclerotinia auch auf abgefallenen Eichenknospen. 1) Es mag nebenbei bemerkt werden, dass auch mehrere kleine, unvoll- kommene und vergrünte Blüten an diesem Zweige auftraten. Aeusserlich war an letzteren keine Umgestaltung zu beobachten, und so blieb es mir zweifelhaft, ob diese Knospen auch in Folge des Stiches der Gallwespe krank waren oder nicht. Die vom Pilz befallenen Gallen sind stets schon stark zersetzt. Dies ist wohl der Grund, weshalb man mehr vom Substrat schon losgelöste Sclerotien unter dem am Boden modernden Laube des Vorjahres antrifft, als befallene Gallen. Letztere sind jedoch meist mit einer reichen Menge Sclerotien besetzt. Die Gallen, welche inficirt werden, scheinen alle mindestens vom vergangenen Herbst herzu- rtihren. Vielfach bleiben diese absterbenden Gebilde noch lange am Baume hängen und zeigen dort schon eine reiche Sclerotien- fülie. Da die Puppen von Dryoteras terminalis in Wiegen liegen, welche wabenartig nebeneinander gereiht sind, so trifft es sich häufig, dass im Grunde der Waben Vertiefung sich ein Sclerotium bildet und dass dann die Apothecien wie die Kerze aus dem Kerzenstocke hervortreten. Was mir am Pilze besonders auffiel, war die Gewalt, mit der er seine Sporen emporschleudert. Das Apothecium steht an dem langen, verschwindend dünnen Stiele unter dem Laube. Hebt man dieses leise weg, so kommt der Stiel in Schwingung, und längst bevor das Auge die kleinen, wenig auf- fallenden Apothecien wahrgenommen, erblickt es ein dichtes Rauch- wölkchen, das bis zu 1 dm emporgeschleudert wird und dann zerstiebt. Ich habe noch keine, auch selbst grosse Pezize gefunden, bei welcher die Sporenentleerung so schön sichtbar ist. Dem Sammler erleichtert diese Eigenschaft des Pilzes die Mühe des Suchens. Die Art gleicht in ihren mikroskopischen Eigenschaften fast ganz der Sclerotinia Candolleana (Lev.). unterscheidet sich aber sicher durch den haardünnen, viel längeren Stiel und dessen Behaarung. Bresadola erklärt i. 1. die Hyphen des Stieles als mehr colorirt und zähe und am Ende frei. Eine EigenthümHchkeit der Art ist auch die sehr zarte, ver- hältnismässig weiche Fruchtschicht, ein Umstand, mit dem wohl auch das eben beschriebene Stäuben in äusserlichem Zusammen- hange steht. Ich habe auch schimmelähnliche Gebilde auf schwarzen Stielchen an den nicht mit Apothecien besetzten Sclerotien be- obachtet. Ob hier Conidien vorlagen, vermag ich nicht zu ent- scheiden. Wie beinahe alle bis jetzt bekannten Sclerotinia- Arten zeichnet sich auch dieser Pilz durch die Wahl des Substrates aus. Sein Vorkommen auf Knospen und Gallen ist auch in anderer Hinsicht recht lehrreich. Anderweitig steht längst fest, dass die Gallen riur umgebildete Knospen sind. Diese Homologie findet eine iustructive Bestätigung in der Biologie unserer Sclerotinia, indem sie Galle und Knospe gleichmässig befällt. 123 Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag. Nr. XXXVIII. Untersuchungen über die Staminodieu der Scrophulariaceen. Von Dr. Johann Maria Polak (Prag). (Fortsetzung. 1) 84. MimeJanthc Greene (Herpestis Scct. Mimuloides Benth., Mimulus Sect. Mimuloides A. Gray.) Nicht untersucht. Nach Weitste in, pag. 77, blos vier zweimächtige Staubgefässe. 85. Hydranthelium H. B. K. Nicht untersucht. Nach Wett- steiu, pag. 77, 2 — 3 Staubgefässe. 86. Micranthemum Michx. (Pinardn Vell.) Nicht untersucht. Nach Wettstein, pag. 77, zwei Staubgefässe und keine Stami- nodieu. 87. BytJiophyton Hook. Nicht untersucht. Nach Wettstein, pag. 77, blos zwei Staubgefässe. 88. Bryodes Benth. Nicht untersucht. Nach Wettstein, pag. 77, zwei Staubgefässe. 89. 31icrocarpaea Brown. Nicht untersucht. Nach Wett- stein, pag. 77, zwei Staubgefässe. 90. Peplidium Dehle. (f) Bios zwei Staubgefässe. P. mciri- timum (L.) Aschers. P. Muelleri Benth. 91. Encopa Griseb. (f) Zwei fertile Staubgefässe. E. tenui- folia Griseb. hat zwei kleine, keulige Staminodieu, fünftes Staub- gefäss fehlt. 92. Glossostigma Arn. (Tricholoma Benth.) Vier gleich lange Staubgefässe. G. elatinoides Benth. Fünftes Staubgefäss fehlt. 93. Amphianthus Torr. Nicht untersucht. Nach Wettstein, pag. 78, zwei Staubgefässe. 94. Limosella Liune. {Dannhiunculus Sail.) Vier fast gleich lange Staubgefässe. L. tenmfolia Nutt., L. capensis Benth. Das fünfte Staubgefäss ist vollständig unterdrückt. (Vgl. Wettstein, pag. 78. L. aqiiatica L. Fig. 35 0.) 95. Arianema Don. (Ächimenes Vahl. Diceros Pers.) (1) Vier zweiraächtige Staubgefässe. A. fimhriatum Don. Fünftes Staub- gefäss fehlt. 96. Craterostigma Höchst, (f) Vier zweimächtige Staubgefässe. C. plantagineum Höchst., das erste Staubgefäss-Paar sehr kurz, das zweite sehr lang. Fünftes Staubgefäss fehlt. 97. Torenia Linn. (Nortenia Thou., Pentsterla Grifif.) Vier zweiraächtige Staubgefässe. T. asiatica Linn., T. Fournieri Lind. Das fünfte Staubgefäss ist vollständig abortirt. 1) Vgl. Nr. 3, S. 87. 124 98. Lindernia All. ( Vanddlia L.) Vier zweimächtige Staub- gefässe. F. affinis, das fünfte Staubgefäss ganz abortirt. Vgl. L. lohe- lioides (Oliv.) Wettst., in Wettstein, pag. 80, Fig. 36. B. 99. Curanga Juss, {Sijnphyllium Griff., Treisteria Griff, p. p.) G. amara Juss. Die rückwärtigen Staubgefässe sind fertil, die vorderen sind steril oder staminodial. 100. Ilysanthes Rafinesque. Zwei fertile Staubgefässe. J. rotundifolia (L.) Benth., J.gratioloides (L.) Benth., J. capensis Benth. Die rückwärtigen Staubgefässe sind fertil, die beiden vorderen staminodial, ganz der Corolle angewachsen und behaart. Die Gefäss- bündel sind sehr kräftig. Das fünfte Staubgefäss ist abortirt. ^) J. riparia Raf. Die beiden vorderen Staubgefässe sind staminodial, langgestreckt, keulenförmig, unbehaart. IL 9. Antirrhino ideae-Selagineae. 101. Hehenstreitia B. (Polycenia Chois.) Vier zweimächtige Staubgefässe. H. tenuifolia Schrad., U. scahra Thunb. Das fünfte Staubgefäss ist vollständig abortirt. 1U2. Bischisma Chois. (|) Vier zweiraächtige Staubgefässe. D. ciliatum Chois. Das fünfte Staubgefäss ist abortirt. 103. Selago Linn. {Walafrida E. Mey.) Vier zweimächtige Staubgefässe. S. myrtifolia Echbch., S. ciliata Thunb. Das fünfte Staubgefäss ist spurlos abortirt. 104. Microdon Chois. (f) Vier zweiraächtige Staubgefässe. M. lucidns Chois. Das fünfte Staubgefäss ist abortirt. 105. Gosela Chois. Nicht untersucht. Nach Wettstein, pag. 82, sind zwei Staubgefässe und Staminodien vorhanden. 106. Agathelpis Chois. Zwei fertile Staubgefässe. A. tenui- folia (Thunb.) Chois., A. nitida E. Mey. Die drei restlichen Staub- gefässe spurlos abortirt. III. 10. Rhinanthoideae-Digitaleae. 107. Sihthorpia Linn. (Disandra L.) S. prostrata Salisb. hat fünf und sechs Staubgefässe. Wett stein gibt vier bis acht an (pag. 83). In den Petallappen sind die Gefässbündel stets mitein- ander verbunden. 108. Capraria Linn. Vier zweimächtige Staubgefässe. C. hir- suta H. B. Das fünfte Staubgefäss ist abortirt. Wettstein gibt vier bis fünf Staubgefässe an (pag. 83). 1) Im hiesigen Universitätsherbare befindet sich im Umschlage: „Ily- santhes'-' folgende Originalpflanze: „Tittmannia grandiflora Bchh. planta sub hoc nomine missa a descriptione Nuttalii {vide: Lindernia grandiflora in Nutt. Gen. Thom. IL, pag. 43) longe aliena et potius nova species esse videtur e gener e Herpestis Gärtn. In ditione ., Miami" civitatis Ohio. Umo itiner. 1835. Dr. Frank.'' — Die Pflanze hat vier zweimächtige Staubgefässe und ein in die Blüte hineinragendes Staraodium mit kräftigem Gefässbündel (ähnlich wie bei Collinsia). 125 109. HemiphragDia Wallich. Nicht untersucht. Wettstein gibt bei der einzigen Art H. hetervphyllum Wall. pag. 84. vier Staubgefässe an. 110. Scoparia L. Vier fast gleich lange Staubgefässe. S. flava Chinss. Schlechdt. Das fünfte Staubgefäss ist abortirt. 111. Aragoa H. B. K. Vier fast gleichlange Staubgefässe. A. cupressina H. B. K. Das fünfte Staubgefäss fehlt. 112. Picrorhim Royle. (f) Vier fast gleichlange Staub- gefässe. P. Lindhyana (Wall.) Wettst. Das fünfte Staubgefäss ist abortirt. 113. Veronica L. Zwei Staubgefässe. F. caucasica Bbrst., V. austriaca Lin., V. crinita Kit., V. prostrata Lmn., V. Schmidtii Pohl., V. Anogallis L., V. aJpina Linn.. F. arvensis Linn., V. fruticulosa L., F. geutianoides Vahl., V. glaiica Sib., F. praecox All., F. Biixhaunii'i Tenor., F. Bonarota Lin. F. lutea (Seop.) Wettst. (= Faederota Ageria L.) Stets nur 2 Stbgf., die andern spurlos abortirt. Eines der 4 Fetalen ist etwas grösser als die anderen und besitzt zwei Gefässbündel, was leicht erklärhch ist, da es ja aus 2 Fetalen entstanden ist. In vereinzelten Fällen fand ich bei F. Buxhanmii drei Staubgefässe vor. ^) 114. Lagotis Gärtn. {Gijmnandra Fall.). Bios 2 Staubgef. — G. glaiica Gärtn. 3 Stbgf. sind spurlos abortirt. 115. Falconeria Hook. Nicht untersucht. Nach Wettst. nur 2 Stbgf. 116. Synthyris Benth. Zwei Staubgefässe S. alpina Gray., S. Houghtoniana Benth. 3 Stbgf. sind abortirt. 117. Wtdfenia Jacq. W. carinthiaca Jacq. 2 fertile Stbgf., die übrigen sind abortirt. In einer Blüte fand ich 3 fertile Stbgf.-) 118. Calorhahdos Benth. (yj Zwei Stbgf. C. axillaris Benth. Die übrigen drei Stbgf. sind abortirt. 119. Campylanthns Roth, (t) Zwei Stbgf. C. junceus Edg., C. salsoJoides Roth. Wie bei der vorigen Gattung. 120. Oreosoleu Hook. Nicht untersucht. Nach Wettst. pag. 81 sind 4 Stbgf. und 2 Staniinodien vor- handen, 121. Lafuentea Lag. {Durieua Mer.) (f) Vier zweimächtige Stbgf. L. rotundifolia Lag. Das fünfte Stbgf. ist abortirt. 122. Ourisid Comra. (Dichroma Cav.) (■\) Vier zweimächtige Stbgf. und Staminodium. 0. rancodna Fh. Das Starainodium ist dünn und halb so lang als die kürzeren Stbgf. Bei 0. macrocarpa Hook, und 0. macrophylla Hook, ist das Staminodium zugespitzt und 1) Schlechteiidal beschrieb Veronica mit 3—4 Staubgefässen in der bot. Zeitung 1846, pag. 403, 492. 2) Wydler beobachtete ebenfalls 3 Stgf. Vergl, Berner, Mittheilungen, pag. 485. Oesterr botan. Zeitschr. 4. Heft. 1900. 10 126i stiellos. Es besitzt ein sehr verkümmertes Gefässbündel. 0. glan- dulosa Hook, hat ein sehr kleines Staminodium. 123. Camptoloma Benth. Nicht untersucht. Nach Wettst. pag. 88-4 zweirachtg. Stbgf. 124. Rehmannia. Libosch. (f) Vier zweirachtg. Stbgf. U. gluti- nosa Lib. Das 5. Stbgf. ist abortirt. 125. Diqitalis Linn. 4 zweirachtg. Stbgf. D. acuta Moench., D. anihigua Murr.. D. ciliata Trautv., D. orientalis Lara.. D. pur- purea L. Das 5. Stbgf. ist vollständig abortirt. Wo dasselbe in der Corolle zu suchen wäre, ist dieselbe sogar durch eine Rinne vertieft. ^) Sed. Isoplexis Lindl., J. canariensis L.. J. sceptrum L. be- sitzen ebenfalls nur 4 zweiraächtige Staubgefässe. Vergl. Wettst. pag. 89. Fig. 39. C. J)ig. purpurea. 126. Erinus Linn. 4 zweirachtg. Stbgf. E. alpinus L., E. hispanicus Pers. Das 5. Stbgf. ist spurlos abortirt. III. 11. lihinanthoideae - Gerardieae. 127. Escohedia Ruiz et Pav. (Silvia Vell.) 4 zweirachtg. Stbgf. E. scabrifolia Ruiz et Pav. Das 5. Stbgf. ist spurlos abortirt. 128. Physocdyx Pohl. 4 zweirachtg. Stbgf. Fh. aurantiacus Pohl, Das 5. Stbgf. ist spurlos abortirt. 129. Melasma Berg (Nigrina Thiinb.. Lynaa Ohara, et Schlecht., Gastromeria Don). 4 zweirachtg. Stbgf. M. scahrum Berg., M. hispiduni (Ohara, et Schlecht.) Benth. Das 5. Stbgf, ist vollständig abortirt. 130. Nothochilus Radlk. Nicht untersucht. Nach Wettst. (pag. 91) sehr ähnlich Melasma. 131. LeptJiorhabdos Schrenk (Dargeria Decn.) (f) Vier zwei- raächtige Stbgf. L. purviflora Benth. und L. micrantha Schrenk. Das 5. Stbgf. ist abortirt. 132. Esterhazya Mikan. 4 zweirachtg. Stbgf. E. parviflora Benth., E. latifolia Decn. Das 5. Stbgf. ist vollständig abortirt. 133. Macrantlicra Torr. (C'onradia Nutt.) (f) Vier zweirachtg. Stbgf. 31. montana Bonth. Das 5. Stbgf. ist abortirt. 134. Seymerin Pursh. {Atzdia Gmel.) (f) Vier gleichlange Stbgf. S. hipinnatisertd. Das ,ö. Staubgef. ist abortirt. 135. Silvia Benth. (f) Vier zweirachtg. Stbgf. S. prostrata Benth. Das 5. Stbgf. fehlt. 136. Gerardia Linn. ( Virgidnria Ruiz et. Pav.) 4 zweirachtg. Stbgf. G. hissopifolia, G. purpurea L., G. taiuifolia Nutt. Das 5. Stbgf. ist vollständig abortirt. Vergl. Wettst. pag. 93, Fig. 40. B. ') Die Angabe Wettst. (pag. 46) über das Vorkommen von Staminodien bei Digitalis beruht, wie er mir mittheilte, auf der Beobachtung von abnormen (pelorischen) Blüten, welche 8 fertile Stamina und 1 Staminodium besassen. 127 137. Bhaniphis2^frmuni Benth. Nicht untersucht. Dafür die nahe verwandte Gerardinia angolensis Engl. Nur 4 zweirachtge. Stbgf. 138. Micrargeria Benth. (Gerurdianella Kiotzsch.) (f) Vier zweimchtg. Stbgf. M. Wightii Benth. Das 5. Stbgf. fehlt. 139. Radamaea Benth. Vier zweimchtg. Stbgf. R. montana Benth. Das 5. Staubgef. fehlt. 140. Xylocah/x Balf. Nicht untersucht. 141. Butzonia Mac. Ken. Nicht untersucht. 142. Graderia Benth. {Bopusia Presl.). Vier zweichmtg. Stbgf. G. scohra (L.) Benth. Das 5. Stbgf. ist vollständig abortirt. 143. Sopuhia Hamilt. (Rhaphidophyllum Höchst.. Gerdaria Presl.) Vier zweimächtige Stbgf. S. Dregeana Benth.. S. trifida Harn. Bei beiden ist das 5. Stbgf. abortirt. Doch findet sich bei beiden Species eine Gefässbündelabzweigung vor bei einem der beiden Petalgefässbündel, welche der Stelle zunächst liegen, wo das 5. Stbgf. zu suchen wäre. Ob dieses nach unten blind endigende Gefässbündelrudiment etwa der Rest des 5. Stbgf. sein könnte, muss dahingestellt bleiben. Vergl. Wettst. pag. 95. Fig. 41. 0. 144. Centranthera R. Br. {Razumovia Spreng.) 4 zweimchtg. Stbgf. C. grandiflora Benth., C. hispida Br. Das 5. Stbgf. ist voll- ständig abortirt. 145. Stellidaria Benth. Nicht untersucht. Nach Wettst. pag. 94. 4 zweimchtg. Stbgf. 146. Bueclmera Linn. {Piripea Aubl, Chytra Gärtn.). Vier zweimchtg. Stgf. B. glabrn Benth. Obwohl nur zerfressenes Material vorlag, so konnte doch festgestellt werden, dass das 5. Staubgef. vollständig abortirt ist. 147. Cycniiim E. Mey. 4 zweimchtg. Stbgf. C. adonense E. Mey. Das 5. Stbgf. ist vollständig abortirt. 148. Rampiiicarjia Benth. (Macrosiphon Höchst.) (f) Vier zweimchtg. Stbgf. R. longiflora Benth. Das 5. Stbgf. fehlt. 149. Striga Lour. {Campideia Thou.) 4 zweimchtg, Stbgf. St. Hernionthira (Del.) Benth., St. elegans Benth., St. multifida Benth. Das 5. Stbgf. ist vollständig abortirt. 150. Harveya Hook. {Aulaya Harv.) H. pratensis Hook., H. scarlatina Hook. Der Befund wie bei der vorigen Gattung. Vergl. Wettst. pag. 96, Fig. 42, B. 151. Tetraspidium Bak. Nicht untersucht. 152. Hyohnnche Thunbg. (Hacmatohanche Presl.) Vier zwei- mächtige Stbgf. H. sanguinea Thunbg. Das 5. Stbgf. ist abortirt. in. 12. Rhinanthoideae- Rhinantheae. Bei der Untersuchung der Species von Gattungen dieser Tribus konnte in keinem Falle ein nachweisbarer Rest des 5. Staub- gefässes, bei denen mit 2 Stbgf. ein Rudiment der drei übrigen nachgewiesen werden. Es ist also stets ein Stbgf.. beziehungsweise 3 Stbgf. vollständig abortirt. 10* 128 153. Hemiarrhena Benth. 2 fert. Stbgf. H. plantaginea ßenth. Keine Staminodien. 154. Castüleja Linn. 4 zweimchtg. Stbgf. C. coccinea (L.) Spreng., C. linariaefolia Benth. Kein Staminodinra. 155. Adenostegin Benth. {Cordylanthus Niitt.) A. mdritima (Nutt.). 0. K. 4 zweimchtg. Stbgf. Kein Starainodium. 156. Orthocarpiis Nntt. {Trij)hysaria Fisch, et Mey., Oncor- rhynchus Lehm.) 4 zweimchtg. Stbgf. 0. tenuifoUus Benth., 0. pilosus A. Gray.. 0. florihundus Benth.: Kein Starainodium. 157. Clexelandia Greene. 4 zweimchtg. Stbgf. C. Beldingi. Gr. Kein Starainodium. 158. Mdainpyrum Linn. 4 zweimchtg. Stbgf. M. arvense L. M. nemorosum L., M. silvaUcuni L. Kein Starainodium. 159. Tozsia Linn. 4 zweimchtg. Stbgf. T. alpina L. Kein Starainodium. 160. Phtheirospermum Bunge, (f) Vier zweimchtg. Stbgf. Ph. chinense Bge. Das 5. Stbgf. fehlt. 161. Euphrasia Linn. 4 zweimchtg. Stbgf. E. alpina Lara., E. Büstkovinna Hayne, kein Starainodiura. (Vergl. Wettst. pag. 100^ Fig. 43. 0, D, E.) 162. Siplwnidiiim Arra. Nicht untersucht. 163. Omphalotrix Maxira. Nicht untersucht. 164. Parentucellia Viv. {Eufragia [Griseb.] Benth.) P. lati- folia (L.) Gar. 4 zweirachtg. Stbgf. Kein Starainodium. 165. Orthantha (Benth.) Kern. 4 zweimchtg. Stbgf. 0. lutea (L.) Kern. Kein Starainodium. 166. Odontites Pers. 4 zweimchtg. Stbgf. 0. venia Bell^ 0. serotina (Lara.) Rchb. Kein Starainodium. 167. Bartschia Linn. 4 zweimchtg. Stbgf. B. Haenkeana. B. alpina L. Kein Starainodiura. Die Gefässbündel des 4. und 5. Petalura sind stark verzweigt. 168. Bdlardia All. [Tnxago Stev. p. p.) 4 zweimchtg. Stbgf. Nicht untersucht. Nach Wettst. pag. 102 kein Starainodium. 169. Fistidaria Linn. (Alectorolophus Hieb., Rhinanthns L. p. p.) 4 zweimchtg. Stbgf. F. minor Ehrh., F. Alectorolophus (PoU.) Wettst. Keine Staminodien. 170. Pedicidaris Lin. 4 zweirachtg. Stbgf. P. anioena Adam., P. palustris Linn., P. silvatica Linn., P. sudetica Hänke, P. acaulis Scop. Kein Starainodium. 171. Bliinanthus Linn. {Prohosciphora Neck.. Elephas Guss., Bhynchocorys Gris., Elephantina Bert.) 4 zweimchtg. Stbgf. B. Ele- phas L. Kein Starainodiura. 172. Lamourouxia H. B. K. 4 zwemichtg. Stbgf., L. rltinanthi- folia H. B. Kein Starainodium. 173. Schivalhea Linn. (f) Vier zweimchtg. Stbgf. S. americana Linn. Das 5. Stbgf. ist abortirt. 174. Siphonostcgia Benth. [Lesqucreuxia Boiss. et Reut.) 4 zweimchtg. Stbgf. S. chinensis Benth. Kein Starainodiura. 129 175. Bungea 0. A. Mey. 4 zweimchtg. Stbgf. B. trifida (Vahl) C. A. Mey. Kein Starainodium. 176. Cymharia Linii. i zweimchtg. Stbgf. C. dahurica L. Kein Staminodium. 177. ') Monochasma Maxim. 4 zweimchtg. Stbgf. M. Sheareri Maxim. Kein Starainodium. B. lieber die Verwendbarkeit des Vorkommens und Fehlens Ton Staminodien für die Systematik der Scrophulariaceae. Es ist bekannt, dass der Bau des Androeceuras eine wichtige Rolle bei dem Aufbaue der bisherigen Scrophulariaceen- Systeme spielte und dass insbesondere auch die verschiedene Art der Be- duetion des ursprünglich wohl ffinfgliedrigen Androeceums hiebe; volle Beachtung fand. Eichler gibt in den Blütendiagraramen Bd. I. S. 211 eine üebersieht der verschiedenen Arten dieser ße- duction^). der auch heute nichts Wesentliches hinzuzufügen ist. Wenn der Versuch gemacht werden soll, in höherem Masse, als es bisher geschah, den Grad der Reduction speciell des 5. (obersten) Staubblattes systematisch zu verwerthen, so ist vorher eine Reihe von Fragen zu beantworten. Es handelt sich darum, zu zeigen, in wieweit die Ausbildung oder das Fehlen eines starainodialen Restes jenes Staubblattes constant ist bei einem und demselben Indivi- duum, bei einer und derselben Art und innerhalb der- selben Gattung. Einige Beiträge zur Beantwortung dieser Fragen sollen die nachstehenden Zeilen bringen. 1. Ist das Vorkommen oder Fehlen eines Staminodiums bei Blüten desselben Individuums constant? Es ist begreiflich, dass die meisten Angaben in der vor- stehenden Tabelle auf der Untersuchung einzelner Blüten beruhen. Die Seltenheit des Materiales Hess in den meisten Fällen eine weitergehende Verwendung desselben nicht zu. Dass ich in allen Fällen, in denen es halbwegs möglich war, also bei häufigen, in grosser Menge vorliegenden oder lebend mir zur Verfügung stehenden Pflanzen, möglichst zahlreiche Blüten untersuchte, ist selbstredend. In allen Fällen, in denen ich keine besonderen diesbezüglichen Bemerkungen machte, ergab sich hiebei eine Uebereinstimmung der untersuchten Blüten. Es erschien mir aber wichtig, wenigstens 1) Die nach dem Erscheinen der Bearbeitung der Scrophulariaceae in Engler-Pran tl, Natürl. Pflanzenfam. bekannt gewordenen Gattungen (vgl. Nachträge zu diesem Werke) wurden hier nicht berücksichtigt, zum Tlieil wegen Mangels an Materiale, zum Theil deshalb, weil die betreflfenden Formen schon von jenen Autoren, die sie bfschrieben, genauer untersucht wurden, so dass die Nothwendigkeit einer Revision entfällt. -j Vgl. auch Hildebrand in Bot. Zeitg. 1870. 8. (550. 130 einzelne Fälle auf die Constanz der im Starainodiumbaue liegenden Merkmale genauer zu untersuchen. Zu diesem Zwecke untersuchte ich zahlreiche Exemplare von Antirrhinum majus, welche mir einerseits der botanische Garten der deutschen Universität in Prag lieferte, die ich anderseits in einem Garten bei Prag sammelte. In allen Fällen konnte ich ein gleiches Verhalten aller Blüten einer Inflorescenz nachweisen. In der Gestalt wiesen die Staminodien allerdings kleine Verschieden- heiten aut. Insbesondere ist diese Verschiedenheit darauf zurück- zuführen, dass in eben aufgeblühten Blüten oder unter Verhältnissen, die ein baldiges Vertrocknen verhindern, die Staminodien turgescent sind und daher grösser erscheinen, während sie sonst alsbald ver- schrumpfen. Insbesondere bei den obersten Blüten einer Inflorescenz beobachtete ich auffallend rasches Verschrumpfen. Ein ganz analoges Resultat ergab die Untersuchung zahlreicher Blüten desselben Exemplares von Linnria dabnatica, L. striata, Cymhalaria, Pentastemon puhescens und Chaenorrhinum minus. Ebenso Wieb auch der Ausfall des 5. Stbgf. constant bei zahlreichen untersuchten Blüten von Digitalis purpurea, Mimulus cardinalis und Nemesia florihimdu u. a. ^) Die Beobachtung, dass bei demselben Individuum die Beschaffenheit des Staminodiums schwankt, hat Heinricher^) bei Gratiola officinalis gemacht. Er fand bei den letzten Blüten von Pflanzen, deren frühere Blüten stamiuodiale Reste des obersten Staubblattes aufwiesen, kein Staminodium. Es erschien darum nicht ohne Interesse, die Blüten der zahlreichen, im Prager bota- nischen Garten cultivirten Exemplare von Gratiola ofßcinalis- zu untersuchen. In allen Fällen fanden sich Blüten mit den er- warteten Staminodien: während in weitaus den meisten Fällen sich alle Blüten derselben Inflorescenz diesbezüglich gleich ver- hielten, konnte ich aber doch einzelne Fälle beobachten, bei denen einzelnen sonst ganz normal gebauten Blüten das. Staminodium fehlte. Als eine letzte Andeutung des Stamino- diums könnte höchstens ein gelber Pigmentfleck aufgefasst werden,, der sonst an der Insertionsstelle des Staminodiums sich findet und auch hier am entsprechenden Orte vorhanden war. Die Blüten, welchen das Staminodium fehlte, waren durchwegs zwischen solchen, die das Staminodium besassen, derart eingeschaltet, dass vor und nach ihnen staminodientragende Blüten zur Ausbildung kamen. Mein Befund bestätigt daher die Angaben Heinricher 's; zur Anschauung, die sich ihm Anfangs aufdrängen musste, die er selbst mit Rücksieht auf Beobachtungen Ascherson's aufgab und die dahin ging, dass die bei den letzten Blüten leicht eintretende ^) Dieses Ergebniss schliesst nach dem sofort Mitzutheilenden nicht aus, dass Exemplare derselben Arten von anderen Standorten sich anders 2j Oesterr. bot. Zeitschrift. 1894. S. 88. 131 Erschöpfung der Baustofife den Mangel des Staminodiurns bedingt, geben auch meine Beobachtungen keine Veranlassung. Soviel geht jedenfalls aus den Beobachtungen bei Gratiola officinalis hervor, dass Fälle existiren, bei welchen ein Stami- nodinm bei Blüten derselben Pflanze fehlen oder vorkommen kann. 2. In wieweit ist das Vorkommen oder Fehlen eines Staminodiums bei verschiedenen Individuen derselben Art constantV In viel höherem Masse gilt dies von Blüten verschiedener Individuen derselben Art. Einschlägige Beobachtungen wurden schon früher gemacht'), speciell wieder bei Gratiola. Ich selbst sah bei der schon erwähnten Untersuchung zahlreicher Blüten von Antirrhinum majiis von verschiedenen Individuen die grosse Variabilität in der Ausbildung des Staminodiums. Von relativ kräftigen Staminodien mit deutlicher Andeutung des Filamentes und der beiden Antheren-Fächer bis zu unbedeutenden wenig- zelligen Rudimenten fanden sich alle Uebergänge. Nach dem von mir Gesehenen möchte ich das gelegentliche vollständige Fehlen des Staminodiums bei dieser Art für sehr wahrscheinlich halten. Für PInjgelius wird ein Staminodium angegeben f) ich konnte ein solches nicht finden, da die bei Besprechung dieser Gattung erwähnten Gefässbündelreste doch nur gezwungen als etwas Analoges gedeutet werden können. Nach mündlichen Mittheiiungen Prof. von Wettstein's konnte er einmal in einigen Blüten von Muurandia antirrhini- flora aus dem Prager botanischen Garten keine Spur eines Stamino- diums finden, während sonst bei dieser Art das Staminodium mit grosser Oonstanz auftritt, üeber Colpias vergl. das im speciellen Theile Gesagte. 3. Sind die Staminodien innerhalb der Gattungen und Gattungsgruppen constant? Schon die Befunde bei Untersuchung der Blüten desselben Individuums und bei Blüten verschiedener Individuen derselben Art lassen erwarten, dass diese Frage mit Nein zu beantworten ist. In der That finden wir eine ganze Reihe von Gattungen, deren Arten sich bezüglich des Baues des das oberste Staubblatt ver- tretenden Staminodiums verschieden verhalten. Ich möchte hier einige Fälle anführen: 1. Diascia (Nr. 11). Von den untersuchten Arten zeigten Staminodien B. alonsoides, D. pachyceras; keine Staminodien: V. inieyerrima, D. tanyceras, D. racemulosa. Die Arten der ^) Vgl. Ascherson a. a. 0., Heinricher a. a. 0. 2) Vgl. Wettstein a. a. 0. S. 63. 132 beiden Gruppen zeigen sonst keine auffallenden Unterschiede, so dass an ihrer Zugehörigkeit zur selben Gattung kaum zu zweifeln ist. 2. Chaenorrhiniim (Nr. 24-). Ch. minus besitzt ein Staniino- dium. Bei Ch. origanifolium fehlt dasselbe vollständig. 3. Scroiihularia (Nr. 44). Die Arten der Section Vcnilia be- sitzen keine Staniinodien. Auf Querschnitten, geführt unterhalb des Gynaeceuras, konnte mit Sicherheit nachgewiesen werden, dass das Staminodiura auch nicht dem Gefässbündelverlaufe nach ange- deutet ist. Der üebergang zu den beiden anderen Sectionen. Scorodonia und Tomiophylluni , welche constant ein grosses schuppig-glattgedrücktes Staminodium besitzen, bildet S. Kotschyana. Hier ist in der Oorolle noch das Gefässbündel des 5. Staubblattes erhalten. (Vergl. Taf III, Fig. 20.) (Schluss folgt.) Ueber Lamium Orvala L. und Laniiuni Wettsteinii Rech. Von Dr. Karl Rechinger (Wien). (Mit 4 Fig.) (Schluss. 1) Nachdem das von Fleischer in Südsteiermark gefundene Lamium noch keine binäre Bezeichnung hat, so nenne ich das- selbe Laniium Wettsteinii Rech, und trenne es auf Grund folgender Merkmale von L. Orvala L. ab. L. Wettsteinii ßech. spec. nov, Radix lignosa, fibrosa, caulis rectangularis, viridis, glaber vel radicem versus pilis sparsis obsitus, folia triangulari-rotundata in apicem longum exeuntia, grosse et acute dentata viridia vel obscure viridia, calyx 5 — 7 partitus, post anthesin floris infundibuliformis, dila- tatus circa 7mm longus, purpurascens. Flos colore saturate atropurpureo, artificialiter albo- ineatus et punctatus, circa 20 mm longus, 4— 5 mm latus, lorum verticilli 5—9 floriferi; antherae nigrae. Stiria australis. Prope pagum „Kojnice" in fruticetis. leg. Boh. Fleischer. 15. Mai 1877. Von L. Orvala L. durch eine Anzahl von Merkmalen getrennt. Der Stengel ist niedriger, viel dünner, grün, fast ganz kahl, während L. Orvala in der Jugend deutlich behaarte Stengel hat, scharf vier- kantig, welches Merkmal noch mehr dadurch hervortritt, dass die Seiten desselben der Länge nach ausgekehlt sind. Die Zahl der ") Vgl. Nr. 3, S. 78. 133 Blüten eines Wirteis ist regelmässig eine viel geringere, meist 5—9. und die dunkelgrünen Blätter verdecken die Blüten von oben her last ganz. Die Kelche sind schon zur Blütezeit auch bei im Halbschatten cultivirten Exemplaren dunkelroth überlaufen, im Herbste, bei der Fruchtreife zeigt sieh dieselbe Erscheinung auch au den oberen Laubblätteru. Die Blütenfarbe ist gesättigt braunpurpurn, nicht wie bei L. (hvala schmutzig purpurn bis trüb-rosenfarbig. Die Blütengrösse ist eine geringere, die Ober- und Unterlippe ist schmal, beide wenig gewölbt, die Seitenränder der ersteren fast ])arallel. Die Nüsschen sind kleiner, dunkler und an den Seiten tlächen nicht gewölbt. Die secundären Nerven und die höherer Ordnung in den Blättern sind näher aneinandergerückt, wodurch kleinere Felder zwischen ihnen entstehen, daher die Blattfläche feiner gerunzelt und gewellt ist als bei L. Orvala. Während L. Wettsteinii nach dem Gesagten eine sehr geringe Verbreitung hat. ist L. Orvala über ein grosses Areale verbreitet. Ich gebe diese Verbreitung auf Grund selbst gesehener Exemplare an: Kärnthen: Gebüsche im Gailthal (Fächer) H. ü. ^). — Plöcken- pass ober Mauthen (Preissmann) H. Pr.^)., H. E.^), — Plöeken- j.ass (Pich 1er) H. K.'). - Plöckneralpe 1000— 1200 ra. s. m. (Eichenfeld) H. P. *). — Kanalthal (Ullepitsch) H. Ul. ^). — Loiblthal (Jabornegg) Flora exsicc. austro-hung. Nr. 2645. Loiblthal (Wolf) H. P. — Malborghet (Ressmann) H. Müllner, H. R. — Raiblerthal (leg. ?) H.Hai.«). — Predil (Krenberger) H. Hai. Krain: Iskathal b. Laibach (0. Petter) H. R. — An der Save bei Laibach (C. Petter) H. R. — „Ueberall um Laibach" (Graf) H. Job. '). — M. Krivan Gort, (leg.?) H. Joh. — Idria (Do Hin er) H. Keck.— Idria (Dolliner) F. Schulz herb, normale Nr. 132. H.P.— Laibacher Schlossberg (Graf I H. P. — Adelsberg (Raimann) H. P.. (Müllner) H. Müllner, (K. Richter) H. Hai. — (Fritsch) herb. Fritsch. — Neumarkt (Krenberger) H. Hai. — Stosec bei Laibach (Rastern) H. U., H. Keck. — Berg Babna gorica bei Laibach (Derganc) H. U. — Wälder des Berges Nanos bei Prae- wald (Sonklar) H. ü. — Bei Neumarkt (Krenberger) H. K. — Grahovo (Safer) H. Ul. — Lengenfeld und Moistrana (ulle- pitsch) H. Ul. Steiermark: Zwischen Römerbad und Gairach (Fritsch) herb. Fritsch. — Feistritz bei Drachenburg (Preissmann) H. Pr. 1) Herb. d. Univ. Wien. = H. U. 2) Herb. A. v. Kerner, Wien = H. K. 3) Herb. Ullepitsch, Wien, Universität = H. Ul. ■*) Hofmus.. Wien = H. P. 5) Herb. Preissmann, Wien = H. Pr. 6) Herb. Haläcsy, Wien = H. Hai. '') Herb. Johanneum, Graz = H. Joh. s) Herb. Kechinger, Wien = H. R. 134 — Teufelsgraben bei Cilli (Preissmann) H. Pr. — Altenmarkt bei Windischgrätz (Preissmann) H. Pr. — Steinbrück (Preiss- mann) U. Pr. — Markt Rohitsch|(Pr ei ssmann) H. Pr. — Marburg (Dietl) H. P. — Reifenstein (Pittoni) H. P. — Neuhaus bei Cilli (Reichardt) H. P. — Schlangenburg bei Neuhaus (Reichardt) H. P., (Rechinger) H. R. — Cilli (Graf) H. Hai.. H. Joh. — Petschaunig bei Cilli (Graf) H. Joh. — Fuss des Janina-Berges bei Rohitsch-Sauerbrunn (Rainer) H. Joh. — Tüfifer (Fürsten- wärther) H. Joh. — Deutscher Calvarienberg bei Marburg (Dietl) H. Joh. — Burgwald bei Marburg (Mürle) H. Joh., H. R.; St. Josef bei Marburg (Fürstenwärther) H. Joh. 'j. Tirol: Trient (Hilleubrand) H. Joh., (Sardagna) H. Pr., (Morandell) H. P., H. Keck. — Trient beim Sardagna- Wasserfall (Val de Lievre) H. ü. — Dosso di Trento (Sardagna) H. ü. — Salurn (Hausmann) H. Joh., H. P. — Riva (Obrist) H. P. — Varone (Rechinger) H. R. — „Am Gardasee" (Breindl) H. P. Italien: Tregnano (Massalongo) H. K., H. R. — Vicenza (Bracht) H. P. - Treviso (Sieberj H. P. — bei Verona (Rainer) H. P. — Mantua, bosca della fontana (leg.?) H. Joh. — „Friaul (Kützing) H. P. — „Pedemontium" ohne nähere Fundortsangabe (Neumayerj H. P. Istrien und Küstenland: Mte. Maggiore, vela ueka (Stapf) H. ü. — Mte. Maggiore (Halacsy) H. Hai. — Rukavac bei Mat- tugiie (Sandany) H. U., H. R. — Lovrana (Sandauy) H. R. — St. Peter bei Görz (Pittoni) H. Hai. — Tarnowanerwald bei Dol [Predmej] (Rechinger) H. R. — Lipizzanerwald (Toramasini) H. U. — Catinara bei Triest (Schröckinger) H. R. Ungarn-Croatien: Ungarische Littorale: Kurin (Lorenz) H. U. — Bei Fiume „Zakayle" (A. M. Smith) H. K. — Fiume (Noe) Rchnb. Nr. 325. H. P., — Fiume (Heimerl) H. P. — Plitvica-Seen. (Zelebor) H. P. — Castua bei Fiume (Sandany) H.R., H. U. „Im croatisch-ungarischen Grenzgebiet" (Kitaibel) H. P. Karpathen, Berg Kriwan (Portenschlag) H. P. Bosnien: Zwischen Mali Radic und Bihac (Fiala) H. HaL — Bihac (Boller) H. Hai., H. Ul. Alle Exemplare, deren Standorte hier angeführt sind, stimmen miteinander überein, nur die von Boller bei Bihac in Bosnien gesammelten zeichnen sich durch auffallend kleine, dicht und kurz behaarte Blätter aus. ^) An folgenden Standorten kommt „Z. Orvala"^ in Steiermark noch vor. Diese Mittheilungen verdanke ich der Güte des Hrn. Oberinspectors Preiss- mann; ob sie sich auf L. Orvala oder L. Wettsteinii Rech, beziehen, kann ich nicht entscheiden, da Herbarexemplare nicht vorlagen. Windisch Landsberg, Fautsch bei Windisch Landsberg, Maria East westlich von Marburg, auf dem Berge Gabernik bei Pöltschach, Engpass Huda lukna, Windischgräz und Wöllan, Rothwein südlich von Marburg. Auf dem Grazer Schlossberg angepflanzt, hält sich an diesem Standorte. Ferner ist noch zu erwähnen, dass die Pflanze nirgends dift Drau überschreitet. (Nach E. Preissmann.) 135 Schon vor Jahren wurde und wird auch jetzt noch im Wiener botanischen üniversitäts - Garten^ ein Lamium aus der Gruppe des L. Orvala L. cultivirt, welcher aus Montenegro stammt^) und von Maly von dort her gebracht wurde. Im Wiener Hofrauseum befinden sich auch Herbarexeraplare derselben Pflanze, von FenzI gesammelt, mit der Bezeichnung „cult. hört. bot. Vindob." aus Samen, welche Maly 1864 aus Montenegro brachte. Diese Pflanze verdient eine kurze Bemerkung wegen der ab- weichenden Blütenfarbe. Ich bezeichne dieselbe als L. Orvala var. lividum und gebe hier eine kurze lieschreibung. L. Orvala L. Tar. lividum Rech. Flores albido virescentes, magni. antherae ochraceo flaves- centes, caules laeviter glauci. E seminibus Montenegrinis 1864 ab Maly lectis. Wurzel ausdauernd holzig, Stengel kahl, von einem leichten Wachsüberzug blau bereift, Reif leicht abwischbar, gegen die Wurzel zu zerstreut und kurzhaarig, im Querschnitt wie bei L. Orvala typiciini viereckig, mit sanft gewölbten Seiten, Kelch meist fünf-, mitunter auch sechszipfelig, circa 9 mm lang. 7 mm breit, Kelchbuchten stumpf, weit. Blüten gross, von weisser Grundfarbe, mit einer sehr geringen Beimengung von Grün und ßosenroth, CFnterlippe weiss, wie die Oberlippe aufgeblasen, sehr schwach in das ßosenrothe gehend, Oberlippe grünlich-weiss, alle Blüten- theile ohne jede Zeichnung. Dimensionen der Blüte wie bei L. Orvala L., Antheren ocker-farbig bis gelblich. Auch diese Pflanze ist in der Cultur gleich geblieben. Erklärung der Abbildungen. Fig. a. Stück eines blühenden Stengels von Lamium Orvala L. Fig. b. Eine einzelne Blüte desselben geöffnet. Fig. c. Endstück eines blühenden Stengels von Laininm Wettsteinii Rech. Fig. d. Eine einzelne Blüte desselben, geöffnet. Sämmtliche Figuren etwas verkleinert. Studien über Chenopodiuni opulifoliuni Schrader, C. ficifoliuni Sm. und albutn L. Vom Oberlandesgerichtssecretär Jos. B. Scholz (Marienwerder, Westpreussen). (Mit 2 Tafeln.) (Schluss. 1) Ich begnüge mich daher, hier nur hervorzuheben, dass auch im östlichen Deutschland, besonders in den Weichselgegenden, Formen von Cli.alhum. mit oberseits sehr glatten, fast spiegeln- M Nach Angabe von Prof. A. v. Kern er. 2j Vgl. Nr. i, S. 93. 136 den, fleischigen Blättern auftreten, dass ferner letztere am unteren Theile des Stengels bisweilen violett oder roth umsäumt oder roth überlauten sind. Diese letztere Erscheinung habe ich übrigens in diesem Herbste selbst an einigen Exemplaren von Ch. ßcifoliiim beobachtet, die zu meiner Verwunderung einen lebhaft carminrothen Stengel mit etwas verschwommenen dunkelvioletten Längsstreifen besassen, und wovon ich ein Belegexemplar dem Wiener Universitäts-Museum überlassen habe. Ich führe die spiegelnde oder glänzende Blattoberfläche auf teratologische Einflüsse, auf reichliche Ernährung u. s. w. zurück. Geräth z. B. Atriplex hastatum aut einen mit ammoniakalischen Salzen gesättigten Schutt- oder Composthaufen, so verändert sich das Blatt auffallend. Es nimmt eine mehr ovale Gestalt an und zeigt eine stark glänzende Oberfläche. Eine ähnliche Abänderung habe ich vor einiger Zeit z. B. auch an Ballota nigra zu beobachten Gelegenheit gehabt. (Form, glahrescens in Asch, und Graeb. Fl. N. Flachl. 1898/99, S. 606.) Was nun die roth- und violettgestreiften Stengel anbetrifft, so bitte ich eindringlich darauf zu achten, dass die der Nord- seite zugekehrte Fläche stets davon ausgenommen ist oder nur einen kaum merklichen röthlichen Anflug zeigt, dass ferner Schattenexemplare oder in dichtem Bestände aufgewachsene Stücke blos grüngestreifte Stengel haben. Sogar das weitverbreitete Ch. hyhridinn ist manchmal im Sommer- und Frühherbste bereits zur Blütezeit mit carminrothen, sogar mit nltramarinblauen Stengeln ge- schmückt, und in ähnlicher Art wie Ch. albiim ist Ch. Quinoa im botanischen Garten in Königsberg gefärbt. Daher sind in den neuer- dings erschienenen grösseren P'loren, z. B. in der classischen Flora des Nordostdeutschen Flachlandes von Ascherson und Graebner diese Verhältnisse gar nicht erwähnt worden. Die Färbung der Stengel rührt jedenfalls von Anthokyau her; durch diesen Farbstoff" sollen zweifellos die in den Stengelbahnen wandelnden Stoffe vor Temperatureinflüssen wirksam geschützt werden. Ich glaube, dass meine Annahme durch den Umstand unter- stützt wird, dass gerade die nach Norden zugekehrte Seite deshalb ungefärbt ist, weil sie keines Schutzes vor auffallenden Sonnen- strahlen bedarf. In gleicher Weise spielt das in seiner chemischen Zusammensetzung noch wenig erforschte Anthokyan bei niedriger Temperatur als Schutzmittel gegen Frostschäden eine grosse Rolle. Unaufgeklärt freilich bleibt die Thatsache, dass zwischen oder dicht neben solch schöngestreiften Chenopodien-Colonien vöUig gleich- geformte Exemplare wachsen, die diese Färbung an den Stengeln und Aesten vermissen lassen. An Ch. optdifolium habe ich übrigens etwas Aehnliches nie wahrgenommen, und die Beobachtung an Ch. ßcifolinm gehört jedenfalls zu den grössten Seltenheiten. 137 Nach meinen sorgfältigen, langjährigen Beobachtungen rauss ich das Vorhandensein von üebergangs- oder Zwischenforraen bei Ch. (ilhum, ficifoliiim und opidifolium verneinen und alle drei für wohlumgrenzte Arten halten. Einen unzweifelhaften Bastard habe ich bisher noch niemals zu entdecken vermocht, wie ich natürlich anderseits auch weit davon entfernt bin, das Zustandekommen von Mischlingsproducten in Abrede zu stellen. Die Möglichkeit, dass z. B. die in Fig. 8, 9, 10 zur An- schauung gebrachten Formen einem derartigen Vorgange ihre Entstehung verdanken, will ich gleichfalls als vorhanden ein- räumen. Bestreiten rauss ich indess, dass unter den geschilderten Verhältnissen sie nur rein localen Ursprungs sind. Gerade die kritische Sichtung solcher, bald hie und da auftauchender Ptlanzen- gestalten stellt an den beschreibenden Botaniker grosse Anforde- rungen. Erst nachdem man sich, wie bei den Rosa-, Ruhus- und Fotentilla- Arten in der freien Natur mit den masslosen Formenausstrahlungen und der Wandelbarkeit der Merkmale hin- reichend vertraut gemacht hat. ist man in der Lage, ein einiger- massen sicheres ürtheil abzugeben. Bei dem ungeheuren Ver- breitungsgebiete des Ch. alhiuit spielt sodann die Anpassung an klimatische oder Bodenverhältnisse eine grosse Rolle. Ch. alhum hat im nördlichen Russland oder Sibirien oft ganz kleine Blätter und kriechende, fadenförmige Aeste vom Habitus eines Folyyonnm aviculare. Auf unfruchtbaren Sandfeldern, aber auch an Wegen kommt um Paris, in Deutschland, namentlich in der Provinz Brandenburg (selten in Westpreussen z. B. um Thorn und Marienwerder) die interessante Abart: microphyllunt, Coss. et Germ., mit rundlichen, kleinen Blättern und niedergestreckten Stengeln vor. Die Einflüsse der verschiedenen geographischen Lage. die Bodenverhältnisse und die fort und fort sich vollziehenden Kreu- zungen innerhalb ein und derselben Art, zeitigen unausgesetzt Neubildungen in unerschöpflicher Vielgestaltigkeit. Vielleicht gehen die durch zweiartige Kreuzung hervorgegangenen Pflanzen in frühester Jugend oder bald nach der Blüte zu Grunde, weil ihnen die zu ihrer gedeihlichen Entwicklung oder Fortpflanzung erforder- lichen Bedingungen fehlen. Hiedurch erklärt sich vielleicht der Umstand, dass so wenige Pflanzen im Laufe der Zeit aufgetaucht sind, die als Bastarde angesprochen worden sind. Die Frage nach dem Ursprünge der unerschöpflichen Formen- kreise der im Titel erwähnten Arten ist bei dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse der Chenopodien schwer zu beantworten und soll einer späteren Arbeit zu Grunde gelegt werden. Der Artbegrifif bei Ch. alhum L. scheint nach meinem Dafür- halten viel zu weit und willkürlich gefasst zu sein. Der Streit, auf Grund welcher wissenschaftlichen Anschauungen wir am zu- treffendsten und schärfsten die Arten von einander abzugrenzen haben, wird namentlich im Hinblicke auf polymorphe Formenkreise 138 niemals erlöschen Wenn man der von Uechtritz') ausgesprochenen Ansicht beipflichtet, wonach die Natur durch eine verschiedene Tracht gewöhnlieh verschiedene Arten angedeutet haben will, so befindet man sich gerade bei Ch. albuvi oft in Verlegen- heit, namenthch wenn man die zuletzt unter III. geschilderten Formen in's Auge fasst. Soviel steht zur Genüge fest, dass Gh. albuni seit undenk- licher Zeit im Begrifi'e steht, sich in Abarten und Rassen aufzu- lösen, die unter gewissen Bedingungen die Fähigkeit erwerben werden, sich selbständig zu machen, und denen dereinst auch formell das Arteurecht zuerkannt werden wird. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, mögen die dem Ch. album am nächsten verwandten Arten: Ch. ficifolium und album bereits einen solchen Entwicklungsprocess durchlaufen haben. Dass er gegenwärtig voll- kommen als in sich abgeschlossen gelten darf, erscheint zweifellos. Der Zeitpunkt, von wann ab ungefähr der Anstoss zur Abo:liederung der Formen von Ch. album ausgegangen sein mag, lässt sich auch nicht einmal annähernd bestimmen. Uns fehlen zur Be- gründung von einigermassen haltbaren Hypothesen zunächst die erforderlichen Unterlagen. Diejenigen Formenausstrahlungen, die nach meinem Dafür- halten am ehesten Anspruch darauf erheben könnten, Arten- beständigkeit zu erwerben, dürften die in Abth. B unter I und III erwähnten Formen: hastatum Klinggraeff und pseudopuli- folium sein. Welche Zeiträume zu einem derartigen Läuterungsprocesse erforderlich sind, entzieht sich natürlich gleichfalls unserer Be- urtheilung. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat wohl Ch. album L. den Höhepunkt seiner erstaunlichen Umformungsfähigkeit erreicht. Allein das Heer seiner Formen, mag man sie als Varietäten oder Rassen ansprechen, ist noch lange nicht erschöpfend bekannt. Ch. album gehört zu der niedrigsten Classe der Proletarier im Pflanzenreiche und hat sich daher nicht der ihm gebührenden Beachtung zu erfreuen, wie sie in manchmal zu grossem Ueber- eifer anderen polymorphen Pflanzengattungen entgegengebracht worden ist. Es ist daher nur mit Freude zu begrüssen. dass sich in neuerer Zeit verschiedene Botaniker mit den Chenopodien be- schäftigt haben. Hoffentlich bleibt es bei diesen Versuchen nicht stehen, die bei einem dergestalt spröden Stoffe, wo der Anschauung des Einzeluen ein sehr weiter Spielraum gelassen ist. jedenfalls Meinungsverschiedenheiten zeitigen werden. Um meine, diese Gattung betreffenden Arbeiten zu fördern, würde ich jede Unterstützung durch frisches und getrocknetes Pflanzenmaterial oder Hinweis und Berichtigung meiner Irrthümer dankbar entgegennehmen. 1) Zur Flora Ungarns. „Oesterr. Bot Zeitsehr." 1871, S. 186 ff. 139 Schliesslich sage ich denjenigen Herren, die mir zur vor- liegenden Arbeit hilfreiche Hand geliehen haben, auch an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank, besonders den Herren Dr. Abromeit. Prof. Dr. P. Asch erson und Prof. Dr. v. Wettstein. NB. Die Figuren auf den beiden Tafeln erscheinen im vorstehenden Texte erläutert; sämmtliche Figuren sind in ^j^ der natürlichen Grösse wieder- gegeben. Ein neuer, bisher verkannter Bürger der europäischen Flora. Von J. Bornmüller (Berka a. J.), (Schluss. 1) Phrygia australis: Akscheher, in campis lapidosis ad basin montis Sultandagh. 1000 ni. s. m — 28. VI. 1899 legi. — (exs.: Iter Anatolicum HI [1899], No. 5488). Diese von Herrn Aznavour bei Constantinopel entdeckte neue Varietät wurde auch im nördlichen Anatolien bei Tossia (9. VIT. 1892) von P. Sintenis aufgefunden und (exs.: Iter Orientale 1892, No. 4572) als S. montana L. ohne weitere Bezeich- nung ausgegeben. — Bei Akscheher bedeckte die Pflanze oft ganze Felder und trat an solchen Plätzen nur in dieser Form auf; grössere Exemplare, deren zahlreiche Stengel sich am Boden ausbreiten, nehmen oft mehrere Quadratfuss in Anspruch. Namentlich an den Quirlen, welche weit aus- einander gerückt stehen, ist das Indument sehr stark entwickelt und macht sich durch den dunklen Hintergrund der rothbraun gefärbten Fruchtkelche und Hochblätter sehr augenfällig, wodurch die Pflanze ein völlig fremdartiges Aussehen erhält, f) Zweigspitzen ohne Blätterschopf. Hochblätter verkürzt, grün, wie bei typischer Form a); Blumenkrone sehr klein, aus dem Kelchtubus kaum hervorragend (var. cryptantha Boiss.); meist auffallend grüne, schwachbehaarte Formen mit aufrechten Zweigen und gedrängt stehenden Quirlen. Phrygia: Akscheher. in incultis: alt. 1000 m s. m. — 14. VI. 1899 legi. — (exs.: Iter Anatolicum III (1899), No. 5485). Galati a: in campis et ad vias inter Yosgad et Aladja. alt. 900 m s. m. — 27. VI. 1890 legi. — (exs.: Plantae Ana- toliae orientahs anni 1890. No. 1723.) Cappadocia: in arvis ad Caesaream (Kaisarieh). alt. 1000 m s. m. — 21. VI. 1890 legi. — (exsicc. : Plantae Anatoliae Orientalis a. 1890, No. 1723b.) Bemerkung: In der Cultur nimmt *S'. niontdua L. var. contosd Boiss. mitunter eine ganz abnorme Gestalt an. sobald im Hochsommer die mit einem Blätterschopf gekrönten Zweigspitzen in Folge zu starker Bewässerung eine erneute 1) Vgl. Nr. 3, S. 90. 14Q Wachsthumsperiode eingehen. Solche junge Triebe sind ihrer ganzen Länge nach mit verlängerten Hochblättern besetzt, welche die jungen Kelche um das Doppelte und Dreifache überragen; so in den Oulturen des Herrn Dr. Di eck (Zöschen). 5. Slderüis remota ürv. — Boiss. Fl. Or. IV. p. 707. Pontus australis: Araasia, in rupestribus regionis calidae alt. 4—600 m s. m. — 27. VI. 1889 legi. — (exs.: Plantae exsicc. Anatoliae orientalis anni 1889, No. 643.) Bithynia: prope Brussa, c. 150 m s. m. — 17. IX. 1886 legi. Bithynia: in apricis saxosis prope Mudania. alt. c. 20m s. ra. — 10. V. 1899 legi. — (exsicc: Iter Anatolicum III [1899], No. 5486). — Habitus und Indument dieser und der Pflanze von Brussa wie bei den Exemplaren von Amasia; auch verlaufen die Kelchzähne allmählich in eine verlängerte, später auswärts gekrümmte Pfriemspitze aus, gehören aber trotzdem nicht der typischen S. remota ürv. an, und sind als üebergangsformen zu S. raontana L. var. comosa Boiss. bezw. var. xanthostegia Post anzusehen. f). Sideritis Balansae Boiss. — Boiss. Fl. Or. IV. p. 707. Bithynia: Brussa, in regione abietina moutis Keschisch-dagh (Olympi); alt. c. 1600 m s. m. ~ 31. V. 1899 legi. — (exsicc. : Iter Anatolicum III (1899), No. 5487.J — Forma subalpina condensata. Pontus: Tokat, in saxosis apricis; alt. 600— 700 ra s. m. — 11. V. 1889 legi. — (exsicc: Plantae exsicc. Anatoliae orientalis anni 1889, No. 641.) Galati a: prope Angora 1892 leg. — (exsicc: Iter Persico- turcicum 1892- 93, No. 3097. j — Diese Art war bisher nur von drei Plätzen, und zwar aus Oilicien, Lyeien und Armenien bekan nt. B o i s s i e r gibt die Blütenfarbe als weiss oder purpurn an, die Blüten der von mir an den oben angeführten Plätzen gesammelten Exemplare sind ohne Ausnahme roth gefärbt, nur die Blumenkronenröhre ist weisslich. Berka a. J., Februar 19U0. Entgegnung auf die Bemerkung Dr. E. Woloszczaks zu meiner Arbeit „Einige Keimversuche mit Samen hochnordischer Pflanzen". Von A. Jencic (Wien). Herr Prof. Dr. E. Woloszczak hat meine Versuche über die Keimfähigkeit hochnordischer Samen \) zum Gegenstande einer Er- örterung gemacht, welche mich nöthigt, hier Folgendes zu erklären : Wiesner hatte für Salix purpurea festgestellt, dass die Samen noch nach 85 Tagen 8% Keimfähigkeit aufwiesen. Trotzdem 1) Vergl. meine Arbeit in dieser Zeitschrift, 1899, Nr. 10. 141 nun Wotoszczak durch das Experiment für Salix pentandra nur eine Keimfähigkeitsdauer von 48 Tagen fand/) — allerdings hatte er für weitere Versuche keine Samen zur Verfügung — sagt er den- noch: „Mir scheint es jedoch, dass die Zeit von 85 Tagen keine äusserste Grenze für die Keimfähigkeitsdauer der Weidensamen überhaupt bildet, und es wäre nicht unmöglich, dass Alpenweidensamen (in der Bemerkung steht Alpenweiden!) unter der schützenden Sehneedecke selbst den Winter überdauern, da auch die Samen der S. pentandrd eine Temperatur unter ° vertrugen und nachher keimten." Die Alpenweidensamen raüssten, da der Alpenwinter wenigstens vom October bis inclusive März dauert, mithin mindestens 180 Tage keimfähig bleiben. Was liegt da näher, als an eine An- passung der Alpeuweiden zu denken? Ich habe in meiner Arbeit den Ausdruck „Anpassung" ge- braucht und muss, trotzdem Hr. Wotoszczak denselben mit einem „!" versieht, daran festhalten. Dass Herr Dr. Wotoszczak die lange andauernde Keim- fähigkeit der Alpenweidensamen und der Weidensamen überhaupt nicht vom Gesichtspunkte der Anpassung aus betrachtet, war aus der oben citirten Abhandlung selbst nicht zu ersehen. Hätte er sich in derselben ebenso klar ausgedrückt, wie in der „Bemerkung", so wäre eine derartige Auslegung meinerseits nicht möghch gewesen. Ich habe aus dem oben citirten Satz unmöglich ersehen können, dass Herr Dr. Woloszczak an eine Bevorzugung der Alpen- weidensamen als solcher gegenüber Weidensaraen überhaupt nicht denkt; auch das ist erst in der Bemerkung präcisirt. Ich habe übrigens in meiner Arbeit lediglich die auf kein Experiment gestützte V er m u th u n g — ich sagte nicht Behauptung — Wotoszczak's meiner thatsächlichen Beobachtung gegenüber- gestellt, eine Widerlegung derselben lag nicht in meiner Absicht. da ja sowohl meine Fragestellung eine ganz andere war, als auch die wenigen Versuche dazu nicht genügt hätten. Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Congresse etc. Wiener Botanische Abende. Versammlung am 7. Februar 1900. — Vorsitzender : Prof. Dr. Wilhelm. Hofrath Professor J. Wiesner besprach auf Grund seiner im indischen Gebiete angestellten Beobachtungen die Abstammung des Daramar („Resina Dammar" der Pharmakopoen) und des Manilakopals. Er wies nach, dass die Herleitung des Dammar von Dammara orientalis Lamb. ebenso unrichtig ist wie die des Mauilacopal von der Dipherocarpee Vateria indica L. Er zeigte vielmehr, dass das Harz von Dammara orientalis Manilacopal ist 2) Dr. E. Wotoszczak, Ueber die Dauer der Keimfähigkeit der Samen und Terminalknospenbildung bei den Weiden. Bot. C.-Bl. Jahrg. 1889. Nr. 32. Oesterr. botan. Zeitschr. 4. Heft. 1900. 10 142 und dass eine bisher unbekannt gebliebene, auf Sumatra vorkommende Dipterocarpee, welche Herr Professor Sqhiffner auf Grund des Wiesner'sehen Materials vorläufig als SJiorea Wiesneri Schflfn. msc. beschreibt, die Starampflanze des Dammar repräsentirt. Dass die alte, allgemein in der Literatur zu findende Her- leitung der beiden genannten Harze falsch ist, zeigt Vortragender durch Versuche mit Chloralhydrat, welches alle Coniferenharze löst, während alle Diphterocarpeenharze darin unlöslich sind. Manila- copal löst sich aber in Chloralhydrat, während Dammar darin unlöslich bleibt. Dr. Cieslar (Mariabrunnj hielt einen Vortrag „lieber physiologische Varietäten". Er besprach in Kürze die Ergebnisse seiner mehr als zehnjährigen Forschungen über die Bedeutung der Samenprovenienz bei der Pichte und Lärche. Diese Studien hatten in erster Linie praktischen Zwecken der Porstwirth- schaft zu dienen, sie erscheinen aber in ihren Resultaten auch für die wissenschaftliche Botanik von Interesse. ßedner ging von der bekannten Thatsache aus, dass Pichten- bestände tiefer Standorte und des Mittelgebirges im Vergleiche zu den Fichtenwäldern der Hochlagen ausserordentlich viel stärkere Wachs- thumsleistungen aufweisen. In Tieflagen erreichen die Stammhöhen haubarer (etwa lOjähriger) Bestände 30 m, in Hoehlagen nur 10 m: die Stammstärke wächst in derselben Zeit in Tieflagen bis 40 cm. in Hochlagen erreicht sie im Mittel nur eine Dimension von 26 cm. Die Ursachen der Abnahme des Holzwuchses mit der Höhe des Standortes sind bekannt: Die Abnahme der Temperatur und die Verkürzung der Vegetationsperiode, kurz die Rauheit des Klimas kommen in erster Linie in Betracht. Die vom Referenten schon vor Jahren beobachtete Erschei- nung, dass aus nordischem (schwedischem, norwegischem, finn- ländischem) Fichten-Saatgute gezogene Pflänzchen sich durch ausserordentliche Kleinheit und durch auffallend geringen Jugeud- wuchs auszeichnen, veranlassten ihn zu Untersuchungen, ob nicht auch in Hoch lagen Mitteleuropas — der Alpen, Karpathen, Sudeten u. s. w. — geerntete Fichtensamen sich ähnüch verhalten. Und thatsächlich ergaben die Versuche sehr befriedigende Resultate in der Richtung, dass aus Hochgebirgssaraen erzogene Pflänzchen bedeutend langsamer wachsen, als die aus Tief landssanien gewonnenen. Der Höhentrieb des zweiten .Jahres von Fichtenpflanzen, welche Samen aus hohen Standorten (1500 — 1750 m ü. d. M.) entstammten, betrug im Durchschnitt zahlreicher Sorten 12 mm, die Pflanzenhöhe am Schlüsse des zweiten Lebensjahres betrug 32 mm; die analogen Zahlen betrugen für die Tief iandsfichtenpflanzen (aus 300 — 1200 mm ü. d. M.) 30 mm, bezw. 54 mm. Die Höhenzuwüchse im dritten Lebensjahre hatten betragen: bei Tieflandsfichten (Standorte der Mutterbäume 330—630 ra) im Mittel 15 '5 cm, bei Fichten aus mittleren Lagen (Standorte der Mutterbäume ca. 1000 m) im Mittel 10 9 cm. 143 bei Fichten aus höheren La^en (Standorte der Mutterbäume ca. 1500 m) im Mittel 7-4 cm, bei Fichten aus hohen Lagen (Standorte der Mutterbäume ca. 1600-1750 m) im Mittel 4-3 cm, bei Fichten aus nordischen Lagen 2*2 cm. Diese durch spätere Forschungen noch erhärteten Versuche ergaben klar, dass die jungen Pflänzchen im Wüchse den Mutter- bäumen folgten, dass also in dieser (physiologischen) Beziehung von einer erblichen Erscheinung gesprochen werden dürfte. Weitere Anbauversuche, welche in paralleler Weise in Maria- brunn (23ü m ü. d. M.) und im Versuchsfelde der k. k. forstlichen Versuchsanstalt auf dem Hasenkogl nächst Aussee (in 1400 m ü. d. M.) angestellt wurden, hatten den Zweck, die Frage weiter zu ver- folgen. Die Resultate dieser neueren Versuche entsprachen im Allgemeinen den früheren, sie erwiesen aber überdies noch die Herabminderung der vegetativen Thätigkeit und Leistungsfähigkeit der Tieflandsfichten beim Anbau in hohen Lagen und andererseits die volle vegetative Leistungsfähigkeit der Hochgebirgsfichten beim Anbau in Hochlagen. Beim Anbau in der Tieflage (Mariabrunn) hinwieder zeigte sich : volle Entwickelung der Tieflandsfichte und eine Retardation der Hochgebirgsfichte; mit anderen Worten: die Hochgebirgsfichte findet ihr Optimum in höheren Lagen, die Tief- landstichte in tieferen Lagen. Die aus Hochgebirgssamen gezogenen Fichtenpflanzen sind stets buschig erwachsen, sehr reich und dicht beastet, dunkel- grün; die Tieflandsfichten hingegen erscheinen schlank, mit schütterer Krone und sehr häufig lichtgrüner Benadelung. Die aus Hochgebirgssamen gewonnenen Fichtenpflanzen trugen auch sonst noch typische Merkmale alpinen Charakters; sie waren auffallend dichter nnd kürzer benadelt als die Tieflandsfichten und hatten eine kräftigere Benadelung. Diese Eigenschatten behielten sie auch beim Anbau in tieferen Lagen. Anbauversuche mit Lärcheusamen aus den zwei getrennt hegenden natürlichen Verbreitungsgebieten der Lärche, den Alpen und den Sudeten ergaben ebenfalls interessante Erscheinungen. Die Alpenlärche zeigte in allen Versuchsreihen einen geringeren Jugendwuchs, eine breitere, weit ausgelegte Kronenform, einen abholzigeren Schaft, eine sehr kräftige, sparrige Beastung, eine stärkere Berindung und ein geringeres specifisches Trockengewicht des Holzes. Alle diese Eigenschaften der Alpenlärche bleiben auch beim Anbau in der Tiellage erhalten: sie sind erblich. Es kann kein Zweifel sein, dass wir es in den vorangeführten Fällen — bei der Fichte und der Lärche — mit Anpassungs- erscheinungen zu thun haben, welche durch den Charakter des Standortes angeregt wurden, d. h. Fichte und Lärche haben sich im Laufe ungezählter Generationen beim Vegetiren unter stets den- selben Standortsverhältnissen gewisse Anpassungsmerkmale an- geeignet, welche — ohne morphologische Charaktere geworden zu 11* 144 sein — bis zu einem gewissen Grade erblieii wurden. — Wir haben es hier zu Ihun mit directen, lange Generationen hindurch wirjjenden Reizen, welche die Anpassungen schaffen. Die äussere Form geht gewiss mit einer inneren Urastimmung parallel, und aus diesem Grunde glaubt Dr. Cieslar von physiologi- schen Varietäten sprechen zu dürfen.^) Die Darlegungen des Referenten erschienen durch zahlreiche naturgetreue Bilder belegt. An den Vortrag knüpfte sich eine Discussion, an der insbe- sondere die Herren Wettstein. Wiesner, E. Tschermak theilnahraen. Herr Dr. Fr. Krasser hält hierauf einen Vortrag „Ueber einige Schalttypen". Zum Schlüsse besprach Herr Prof. v. Wettstein die zur Demonstration gelangten Objecte. u. zw. eine Collection vorzüglicher pflanzengeographischer Bilder aus Brasilien, eingesandt von Herrn Prof. V. Höhnel; einige neue Geisseipräparate von Bakterien. hergestellt von Dr. Kral in Prag (hygienisch -bakteriologisches Institut); endlich eine von P. Rick und P. Zurhausen in Vor- arlberg gesammelte Collection von Cordyceps- Arten, welche nahezu sämmtliche europäischen Species umfasste. Dr. K. Linsbauer. Versammlung am 7. März 1000. — Vorsitzender Prof. Dr. V. Höhnel. Prof. Dr. K. Fritsch hieU einen Vortrag unter dem Titel: .,Die Stellung der Monocotylen im Pflanzensystem". Der Vortragende besprach die Veränderungen, welche das Pflanzen- system von Jussieu an bis heute erfahren hat, und machte daraut aufmerksam, dass die Monocotylen trotz der sonst sehr grossen Verschiebungen, welche namentlich in der zweiten Hallte des neun- zehnten Jahrhunderts im System vorgenommen wurden, doch heute noch an denselben Platz gestellt werden, welchen ihnen Jussieu anwies. Es lässt sich aber durch den Vergleich der Merkmale der Monocotylen mit jenen der Dicotylen leicht der Nachweis erbringen, dass die oft gehörte Behauptung, die Dicotylen seien höher organisirt als die Monocotylen. nicht stichhältig ist. Da nun ein directer phylogenetischer Zusammenhang der Dicotylen mit den Gymnospermen und Pteridophyten unleugbar vorhanden sein muss, während der Ursprung der Monocotylen heute immer noch unklar ist, da ferner das früher behauptete Auftreten der Monocotylen vor dem Er- 1) Vgl. : 1. A. Cieslar, Die Zuchtwahl in der Forstwirthschaft. Referat beim Internat, land- und forstwirthschaftl. Congresse zu Wien 1890. (Ctrbltt. für das ges. Forstwesen 1890.) 2. Derselbe, Die Erblichkeit des Zuwachsvermögens bei den Wald- bäuLuen. (Ctrbltt. für das ges. Forstwesen 1895.) 3. Derselbe, Neues aus dem Gebiete der forstlichen Zuchtwahl.' (Ctrbltt. f. d. ges. Forstwesen 1899.) 145 scheinen der Dicotylen (also vor der Kreide-Formation) durchaus nicht erwiesen ist, so sind die Monocotylen nach Ansicht des Vortragenden an das Ende des Systems zu stellen, nicht also, wie dies allgemein geschieht, zwischen die Gymnospermen und Dicotylen einzuschalten. Hierauf erläuterte und demonstrirte Herr Priv.-Doc. Dr. W. Figdor im Anschlüsse an den in Nr. 3 (März 1900) dieser Zeitschrift erschienenen Aufsatz „Zur Anatomie des Stammes der Dammarpflanze": Siebtüpfel der Gefässwandungen der Shorea Wiesneri Schiffn. msc. und die derselben Pflanze eigen- thümlichen U- oder o-förmig verdickten Elemente in der Binde. Herr A. Jencic demonstrirte sodann einen nach Angaben Wiesner's verbesserten Keimkasten, der Keimversuche im Licht und Dunkel zulässt. Ein elektrischer Thermoregulator ermöglicht die Eegulirung der Temperatur auf ^/^^ 0. genau. Schliesslich gelangte einereiche, vortreflFlich präparirte Oollection von Lycopodium-ProthsiWien, welche Herr H. Bruchmann (Gotha) eingesandt hatte, ferner eine Reihe von Herrn Dr. Kosmat auf- genommener Vegetationsbilder aus Sokotra, sowie die 1. Lieferung der pflanzengeographischen Wandtafeln von A. Hansen zur Demonstration. Dr. K. Linsbauer. K. k. Zoologisch-botauische Gresellschaft in Wien. Versammlung der Section für Botanik am 16. Februar 1900. — Zunächst hielt Herr Prof. Dr. K. Wilhelm dem verstorbenen Professor der Phytopathologie an der Hochschule für Bodencultur H. Zukal einen Nachruf. — Hierauf sprach Herr Prof. Dr. K. Fritsch „über rankenbildende und rankenlose Lathyrus-Arten und deren Beziehungen zu einander". — Endlich hielt Herr Dr. F. Vierhapper einen Vortrag „über Arnica Doronicum Jaeq. und ihre nächsten Verwandten". (Vergl. diese Nummer, S. 109.) Die 72. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte findet in der Zeit vom 17. bis 22. September d. J. in Aachen statt. Die Vorbereitungen für die Abtheilung „Botanik" haben die Herren Prof. Dr. A. Wieler (technische Hochschule) und Oberlehrer Dr. On stein (Krakaustrasse 30) übernommen, an welche Anmeldungen von Vorträgen schon jetzt zu richten sind. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Bauer E., Bryotheca Bohemica. H. Centurie. 1899. 101. Andreacu petroj)hUa Ehr. 102. Gymnostomuni rupestre Schi. 103. Cynodontium torquescens (Bruch) Limpr. 104. JDicra- nuni Bergeri Bland. 105. D. Blyttii Seh. i06. 1). fulviim Hook. 107. D. majn^ Smith. 108. D. undulatnm Ehr. 109. Gampylopns fragilis (Dicks.) Br. eur. 110. Dicranodontium aristatnm Seh. 146 n. var. Sckiffneri Bauer. 111. Fissideni^ decij^lens Not. var. mucro- natus Breidl. 112. Ditriclmm flexicaule (Schi.) Hpe. 113. Tfkly- modon rubellus (Hofifm.) Er. eur. 114. Trichostomuni mntahilc Bruch. 115. TortelJa tortuosa (L.) Lirapr. 116. Barhula fallnx Hedw. 117. Tortula muralis (L.) Hedw. 118. T. riiralis (L.) Ehr. 119. Racomitrium canescens (Weis) Brid. var. ericoides (Web.) Br. eur. 120. R. lanuginosum (Ehr.) Brid. 121. R. protensum Braun. 122. 12S. Leptobrymn pyriforme (L.) Seh. 124. Wehera commiäatd Seh. var. filuni (Seh.) Husn. 125. Mniohrytim alhicans (Wahl.) Limpr. 126. Bryum alpinum Huds. var. viride Husn. /". gemmiclada Schffn. 127. H. pallens Sw. 128. Mniuin cinclidioides (Blytt.) Hub. 129. M. Jiornum L. 130. Bartramia pomiformis (L.) Hedw. 131. B. p. var. crispa (Sw.) Br. eur. 132. Phüonotis calcarea (Br. eur.) Seh. 133. P. foniana (L.) Brid. n. var. Sckiffneri Bauer. 134. P. seriatir, (Mitt.) Lndb. 135. Polytrichum alpinum L. 136. P. commune L. 137. P. piliferum Schreb. n. var. degans Bauer. 138. P. p. n. var. Schiffneri Bauer. 139. P. sexangulare PI. 140. P. stridum Banks. 141. Bip)hyscium sessile (Schraid) Lindb. 142. Fontinalis antipyre- tica L. 143. Antitrichia cnrtipendula (Hedw.) Brid. 144. Stcrygo- pliyllum lucens (L.) Brid. 145. Leskca catenulata (Brid.) Mitt. 146. Heterodadium heteropternm (Bruch.) Br. eur. 147. Thnidinm abie- tinnm (L.) Br. eur. 148. Cyiindrothecinm concinmim (Not.) Seh. 149. Glimacium dendroides (L.) Web. 150. Brnchythccium rivnlare Br. eur. 151. B. r. n. var. Sdimiedliannm Bauer n. f. crispula. 152. B. r. var. Seh. n. /". suhsimplex. 1.53. B. vehitinum (L.) Br. eur. 154. Sderopodi'um purum (L ) Limpr. 155. Thamninm alopecurus (L.) Br. eur. 156. AmUystegium fallax (Brid.) Milde, var. spini- folium (Seh.) Limpr. n. f. aherrnns. 157. A. riparium (L.) Br. eur. 158. Hypnum arcwdnm Lindb. var. demissum Seh. 159. H. dirysophyllum Brid. 160. H. cordifolium Hedw. n. /'. natans. 161. Hypnum, molluscum Hedw. 162. ff. reptile Mich. 163. ff. Vaudieri Lesqu. 164. H. virescens Boul. 165. ISphagnum ncutifolium (Ehr.) E. et W. var. versicolor W. 166. S. Girgensohnii R. 167. S. mol- luscum Bruch. 168. S. squarrosum Pers. 169. Riccia canaliculata Hoffra. 170. R. glauca L. 171. Ricciocarpus natans (L.) Oorda. 172. R. n. var. terrestris Lndnb. 173. Conocephalus conicus (L.) Dum. var. rivularis Schfifn. 174. Mardiantia polymorplia. L. 175. Mcizgeria conjugata Lindb. 176. Fdlia epiplnjlla (L.) Dum. var. undulata Nees. 177. Blasia pusilla L. 178. jS'ardia scalaris (Schrad.) Gray. 179. Aplozia sphaerocarpa (Hook.) Dum. 180. Lophozia alpestris (Schleich.) 181. L. harhata (Schreb.) 182. L. Floerkei (W. et M.) var. squarrosa Nees. 183. L. ivflata (Huds.) 184. Mylia anomala (Hook.) Gray. 185. M. Taylori (Hook.) Gray. 186. Lophocolea bicuspidata (L.) Dum. 187. Chiloscyphus polyan- thus (L.) Corda var. rivularis Nees. 188. Harpanthns Flotowianus Nees n. var. silvestris Schffn. in sched. 189. H. F. n. var. uligi- nosus Schffn. in sched. 190. Saccogyna graveolens (Schrad.) Lindb. 191. Cepihalozia leucantha Spr. 192. Lepidozia tricJioclados 0. Müll. 147 n. sp. /'. densa. 193. Ptilidium ciliare (L.) Hpe. f. viridis. 194. P. pulcherrinuim (Web.) Hpe. 195. Diplophyllnni albicans (L.) Dum. 196. 197. Scapania nemorosa (L.) I^ees. 198 S. midulata. (L.) Nees. 199. Madotheca platyphylla (L.) Nees. 200. Fndlania Tamarisci (L.) Dum. Preis 20 M. oder 24 K excl. Porto. Bestellungen nur beim Herausgeber Dr. E. Bauer, Smichow, Komenskygasse Nr. 961. Die landwirthschaftlieli- physiologische Versuchs- station der böhmischen See tiou desLandesculturrathes für das Königreich Böhmen an der böhmischen tech- nischen Hochschule in Prag. Diese Institution hat dank der thatkräftigen Unterstützung .seitens des Ackerbauministeriums am 1. Jänner 1900 ihre Thätig- keit begonnen. — Die Organisation dieser Station ist folgende: 1. Physiologische Section, verbunden mit der Samen- controlstatiou. Die Aufgabe dieser Abtheilung besteht nicht nur in dem Studium der Fragen, wie die Qualität unserer Getreide- und Hackfrüchte erhöht und deren Ertrag gesteigert werden könnte, sondern auch in der Pühruug einer verlässlichen Samencontrole und Ertheilung aller diesbezüglichen Auskünfte an die Landwirthe. Diese Section wird ihr Augenmerk namentlich der Veredlung unserer Gerste zuwenden und gedenkt besonders geeignete Classen hievon für Bierbrauereizwecke zu züchten. Auch die Oultur der Zuckerrübe wird eingehend studirt werden. 2. Section für die Pflanzenpathologie und land- wi rthschaftliche Bakteriologie. Zweck dieser Abtheilung ist das Studium aller Krankheiten der Culturpflauzen und die Prüfung der einschlägigen Hilfsmittel, sowie die Vornahme neuer biologischer Studien auf dem Gebiete der Pflanzenpathologie. 3. Die physiologisch-chemische Section soll den beiden obenerwähnten Abtheilungen bei der Lösung physiologischer Probleme vom chemischen Standpunkte behilflich sein. Verwaltung: Die Verwaltung der Versuchsstation führt ein besonderes, aus dem Schosse der böhmischen Section des Landesculturrathes gewähltes Oomite, welchem auch der Director der Station angehört. Die Leitung der Versuchsstation wurde Herrn Dr. Julius Stoklasa, Professor an der böhmischen technischen Hochschule in Prag, anvertraut. Für jede von den oben angeführten Seetionen ist je ein Abtheilungsvorstand ernannt worden und wurden denselben auch separate Laboratorien zugewiesen. Zum Vorstand der ersten Section wurde Herr Otto Kumbersky, zur Zeit Vorstand der landwirth- schaft liehen Versuchsstation in Troppau. ernannt, zum Vorstand der zweiten Section Herr Dr. Franz Bubäk, Assistent an der böhmischen technischen Hochschule. 148 Die Versuchsstation ist örtlich, jedoch nicht organisch mit der böhmischen technischen Hochschule in Prag verbunden. Es stehen bereits zur Disposition : je ein chemisches, physiologisches und bakteriologisches Laboratorium, ein solches für die Pflauzen- production, ferner ein Glashaus für physiologische Versuche, ein Garten für pathologische und Vegetationsversuche und endhch auch eine biologische Kammer für das Studium der Vitalprocesse der Mikroben. Diese Versuchsstation steht in enger Verbindung auch mit der gegenwärtig schon sehr entwickelten Versuchsstation für Zuckerindustrie, deren Vorstand Herr Prof. K. Preis ist. Personal-Nachrichten. Prof. Dr. K. Fritsch in Wien wurde zum a. o. Professor mit dem Titel und Charakter eines ordentlichen Professors an der Universität Graz ernannt. Dr. Walter Busse hat sich an der Universität Berhn für Botanik habilitirt. Dr. J. B. Gar ruthers wurde zum Assistent-Director am botanischen Garten in Peradenya ernannt. Prof. Dr.'ß. Wettstein wurde vom deutschen naturw.-medic. Vereine „Lotos" in Prag zum Ehren mitgliede, von der k. k. Garten- bau-Gesellschaft in Wien zum corresp. Mitghede ernannt. Gestorben sind: Dr. Ottmar Hofmann, ßegierungs- und Kreismediciualrath in Eegensburg. ArthurPellerin, Director des botanischen Gartens in Nantes. Karl Meinshausen in Petersburg. Inhalt der April-Nummer: Vierliapper F., Arnica doronicuiit Jacq. und ihre nächsten Ver- wandten. S. 109. — Linsbauer L. u. K., Teratologische Befunde an Lonicera tatarica. S. 115. — Rick J., Eine neue ScUrutiniu. S. 121. — Polak J. M., Untersuchungen über die Stami- nodien der •"■crophnlariaceen. (Forts.) S. 123. — Recbinger C, lieber Lomiuin Orcaln L. und L. Wtttsteiiiii Rech. (Schluss.) S. 132. — Scholz J. B.. Cheuopodtum opulifolium C. ficijulium und C. album. (Schluss.) S. 135. — Bornmüller J., Ein neuer, bisher verkannter Bürger der europäischen Flora. (Schluss.) S. 1,39. — Jencic A., Entgegnung. S. 140. — Akademien, Botan. Gesellschaften etc. S. 141. — tJotanitiche Sammlungen, Museen etc. Ö. 145. — Personal- Nachrichten. S. 148. Redacteur: Prof. Dr. R. v. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 14. Verantwortlicher Redacteur: J. Dörfler, Wien, III.. Barichgasse 36. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreichische botanische ZeitSOhrIft" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig Ifi Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zuhaben: II und III ä 2 Mark, X-Xll und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI-XLI ä 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post expedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisuug direct bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Carl Gerold's Sohn), zu pränumeriren. Einzelne Isummern, soweit noch vorräthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. NB. Tafel VII (VIerhapper) wird der nächsten Nummer beigegeben. Dieser Nummer liegt bei: Ein Prospect der Verlagsbuchhandlung Paul Parey in Berlin. OSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der Ic. k. Universität in Wien. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. L. JaltTgang, N**- 5. Wien, Mai 1900. Einige teratologische Befunde an Lonicera tatarica. Von Dr. Ludwig Linsbauer (Pola) nnd Dr. Karl Linsbauer (Wien). (Mit Taf. VIII nnd 3 Textfig.) (Fortsetzung, i) Zunächst ergibt sich, dass die grössten Blätter nicht an den einander zugekehrten Seiten der beiden Sprosse stehen; mit anderen Worten: Wenn man nur die Lage der beiden Sprosse zu einander ins Auge fasst. so zeigen sich ihre relativen Aussen- seiten im Blattwachsthume gefördert. Jedoch tritt dies Verhältniss nicht völlig einfach und rein hervor, da auch nach einer zweiten Richtung gefördertes Blattwachsthum zu bemerken ist. Zieht man nämlich die Lage eines jeden einzelnen Sprosses zum ge- meinschaftlichen (hier horizontalen) Muttersprosse in Betrac-ht, so ist nach dem von Wiesner aufgestellten Grundsatz der Exo- trophie ^) zu erwarten, dass die an der Aussenseite ^) eines jeden einzelnen Seitensprosses stehenden, also der mütterlichen Spross- achse abgewendeten Blätter grösser sein müssen, als an der inneren, ihr zugekehrten Seite. Und thatsächlich findet sich diese Ausbildung auch hier vor. Diese Verhältnisse lassen sich übersichthch durch eine sche- matische Diagramm-Zeichnung ausdrücken. Sind A und B (Fig. 3) zwei nebeneinander stehende Seitensprosse, und hegt der Mutterspross in der Ebene der Zeichenfläche, wobei die punktirte Pfeillinie die Richtung des letzteren angibt, und bedeutet ferner h und y die Seite, auf der Basis, resp. Gipfel des Muttersprosses sieh befinden, M Vgl. Nr. 4, S. 115. -) Wiesner. 1. Ueber Exotruphie (Berichte der deutschen bot. Gesell- schaft X). Wiesner. II. Ueber Anisomorphie der Pflanzen (Sitzungsberichte der kais. Akad. d. Wissenschaften in Wien, Bd. 101, 1892). Wiesner. III. Studien über die Anisophyllie tropischer Gewächse. (Sitzungsberichte d. kais Akad. d. Wissenschaften, Wien, Bd. 103, 1894). 3j Jetzt in Bezug auf den Mutterspross genommen. Oesterr. botan. Zeitschrift. .5. Heft. 1900. 12 150 so köDuen wir zunächst auf den einander zugewendeten Theilea der Seitensprosse je ein kleines, auf ihren relativen Aussenseiten je ein grosses Blatt zeichnen {ß', (V resp. ß, li). Infolge Exotrophie b \' b A hat dann auf der Aussenseite der Seitensprosse in Bezug auf den Mutterspross wiederum ein grosses, auf der der Abstam- mungsachse zugewendeten (Innen-) Seite ein kleines Blatt zu stehen {a. a. resp. «', a'j. Diese durch einfache Construction gewonnene Vertheilungs- weise der grossen und der kleinen Blätter ist in Wirklichkeit an dem einen Sprosse eingehalten (Fig. 2. A. besonders am mittleren Internodium). Man kann noch weitergehen. Man kann sich vorstellen, dass die Kräfte, welche das Wachsthum der Blätter a und ß fördern, in einer zwischen beiden Blättern liegenden resultirenden Richtung am stärksten sieh äussern. Zeichnet man hier (in Fig. 3 nur auf Seite B ausgeführt) ein grösstes (punktirtes) Blatt ein, so er- halten wir ein construirtes Schema, das thatsächHch am zweiten Sprosse realisirt ist (am überzeugendsten beim mittleren Internodium des Sprosses B, Fig. 2). Der hier vorliegende Fall, dass zwei einander gleichwerthige Seitensprosse derselben Ordnung bei anisophyller Ausbildung ihrer Blätter auch zu einander, nicht blos zur Mutterachse, in Be- ziehung stehen, scheint bisher noch nicht beschrieben worden zu sein\), er ist als ein neuer Specialfall der Aiiisophyllie zu bezeichnen. 1) Der Fall, dass Seitensprosse zweiter Ordnung gegenüber ihrem relativen Muttersprosse, der selbst wieder ein Seitenzweig erster Ordnung ist, und gegen den Hauptsprdss des letzteren sich bei anisophyller Ausbildung Orientiren, ist schon von Wiesner (III., S. 25) beobachtet und als secundäre Anisophyllie bezeichnet worden. 151 Das eben erörterte Beispiel gestattet auch durch die Kennt- niss der herrschenden Verhältnisse gewisse Rückschlüsse auf die Entstehungsursache anisophyller Ausbildungsweise. In Folge der Aufstellung des ganzen Zweiges erhielten die sich entwickelnden Sprosse nur von einer ganz bestimmten Seite Licht. Für einen Lichteinfall, wie er in den Figuren 1 — 3 durch den ausgezogenen Pfeil angegeben wird, ergibt sich, dass zwar bei den Blättern a a' jedes Wirteis das Lieht möglicherweise auf das Wachsthura einen Einfluss gehabt haben könnte (ob allein ausschlaggebend oder in Verbindung mit inneren Ursachen, bleibe dahingestellt). Dass aber bei den Blättern /3 /3' eines jeden Wirteis das Licht auch nicht einmal mitbestimmend gewirkt haben kann. ist. wie ein Blick auf die Verhältnisse zeigt, evident, da der Lichteinfluss auf /3 und auf /3' in gleichem Sinne erfolgte, eine einseitige Wachs- thumsförderung (rechts oder links vom einfallenden Lichte) also un- möglich war. Für den eben geschilderten Fall von AnisophylUe müssen, da auch andere äussere und einseitig wirkende Ursachen zur Erklärung nicht herangezogen werden können, ganz andere Factoren massgebend gewesen sein, u.zw. liegt es nahe, an Ernährungs- verhältnisse zu denken. Gerade dadurch, dass die in Rede stehenden Sprosse unmittelbar nebeneinander vertical aufwärts aus einem horizontalen Muttersprosse hervorkamen, gelangt man zu folgender, nicht unbegründeter Vorstellung. Denkt man sich einen Vertical- durchschnitt durch den Mutterzweig und beide Tochtersprosse, so wird der im Holzkörper aufsteigende Strom roher Nährstoffe der Aussen-, resp. der Innenseite der genäherten Seitenzweige in un- gleichem Masse zuströmen, und zwar ersterer in grösserer Menge als letzterer, da das zwischen beiden liegende Stück des Holzringes (des Muttersprosses) sein Wasserquantum an beide Seitenzweige zu annähernd gleichen Theilen abgeben muss. Wenn auch diese Vor- stellung im Einzelnen zu roh sein mag, so viel steht jedenfalls fest, dass der oben geschilderte Fall von Anisophyllie (bezüglich der Blätter /j /3') absolut nicht auf äussere und einseitig wirkende Ur- sachen zurückgeführt werden kann, also in diejenige Kategorie von Grenzfällen der Anisophyllie gehört, welche Wiesner an (Jardctiia Stanleyaua (Wiesner, III) erkannt hat. Obige Vorstellung als richtig angenommen, haben wir es demnach mit einem Special- fall von Wachsthumscorrelation zu thun. Und noch Folgendes ist hervorzuheben, wodurch sich unser Fall von dem bei Gardmia Stanhyana beobachteten wesentlich unterscheidet. Bei der anisophyllen Ausbildung dieser Pflanze und in solchen durch äussere Reize erzeugten Fällen von Anisophyllie, welche nicht oder wenigstens nicht sofort umkehrbar sind, erfolgt im Laufe der Phylogenese unter dem Einflüsse der Vererbung eine immer grössere Steigerung und Fixirung des Typus, da ja im All- gemeinen dieselben Bedingungen für die anisophylle Ausbildung (z. B. einseitige Licht- oder Schwerkraftswirkung oder Exotophie 12* 152 iutblge gleiebartig bleibender Orientirung der Sprosse) in jeder Generation wiederkehren. Ganz anders in unserem Falle. Denn die Stellungs- und Ent- wicklungsverhältnisse der beiden abnormen Lo«/ce>Yt-Sprosse, wie wir sie oben dargestellt haben, sind ganz exceptionelle, in der Natur jedenfalls nur ganz zufällig und sporadisch auftretend. Hier an erbliche Fixirung zu denken, ist demnach völlig ausgeschlossen ; sondern wir sehen die Erscheinung im Laufe der Individual- Entwicklung auftreten. Alles in Allem haben wir es also in unserem Falle mit einer von äusseren (speciell von im Sinne der Lothrechten wirkenden) Kräften unabhängi- gen anisophyllen Ausbildung zu thun, die. als Resultat der besonderen Stellungs- und Entwicklungsverhältnisse, im Laufe der Ontogenese des Sprosses in Erscheinung trat, mithin einen neuen Typus der Anisophyllie darstellt \). Die neben der Zweigfasciation namentlich an unseren Sträuchern so zahlreiche Ausbildung mehr oder minder gegabelter Blätter ist schon lange beobachtet. Hier wäre nur Einiges darüber zu bemerken. Von nur angedeuteter Auslappung bis zu völliger Trennung in zwei Flächen zeigt die Blattspreite alle möglichen Uebergäuge -). Dabei lässt sich beobachten, dass die Laminahälften die Tendenz haben, sich von einander zu entfernen, d. h. immer mehr von der Symraetrale des Gesammtblattes abzuweichen. Bei vollständiger Trennung der Spreite fahren beide Hälften weit auseinander. Da- bei hat jede derselben das Bestreben, selbst wieder symmetrisch zu werden, also einen selbständigen Medianus als Symmetrale aus- zubilden, zu dessen beiden Seiten sich die assimilirende Fläche gleichmässig auszubreiten trachtet, natürlich auch mit entsprechen- 1) Hier wäre an einige zum Theile ähnliche Fälle zu erinnern, über ■welche Wiesn er (III. S. 12 ff.) berichtet. An Blattpaaren von Fraxinus excelsior und einigen anderen Sträuchern zeigen sich nämlich Differenzen in der Grösse und im Gewichte oder in der Entwicklung des oberen, resp. des unteren Blattes, und zwar ebenfalls im Laufe der individuellen Entwicklung; aber sie sind immer an eine bestimmte Entwicklungsperiode, nämlich an den Herbst ge- bunden, so dass in Folge der periodischen Wiederkehr der Erscheinung wenig- stens eine leichtere Disposition hiezu durch erbliches Festhalten vor- handen sein könnte. Ein weiterer Unterschied gegen unseren Fall besteht darin, dass bei Fraximts etc. die Anisophyllie an geneigten Sprossen auf- tritt, doch nicht an aufrechten. 2j Vergl. Schlechtendal (1. c). Gabelungen der Blattspreite kommen übrigens bei verschiedenen iontcerrt- Arten vor (Pen zig, 1. c). An Lon. tart urica hört, scheinen sie bald seltener (Klein), bald häufiger (Pen zig) zu sein. Bei genannter Art sind auch einige Male dreizipfelige Blätter beobachtet und beschrieben worden, an denen der Blattstiel auffallend breit war, was an unseren Exemplaren nur in geringem Masse der Fall war. Sehr häufige Spreitentheilung trat an einer Lonicera fragrantissima Carr. auf (Klein, 1. c). 153 der VertheiluDg der Nervatur. Hin und wieder, nämlich bei weit- gebender SpreitentheiluDg. zeigen sich sogar die Anfänge eines neuen Medianus für das Gesammtblatt, indem ein Seitennerv in die Mittellinie des letzteren zu stehen kommt und daher beiden Blatthälften gemeinsam angehört. fVergl. Taf. VIII, Fig. 1. ) Einige der interessanteren Fälle zeigen die dieser Abhand- lung beigegebeneu. durch AuFcopiren auf photographisches Positiv- papier erzeugten Bilder. (Taf. YIII.) Es kommen an unseren Exemplaren aber auch gar nicht selten dreizipfelige Blätter vor. einmal fanden wir auch ein vier- zipfeliges. Aus dem Verlaufe der Gefässbündel im Blattstiele lässt sich der Schhiss ziehen, dass wir es mit verwachsenen Blättern zu thun haben, nicht eigentlich mit gespaltenen ^). Die Vertheilung der Bündel geschieht im Allgemeinen nach dem von Klein an- gegebenen Modus: In zweizipfelige Blätter treten fünf Bündel ein, deren mittleres das Kleinste ist. in dreizipfelige aber sechs. Dass Monstrositäten keimfähige Samen zu liefern im Stande sind, ist speciell auch durch die bekannten Culturversuche von De Vries') bewiesen worden. Uns erschien es von Interesse, die Keimfähigkeit der Samen der abnormen Individuen kennen zu lernen und sie mit der Keimkraft von Samen normaler Exemplare zu vergleichen. In unserem Garten standen zufällig an zwei Stand- orten je ein normaler und ein abnormer Strauch nebeneinander, je paarweise so ziemlich den gleichen Beleuchtungs- und Tran- spirationsverhältnissen ausgesetzt und zudem alle vier in demselben Boden ; auch bei der Bewässerung waren stets alle in annähernd gleicher Weise bedacht. Es wurde nun von jedem der vier Sträucher eine Anzahl Beeren abgenommen und zunächst auf die Anzahl der darin ent- haltenen Samen untersucht; dabei wurde auch die Zahl derjenigen Samen ermittelt, welche mit Rücksicht auf ihr Aeusseres von vorn- herein als verkümmert zu bezeichnen waren. Im Folgenden sind die diesbezüglich gefundenen Zahlen wiedergegeben und es ist nur noch zu bemerken, dass zwei bis fünf Früchte ausgebildet waren. Da dieser Umstand möglicherweise für spätere Untersuchungen einigen Werth haben kann, so ist diese Ausbildungsweise im Nachstehenden angegeben worden. Den gleichen Fall beobachtete Goescke an Lonicem Ledehourü Esch.. 1) Klein. 1. c. S. 485. 2) So in „Monographie der Zwangsdrehungen" (Pingsheim's Jahrb. für Wissenschaft!. Bot. XXIII. 1891) und „Sur la culture des monstruosites'- (Comptes rendus, Paris 1899, vol. 128. p. 125 ff.) u. a. 154 indem sich hier an der Spitze der Zweige 1 — 3 Paare von Blüten ausgebildet hatten. A. Normaler Strauch. Gesammt- Gesammt- zahl der Samen in einer Frucht: 9 11 10 10 8 10 10 9 9 9 6 2 4 5 Im Ganzen 229 129 Demnach sind 56*3% der Samen verkümmert. Die Anzahl der in einer Einzelfrueht enthaltenen Samen be- rechnet sich auf durchschnittlieh 7*9; am häufigsten kommen 8 bis 9 Samen in einer Frucht vor. Bei der Ausbildung von drei Früchten kommen nicht mehr Samen als bei zwei Früchten vor (vielmehr bleibt die Samenzahl im ersten Falle meist etwas zurück). Das Maximum reifer Samen in einer Frucht beträgt 8. das Minimum 1. B. Normaler Strauch. Gesammt- Gesammt- zahl der r» .. zahl der t-. o Davon ver- r, Davon ver- bamen , .. . bamen ■, .. , kümmert: • . kümmert: in einer in einer Frucht: Frucht: 2 Früchte: 9 3 5 4 6 1 9 5 Davon ver- kümmert: z, a u 1 u. e r Samen in einer D k avon ver ümmert: F r u c h t : 2 Frtic 'hte : 5 10 6 4 8 5 3 8 2 2 9 6 4 8 7 7 7 5 5 8 4 7 9 8 8 9 6 2 8 4 5 9 8 7 3 Früc hie: 0^) 1 6 1 1 2 1 8 5 ^) Die zweite Frucht ist ganz verkümmert. 155 Gesammt- G e s a m ui t- zahl der Samen in einer D k a V n V e r- ü m m e r t : zahl der Samen in einer D; k avon ver- ümmert: Frucht: F r u c h t : 6 7 1 9 1 8 2 4 10 3 8 2 7 2 9 5 9 2 7 2 9 2 6 1 5 3 5 4 7 5 7 2 8 2 6 2 7 1 Im Ganzen: 173 55 Der Procentgehalt an verkümmerten Samen beträgt demnach 31*8. Auf eine Frucht entfallen im Mittel 7-2 Samen, am häufigsten 7 und 9. Die grösste Zahl reifer Samen beträgt 9. die kleinste 8. a Abnormer Sti ■auch. G e s a m m t- G e s a m m t- zahl der Samen in einer Di k ivon ver- um m e r t : z a h 1 der Samen in einer Davon v e r- k ü uj m e r t : Frucht: Frucht: 2 Früchte : 11 5 10 3 11 3 10 1 11 1 7 3 10 7 2 7 1 11 9 9 2 12 5 9 1 10 7 8 1 3 Früc hte: 11 6 8 6 2 9 3 11 5 5 1 9 1 10 6 — 12 8 — — 8 4 — 4 Früchte : 8 — — 9 — — 8 6 — — 6 2 — — 156 Gesammt- Gesammt- zahlder r, zahlder ^^ o Davon ver- q„, Davonver- Samea i- , bamen ... . kümmert: • • kümmert: meiner meiner Frucht: Frucht: 5 Früchte: 6 ~ — 5 — — 12 4 — - — — — Im Ganzen: 286 92 Es sind also ^22% der Samen verkümmert. Durchschnittlich entfallen 8-7 vSamen auf eine Einzelfrucht, am häufigsten findet man 11 (und 8 — 10). Wenn mehrere Früchte beisammen stehen, so ist die Ge- sa in nitzahl der Samen grösser, als bei nur zwei Früchten, während die Samenzahl in jeder einzelnen Frucht meist nicht grösser als bei der Ausbildung von zwei genäherten Früchten ist. Die Maximalzahl reifer Samen beträgt 10, die Minimalzahl 2. (Schluss folgt.) Zweiter Beitrag zur Flora Montenegro's. Von Bohuslav Horak (Prag). Im Jahre 1899 unternahm ich meine zweite botanische Reise nach Montenegro, wo ich fast zwei Monate lang verweilte. Die Resultate dieser Excursion sind in den nachfolgenden Zeilen nieder- gelegt. In den ersten Tagen meines Reiseaufenthaltes botanisirte ich in der Umgebung von Negus und am Jezerski vrh. Dann begab ich mich nach Cetinje, wo mir von dem hohen Ministerium des Aeusseren ein Empfehlungsschreiben ausgestellt wurde, und dann nach Rijeka. Nur im Fluge botanisirte ich am Wege von Rijeka nach Vir-pazar, von wo ich meine Reise nach Antivari, Dulcigno und zur Bojana fortsetzte. Von Bojana kehrte ich auf demselben Wege nach Rijeka zurück, und weiter das Gornje blato berührend, ging's nach Podgorica. Von der letztgenannten Stadt ging's ferner über Spuz nach RadovC-e polje und Kopilje, wo ich die Berge Kamenjak und Brotnik bestieg, dann über Lebrstenik und Ponikvica zum Maganik, dessen Gipfel ich bestieg. Trotzdem, dass das regnerische Wetter mich während der ganzen Zeit meines Aufenthaltes im Lande der Piperi verfolgte, welcher Umstand das Trocknen der Pflanzen sehr erschwerte, war meine Ausbeute dennoch eine ziemlich befriedigende. Das gastfreundliche Entgegenkommen der Bewohner dieses Berglandes machte mir den Aufenthalt sehr angenehm, und die ^) Eine Frucht ganz verkümmert. 157 absolute Sicherheit des Landes hätte mir wohl die eingehendere Eribrsehuiig- dieses Gebietes (welche sicherlich interessante Ergeb- nisse darbieten könnte) eriuöghcht. wenn meinen) längeren Ver- weilen nicht einerseits der Mangel an den erforderlichen Mitteln, und andererseits die regnerische Witterung entgegengetreten wären, so dass ich meine Reise weiter nach Lukavica über Tursko zdrijelo fortsetzen musste. Während meines Aufenthaltes auf der Lukavica machte ich einige Ausflüge nach Trebjes, in die sehr interessanten Korita rovacka und zum Kapetanovo jezero. Die entlegensten Punkte meiner Reise waren Stirni do und Paviova livada, von wo ich über Zurim. Konjsk, Niksic. Ostrog und Katunska nahija nach Negus und endlich nach dem Ausgangspunkte Cattaro zurückkehrte. Im Folgenden führe ich die Pflanzen an. welche ich auf meiner ersten Reise nicht gesammelt hatte, ohne Rücksicht darauf, ob sie schon vor mir von Anderen gesammelt und publieirt worden sind. (Vgl. B. Horäk: .,Ergebnisse einer botanischen Reise nach Montenegro". Sitzungsberichte der k. böhm. Gesellschaft der Wissen- schaften in Prag.) Ich fühle mich angenehm verpflichtet, für die geneigte För- derung meiner Reise der löblichen Kaiser Franz Josef- Aka- demie der Wissenschaften und Künste in Prag, sowie dem hohen Ministerium des Aeussern in Ceti ii je meinen ehrfurchtsvollsten Dank auszusprechen. Besonderen Dank schulde ich auch dem Gouverneur der Priraorska nahija. dem Herrn .Marko, dem Secretär des Ministeriums des Aeussern in Cetinje. Herrn Sava Ramadano- vic, und endUch dem bekannten Konner der Flora Montenegro's, Herrn Dr. A. Bald ac ei. Clcmatis Viticella L. — Bei Dulcigno. Hanunculus Villarsü D. 0. — Paviova livada. E. montanus W. — Jezerski vrh. R. arvensis L. — Jezerski vrh. Twllius enropaeus L. — Paviova livada. Belphinkim consoUda L. var. pubescens D. 0. — Bei Dulcigno D. macedonictim Halacsy. Identisch mit der Pflanze von Saloniki (leg. Oharrel). — Bei Antivari, Ostrog. Paeonia cornllina Retz. — Korita rovacka. Actaea i^picata L. — Lukavica. Berberis vulgaris L. — Ivorita rovacka. Barbarea intermedia Bor. — Kopilje. Ärabis Turrita L. — Brotnik. A. muralis Bert. — Jezerski vrh. Cardamine impatiens L. — Ponikvica, Lebrstnik, C. glauca Spr. — Gojanova grede (bei Negus). Hesperis runcinata W. K. — Korita rovacka. Malcohnia Orsiniana Ten. — Jezerski vrh. 158 Erysimum JJoryannin Boiss. — Krstac. E. odoratum Ehrh. — Pavlova livada. Diplotaxis tenuifolia D. 0, — Kameujak. Berteroa mutahiUs Br. — Krstac. Alyssum edentulum W. K. — Pavlova livada. A. montanum L. — Kopilje. Biscutella laevigata L. — Trebjes. Aethlonema saxatile Br. — Dugi do (Negus), Lebrstnik. Helianthemum vineale P. — Konjsk. Viola süvatica Fr. — Ostrog. V. hiflora L. — Maganik, Pavlova livada. V. Nikolai Pant. — Gewiss die grösste und durch die riesigen Blüten die herrlichste Art aus der 8ection Melaniam. Die Sepala (sammt den Anhängseln) sind viel breiter (4 — 5 mm), als vom Autor angegeben werden. Meiner Ansicht nach ist aber diese Art nur als Varietät der macedonischen V. Orphanidis Boiss. auf- zufassen. — Korita rovacka. Polygala major Jcq. var. aziirea Pant. — Eine prächtige Pflanze, welche ungemein grosse azurblaue oder dunkelrothe Blüten besitzt. — Stirni do. P. alpestris Rchb. — Dugi do. Heliosperma Tommasinii Grsb. — Jezerski vrh, Kamenjak. Silene italica P. — Jezerski vrh, Negusko polje. S. nutans L. — Ötirni do. S. Sendtneri Boiss. — Pavlova livada. S. Roemeri Friv. — Pavlova livada. S. fruticulosa Sieb. — Tursko^zdrijelo. Ä trinervia S. S. — Seljani Cukojevici, Drypis spinosa L. — Jezerski vrh. Dianthns Armeria L. — Negus, Konjsk. D. harhatus L. — Antivari. D. cruentus Grsb. — Bei Negus. D. Velenovshji Borbas 1893. (D.Pawacr/. Vel. 1886, non Williams 1885.) — Eine äusserst zierliche Nelke, von gracilem Wuchs, mit scariöseu, braunen Hüllbracteen, welche braune, zurückgebogene Grannen tragen. Blüten hellrosaroth. Unsere Pflanze stimmt voll- kommen mit den Originalexemplaren im Herbarium des Herrn Prof. Dr. Velenovsky überein (Vitosa in Bulgarien). — In gra- minosis m. Maganik. B. integer Vis. — Ticnjak (bei Lukavica). B. papillosus Vis. Panö. — Krstacko polje. Cerastium grandiflorKm W. K. — Maganik, Lukavica. Korita rovacka. Stirni do, Pavlova livada. C. hrachypetalum P. v. Roeseri B. H. — Jezerski vrh. Moehringia trinervia Clairv. — Kamenjak. Arenaria serpyllifolia L. — Jezerski vrh, Maganik. Alsine laricifolia Cr. — Jezerski vrh. A. graminifoUa Gm. — Maganik. 159 A. hosniaca Beck (Fl. bosniaca, p. 317). — Trebjes, A. clandestina Portensehl. — Lukavica. Sagina procmnbens L. — Konjsk. Linum flaviim L. — Brotnik. L. nodijflorum L. — Seljaiii. L. alpinum (L.) Jacq. — Tursko zdrijelo, Ma^anik. L. gallicnm L. - Vir-pazar, Spuz. L. montanum Schleich. — Jezerski vrh. Hihiscus Trionum L. — Auf Kalkfelsen unweit von Vir-pazar. Tilia argentea Dsf. — Lastva. Hypericum Ridieri Vill. - Tursko zdrijelo, Korita rovacka, H. barhatum Jacq. — Lukavica. Geranium macrorhyzon L. — Lukavica. Cr. silvaticum L. var. alpfstre Schur. — Paviova livada. G. columbinum L. — Jezerski vrh. G. rotundifolium L. — Trebjes. G. hrutiitm Gasp. (Conf. Preyn. Bull, de Therb. Boiss. 1898.) — Für dieses Gebiet neu, aber in Dalmatien bekannt. — Planinica bei Ostrog. G. pusillum L. — Spuz. G. lucidum L. — Jezerski vrh. Evonynnis latifolius Scop. — Bei Antivari. Rhamnus carniolica Kern. — Lukavica. H. alpina L. — Jezerski vrh. Spartium junceum L. — Bei Tudzemile. Genista dalmatica Beck. — Kainenjak. G. tindoria L. — Radovöe polje Cytisus nigricans L. — Kamenjak. Anthyllis Vulneraria L. subsp. Dillenii Schult. — Maganik. A. ilhjrica Beck. (Fl. Bosn. 1896, p. 63.) — Paviova livada! A. scardica Wettst. — Jezerski vrh. Trifolium aljxstre L. — Trebjes, Stirni do. T. medium L. — Krstac. T. noricum Wulf. — Stirni do, Paviova hvada. T. ochrolcucum L. — Niksic, Stirni do. T. angustifolitim L. — Krstac. T. incarnatuvi L. ~ Krstac, Negusko polje. T. fragiferum L. — Negusko polje. T. resupinat}nn L. — Krstac. Jezerski vrh. Dorycnium Jiirsutum Ser. — Jezerski vrh. D. suffruticosum Vill. — Krstac. Lotus corniculatiis L. var. alpinus Schur. — Tursko zdrijelo. var. aureus Panc. — Korita rovacka. L. albus Jka. — Radovee polje (cult.). Coronilla montana Scp. — Maganik. Hippocrepis comosa L. — Maganik. Psoralca bituminosa L. — Bei Duleigno, Antivari, Rijeka, Podfforica. 160 Ästragalus illyricus Brüh. (A. Wulfenii K.). — Stirni do. Paviova livada. Ä. depressus L. — üugi do (Negus). Oxytropis pillosa D. C. — Lukavica. Onobrychis sativa Lam. v. monfana D. C. — Lukavica. Lathyrus silvestris L. — Konjsk. bei Podgorica. L. titberosus L. — Krstac. L. pratensis L. — Stirni do, Paviova livada. L. hirsutus L. — Gornje blato. Orolms variegatus Ten. — Krstac, Jezerski vrh. Vicia ochroleitca Ten. — Jezerski vrh. F. sepium L. — Ötirni do, Trebjes. V. grandiflora Scp. — ^ Bei Cetinje, Oevo. V. tenuifolia Eth. — Stirni do. F. varia Host. — Bei Rijeka, Podgorica, Gornje blato. Spiraea Filipendnla L. — Lukavica. Potentilla pillosa W. — Bei Vir-pazar. Kopilje. P. adriafica Murb. (Beitr. z. Fl. i. Südbosnien und d. Her- cegovina, p. 134.J — Die Beschreibung Murbeck's passt auf unsere Pflanze ganz gut. Ich halte es aber für richtiger, diese Art als Rasse zur F. tuuriai Schlecht, zu ziehen. Sie ist wohl von P. taurica verschieden, die JVIerkmale sind aber nicht genügend um eine eigene Art daraus zu constituiren. — Bei Antivari. P. pedata Nestl. — Bei Cukojeviei. P. qurea L. — Maganik. P. canlescens L. — Ticnjak, Maganik. P. speciosa Willd. — Trebjes. Korita rovaska. P. Tormentilla Scp. — Konjsk. Dryas octopetala L. — Maganik. Gcum rivcde L. — Lukavica. Aremonia agrimonioides L. — Golo brdo bei Negus. Cotoneaster tomentos« Lindl. — Konjsk. (Jallitriche stagnalis Scp. — Jezerski vrh (Jezerö). Polycarpon tetraphyllnm L. — Bei Antivari. Paronycliia Kapela Hacq. — Jezerski vrh, /urim. Herniaria glahra L. — Konjsk, Lebrstnik. Sedum anopetalum D. C. — Brotnik. S. cepaea L. — Bei Antivari. Saxifraga moesiaca Vel. — Eine interessante und leicht er- kennbare Art, der pol^^morphen Saxifraga Aizoon Jcq. sehr nahe- stehend. Sie ist stets kleiner, die Blattrosetten kugelig, etwa nur haselnussgross, Blätter kurz, verkehrt-eiförmig, dachig. aufwärts gerichtet. Die bulgarischen Exemplare (Dubnica. Herbarium des Herrn Prof. Dr. Velenovsky) stimmen vollkommen überein. Diese Pflanze habe ich schon voriges Jahr in Montenegro gefunden (Er- gebnisse einer botanischen Reise nach Montenegro, p. 5). — Maganik. . Daucus setulosus Guss. — Bei Podgorica. Caucalis daucoides L. — Kamenjak. Torilis helvetica Gm. — Limljani. Peucedanum longifollum W. K. — Jezerski vrh, bei Rijeka. P. Fetteri Vis. — Sutorman. P. ScJiottii Bess. — Planinica (bei Ostrog). P. Chabraei Rchb. — Ostrog. Heracleum PoUinianum Bert. — Maganik, Trebjes. Athamanta Matthioli Wulf. — .Jezerski vrh, Maganik, Ticnjak. Anthriscus Vandasii Vel. (1889). — Lukavica. Scandix Pecten Veneris L. — Konjsk. Ptychotis verticillata Dub. — Ljesansko polje. Pimpinella Trayium Vill. var. laciniata D. G. — Trebjes. P. peregrina L. — Bei Dulcigno. Pancicia serbica Vis. — Pavlova livada. Trinia vidyaris D. 0. — Crveno zdrijelo. Biipleurum gramiueum Vill. — Ostrog. i). junceum L. — Bei Antivari, Dulcigno. Erynyium alpinum L. — Pavlova livada. Sanicula europaea L. — Jezerski vi'h. Lonicera Formanekiana Hai. — Jezerski vrh. Patoria calabrica P. — Bei Tudzemile. Galium corrudaefolium Vill. — Pavlova livada. Scabiosa leucophylla Borb. — ßadovce polje. Knautia hybrida Coult. — Jezerski vrh, Maganik. K. iUyrica Beck. — Pavlova livada. Doronicum cordifolium Strnb. - Trebjes. Cineraria Visianiana Nym. — Jezerski vrh. Senecio Doronicum L. — Lebrstnik. Anthemis brachycentros Gay (A. Pseudo-Cota Vis.). — Kopilje. Achülea lanatd Spr. — Pavlova livada. Chrysanthemum larvatum Grsb. — Maganik, Pavlova livada. Leucanthemum graminifolium Lam. — Maganik, Pavlova livada. Artemisia camphorata Vill. — Kamenjak. Gnaphalium uliginosum L. — Kamenjak. (t. silvatkum var. stramineum Murb. (Beitrag zur Flora von Südbosnien und der Hercegovina. p. 106). — Tursko zdrijelo. G. norvegicam Gunn. — Pavlova livada. G. Hoppeanum K. — Jezerski vrh. G. Pichleri Murb. (Beitrag zur Flora von Südbosnien und der Hercegovina, p. 106). — Maganik, Pavlova livada. 162 Filago gallicu L. — In der Ebene bei Dulcigno. Erigerou glahratus Hoppe et Hornsehl. — Lebrstnik. Mag-anik. Pallenis spinosa Cass. — Bei Dulcigno. Imda ensifolia L. — ßadovce polje und anderswo häutig. I. oculus Christi L. — Cetinje. Dukla. Kopilje. /. Conyza D. 0. — Ostrog. Micropus erectu^ L. — Kistac. Adenostyles alhifrons Rchb. — Korita rovaßka, Pavlova livada. Echinops banaticus Roch. — Planiniea. E. Ritro L. — Krstac. Onopordon Acanthium L. — Kopilje. ^Cirsiurn odontolepis Boiss. var. montenegrimmi Beck. Szysz. — Bei Cevo. C. candelahrum Grsb. — Bei Cevo. C. pannoniciim Gaud. — Stirni do. Carduus alpestris W. K. — Kamenjak. Amplioricarpos Neumayeri Vis. — Tursko zdrijelo. Kentrophyllnm lanatum D. C. — NiksiCko polje. Centaurea alba L. — Konjsk. C. axillaris W. — Orveno zdrijelo. C. Kotschyana Heuff. — Pavlova livada. C. glaherrima Tsh. — Bei Niksic. C. rupestris L. — Konjsk, Ostrog. Sonchns uliginosus M.^ B. — Kopilje. S. asper All. — Bei Cevo. Taraxacum alplnum Schur. — Lola. Hieracium lanatum W. K. — (Im Lande „hajducki melen" genannt.) — Krstac. H. villosum L. — Maganik. Kalkfelsen oberhalb der Lukaviea. H. praealtum Vill. — Krstac. Crepis viscidahi Froel. - Trebjes, Pavlova livada. C. Columnae Froel. -- Maganik. C. foetida L. — Bei Vir-pazar, ßijeka. C. setosa Hall. - Kamenjak. Lagoseris bifida K. — Gornje blato. Tragopogon Orientale L. — Lukaviea. T. pratense L. — Jezerski vrh. Scorzonera hispanica L. — Zurirn. Leontodon asper Poir. var. glabrescens Beck. (F'l. v. Bos.) — Eine sonderbare Pflanze, welche aber gewiss nur die extreme Form der Varietät Becks vorstellt. Foliis supra glabris, subtus sparse, ad margines crebrius pilis furcatis, asperis, caule toto glabro, involucri glabrescentis phyllis infirais margine sparse ciliatis. - Kopilje. Hypochaeris macidata L. — Lukaviea. Xanthium italicum Moret. — Planiniea. Campamda lingidafa W. K. — Krstac. C. glomeiata Ti. var. snlvifolia Wallr. — Stirni do. 163 C. rapunctiloides L. — Zupa. C. bononiensis L. — Radov^e polje, Konjsk. C. trichocalycina Ten. — Trehjes. C. pijramidalis L. — Trebjes. C. persicifolia L. — Krstac. Karneujak. C. Rapunculus L. Jezerski vrh, Krstac. Specnlaria speculum D. C. — Krstacko polje. Negusko polje. Öevo. Phyteuma limonifolium S. S. — Jezerski vrh. P. orhiculare L. var. fistidosum Rchb. — Maganik, Pavlova livada. Hedraeanthus caricinns Seh. (Beck, Monogr. Hedr., p. 9). — Jezerski vrh. ff. montenegrinus sp. u. Perennis, rhizomate crasso longi recto. apice in caespitem multirosulatum fohosura diviso. foliis inferioribus partim longe lineari- elongatis apice spathidato-dilat'dis ahhii^is, partim temtiter et tenuissime linearihus sensim acutls, omnibus supra crispuie ciliatis. caulibus (5—15 cm) folia vix superantibus, foliosis, unifloris, molliter pilosis. foliis eornra e basi dilatata sensim setaceo-linearibus bracteis 4-6 nis omnibus foliis valde dissimilibus integris, rubello-mem- hranaceis leite ovato-tnflatis margine dense hirtidis in appendicem linearem calycem longe superantem recurvatam ohrupte angusfatis, calycis laciniis lineari-lanceolatis longe tenuiter acutatis (appendicibus inter lacinias deficientibus!) margine ciliatulis. calycis tubo glabn». corolla (24- 35 mm longa) perfecte glabra tubuloso-eampanulata. paUide violacea. lobis eiusdem oblongis breviter acutis (15 — 18 mm longis). Fructu? Floruit angusti. In graminosis alpinis calcareis ra. Maganik et Pavlova livada (ca. 1900' ra). Legi a. 1899. Diese höchst auffallende und hübsche Hedraeanthus- Kvi kann mit keiner behaarten Form identificirt werden. (Oonf. Wettstein, Monogr. Hedr. et Beck, Monogr. Hedr.) Durch die stets einblütigen Stengel schliesst sie sich und die Arten H. dinaricus Kern., H. Wcttsteinii Hai. und iL serpyllifolins D. C. an. Die zwei Ersteren sind aber durch verschieden geformte Braeteen nebst anderen Merkmalen sehr gekennzeichnet. Der nächst verwandte H. serpyllifolins D. 0. hat breitere, spateiförmige, kürzere Blätter, schmale, wenige und kürzere Braeteen Unsere Art ist besonders durch fast borstenförmig-lineale, lange Blätter, ungemein breit auf- geblasene Braeteen (die äusseren bis 1 cm breit!) und sehr grosse Oorollen ausgezeichnet. Noch wäre der H. Murbeckii Wettst. {H. Kitaibelii D. 0. X H serptjllifoliio^ Vis.. Murb. Beitr. z. Fl. v. Südbosn. und der Hercegov., p. 93) zu vergleichen, da diesem auch schmal lineale Blätter zugeschrieben werden. Die Diagnose sagt aber: . . .bracteae exteriores tohis caulinis similes, virides. inferiores ovato-lanceolatae. . . inter lacinias calycis lobis minirais appendicularibus. . . . corolla 15 mm. lobis corollae 5 mm lonsis. 164 Wettsteiu (1. c.) erklart den H. Murhecku für einen Misch- ling; unsere Pflanze ist aber gewiss nicht hybriden Ursprungs, weil sie auf zwei verschiedenen Standorten in ziemlicher Menge vor- kommt und durch ihre Merkmale eigentlich auf keine Eltern schliessen lässt. So breite Bracteen und so grosse ÜoroUen hat z. B. weder H. Kitaihelii, noch sonst eine andere vergleichbare Art. Vincentoxicuiii. fiiscatum Rchb. — Kamenjak. F. laxum G. G. '- Kamenjak. V. nivale B. H. Jezerski vrh. Marsdenia erecta Br. — Bei Antivari, Dulcigno. Gentiana lutea L. subps. symphyandra Murb. (Beitr. z. Fl. v. Südbosn. etc., p. 89). — Korita rovacka. Erythraea Centaurmm P. — Krstacko polje. E. pulchella Fr. — Bei Vir-pazar. Rijeka. Heliotropium europaenm L. — Bei Vir-pazar. Anchusa italica Eetz. — Sutorman. bei Antivari. Onosma Visianii Clem. — Han bei Gornje Ijlato. Moltkia petraea Rchb. — Krstac. LitJiospermum purpureo-coerulenm L. — Jezerski vrh. JJyosotis alpestris Schm. — Jezerski vrh. Trebjes. 31. silvatica Hofifm. — Lisac. Cynofjlossum officinale L. — Lukavica. C. plcfuni Ait. — Seljani. Echinospermum Lappula Lehm. — Unter dem Lisac. Solanum Didcamara L. — In der Ebene bei Dulcigno. ^. villosum Lam. — Lastva. Verhascum Blattaria L. — Kopilje. (Schiuss folgt.) Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag. Nr. XXXVIII. Untersucliuiigeu über die Staiuiiiodieu der Scrophiilariaeeeii. Von Dr. Johann Maria Polak (Prag). (Schluss. 1) 4. Gndiola (Nr. 79). Nur bei Gmtiola offlciiialis fand sich ein Staminodium vor. Die andern Species haben durchwegs keines. Ferner scheinen nach einzelnen Angaben in der Literatur folgende Gattungen her zu gehören : 1. Bacapa (Nr. 83). Nach Wettstein auch bisweilen das Staminodium vollständig fehlend. 2. Oarisia (Nr. 122). 3. Chianophüa (Nr. 48). x4.ndererseits sind aber die meisten Gattungen durch ein con- stantes Verhalten eharakterisirt, sei es, dass sie ein Staminodium besitzen (z. B. Linaria, Pentasiemon und andere) oder dessen entbehren (z. B. Digitalis, Jliniuhc^ u. a. ra.). 1) Vgl. Nr. 4, S. 123. 165 In Anbetracht dessen liegt die Frage nahe, ob nicht das oben erwähnte, ungleiche Verhalten bei Species einer Gattung zu einer Spaltung der Gattung berechtigen würde. Das ist in den angeführten Fällen wohl nicht der Fall. Die Arten mit und jene ohne Staminodien sind durch so viele morphologische Eigenthüm- lichkeiten mit einander verbunden, dass eine Auflösung in Gattungen ganz unzweckmässig und unnatürlich wäre. Die vorstehenden Mitthoiluno-en ergeben, dass zwar im All- gemeinen das Vorkommen und Fehlen an Staminodien au Stelle entwieklungsgeschichtlich zu vermuthender Staubblätter bei den Seropbulariaceen ein constantes ist, dass aber immerhin Ausnahmen vorkommen, welche Vorsicht bei der systematischen Verwerthuug dieses Merkmales und vor Allem thuulichste Berücksichtiguns: eines reichen Untersuchungsmateriales nöthig machen. Darin liegt auch der Grund, warum ich zunächst von einer systematischen Ver- werthung meiner im Vorstehenden mitgetheilten Beobachtungen absehe und dieselben hier als Materiale für spätere Verwerthung publieire. Nur einige allgemein systematische Ergebnisse möchte ich andeuten. Von den 3 grossen ünterfamilien der Scrophulariaceae (Pseudosolaneae, Äntirrhinoideae, Rhinanthoideae ') erscheint die 3., die der Ehinanthoideac, auch bezüglich des Verhaltens des Androeceums als eine durchaus homogene. Ich konnte nirgends auch nur eine Andeutung des 5. oberen Staubblattes finden, das hier vollständig zur Unterdrückung kam. Diese innerhalb der Familie am weitest gehende Reduction stimmt auch mit der Stellung der genannten ünterfamilien am Ende der Familie überein. Innerhalb der 1. ünterfamilie, jener der Pseudosolanetie finden sich im Bau des Androeceums, soweit das oft erwähnte, oberste Staubblatt in Betracht kommt, dreierlei Abstufungen. Wir finden bei einer Gattung das 5. Stamen fertil (Verhascum), bei 3 Gattungen dasselbe rudimentär (Aptosimeae), bei mehreren Gattungen vollkommen ausgefallen. Die systematische Anordnung der Genera, welche den sonstigen morphologischen Verhältnissen thunlichst Eechnung trägt, entspricht nicht dieser Reihenfolge. In der grössten ünterfamilie, jener der Antlrrhinohlaae finden wir bald das 5. Stamen staminodial erhalten, bald ganz aus- gefallen. Es entspricht dies im Allgemeinen vollständig der an- genommenen Zwischenstellung dieser Gruppe zwischen dem phylo- genetisch wohl älteren, Solaneen ähnUchen Typus mit 5 Staubblättern und dem abgeleiteten Typus der Rhinanthoideae. Einzelne Gruppen innerhalb der ünterfamilie erscheinen auch durch Eigenthümlich- keiten in Bezug auf das 5. Stamen gut charakterisirt. so die Jlanuleae, LimoselUneae, Selayineae durch das stets spurlose Ausfallen desselben, die Anthirrhineae, Cheloneae durch das nahezu constante Auftreten eines Starainodiums. Eine üeberprüfung der diesbezüglich auffallend abweichenden Gattungen (Colpias, Nemesia, Didis unter den Antirrhineae ; 1) Vgl. Bentham-Hooker a. a. 0., Wettstein a. a. 0. Oesterr. hotan, Zeitschr. n. Heft. 190('. ].S 166 Leucocapus. Dermatocahjx, Teedia. Wiglifia, Brandisia. Fauloivnio unter den Chehneae) bezüglich ihrer systematischen Stellung wäre vielleicht nicht ganz undankbar. Zu den systematisch schwierigsten Gruppen innerhalb der Antirrhinoideac zählen einige, die auch bezüglich der Ausbildung des 5. Stamens die verschiedensten Ver- hältnisse darbieten {Mimnlineae. Stemodineac, Hupest idiueae): vielleicht wird die mit der Zunahme unserer Kenntnisse sich eventuell als möglich erweisende tiefere Einsicht in die systema- tischen Verhältnisse dieser Gruppen auch in dem Verhalten der Staminodien Stützen finden. Erklärung der Abbilduiigeii. (Taf. II u. III.) Die Mehrzahl der Abbildungen stellt an der unteren Seite aufgeschlitzte CoroUen bei durchfallendem Lichte in Lupenvergrösserung dar. Bei Figuren, wo dies nicht der Fall ist, wird eine besondere Bemerkung hinzugefügt. Fig. 1. Anticharis arabica: Eine ganze, aufgeschnittene CoroUe (ver- grössert). Die vorderen Staubgefässe sind fertil, von deren einem beim Prä- pariren die Anthere abgeschnitten wurde. Die drei übrigen Staubgefässe sind staminodial ; das unpaare (st) ist noch mehr reducirt als die rückwärtigen. Fig. 2. Calceolaria salicifolia (vergrössert) : Der untere Theil der Corolle mit den Filamenten der beiden fertilen Staubgefässe (f.). Vier Petal- gefässbündel, deren Basaltheile einen Verdickungsring bilden. Fig. 3. Linaria genistaefoUa (stark vergrössert) : Das Staminodium in durchfallendem Lichte. Fig. 4. Linaria Peloponnesiaca : Contur eines stark vergrösserten zweilappigen Staminodiums. Fig. 5. lÄnaria Uendersonii: Aufgeschnittene Corolle mit dem Sta- minodium (st). Fig. 6. Mohavea viscida (vergrössert): Unterer Theil einer Corolle; zeigt die beiden rückwärtigen und das unpaare staminodiale Staubgefäss (st). Von den vorderen Staubgefässen ist im Bilde vom rechten vorderen das Fila- ment bis zur Mitte dargestellt. Fig. 7. Antirrhinum maius: Habitus der ganzen aufgeschnittenen Corolle (st ^= Staminodium, schwach vergrössert). Fig. 8—13. Verschiedene Staminodien von Antirrhinum maius aus verschieden alten Blüten (stark vergrössert). a und h stellen verschiedene An- sichten desselben Staminodiums dar. Fig. 14. Maiirandia antirrhiniflora: Unterer Theil der Corolle mit Staminod (st) und den Filamenten der benachbarten Staubgefässe. Fig. 15. Staminodium von Maurandia antirrhinifiora bei stärkerer Ver- grösserung. Am Filamente befinden sich Papillen. Das Gefässbündel schimmert hindurch. Die beiden Seitentheile (Thecae) scheinen hohl zu sein; dasselbe gilt von dem oberen Theile des Connectivs. Bei noch stärkerer Vergrösserung konnten Spaltöffnungen, besonders auf den den Thecen entsprechenden Bil- dungen beobachtet werden. Fig. 16. Lophospermum scandens: Unterer Theil der Innenseite der Corolle mit dem Staminod (st) und den benachbarten Filamenten. Fig. 17. Phygelius capensis: Innenseite des oberen Theiles der Corolle. stg sind Gefässbündel, die sich an Stelle des 5. Staubgefässes befinden. Fig. 18. CoUnsia multicolor: Die Abbildung stellt eine nach der Symmetrieebene längs-durchschnittene Blüte im auffallenden Lichte dar. st = Staminodium. Fig. 19. Eusselia iuncea: Die ganze Corolle mit dem Staminodium (st). Fig. 20. Scrophularia Kotschyana: Theil der oberen Partie der auf- geschnittenen Corolle (vergrössert). Fig. 21. Staminod von Busselia iuncea vom Rücken aus gesehen in durchfallendem Lichte. 167 Fig. 22. Ixyanthes retzoides: Unterer Theil der Corolle zeigt das unpaare staminodiale Staubgefäss (st), sowie das rechte rückwärtige stamino- diale Staubgefäss. Das gleichnamige linke, sowie beide fertilen vorderen Staub- gefässe sind nicht dargestellt. In der Mitte das Gefässbündel des 5. Staubgefässes. Fig. 23. Chelone glahra: Basaltheil des Eückens der Corolle. In der Mitte das Starainodiuras (st) zwischen den bis zum zweiten Drittheile abge- schnittenen Filamenten der rückwärtigen Staubgefässe. Fig. 24. I^entastemon Hartwegii: Aufgeschnittene Corolle mit dem Staminodium (st) und den vier zweimächtigen Staubgefässen (schwach ver- grössert). Fig. 25. Oberer Theil des Staminodes von P. Hartwegii stärker ver- grössert in durchfallendem Lichte. Fig. 26. P. gracilis. Oberer Theil des stark gebarteten Staminodiums. Fig. 27. Tetrmiema vtexicana: Ganze Corolle von innen gesehen, st = Staminodium. Die Petalgefässbündel sind nur im unteren Theile gezeichnet. Fig. 28. Staminodium von Tetranema mexicana bei starker Vergrösse- rung im durchfallenden Lichte gesehen. Ein kleiner Beitrag zur Flora Ostgaliziens. Von Prof. Br. B+ocki (Lemberg). Calamagrostis neglecta Fr. Zahlreich auf Torfmooren zwischen Woloszcza und Bilina bei Eudki. Clienopoäium olhuni L. f. pseudojjulifolium Scholz. Burkanöw b. Strusöw; neben der gewöhnlichen Form, jedoch ohne Ch. opu- lifoiium, welches in Südost-Galizien gänzlich fehlt. Dianthus Armer ia X deltoides. Burkanöw (zwischen Strusöw und Buczacz). Dipsacus püosus L. Wälder in Burkanöw und Zlotniki bei Strusöw; f. indivisa ra. (foliis omnino exauriculatis), einzeln neben der gewöhnlichen Form in Burkanöw und Zlotniki. Einlobium udnatum Gris. Nasse Wiesen in Burkanöw. Epipadis viridans Grntz. (species distinctissima!). Laubwälder in Burkanöw und Zlotniki. nicht selten. Enphrasia hrevipüa B. et G. Kortumöwka und Janöw, bei Lemberg. E. montana Jord. Kleparöw bei Lemberg. Fragaria collina Ehrh. monstr. : pentaphylla. Nächst dem Lyczakower Schranken bei Lemberg. Geum strictum Ait. Janöw bei Lemberg und Burkanöw. Hieracium galiciense m. Holzschläge in Hoiosko, Brzuchowice und .Jauöw bei Lemberg. H. leopoliense m. Burkanöw. H. polonicum m. Burkanöw und Zlotniki. H. polonicu7n X Äuricula m. Lesieniee und Sichöw bei Lemberg. H. polonicum X l^Hosella ra. Lesieniee. Jnncus effusus X glaiicus. Zwischen Rzesna ruska und Brzuchowice bei Lemberg. unter den Stammeltern und Jnncus alpinus. Vill. Lappa maior X tninor. Zlotniki. 13* 168 L. ntaior X tomentosa. Burkanüw. L. nemorosa Körn. Holzschläge iü Burkanüw und Ztotniki, gemein. Lonicera Xylosteum L. Wälder in Ztotniki. Potentilla Bnscliakii X (irgentea m. Zniesienie bei Lemberg. P. Buschakii X fallacina m. Winniki bei Lemberg. F. fallacina m. Kortmuöwka und Buikanow. P. fallacina X argentea m. Kortumowka. P. Herhichü m. Waldränder und buschige Kalkabhänge in Burkanöw und Ztotniki. P. Herhichii X argentea m. Burkanöw. P. leuco2)olitanoides m. Brzuchowice bei Lemberg. P. thyrsiflora Hüls, non Zimm. (= P. arenaria X argentea^ Janöw, am Teichdamme. Quercus pedunculata X sessiliflora. Ein alter Baum am Wald- rande in Hotosko. Rosa Sinkowiensis m. Burkanöw und Ztotniki. it. leopoliensis m. Burkan(5w und Ztotniki. Rumex confertus Willd. Burkanöw und Ztotniki. Runiex confertus X ohtusifoliiis m. Burkanöw. Rumex maritimus L. Burkanöw, auf nassen Wiesen. SympJtytum cordatuni X offtcinale. Winniki bei Lemberg. Teesdalea nudicaidis E. Br. Trockene Sandflächeu in Brzu- chowice. ülmus glahra Mill. var. suherosa (Ehrh.). Wälder in Ztotni'kL Verhascum Thapsus X Lychnitis. Lesienice bei Lemberg. Cirsium Erisithales X rividare. Derewacz bei Lemberg. Pedicularis Sceptrum Carolinum L. Pantalicha bei Strusöw. Lemberg, am 10. Jänner 1900. Die nordamerikanischen Arten der Gattung Gentiana; Sect. Endotricha, Von R. V. Wettstein (Wien). (Mit einer Tafel und 4 Textabbildungen.) Im Jahre 1896 habe ich eine monographische Bearbeitung der europäischen Arten der im Titel genannten Artengruppe ver- öffentUcht^) und bei diesem Anlasse auch eine Uebersicht der aussereuropäischen Arten gegeben-). Diese Uebersicht hatte, wie ich hervorhob, nur den Zweck, eine provisorische Orientirung zu ermöglichen. Ich habe seither nicht nur die ganze Artengruppe, sondern insbesondere auch die aussereuropäischen Arten derselben nicht aus dem Auge verloren, war es mir doch darum zu thun, ^) Die europäischen Arten der Gattung Gentiana aus der Section Endo- tricha und ihr entwickelungsgeschiehtlicher Zusammenhang. Denkschr. d. kais. Akad. d. Wiss. in Wien. Math.-naturw. Cl. LXIV. Bd. S. 309 S. 2) a. a. 0. S. 57 des S. A. (S. 365). 169 durch möglichste Vertiefung des Studiums dieses Formenkreises Material für descendenz-theoretische Untersuchungen zu gewinnen^). Durch ein relativ reiches, mir indessen zugekommenes, resp. zur Verfügung gestelltes Materiale ^) wurde es mir auch ermöglicht, die nordamerikanischen Arten genauer zu untersuchen und ihre Systematik um ein wesentliches Stück einer Klarstellung näher zu bringen. In Anbetracht der bisher ziemhch unklaren Systematik derselben halte ich es für nicht überflüssig, im Nachstehenden die Resultate meiner Untersuchungen mitzutheilen. umsomehr, als sich hiebei auch ein in allgemein biologischer Hinsicht recht interessanter Parallelismus zwischen den nordamerikanischen und den europäischen Arten ergab. Aus der Section Eudoteiclia wurden bisher aus Nordamerika folgende Arten und Formen beschrieben, resp. aufgeführt: 1. G. acuta Michx. ^), 2. G. pleheja Cham, in Bunge*), 3. G. acuta ß, stricta Griseb.^), 4. G. mexica na Gr'iseh.^), b.G. tenuis Griseb. '^), 6. G. Harttcegii Benth. ^), 7. G. heterosepala Engelm.^), 8. G. Wrightii Asa Gray^"}, 9. G. Wisliceni Engelm. ") ^^). Von diesen Formen sind G. heterosepala Engelm. und G. Wisliceiü Engelm. vollkommen aufgeklärte, durch sehr auffallende Merkmale ausgezeichnete Arten. Die erstere vertritt in Nordamerika den Typus der G. mmpestris, der sie habituell vollkommen gleicht. von der sie aber durch constant pentamere Blüten verschieden ist: G. Wisliceni nimmt in Folge der häutigen kurzzähnigen, auf einer Seite aufgeschlitzten Kelche unter den Arten der Section eine ganz isolirte Stellung ein. Alle übrigen Formen bedürfen einer Aufklärung. Dadurch, dass vier von ihnen, nämlich G. acuta, G. stricta, G. pleheja. G. tenuis von Asa Gray dem Begriffe der G. Ämarella sub- sumirt wurden, ist allerdings angedeutet, dass sie diesem Typus 1) Einen Theil der gewonnenen Anschauungen babe ich auch vor Kurzem in einer Abhandlung, betitelt: „Descendenztheoretische Untersuchungen. I. Der Saisondimorphismus im Pflanzenreiche", dargelegt. Vgl. Denkschr. d. kais Akad. d. Wissensch. in Wien. Math.-naturw. Gl. 1900. In dieser Abhandlung finden sich auch die Systematik der europäischen Arten betreffende, nachträgliche Angaben. 2) Für die Zugänglichmachung mir wichtiger Materialien bin ich ins- besondere Herrn Geh. ßath A. Engler (Berlin), den Herren Bureau und Franchet (Paris), Herrn J. Briquet (Genf), Herrn Dr. A. Zahlbruckner (Wien) und Herrn Dr. Th. Holm in Brookland zu Dank verpflichtet. 3) Flora Am. bor. I. p. 177. *) Conspect. gen. Gent. p. 54. tab. IX. Fig. 5 (1824J. 5) Gen. et Spec. Gent. pag. 242 (1839). 6) a. a. 0. S. 243. '') a. a. 0. S. 250. ^j Bentham, Plant. Hartweg. no. 351. '') Transact. Acad. St. Louis. II. p. 215. tab. 8. 10) Synopt. Flora of N. Americ. II. s. p. 118 (1878). 11) Transact. Acad. St. Louis II. p. 215. tab. 7. 1-) Ueber das eventuelle Vorkommen von G. auriculata Pall. vgl. A. Gray a. a. 0. S. 118. 170 angehören, ohne aber, dass ihr Verhältniss zu einander und /.u den anderen Formen aufgeklärt wäre. Zwei der erwähnten Formen (G. mexicana, G. Hartwegii) können geradezu als versehollen be- zeichnet werden. Eine Aufklärung der in Rede stehenden Pflanzen war mir dadurch möglich, dass ich von allen wichtigen Original-Exemplare sah. Solche von G. stricta, teniiis, Hartwegii und mexicana be- finden sich im Berliner Herbarium, solche von G. pleheja in den Herbarien der Wiener Universität und des Wiener Hofmuseums, ein Original-Exemplar der G. acuta erhielt ich aus dem Pariser Musee d'histoire naturelle. Bei Durchsicht dieser Exemplare ergibt sich zunächst, dass wir es nach dem Baue des Kelches mit zwei ganz verschiedenen Formenreihen zu thun haben; die eine Reihe hat einen sehr tief, oft nahezu bis zur Basis gespaltenen Kelch, dessen Zähne 3 — 6 mal so lang als die Röhre sind, die zweite Reihe zeigt einen Kelch, dessen Zähne an Länge jene der Röhre nicht oder nur wenig übertreffen. Der ersten Reihe gehören G. stricta, acuta, tenuis, pleheja, der zweiten Reihe Hartwegii, mexicana an. Wollen wir zunächst die erste Artengruppe etwas näher be- trachten. Am längsten bekannt ist G. acuta Michx., und die Klar- stellung der ganzen Artengruppe, sowie ihrer Nomenclatur hängt mit der Möglichkeit der Aufklärung dieser Pflanze zusammen. Die Pflanze wurde 1803 von Michaux (Flora boreali - americana-L p. 177) beschrieben. Die Beschreibung ist nicht darnach, um eine Art bei etwas genauerer Auffassung der Formen zu erkennen. Hervorzuheben wären höchstens folgende Merkmale: „Foliis sub- amplexicaulibus, oblongo ovalibus, acutissimis" ^), dann „folia erecta". Als Verbreitung wird angegeben: „In altis montibusOorolinae et in Canada prope Tadoussack". In Anbetracht dieser Beschaffen- heit der Michaux'schen Beschreibung war es mir sehr werthvoll, dass ich durch die Freundüchkeit der Herren Bureau und F rauchet aus dem Pariser Museum ein Mi chaux'sches Original- Exemplar erhielt. Dasselbe ist in Taf. VI in Fig. 2 abgebildet. Bezüglich dieses Exemplares theilte mir Herr A. F rauchet brieflich Folgendes mit: Das Herbarium Michaux wurde um 1799 in drei Sammlungen getheilt, die eine wurde in das General-Herbarium des Pariser Museums eingereiht, eine zweite getrennt als „Herbier Michaux" aufgestellt, die dritte erhielt Richard, dessen Herbarium heute im Herbarium Drake del Castillo's aufbewahrt wird. Das mir übersendete Exemplar entstammt dem General-Herbare des Pariser Museums; Herr Fr an che t hatte aber die Liebenswürdigkeit, es mit dem Exemplare im Herbier Richard, resp. Drake del Oa- still o zu vergleichen und er schrieb mir diesbezüglich: „Ne- ansmoins vous pouvez avoir une absolue confiance dans l'identite de la plante avec celle de l'herbier Richard, type de la description. ^) Die Sperrung rührt von mir her. 171 ear j"ai fait la coraparaisoii et le moiudre doute n'est pas possible"'. Mit dieser G. acuta Michx. sind nun Pflanzen, welche sich im Herbarium des kgl. botanischen Museums in BerUn befinden und die Grisebach selbst als (?. acuta ß. stricta bezeichnete^), voll- ständig gleich. Zieht man in Betracht, was Grisebach bei Be- schreibung seiner var. ß stricta -) von dieser sagt, so findet man, dass kein einziges Merkmal angegeben wird, das mit Michaux's Diagnose und Pflanze im Widerspruche stünde. Gewisse Merkmale, die Grisebach anführt (z. B. „caule 2—4 pedali", „foliis radi- calibus plerumque emarcidis") sollen offenbar den Gegensatz zur typischen G. acuta, d. h. zu dem, was er als Typus auffasste, an- deuten. Daraus nun, dass gerade diese Merkmale auf Michaux's Pflanze passen, möchte ich folgern, dass Grisebach die G. acuta in einer anderen Umgrenzung als Michaux nahm, dass er insbesondere durch Miteinbeziehung der sofort zu besprechenden G. plebeja Cham, zu einem anderen Speciesbegriff als Michaux kam, dann aber doch den auch 4hm auffallenden Michaux' sehen Typus von dieser so construirten Art abtrennen wollte. Dass Grisebach seinen Speciesbegriff der G. acuta zum Theile von G. plebeja ableitete, geht auch daraus hervor, dass er directe G. plebeja als Synonym zu G. acuta citirte und dass er mehrfach Exemplare der ersteren als G. acuta bestimmte (Wiener Hofmus., Herb. Berlin). Durch diesen Irrthum Grisebach's wird die Ävd- stellung der mit G. acuta vollkommen identischen G. stricta Griseb. verständlich. Da Niemand weiterhin die Michaux'sche Pflanze untersuchte, erhielt sich die Bezeichnung G. stricta als verschieden von G. acuta bis auf den heutigen Tag. (Vgl. Hook er, Asa Gray etc.) 6r. tenuls wurde von Grisebach^) so beschrieben, dass sie als wesentlich verschieden von G. acuta erscheinen musste. Er stellte sie nicht in die Section Endotricha, sondern in die Section Arctophila. fügte aber die Bemerkung hinzu: „Species omnino media inter Amarellam et Arctophilam. Habitus G. acutae, a qua facile foliorum forma, corollaeque loborum et Corona nulla vil ex tribus vix capillis constituta distinguitur". Hook er*) schloss sich der Auffassung Grisebach's an, stellte die Pflanze aber un- mittelbar neben die Arten der Section Amarella. Asa Gray ging noch weiter, indem er die G. tenuis directe als Varietät seiner G. Amarella neben G. acuta und stricta unterordnete. Eine Untersuchung der im Berliner Herbarium erliegenden Original- Exemplare") brachte mich aber zur Ueberzeugung, dass G. tenuis ^) Die Etikette lautet: „Gentiana acuta Mich, ß stricta Rocky Moun- tains, ded. Grisebach". 2) Gen. et See. Gent. p. 242 (1839). 3) Gen. et. spec. Gent. p. 250. *) Flora bor. am. IL p. 63 (1840). 5) Etikette von Grisebach's Hand: „Gentiana tenuis Gris. Flor. Am. bor. Mackenzie River, ded. Grisebach". 172 unmöglich von G. acuta unterschieden werden kann. Die Merk- male, auf Grund deren G. tenuis unterschieden wurde, waren insbesondere: Die stumpflichen Blätter, die tetramere CoroUe, die feingewimperten Kelchzähne, der Mangel des Bartes im Corollen- schlund. Von diesen Merkmalen beruhen zwei insoferne auf einem Irrthume, als die CoroUen theils tetramer, theils pentamer sind (wie bei allen hier in Betracht kommenden Arten), als ferner der Bart im Corollenschlund in den von mir untersuchten Blüten vor- handen war. übrigens auch von Hooker a. a. 0. schon beschrieben und abgebildet wurde. Das Hervorheben der stumpfen Blätter ist dadurch leicht verständhch, als die Original-Exemplare der G. tenuis erst im Aufblühen waren, daher noch die unteren stumpfen Stengelblätter besassen; die Wimperung der Kelchblätter ist an den Original-Exemplaren zwar deutlich zu sehen, kann aber inso- ferne nicht als unterscheidendes Merkmal festgehalten werden, als eine zarte Wimperung der Sepalränder bei allen Arten aus der Verwandtschaft der G. Amarella vorkommt, nur bei verschiedeneu Exemplaren verschieden deutlich hörvortritt. Ich zögere daher keinen Augenblick, G. tenuis Gris. als identisch mit G. acuta zu erklären. Die vierte der erwähnten Pflanzen der ersten Formenreihe. G. 2>hheja, erscheint dagegen als etwas von den bisher besprochenen Formen Verschiedenes. Die erste Beschreibung der G. plebeja findet sich in Bunge's Oonspectus generis Gentianae, p. 54 (1824)^), wo auch auf Tafel IX und Fig. 5 die Pflanze abgebildet ist. Nach dieser Beschreibung und Abbildung allein wäre es kaum möglich, die G. pleheja richtig zu deuten, nicht so sehr, weil etwa Ab- bildung und Beschreibung schlecht wären, sondern deshalb, well auf Merkmale besonderes Gewicht gelegt wurde, die uns bei dem heutigen Stande der Systematik der in Betracht kommenden Arten- gruppe als weniger wichtig erscheinen, oder sich directe als in- constant erwiesen haben (z. B. „corollis quadrifidis", „caule ramoso ramisque alatis" etc.). In viel sicherer Weise lässt sich die Pflanze durch Original-Exemplare klarstellen. Solche sah ich im Herbarium der \Viener Universität und im Herbarium des Wiener Hofmuseuins. Letztere stammten aus dem Herbar End- licher. Beide ganz übereinstimmende Exemplare tragen die Stand- ortbezeichnung „ünaiaschka-', das auch in Bunge 1. c. als Heimat der Pflanze angegeben wird. Mit diesen Original-Exemplaren vollkommen übereinstimmende Pflanzen fand ich mit folgenden, die Herkunft betreffenden Angaben: „G. plebeja Cham. — com. Ledebour" im Herbarium des Wiener Hofmuseums, vermuthlich auch ein Original-Exemplar, ferner „Una- laschka, leg. Dr. Mertens" (Herb. Hofm., H. Ü. W. -), „üna- 1) Acta Mosqu. Tom. VII ^) Ich gebrauche hier und im Folgenden für die benützten Herbarien folgende Abkürzungen: H. U. W. = Herbarium des bot. Museums der k. k. Universität Wien. — H. Hofm. = Herbarium des k. k. naturh. Hofmuseums in Wien. — H. Berl. = Herbarium des kgl. botanischen Museums in Berlin. — H. Deless. = Herbarium Delessert (Genf). 173 laschka, corara. Fischer" (Herb. Berl.), „ünalaschka. Exped. Lütk." (Herb. Berl.). Nach all' diesen Exemplaren ist G. pleheja eine der G. acuta sehr nahe stehende Art, die sich von ihr durch die zu- meist geringere Grösse, durch die geringere Zahl der Internodien, durch die stumpflichen unteren und mittleren Stengelbiätter, durch im Vergleiche mit den Stengelinternodien kurze Blätter recht auffallend unterscheidet. Dieser Auffassung scheint nun allerdings die Beschreibung und Abbildung in der erwähnten Abhandlung Bunge's zu widersprechen, welche letztere eine Pflanze mit rela- tiv langen spitzen Blättern darstellt. Trotzdem nehme ich keinen Anstand, die erwähnten Merkmale für charakteristisch für G. plebejd Cham., zu halten, da mir in diesem Falle, in welchem der Autor nicht selbst Abbildung und Beschreibung lieferte, die von ihm her- rührenden Original-Exemplare wichtiger als jene erscheinen, üebrigens deuten denn doch auch einige Merkmale der von Bunge dargestellten Pflanze an, dass es sich um dieselbe Pflanze, wie bei dem Original-Exemplare, handelt und dass nur ein abnorm üppiges Exemplar vorlag. Diese Merkmale sind die geringe Zahl der Stengelinternodien (5), die wenig scharfe Zuspitzung der Stengelblätter. Dem Umstände, dass Bunge die G. plebeja tetra- mere Blüten zuschreibt, lege ich gar keine Bedeutung bei. da ja bei aflen eudotrichen Gentianen solche gelegentlich häufig vor- kommen. Das Nichtübereinstimmen der Original-Beschreibung der G. plebeja mit den Original-Exemplaren könnte allerdings dazu benutzt werden, um den Namen ganz fallen zu lassen, und die oben charakterisirte Pflanze neu zu benennen, doch möchte ich davon, um Neubenennungen möglichst zu vermeiden, absehen und lieber den Namen G. 2Jl(^beja in einem von der Original-Diagnose etwas abweichenden, nach den Original-Exemplaren rectificirten Sinne gebrauchen. (Fortsetzung folgt.) „Amica Doronicuni Jacquin" und ihre nächsten Verwandten. (Fortsetzung.') Von Dr. Fritz Vierhapper (Wien). (Mit Tafel VII und einer Karte.) Wie verschiedenartig die Ansichten über die drei besproche- nen Arten bis in die jüngste Zeit waren, soll durch eine kurze Darstellung der Nomenclatur-Verhältnisse gekennzeichnet werden. Die erste binär benannte Species der Gruppe war Doronicam Clusii, welches von Allion i nach einem Citate in seiner Flora Pedemontana (I [1785] p. 205) bereits in den „Miscellanea philo- sophico mathematica Taurinensia (von 1759 an tom. V, p. 7U) er- wähnt wurde-). Dass Jacquin in der Flora Austriaca (I. [1773] 1) Vgl. Nr. 4, S. 109 f. f. 2) Leider war mir diese Zeitschrift nicht zugänglich; doch ist gar kein Grund anzunehmen, dass Allioni dort eine andere Pflanze gemeint hat, als später in der Flora Pedemontana. 174 p. 57 ic. tab. 92) unter seiner Anüca Doronicum, die er früher (Enumeratio stirpium [1762] p. 155) fälschlich mit Linne's Senecio Doronicum identificirte, das Doronicum calcareum, wenn schon nicht ausschliesslich, so doch vorzugsweise verstanden hat, geht aus der citirten Abbildung ebenso sehr wie aus Original-Exem- plaren des Herbarium Jacquin hervor, die ich im hiesigen k. k. Hofmuseum eingesehen habe ^). Im Jahre 1785 hat dann AUioni die Arnica Clusii in der Flora Pedemontana (auf tab. 17, Fig. 1. 2) gut abgebildet. Dieses Bild und die von AI Moni angeführten Standorte (Col di Tenda u. s. w.) beweisen, dass er unter dem Namen Arnica Clusii jene Pflanze verstanden hat, welche Lamarck ein Jahr später (Dict. Encycl. method. [Botan.] II [1786 resp. 1790] p. 313) als Doronicum hirsiUum und Villars (Hist. plant. Dauph. III [1789] p. 210) als Arnica Stiriaca be- schrieben hat, also unser Doronicum Clusii. Auffallend ist, dass Lamarck und auch Villars die Arnica Clusii zu Doronicum hirsutum resp. zu Arnica Stiriaca als Synonym citiren, während sie Beide es fraglich finden, ob Arnica Doronicum Jacquin dasselbe bedeute. Hierauf haben spätere Autoren nicht mehr geachtet, in- dem sie die beiden Pflanzen confundirten und unter demselben Namen brachten, so z. B. Will den ow (Spec. plant, tom. III, pars. 3 [1800] p. 2108) als Arnica Doronicum, Oassini (in Dict. sc. nat. XIX [1826] p. 295 sec. Ind. Kow.) als Grammarthron hiligula- tum^), Reichen bach (Flor. Germ. exe. [1830—1832] p. 233) als Aronicum Doronicum, De Oandolle (in Prodr. syst. nat. veg. VI [1837] p. 319 ebenfalls als Aronicum Doronicum, Koch (Synopsis. Flor. Germ. -Hei V. ed. II [1843] p. 421) als Aronicum Clusii. Gaudin (Flor. Helv. V [1829] p. 334) und Bertoloni (Flor. St. IX [1853] p. 303) haben unter Arnica Doronicum ebenso wie Grenier und Godron (Flor, de France II [1850] p. 109) unter Aronicum Doronicum und Hausmann (Flora von Tirol I [1851] S. 462) und Gremli (a. a. 0.) unter Aronicum Clusii zunächst nur echtes Doronicum Clusii verstanden, wie noch mehr als aus den betreffenden Beschreibungen, in welchen (abgesehen von denen in den späteren Auflagen des Gremli'schen Buches) die allein massgebenden Verschiedenheiten in der Art der Trichom-Be- kleidung keine entsprechende Berücksichtigung fanden, aus den Standortsangaben zu ersehen ist. Dass andererseits Neilreich's Aronicum Clusii und Haläcsy's Aronicum Doronicum mit meinem Doronicum calcareum identisch sind, wurde schon früher hervorgehoben. Tausch (in der Flora XI [1828] I. S. 178) war der Erste, der die Arnica Clusii zur Gattung Doronicum stellte. Allerdings dachte er bei seinem Doronicum Clusii nicht allein an die Pflanze der westlichen Urgebirge der Alpen, sondern er subsumirte dem- ^) üeber die anderen Synoyme des JJ. calcareum vergl. ina ersten Theile dieser Arbeit. -) Wobei er allerdings zunächst an Arnica Clusii All. gedacht haben dürfte. 175 selben auch die Aniica glacialis Wulf, als var. y. integrifolium {ß) „Aconitum Pardaliaucltcs-' ; seine var. a. villosnm entspricht dem Doronicum Clusil, wie ich diese Art auffasse (insbesondere dürfte Tausch die stärker behaarten westHchsten und östlichsten Formen gemeint haben), und zugleich auch meinem D. calcaream. was daraus hervorgeht dass er sowohl Ärnica Clusli All. als auch A. Doroiiicuni Jacq. als Synonyme citirt. Die var. y. integrifolium (d.) D. II austriacum I Clus., welche die bei Allioni a. a. 0. durch Fig. 2 abgebildete Pflanze vorstellen soll, ist auch offenbar nichts Anderes als ein D. Clusii mit mehr oder minder ganz- randigen Blättern (die ßandbeschaffenheit derselben ist ja sehr variabel), während var. ß. glabratum verkahlten Formen des B. Clusii oder auch, da die Stärke der Bekleidung kein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Arten ist, des D. glaciale entspricht. Nach Tausch wurde die Bezeichnung Doronicum Clusii u. a. von Willkomm und Lange (Prodr. Flor. Hisp. II [1870] p. 109)') und Fritsch (Excursionsflora 1897, S. 580) an- gewendet, ohne dass aber die Pflanze Allioni's von der Jac- quin's getrennt wurde. Beck (a. a. 0.) nannte das D. calcareum D. Clusii. Doronicum glaciale wurde zuerst von Wulfen (in Jac- quin Collect. I [1786] p. 230) als Arnica glacialis ganz gut be- schrieben, und später hat Jacquin (ic. plant, rar. III. [1786 — 93] p. 15 tab. 586) den Habitus der Pflanze im Bilde trefflich festgehalten. Auch Willdenow hat (a. a. 0. p. 2109) die Pflanze als Arnica glacialis aufgenommen. Später ging sie häufig als Varietät des Doronicum Clusii, so z. B. bei Tausch (a. a. 0.). Koch (Syn. flor. Germ. Helv. [1837] p. 382) bezeichnet sie als Aronicum Clusii b glaciale (Koch's andere Varietäten beziehen sich wohl nur auf verschiedene Formen des D. Clusii), De Candolle (a. a. 0.) stellte das D. glaciale als var. y. glaciale zu seinem Aroni- cum scorpioides. Gaudin (a. a. 0. p. 333) hat, worauf auch Tavel hinwies, unter Arnica scorpioides ß minor, als deren Synonym er Arnica glacialis Jacq. anführt, nicht diese, sondern kleine Formen der „Arnica scorpioides" verstanden. Neilreich (a. a. 0.) hält Doronicum glaciale nur für eine „niedrige Hochalpenform" des D. Clusii, und A. Kern er hat einst in seinem Herbar notirt, dass er zwischen Aronicum glaciale und Clusii keinen Unterschied zu finden vermöge. Eine selbständige Stellung fand Wulfen's Arnica bei Bertoloni (a. a. 0. p. 305) als Arnica glacialis, bei Reichenbach (a. a. 0.), Koch (Synopsis ed. 11 a. a. 0.), Hausmann (a. a. 0.) — hier allerdings mit dem Bemerken, dass sie mit D. Clusii eine Art bilde — Tavel (a. a. 0.) u. s. w. als Aronicum glaciale. Nyman (Sylloge flor. Eur. [1854—1855 p. 1]) hat zuerst die Pflanze als Doronicum glaciale bezeichnet, ein Vor- gehen, dem sich später Ho ff mann (bei Engler und Prantl a. a. 0.), Fritsch (a. a. 0.) und Andere anschlössen. 1) Die Beschreibung passt auf die typische Pflanze. Ich sah aus der iberischen Halbinsel allerdings keine Belege. 176 Boronicum lotigifoUum Eeichenbach (Fl. Germ. exe. [1830 — 1832] p. 234) wird von Neil reich (a. a. 0.) als Synonym zu seinem Aronirum Chisii (i. e. D. calcareum ra.) gezogen, während Nyman (Consp. Flor. Eur. [1878—1882] p. 350) die Pflanze als Unterart dem J). Äustriarum .Jacq. subsumirt. Ich halte es für wahrscheinlich, dass Neilreich die Reichenbach'sche Pflanze besser benrtheilt hat als Nyman, u. zw. aus folgendem Grunde: Eeichenbach sagt von seinem Boronicum, dass es einen Fuss hoch wird und den Habitus des D. plantagineum hat. einer Pflanze, die etwa unserer Cineraria pratensis nicht unähnlich sieht. Ein solchei- Wuchs kommt nun niemals dem D. Äustriacum zu, ein annähernd ähnhcher ist aber bei D. calcareum. oder auch einer der beiden anderen besprochenen Arten. thatsächUch an Exemplaren relativ feuchter, schattiger Standorte mitunter zu beob- achten. So auffallend allerdings, wie es Reichenbach schildert, fand ich die Sache nie. Die Standorte, welche Eeichenbach, Clusius citirend, für D. hmgifolium angibt. Schneeberg und Gipfel des Etscher in Oesterreich, Neuberger Alpen in Steiermark, lassen zwar nicht ganz sicher entscheiden, welche Pflanze ge- meint ist, weisen aber immerhin mehr auf eine Form des />. calcareum, da B. Äustriacum wohl nur selten bis zu den Gipfeln emporsteigt, eine dritte Art aber schwerlich in Betracht kommt. Ein scheinbar wichtiges Argument spricht allerdings gegen die Richtigkeit der Neilreich'schen Ansicht, dass B. longifolium zu B. Clusii (resp. calcareum.) zu ziehen sei, d. i. der Umstand, der oftenbar auch Nyman veranlasste, die Pflanze zu D. Ausiriacum zu stellen, dass das Boronicum Eeichenbach's in der Gattung Boronicum im engeren Sinne (mit pappuslosen Eaudblüten) aufgeführt wird. Es ist aber diese Thatsache nur scheinbar von grosser Bedeutung, denn das bisher häufig zur Gattungs-Unterscheidung herangezogene Merkmal des Vorhanden- seins oder Fehlens des Pappus an den Zungenblüten der Borontcum- Arten ist keineswegs immer constant, sondern indem bald mehr bald weniger Pappushaare auftreten oder auch fast ganz fehlen. Schwankungen unterworfen \). An B. calcareum und Verwandten habe ich zwar ein Spärliehwerden oder gar Fehlen des Pappus der Eandblüten nie beobachtet, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass auch von diesen Arten gelegentlich dem Aronicum scorpioides var. (Jecipiens Riehen analoge Formen vorkommen, als deren eine B. longifolium aller Wahrscheinlichkeit nach aulgefasst werden müsste. Doch wenn auch die Stellung des B. longifolium Eeichen- bach in diesem Sinne aufs Bestimmteste geklärt wäre, würde doch der Name Reiehenbach's für die typische Pflanze der nieder- österreichischen Alpen, welche ich B. calcareum nenne, nicht an- ^) So z. B. beschreibt Riehen (in Gest. bot. Zeitschr. XLVII [1897] S. 253) von. Aronicinu scorpioides, das für gewöhnlich wie alle Aronica, einen Pappus an den Zungenblüten besitzt, eine var. decipiens, welche durch das Fehlen desselben ausgezeichnet ist. 177 gewendet werden können, denn Eeichenbach hat diese separat, u. zw. zugleich mit B. Clusii als Aronicum Doronicum bezeichnet. Bei Reichenbach (a. a. 0.) wird noch eine Pflanze aus dieser Verwandtschaft, Doronicum Bauhini A. Sauter, erwähnt und zu Aronicum gestellt. Leider kann ich in Ermanglung eines Originalbeleges und einer auf das in diesem Falle so wesenthche Moment der Trichombekleidung Rücksicht nehmenden Diagnose auch über dieses Doronicum nichts vollkommen Sichergestelltes sagen. D. Bauhini wurde von A. Sauter am weissen Berge bei Sterzing aufgefunden. Die Beschreibung bei Reichenbach lautet: y, Aronicum Bauhini hirsutum, foliis radicalibus longepetiolatis, basi rotundatis, caulinis serai-amplexicaulibus obovato-oblongis asperis, basi argute dentatis, Nanum. bi-tripolHcare, vere hirsutum, tlos parvus". Nach Koch (Syn. ed. II) ist A. Bauhini nur eine stärker behaarte Form des A, Clusii, eine Ansicht, welcher ich schon deswegen nicht beipflichten kann, weil bei Reichenbach die Basalblätter lang gestielt, an der Basis abgerundet genannt werden, was bei D. Clusii nie zutrifft. Ich glaube vielmehr D. Bauhini in einer Form des D. glaciaJe wieder erkannt zu haben, welche auf Alpen Tirols, den am weitesten westlich gelegenen Standorten des D. glaciale hin und wieder unter der typischen Pflanze auftritt. Es hat diese Form immer den Habitus des D. glaciale, welcher sich namentlich im niederen Wüchse und den oft ziemlich lang gestielten Blättern, deren Lamina deutlich vom Stiele abgesetzt ist, kundgibt, weicht aber dadurch von der sozusagen normalen Pflanze ab, dass am Blattrande neben Zöttchen und vielen kurz gestielten Drüsen auch gekräuselte, spitze Haare in grösserer oder geringerer Anzahl auftreten, welche denen des D. Clusii sehr ähnlich sind und nur manchmal durch etwas kürzere Zellen ab- weichen. Auch am Rande der Involucralblätter sind diese krausen, spitzen Flaumhaare neben den für D. glaciale typischen Drüsen- knötchen und langen Zotten zu finden. Längere Drüsenhaare kommen gleichfalls manchmal vor. Ausser durch den niederen Wuchs und die Blattgestalt entspricht die erwähnte Form noch dadurch der Reich enbach'schen Beschreibung, dass sie nicht selten kleinere Köpfchen hat-) als typisches D. glaciale, was ich besonders schön an von der Tribachalpe bei Sand in Tirol stammenden Exemplaren, die im Herbare der k. k. zoologisch-botanischen Ge- sellschaft sich befinden, beobachtete. Trotz des Besitzes der krausen Haare ist diese möglicherweise dem D. Bauliiiii ent- sprechende Pflanze stets sofort als D. glaciale, mit dessen typischer Form sie meist zusammen vorkommt, zu erkennen, eine Verwechs- lung mit D. Clusii nie möglich. Sie ist gewiss keine Zwischen- form (weder nicht hybrider noch hybrider Provenienz) ^) zwischen 1) Arnthaler Alpen, Navis, Brenner u. s. w. 2) „Flos parvus" bei Reichenbach. ^) Gegen die Annahme hybrider Abkunft oder doch nicht für dieselbe spricht auch der gute Pollen der Pflanze. 178 diesem und I). ylaciale. ihre Betrachtung zeigt vielmehr nur, dass auch die zur Unterscheidung der Doronicum-kviQM gut verwend- baren Trichome nur relative Merkmale bieten. Für B. glaciale und calcareum habe ich dies bereits früher angegeben; die Form des D. glaciale, die ich für D. Bauhini halte, und anderseits typisches B. Chisii mit einzelnen Drüsenknötchen am Blattrand, wie ich es gelegentlich beobachtete, zeigen deutlich, dass es auch zwischen diesenbeiden Arten keine absoluten Unterschiede gibt. Gerade hierin aber liegt ein Hinweis auf eine Abstammung aus geraeinsamem Ursprünge. Ein Boronicum, dessen morphologische Beschaffenheit mich dazu brächte, gleich Hausmann (a. a. 0.) anzunehmen, dass B. Clusii und glaciale einer einzigen Art zugehören ^), habe ich aber unter dem mir vorhegenden Material nicht zu Gesicht bekommen. Gleich Reichenbach hat auch Dalla Torre in seiner „Alpenflora" (1. und 2. Auflage)-) innerhalb des be- sprochenen Verwandtschaftskreises drei Arten unterschieden, im Gegensatze zu den meisten anderen Autoren, welche nur B. Clusii und glaciale oder gar nur das erstere als Art anerkennen. Sein B. glaciale entspricht der Beschreibung nach vollkommen der Ärmca glacialis Wulfen (allerdings ist dieselbe nicht immer ür- gebirgspflanze, wie Dalla Torre angibt). Die beiden anderen Arten Dalla Torre's gehören aber, weil er jeder von ihnen „ge- kräuselte Haare" am Blattrande zuschreibt, zur echten Arnica Cln.sti All. Durch die eine derselben. B. Clusii Dalla Torre. sind die seltener vorkommenden am Stengel drüsigen Formen der Pflanze gekennzeichnet (aber keineswegs B. Clusii var. glandu- losum Beck =z B. calcareum ra. p. p., welches am Blattrande keine krausen Flaumhaare aufweist und keine Urgebirgspflanze ist), während die andere, B. Stiriacum Dalla Torre. mit der zottigen Arvica Clusii All., wie sie zumeist vorkommt, identisch ist. (Schlass folgt.) Literatur-Uebersicht % Februar und März 1900. Beck G. V. Ueber eine neue Krankheit unserer Radieschen. (Sitzungsb. d. deutsch, naturw.-med. Ver. „Lotos". 1899. Nr. 8.) 8". 4 S. 1) Hausmann sieht in der Pflanze, die er für Äronicum Bauhini Saut, hält, eine Zwischenform, welche ihn zu dieser Behauptung veranlasst. Ob Hausmann's A. BauJnni, mit der Form, unter welcher ich vaxv D. Bau- hini iSaut. vorstelle, identisch ist, kann ich nicht bestimmt behaupten. 2) Ich beziehe mich im Folgenden auf die zweite Auflage (1899). 3) Die „Literatur-Uebersicht" strebt Vollständigkeit nur mit ßücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Oesterreich-Ungarn er- scheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direct oder indirect beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung thun- lichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaction. 179 Verfasser schildert eine von ihm in Prag beobachtete Infection der Hypocotylknollen von Baphamis durch Peronosporu parasitica. Blüniniel E. K. Beiträae zur Flora von Niederösterreich. (Alle:. bot. Zeitschr. 1900. Nr. 2. S. 24—25.) 8^ Öelakovsky L. J. Ueber die Einporhebunof von Achselsprossen. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. XVIII. Bd. Heft 1. S. 2—14.) 8^ 1 Abb. Dalla Torre K. et Harms H. Genera Siphonogaraaruni ad systema Ensflerianum conscripta. Pasc. I. Lipsiae (W. Engelmann). 4". p. 1—80. 4 Mk. Nach dem Erscheinen der „Phanerogamen" der Engler-Prantrschen Pflanzenfamilien entsprach die Herausgabe eines kurzen Auszuges aus dem Werke, analog dem Durand'schen nlndex", einem dringenden Bedürfnisse; erst durch einen solchen kann das in dem Gesammtwerke durchgearbeitete System allgemeine Benützung finden. Der Beginn eines solchen Werkes liegt nun vor. Dasselbe dürfte, soweit nach der vorliegenden Lieferung ein Urtheil möglich ist, den vielfachen Anforderungen, die an ein derartiges Werk gestellt werden können, vollauf entsprechen. Es ist nicht etwa ein blosses Register zu den natürlichen Pflanzenfamilien, sondern ein inhaltsreiches Nach- schlagebuch. Es bringt genaue Gitate der Stellen, an welchen die Publi- cation der betreffenden Gattung, Gattungssection, Familie, Classe ete. publi- ciert wurde, es bringt die wichtigsten Synonyme mit Literaturcitaten, es bringt Angaben über Zahl der Arten und deren geographische Verbreitung. Sämmtliche Gitate zeichnen sich — im angenehmen Gegensatze zu jenen mancher ähnlicher Werke — durch grosse Genauigkeit und Verlässlichkeit aus. Das Werk dürfte eines der allerwichtigsten botanischen Nachschlagf- bücher werden, das kaum in einer botanischen Bibliothek entbehrlich sein wird. Die Art der Numerirung der Familien und Gattungen wird das Werk auch vorzüglich zu Herbarkatalogen geeignet machen. Fritsch K. Beitrag zur Flora von Oonstantiuopel. Bearbeitung der von J. Neraetz in den Jahren 1894—97 in den Umgebungen von Constantinopel gesammelten Pflanzen. I. Kryptogamen. (Deuk- Schr. der kais. Akad. d. Wissensch. Wien. Math.-naturw. Ol. LXVIII. Bd. S. 219-250.) 4^ 1 Taf. Herr J. Nemetz hat in der im Titel dieser Abhandlung angege- benen Zeit in der Umgebung von Gonstantinopel eine grosse Menge von Pflanzen aller Gruppen gesammelt, deren Bearbeitung in der vorliegenden Arbeit zum Theile vorliegt. Die geringen Kenntnisse, welche wir über die Flora Constantinnpels bisher besassen, sowie die Gründlichkeit dieser Be- arbeitung machen dieselbe sehr werthvoll. An der Bearbeitung des ersten Theiles betheiligten sich ausser dem Autor die Herren: K. v. Keissler (Pilze), J. Steiner (Flechten), Th. Reinbold (Algen), F. Matouschek (Moi)se). Neu beschrieben werden: Bamalina nuda Stnr., Rinodina subrufa Stnr., Caloplaca ferruginea Th. Fr. var. emergens Stnr.. C. ochro-tiigra Stnr., Lecanora luteo-rufa Stnr., L. connecteiis Stnr., Haematomma Ne- metzi Stnr., BuelUa Scutariensis Stnr., Diplotovivia epipoUum Arn. var. reagens Stnr., Catucarpon simillimum Arid. var. subplumheum Stnr., Rhizo- carpjon distincfum Th. Fr. var. Olympicum Stnr., Rh. excentricum Arid, var. urientale Stnr., Gyalecta Flotovii Krb. var. Pistaciae Stnr., Secoliga denigrata Stnr., Arthonia Turciea Stnr., Fharcidia leptaleae Stnr. — Die prächtige Farbentafel bringt Abbildungen eines Theiles der beschriebenen Flechten, zum Theile sehr gelungene, vergrösserte Darstellungen von Krusten- flechten. Fritsch K. Schulflora für die österreichischen Sudeten- und Alpen- länder (mit Ausschluss des Küstenlandes). Schulausgabe der 180 „Excursionsriora tür Geste rreieh''. Wieo. (0. Gerold's Sohn.) Kl. 8^ 387 S. — K 3-60. Des Verfassers ,.Excursionsflora", welche vor zwei Jahren erschien, hatte einem lange gefühlten Bedürfnisse entsprochen, da es für die deutsch- österreichischen Länder die Möglichkeit bot, eine Pflanze sicher und den modernen systematischen Anschauungen entsprechend zu bestimmen. Darum erfreut sich das Buch heute mit Kecht ganz allgemeiner Benützung. Nur für den Gebrauch in Lehranstalten eignete es sich nicht ganz in Folge seines Umfanges und dementsprechend hohen Preises. Es war daher ein glücklicher Gedanke, eine Schulausgabe des Buches zu veranstalten Die nothwendige Kürze wurde in demselben erzielt durch Weglassung der Familiendiagnosen und der Familien-Bestimmungstabellen, durch Zusammenziehung sehr nahe stehender Arten und durch Ausschluss der nur im Küstenlande vorkommen- den Arten. Einige andere Abweichungen gegenüber der ,,Excursionsflora" entsprechen dem Zwecke des Buches als „Sdiulbuch", so die Weglassung der Autorennamen, der Synonyme etc. Der Eeferent hat dei\ Eindruck, dass Verfasser durchwegs in vortrefflicher Weise die Anforderungen der Schule mit den Anforderungen der wissenschaftlichen Botanik zu vereinigen verstand. — — Die Palmen. Vortrag. (Wiener illustr. Garten -Zeitung.) XXV. .Jahrg. 2. Heft. S. 35-43.) 8". Hanaus ek T. F. Lehrbuch der technischen Mikroskopie. Stuttaart. (F. Enke.) S«^. 1. Lieferung. S. 1-160. 101 Abb. Hanau Sek T. F. Botanisches und Praktisches über Kaffee und seine Surrogate. Vortrag. Wiener illustr. Garten-Zeitung. 1900. S. 79—90. Heinricher E. Zur Entwicklungsgeschichte einiger grüner Halb- schmarotzer. Vorläufige Mittheilung. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch. Bd. XVIL Gen.-Vers.-Heft. IL Theil. S. 244-247.) 8^ Betrifft die Keimung von Toz2ia und Thesium. Tozzia keimt blos bei Gegenwart von Nährwurzeln (AlchemiUa), Thesium bei Aussaat unmittel- bar nach der Samenreife. Janczewski, E. de. Sur la pluralite de l'espeee dans le groseillier ä grappes eultive. (Comptes rendus des seances de l'Acad. Paris. 1899.) 4«. 3 p. Verfasser weist nach, dass unsere cultivirten Johannisbeeren auf vier Stammarten zurückzuführen sind, auf i^iftet ruöntHi L. (Heimat: Nord- und Mitteleuropa), B. domesticum Jancz. (Heimat: Mitteleuropa und West- europa), R. propinguum Turcz. (Nordamerika, Sibirien, Japan), R. petraeum. Kamienski Fr. Sur une nouvelle espece d'ütricularia pour la flore du pays (Galicie). (Bull. d. l'Acad. des Sciences de Cracovie. Dec. 1899. p. 505—510.) 8^ Nachweis der U. ochroleuca E. Hartm. für Galizien. Krasan F. Ergebnisse meiner neuesten Untersuchungen über die Polymorphie der Pflanzen. (Botan. Jahrb. f. System. Planzen- geogr. etc. XXVIH. Bd. 2. Heft. S. 181—215.) 8^ Specieller behandelt wird das Verhalten von Festuca glauca und F. sulcata auf verschiedenen Böden, dasjenige von Ktiantia-Formen unter analogen Verschiedenheiten, ferner der Polymorphismus der mitteleuropäi- schen Knautien. Lauche W. und Beck, G. v. Oesterreichs Garten- und Gemüsebau 1848 — 1898. (Geschichte der österreichischen Land- und Forst- wirthschaft und ihrer Industrien 1848—1898.) 8^ 28 S. 181 Murr J. „Griechische Oolonien" ia Valsugana. (Siidtirol.) Fort- setzung. (AUg. bot. Zeitsehr. 1900. Nr. 2. S. 20—23.) 8°. Nestler A. Zur Kenntniss der Wasserausscheidung an den Blättern von Phaseolus muUiflorus Willd. und Boehmeria. (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissenseh. Wien. Math.-naturw. Cl. CVIII. Bd. Abth. 1. S. 690—711.) 8". 1. Taf. Ueber die wichtigsten Ergebnisse vgl. S. 2(5. Protic G. Beitrag zur Kenntniss der Moose der llnagebung von Vares in Bosnien. (S.-Abdr. aus den v^^issensch. Mitth. des bosn.- hereeg. Landesmuseums XL) 8*^. 11 p. Mit Ausnahme der lateinischen Namen mit cyrillischen Lettern. Raciborski M. Oryptogamae parasiticae in insula Java lectae exsiccatae. Fase. L u. IL Nr. 1 — 100. Buitenzorg 1899. Es war ein glücklicher Gedanke, Materiale ti'opiseher parasitischer Pilze durch ein eigenes Exsiccatenwerk den Botanikern zugänglich zu machen. Die beiden VDrliegenden Pascikel enthalten eine Fülle interessanter Formen, darunter zahlreicher neuer, durchwegs reich und schön auf- gelegt. Rassmann M. Eine bisher nicht beobachtete Missbildung bei Stachys Germanica. (Bot. Centralbl. 1900. Nr. 8. S. 257—259.) Ronniger K. Ueber Gentiana Burseri auct. gall. (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. Wien. L. Bd. 1. Heft. S. 33-38.) 8". Verfasser weist nach, dass G. Burseri der Westalpen von jener der Pyrenäen specifisch verschieden ist. Letzterer hat der Name G Burseri Lap. zu verbleiben, erstere ist G. Villarsii Gris. Beide Arten werden vom Verfasser genau diagnosticirt, überdies die Hybriden: G. Planchoni Dörfl. et Ronn. (= G. Burseri X lutea) und G. Villarsii X lutea, von der zwei Formen unterschieden werden: G. media Arvet-Tour. und G. Her- vieri Ronn. Schiffner V. Die Hepaticae der Flora von Buitenzorg. I. Band. Lejden (E. J. Brill). 8". 220 S. Das Buch enthält viel mehr, als der bescheidene Titel vermuthen lässt. Es ■ enthält den Beginn einer monographischen Bearbeitung der Lebermoose Java's, beruhend auf den grossen und sorgfältigen Sammlungen des Verfassers und mehrerer neuerer Forscher, ferner auf einer Revision älteren Materiales. Das Buch enthält Bestimmungstabellen für den, der sich über die Hepaticae Java's orientiren will, und ausführliche und sehr| sorgfältige Diagnosen-, Literatur-Citate und Synonyme brachte schon früher des Ver- fassers „Conspeetus Hep. Archip. Indici". Der erste Band umfasst die Bicciaceae, Marchantiaceae, Jungermanniaceae auakrogyiiae und einen Theil der Jungermanniaceae akrogynae. Das Buch gehört zu jenen systematischen Werken, die nicht momentan durch Auffälligkeit der Resultate blenden, aber in Folge ihres innerenWerthes noch nach vielen Jahrzehnten an Werth nichts eingebüsst haben, zu einer Zeit, in der andere, bei ihrem Erscheinen viel beachtete Arbeiten schon längst vergessen sind. Schubert R. .J. Chonclrites Moldavae Schub., eine Algenart aus dem böhmischen Obersilur. (Neues Jahrb. f. Mineralogie etc. 1900. S. 129—132.) 8°. 2 Abb. Steuer A. Das Zoo-Plankton der alten Donau bei Wien. Vorläufige Mittheilung. (Biolog. Centralbl. XX. Bd. Nr. 1. S. 25—32.) 8^ Wiesner J. Die Rohstoffe des Pflanzenreiches. 2. Aufl. 1. Liefe- rung. S. 1—160, Fig. 1—46. Leipzig (W. Engelmann). 8°. Oesterr. Ijotan. Zeitschrift. 5. Heft. 1900. 14 182 Wenn der grosse Werth der ersten Auflage dieses Buches darin lag, dass sie die erste zusammenfassende naturwissenschaftliche Bearbeitung der pflanzlichen Rohstoffe darstellte, so liegt der Werth dieser zweiten Auflage insbesondere darin, dass sie das kolossale einschlägige Materiale, das seither zum Theile unter dem Einflüsse jenes Buches aufgespeichert wurde, sammelt und einheitlich verarbeitet. Den besten Beweis für den ganz ausserordent- lichen Umfang, den die botanische Kohstofflehre angenommen hat, liefert der Umstand, dass die vorliegende zweite Auflage zwei starke Bände um- fassen wird. Die erste Lieferung bringt: 1. Einleitung, enthaltend eine Feststellung des Begrifi"es KohstoflF, eine Präcisirung der Aufgaben der Roh- stofilehre, einen Ueberblick über die Rohstoffe liefernden Pflanzentheile und eine Schilderung der botanischen Entwicklung der Rohstofi"lehre. 2. Gummi- arten. Der chemische Theil dieses Abschnittes wurde von S. Zeisel be- arbeitet. 3. Harze. Der chemische Theil, bearbeitet von M. Bamberger. Alle Abschnitte zeigen umfassende Berücksichtigung der Literatur und die Verwerthung eigener Untersuchungen. Arnoldi W. Beiträge zur Morphologie der Gymnospermen. III. Embryogenie von Ceplmlotaxiif^ Fortanei. (Flora. 1900. 1. Heft, S. 46—63.) S'*. 1 Taf. Borge 0. Schwedisches Süsswasserplankton. (Botaniska Notiser. 1900. Heft 1. p. 1—26.) 8^ 1 Taf. Bubani P. Flora pyrenaea per ordines naturales gradatim dige sta. Opus posthumum editum curante 0. Pen zig. Val. II. Mediolani (ü. Hoeplius). 8". 719 p. Pflanzengeographisch ist Bubani's Werk durch zahlreiche Standorts- angaben, systematisch durch genaue Beschreibungen, Bemerkungen über Variabilität u. dgl., historisch durch Aufklärungen älterer Namen u. dgl. sehr werthvoll; in nomenclatorischer Hinsicht ist es nicht gelungen, da der Verfasser in Bezug auf Nomenclatur die vorlinneische Zeit mit berücksich- tigt; Namen wie Dasyantlius silvaticus '= Gnaphalium silv.), Phellan- drion Dodonaei ('= Oenanthe fistulosa), Baguenandiera arborea (= Colutea arboresceus), Myrtillus exigua (= Vaccinium Vitis Idaea) etc. werden hoffentlich nicht viel Beifall finden. Burchard 0. Die ünkrautsamen der Klee- und Grassaaten mit besonderer Berücksichtigung ihrer Herkunft. Berlin (P. Parey). 8^ 100 S. 5 Taf. — K. 7-20. Das Buch hat in erster Linie einen praktischen Zweck, nämlich eine genaue Beschreibung und Abbildung der dem Saatgute beigemengten Samen und Früchte, um deren Bestimmung zu ermöglichen und die Feststellung der Provenienz des Saatgutes zu erleichtern. Das Buch kann auch bei einer anderen Aufgabe sehr gute Dienste leisten, nämlich bei der Bearbeitung subfossil oder fossil vorkommender Samen. Buser B. Ueber Alchemilla piibescens Koch, A. truncata Rchb. und eine neue verwandte Art aus den Tiroler Alpen {A. acutata). (Allg. bot. Zeitschr. 1900. Nr. 2. S. 25—26.) 8". ConwentzP. Forstbotanisches Merkbuch. Nachweis der beachtens- werthen und zu schützenden urwüchsigen Sträucher. Bäume und Bestände im Königreiche Preussen. I. Provinz Westpreussen. Berlin (Bornträger). 8". 94 S. 22. Abb. — K. 3. Beginn eines Unternehmens, das auch in anderen Gebieten Nach- ahmung finden sollte. Das Büchlein enthält eine Zusammenstellung be- merkenswerther Vorkommnisse von Holzpflanzen und ist nicht blos in local- historischer und forstwirthschaftlicher, sondern auch in botanischer Hin- sicht von Interesse. Letzteres insbesondere auch durch die schönen Ab- bildungen. 183 Engler A. und Di eis L. Comhretaceae excl. Cornbretnm. Mono- graphien afrikanischer Pflanzenfamilien und -Gattungen. IV. Leipzig (W. Engelraann) 4". 44 S. 15 Taf. 5 Fig. Fonck L. S. J. Streifzüge durch die biblische Flora. Freiburg (Herder). 1900. Gr. 8^ XIV u. 168 p. — Mk. 4. Auch dem einen oder anderen Botaniker dürfte mit der Anzeige des F. 'sehen Werkes ein Dienst erwiesen werden. Es wäre freilich irrig, des Verfassers Studie einzig als botanische Novität zu betrachten ; Exegese, Culturgeschichte und verwandte Wissenszweige werden durch dieselbe nicht weniger gefördert. Verfasser behandelt die biblische Flora, es müssen demnach die Pflanzen, welche er in sein Werk aufnehmen wollte, irgendwo in der Bibel ein Plätzchen gefunden haben oder doch von den Gelehrten im Laufe der Jahrhunderte, wenn auch fälschlich, als biblische Pflanzen ausgegeben worden sein. F. zeigt sich seiner eigenartig vielseitigen Aufgabe, welche an eine ganze Eeihe von Wissensgebieten Aufhellung und Klärung heischend herantritt, in erfreulichster Weise gewachsen, ein Lob, welches keinem seiner zahlreichen Vorgänger auch nur in annähernd gleiciier Weise gespendet werden kann. Fast jede Seite verräth den geschulten und gelehrten Orientalisten. Nicht weniger bewundert man bei der Lesung den Exegeten und Kenner der Bibel; sodann aus den Werken der Kirchenväter, aus den Abhandlun- gen der Pflanzenkundigen des Alterthums, des Mittelalters und der be- ginnenden Neuzeit, aus den hierobotanischen Dissertationen der Botaniker des 17. und 18. Jahrhunderts alles Brauchbare und Beachtenswerthe heraus- zuziehen, dazu bedarf es nicht blos einer genauen Kenntniss der einschlägi- gen Literatur, sondern auch der Befähigung, in Ausnützung derselben mit sichtender Kritik vorzugehen. Doch vorab sind es zwei weitere Vorzüge, welche die Streifzüge gerade nach der botanischen Seite hin auszeichnen. Der eine Vorzug liegt in der sorgfältigen Verwerthung, welche auch die neuere und neueste botanische Literatur gefunden hat. Es sei hier auch erwähnt, dass Verfasser sich vielfach auf Prof. Ascherson bezieht, welcher auch durch seine Vor- lesungen über die Flora der Nilländer, die P. vor einigen Jahren besuchen konnte, auf den Verfasser und sein Buch eingewirkt hat. — Den anderen angedeuteten Vorzug sieht Eeferent darin, dass mühsames Bücherstudium nicht die einzige Quelle ist, aus welcher der Verfasser schöpft. Derselbe konnte vielmehr durch seinen zweijährigen Aufenthalt in Palästina (1895 u. 1896) und durch zahlreiche, während dieser Zeit unternommene, oft mühe- volle Wanderungen seinen „Streifzügen" eine sehr reale Unterlage geben. Eine scharfe Beobachtungsgabe, fleissige Sammelthätigkeit und eine gute Ausbildung in der systematischen Botanik haben diese Wanderungen des Ver- fassers recht erfolgreich werden lassen. Die Darstellung athmet Leben und Frische, was schon die Auf- schriften der fünf Capitel vermuthen lassen : „Am Meeresstrand", „Auf Berges Höhe", „In öder Steppe", „Durch Feld und Flur'-, ,,Bei den Wassern des Todes". Durch diese so ziemlich auf pflanzengeographischer Grundlage beruhende Eintheilung des Ganzen wurde die Gefahr einer völlig zusammen- hanglosen Aneinanderfügung der zu behandelnden Pflanzen glücklich ver- mieden. Die Fachbotaniker dürften finden, dass Verfasser bei der Aufstellung eigener Ansichten sehr beachtenswerthe Gründe vorbringt. Wer bedenkt, dass im biblischen Texte oft nur ganz kurze oder wenig specifische Angaben über eine Pflanze gemacht sind, wird der vorsichtigen Zurückhaltung, welche des Verfassers Endurtheil manchmal durchblicken lässt, nur Anerkennung spenden können. Nach dem Vorwort bringen die „Streif ztige" nur eine Auswahl aus dem reichen Stoffe, den der Verfasser schon gesammelt hat. Hoffentlich be- schenkt uns eine nicht allzuferne Zukunft mit einer vollständigen bibli- schen Flora, welche durch streng wissenschaftliche Abfassung den Forderungen 14* 184 und Forschungen der Zeit entspricht. F. besitzt ebenso sehr die zu einem derartigen Werke nothwendige Allseitigkeit des Wissens, als die Freudigkeit des Schaffens. Um auch Anderen eine Beisteuer zu einem solchen Werke leichter zu Tiiacheu, sei auch an dieser Stelle die Bitte „um gütige Zu- sendung von Nachfragen, Bemerkungen und Berichtigungen" wiederholt, welche Verfasser am Ende des A'orwortes ausspricht. (Daselbst auch die Adresse!) ßpl. Goiran A. Addenda et eraeudanda in flora veronensi. Contrib. IV. Poaceae Specim. III. et IV. (Bull. d. Soc. bot. ital. 1900. Nr. 9/10, p. 273-278, 285—292.) 8". Bringt auch Angaben über das österreichisch-italienische Grenz- gebiet. Handbuch des deutschen Dünenbaus. Berlin (P. Parey). 8°. 650 S. 445 Abb. Als Herausgeber dieses Wei'kes ist der Regierungs- und Baurath Gerhardt in Königsberg in Preussen genannt, der auf Grund seiner reichen Erfahrungen die Abschnitte betr. Küstenströmungen und Wandern der Dünen, Festlegung des Dünensandes bearbeitet hat, während Dr. Abromeit den botanischen, Forstrath Bock den forstlichen und Prof. Dr. Jentzsch den geologischen Theil verfasst hat. Das einzig in seiner Art dastehende, nicht nur den Fachmann, sondern auch weitere Kreise interessirende Werk gewährt uns einen Einblick in ein gewaltiges Culturwerk. Es behandelt im Wesentlichen die Festlegung der gefährlichen Wanderdünen am Ostseestrande, ' namentlich auf der kurischen Nehrung, die die interessantesten Dünen der Welt besitzt. Leider gestattet uns der Raum nicht, auf die ebenso lehrreiche als fesselnde Darstellung der Verfasser einzugehen, und wir müssen auf das Werk selbst verweisen. Die darin enthaltenen Abbildungen beruhen zum Theil auf photographischen Aufnahmen und reihen sich den aus Parey's Verlage früher hervorgegangenen ähnlichen Meisterwerken in mustergiltiger Weise an. Die botanische Abtheilung ist gleichfalls mit einer Reihe gelungener Originalzeichnungen geziert, die theilweise in der Literatur noch nicht ver- öffentlicht sind. Als besonders gelungen sind zu nennen: Elymus arenarius , Ammophüa haltica, Agropyrum repens var. glaucum, Pisum maritimum. In vier Abschnitten werden behandelt: Charakter der Dünenvegetation, biologische und anatomische Verhältnisse der DünenpÜanzen, ihre Gliederung und geographische Verbreitung und die Gulturpflanze der Düne. (Dieser letztere Abschnitt ist im forstwirthschaftlichen Theile in geradezu muster- giltiger Form von Birk geschildert.) Abromeit theilt die Vegetation des Seestrandes ein in die der „weissen- oder Wanderdüne und die der „grauen" oder festliegenden Düne. Die Schilderung der geographischen Verbreitung einiger DünenpÜanzen im deutschen Küstengebiete ist mit einer tabellarischen Uebersicht versehen. Wir wünschen dem in jeder Beziehung gelungenen Buche, das keiner grösseren Bibliothek fehlen sollte, die weiteste Verbreitung. S....Z. Hariot P. Atlas colorie des plantes medicinales indigenes. Paris (Klincksieck). Kl. 8". 144 Pfl. 221 p. — K. 7*80 144 meist nicht schöne farbige Abbildungen europäischer Medicinal- pflanzen mit descriptivem Texte. Haussknecht K. Syrabolae ad floram graecam. Aufzählung der im Sommer 1885 in Griechenland gesammelten Pflanzen. (^Mitth. d. thüring. bot. Ver. Neue Folge. XIII/XIV. S. 18—77.) 8«. Abschluss der für die Flora Griechenlands und des ganzen Orientes sehr wichtigen Abhandlung. Von allgemeinerem Interesse sind die Aus- führungen betreffend die Heimat des Saathafers S. 46 — 48, welche nach dem Verfasser Mitteleuropa ist, und jene bezüglich der Ableitung des Triticum poloiiictim von HaynaUlia villosa. 185 Hindorf R. Seraler's Tropische Agricultur. Ein Handbuch für Pflanzer und Ivaufleute. 2. Auflage. Unter Mitwirkung von 0. War bürg und M. Busemann. Wismar (Hinstorff). 8". 2 Bände. 776 u. 858 S. Hock F. Studien über die geographische Verbreitung der Wald- pflanzen Brandenburgs. V. (Verh. d. bot. Ver. der Prov. Brandenb. XLI. Jahrg. S. 184-210.) 8«. Jacobasch E. Ist Cirsium silvaticum Tausch Art oder Varietät? (Mitth. d. thüring. bot. Ver. Neue Folge. XHI/XIV. S. 8—11.) 8^ Verfasser zieht aus Beobachtungen in der Jenaer Flora den Schluss, dass C. silv. (bekannter unter dem jüngeren Namen C. nemorale Rchb.) eine Standortvarietät von C. lanceolatum ist. Johannsen W. Das Aether- Verfahren beim Frühtreiben mit be- sonderer Berücksichtigung der Fliedertreiberei. Jena (G. Fischer). 8". 28 S. 4 Fig. Verfasser studirt seit 1890 die Wirkung der Behandlung ruhender Pflanzentheile mit Aether und theilt hier die Resultate seiner Untersuchungen mit, soweit sie praktische Bedeutung haben. Darnach lässt sich bei vielen Pflanzen die zum Erlangen von Blüten nöthige Zeit wesentlich abkürzen, wenn vor der Treiberei die Pflanzen einer kurzen (ca. 48 stündigen) Aether- Einwirkung ausgesetzt werden. Klebahn H. Oulturversuche mit Rostpilzen. VIII. Bericht (1899). (Jahrb. f wissensch. Bot. Bd. XXXIV. Heft 3. S. 347—404.) 8". 8 Textfig. Die Versuche der Jahre 1899 galten in erster Linie den Weiden be- wohnenden Arten der Gattung Melampsora, die bekanntlich bisher syste- matisch und biologisch sehr unklar waren und nun durch den Verfasser eine weitgehende Klärung erfahren. Verfasser unterscheidet acht Weidenmelamp- soren, deren Caeoma auf den verschiedenen Wirthspflanzen sich finden. Weitere Versuche galten den Melampsoren auf Populus tremula , der Thecopsora Padi (die wahrscheinlich mit einem Aecidium auf der Fichte zusammenhängt), dem Aecidium elatinum (Zusammenhang mit Ochropsora Sorbi wahrscheinlich), dem Peridermium Pini Kleb, (kein Ergebniss), den Puccinien auf Carex, welche Aecidien auf Bibes bilden (Ergebniss: fünf biologische Arten) und einigen anderen Puccinia- Arten. Kneucker A. Bemerkungen zu den „Oarices exsiccatae". VII. Lie- ferg. (Schluss). (Allg. botan. Zeitschr. 1900. Nr. 3. S. 43—44.) 8°. Aus Oesterreich-Üngarn werden angegeben: Nr. 206 Carex refracta Schkr. Chegul bei Trient (Gelmi), Nr. 207. C. tristis M. B. Peatra mare bei Kronstadt (Römer), C. sempervirens Vill. f. coarctata Huter. Monte Noter in Südtirol, Nr. 210. C. capillaris L. f. minima Beck, Ringelstein im Tristenbachthal (Treffer). Kochs .J. üeber die Gattung Tliea und den chinesischen Thee. (Botanisches Jahrbuch für Systematik etc. XXVII. Bd. V. Heft. S. 577—635.) 8". Lorenz i A. La vegetazione lacustre. (Riviste geogr. ital. VI. Fase. 9.) 8". 9 p. Lucet et Oostantin. RJiizomucor parasiticus. Espece pathogene de l'homme. (Rev. generale de Bot. XIL Tom. Nr. 135. p. 81—98.) 8". 1. Tab. Die Verfasser erzogen den von ihnen als neu beschriebenen Pilz aus dem Sputum einer Frau, welche unter den Symptomen der Tuberculose erkrankte. 186 Malin vaud E. Orthographie de quelques noms botaniques. (Bull, de la Soc. bot. de France. XLVII. Tom. Nr. 1. p. 29—44.) 8". Nachweis der Richtigkeit der Schreibweise Pirus. Möbius M. Der japanische Laekbaum, Rhus veniicifera D. 0. Eine morphologisch-anatomische Studie. Frankfurt a. M. (M. Diester- weg). 4°. 45 S. 1 Taf. 29 Textabb. — K. 4-80. Pirotta E. et Albini A. Osservazione sulla biologia del Tartulb giallo {Terfezia Leonis) (Rendic. della r. Acead. dei Lincei. Vol. IX. 1. sem., fasc. 1.) 8°. 8 p. Strasburger E., Noll F., Schenk H., Schimper A. F. W. Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 4. Aufl. Jena (G. Fischer). Gr. 8^ 588 S. 667 Abb. — Mk. 7-50. S tu der B. CantJmrellus aurantiacus Wulf. (Hedwigia. XXXIX. Bd. Heft 1. Beibl. S. 6—7.) 8". Seit langer Zeit wird in fast allen Lehr- und Handbüchern eine giftige Art der Gattung Cantharellus angeführt, der C. aurantiacus, und meist in mehr oder minder unklarer Weise von C. cibarius unterschieden. Eine endgiltige Aufklärung dieses Pilzes erschien mit Rücksicht auf die allgemeine Ver- wendung des C. cibarius als Speisepilzes sehr wünschenswerth. Eine solche Aufklärung erfolgt nun durch den Verfasser, der den Pilz im vergangenen Jahre um Bern häufig beobachtete und der nachweist, dass der Pilz erstens , nicht giftig ist und zweitens gar nicht in die Gattung Cantharellus, sondern zu Clitocyhe gehört. Trimen H. and Hooker J. D. A Handbook to the florar of Ceylon. Part. V. London (Dulau et Co.). 8". 477 p. Eriocauloneae, Ci/peruceae, Gramineae. Urban J. Symbolae antillanae seu fundamenta florae Indiae oecidentalis. Vol. I. Berlin (Bornträger). Gr. 8°. 536 p. — K. 40-80. Inhalt: ürban J., Bibliographia (p. 3 — 195), Urban J., Araliaceae, Lindau G., Polygonaceae, Schlechter, R. Äsclepiadaceae, Urban J., Species novae, praesertim portoricenses, Ruhland G., Eriocaulaceae, Buchenau Fr., Juncaceae, Urban J., Sabiaceae. — Indices. Vries H. de. Alimentation et selection. Gr. 8". 38 p. Verfasser zeigte an Culturen von Papaver somniferum f. polycephalum den Einfluss, welchen Verschiedenheiten der Ernährung, insbesondere der jungen Pflanze, auf die Ausbildung morphologischer Charaktere und auf die Mög- lichkeit einer Wirkung der Selection ausüben. Wagner P. Anwendung künstlicher Düngemittel. Berlin (P. Parey). Kl. 8^ 164 S. — K. 3. Warnstorf C. Beiträge zur Kenntniss der Moosflora von Südtirol. (Verh. d. zool.-botan. Ges. Wien. L. Bd. 1. Heft. S. S. 6-23.) 8^ War bürg 0. Monsunia. Beiträge zur Kenntniss der Vegetation des Süd- und ostasiatischen Monsungebietes. Band I. Leipzig (W. Engel mann). 4«. 207 S. 11 Taf. — K. 48. Das Werk, dessen erster Band, prächtig ausgestattet, hier vorliegt, soll in erster Linie die wissenschaftlichen Ergebnisse der Reisen des Ver- fassers in den Jahren 1885 — 89 bringen, daneben aber auch die Bearbeitungen anderer auf das erwähnte Gebiet sich erstreckender Sammlungen. Der vorliegende Band bringt ausser Einleitung und Itinerar die Bearbeitung der Fungi von P. Hennings, der Algen von F. Heydrich, Lebermoose von V. Schiffner, Laubmoose (excl. Sphagnaceae) von V. F. Brotherus, Sphagnuceae von C. Warnstorf, Filicinae von H. Christ, endlich der Bhizocarpaceae, Equisetaceae, Lycopudiaeeae, Selaginellaceae, Cycadaceae , Coniferae und Gnetaceae von War bürg. 187 W est er maier M. ZurKeuntniss der Pneumatophoren. Freiburg i. B. (Üniversitäts-Buchhandlung). 8". 53 S. 3. Taf. Zur Entwickelung und Structur einiger Pteridophyten aus Java. Freiburg i. B. (Universitäts-Buchhandl.). 8°. 27 S. 1 Taf. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Von der durch die k. botanische Gesellschaft in Regensburg herausgegebenen „Flora exsiccata Bavarica" ist Fascikel III, enthaltend Nr. 151 — 250, erschienen. Aus dem reichen Inhalte seien folgende Formen hervorgehoben: 155. Erysimum Meraciifolium L. — 159 a und 159 b. Subu- laria aqiiatica L. — 162. Helianthenmm polifoVmm. Koch. — 165. Ervum Orohus Kittel. — 167. Rosa dumetorum Thuillier f. comota Schwertschlager n. f. — 168. Rosa micrantha Smith var. permixta (Deseglise) Greu. — 170. Rosa graveolens var. Ujpica Ohrist. f. hispida Max Schulze (1887). — 176. Ruhus salishurgensis Focke. — 177. Ruhus incuUtis Wirtg. — 178. Potentilla norve- gica L. f. pingiiis Petunnikov. — 184. Bupleurum raniinculoides L. — 192. Matricaria inodora L. var. amhigua (Led.). — 199. Myosotis Rehsteineri Wartm. — 202. Melampyrum pratense L. var. concolor Schönh. — 205. AlectorolopJius VoUmanni Poeverlein nov. spec. — 209. Armeria purpurea Koch. — 213. Salix purpurea L. var. Helix Koch (f. — 214. Salix purpurea L. var. typica Beck (pr. p.) f. furcata Wimm. cf. — 215. Salix purpurea X {purpurea L. X repens L.) nov. hybr. cf- — 216. Salix Caprea L. var. ovata Anders, f. monstrosa 9- — 217. Salix (Caprea L. X cinerea L.) var. Beichardtii Kern. $. — 218. Salix (Caprea L. X cinerea L.) var. semicinerea Anton Mayer nov. var. f. monstrosa. — 219. Salix (Caprea L. X cinerea L.) var. Gilensis Anton Mayer nov. var. f. monstrosa $. — 220. Salix (Caprea L. X viminalis L.) var. intermedia Wimmer 9. — 221. Salix aurita L. X Caprea L. 9- — 222. Salix (aurita L. cinerea L.) var. auritaeformis Anton Mayer nov. var. 9. — 230. Cyperus longus L. — 244. Carex flava X HornscJmchiana Hoppe. — 247. Chamagrostis minima Borkh. — 249. Azolla caroliniana Willd. — 250. Scolopendrium vulgare Smith, monstr. crispum Willd. CoUins F. S., Holden J., Setchell W. A. Phycotheca boreali-Americana. Fase. XIII. Nr. 601—650. Personal-Nachrichten. Prof. F. Ca var a (Vallorabrosa) wurde zum Professor und Director des botan. Gartens der Universität in Cagliari. Prof. A. N. B erlese (Bologna) zum Professor und Director des botan. Gartens der Universität Sassari ernannt. 188 Dr. Küster hat sich an der Universität Halle a./S. habilitirt. Dr. W. Busse (Berhn) unternimmt im Sommer d. J. eine Forschungsreise nach Deutsch-Ostafrika. Dr. J. Abromeit hat sich an der Universität Königsberg i. P. habilitirt. Geheimrath Prof. Pfeffer in Leipzig und Geheimrath Prof. Schwendener in Berlin wurden zu correspondirenden Mitgliedern der Academie des sciences in Paris ernannt. Dem Geheimrath Prof. Dr. A. Eng 1er wurde der Rothe Adlerorden III. Ol. verliehen. Prof. Dr. 0. Drude in Dresden wurde der k. russ. Stanislaus- orden II. Ol. verheben. Gestorben sind: Der Lichenologe Ernst Kernstock, Prof. au der Über- realschule in Klagenfurt, am 14. April d. J. im 48. Lebensjahre. Der Inspector am botanischen Museum in Kopenhagen Hjal- mar Fred. Chr. Kiaerskou am 18. März d. J. Dr. Adolfo Ernst, Director des National-Museums in Caracas, Venezuela. Andr. Pettersson Winslow in Göteborg am 28. Jan. d. J. Gustav Anders Lindberg in Stockholm am 3. Febr. 1900. Notizen. Rev. G. R. Bullock-Webster (England, Cambridgeshire, Palace Ely) arbeitet an einer Monographie der Characeen und wünscht Materiale von solchen im Tausche zu erwerben. Ein Herbarium, umfassend über 2000 Arten aus dem öster- reichischen Küstenlande und den Alpen (in weissem Papier, von grossem Formate), ist sammt Karten um fl. 250 zu verkaufen. Auskünfte ertheilt Herr Prof. Pospichal, Triest, Via Posta 2. Inhalt der Mai-Nnmmer: Linsbauer L. u. K. , Einige teratologische Befunde an Lonicera tatarica. S. 149. — Horäk B., Zweiter Beitrag zur Flora Montenegro's. S. 156. — Polak J. M., Untersuchungen über die Staminodien der Scrophnlariaceen. (Schluss.) S. Iö4. — Blocki Br., Ein kleiner Beitrag zur Flora von Ostgalizien S. 167, — Wettstein R. v., Die nordamerika- nischen Arten der Gattung Geutiana: Sect. Endotriclia. 8. 168. — Vierhapper F., Ar>iica doronicum Jacq. und ihre nächsten Verwandten. S. 173. — Literatur-Uebersicht. S. 178. — Botanische Sammlungen, Museen etc. S. 187. — Personal-Nachrichten. S. 187. — Notizen. S. 188. Redacteur: Prof. Dr. B. t. Wettstein, Wien, 3/3, ßennweg 14. Verantwortlicher Redacteur: J. Dörfler, Wien, lU., Barichgasse 36. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreichische botanische Zeitsohrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: U und III ä 2 Mark, X— XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI— XLI ä 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post expedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisung direct bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Carl Gerold's Sohn), zu pränumeriren. Einzelne Nummern, soweit noch vorräthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. NB. Dieser Nummer ist beigegeben Tafel Nr. VI (Wettstein) und Tafel Nr. VI! (Vierhapperj. ÖSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. L. Jahrgang, N»- 6. Wien, Juni 1900. Die nordamerikanischen Arten der Gattung Gentiana; Sect. Endotricha, Von R. V. Wettstein (Wien). (Mit 1 Tafel und 4 Textabbildungen.) (Furtsetzung.*) Betrachtet man nun die morphologischen Eigenthümlichkeiten und die Verbreitung der G. pleheja mit jenen von G. acuta, so gelangt man zu einem sehr bemerkenswerthen Ergebnisse. G. pleheja verhält sich nämlich zu G. acuta genau so, wie zahlreiche euro- päische frühblühende Endotrichen zu den analogen spätblühenden Arten, also etwa wie G. lingulata Ag. zu G. axillaris Schm., wie G. Suecica Froel. zu G. Germanica Froel. etc. Bei den europäischen Arten beruhen bekanntlich die Beziehungen der genannten Arten zu einander auf Saison-Dimorphismus. Ob es sich bei den beiden erwähnten nordamerikanischen Arten auch um einen solchen handelt, kann ich nicht entscheiden, da nur bei ganz vereinzelten Herbarexemplaren sich Daten bezüglich der Blütezeit vermerkt finden. Einzelne Thatsachen sprechen allerdings für einen Saison- Dimorphismus. In dem Exsiccatenwerke „Plants collected in the vici- nity of Jakutat Bay, Alaska" findet sich beispielsweise sub Nr. 72 vom „Cap. Phipps" Gentiana acuta ausgegeben, gesammelt am 23. Juli 1892 von F. Funston. In derselben Oollection befindet sich sub Nr. 104 vom selben Orte und gleichen Sammeltage G. pleheja ; G. acuta in erster Blüte, G. pleheja nahezu abgeblüht. Darnach scheint also G. pleheja unter sonst gleichen Verhältnissen früher zu blühen als G. acuta, was mit der Annahme eines Saison-Dimorphosmus vollkommen im Einklang steht. Wenn ich also auch einen Saison-Dimorphosmus bei den beiden erwähnten Pflanzen nicht zu beweisen im Stande bin, so möchte ich ihn doch für sehr wahrscheinlich halten. Es wäre dies der erste bisher aufgefundene Fall von Saison-Dimorphosmus in Nord- ') Vgl. Nr. 5, S. 168. Oesterr. totan. Zeitschrift. 6. Heft. 1900. 15 190 amerika. Für die von mir mehrfach gegebene Erklärung des Zu- standekommens dieser Erscheinung wäre eine Untersuchung der Ursachen, welche in Nordamerika die Erscheinung hervorrufen, von ausschlaggebender Bedeutung, und ich mochte die Hoffnung aus- sprechen, dass diese Zeilen einen der amerikanischen Fachcollegen bestimmen, der Sache nachzugehen. Mit Rücksicht darauf, dass G. acuta und G. jAebeja sich morphologisch sehr nahe stehen, gerade so nahe, wie je zwei saisoudimorphe europäische Arten, glaube ich noch vor Erledigung jener Frage berechtigt zu sein, beide als Subspecies einem Speciesbegriffe zu subsumiren, zu dessen Bezeichnung ich den älteren der beiden Namen, nämlich G. acuta, im erweiterten Sinne gebrauchen will. Als eine dritte Form möchte ich diesem Speciesbegritfe einbeziehen eine mir in Herbarien mehrfach begegnete Hochgebirgspflanze, die in den wesent- lichsten hier in Betracht kommenden Merkmalen mit G. acuta und G. plebeja übereinstimmt, jedoch weder den Typus einer früh- noch den einer spätblühenden Art aufweist und daher am besten als G. Holmii m. zu bezeichnen sein wird. Der zweiten früher erwähnten Artenreihe gehören G. Hart- ivegii Beuth.. G. niexkana Gris. und G. Wrightii A. Gray an. Von den zwei ersterwähnten Arten habe ich Original-Exem- plare gesehen, von der letzterwähnten durch freundliche Vermittlung des Herrn Dr. Holm eine Abbildung des Origiual-Exemplares im Herbarium A. Gray und eine Blüte desselben erhalten. Die zuerst beschriebene dieser Arten ist G. mexicana Griseb. ^). Nach der etwas unvollständigen Beschreibung ist die Pflanze aller- dings nicht sicher zu erkennen, wohl aber mit Zuhilfenahme der Herbarexemplare. Grisebach bezieht sich in seiner Diagnose auf Exemplare des Berliner Herbariums, und thatsächlich finden sich in demselben zwei Exemplare, welche Grisebach selbst als G. mexicana bezeichnete. Eines dieser Exemplare ist fragmentarisch und trägt die Etikette „Deppe. Zucualpau alt. 5000'". Die Diagnose Grisebach's passt auf die Pflanze nicht-). Dagegen passt die- selbe vollkommen auf ein zweites Exemplar mit der Bezeichnung „Mejico. c. Ehrenberg", dem ich darum den Werth eines Üriginal- exemplares beimessen möchte. Die Pflanze hat den Habitus einer G. axillaris Schm.. stimmt mit ihr auch im Grossen und Ganzen im Kelchbaue überein. unterscheidet sich aber von ihr durch die auffallend langen Internodien und kurzen Blätter. (Vgl. Taf. VI, Fig. 8.) Geradeso ist G. Hartivegii Benth. sicherzustellen. Im Berliner Herbarium liegt ein Exemplar der Nr. 351 der Hartweg'schen mexikanischen Pflanzen, mithin jene Pflanze, auf die sich Benth am bei seiner Beschreibung bezogt). Die Pflanze zeigt auffallende Aehn- 1) Genera et spec. Gent. p. 243 (1839). ^) Es ist ein Stück der sofort zu besprechenden G. Hartioegii. 3) Bentham, Plant. Hartweg. Nr. 351 (1839). 191 lichkeit mit G. mexicana (schon Ben th am hebt diese Aehnlichkeit hervor), unterscheidet sich aber von ihr durch grössere Blüten und insbesondere durch die durchwegs stumpfen Stengelblätter (Bent- ham: foHis cauHnis obtusissimis.) Es ist dies dieselbe Pflanze, welche in neuerer Zeit durch Pringle (Plantae raexicanae 1892, Nr. 4196) als G. Wrightii viel verbreitet wurde. (Vgl. Taf. VI., Fig. 6.) In der That scheint G. Wrightii mit G. Hartivegii identisch zu sein. Wie schon er- wähnt, erhielt ich durch Herrn Dr. Holm eine Abbildung (Pause) und eine Blüte des Original-Exemplares der G. WrigJitii im Her- barium A. Gray^). Darnach stimmt G. Wrightii mit G. Hartwegii in der Form und Grösse der Blätter, in deren Verhältniss zur Länge der Internodien. in Form des Kelches und der Corolle, in den Farben derselben überein. Ein allerdings den Habitus recht ab- änderndes Merkmal ist die grosse Zahl der Internodien (ca. 16) und damit die Höhe (45 cm) der G. Wrightii. Trotzdem möchte ich G. Wrightii für identisch mit G. Hartivegii halten, da ich hin- länglich bei den europäischen Arten kennen gelernt, wie sehr Stengelhöhe und Internodienzahl durch Standortsverhältnisse be- einflusst sind. Mit Bestimmtheit könnte diese Identificirung natur- gemäss nur in der Heimat der Pflanzen oder auf Grund reicheren Materiales vorgenommen werden. Vergleichen wir nun die beiden sichergestellten Arten der hier in Betracht kommenden Artenreihe, nämlich G. mexicana und G. Hart- ivegii, so ergibt sich wieder ein sehr interessantes Verhältniss. Beide Arten sind von den übrigen Arten der Section Endotricha durch die- selben Merkmale verschieden und stehen sich jedenfalls sehr nahe. Sie bewohnen dasselbe Gebiet und unterscheiden sich von einander durch dieselben Merkmale, durch die sich sonst die „frühblühenden" von den „spätblühenden" Arten unterscheiden: G. Hartwegii hat stumpfe Blätter und längere Stengehnternodien, G. mexicana spitze obere Stengelblätter und zahlreiche, nur kurze Internodien. Hier scheint nun thatsächlich Saison-Dimorphismus, wie bei den